Hintergrund der Erfindung:
Weiße High-Power-Leuchtdioden (High-Power-LEDs) sind in vielen
Bereichen des Alltags auf dem Vormarsch und setzen sich gegenüber Halogenlampen
oder Leuchtstoffröhren zunehmend durch. Dank typischer Vorteile wie Robustheit,
Lebensdauer, Niedervolt-Energieversorgung, zunehmender Effizienz und Farbqualität
sind LED-Scheinwerfer in den letzten Jahren ein besonders interessantes Thema geworden.
Ausnahmslos beschäftigen sich Automobilzulieferer mit der Entwicklung von LED-Scheinwerfern
(LED-SW) zur Serienreife und kündigen für 2007 bis 2009 diverse Produkte
an.
Im Vergleich zu anderen gebräuchlichen Lichtquellen, verfügen
LEDs über eine geringere Leuchtdichte. Maßnahmen zur Erzeugung höherer
Beleuchtungsstärken auf der ausgeleuchteten Straßenoberfläche müssen
getroffen werden. Grundsätzlich wird diese Problematik durch Mehrfachüberlagerung
von Lichtverteilungsmuster, die durch einzelne „blasserer" Quellen generiert
werden. Das treibt die Anzahl der erforderlichen LEDs, die Komplexität der
Anordnung und ihre Herstellungskosten in die Höhe. Folglich besteht eine zentrale
Frage neuartiger optischen Ansätze in der Erhöhung der Auskoppeleffizienz,
damit der LED-Anzahl und der Struktur-Komplexität entgegengewirkt werden kann.
Gleichzeitig zielt man aber auch auf eine homogenere streifenfreie Lichtverteilung
mit ausgeprägtem Hot-Spot und ausreichender Breitenausleuchtung ab, die mit
dem heutigen Stand der Technik mithalten und eventuell übertreffen können.
Höhere Effizienz und eine niedrigere LED-Anzahl pro SW können die SW-Raumansprüche
senken, womit dem Fahrzeug-Design neue Freiheitsgrade geboten werden.
Der aktuelle Stand der Technik wird durch moderne (Bi)Xenon-Scheinwerfer
mit ausgeformtem Z-förmigen Hell-Dunkel-Grenze (Cut-Off mit Z-Shape) markiert.
Eine Z-Shape-Verteilung nach ECE R98, in Unterschied zu einer Verteilung mit ausgeprägtem
15°-Anstieg nach ECE R11 ermöglicht eine höhere Reichweite und bessere
Ausleuchtung des rechten Fahrbahnrandes.
Optisch gesehen stellt eine moderne Xenon-Gasentladungs-Lampe eine
vorteilhafte Lichtquelle mit kleinen äußeren Abmaßen, hoher Leuchtdichte
und hohen Lichtstroms z.B. 3000[lm] dar. Der hohe Lichtstrom macht energetisch ineffiziente
Blenden-basierte Ansätze möglich, z.B.: Bi-Xenon-Scheinwerfer im Abblendlicht-Modus.
In typischen Scheinwerfer-Projektionssystemen wird die Objektumgebung durch Reflektoren,
Konzentratoren und entsprechend geformte Blenden gebildet. Die Blenden absorbieren
und/oder blockieren das Licht, so dass ein Großteil des generierten Lichtflusses
die Fahrbahn nicht erreicht. Typischerweise werden ca. 35% des emittierten Lichts
zur Ausleuchtung der Fahrbahn benutzt.
Im Falle von LED-Scheinwerfern wäre eine solche niedrige Effizient
inakzeptabel, da man eine unpraktisch hohe Anzahl von LEDs für einen Scheinwerfer
zur Verfügung stellen muss, z.B. mindestens 30 LEDs mit einem Lichtstrom von
je 100[lm] pro LED um die 3000[lm] einer Xenon-Quelle zu erreichen. Kraftfahrzeughersteller
suchen deshalb nach effizienteren Lösungen.
Auf der anderen Seite wird auch nach Wegen gesucht, die relativ hohe
Zündspannung geläufiger Xenon-Scheinwerfer im Fahrzeug zu vermeiden und
Energieverbrauch, sowie Temperaturbelastung der unmittelbaren Umgebung zu reduzieren.
LEDs bieten hier als Lichtquelle eine ernsthafte Alternative an.
LED-Scheinwerfer werden voraussichtlich nach ECE R112 bewertet, jedoch,
um sich gegenüber Xenon-Scheinwerfer durchzusetzen, gilt es, mindestens eine
vergleichbar gute Lichtverteilung zu realisieren, wobei, wie schon unterstrichen,
deutlich höhere Effizienz und Homogenität eine entscheidende Rolle spielen
werden.
Ein Lösungsweg ist also über parallele 2D-Projektionen mittels
mehrerer modulartig aufgebauten Strahlengänge möglich. Nach dem Superpositions-Prinzip
werden die einzelnen Bündel-Lichtstärken aufaddiert, so dass die erforderlichen
Beleuchtungsstärkewerte auf der Fahrbahn erreicht werden. Dabei gilt es, nicht
den LED-Chip selbst, sondern wie aus einem Dia-Projektionssystem bekannt, eine Objektumgebung
geeigneter Lichtintensitätskonzentration und mit ausgeformten Cut-Off bzw.
Z-Shape in die Betrachtungsebene (Fahrbahn) abzubilden. Wie mehrfach betont, handelt
es sich dabei oft um absorbierende oder blockierende Blenden.
Im Gegensatz dazu beschreibt die vorliegende Erfindung einen Ansatz,
der eine speziell geformte Objektumgebung definiert, die das Licht nicht einfach
stoppt, sondern über Umlenkung auf verschiedene abbildenden optischen Elemente,
die erforderliche Objektumgebung nachstellt und auf die Fahrbahn projizieren. Somit
wird ein größerer Anteil (über 55%) des ursprünglichen LED-Lichtflusses
unter Einhaltung der geforderten Lichtverteilung und Homogenität, bei ausgeprägtem
Hot-Spot, Z-Shape und Cut-Off ECE-R98-konform ausgekoppelt und verteilt.
Da es sich um mehrere einzelne Strahlengänge handelt, müssen
diese aufeinander abgestimmt werden, damit die Ausleuchtungskanten-Schärfe
in den geforderten Bereichen eingehalten werden kann. Man nutzt
gezielt eine Bündel-Divergenz, um eine bessere Breitenausleuchtung und Homogenität
zu erreichen.
Das System baut auf ein gemischtes jedoch zusammenhängendes 1D-
und 2D-Abbildungs- bzw. Projektionsprinzip auf. Es hat einen teilmodularen Charakter,
so dass nach dem Superpositionsprinzip mehrere Primär-Teillinsen über
gemeinsame Sekundär-Teillinsen zur Grundverteilung beitragen und die Hot-Spot-Bildung
durch einzelne Primär- und Sekundär-Teillinsen stattfindet.
Die Grundverteilung wird über 1D-Projektion durch obere und untere
Teilbündel realisiert. Im unteren Strahlengang wird eine zweifache Abbildung
über einen Spiegel und über eine Sekundärlinse höhenvertauscht
realisiert. Der obere und der untere Strahlengang erzeugen zwei sich überlagernde
Abbildungen.
Die Z-Shape- und Hot-Spot-Bildung wird durch mehrfache 2D-Projektion
erreicht. Auch hier existieren grundsätzlich obere und untere Strahlengänge,
wobei in den unteren ebenfalls eine Bildumkehrung über Spiegel oder Dove-Prismen
vorgenommen wird.
Die Z-Shape-formende Objektumgebung wird Y-förmig in mehrere
Segmente geteilt. Dabei werden ein oberes, ein unteres vertikal zu spiegelndes,
und ein Rest-Segment gebildet. Das Rest-Segment wird horizontal über einen
Spiegel oder ein Dove-Prisma umkehrt und geeignet projiziert.
Ausführungsbeispiele werden in der nachfolgenden Beschreibung
näher erläutert.
Es zeigt
1a und b schematisch einen LED mit Kondensor-Linse
2 Anordnung mit Primärlinse
3 schematisch den Verlauf unterschiedlicher Lichtbündel
4 Strahlengänge
5 Verschiebung des Z-Shape-Keil
6: Aufbau eines Scheinwerfers mit Linsensegmenten
7 Einfach segmentierte Sekundärlinsen
8 Ausführungsbeispiel mit Dove-Prismen
Eine engwinkelige Quelle wäre prinzipiell von Vorteil. Jedoch
sind einige gegenwärtige High-Power-LEDS, die bereits einen Lichtstrom in der
Größenordnung von 50lm bis 75lm und in naher Zukunft mehr als 125lm pro
LED liefern sollen, recht weit-winkelig in ihrer Abstrahlung. Eine kugelförmige
Dom-Linse mit einem Radius von z.B. 2,8mm ist über den Chip platziert. Diese
setzt die absolute Lichtausbeute höher, erschwert aber die effektive Ausnutzung
der Lichtquellen-Apertur.
In 1a und b kommt eine Kondensor-Linse
CL, zum Einsatz. Da diese Linse CL die seitlichen Anteile geometrisch und optisch
nicht bündeln kann, wird zusätzlich ein Totale-Interne-Reflektion- Reflektor
TIR – in 1 als Drahtmodell dargestellt – seitlich
um die CL aufgebaut und mit ihr verschmolzen. Somit sammelt die Kombination aus
TIR-Reflektor und refraktivem Kondensor CL einen Großteil des abgestrahlten
LED-Lichtflusses ein. Lediglich Fresnel-Reflektionen und Streulicht reduzieren die
optische Effizienz.
Der Lichtfluss wird auf eine so genannte Primärlinse PL wie in
2 dargestellt, gerichtet.
Die PL hat die Aufgabe, die auf sie auftreffenden Bündel zu teilen
und als Z-shape-formendes Objekt zu dienen. Dazu dient eine keilförmige Struktur
ZK. Gleichzeitig verändert die Primärlinse gezielt die Intensitätsverteilung
innerhalb des aus ihr austretenden Lichtbündels. Dazu sind einen Vielzahl von
Linsensegmenten PLS 1, PLS 2 ... vorhanden. Sie schafft auch die Voraussetzung für
die Erzeugung des Hot-Spots (Winkelbereich hoher Lichtstärke unterhalb der
Messlinie HV nach ECE R98, bzw. Ortsbereich hoher Beleuchtungsstärke auf der
25m entfernten Messwand) und des Cut-Offs (Bereich hohen Kantenkontraste).
3 zeigt schematisch den Verlauf unterschiedlicher Lichtbündel
ausgehend von der LED über die Primärlinse PL auf die Sekundärlinse
SL.
Der nach ECE R98 erforderliche Z-Shape soll in der Nähe des HV-Punkts
und des Hot-Spots generiert werden.
Im unteren Strahlengang wird das abzubildende Object nach dem Bildumkehrprinzip
mit Hilfe eines Spiegels SP, bzw. mit Dove-Prismen vertikal abgebildet und anschliessend
statt eindimensional zweidimensional abgebildet. Im Resultat bedeutet das, dass
sowohl horizontale Kanten, als auch geneigte Z-Shape-Kanten scharf abgebildet werden.
Somit sind die Sekundärlinsen keine zylindrischen, sondern zweidimensional
abbildende Asphären oder andere geeignete optische Flächen. Die Segmente
der Sekundärlinse (SLS1, SLS2 ...) sind dabei mindestens einem Segment der
Primärlinse zugeordnet.
4 zeigt die Strahlengänge OS und US auf. Die PL
soll das von der CL kommende Licht in die Sekundärlinse SL effizient einkoppeln.
Sie verteilt die einzelnen Lichtbündel auf entsprechende Teilbereiche der Sekundärlinse,
wobei vermieden wird, dass Licht auf die Grenzflächen zwischen diesen Bereichen
fällt, damit Streulicht effizient vermieden werden kann.
Um den Lichtstrom effektiv zu nutzen, wird die Z-Shape-Bildung nicht
über absorbierende oder blockierende Blenden, sondern über optisch brechende
Flächen bewerkstelligt, die ihre Lichtanteile auf extra dafür vorgesehene
Teilbereiche der Sekundärlinse bündeln. Eine solche Rolle übernimmt
in 3 die Y-förmige Teilfläche ZK zwischen
den beiden inneren Splitterflächen in der Primärlinse.
In der Sekundärlinse werden weitere Flächen für den
Z-Shape-Keil vorgesehen. Das sind die mittlere SLS3-Flächen. Die Abbildung
der Z-Shape-Keile ZK muss horizontal umgekehrt werden, damit sie zur besseren Ausprägung
des Z-Shapes beitragen kann.
In der sieht man die wesentlichen
Unterschiede einer leicht modifizierten Primärlinse. Es handelt sich um eine
Verschiebung des Z-Shape-Keils ZK.
Die dazugehörigen Sekundärlinsen werden ebenfalls modifiziert.
Die optisch aktiven Flächen, ZK und SLS3 Flächen werden horizontal dezentriert,
so dass die geneigten Z-Shape-Kanten der einzelnen Abbildungen sich exakt überlagern.
Überlagert man nun die zwei Graustufenbilder Beleuchtungsstärkeverteilungen
auf einer 25m vom Beobachter entfernten Messwand) ergibt sich eine wesentlich homogenere
Verteilung wie in 7 dargestellt.
Somit hat man nun den Z-Shape generiert. Man kann eine Vielzahl solcher
doppelten Module vorsehen. Denkbar es ist auch, alle beteiligten Module leicht zu
modifizieren, so dass man im Endeffekt eine noch homogenere Überlappung generieren
kann.
Die nächste Abbildung 6 stellt 6
Hot-Spot- und Z-Shape-Module mit Umkehrspiegel dar.
Um die Breitenausleuchtung zu gewährleisten, wird entweder auf
eine symbiotische Anordnung jedoch mit TIR-Kollektoren zurückgegriffen oder
auf eine radial aufgefächerte Anordnung einzelner Module.
Da die Struktur lediglich eindimensional abbilden muss, kann ihre
vertikale Ausdehnung geringer gehalten werden, als die einer entsprechenden 2D-Hot-Spot
und Z-Shape-Struktur. Durch die höhere Effizienz der TIR- und Kondensor basierten
Einkopplung reichen weniger LEDs aus.
Überlagert man nun beide Verteilungen, die Grundverteilung und
mit der Hot-Spot-Z-Shape-Verteilung, ergibt sich eine homogene Gesamtverteilung.
Eine beispielhafte Anordnung kann dabei wie in 8
dargestellt aussehen. In diesem Beispiel werden Dove-Prismen DV als Umkehroptik
verwendet.
Offensichtlich ist die Lichtverteilung dieser Struktur gleichmäßig
und trotz mehrfacher Projektion, sind Z-Shape, Hot-Spot und Cut-Off deutlich ausgeprägt.
Eine weitere Verbesserung auf der rechten oberen Seite des Z-Shapes
kann erreicht werden, indem die Grundverteilungsmodule in zwei getrennte Modul-Gruppen
aufgeteilt werden, so dass auf der linken Seite eine tiefergelegte horizontale Cut-Off-Kante
erzeugt und auf der rechten – eine um etwa 1° bis 2° angehobene
Cut-Off-Kante generiert wird. Damit kann die rechte Cut-Off-Kante der Hot-Spot-
und Z-Shape-Veteilung nahtlos in die der angehobenen rechten Grundverteilung übergehen.
Nicht zuletzt bietet sich die Integration der Kondensorlinse mit Teilen
der Primärlinse an, insbesondere des Primärlinsen-Kranzbereiches, der
die TIR-Anteile umlenkt. Der innere Bereich der Primärlinse kann in diesem
Fall als Einsatz in der Kondensorlinse vorgesehen werden.