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Dokumentenidentifikation DE202007002809U1 05.07.2007
Titel Kombinationswerkstoff und Anwendungen für einen solchen Werkstoff
Anmelder Hauff-Technik GmbH & Co. KG, 89542 Herbrechtingen, DE
Vertreter König . Szynka . von Renesse, 81479 München
DE-Aktenzeichen 202007002809
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 05.07.2007
Registration date 31.05.2007
Application date from patent application 23.02.2007
IPC-Hauptklasse C08J 5/12(2006.01)A, F, I, 20070223, B, H, DE
IPC-Nebenklasse F16L 5/00(2006.01)A, L, I, 20070223, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Kombinationswerkstoff und Anwendungen für einen solchen Werkstoff. Insbesondere betrifft die Erfindung einen Kombinationswerkstoffkörper, eine Vorrichtung zum Abdichten eines Kabel- oder Rohrauslaß eines Bauteilgehäuses und ein Bauteilgehäuse.

Um ein Kabel in ein Bauteil einzuführen und abzudichten, kommen bisher üblicherweise verschiedene Dichtungen aus elastomeren Werkstoffen zum Einsatz, welche entweder über kraftschlüssige Verbindung und damit mechanische Verpressung auf das Kabel abdichten oder aber über Dehnung von Gummimembranen auf die Kabel abdichten. Im ersten Fall müssen die Systeme in der Regel dem jeweiligen Kabeldurchmesser angepaßt werden. Dazu müssen Pressmittel gewechselt werden oder durch Abziehen von zuvor eingeschnittenen zwiebelschalenähnlichen überflüssigen Dichtlagen angepaßt werden. Im Falle des Aufdehnen der Gummimembranen wird die Dichtung zwar dem Durchmesser des Kabel automatisch angepaßt, dies hat aber negativen Einfluß auf die Druckdichtigkeit und die mechanische Festigkeit der Durchführung.

Vor diesem Hintergrund liegt der Erfindung die Aufgabe zu Grunde, einen Kombinationswerkstoff mit Eigenschaften zu schaffen, mit denen er sich besonders gut zum Abdichten eines Kabel- oder Rohrauslaß eines Bauteilgehäuses eignet, sowie Anwendungen für einen solchen Kombinationswerkstoff vorzuschlagen.

Diese Aufgabe wird durch den Gegenstand der nebengeordneten Ansprüche gelöst. Vorteilhafte Ausführungsformen sind in den Unteransprüchen und in der nachfolgenden Beschreibung wiedergegeben.

Die Erfindung basiert zum Teil auf der Erkenntnis, daß Gele in oder auf Kautschukmateriale gegossen werden können und nach der Vernetzung überraschenderweise sehr gute Haftung haben können.

In der allgemeinsten Form der Erfindung wird daher ein Kombinationswerkstoff aus mindestens zwei Werkstoffen vorgeschlagen, nämlich aus einem Kautschukmaterial und einem Gel. Das Eigenschaftsspektrum eines gelbasierten Werkstoffs kann durch Einbringen einer zweiten oder weiterer Phase aus Kautschukmaterial erheblich erweitert werden. Überraschenderweise bieten die besonders bevorzugt verwendeten PUR-Gele sehr starke Haftkräfte an gummielastomeren Werkstoffen. Der Kombinationswerkstoff bietet die Möglichkeit, 2D- oder 3D-Schichten, Fasern oder kugeldisperse Verbundwerkstoffkörper zu bilden. Das Gel weist dabei insbesondere bevorzugt eine niedrige Shorehärte auf.

Besonders die Materialkombination eines Kautschukmaterial mit dem Gel eröffnet neue, bisher mit einphasigen Elastomeren für Abdichtungszwecke so nicht zugängliche Werkstoffeigenschaften. So kann ein aus diesem Kombinationswerkstoff hergestellter Körper zwei Materialeigenschaften in einer Dichtung vereinen, beispielsweise sehr gute mechanische Eigenschaften und hohe Rückstellkräfte (hohe mittlere Shorehärte) mit ausgezeichnetem Fließvermögen, z.B. bei tiefen Temperaturen bis zu –30 Grad im Vergleich zum einphasigen herkömmlichen gummielastischen Dichtkörper.

Das Gel wirkt makroskopisch unter geringen Verformungskräften beinahe als Flüssigkeit und legt sich daher bereits unter kleinen Drücken in alle Risse, Riefen und Kratzer. Es erzielt dabei eine Abdichtung, welche durch herkömmliche gummielastische Dichtsysteme nur mit sehr hohen Kräften oder gar nicht zu erreichen sind.

Das Gel hat insbesondere bevorzugt die Eigenschaft, sich nach Kompression wieder vollständig oder nahezu vollständig wieder zurückzustellen. Diese Werkstoffeigenschaft führt z.B. dazu, daß die Dichtung nach dem Entfernen eines in sie eingeführten Langkörpers ihren Dichtbereich in vollem Umfang beibehält. Gummielastische Dichtkörper haben immer einen Druckverformungsrest, welcher die mehrmalige Verwendung der Dichtung, bzw. den Spannbereich meist erheblich einschränkt.

Der erfindungsgemäße Kombinationswerkstoff besteht in einer ersten Ausführungsform aus mindestens zwei Werkstoffen, nämlich einem Kautschukmaterial und einem Gel, wobei das Gel mit dem Kautschukmaterial an einer Kontaktoberfläche eine innige Verbindung eingeht. Das Gel kontaktiert das Kautschukmaterial an der Kontaktoberfläche. Diese Kontaktoberfläche bildet einen Teil der Gesamtoberfläche des Kautschukmaterials und bildet insbesondere bevorzugt den kleineren Teil der Gesamtoberfläche des Kautschukmaterial. Bei dem Gel bildet der Teil, der mit der Kontaktoberfläche in Kontakt steht, ebenfalls einen Teil der Gesamtoberfläche aus. Das Gel weist also ferner Oberflächenbereiche auf, die nicht im Kontakt mit dem Kautschukmaterial stehen.

Die innige Verbindung zwischen dem Gel und dem Kautschukmaterial wird insbesondere bevorzugt durch chemische Bindungen gebildet. Die innige Verbindung ist insbesondere derart ausgebildet, daß im atomaren Maßstab Bindungen zwischen den Strukturbausteinen des Gels und des Kautschukmaterials gebildet werden. Es ist allerdings auch denkbar, daß die innige Verbindung durch Adhäsion gebildet wird. Die innige Verbindung ist aber derart ausgestaltet, daß sie nur unter Einwirkung von Kräften, welche um ein Vielfaches höher liegen, als die Kräfte die zum Aufdehnen des Kombinationswerkstoffe benötigt werden, getrennt werden kann.

Der Kombinationswerkstoff kann aber auch dadurch realisiert werden, daß das Gel teilweise formschlüssig in einer Ausnehmung des Kautschukmaterials abgestützt wird. Als Ausnehmung wird dabei insbesondere eine Nut, ein durch das Kautschukmaterial gebildeter Absatz oder beispielsweise ein Loch in dem Kautschukmaterial verstanden, beispielsweise in Form einer perforierten Oberfläche. Das Gel wird dann bereits als vollständig vernetzter oder zumindest fast vollständig vernetzter Gelkörper in die Ausnehmung des Kautschukmaterials eingelegt.

In einer bevorzugten Ausführungsform ist das Kautschukmaterial ein Elastomer oder ein Kunststoff mit solchen elastischen Verformungseigenschaften, daß er einer Ausdehnungsbewegung des in Richtung auf das Kautschukmaterial durch äußere Kräfte gedrückten Gels elastisch nachgibt. Insbesondere ist das Kautschukmaterial aus der Gruppe der Dienkautschuke, insb. der NR, IR, BR, SBR IIR, CR, NBR, gesättigter Kautschuke, insb. EPM, EPDM, HNBR, CO, ECO, ACM, SI, Q, FKM, der Silikone ausgewählt oder ein thermoplastischer Kunststoff. Der thermoplastische Kunststoff weist insbesondere solche Verformungseigenschaften auf, daß er der Ausdehnung des Gels Raum schaffen kann und dabei keine oder nur geringe Mengen von ausscheidbaren Bestandteilen, wie beispielsweise Weichmacher, Lösungsmittel oder unvernetzte oligomere, bzw. polymere Ausgangsstoffe enthält.

Ist das Kautschukmaterial als Elastomer oder als Kunststoff mit den vorbeschriebenen elastischen Verformungseigenschaften ausgebildet, so führt dies in vorteilhafter Weise dazu, daß das Kautschukmaterial einer Ausdehnung des Gels teilweise nachgibt. Ein Gel verhält sich wie eine newtonsche Flüssigkeit. Es kann in der Regel nicht leicht komprimiert, sondern weicht Krafteinflüssen von außen aus. Ist das Kautschukmaterial nun im gewissen Maße elastisch, so kann er dieser Ausweichbewegung des Gels Raum geben.

In einer bevorzugten Ausführungsform wird die innige Verbindung zwischen dem Gel und dem Kautschukmaterial dadurch erzeugt, daß die Komponenten, aus denen sich das Gel zusammensetzt, beispielsweise die Polyolkomponenten und Polyisocyanatkomponenten, im noch nicht völlig vernetzten Zustand in Kontakt mit der Kontaktoberfläche gebracht werden und dann an der Kontaktoberfläche teilweise weiter oder völlig miteinander vernetzen. Insbesondere können hochvernetzte Polyether-Polyole bzw. aliphatische oder aromatische Di-isocyanate vermischt und auf die Kautschukoberfläche gegossen werden. In dem 2-Komponentenprozess kann der Körper aus Kautschukmaterial die Funktion des Reaktionsgefäßes während der Polyadditionsreaktion übernehmen.

In einer bevorzugten Ausführungsform wird der Gelwerkstoff aus der Gruppe der Gele, die keine abspaltbaren Bestandteile, beispw. unvernetzte Oligomere oder Lösungsmittel, aufweisen ausgewählt. Unter einem "Gel" wird ein chemisch oder physikalisch verknüpftes Polymernetzwerk verstanden, welches in einem Medium in beliebigem Stoffzustand gequollen ist. Es besteht aus mindestens zwei Komponenten, die mehr oder weniger kontinuierlich im vorhandenen Volumen verteilt sind.

Aus dem Kombinationswerkstoff wird gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung ein Kombinationswerkstoffkörper gebildet. Besonders bevorzugt ist das Gel bei diesem Körper an seinen freien Oberflächen verhautet. Demgemäß wird das Gel wenigstens auf einer ihrer Grenzflächen mit einer Haut versehen. Die Haut verhindert insbesondere ein Mitschleppen von Gel, bzw. dient der Formgebung des Gels, wenn hieraus ein Gelkörper gebildet wird.

Vorzugsweise hat die Haut eine gewisse Elastizität oder Festigkeit oder Zähigkeit oder Reißfestigkeit. Das Material der Haut sollte das Bestreben haben, beispielsweise beim Durchstossen mittels einer Leitung ihre ursprüngliche Form beizubehalten, somit die Leitung fortwährend eng zu umschliessen, und damit zu verhindern, dass Gelteilchen von der Mantelfläche der Leitung mitgeschleppt werden.

Die gel-eigene Haut kann durch physikalische oder chemische Einwirkung gebildet werden, so dass man sie gar nicht als Fremdkörper identifizieren kann. Die bevorzugt für das Gel eingesetzen Werkstoffe können an der Oberfläche in der Zahl der freien Bindungen abgesättigt werden, so daß die Haftung an der Grenzfläche in gewünschter Weise maßgeschneidert werden kann. Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform wird das Gel so eingestellt, daß ölige Reste, wie sie typischerweise bei Silikongelen auftreten, fehlen, auch wenn Silikongele dem Grunde nach auch als Gele für den Kombinationswerkstoff eingesetzt werden können.

Insbesondere bevorzugt wirkt der Kombinationswerkstoffkörper nach außen als Elastomer, hat in seinem Aufbau im Innern aber mindestens eine Gelphase, beispielsweise in einem Innenraum. Beispielsweise ist der Körper rohrförmig ausgebildet, wobei das Kautschukmaterial rohrförmig ausgebildet ist und die Kontaktoberfläche mit dem Gel Teil der Innenoberfläche des rohrförmigen Kautschukmaterials ist. In einer anderen Ausführung kann der Körper platten- oder scheibenförmig sein, wobei das Kautschukmaterial platten- oder scheibenförmig ausgebildet ist und durchgehende Öffnung aufweist, wobei die Kontaktoberfläche mit dem Gel Teil der die Öffnung begrenzenden Oberfläche ist.

Insbesondere bevorzugt ist ein solcher Kombinationswerkstoffkörper, bei dem das Kautschukmaterial durch Materialwahl oder Formgebung, insbesondere durch Wahl der Wandstärke derart ausgebildet ist, daß der Körper aus Kautschukmaterial die Gestalt des Kombinationswerkstoffkörpers vorgibt und freistehend hält.

Insbesondere wird der Kombinationswerkstoff zum Verschließen von Durchlaßöffnungen verwendet, durch die ein Langkörper, beispielsweise ein Kabel, ein Rohr, ein Stab oder dergleichen geführt wird. Das bevorzugt die Außenoberfläche bildende Kautschukmaterial kann dann eine Abdichtung zu den die Durchlaßöffnung umgebenden, sie definierenden Oberflächen bilden, beispielsweise in dem er durch eine radial wirkende Kraft von Innen nach Außen gedrückt wird. Das bevorzugt innen, nämlich in einer das Kautschukmaterial durchgreifenden Öffnung angeordnete Gel umgreift in dichtender Weise den Langkörper. Das Gel kann so ausgeführt sein, daß es selbst wiederum eine Öffnung für den Langkörper aufweist, wobei die Öffnung vorzugsweise einen kleineren Durchmesser aufweist, als der Außendurchmesser des Langkörpers. Wird der Langkörper dann durch die Öffnung im Gel geschoben, drückt er das Gel nach außen. Da sich das Gel wie eine newtonsche Flüssigkeit verhält, wird es im Wesentlichen nicht komprimiert, sondern nach außen bewegt und drückt dabei das Kautschukmaterial nach außen. Diese nach außen gerichtete, auf das Kautschukmaterial wirkende Kraft kann dazu verwendet werden, das Kautschukmaterial gegen die Oberflächen der Durchlaßöffnung zu drücken und so durch Kraftschluß eine Dichtwirkung zu entfalten. Hierzu ist es von Vorteil, wenn die Vorrichtung nach außen als Elastomer wirkt. Das Kautschukmaterial kann zusätzlich die Funktion der mechanischen Abstützung des Langkörpers übernehmen. Gleichzeitig können die Rückstellkräfte des gedehnten Kautschukmaterials bewirken, daß das Gel an dem Langkörper gut anliegt.

Erfindungsgemäß wird eine Vorrichtung zum Abdichten eines Kabel- oder Rohrauslaß eines Bauteilgehäuses vorgeschlagen, die einen erfindungsgemäßen Kombinationswerkstoff aufweist. Die mit dem Kombinationswerkstoff erreichten Vorteile lassen sich nämlich insbesondere gut zum Abdichten eines solchen Kabel- oder Rohrauslaß einsetzen. Als Bauteilgehäuse werden dabei insbesondere Gehäuse aus dem Gebiet der Handhabung von Energie-, bzw. Datenströmen verstanden, wie beispielsweise Sicherungskästen, Computergehäuse, Schaltschränke, Verteilergehäuse. Als Bauteilgehäuse werden aber auch Gehäuse aus dem Gebiet der Handhabung von in Rohren geführten Fluiden verstanden, wie beispielsweise Pumpengehäuse, Pumpenschächte oder dergleichen. Schließlich werden als Bauteilgehäuse auch Gebäude, Häuser oder dergleichen verstanden.

In einer bevorzugten Ausführungsform weist die erfindungsgemäße Vorrichtung zum Abdichten einen durch das Kautschukmaterial gebildeten Grundkörper, der eine Öffnung zur Kabel-, bzw. Rohrdurchführung aufweist, und einen durch das Gel gebildeten Gelkörper, der die Öffnung zumindest teilweise verschließt und durch den Grundkörper abgestützt wird, auf. Der Gelkörper ist dabei an seinen freien Oberflächen vorzugsweise verhautet.

Der Gelkörper kann derart ausgebildet sein, daß er die Öffnung vollständig verschließt. Dann wird er beim Einführen des Rohrs oder des Kabels durchstochen. In einer bevorzugten Ausführungsform bildet der Gelkörper selbst eine Öffnung, durch die das Rohr oder das Kabel geführt werden kann. Dies erleichtert das Einführen des Kabels. Die Öffnung des Gelkörpers ist dabei vorzugsweise mit einem kleineren Durchmesser ausgebildet, als der Außendurchmesser des Kabels, bzw. des Kabelstrangs, bzw. des Rohrs oder Rohrstrangs. Durch die Rückstellkräfte des Gels wird dann eine gute Dichtwirkung bewirkt.

In einer bevorzugten Ausführungsform wird ein Randbereich des Gelkörpers in einer Ausnehmung des Grundkörpers abgestützt wird. So wird der Randbereich des Gelkörpers in einer festgelegten Position relativ zum Grundkörper gehalten. Dies ist inbesondere dann vorteilhaft, wenn der Gelkörper an der Kontaktoberfläche keine innige Verbindung mit dem Grundkörper eingeht, beispielsweise als bereits fertig vernetzter Gelkörper in den Grundkörper eingesetzt wird. Aber auch in den Ausführungsformen, bei denen der Gelkörper an der Kontaktoberfläche eine innige Verbindung mit dem Grundkörper eingeht, kann die Anordnung dieser Kontaktoberfläche in einer Ausnehmung die Festigkeit der Verbindung unterstützen. Die Ausnehmung ist insbesondere bevorzugt eine Nut, ein Absatz oder ein Loch in dem Grundkörper.

In einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung zum Abdichten geht der Gelkörper mit dem Grundkörper an einer Kontaktoberfläche eine innige Verbindung ein.

In einer bevorzugten Ausführungsform führt die Öffnung von der Vorderseite des Grundkörpers zu dessen Rückseite und wird durch Wände begrenzt, die an der Vorderseite und der Rückseite jeweils eine umlaufende Abschlußkante bilden, so daß ein Öffnungsraum gebildet wird, der sich von der Ebene, in der die Abschlußkante an der Vorderseite liegt, und der Ebene, in der die Abschlußkante an der Rückseite liegt, erstreckt, wobei der Gelkörper im wesentlichen in diesem Öffnungsraum angeordnet ist.

Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung wird ein Bauteilgehäuse mit einem Kabel- oder Rohrauslaß vorgeschlagen, daß die erfindungsgemäße Vorrichtung zum Abdichten aufweist und bei dem der Grundkörper in dem Kabel- oder Rohrauslaß angeordnet ist. Insbesondere bevorzugt ist der Grundkörper so ausgeführt, daß die Außenmaße des Grundkörpers im wesentlichen den Maßen des Kabel- oder Rohrauslaß entsprechen.

In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Bauteilgehäuses werden mehrere Kabel oder Rohre durch die Öffnung geführt.

Nachfolgend wird die Erfindung anhand einer lediglich Ausführungsbeispiele der Erfindung darstellenden Zeichnung näher erläutert. Darin zeigen:

1 eine geschnittene Ansicht eines Teils eines erfindungsgemäßen Kombinationswerkstoffkörpers, bei dem das Gel und das Kautschukmaterial an einer Kontaktoberfläche eine innige Verbindung eingehen;

2 eine geschnittene Ansicht eines Teils eines anderen erfindungsgemäßen Kombinationswerkstoffkörpers, bei dem das Gel das Gel teilweise formschlüssig in einer Ausnehmung des Kautschukmaterials abgestützt wird;

3 eine geschnittene Ansicht eines Teils des Grundkörpers und des in einer Öffnung des Grundkörpers vorgesehenen Gelkörpers der erfindungsgemäßen Vorrichtung zum Abdichten;

4 den Teils des Grundkörpers und des in einer Öffnung des Grundkörpers vorgesehenen Gelkörpers der erfindungsgemäßen Vorrichtung zum Abdichten nach 3 mit einem durch eine Öffnung des Gelkörpers durchgeführten Langkörper und

5 ein erfindungsgemäßes Bauteilgehäuse in einer perspektivischen Ansicht.

In 1 ist ein Teil eines erfindungsgemäßen Kombinationswerkstoffs 1 in einer geschnittenen Ansicht gezeigt. Dargestellt ist ein Teil des Kautschukmaterials 2 des Kombinationswerkstoffs 1 und das Gel 3. Zwischen dem Kautschukmaterial 2 und dem Gel 3 besteht an einer Kontaktoberfläche 4 eine innige Verbindung. Diese innige Verbindung wird durch die punktierte Linien dargestellt.

In der 2 ist ein Teil eines weiteren erfindungsgemäßen Kombinationswerkstoffs 11 in einer geschnittenen Ansicht gezeigt. Dargestellt ist ein Teil des Kautschukmaterials 12 des Kombinationswerkstoffs 11 und das Gel 13. Das Gel 13 ist zu einem Gelkörper verhautet. Es wird mit einem Randbereich 14 in einer Ausnehmung 15 des Kautschukmaterials 12 abgestützt.

3 zeigt eine Vorrichtung 21 zum Abdichten eines (nicht dargestellten) Kabel- oder Rohrauslaß eines (ebenfalls nicht dargestellten) Bauteilgehäuses. Dargestellt sind der Grundkörper 22 und der Gelkörper 23. An der Kontaktoberfläche 24 zwischen dem Grundkörper 22 und dem Gelkörper 23 besteht eine innige Verbindung. Der Grundkörper 22 weist eine Öffnung 25 auf. Die Öffnung 25 führt von der Vorderseite V des Grundkörpers 22 zu dessen Rückseite R und wird durch Wände begrenzt, die an der Vorderseite und der Rückseite jeweils eine umlaufende Abschlußkante 26, 27 bilden, so daß ein Öffnungsraum gebildet wird, der sich von der Ebene E1, in der die Abschlußkante 26 an der Vorderseite V liegt, und der Ebene E2, in der die Abschlußkante 27 an der Rückseite R liegt, erstreckt, wobei der Gelkörper 23 in diesem Öffnungsraum angeordnet ist.

In dem Gelkörper 23 ist eine Öffnung 28 zum Durchführen eines Langkörpers, beispielsweise eines Kabels oder eines Rohrs, vorgesehen.

4 zeigt die Vorrichtung nach 3 mit einem durch die Öffnung 28 durchgeschobenen Langkörper 29. Der Langkörper 29 weist einen Außendurchmesser auf, der größer ist als der Durchmesser der Öffnung 28. Durch den eingeführten Langkörper 29 wird das Gel des Gelkörpers 23 senkrecht zur Längsachse des Langkörpers, also in Richtung auf den Grundkörper 22 weggedrückt. Der elastomere Grundkörper 22 gibt dieser Bewegung des Gelkörpers 23 elastisch nach. Der Gelkörper 23 drückt den Grundkörper 22 somit nach außen, so daß dieser an seinem Außenumfang gegen die Wandung des (nicht dargestellten) Kabel- und Rohrauslaß gedrückt wird. Hierdurch wird durch Kraftschluß eine Dichtwirkung erzeugt. Gleichzeitig übt der elastomere Grundkörper 22 eine Rückstellkraft auf den Gelkörper 23, die zusammen mit der eigenen Rückstellkraft des Gelkörpers 23 zu einer dichtenden Anlage des Gelkörpers 23 an dem Außenumfang des Langkörpers 29 führt.

5 zeigt eine Vorrichtung 30 zum Abdichten eines Kabel- oder Rohrauslaß 31. Die Vorrichtung 30 weist einen Grundkörper 32 mit zwei Gelkörper 33, 34 auf. Der Gelkörper 33 ist in einer Öffnung 35 des Grundkörpers 32 und der Gelkörper 34 in einer Öffnung 36 des Grundkörpers 32 angeordnet. Durch Öffnung der Gelkörper 33, 34 sind Kabel 37, 38, 39 geführt. Der Grundkörper 32 weist eine Außenkontur auf, die im wesentlichen den Abmessungen des Kabel- oder Rohrauslaß 31 entspricht. Dadurch verschließt der Grundkörper 32 den Kabel- oder Rohrauslaß 31.


Anspruch[de]
Kombinationswerkstoff (1, 11, 21, 30) aus mindestens zwei Werkstoffen, nämlich einem Kautschukmaterial (2, 12, 22, 32) und einem Gel (3, 13, 23, 33, 34), bei dem das Gel (3, 13, 23, 33, 34) mit dem Kautschukmaterial (2, 12, 22, 32) an einer Kontaktoberfläche (4, 14, 24) eine innige Verbindung durch Ausbildung chemischer Bindungen oder adhäsiver Wirkprinzipien eingeht. Kombinationswerkstoff nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Kautschukmaterial (2, 12, 22, 32) aus der Gruppe der Dienkautschuke, gesättigter Kautschuke ausgewählt ist oder ein thermoplastischer Kunststoff ist. Kombinationswerkstoff nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die innige Verbindung zwischen dem Gel (3, 13, 23, 33, 34) und dem Kautschukmaterial (2, 12, 22, 32) dadurch erzeugt wird, daß das Gel (3, 13, 23, 33, 34) im noch nicht völlig vernetzten Zustand in Kontakt mit der Kontaktoberfläche (4, 14, 24) gebracht wird und dann an der Kontaktoberfläche (4, 14, 24) teilweise weiter oder völlig vernetzt. Kombinationswerkstoff nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Gel (3, 13, 23, 33, 34) aus der Gruppe der Gele, die keine oder nur geringe Mengen von abspaltbaren Komponeneten oder flüchtigen Bestandteilen, beispw. unvernetzte Oligomere, Weichmacher oder Lösungsmittel, aufweisen, insb. PUR-Gele ausgewählt ist. Vorrichtung zum Abdichten eines Kabel- oder Rohrauslaß eines Bauteilgehäuses, die einen Kombinationswerkstoff (1, 11, 21, 30) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, bzw. 14 bis 15 aufweist. Vorrichtung nach Anspruch 5, gekennzeichnet durch einen

– durch das Kautschukmaterial gebildeten Grundkörper (22, 32), der eine Öffnung zur Kabel-, bzw. Rohrdurchführung aufweist,

und

– einen durch das Gel gebildeten Gelkörper (23, 33, 34), der die Öffnung zumindest teilweise verschließt und durch den Grundkörper (22, 32) abgestützt wird.
Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Gelkörper (23, 33, 34) die Öffnung vollständig verschließt. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß ein Randbereich (14) des Gelkörpers (23, 33, 34) in einer Ausnehmung des Grundkörpers (22, 32) abgestützt wird. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Gelkörper (23, 33, 34) mit dem Grundkörper (22, 32) an einer Kontaktoberfläche (24) eine innige Verbindung eingeht. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Öffnung von der Vorderseite des Grundkörpers (22, 32) zu dessen Rückseite führt und durch Wände begrenzt wird, die an der Vorderseite und der Rückseite jeweils eine umlaufende Abschlußkante bilden, so daß ein Öffnungsraum gebildet wird, der sich von der Ebene, in der die Abschlußkante an der Vorderseite liegt, und der Ebene, in der die Abschlußkante an der Rückseite liegt, erstreckt, wobei der Gelkörper (23, 33, 34) im wesentlichen in diesem Öffnungsraum angeordnet ist. Bauteilgehäuse mit einem Kabel- oder Rohrauslaß mit einer Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Grundkörper (22, 32) in dem Kabel- oder Rohrauslaß (31) angeordnet ist. Bauteilgehäuse nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Außenmaße des Grundkörpers (22, 32) im wesentlichen den Maßen des Kabel- oder Rohrauslaß (31) entsprechen. Bauteilgehäuse nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere Kabel (37, 38, 39) oder Rohre durch die Öffnung geführt werden. Kombinationswerkstoff aus mindestens zwei Werkstoffen, nämlich einem Kautschukmaterial und einem Gel. Kombinationswerkstoff nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß das Gel teilweise formschlüssig in einer Ausnehmung des Kautschukmaterial abgestützt wird.






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