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Dokumentenidentifikation DE10065139B4 19.07.2007
Titel Spiel- und Toleranzausgleichsmodul für Seilzugsysteme
Anmelder Schlüter, Kai, Dipl.-Ing., 28357 Bremen, DE
DE-Anmeldedatum 23.12.2000
DE-Aktenzeichen 10065139
Offenlegungstag 16.08.2001
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 19.07.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 19.07.2007
IPC-Hauptklasse F16C 1/22(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf ein Spiel- und Toleranzausgleichsmodul für Seilzug- oder Bowdenzugsysteme gemäß Anspruch 1.

Seilzugsysteme müssen am Ende der Prozess- bzw. Montagekette eingestellt werden, da generell ein geringes Auslösespiel gewünscht ist. Wird diese Einstellung nicht durchgeführt, kann es möglich sein, dass das Seilzugsystem zu locker montiert wird, so dass keine oder nur eine zu geringe Auslösefunktion vorhanden ist. Andererseits kann das Seilzugsystem zu fest montiert sein, so dass bereits ohne Betätigung eine Auslösefunktion vorhanden ist. Grund dieser Problematik sind Toleranzen in den Bauteilen des Seilzugsystems und des auszulösenden Systems sowie Toleranzen und z.B. Prozessschwankungen in der Montage der Bauteile.

Spiel- und Toleranzausgleichsmodule für Seilzugsysteme sind beispielsweise aus der DE 27 50 904 C2, der US 4 448 090 A und der DE 198 25 834 C1 bekannt.

Die Einstellung der Länge eines Seilzugsystems wird üblicherweise durch ein zusätzliches Bauteil bewirkt, mit dem der Seilzug einmalig gestrafft und in seiner Länge festgesetzt wird. Dies erfolgt beispielsweise mit einer zusätzlichen aufgeschobenen Scheibe wie in der DE 27 50 904 C2. Da diese Variante der Einstellung nicht stufenlos einstellbar ist, werden bei der Montage und Einstellung weitere Fertigungs- bzw. Montagetoleranzen verursacht. Eine prozesssichere Montage ist in diesem Fall schwer möglich, da innerhalb einer Baureihe je nach Monteur das Auslösespiel in gewissen Grenzen unterschiedlich sein kann.

Darüber hinaus haben Seilzugsysteme die Eigenschaft, sich mit der Zeit und nach häufiger Betätigung zu längen, wodurch eine Auslösespielerhöhung entsteht. Dieses erhöhte Auslösespiel im Seilzugsystem muss manuell durch Neueinstellung des Seilzugsystems reduziert werden. Um ein immer konstantes Auslösespiel in einem Seilzugsystem zu gewährleisten, sind selbsttätige Spiel- und Toleranzausgleichsmodule wie beispielsweise aus der US 4 448 090 A oder der DE 198 25 834 C1 bekannt.

Aus der US 5 857 386 A ist darüber hinaus noch eine weitere Einstell- und Kompensationseinrichtung für Seilzugsysteme bekannt.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein wirkungsvolles automatisches Spiel- und Toleranzausgleichsmodul für die Erstmontage und im Betrieb anzugeben.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.

Durch die Anordnung von entsprechenden Federn hält das erfindungsgemäße Spiel- und Toleranzausgleichsmodul bei Nichtbetätigung das Seilzugsystem unter Zugspannung. Beim Betätigen des Seilzugsystems wird der innere Mechanismus zum Klemmen gebracht, wodurch die Länge des gesamten Seilzugsystems festgelegt und die Betätigung mit definiertem Auslösespiel durchgeführt werden kann. Nach der Betätigung wird das Seilzugsystem wieder entspannt, die Klemmung des inneren Mechanismus' wird aufgehoben und die Teilstücke des Seilzugsystems werden wiederum gespannt.

Weitere vorteilhafte Ausbildungen des erfindungsgemäßen Spiel- und Toleranzausgleichsmoduls sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.

Die Erfindung wird anhand eines in den Figuren gezeigten Ausführungsbeispiels näher beschrieben.

Hierbei zeigt

1 einen Längsschnitt durch das erfindungsgemäße Spiel- und Toleranzausgleichsmodul, und

2 eine Draufsicht auf eine Einzelheit des inneren Moduls.

Ein ortsfest angebrachtes Gehäuse (10) wird von zwei Teilstücken (A, B) eines Seilzugs durchsetzt. Die jeweiligen Enden der Seilhülle der beiden Teilstücke stützen sich am Gehäuse (10) ab. Im Gehäuse (10) befindet sich ein inneren Modul (20), das innerhalb des Gehäuses (10) in Axialrichtung um einen maximalen Verschiebeweg (42) verschiebbar ist. Das innere Modul (20) ist mittels einer ersten Feder (21) in Richtung zur Nehmerseite des Seilzugs vorgespannt. Zwei über eine zweite bzw. dritte Feder (22, 23) mit dem inneren Modul (20) verbundene innere Seilstücke (30, 31) werden jeweils mit dem Ende eines der beiden äußeren Seilzüge (A, B) verbunden. Diese beiden inneren Seilstücke (30, 31) werden gleichzeitig gegenläufig über ein einzige Umlenkrolle (40) um jeweils etwa 180 Grad umgelenkt. Die Umlenkrolle (40) ist ihrerseits am inneren Modul (20) gegen die in Richtung zur Nehmerseite wirkenden Kraft einer vierten Feder (24) um einen kurzen Verschiebeweg (41) axial verschiebbar angeordnet. Weiterhin befindet sich am inneren Modul (20) in Richtung zur Geberseite des Seilzugs ein die Drehbewegung der Umlenkrolle (40) verhindernder Anschlag (25) für die Axialbewegung der Umlenkrolle (40).

In besonderer Ausbildung kann die Klemmung des inneren Mechanismus' reibschlüssig durch die Ausbildung des Anschlags als Druckplatte oder formschlüssig mittels korrespondierender Verzahnungen an Anschlag und Umlenkrolle erfolgen.

Anstelle von Zugfedern kann auch jede andere Art von Kraftspeichern verwendet werden.

Die Wirkungsweise des erfindungsgemäßen Spiel- und Toleranzausgleichsmoduls ist wie folgt:

In der Ausgangssituation ist das Seilzugsystem unbelastet. Durch die Vorspannung der ersten Feder (21) liegt das innere Modul (20) am Gehäuse (10) in Richtung zur Nehmerseite des Seilzugs an. Durch die Vorspannung der zweiten bzw. dritten Feder (22, 23) sind beide Teilstücke (A, B) des Seilzugs gespannt. Durch die Vorspannung der vierten Feder (24) liegt die Umlenkrolle (40) nicht am Anschlag (25) des inneren Moduls (20) an und ist daher frei drehbar.

Wird das Teilstück B des Seilzugs durch einen Geber in 1 nach rechts bewegt, so liegt die Umlenkrolle (40) nach kurzem Verschiebeweg (41) am Anschlag (25) des inneren Moduls (20) an, wodurch sie geklemmt und damit ihr Drehen verhindert wird. Die Länge des gesamten Seilzugsystems ist damit festgelegt, die Betätigung kann mit definiertem Auslösespiel durchgeführt werden. Der maximale Betätigungsweg ist dann erreicht, wenn das innere Modul (20) seinen maximalen Verschiebeweg (42) zurückgelegt hat und am Gehäuse (10) in Richtung zur Geberseite des Seilzugs anliegt.

Nach Beendigung der Betätigung kehren alle Elemente aufgrund der Federkräfte wieder in ihre Ausgangslage zurück, die beiden Teilstücke A, B des Seilzugsystems bleiben gespannt.


Anspruch[de]
Spiel- und Toleranzausgleichsmodul für Seilzugsysteme, mit

– einem ortsfest angebrachten, von zwei Teilstücken (A, B) eines Seilzugs durchsetzten und zwei Enden einer Seilhülle abstützenden Gehäuse (10),

– einem darin in Axialrichtung verschiebbaren und mittels einer ersten Feder (21) in Richtung zur Nehmerseite des Seilzugs vorgespannten inneren Modul (20),

– zwei über eine zweite bzw. dritte Feder (22, 23) mit dem inneren Modul (20) verbundenen inneren Seilstücken (30, 31), die jeweils mit dem Ende eines der beiden äußeren Seilzüge (A, B) verbindbar sind, wobei

– die beiden inneren Seilstücke (30, 31) gleichzeitig gegenläufig über eine einzige Umlenkrolle (40) um jeweils etwa 180 Grad umgelenkt werden und die Umlenkrolle (40) am inneren Modul (20) gegen die in Richtung zur Nehmerseite wirkende Kraft einer vierten Feder (24) axial verschiebbar angeordnet ist, und wobei

– sich am inneren Modul (20) in Richtung zur Geberseite des Seilzugs ein die Drehbewegung der Umlenkrolle (40) verhindernder Anschlag (25) für die Axialbewegung der Umlenkrolle (40) befindet.
Spiel- und Toleranzausgleichsmodul für Seilzugsysteme nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Anschlag (25) als Druckplatte ausgebildet ist, um über Haftreibung eine Drehung der Umlenkrolle (40) zu verhindern. Spiel- und Toleranzausgleichsmodul für Seilzugsysteme nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Anschlag (25) eine Verzahnung aufweist, um im Eingriff mit einer korrespondierenden Verzahnung an der Umlenkrolle (40) deren Drehung zu verhindern.






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