PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE102005040090B4 19.07.2007
Titel Aufputzsystem und Armierungsgewebe
Anmelder alsecco GmbH & Co. KG, 36208 Wildeck, DE
Erfinder Michaelis, Uwe, Dipl. Min., 64295 Darmstadt, DE;
Rettig, Holger, 64853 Otzberg, DE
Vertreter PFENNING MEINIG & PARTNER GbR, 80339 München
DE-Anmeldedatum 24.08.2005
DE-Aktenzeichen 102005040090
Offenlegungstag 01.03.2007
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 19.07.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 19.07.2007
IPC-Hauptklasse E04F 13/02(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse E04F 13/04(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   E04C 5/07(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   E04B 1/76(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Aufputzsystem auf einem Untergrund umfassend ein in einem Armierungsputz eingelegtes spezielles Armierungsgewebe sowie das Armierungsgewebe als solches.

Im Stand der Technik sind seit langer Zeit Gewebe aus Glasfaser oder Kunststoff bekannt, die zur Rissüberbrückung oder bei Wärmedämmverbundsystemen eingesetzt werden. Als sog. „Armierungsgewebe" kommen dabei eng- oder weitmaschige Kunststoff- oder Glasfasernetze in Frage. Engmaschige Netze können dazu dienen, kleinere Risse zu überbrücken. Weitmaschige Netze dienen beispielsweise dazu, dickere Putzschichten zu stabilisieren. Bei Wärmedämmverbundsystemen verwendet man Glasfasergittergewebe, die durch eine spezielle Beschichtung alkaliresistent, schiebefest und nicht wasserquellbar ausgerüstet sind und in dem Armierungsspachtel oberhalb des Dämmstoffes eingebettet werden. Ihre Aufgabe ist es, im System eventuell auftretende Spannungen aufzunehmen. Maschenweite, Reißfestigkeit und Flächengewicht sind in weiten Bereichen variabel und werden entsprechend den jeweiligen Anforderungen des Systems ausgewählt. Sie sind damit fester Bestandteil eines geprüften und bauaufsichtlich zugelassenen Systemaufbaus. Für gerissene oder rissgefährdede Fassaden werden dagegen auch Kunststoffgewebe oder Vliese vollflächig oder streifenweise als sog. „Rissbrücken" eingesetzt und in die dafür geeigneten speziellen Elastiksysteme eingebettet. Das Armierungsgewebe wird meist vollflächig mit Armierungsputz bedeckt, bevor abschließend eine Deckschicht aufgetragen wird.

Als nachteilig hat es sich dabei herausgestellt, dass besonders bei unebenen Untergründen durch das Einlegen des Armierungsgewebes in den Armierungsputz keine hinreichend planebene Oberfläche erzielt werden kann. Durch Glattstreichen des Armierungsputzes bzw. einer nachträglich aufgebrachten Deckschicht kann es nämlich durch den Untergrund und dessen Unebenheit, d.h. zu einem Wellen des Armierungsgewebes, kommen, sodass keine planebene Oberfläche vorliegt.

Die DE 39 26 366 A1 beschreibt eine Vorrichtung zum Bewehren von Mauerputzen mit einem annähernd im äußeren Drittel der Putzstärke angeordneten Bewehrungsnetz sowie Abstandshalten zur Fixierung der Bewehrungsnetzebene bezüglich der zu verputzenden Fläche, wobei die Abstandshalter langgestreckt und parallel zueinander verlaufen.

Ausgehend hiervon ist es die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Aufputzsystem anzugeben, bei dem eine möglichst planebene Oberfläche erzielt wird. Eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein entsprechendes Armierungsgewebe bereitzustellen, das eine planebene Oberfläche in Aufputzsystemen ermöglicht.

Die Erfindung wird in Bezug auf das Aufputzsystem durch die Merkmale des Patentanspruches 1 und in Bezug auf das Armierungsgewebe durch die Merkmale des Patentanspruchs 9 gelöst. Die Unteransprüche zeigen vorteilhafte Weiterbildungen auf.

Erfindungsgemäß wird somit vorgeschlagen, dass das Aufputzsystem aus einem Schichtenaufbau gebildet wird, bei dem ein speziell ausgestaltetes Armierungsgewebe eingesetzt wird. Als Armierungsgewebe im Sinne der Erfindung kann selbstverständlich auch ein entsprechend ausgestaltetes Vlies dienen. Das Armierungsgewebe/Vlies nach der Erfindung, das Bestandteil des Aufputzsystems ist, ist dabei so ausgestaltet, dass es mindestens auf einer Seite des flächigen Armierungsgewebes in etwa regelmäßigen Abständen flexible, schnurartige Abstandshalterelemente aufweist. Diese Abstandshalterelemente sind vom Bereich einer Außenkante des Gewebes bis zum gegenüberliegenden Bereich der anderen Außenkante geführt. Die Erfindung schließt dabei Ausführungsformen mit ein, bei denen auch eine Beabstandung zum Rand vorliegt. Wenn nun diese Abstandshalterelemente in Richtung des Untergrundes ausgerichtet sind, so kann durch den dadurch erzeugten Abstand zwischen der Wand und dem Armierungsgewebe ein Ausgleich von Unebenheiten des Untergrundes erfolgen, sodass dann durch Einbetten des Armierungsgewebes in den Armierungsputz eine nahezu planebene Oberfläche erreicht wird. Vorteilhaft bei der erfindungsgemäßen Lösung ist, dass die schnurartigen Abstandshalterelemente nach der Erfindung flexibel ausgestaltet sind, sodass diese bereits bei Herstellung oder nach der Herstellung des Armierungsgewebes auf mindestens einer Seite des flächigen Armierungsgewebes aufgebracht werden können und dass dann dieses Armierungsgewebe so, wie bisher im Stand der Technik bekannt, in Rollenform angeliefert werden kann. Die schnurartigen Abstandshalterelemente sind dabei Wellenform oder in Zickzackform auf mindestens einer Außenseite des Armierungsgewebes aufgebracht. Auch können die Abstandshalterelemente auf beiden Seiten aufgebracht sein.

Bei den Abstandshalterelementen ist es dabei bevorzugt, wenn diese eine Dicke aufweisen, die größer ist als die Dicke des Armierungsgewebes. Die Dicke kann dabei im Bereich von 0,1 bis 100, bevorzugt 0,2 bis 50 mm, liegen.

Die Regelmäßigkeit, d.h. die Abstände der einzelnen schnurartigen Abstandshalterelemente auf der bzw. den Außenseiten des Armierungselementes, richten sich dabei nach dem jeweiligen Anwendungsfall. Bevorzugt ist es hierbei, wenn 1 bis 100, bevorzugt 10 bis 80, besonders bevorzugt 15 bis 50, schnurartige Elemente pro m2 Armierungsgewebe angeordnet sind. Selbstverständlich ist es auch möglich, dass die Abstände der einzelnen schnurartigen Elemente untereinander variieren.

Die Befestigung der schnurartigen Abstandshalterelemente auf dem Armierungsgewebe kann dabei wie an und für sich aus dem Stand der Technik bekannt, durch Kleben, Verweben oder Verschweißen erfolgen. Auch ist ein Aufvulkanisieren je nach Abhängigkeit der Materialwahl des Armierungsgewebes möglich.

Beim Aufputzsystem nach der Erfindung ist es dabei bevorzugt, wenn die schnurartigen Abstandshalterelemente auf derjenigen Fläche des Armierungsgewebes aufgebracht sind, die in Richtung des Untergrundes weisen. Allerdings ist es auch möglich, dass die Abstandshalterelemente auf der der Untergrund abgewandten Seite auf der Außenfläche des Armierungsgewebes aufgebracht sind.

Das wie vorstehend beschriebene Armierungsgewebe kann an und für sich in jedem bisher im Stand der Technik bekannten Putzsystem angeordnet sein. Eine Möglichkeit einer Ausbildung des Aufputzsystems besteht darin, dass auf dem Untergrund, z.B. auf einem Mauerwerk, ein Armierungsputz oder Spachtel aufgebracht wird und in den Armierungsputzspachtel dann das wie vorstehend beschriebene Armierungsgewebe eingedrückt wird. Wie im Stand der Technik bekannt, wird dann abschließend eine Deckschicht aufgebracht. Selbstverständlich umfasst die Erfindung auch diejenigen Ausführungsformen, bei denen zwischen Wand und Armierungsgewebe noch abhängig von der Funktion andere Zwischenschichten aufgebracht sind. Dazu gehören auch Wärmedämmverbundsysteme, bei denen üblicherweise auf dem Untergrund, z.B. dem Mauerwerk, als erstes eine Klebeschicht aufgebracht ist, auf der dann eine Dämmstoffplatte, z.B. eine Polystyroldämmplatte, angeordnet ist. Die Armierungsschicht, d.h. die Armierungsschicht mit dem Armierungsputz bzw. Mörtel und dem Armierungsgewebe, ist dann auf der Dämmung angeordnet. Hierauf folgt dann wieder eine Schlussbeschichtung in Form eines mineralischen oder organischen Oberputzes.

Die Erfindung betrifft weiterhin ein Armierungsgewebe aus Glasfasern oder Kunststoff. In Bezug auf die Ausbildung des Armierungsgewebes und der Abstandshalterelemente wird auf die vorstehenden Ausführungen verwiesen.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand von zwei Figuren näher beschrieben.

1 zeigt im Schnitt ein Aufputzsystem mit einem Armierungsgewebe mit Abstandshalterelementen.

2 zeigt in der Draufsicht ein erfindungsgemäßes Armierungsgewebe mit wellenförmig aufgebrachten Abstandshalterelementen.

1 zeigt schematisch im Schnitt den Aufbau eines erfindungsgemäßen Aufputzsystems 1. Auf einem beliebigen Untergrund 2, z.B. einem Mauerwerk, ist ein Armierungsputz 5 aufgebracht. Im Armierungsputz 5 ist ein Armierungsgewebe 4, z.B. ein engmaschiges Glasfasergitter angeordnet, wobei auf der Fläche des Glasfasergitters 4, die zum Untergrund 2 weist, Abstandshalterelemente 3 in Form von schnurartigen Elementen angeordnet sind. Wie aus 1 zu erkennen, wird nun dadurch, dass die Abstandshalterelemente eine Beabstandung des Armierungsgewebes 4 zur Oberfläche des Untergrundes 2 herstellen, die Möglichkeit geschaffen, dass der Armierungsputz 5 zu einer planebenen Oberfläche führt. Wenn etwaige Unebenheiten des Untergrundes 2 vorhanden sind, so werden diese durch die Abstandshalterelemente ausgeglichen.

2 zeigt nun schematisch den Aufbau des Glasfasergewebes, wie es in der 1 gezeigt ist. Beim Glasfasergewebe 4 handelt es sich um ein engmaschiges Glasfasernetz. Die schnurartigen Abstandshalterelemente 3 sind dabei in Wellenform auf das Armierungsgewebe 4 aufgebracht und führen von einer Außenkante des Glasfasergewebes zur gegenüberliegenden Außenkante. Die Erfindung schließt aber selbstverständlich hier auch Ausführungsformen ein, bei denen die schnurartigen Abstandshalterelemente zur Außenkante beabstandet sind. Wesentliches Element der Erfindung ist in jedem Falle, dass die schnurartigen Abstandshalterelemente ihre Funktion erfüllen können, sodass Unebenheiten im Untergrund ausgeglichen werden können. Gemäß der vorliegenden Erfindung ist es selbstverständlich ebenso möglich, die Abstände der schnurartigen Abstandshalterelemente 3 zu variieren.


Anspruch[de]
Aufputzsystem (1) auf einem Untergrund (2), umfassend mindestens ein in einem Armierungsputz (5) eingelegtes flächiges Armierungsgewebe (4) aus Glasfasern und/oder Kunststoff, wobei auf mindestens einer Seite des flächigen Armierungsgewebes (4) in etwa regelmäßigen Abständen flexible, schnurartige Abstandshalterelemente (3), die vom Bereich einer Außenkante bis zum gegenüberliegenden Bereich der anderen Außenkante geführt sind, angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, dass die schnurartigen Abstandshalterelemente (3) in Wellen- oder Zickzackform aufgebracht sind und aus Naturkautschuk bestehen. Aufputzsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Abstandshalterelemente (3) eine größere Dicke als die Dicke des Armierungsgewebes (4) aufweisen. Aufputzsystem nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Abstandshalterelemente (3) fest mit dem Armierungsgewebe (4) verbunden sind. Aufputzsystem nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass pro m2 Fläche des Armierungsgewebes (4) 1 bis 100 schnurartige Abstandshalterelemente (3) in etwa regelmäßigen Abständen aufgebracht sind. Aufputzsystem nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die schnurartigen Abstandshalterelemente (3) durch Verkleben, Verweben und/oder Verschweißen mit dem Armierungsgewebe (4) verbunden sind. Aufputzsystem nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die schnurartigen Abstandshalterelemente (3) auf einer oder beiden Seiten des Armierungsgewebes, bevorzugt auf der Seite, die in Richtung des Untergrundes (2) weist, aufgebracht sind. Aufputzsystem nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass auf dem Armierungsputz (5) eine Deckschicht aufgebracht ist. Aufputzsystem nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen Untergrund (2) und Armierungsputz (5) mit Armierungsgewebe (4) mindestens eine Zwischenschicht, wie z.B. eine Wärmedämmplatte, angeordnet ist. Armierungsgewebe aus Glasfasern oder Kunststoff, wobei auf mindestens einer Fläche des Armierungsgewebes (4) in etwa regelmäßigen Abständen flexible, schnurartige Abstandshalterelemente (3), die vom Bereich einer Außenkante bis zum gegenüberliegenden Bereich der anderen Außenkante geführt sind, angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, dass die schnurartigen Abstandshalterelemente (3) in Wellenform und/oder Zickzackform aufgebracht sind und aus Naturkautschuk bestehen. Armierungsgewebe nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die schnurartigen Abstandshalterelemente (3) eine größere Dicke aufweisen, als die Dicke des Armierungsgewebes. Armierungsgewebe nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass die schnurartigen Abstandshalterelemente (3) fest mit der Fläche des Armierungsgewebes (4) verbunden sind. Armierungsgewebe nach mindestens einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass pro m2 Fläche des Armierungsgewebes (4) 1 bis 100 schnurartige Abstandshalterelemente (3) aufgebracht sind. Armierungsgewebe nach mindestens einem der Ansprüche 9 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die schnurartigen Abstandshalterelemente (3) durch Kleben, Verweben und/oder Verschweißen mit dem Armierungsgewebe (4) verbunden sind.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com