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Dokumentenidentifikation DE102004033853B4 19.07.2007
Titel Verfahren zur Zufuhr von Tinte an Tintenwalzen in einer Druckerpresse
Anmelder Ryobi Ltd., Fuchu, Hiroshima, JP
Erfinder Sejima, Atsushi, Fuchu, Hiroshima, JP
Vertreter DTS München Patent- und Rechtsanwälte, 80538 München
DE-Anmeldedatum 13.07.2004
DE-Aktenzeichen 102004033853
Offenlegungstag 10.03.2005
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 19.07.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 19.07.2007
IPC-Hauptklasse B41F 33/16(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B41F 33/10(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   B41F 31/13(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   B41F 31/06(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   B41F 31/04(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   

Beschreibung[de]
QUERVERWEIS AUF VERWANDTE ANMELDUNG

Diese Anmeldung beansprucht die Priorität der japanischen Patentanmeldung Anmeldenummer. 2003-197881, die hiermit durch Bezugnahme mit aufgenommen ist.

HINTERGRUND DER ERFINDUNG 1. Gebiet der Erfindung

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Verbesserung bei einem Verfahren zur Zufuhr von Tinte an Tintenwalzen in einer Druckerpresse.

2. Stand der Technik

Zwischen dem Ende eines Druckvorgangs und dem Beginn des nächsten Druckvorganges müssen Vorarbeiten wie das Reinigen des Tuchzylinders und das Ersetzen der Druckplatte durchgeführt werden. Auch werden vor dem Beginn des nächsten Druckvorganges die Öffnungsgrade der Tintenfarbwerkkeile basierend auf dem Bildflächenverhältnis einer neuen Druckplatte, die für den nächsten Druckvorgang verwendet wird, vorab eingestellt. Eine weitere Maßnahme, welche kürzlich zusätzlich zu diesen herkömmlicherweise durchgeführten Vorabarbeiten durchgeführt wurde, besteht in dem Aufbau einer Tintenfilmdickeverteilung auf jeder der Tintenwalzen für den nächsten Druckvorgang, jedes Mal wenn ein Druckvorgang beendet ist, um den Tintenfilm auszugleichen, der für den letzten Druckvorgang verwendet wurde und immer noch auf den Tintenwalzen verbleibt (siehe offen gelegtes japanisches Patent Nr. Hei-11-529, JP 11005291 A).

Nach dem Beginn des Druckvorgangs werden die hergestellten Drucke überprüft, wie beispielsweise durch das Herausnehmen eines einzelnen oder mehrerer dieser Drucke und das Messen der Druckdichte, so dass, in dem Fall, wo die Druckdichte oder ein anderer relevanter wert außerhalb eines Zielwertes liegt, die zuzuführende Tintenmenge erhöht oder verringert wird.

Bei dem obigen herkömmlichen Tintenzufuhrverfahren ergeben sich die folgenden Probleme.

Zunächst kann vor Beginn des nächsten Druckvorganges die Tinte auf den Tintenwalzen getrocknet sein oder sich in ihren Eigenschaften verändert haben. Jedes Mal, wenn ein Druckvorgang beendet ist, werden die Blattzufuhr und die Tintenzufuhr eines Tintenfarbwerkes zeitweise ausgesetzt. Das Ergebnis ist, dass sich die Eigenschaft der Tinte auf den Tintenwalzen mit fortschreitender Zeit verändert, so dass, je länger die zum Beginn des nächsten Vorganges benötigte Zeit ist, umso mehr sich die Tinteneigenschaft verändert. Während der Unterbrechung zwischen den Druckvorgängen werden die Vorabarbeiten wie beispielsweise der Austausch der Druckplatte oder das Reinigen des Tuchzylinders durch den Bediener durchgeführt, oder manchmal macht der Bediener eine Pause. Während dieser Vorabarbeiten erfolgt kein Druckvorgang durch die Druckerpresse. Die Eigenschaft der auf der Tintenwalze verbliebenen Tinte verändert sich stark oder wenig, in Abhängigkeit von der seit dem Ende des letzten Druckvorganges verstrichenen Zeit. Das Ergebnis ist, dass eine ungleiche Filmdickenverteilung der Tinte verursacht wird, welche für den nächsten Druckvorgang auf jeder Tintenwalze wieder aufgebaut werden muss. Dementsprechend neigt die Druckdichte nach Beginn des nächsten Druckvorganges dazu, umso geringer zu sein, je länger die Zeit währt, bevor der Druckvorgang gestartet wird. Das Ergebnis ist, dass während des nächsten Druckvorganges mehr Ausschuss verursacht wird.

Weiterhin wird bei einem herkömmlichen Druckvorgang, selbst wenn die Druckdichte nach dem Beginn eines Druckvorgangs gemessen wird, dieser Druckvorgang während dieser Dichtemessung nicht ausgesetzt und folglich wird fortlaufend Ausschuss verursacht. Das Ergebnis ist, dass viel Ausschuss verursacht wird, bevor die Dichte einen Zielwert erreicht.

Die EP 0 816 074 B1 beschreibt ein Farbfilmauftragsteuerungsverfahren für eine Farbzuführvorrichtung, wobei mit dem Verfahren eine Schichtdicke eines Farbfilms geregelt wird.

In Anbetracht der mit dem herkömmlichen Druckvorgang verbundenen Probleme ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung ein Verfahren zur Zufuhr von Tinte an Tintenwalzen in einer Druckerpresse vorzuschlagen, welches in der Lage ist, so wenig Ausschuss wie noch nie zu verursachen.

ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG

Gemäß einem Aspekt der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren zur Zufuhr von Tinte an Tintenwalzen in einer Druckerpresse vorgeschlagen, welches folgende Schritte umfasst: Starten eines Druckvorganges, daraus folgend Herstellen einer gegebenen Anzahl von Drucken, und Aussetzen des Druckvorganges, währenddessen die Druckdichte für die gegebene Anzahl an Drucken gemessen wird, so dass, in dem Fall wo die Druckdichte geringer als ein Zielwert ist, bei ausgesetztem Druckvorgang Tinte an die Tintenwalzen zugeführt wird, und, in dem Fall, wo die Druckdichte höher als ein Zielwert ist, der Druckvorgang wieder aufgenommen wird, wobei gleichzeitig die Tintenzufuhr an die Tintenwalzen für eine gegebene Zeit nach Wiederaufnahme der Blattzufuhr ausgesetzt wird.

Mit dem oben genannten Verfahren, bei welchem die Druckdichte gemessen wird, während der Druckvorgang ausgesetzt ist, ist es möglich, das Auftreten von Ausschuss während der Dichtemessung zu verhindern. Zusätzlich wird dort, wo basierend auf dem gemessenen Ergebnis Tinte zugeführt wird, der Druckvorgang weiterhin ausgesetzt und wird dort, wo Tinte verringert wird, die Blattzufuhr weiterhin ausgesetzt. Das Ergebnis ist, dass es auch möglich ist, das Auftreten von Ausschuss während des Erhöhens oder Verringerns der Tintenmenge nach Wiederaufnahme des Druckvorganges zu verhindern.

Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung wird bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zur Zufuhr von Tinte an Tintenwalzen eine gegebene Tintenmenge an Tintenwalzen in einer Druckerpresse vor Beginn eines aktuellen Druckvorganges, der sich an einen letzten Druckvorgang anschließt, vorab zugeführt, wobei das Vorabeinstellen der an die Tintenwalzen vor Beginn des aktuellen Druckvorganges zuzuführenden Tintenmenge gemäß der zwischen dem Ende des letzten Druckvorganges und dem Beginn des aktuellen Druckvorganges abgelaufenen zeit umfasst.

Mit dem genannten Verfahren, bei welchem die den Tintenwalzen zuzuführende Tintenmenge vor Beginn des aktuellen Druckvorganges gemäß der zwischen dem Ende des letzten Druckvorganges und dem Beginn des aktuellen Druckvorganges abgelaufenen Zeit vorab eingestellt wird, ist es möglich, eine Abnahme der Druckdichte nach dem Beginn des aktuellen Druckvorganges und folglich Ausschuss so viel wie möglich zu verhindern, selbst wenn die Eigenschaft der Tinte wegen der für die Vorbereitung des aktuellen Druckvorganges oder aus einem anderen Grunde relativ viel verflossenen Zeit stark verändert ist.

KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN

Die obigen und andere Aufgaben, Eigenschaften und Vorteile der vorliegenden Erfindung werden anhand derer ausführlichen Beschreibung im Zusammenspiel mit den begleitenden Zeichnungen offensichtlich, wobei

1 eine schematische Ansicht eines grundlegenden Abschnittes einer Druckerpresse zur Erklärung des Tintenzufuhrverfahrens gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist;

2A und 2B jeweils Modellansichten sind, welche die an einer Tintenwalze anhaftende Tintenmenge veranschaulichen;

2C eine Kurve ist, welche ein Beispiel der Tintenmenge veranschaulicht, die einem Bild auf einer Druckplatte entspricht;

2D, 2E und 2F jeweils Modellansichten sind, welche die Tintenmenge in einer Tintenwalzengruppe veranschaulichen;

3 ein Flussdiagramm eines Tintenzufuhrvorganges in einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist.

AUSFÜHRLICHE BESCHREIBUNG DER BEVORZUGTEN AUSFÜHRUNGSFORM

Nun wird mit Bezug auf die angefügten Zeichnungen die Beschreibung für das Tintenzufuhrverfahren für die Druckerpresse gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung durchgeführt.

1 veranschaulicht eine von mehreren Druckeinheiten, mit denen eine Mehrfarbenblattoffsetpresse ausgerüstet ist. Jede der Druckeinheiten umfasst einen Plattenzylinder 1, auf welchem eine Druckplatte 4 montiert ist, einen Tuchzylinder 2, einen Druckzylinder 3, eine Tintenzufuhreinheit 5 zur Zufuhr von Tinte an die Druckplatte 4, und eine Wasserzufuhreinheit 6 zur Zufuhr von Wasser an die Druckplatte 4. Die Tintenzufuhreinheit 5 umfasst ein Tintenfarbwerk 7, welches aus einer Tintenfarbwerkwalze 8 und einer Rakel 9 besteht, welche zusammen einen Spalt G zwischen sich bilden, was erlaubt, dass im Tintenfarbwerk 7 vorgehaltene Tinte 10 durch den Spalt G fließt und dem äußeren Umfang der Tintenfarbwerkwalze 8, welche in Drehung gehalten wird, zugeführt wird. Der Spalt G ist in Dimension oder Größe durch Öffnen und Schließen der Rakel 9 einstellbar, so dass, je größer der Öffnungsgrad der Rakel 9ist, umso größer der Spalt G ist, was es erlaubt, dass eine größere Tintenmenge aus dem Tintenfarbwerk 7 heraus fließt, und andererseits, je kleiner der Öffnungsgrad der Rakel 9 ist, umso kleiner der Spalt G ist, was es erlaubt, dass eine geringere Tintenmenge aus dem Tintenfarbwerk 7 fließt. Die Rakel 9 besteht aus einer Mehrzahl von parallel zur Achse der Tintenfarbwerkwalze 8 (eine Breitenrichtung eines zu bedruckenden Substrates) ausgerichteten Tintenfarbwerkkeilen, wobei die Öffnungsgrade der Mehrzahl an Tintenfarbwerkkeilen unabhängig voneinander einstellbar sind. Die Öffnungsgrade der Tintenfarbwerkkeile werden basierend auf einem Bildflächenverhältnis der Druckplatte 4 vor Beginn eines jeden Druckvorganges vorab festgesetzt.

Tinte, die von dem Tintenfarbwerk 7 auf die Tintenfarbwerkwalze 8 geflossen ist, wird über eine Tintenwalzengruppe 11, welche aus einer großen Anzahl Tintenwalzen 17 besteht, der Druckplatte 4 zugeführt. Die Tintenwalzen 17, welche parallel zur Tintenfarbwerkwalze 8, dem Plattenzylinder 1 und ähnlichem angeordnet sind, werden miteinander in Berührung gehalten, um so von einer zu der anderen Tinte von der am weitesten vorgelagerten Tintenwalze zu der am weitesten unten gelagerten Tintenwalze zu übertragen. Am untersten Ende der Druckeinheit angeordnete Formwalzen 12, 13, 14, 15 sind dazu ausgelegt, in der Lage zu sein, sich auf den Plattenzylinder 1 zu- und sich von diesem wegzubewegen, und, während der Blattzufuhrvorgang angehalten oder ausgesetzt ist, vom Plattenzylinder 1 weggehalten zu werden.

Eine Tintenweitergabewalze 16 ist zwischen der am weitesten vorgelagerten Tintenwalze 17 und der Tintenfarbwerkwalze 8 angeordnet, um so in der Lage zu sein, sich zwischen diesen vor und zurück zu bewegen. Diese Tintenweitergabewalze 16 bewegt sich wechselnd zwischen den oben genannten zwei Walzen in die durch die Pfeile 91, 92 dargestellten Richtungen vor und zurück, um so an dem äußeren Umfang der Tintenfarbwerkwalze 8 anhaftende Tinte an die Tintenwalze 17weiterzugeben. Dieser Tintenweitergabevorgang wird im Folgenden manchmal als Tintenziehvorgang bezeichnet. Folglich wird in dem Tintenfarbwerk 7 vorgehaltene Tinte 10 mittels des Tintenziehvorganges der Tintenweitergabewalze 16 über die Tintenfarbwerkwalze 8 an die Tintenwalzen 17 übertragen, und dann zu den Formwalzen 12, 13, 14, 15, welche rechtzeitig mit der Druckplatte 4 in Berührung gebracht werden, wodurch Tinte an die Druckplatte 4 zugeführt werden kann.

Es ist festzuhalten, dass zumindest eine für einen anstehenden oder nächsten Druckvorgang benötigte Mindesttintenfilmmenge vorab an den jeweiligen Tintenwalzen 17 anhaften muss. 2A veranschaulicht eine der Tintenwalzen 17 mit einem daran anhaftenden Grundtintenfilm 10a. Der Grundtintenfilm 10a weist eine gleichförmige Dickenverteilung entlang der Achse der Tintenwalze 17 auf. Ein Bildtintenfilm 10b, der eine Dickenverteilung aufweist, welche einem Bild der Druckplatte 4 für den nächsten Druckvorgang entspricht, wird auf den Grundtintenfilm 10a aufgetragen. Die Dickenverteilung des Farbtintenfilms 10b wird entlang der Achse der Tintenwalze 17 verändert. Zum Beispiel wird, in dem Fall, wo eine in 2B veranschaulichte Tintenfilmdickenverteilung benötigt wird, indem die Öffnungsgrade der Tintenfarbwerkkeile unabhängig voneinander gemäß dem gemessenen Bildflächenverhältnis der Druckplatte 4 eingestellt werden, die zwischen jedem Tintenfarbwerkkeil und der Tintenfarbwerkwalze 8 fließende Tintenmenge eingestellt, wodurch Tinte in einer Dicke oder Menge von dem Tintenfarbwerk 7 an die Tintenwalzen 17 übertragen werden kann, die dem Bild der Druckplatte 4 entspricht, wobei der Bildtintenfilm 10b auf dem eine gleichförmige Dickenverteilung aufweisenden Grundtintenfilm 10a aufgetragen wird und so auf jeder Tintenwalze 17 entlang deren Achse eine Filmdickenverteilung aufgebaut wird, die dem Bild der Druckplatte 4 entspricht.

Tinte, die an den jeweiligen Tintenwalzen 17 anhaftet, wird bei der Weitergabe von der am weitesten vorgelagerten Tintenwalze an die am weitesten unten gelagerte Tintenwalze allmählich dünner. Dementsprechend wird der Grundtintenfilm 10a ebenso allmählich dünner, während er von der Oberseite zu der Unterseite fortschreitet, wie es in 2D veranschaulicht ist, während der darauf aufgetragene Bildtintenfilm 10b auch allmählich dünner wird, wie es in den 2E und 2F veranschaulicht ist. Die den Linien L1, L2 der 2C jeweils entsprechenden Tintenmengen sind in den 2E und 2F veranschaulicht. Diese Tintenfilme werden auf den jeweiligen Tintenwalzen 17 vor Beginn eines jeden Druckvorganges gebildet. Die Tintenzufuhr an die Tintenwalzen 17 wird kurz vor Ende eines jeden Druckvorganges gestoppt, während das Bedrucken einer gegebenen Anzahl an Substraten ohne Tintenzufuhr zugelassen wird, wodurch der Bildtintenfilm 10b von jeder Tintenwalze 17 entfernt wird. Folglich verbleibt auf jeder der Tintenwalzen 17 nur der Grundtintenfilm 10a, wenn der Druckvorgang beendet ist.

Nun wird mit Bezug auf 3 die Beschreibung für den Ablauf des Tintenzufuhrvorganges gemäß dieser Ausführungsform durchgeführt.

Jedes Mal, wenn ein Druckvorgang beendet ist (Schritt S1), wird eine Vorbereitung für den nächsten Druckvorgang gestartet. Wenn eine jedem Druckvorgang zugeordnete gegebene Anzahl an Blättern verwendet wurde, wird dieser Druckvorgang als beendet betrachtet. Zudem wird das Ende des Druckvorgangs dadurch bestimmt, dass erfasst wird, dass das letzte Blatt von einem Blattzufuhrabschnitt zugeführt wurde. Zum Beispiel kann ein Sensor einem Blattzuführzylinder (nicht dargestellt) vorgelagert angeordnet sein, um so durch diesen durchkommende Blätter zu erfassen. Sobald der Sensor das letzte durch diesen durchkommende Blatt erfasst, wird festgestellt, dass das letzte Blatt zugeführt wurde. Die abgelaufene Zeit wird von diesem Zeitpunkt an gemessen, um so die zeit zu bestimmen, während welcher der Druckvorgang angehalten ist (eine Druckanhaltezeit).

Der Bediener beginnt mit der Reinigung des Tuchzylinders sobald das Drucken des letzten Blattes beendet ist (Schritt S3), welche entweder manuell oder automatisch durch die Druckerpresse durchgeführt wird. In beiden Fällen wird nach dem Waschen des Tuchzylinders das Austauschen der Druckplatte durchgeführt (Schritt S5). Dieser Druckplattenaustausch wird ebenso automatisch durchgeführt, wenn die Druckerpresse mit einer bildgebenden Einheit ausgerüstet ist. Das heißt, dass eine benutzte Druckplatte auf eine Walze innerhalb des Plattenzylinders aufgerollt wird und der Plattenzylinder mit einer neuen Druckplatte beschickt wird. Ein Druckbild wird durch die bildgebende Einheit auf dieser neuen Druckplatte gebildet. Zusätzlich zu diesem Druckplattenaustausch kann eine andere Vorarbeit wie beispielsweise das Stapeln von Blättern im Blattzuführabschnitt durchgeführt werden, und manchmal macht der Bediener eine Pause, bevor der nächste Druckvorgang gestartet wird. Sobald alle Vorarbeiten für den nächsten Druckvorgang abgeschlossen sind, drückt der Bediener einen an einem Bedienpult der Druckpresse vorgesehenen Druckstartknopf (Schritt S7). Durch das Drücken des Druckstartknopfes führt die Druckerpresse automatisch die folgenden Vorgänge durch.

Zunächst berechnet die Druckerpresse die Zeit, während welcher der Druckvorgang angehalten war (eine Druckanhaltezeit) (Schritt S9). Diese Druckanhaltezeit ist die Zeit vom Ende des letzten Druckvorganges zum Beginn des derzeitigen Druckvorganges. Insbesondere wird, wie oben beschrieben, die Druckanhaltezeit durch Aufsummieren derjenigen Zeit, die abgelaufen ist, nachdem das letzte Blatt zugeführt wurde und bevor der Druckstartknopf gedrückt wurde, mit der Zeit, nachdem der Druckstartknopf gedrückt wurde und bevor der Blattzuführvorgang tatsächlich gestartet ist, berechnet. Hierbei wird die erstere Zeit für jeden Vorgang automatisch durch die Druckerpresse gemessen, wohingegen die letztere Zeit eine feste vorab festgesetzte Zeit ist. Diese feste Zeit wird basierend auf einer Zeit bestimmt, die nötig ist, um den vorher erwähnten Tintenfilm auf jeder der Tintenwalzen 17 zu bilden, und wird daher für jede Druckerpresse individuell festgesetzt. Diese feste Zeit kann falls notwendig durch Benutzung des Schaltpultes durch den Benutzer verändert werden. In jedem Falle bleibt die letztere Zeit konstant, egal ob der Druckplattenaustausch oder andere Arbeiten durchgeführt werden müssen oder nicht, und wird in einem Speicherabschnitt der Druckerpresse gespeichert.

Dann wird die von dem Tintenfarbwerk 7 zuzuführende Tintenmenge gemäß der berechneten Druckanhaltezeit bestimmt, und dann wird diese bestimmte Tintenmenge den Tintenwalzen 17 zugeführt (Schritt S11). Diese Bestimmung wird derart durchgeführt, dass, je länger die Druckanhaltezeit ist, umso größer die zuzuführende Tintenmenge ist. Die Tintenmenge wird abhängig davon, wie häufig die Tintenweitergabewalze 16 sich vor und zurück bewegt (die Anzahl der Tintenziehvorgänge der Tintenweitergabewalze 16), erhöht oder verringert. Zum Beispiel werden, wenn die Druckanhaltezeit 10 Minuten beträgt, die Tintenziehvorgänge dreimal durchgeführt, und ebenso für 20 Minuten fünfmal und für 60 Minuten fünfzehnmal. Das heißt, dass je länger die Druckanhaltezeit ist, desto größer die Anzahl der durchgeführten Tintenziehvorgänge ist, so dass die an die Tintenwalzen 17 zuzuführende Tintenmenge erhöht wird. Da der Grundtintenfilm 10a, welcher ein Minimum an Tintenmenge während des Druckvorganges benötigt, auf jeder Tintenwalze 17 verbleibt, wird die neu zugeführte Tinte auf den Grundtintenfilm 10a aufgetragen.

Nachdem eine der Druckanhaltezeit entsprechende Tintenmenge den Tintenwalzen 17 zugeführt wurde, werden relevante Teile oder Elemente in Leerlauf versetzt, um so die Tintenzufuhr vom Tintenfarbwerk 7 ohne Tintenziehvorgänge zu unterbinden, was durch die Drehungen der Tintenwalzen 17 eine gleichmäßige Filmdickenverteilung entlang der Achse der Tintenwalzen 17 ermöglicht, wodurch der Grundtintenfilm 10a gebildet wird (Schritt S13). Dann werden die Öffnungsgrade der Tintenfarbwerkkeile angepasst, um einen angemessenen Zustand zu haben, unter welchem die Tintenziehvorgänge mit einer bestimmten Anzahl durchgeführt werden, wodurch der Bildtintenfilm 10b für den aktuellen Druckvorgang aufgetragen wird (Schritt S15). Folglich ist der Tintenzufuhrvorgang vor Beginn des Druckvorganges abgeschlossen.

Dann wird der Blattzufuhrvorgang automatisch gestartet, wodurch der Druckvorgang gestartet wird (Schritt S17). Bevor die endgültigen Drucke gedruckt werden, werden eine bestimmte Anzahl von Probedrucken (z.B. 100 Drucke) gedruckt, um zu überprüfen, ob die benötigten Herstellungsgrade erreicht werden. Während die Probedrucke überprüft werden, wird die Blattzufuhr ausgesetzt, um so den Druckvorgang auszusetzen (Schritt S19). Dieses Aussetzen der Blattzufuhr kann durch den Bediener unter Benutzung des Schaltpultes erfolgen, oder kann automatisch erfolgen, nachdem eine gegebene Anzahl an Blättern gedruckt ist. In beiden Fällen werden die Probedrucke mit Aussetzen des Druckvorganges überprüft (Schritt S21). Das Überprüfen dieser Probedrucke umfasst das Messen der Druckdichte. Der Bediener misst die Druckdichte mit einer Dichtenmessvorrichtung und vergleicht den gemessenen Wert mit einem Zielwert, so dass, falls notwendig, die Tintenmenge erhöht oder verringert wird. In dem Fall, wo die Druckdichte relativ gering ist, wird der Tintenziehvorgang der Tintenweitergabewalze 16 durchgeführt, während der Druckvorgang ausgesetzt ist, wodurch eine gegebene Tintenmenge den Tintenwalzen 17 ergänzend zugeführt wird. Dann wird die Blattzufuhr und somit der Druckvorgang wieder aufgenommen. Im Gegensatz dazu, in dem Fall, wo die Druckdichte relativ hoch ist, wird die Blattzufuhr ohne ergänzende Zuführung von Tinte wieder aufgenommen, und nach der Wiederaufnahme der Blattzufuhr wird die Tintenzufuhr für eine bestimmte Zeit ausgesetzt. Das heißt, dass der Tintenziehvorgang der Tintenweitergabewalze 16 nicht durchgeführt wird bis nach dem Ablauf einer gegebenen Zeit seit der Wiederaufnahme des Druckvorganges, wodurch die Tintenmenge auf jeder der Tintenwalzen 17 verringert wird. Dieser Vorgang wird wiederholt bis die Druckdichte auf die Zieldichte verringert ist. Sobald die Druckdichte die Zieldichte erreicht, beginnt die Druckerpresse das Drucken von endgültigen Drucken (Schritt S23).

Folglich, selbst wenn die Druckanhaltezeit zwischen den Druckvorgängen länger als gewöhnlich ist, was eine starke Veränderung der Tinteneigenschaft vor dem Beginn des nächsten Druckvorganges verursacht, ist es möglich, vorab durch Zufuhr einer relativ hohen Tintenmenge an die Tintenwalzen 17 eine Verringerung der Druckdichte zu verhindern. In dem Fall, wo die Druckanhaltezeit zwischen den Druckvorgängen kürzer als gewöhnlich ist, kann das Verfahren der vorliegenden Erfindung mit dieser Situation angemessen umgehen, indem die den Tintenwalzen 17 zugeführte Tintenmenge verringert wird. Auch wird das Überprüfen der Vorabdrucke durchgeführt, während der Druckvorgang ausgesetzt ist. Folglich wird während dieses Prüfvorganges kein Ausschuss verursacht. Es ist festzuhalten, dass dieses Anhalten des Druckvorganges zur Überprüfung der Probedrucke sich nicht über eine so lange Zeit erstreckt, als dass dies eine nennenswerte Veränderung der Tinteneigenschaft verursacht.

Wie oben beschrieben, wird bei dieser Ausführungsform, im Hinblick auf die Veränderung der Tinteneigenschaft, welche stattfinden kann, bevor der nächste Druckvorgang gestartet wird, die zuzuführende Tintenmenge vor dem Start des Druckvorganges vorab gesteuert, und das Auftreten von Ausschuss während der Überprüfung eines Probedruckes wird so weit wie möglich verhindert. Das Ergebnis ist, dass das Auftreten von Ausschuss während des gesamten Vorganges erheblich verringert werden kann.

Diese Beschreibung soll auf keinen Fall dazu dienen, die vorliegende Erfindung auf die darin beschriebenen bevorzugten Ausführungsformen zu beschränken. Verschiedene Modifikationen an dem Verfahren zur Zufuhr von Tinte an Tintenwalzen in der Druckerpresse, wie hier beschrieben, können durch den Fachmann durchgeführt werden, ohne den Geist und Umfang der vorliegenden Erfindung, wie sie in den angefügten Ansprüchen definiert sind, zu verlassen.


Anspruch[de]
Verfahren zur Zufuhr von Tinte an Tintenwalzen in einer Druckerpresse mit folgenden Schritten: Starten eines Druckvorganges, dadurch Herstellen einer gegebenen Anzahl an Drucken, und Aussetzen des Druckvorganges, wobei währenddessen die Druckdichte für die gegebene Anzahl an Drucken gemessen wird, so dass, in dem Fall, wo die Druckdichte geringer als ein Zielwert ist, Tinte an die Tintenwalzen zugeführt wird, während der Druckvorgang ausgesetzt bleibt, und in dem Fall, wo die Druckdichte höher als der Zielwert ist, der Druckvorgang wieder aufgenommen wird, während die Tintenzufuhr an die Tintenwalzen für eine gegebene Zeit nach Wiederaufnahme der Blattzufuhr ausgesetzt wird. Verfahren gemäß Anspruch 1, wobei eine gegebene Tintenmenge an Tintenwalzen in einer Druckerpresse vor Beginn eines aktuellen Druckvorganges, der im Anschluss an einen letzten Druckvorgang durchgeführt werden soll, zugeführt wird, wobei die den Tintenwalzen zuzuführende Tintenmenge vorab vor Beginn des aktuellen Druckvorganges gemäß der zwischen dem Ende des letzten Druckvorganges und dem Beginn des aktuellen Druckvorganges abgelaufenen Zeit eingestellt wird.






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