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Dokumentenidentifikation DE102006026658A1 05.07.2007
Titel Vorauslaufende Walzenabstellung bei Druckformwechsel
Anmelder MAN Roland Druckmaschinen AG, 63075 Offenbach, DE
Erfinder Augsberg, Gerhard, 63500 Seligenstadt, DE;
Jung, Ulrich, Dr., 65551 Limburg, DE
DE-Anmeldedatum 08.06.2006
DE-Aktenzeichen 102006026658
Offenlegungstag 05.07.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 05.07.2007
IPC-Hauptklasse B41F 31/00(2006.01)A, F, I, 20061130, B, H, DE
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Farbwerk einer Druckmaschine, mit einem eine Farbwalze umfassenden Farbdosiersystem und mit einem mindestens eine Druckform tragenden Formzylinder, wobei die Farbwalze auf dieselbe gelangenden Druckfarbe auf die oder jede auf dem Formzylinder positionierte Druckform überträgt, wobei der Druckfarbe von der jeweiligen Druckform auf zwischen dem Formzylinder und einem Gegendruckzylinder hindurch bewegte Druckbogen übertragbar ist, und wobei die Farbwalze relativ zum Formzylinder verstellbar ist. Erfindungsgemäß ist das Anstellen und/oder Abstellen der Farbwalze relativ zum Formzylinder und/oder das Anstellen und/oder Abstellen des Formzylinders relativ zum Gegendruckzylinder derart durchführbar, dass Druckbogen in einer Druckanstellung immer mit einem vollständigen Farbbild bedruckbar sind, und dass in einer Druckabstellung keinerlei Druckfarbe auf die Druckbogen druckbar ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Farbwerk einer Druckmaschine nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Des Weiteren betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Betreiben von Farbwerken einer Druckmaschine nach dem Oberbegriff des Anspruchs 14.

Beim Drucken wird ein Bedruckstoff durch mehrere Druckwerke bewegt, wobei in jedem Druckwerk ein Teildruckbild auf den Bedruckstoff aufgetragen wird. Im Falle des farbigen, autotypischen Zusammendrucks wird der Bedruckstoff üblicherweise durch mindestens vier Druckwerke bewegt, um Teildruckbilder in den Skalenfarben Schwarz, Cyan, Magenta und Gelb auf den Bedruckstoff aufzutragen. In weiteren Druckwerken können Teildruckbilder in Sonderfarben auf den Bedruckstoff aufgetragen werden.

Zur Minimierung einer Lackrestschichtdicke auf der Lackwalze sowie auf der oder jeder auf dem Formzylinder positionierten Lackform nach dem Einnehmen einer Druckabstellung ist es aus der DE 33 12 128 A1 bereits bekannt, über eine Steuerungseinrichtung eine Anzahl von Druckbogen festzulegen, die vor Einnahme der Druckabstellung der Lackvorrichtung zuführbar sind. Die DE 33 12 128 A1 lässt jedoch offen, wie die Lackwalze und der Formzylinder verstellt werden. Daher kann bei dem in der DE 33 12 128 A1 offenbarten Lackwerk die Situation auftreten, dass beim sogenannten „Vorlackieren" bei Überführung des Lackwerks von einer Druckabstellung in eine Druckanstellung und beim sogenannten „Ablackieren" bei Überführung des Druckwerks von einer Druckanstellung in eine Druckabstellung Druckbogen nur teilweise mit einem Lackbild gedruckt werden. Druckbogen, die lediglich teilweise mit einem Lackbild versehen werden, sind unbrauchbar und müssen als Makulaturbogen ausgeschleust werden. Das Drucken solcher Makulaturbogen ist nachteilig.

Das gleiche Problem ergibt sich auch für Druckwerke und in diesen vorgesehene Farbwerke. Hier kommt hinzu, dass in einem Druckwerk ein Plattenzylinder vorgesehen ist, der eine das Druckbild tragende Druckplatte hält. Derartige Druckplatten müssen ausgewechselt werden. Dabei sind die Druckplatten mit Druckfarbe quasi verschmutzt, was insbesondere bei Plattenwechselautomaten zu Störungen führen kann, wenn die noch vorhandene Druckfarbe sich auf Führungselementen oder Funktionselementen des Plattenwechselautomaten ablegt.

Hiervon ausgehend liegt der vorliegenden Erfindung das Problem zugrunde, ein neuartiges Farbwerk einer Druckmaschine und ein Verfahren zum Betreiben von Farbwerken zu schaffen.

Dieses Problem wird durch ein Farbwerk einer Druckmaschine gemäß Anspruch 1 gelöst. Erfindungsgemäß ist das Anstellen und/oder Abstellen der Farbwalze relativ zum Formzylinder und/oder das Anstellen und/oder Abstellen des Formzylinders relativ zum Gegendruckzylinder derart durchführbar, dass Druckbogen in einer Druckanstellung immer mit einem vollständigen Farbbild bedruckbar sind, und dass in einer Druckabstellung keinerlei Druckfarbe auf die Druckbogen druckbar ist.

Mit dem erfindungsgemäßen Farbwerk ist das Anstellen sowie Abstellen der Farbauftragwalzen sowie des Plattenzylinders derart durchführbar, dass Druckbogen in einer Druckanstellung immer mit einem vollständigen Farbbild bedruckbar sind, sowie in einer Druckabstellung keinerlei Farbe auf die Druckbogen aufgetragen wird. In der Druckanstellung ist es möglich, dass ein vollständiges Farbbild mit einem verminderten Farbauftrag, also mit verminderter Farbschichtdicke, gedruckt wird. Mit dem erfindungsgemäßen Farbwerk wird vermieden, dass bei Überführung eines Farbwerks von der Druckanstellung in die Druckabstellung bzw. von der Druckabstellung in die Druckanstellung Druckbogen mit einem unvollständigen Farbbild bedruckt werden. Hierdurch kann das Drucken von Makulaturbogen effektiv vermieden werden.

Das erfindungsgemäße Verfahren zum Betreiben von Farbwerken einer Druckmaschine ist in Anspruch 14 definiert.

Bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen und der nachfolgenden Beschreibung. Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird, ohne hierauf beschränkt zu sein, näher erläutert.

In einer Druckmaschine ist im Bereich eines Druckwerks wenigstens ein Farbwerks und den Druckwerken nachgeschalt ein Ausleger vorgesehen. Üblicherweise sind mehrere Druckwerke nacheinander geschaltet. Zu bedruckende Druckbogen werden über mehrere Bogenführungszylinder durch die Druckmaschine bewegt, wobei einige Bogenführungszylinder als Transferzylinder und andere Bogenführungszylinder als Gegendruckzylinder ausgebildet sind. Im Bereich des Farbwerks rollt auf dem Gegendruckzylinder ein Übertragungszylinder bzw. Gummizylinder und auf dem Gummizylinder ein mindestens eine Druckform tragender Formzylinder bzw. Plattenzylinder ab. Über ein Farbwerk mit Farbauftragwalzen sowie gegebenenfalls ein Feuchtwerk mit Feuchtauftragwalzen wird auf die oder jede auf dem Plattenzylinder positionierte Druckform Druckfarbe sowie gegebenenfalls Feuchtmittel aufgetragen, wobei die Druckfarbe über den Gummizylinder auf die Druckbogen aufgetragen wird.

Auf diese Art und Weise in den Druckwerken mit einem Druckbild bedruckte und gegebenenfalls in einem Lackwerk mit einem Farbbild veredelte Druckbogen werden über ein Fördersystem aus der Druckmaschine ausgeschleust und unter Bildung eines Auslegerstapels aufeinander abgelegt.

Die Plattenzylinder, auf denen mindestens eine Druckform positioniert ist, weisen einen Spannkanal auf, in welchen Spanneinrichtungen für die oder jede Druckform integriert sind. Den Plattenzylindern sind jeweils Plattenwechselautomaten zugeordnet, die der Zufuhr und Abführung von frischen oder benutzten Druckplatten dienen.

Im Sinne der hier vorliegenden Erfindung erfolgt das Anstellen und Abstellen der Farbauftragwalzen nun derart, dass das Abstellen von dem Plattenzylinder stets vor der Beendigung des Bogenlaufes erfolgt.

Damit wird erreicht, dass noch durch die Druckmaschine laufende Bogen Druckfarbe über den Gummizylinder von dem Plattenzylinder abnehmen, ohne dass Druckfarbe vom Farbwerk zugeführt wird. Auf diese Weise wird die restliche Druckfarbe schnell vom Gummizylinder und Plattenzylinder respektive der dort aufgespannten Druckplatte entfernt.

Die dann weitgehend saubere Druckplatte kann ohne Gefahr für den Plattenwechselautomaten entnommen werden und eine neue Platte kann zugeführt werden.

Das Anstellen und Abstellen von Farbauftragwalzen sowie der Plattenzylinder in der beschriebenen Weise wird über die Stellglieder und durchgeführt, die von einer Steuerungseinrichtung in Bezug auf die Arbeitsposition der Druckmaschine ansteuerbar sind. Die Ansteuerung der Stellglieder und erfolgt in Realtime durch die Maschinensteuerung der Druckmaschine, gegebenenfalls je nach Maschinengeschwindigkeit mit entsprechenden Vorhaltezeiten bzw. Vorhaltewinkeln. Die Stellglieder und sind vorzugsweise als pneumatische oder hydraulische Zylinder-Ventil-Einheiten ausgeführt, sie können jedoch auch elektrische Stellglieder oder Kurvensteuerungen ausgebildet sein.

Bei der Überführung des Farbwerks von einer Druckanstellung in eine Druckabstellung sind vorzugsweise zuerst die Farbauftragwalzen vom Plattenzylinder und anschließend der Gummituchzylinder vom Gegendruckzylinder und vom Plattenzylinder abstellbar.

Über die Steuerungseinrichtung ist des Weiteren eine Anzahl von Druckbogen festlegbar, die nach Überführung des Farbwerks bzw. der Farbauftragwalzen in die Druckabstellung jeweils noch mit einem unvollständigen Farbbild mittels der auf dem Gummituchzylinder und der Druckplatte noch vorhandenen Druckfarbe bedruckt werden. Die Anzahl dieser Druckbogen ist dabei an einem Leitstand eingebbar und derart bestimmbar, dass nach dem Einnehmen der Druckabstellung die Farbwalze sowie die oder jede auf dem Formzylinder positionierte Druckform eine definierte Farbrestschichtdicke aufweisen. Bei einem derartigen Abfärben werden unvollständige Farbbilder mit einem verminderten Farbauftrag, also mit einer abnehmenden Farbschichtdicke, auf die jeweiligen Druckbogen gedruckt. Hierdurch kann die Gefahr des Eintrocknens großer Farbmengen auf dem Gummituchzylinder oder der Druckplatte verhindert werden.

Weiterhin ist über die Steuerungseinrichtung bzw. an dem Leitstand eine Anzahl von Druckbogen festlegbar, die zwischen einer Druckabstellung des Farbwerks und einer Druckanstellung desselben bzw. zwischen zwei Druckanstellungen mit dazwischen geschobener Druckabstellung das Farbwerk ohne jeglichen Farbauftrag durchlaufen. Hierdurch wird es möglich, aus einem Druckvorgang eine definierte Anzahl von Druckbogen auszuschleusen, die ohne jegliche Farbzufuhr vom Farbwerk durch die Druckwerke hindurch bewegt werden. Diese unvollständig eingefärbten Druckbogen können zum Beispiel zu Messzwecken verwendet werden. Das Ausschleusen der unvollständig bedruckten Druckbogen kann automatisch über eine Bogenweiche oder über einen Doppelausleger erfolgen.

Der Prozess des Abfärbens kann mit einem gleichartigen Prozess des Ablackierens verknüpft werden, bei dem die Restlackmenge auf Walzen und Formzylinder in Lackwerken durch eine gezielte Zuführung von Druckbogen ohne Lackzufuhr minimiert wird.


Anspruch[de]
Farbwerk einer Druckmaschine, mit einem eine Farbwalze umfassenden Farbdosiersystem und mit einem mindestens eine Druckform tragenden Formzylinder, wobei die Farbwalze auf dieselbe gelangenden Druckfarbe auf die oder jede auf dem Formzylinder positionierte Druckform überträgt, wobei der Druckfarbe von der jeweiligen Druckform auf zwischen dem Formzylinder und einem Gegendruckzylinder hindurch bewegte Druckbogen übertragbar ist, und wobei die Farbwalze relativ zum Formzylinder verstellbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Anstellen und/oder Abstellen der Farbwalze relativ zum Formzylinder und/oder das Anstellen und/oder Abstellen des Formzylinders relativ zum Gegendruckzylinder derart durchführbar ist, dass Druckbogen in einer Druckanstellung immer mit einem vollständigen Farbbild bedruckbar sind, und dass in einer Druckabstellung keinerlei Druckfarbe auf die Druckbogen druckbar ist. Farbwerk nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Farbwalze und dem Gummituch- bzw. Plattenzylinder winkelgenau ansteuerbare Stellglieder zugeordnet sind. Farbwerk nach Anspruch nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass zur Überführung desselben von einer Druckanstellung in eine Druckabstellung zuerst die Farbwalze vom Formzylinder und anschließend der Formzylinder vom Gegendruckzylinder abstellbar ist. Farbwerk nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass zur Überführung desselben von einer Druckabstellung in eine Druckanstellung zuerst die Farbwalze an den Formzylinder und anschließend der Formzylinder an den Gegendruckzylinder anstellbar ist. Farbwerk nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, gekennzeichnet durch eine Steuerungseinrichtung, um eine Anzahl der vor Einnahme der Druckabstellung jeweils mit einem vollständigen Farbbild zu bedruckenden Druckbogen festzulegen. Farbwerk nach Anspruche 7, dadurch gekennzeichnet, dass hierbei die Anzahl derart bestimmbar ist, dass nach dem Einnehmen der Druckabstellung die Farbwalze und die oder jede auf dem Formzylinder positionierte Druckform eine definiere Farbrestschichtdicke aufweisen. Farbwerk nach Anspruch 7 oder 8, gekennzeichnet dadurch, dass die Steuerungseinrichtung vor einer Druckabstellung und/oder während einer Druckabstellung eine Produktionsgeschwindigkeit automatisch reduziert. Farbwerk nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 9, gekennzeichnet durch eine Steuerungseinrichtung, um eine Anzahl von Druckbogen festzulegen, die vor einer Druckabstellung das Druckwerk mit keinerlei Farbzufuhr und stetig abnehmendem Farbauftrag durchlaufen. Verfahren zum Betreiben von Farbwerken einer Druckmaschine, wobei Druckfarbe von einer Farbwalze eines Farbdosiersystems auf mindestens eine auf einem Formzylinder positionierte Druckform und von der oder jeder Druckform auf Druckbogen übertragen wird, dadurch gekennzeichnet, dass ein Abstellen der Farbauftragwalzen relativ zum Plattenzylinder und/oder ein Anstellen und/oder Abstellen des Gummituchzylinders relativ zum Gegendruckzylinder derart durchgeführt wird, dass Druckbogen in einer Druckanstellung des Gummituchzylinders bei abgestellten Farbauftragwalzen mit eine Restmenge an Druckfarbe von dem Gummituchzylinder und der Druckplatte bedruckt werden. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass eine Anzahl der vor Einnahme der Druckabstellung jeweils mit einem vollständigen Farbbild zu bedruckenden Druckbogen derart festgelegt wird, dass nach dem Einnehmen der Druckabstellung die Farbauftragwalzen und die oder jede auf dem Formzylinder positionierte Druckform eine definierte Farbrestschichtdicke aufweisen. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass eine Produktionsgeschwindigkeit vor einer Druckabstellung und/oder während einer Druckabstellung automatisch reduziert wird. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass eine Anzahl von Druckbogen festgelegt wird, die zwischen zwei Druckanstellungen und einer dazwischen geschobenen Druckabstellung das Farbwerk mit keinerlei Farbauftrag durchlaufen.






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