| Dokumentenidentifikation |
DE102006002524A1 19.07.2007 |
| Titel |
Streckwerk mit einem Belastungsträger und Verfahren zur Umrüstung |
| Anmelder |
Wilhelm Stahlecker GmbH, 73326 Deggingen, DE |
| Erfinder |
Blankenhorn, Peter, 89547 Gerstetten, DE |
| Vertreter |
Patentanwälte Ruff, Wilhelm, Beier, Dauster & Partner, 70174 Stuttgart |
| DE-Anmeldedatum |
12.01.2006 |
| DE-Aktenzeichen |
102006002524 |
| Offenlegungstag |
19.07.2007 |
| Veröffentlichungstag im Patentblatt |
19.07.2007 |
| IPC-Hauptklasse |
D01H 5/46(2006.01)A, F, I, 20060112, B, H, DE
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| Zusammenfassung |
Es ist ein Streckwerk für eine Textilmaschine mit einem Belastungsträger beschrieben. Der Belastungsträger belastet mehrere Druckwalzen in dem Streckwerk und ist schwenkbar an einer Halterstange befestigt. Alle Druckwalzen dieses Belastungsträgers sind gemeinsam von einem in der Halterstange angeordneten Krafterzeuger belastet. Es ist ein mechanischer Krafterzeuger vorgesehen, der ein Gehäuse und wenigstens eine Feder enthält. Das Gehäuse kann in die Halterstange einsetzbar sein und vorzugsweise wenigstens eine Tellerfeder enthalten. Es kann eine Verstelleinrichtung zur Einstellung der Federkraft in dem mechanischen Krafterzeuger enthalten sein. Des weiteren ist ein Verfahren zum Umrüsten eines Belastungsträgers beschrieben, bei dem ein pneumatischer Krafterzeuger gegen einen mechanischen Krafterzeuger ausgetauscht wird.
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| Beschreibung[de] |
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Die Erfindung betrifft ein Streckwerk einer Textilmaschine mit einem
Belastungsträger für Druckwalzen, wobei der Belastungsträger aufschwenkbar
an einer Halterstange befestigt ist, und wobei alle Druckwalzen dieses Belastungsträger
gemeinsam von einem in der Halterstange angeordneten Krafterzeuger belastbar sind.
Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zum Umrüsten eines
Belastungsträgers für Druckwalzen in einem Streckwerk einer Textilmaschine,
wobei der Belastungsträger schwenkbar an einer Halterstange befestigt ist,
und wobei alle Druckwalzen dieses Belastungsträger gemeinsam von einem in der
Halterstange angeordneten pneumatischen Krafterzeuger belastbar sind.
Außerdem betrifft die Erfindung einen in einem derartigen Streckwerk
einsetzbaren mechanischen Krafterzeuger.
Es sind seit langer Zeit Belastungsträger für Streckwerke
bekannt, bei denen sämtliche Druckwalzen eines Belastungsträgers durch
einen an der Halterstange angebrachten pneumatischen Krafterzeuger gemeinsam belastet
und an die jeweiligen Unterwalzen des Streckwerks angedrückt werden. Bei einer
bekannten Ausführung eines derartigen Belastungsträgers der Maschinenfabrik
Rieter, Schweiz ist eine rohrförmige, als Sechskant-Hohlprofil ausgebildete
Halterstange zur Befestigung vorgesehen. Innerhalb der rohrförmigen Halterstange
ist ein mit Druckluft beaufschlagbarer Schlauch vorgesehen, der eine Druckkraft
auf einen daumenartigen Fortsatz eines Kipphebels überträgt. Das dem daumenartigen
Fortsatz gegenüberliegende Ende des Kipphebels belastet dann den Tragarm des
Belastungsträgers, an dem die Druckwalzen des Streckwerks befestigt sind. Der
Schlauch hat dabei den Nachteil, dass er einem starken Verschleiß unterliegt
und sehr häufig undicht wird. Selbst wenn die Undichtigkeiten des Schlauches
noch gering sind und nicht zu einer Funktionsbeeinträchtigung führen,
so verursachen doch die auftretenden Verluste einen erhöhten Druckluftverbrauch.
In der DE 103 55 853 A1
werden Möglichkeiten beschrieben, wie eine Belastung eines derartigen Belastungsträgers
ohne den in der Halterstange angeordneten Schlauch realisiert werden kann. Es ist
unter anderem vorgesehen mechanische Hebelwerke in der Halterstange anzuordnen,
die dann über einen zentralen Pneumatikzylinder bewegt werden können,
um mehrere nebeneinander angeordnete Belastungsträger zu belasten. Die beschriebenen
Lösungen arbeiten alle pneumatisch und erfordern eine aufwändige Mechanik,
so dass sie nicht zum Umrüsten von bestehenden Belastungsträgern geeignet
sind.
Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Streckwerk, sowie ein
Verfahren zum Umrüsten zu schaffen, das ohne pneumatische Krafterzeuger auskommt.
Die Aufgabe wird dadurch gelöst, dass ein mechanischer Krafterzeuger
vorgesehen ist, der ein Gehäuse und wenigstens eine Feder enthält. Der
mechanische Krafterzeuger enthält wenigstens eine in einem Gehäuse angeordnete
Feder, vorzugsweise mehrere aufeinander geschichtete Tellerfedern. Das Gehäuse
des mechanischen Krafterzeugers ist vorteilhafterweise entsprechend der Innenkontur
der Halterstange geformt und in die Halterstange einsetzbar. Bei dem Verfahren wird
die Aufgabe dadurch gelöst, dass der pneumatische Krafterzeuger entfernt wird
und durch einen mechanischen Krafterzeuger ersetzt wird, der wenigstens eine Feder
enthält
Der Vorteil eines derartigen mechanischen Krafterzeugers ist, dass
er leicht herstellbar ist und dauerhaft betriebssicher funktioniert. Es tritt kein
Verschleiß auf und die hohen Betriebskosten pneumatischer Systeme werden vermieden.
Zudem sind bestehende Streckwerken durch den einfachen Einbau leicht umrüstbar.
In Ausgestaltung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass die durch
die Feder des mechanischen Krafterzeugers erzeugte Belastungskraft an jedem Belastungsträger
separat eingestellt werden kann. Hierzu ist es vorteilhaft, dass der mechanische
Krafterzeuger eine Verstelleinrichtung zur Einstellung der Federkraft enthält.
Diese Verstelleinrichtung kann eine mit einer Druckplatte auf die Feder drückende
Schraube sein.
Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung eines Ausführungsbeispiels.
Es zeigen:
1 eine Seitenansicht eines schematisch dargestellten
Streckwerks mit einem zentral belasteten Belastungsträger,
2 in vergrößerter Darstellung den mechanischen
Krafterzeuger aus 1,
3 eine entlang der Schnittfläche III-III der
2 geschnittene Ansicht des mechanischen Krafterzeugers.
In 1 ist ein Streckwerk 1 einer
Textilmaschine, insbesondere einer Ringspinnmaschine dargestellt. Das Streckwerk
1 besteht aus mehreren Walzenpaaren 2, 3, 4,
5 und 6, 7, wobei jedes Walzenpaar aus
einer antreibbaren Unterwalze 2, 4, 6 und einer elastisch
dagegen angedrückten Druckwalze 3, 5, 7 besteht.
Bei einem Streckwerk 1 für Ringspinnmaschinen sind die Unterwalzen
2, 4, 6 üblicherweise als in Maschinenlängsrichtung
durchlaufende Unterzylinder ausgebildet, die in nicht dargestellten Unterwalzenlagern
im Maschinengestell gelagert sind. Dem mittleren Walzenpaar 4,
5 sind in an sich bekannter Weise Führungsriemchen 8 und
9 zugeordnet. Dem Eingangswalzenpaar 2, 3 wird ein Faserband
oder Vorgarn 10 zugeführt und in Transportrichtung A durch das Streckwerk
1 transportiert und von den nachfolgenden und mit höherer Umfangsgeschwindigkeit
angetriebenen Walzenpaaren 4, 5 und 6, 7 zu
einem Faserbändchen 11 der gewünschten Feinheit verzogen. Das
Faserbändchen 11 wird in Abzugsrichtung B einem nicht dargestellten
Drallorgan, beispielsweise einer Ringspindel, zugeführt und dort zu einem Garn
verdreht und aufgewickelt.
Die Druckwalzen 3, 5 und 7 sind in einem
Belastungsträger 12 gehalten, der an einer in Maschinenlängsrichtung
durchlaufenden Halterstange 13 befestigt ist. Die Halterstange
13 ist in nicht dargestellter Weise ortsfest an dem Maschinengestell angebracht.
Der Belastungsträger 12 besteht im Wesentlichen aus einem an der Halterstange
13 befestigten Basisteil 14 und einem beweglichen Tragarm
15, an dem die Druckwalzen 3, 5, 7 befestigt
sind. Der Tragarm 15 ist drehbar an einer Schwenkachse 16 des
Basisteils 14 angebracht. Am Basisteil 14 ist ein in einer Achse
17 gelagerter Kipphebel 18 angebracht, der den Tragarm
15 über einen Druckbolzen 19 belastet und dadurch die Druckwalzen
3, 5, 7 gegen die jeweiligen Unterwalzen 2,
4, 6 drückt. Damit die Druckkraft des Tragarmes
15 in gewünschter Weise auf die Druckwalzen 3,
5 und 7 verteilt werden kann, sind die Druckwalzen 3,
5 und 7 über bewegliche Hebel 20 und 21
an dem Tragarm 15 befestigt. Durch die unterschiedlichen Abstände
der Druckwalzen 3, 5, 7 von den Lagerungspunkten
22 und 23 der Hebel 20 und 21 lässt sich
die Belastungskraft des Tragarmes 15 in gewünschter Weise verteilen.
Damit die Druckwalzen 3, 5, 7 zu Wartungszwecken von
den Unterwalzen 2, 4, 6 abgehoben werden können,
ist ein Entriegelungshebel 24 vorgesehen, der den Druckbolzen
19 vom Kipphebel 18 wegschwenkt, so dass der Tragarm
15 um die Schwenkachse 16 hochgeschwenkt werden kann.
Der Kipphebel 18 besitzt auf seiner dem Druckbolzen
19 abgewandten Seite einen daumenartigen Fortsatz 25, der durch
eine Öffnung in das Innere der Halterstange 13 hineinragt. Beim Stand
der Technik ist im Innern der Halterstange 13 ein pneumatischer Krafterzeuger
in Form eines Schlauches angeordnet, der mit Druckluft beaufschlagt werden kann
und dann den daumenartigen Fortsatz 25 mit einer Kraft belastet, die das
Bestreben hat, den daumenartigen Fortsatz 25 aus der Halterstange
23 herauszudrücken. Diese Kraft wird dann über den Kipphebel
18 auf den Tragarm 15 des Belastungsträgers 12 übertragen
und dient in der oben beschriebenen Weise zur Belastung der Druckwalzen
3, 5, 7.
Auf Grund der Störungsanfälligkeit des in der Halterstange
13 angeordneten Schlauches ist nun eine Umrüstung vorgesehen, bei
der der Schlauch als pneumatischer Krafterzeuger entfernt wird und durch einen mechanischen
Krafterzeuger 26 ersetzt wird. Der mechanische Krafterzeuger
26 besteht aus einem Gehäuse 27 und enthält eine Feder
28, die den daumenartigen Fortsatz 25 des Kipphebels
18 durch ihre Federkraft belastet. Das Gehäuse 27 des mechanischen
Krafterzeugers 26 ist in seiner äußeren Form an die Innenkontur
der rohrförmigen Halterstange 13 angepasst und besitzt vorzugsweise
ebenfalls die Form eines Sechskantes.
In den 2 und 3
ist der Bereich der Halterstange 13 und des mechanischen Krafterzeugers
26 vergrößert dargestellt. Der mechanische Krafterzeuger ist
mit seinem Gehäuse 27 in das Innere der Halterstange 13 eingeschoben
und sitzt genau an der Stelle, an der der daumenartige Fortsatz 25 des
Kipphebels 18 des Belastungsträgers 12 in das Innere der
Halterstange 13 hineinragt. Im Inneren des Gehäuses 27 sitzt
eine Feder 28, die beispielsweise aus einer Schraubenfeder oder aus mehreren
aufeinander geschichteten Tellerfedern bestehen kann. In dem in 2
dargestellten Fall besteht die Feder 28 aus drei wechselsinnig aufeinander
geschichteten Tellerfedern 29. Die Anzahl und Art der Aufeinanderschichtung
der Tellerfedern 29 ist dabei nur beispielhaft. Sie kann genauso gut auch
abweichen und wird vorzugsweise so gewählt, dass auf den daumenartigen Fortsatz
25 eine Kraft in der benötigten Höhe wirkt. Um die auf den daumenartigen
Fortsatz 25 wirkende Belastungskraft an jedem Belastungsträger
12 einstellen zu können ist es vorteilhaft, an der Feder
28 eine Verstelleinrichtung 30 zur Einstellung der Federkraft
anzuordnen. Die Verstelleinrichtung 30 des mechanischen Krafterzeugers
26 kann dabei beispielsweise aus einem Gewindestift 31 oder einer
Schraube bestehen, die in das Gehäuse 27 eingeschraubt wird und über
eine Druckplatte 32 auf das dem daumenartigen Fortsatz 25 abgewandte
Ende der Feder 28 drückt. Durch die Veränderung der Einschraubtiefe
des Gewindestiftes 31 kann die Vorspannung der Feder 28 verändert
und damit die auf den daumenartigen Fortsatz 25 wirkende Federkraft verändert
werden. Zur Anbringung des Gewindestiftes 31 in dem Gehäuse
27 kann es erforderlich sein, in der Halterstange 13 eine zusätzliche
Bohrung 33 anzubringen. Da das Gehäuse 27 des mechanischen
Krafterzeugers 26, wie in 3 erkennbar, nur
eine geringe Breite hat, die entsprechend dem Durchmesser der Tellerfeder
29 gewählt ist, ist es vorteilhaft, während der Umrüstung
den mechanischen Krafterzeuger 26 zunächst ohne den eingeschraubten
Gewindestift 31 in die sich entlang der Maschine erstreckende Halterstange
13 einzuschieben und in die erforderliche Position zu bringen. Der Gewindestift
31 kann dann von außen durch die Bohrung 33 in das Gehäuse
27 eingeschraubt werden.
Je nach Ausgestaltung des dem daumenartigen Fortsatz 25 zugewandten
Endes der Feder 28 kann es vorteilhaft sein, eine Zwischenplatte zwischen
der Feder 28 und dem daumenartigen Fortsatz 25 des Kipphebels
18 einzusetzen. Die Zwischenplatte 34 sorgt für eine optimale
Kraftübertragung von der Feder 28 auf den daumenartigen Fortsatz
25 und kann auch den auf Grund der Relativbewegung zwischen daumenartigem
Fortsatz 25 und Feder 28 unter Umständen auftretenden Verschleiß
vermindern.
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| Anspruch[de] |
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Verfahren zum Umrüsten eines Belastungsträgers für Druckwalzen
in einem Streckwerk einer Textilmaschine, wobei der Belastungsträger schwenkbar
an einer Halterstange befestigt ist und wobei alle Druckwalzen dieses Belastungsträgers
gemeinsam von einem in der Halterstange angeordneten pneumatischen Krafterzeuger
belastbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass der pneumatische Krafterzeuger
entfernt wird und durch einen mechanischen Krafterzeuger ersetzt wird, der wenigstens
eine Feder enthält.
Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die durch die
Feder des mechanischen Krafterzeugers erzeugte Belastungskraft an jedem Belastungsträger
separat eingestellt wird.
Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass als Feder
mehrere Tellerfedern aufeinander geschichtet werden.
Streckwerk (1) einer Textilmaschine mit einem Belastungsträger
(12) für Druckwalzen (3, 5, 7), wobei der
Belastungsträger (12) aufschwenkbar an einer Halterstange (13)
befestigt ist, und wobei alle Druckwalzen (3, 5, 7) dieses
Belastungsträger (12) gemeinsam von einem in der Halterstange (13)
angeordneten Krafterzeuger belastbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass ein mechanischer
Krafterzeuger (26) vorgesehen ist, der ein Gehäuse (27) und
wenigstens eine Feder (28) enthält.
Mechanischer Krafterzeuger (26) für einen an einer Halterstange
(13) befestigten Belastungsträger (12) in einem Streckwerk
(1) einer Textilmaschine, dadurch gekennzeichnet, dass der mechanische
Krafterzeuger (26) wenigstens eine in einem Gehäuse (27)
angeordnete Feder (28) enthält, und dass das Gehäuse (27)
in die Halterstange (13) einsetzbar ist.
Mechanischer Krafterzeuger nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet,
dass der mechanische Krafterzeuger (26) wenigstens eine Tellerfeder (29)
enthält.
Mechanischer Krafterzeuger nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet,
dass der mechanische Krafterzeuger (26) eine Verstelleinrichtung (30)
zur Einstellung der Federkraft enthält.
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