Diese Erfindung betrifft ein Verfahren zur vorgeburtlichen Prüfung
auf Abnormitäten der Chromosomen und insbesondere ein Verfahren zur vorgeburtlichen
Prüfung auf Down-Syndrom.
Es ist bekannt, daß das Risiko von Down-Syndrom und einigen anderen
Mißbildungen der Chromosomen bei einem Fötus mit dem Alter der Mutter
ansteigt, und es ist diese Erkenntnis, welche die Grundlage zur Auswahl von schwangeren
Frauen für weitere Forschung bildet. Weitere Forschung beinhaltet, z. B. im
Falle von Down-Syndrom, das Entnehmen von Proben des Fruchtwassers mittels Amniozentese,
einer Prozedur, die selbst ein Risiko für die Mutter des Fötus trägt,
wobei das Einleiten einer Fehlgeburt eine anerkannte Gefahr dieser Prozedur ist.
Mütterliche Serum-Marker für Down-Syndrom werden weitverbreitet
zur vorgeburtlichen Prüfung auf diese Abnormität der Chromosomen verwendet,
wobei die häufigsten dieser Marker alpha-Fötoprotein (AFP), humanes Choriongonadotropin
(hCG) – entweder das intakte Molekül davon oder seine beta-Untereinheit
– und nicht-konjugiertes Östriol (uE) ist. Offenbarungen, die sich auf
die Verwendung dieser Marker bei vorgeburtlichem Prüfen auf Down-Syndrom beziehen,
schließen US-Patent 4,874,693, WO 89/00696 und WO 90/08325 ein. US-Patent 5,100,806
offenbart die Verwendung der beta-Untereinheit von hCG als einen Marker bei vorgeburtlicher
Prüfung auf Edwards-Syndrom.
Prüfung von mütterlichem Serum beruht auf dem Auswählen
einer Untergruppe von Frauen, die dem größten Risiko unterliegen, ein
Kind mit einer Abnormität zu gebären, bei denen davon ausgegangen wird,
daß die Risiken einer invasiven diagnostischen Prozedur von dem Risiko der
Abnormität überwogen werden. Das Risiko wird durch Multiplizieren des
a-priori-altersbezogenen Risikos mit dem Likelihood-Quotienten berechnet.
Der Likelihood-Quotient wird aus den relativen Höhen der multivarianten
Gaußschen Verteilungsfunktionen von Marker-Analyten bei betroffenen und nicht-betroffenen
Schwangerschaften berechnet, entsprechend dem Wert der einzelnen Serum-Marker-Konzentrationen.
Da die Konzentrationen der verschiedenen Analyten mit Gestationsalter
normal variieren, müssen die Analyt-Konzentrationen korrigiert werden. Korrektur
wird durchgeführt durch Dividieren der Konzentration des Analyten mit der Median-Konzentration,
die für dieses besondere Gestationsalter bei Frauen mit nicht-betroffenen Schwangerschaften
erwartet wird. Dies wird als das Vielfache des Median (MoM) bezeichnet.
Die Verwendung von zwei oder mehreren Markern zusammen bei vorgeburtlicher
Prüfung kann vorteilhaft sein. Z. B. können die Marker AFP, hCG und uE
zusammen verwendet werden. Die Kombination von Marker-Analyten gibt signifikant
mehr Information, als durch irgendeinen einzelnen Marker allein gegeben wird oder
durch die Gruppe von Markern, wenn sie sequenziell verwendet werden. Die Verwendung
von Likelihood-Quotienten, die aus einer multivarianten Kombination abgeleitet sind,
ist ein effizientes Mittel, Information bezüglich des Risikos einer Frau abzuleiten,
ein betroffenes Kind zu tragen.
Gegenwärtige Verfahren zur vorgeburtlichen Prüfung, die
mütterliche Serum-Marker verwenden, die in regelmäßiger Verwendung
sind, oder bei denen es wahrscheinlich ist, daß sie in der nahen Zukunft in
regelmäßige Verwendung kommen werden, beruhen auf Prüfung während
des zweiten Schwangerschaftstrimesters, d.h. näherungsweise zwischen 14 und
26 Wochen.
Jedoch bietet Prüfung mütterlichen Serums im ersten Schwangerschaftstrimester,
d.h. bis zu 14 Wochen, beträchtliche Vorteile gegenüber der Prüfung
im zweiten Trimester. Im ersten Trimester ist die Bindung zwischen der Mutter und
dem Fötus weniger stark als im zweiten Trimester, und deshalb ist die psychologische
Wirkung geringer, wenn der Fötus betroffen sein sollte. Zusätzlich sind
die Verfahren des Schwangerschaftsabbruchs viel weniger traumatisch und sicherer
gegenüber der Mutter im ersten Trimester als die, welche im zweiten Trimester,
besonders dem späten zweiten Trimester, d.h. näherungsweise 18 bis 25
oder 26 Wochen, verfügbar sind. Es ist im späten zweiten Trimester, daß
mehrere der gegenwärtigen Verfahren zur vorgeburtlichen Prüfung durchgeführt
werden müssen.
Es ist deshalb wünschenswert, Verfahren zur vorgeburtlichen Prüfung
auf Abnormitäten der Chromosomen zu entwickeln, die zwei oder mehrere mütterliche
Serum-Marker zusammen verwenden, die leicht im ersten Schwangerschaftstrimester
durchgeführt werden können.
Gemäß der vorliegenden Erfindung stellen wir ein Verfahren
zur vorgeburtlichen Prüfung auf Abnormitäten der Chromosomen, wie in Anspruch
1 definiert, bereit.
Das Verfahren der Erfindung kann zur vorgeburtlichen Prüfung
für einen weiten Bereich von Abnormitäten der Chromosomen verwendet werden.
Die wichtigste und am häufigsten vorkommende dieser ist Down-Syndrom (Trisomie
21). Andere Abnormitäten, auf die unter Verwendung der Erfindung geprüft
werden kann, schließen Edwards-Syndrom (Trisomie 18), Pateaus-Syndrom (Trisomie
13), Turner-Syndrom, Monosomie X und Klinefelter-Syndrom ein. Das Verfahren der
Erfindung kann verwendet werden, um auf individuelle Abnormitäten zu prüfen
oder auf Gruppen von Abnormitäten zusammen zu prüfen, z. B. könnte
es verwendet werden, um sowohl auf Down-Syndrom als auch Edwards-Syndrom zu prüfen.
Messungen werden unter Verwendung des Verfahrens der Erfindung an
Blutproben durchgeführt, die während des ersten Schwangerschaftstrimesters
entnommen wurden, d.h. bis zum Ende der dreizehnten abgeschlossenen Schwangerschaftswoche.
Vorzugsweise werden die Messungen an Blutproben gemacht, die in der Periode zwischen
dem Beginn der achten Woche und dem Ende der dreizehnten Woche der Schwangerschaft
(8. bis 13. Woche) entnommen wurden. Der gemessene Serum-Wert der Frau für
den einzelnen Serum-Marker wird durch den erwarteten Median-Wert, der bei Frauen
mit nicht-betroffenen Schwangerschaften beim selben Gestationsalter gefunden wurde,
dividiert, um den (MoM) herzuleiten. Die Wahrscheinlichkeit wird berechnet, daß
die (MoM)-Werte für die Kombination von getesteten Serum-Markern der multivarianten
Werteverteilung angehört, die bei nicht-betroffenen Schwangerschaften gefunden
wird. Dieselbe Berechnung wird durch Bezug auf die Wahrscheinlichkeit durchgeführt,
daß die individuelle Kombination von Werten Teil der multivarianten Verteilung
bildet, welche bei abnormen Schwangerschaften gefunden wird. Das Verhältnis
der zwei Wahrscheinlichkeiten wird als Likelihood-Quotient (LR) bezeichnet, der
die Wahrscheinlichkeit anzeigt, daß eine einzelne Frau eine betroffene Schwangerschaft
hat oder nicht. Der Grad an Trennung zwischen den multivarianten Verteilungen für
betroffene und nicht-betroffene Schwangerschaften verändert sich mit Gestationsalter,
d.h. es gibt eine kontinuierliche Veränderung in der Art, die Wahrscheinlichkeit
zu berechnen, in Abhängigkeit von dem Gestationsalter. Diese kontinuierliche
Veränderung kann in den bei der Berechnung verwendeten Algorithmus eingebaut
werden.
Eine individuelle Frau hat ein a-priori-altersbezogenes Risiko, das
unabhängig von den mütterlichen Serum-Marker-Konzentrationen ist. Das
altersbezogene Risiko der Frau, nach dem Satz von Baye, wird durch Multiplizieren
mit dem Likelihood-Quotienten (LR) modifiziert, der zuvor erhalten worden ist, um
ein kombiniertes Risiko herzuleiten. Dieses kombinierte Risiko kann dann verwendet
werden, um die Frau hinsichtlich des relativen Risikos der Abnormität gegenüber
dem Risiko einer mit einer darauffolgenden diagnostischen invasiven Prozedur assoziierten
Fehlgeburt zu beraten.
Im ersten Trimester der Schwangerschaft ist die Konzentration der
freien beta-Untereinheit von hCG höher bei Frauen mit einem Down-Syndrom-Fötus
und niedriger bei Frauen, die einen Fötus mit Edwards-Syndrom (Trisomie 18)
tragen. Umgekehrt sind die Konzentrationen von PAPPA niedriger als normal bei Frauen,
die Kinder mit entweder Down-Syndrom oder Trisomie 18 tragen, während des ersten
Schwangerschaftstrimesters. Dies macht es sehr geeignet, Messungen von PAPPA und
freiem beta-hCG in einer bivarianten Verteilung für sowohl betroffene als auch
nicht-betroffene Schwangerschaften zu kombinieren, um das Risiko einer Frau zu berechnen,
ein betroffenes Kind im ersten Trimester zu tragen.
Die Erfindung wird durch die begleitenden Zeichnungen erläutert,
wobei:
1 eine Auftragung von Häufigkeit gegen PAPPA-MoM
auf einem log-Maßstab ist, die die Häufigkeitsverteilung von mütterlichem
Serum-PAPPA zeigt, ausgedrückt als MoM bei Schwangerschaften im ersten Trimester
mit Down-Syndrom (Kurve 2) und ohne Down-Syndrom (Kurve 1).
2 eine Auftragung von Häufigkeit gegen freies
beta-hCG-MoM auf einem log-Maßstab ist, die die Häufigkeitsverteilung
von freiem beta-hCG aus mütterlichem Serum zeigt, ausgedrückt als MoM
bei Schwangerschaften im ersten Trimester mit Down-Syndrom (Kurve 3) und
ohne Down-Syndrom (Kurve 4).
3 eine Reihe Empfänger-Betriebs-Charakteristika-Kurven
enthält, die die Beziehung zwischen Nachweisrate (dem Anteil an Frauen, deren
kombiniertes Abnormitätenrisiko größer als ein gegebenes Cut-Off-Risiko
ist) und der Prüfungs-Positiv-Rate zeigt (welche der Anteil aller Frauen ist,
sowohl betroffener als auch nicht-betroffener, die ein kombiniertes Risiko haben,
das größer als ein gegebenes Cut-Off-Risiko ist). Details einzelner Kurven
in 3 werden später in Beispiel 2 gegeben.
Die Erfindung wird durch die folgenden Beispiele erläutert:
BEISPIEL 1
Ein Beispiel davon, wie die Kombination von PAPPA und freiem beta-hCG
verwendet werden kann, um das Risiko einer einzelnen Frau zu bestimmen, wird unten
gezeigt, unter Verwendung einer Frau von 35 Jahren als Beispiel.
Bei dem Beispiel werden eine Anzahl sequenzieller Berechnungen wie
folgt durchgeführt:
a) Das a-priori-Alters-Risiko
Dieses wird bestimmt aus epidemiologischen Umfragedaten, die sich
auf das Risiko einer Frau beziehen, ein Kind mit Down-Syndrom zu gebären, und
ihrem Alter am Datum der Entbindung (Cuckle, H.S., Wald, N.J. und Thompson, S.G.,
British Journal of Obstetrics and Gynaecology (1987), 94, 387-402).
Das Risiko zu gebären wird unter Verwendung der folgenden Gleichung
berechnet:
* mütterliches Alter am Datum der Entbindung
b) Berechnung des Vielfachen des Median-Wertes
Während des ersten Schwangerschafts-Trimesters verändern
sich die Konzentrationen von PAPPA und freiem beta-hCG signifikant. Um dies zu berücksichtigen,
werden alle Assay-Resultate aus dem Serum der Mutter zuerst zu Vielfachen der Mediane
transformiert, um das tatsächliche Resultat für diesen Analyt in Bezug
dazu zu setzen, was für diese Schwangerschaftswoche für nicht-betroffene
Schwangerschaften erwartet würde.
Das Verhältnis des Assay-Resultates einer einzelnen Frau zu dem
erwarteten Wert für das Gestationsalter (auf den Tag geschätzt) wird als
das Vielfache des Medians (MoM) bezeichnet, und es ist dieser Wert, der zur Berechnung
ihres Risikos benötigt wird.
Berechnen des Likelihood-Quotienten – die verwendete statistische
Methode, um dies zu berechnen, ist eine trivariante Gaußsche Häufigkeitsverteilungs-Analyse.
Eine Reihe von Konstanten werden benötigt, um den Likelihood-Quotienten zu
berechnen. Diese sind:
– die Mittelwerte und Standardabweichungen der Häufigkeitsverteilungen
von PAPPA und freiem beta-hCG (log-transformiert, um eine Gaußsche Verteilung
sicherzustellen) für sowohl Down-Syndrom- als auch nicht-betroffene Schwangerschaften.
– die Korrelations-Koeffizienten zwischen jeder Paar-Kombination von
PAPPA und freiem beta-hCG für Down-Syndrom- und nicht-betroffene Schwangerschaften.
Die Beschreibung des Verfahrens, das verwendet wird, um die Wahrscheinlichkeit
einer nicht-betroffenen und einer Down-Syndrom-bezogenen Schwangerschaft zu bestimmen,
wird unten beschrieben.
Wahrscheinlichkeitsbestimmungen
Für einen einzelnen Assay ist die mathematische Berechnung der
Wahrscheinlichkeit sehr einfach. Die Wahrscheinlichkeit, daß ein einzelnes
Resultat entweder in dem normalen Bereich oder in dem Down-Syndrom-Bereich ist,
wird gegeben durch:
wobei
&mgr; = transformierter Populations-Mittelwert für nicht-betroffene oder
betroffene Schwangerschaften
&sgr; = Standard-Abweichung der transformierten Populationen für nicht-betroffene
oder betroffene Schwangerschaften
x = transformierter Probenwert
Wenn ein Assay-Paar verwendet wird, wird die bivariante Verteilungsfunktion,
die unten dargestellt ist, verwendet:
f(x, y) =
wobei
&mgr;x = transformierter Populations-Mittelwert für nicht-betroffene
oder betroffene Schwangerschaften für Analyt x
&mgr;y = transformierter Populations-Mittelwert für nicht-betroffene
oder betroffene Schwangerschaften für Analyt y
&sgr;x = Standardabweichung der transformierten Population für
nicht-betroffene oder betroffene Schwangerschaften für Analyt x
&sgr;y = Standardabweichung der transformierten Population für
nicht-betroffene oder betroffene Schwangerschaften für Analyt y
X = transformierter Probenwert, Analyt x
Y = transformierter Probenwert, Analyt y
&rgr; = Korrelationskoeffizient zwischen transformierten x und y für nicht-betroffene
oder betroffene Schwangerschaften
Berechnung von kombiniertem Risiko
Der letzte Schritt ist die Berechnung des kombinierten Risikos. Dies
wird durch die folgende Gleichung wiedergegeben:
Kombiniertes Risiko = altersbezogenes Risiko × Likelihood-Quotient
Die statistischen Verteilungen, die für die univarianten oder
bivarianten Gaußschen Verteilungen für nicht-betroffene oder Down-Syndrom-Schwangerschaften
verwendet werden, werden in Tabelle 1 gezeigt. Diese wurden aus einer Studie von
etwa 16 Ersttrimester-Down-Syndrom-Proben und 350 nicht-betroffenen Kontroll-Proben
abgeleitet. Log-Gaußsche univariante- und bivariante Verteilungen stimmten
gut mit den Daten überein, und die statistischen Verteilungen in Tabelle 1
beziehen sich deshalb auf MoM-Werte nach natürlicher log-Transformation.
TABELLE 1
Alle Daten werden als natürliche Logarithmen des Vielfachen des
Medians ausgedrückt (MoM).
Die Kovarianzen waren nicht statistisch signifikant unterschiedlich
bei nicht-betroffenen und Down-Syndrom-betroffenen Schwangerschaften und wurden
deshalb, wie oben gezeigt, vereinigt.
Das a-priori-Alters-Risiko für eine 35 Jahre alte Frau (Tabelle
1 folgend) = 1:384
Die Risikofaktoren für eine 35 Jahre alte Frau mit verschiedenen
Konzentrationen an freiem beta-hCG und PAPPA werden in Tabelle 2 gezeigt. Diese
ist in zwei Abschnitte geteilt (2a bzw. 2b), die Likelihood-Quotienten und endgültige
Risiken zeigen.
TABELLE 2
Die Ergebnisse in Tabelle 2 zeigen, daß, wenn das Resultat des
ersten Tests bekannt ist, das andere Resultat immer noch informativ ist. Z.B. wenn
eine 35 Jahre alte Frau eine PAPPA-Konzentration von 1,0 MoM hatte, würde das
a-priori-altersbezogene Risiko von 1:384 zu 1:3670 bei einer freien beta-hCG-Konzentration
von 0,5 MoM und zu 1:215 bei einer freien beta-hCG-Konzentration von 2,0 MoM modifiziert
werden.
BEISPIEL 2
Um die Prüfungsleistung realistisch in ihrer beabsichtigten klinischen
Umgebung zu beurteilen, ist es notwendig, die Leistung zu simulieren, wenn sie auf
die allgemeine, überprüfte Population angewandt wird.
5000 Sätze an Werten wurden aus den univarianten und bivarianten
log-Gaußschen Verteilungen für nicht-betroffene Schwangerschaften, die
in Tabelle 1 beschrieben worden sind, unter Verwendung von MINITABTM
konstruiert (ein statistisches Paket).
5000 Datensätze, die der Verteilung für Down-Syndrom-betroffene
Schwangerschaften entsprachen, wurden auf ähnliche Weise konstruiert.
Für jede Probe wurden Likelihood-Quotienten, wie in Beispiel
1 beschrieben, univariant für PAPPA und freies beta-hCG und bivariant unter
Verwendung von beiden in Kombination berechnet.
Die Altersverteilung von Schwangerschaften in England und Wales für
die Jahre 1986-1988 wurden als die Bezugsverteilung von mütterlichem Alter
verwendet.
Die Simulation wurde wie folgt durchgeführt:
Verschiedene Risiko-Cut-Offs (von 1:100 bis 1:500) wurden untersucht. Für jedes
Risiko-Cut-Off und für jedes mütterliche Alter (von 11 bis 55) wurde der
Likelihood-Quotient berechnet, der erforderlich ist, um das Altersrisiko auf unter
diesen Cut-Off zu verändern. Der Anteil an Likelihood-Quotienten bei den 5000
simulierten nicht-betroffenen Proben bestimmt den Anteil an nicht-betroffenen Frauen
dieses Alters, die Prüfungs-Positiv wären. Der Anteil an Likelihood-Quotienten
bei den 5000 simulierten Down-Syndrom-betroffenen Proben bestimmt den Anteil an
Frauen dieses Alters, die Prüfungs-positiv wären.
Multiplizieren der Anteile mit den tatsächlichen Zahlen an Frauen
dieses Alters ergibt die Falsch-Positiv-Rate (prozentualer Anteil von nicht-betroffenen
Frauen, die ein positives Prüfungsergebnis zeigen) und die Nachweisrate (prozentualer
Anteil an Down-Syndrom-betroffenen Frauen, die ein positives Prüfungsergebnis
zeigen) bei diesem mütterlichen Alter.
Aufsummieren der jeweiligen Zahlen über Frauen aller Altersgruppen
ergibt die Gesamt-Falsch-Positiv- und Nachweis-Rate in der gesamten allgemeinen
Population.
Untersuchung verschiedener Risiko-Cut-Off-Werte ermöglicht die
Konstruktion einer Empfänger-Betriebs-Charakteristika-Kurve (ROC-Kurve), die
die Falsch-Positiv-Rate zu der Nachweis-Rate in Beziehung setzt.
Die ROC-Kurve wird in 3 gezeigt, die
die Beziehung zwischen Prüfungs-Positiv-Rate und Nachweisrate zeigt unter Verwendung
von freiem beta-hCG allein + Alter (Kurve 5), PAPPA allein + Alter (Kurve
6) und einer Kombination dieser zwei Marker + Alter (Kurve 7).
Aus 3 kann gesehen werden, daß, wenn die Kombination
von Markern verwendet wird, die Nachweisrate beträchtlich über diejenige
erhöht wird, bei der jeder Marker einzeln verwendet wird.
Tabelle 3 zeigt die tatsächlichen Nachweisraten bei verschiedenen
Prüfungs-Positiv-Raten für verschiedene Kombinationen von Serum-Markern.
TABELLE 3
Die Resultate in Tabelle 3 zeigen, daß, wo freies B-hCG und PAPPA
als Serum-Marker kombiniert werden, es signifikante Verbesserungen in Nachweisraten
gibt.
Anspruch[de]
Verfahren zur vorgeburtlichen Prüfung auf eine chromosomale Abnormität
in einem Fötus, umfassend:
(A) Berechnen eines altersbezogenen a-priori-Risikos einer schwangeren Frau, einen
Fötus zu tragen, der die chromosomale Abnormität hat,
(B) bis zum Ende der dreizehnten (13.) abgeschlossenen Schwangerschaftswoche, Vermessen
des Blutes der schwangeren Frau im Hinblick auf eine Konzentration von freiem beta-hCG,
seinen Vorläufern und Metaboliten,
(C) bis zum Ende Ende der dreizehnten (13.) abgeschlossenen Schwangerschaftswoche,
Vermessen des Blutes der schwangeren Frau im Hinblick auf eine Konzentration von
Schwangerschafts-assoziiertem Plasma-Protein A (PAPPA), seinen Vorläufern und
Metaboliten,
(D) Berechnen eines normalisierten Wertes für jede der Konzentrationen aus
den Schritten (B) und (C) durch Dividieren der Konzentrationen durch einen Median-Wert,
der in einer Population von Frauen mit nicht-betroffenen Schwangerschaften und demselben
Gestationsalter wie die schwangere Frau gefunden worden ist,
(E) Berechnen einer ersten Wahrscheinlichkeit, daß die normalisierten Werte
Teil einer bivarianten Gaußschen Werteverteilung sind, die in Schwangerschaften
mit der chromosomalen Abnormität gefunden wird,
(F) Berechnen einer zweiten Wahrscheinlichkeit, daß die normalisierten Werte
Teil einer bivarianten Gaußschen Werteverteilung sind, die in nicht-betroffenen
Schwangerschaften gefunden wird,
(G) Berechnen eines Likelihood-Quotienten, wobei der Likelihood-Quotient das Verhältnis
von der ersten Wahrscheinlichkeit und der zweiten Wahrscheinlichkeit ist;
(H) Modifizieren des altersbezogenen a-Priori-Risikos mit dem Likelihood-Quotienten.Verfahren nach Anspruch 1, wobei die chromosomale Abnormität Down-Syndrom
ist.Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, wobei die chromosomale Abnormität
ausgewählt ist aus der Gruppe, bestehend aus Edwards-Syndrom, Pateaus-Syndrom,
Turner-Syndrom, Monosomie X und Klinefelter-Syndrom und jegliche Kombination davon.