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Dokumentenidentifikation DE202007003932U1 19.07.2007
Titel Modulares Schleifwerkzeug
Anmelder Reisinger, Richard, 52399 Merzenich, DE
Vertreter Patentanwälte Liedtke & Partner, 99096 Erfurt
DE-Aktenzeichen 202007003932
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 19.07.2007
Registration date 14.06.2007
Application date from patent application 17.03.2007
IPC-Hauptklasse B24D 9/00(2006.01)A, F, I, 20070317, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B24D 9/08(2006.01)A, L, I, 20070317, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Schleifwerkzeug für handgeführte Geräte wie Winkelschleifer mit einem Trägerkörper für das Schleifmittel, einem Stützteller und einer Spannmutter.

Handelsübliche Schleifteller sind starr und unflexibel an dem Schleifgerät befestigt, wobei das Schleifmittel nur einseitig auf den Schleifteller aufgebracht ist.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, ein Schleifwerkzeug anzugeben, das eine effiziente Nutzung und flexible Handhabung des Schleiftellers ermöglicht.

Die Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst mit einer Anordnung, welche die in Anspruch 1 angegebenen Merkmale aufweist.

Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.

Die Erfindung sieht einen modular aufgebauten Schleifteller mit drei Komponenten vor: einem scheibenförmigen Trägerkörper, auf den das Schleifmittel beidseitig aufgebracht werden kann, einem Stützteller, der vorzugsweise elastisch ausgeführt ist, und einer handelsüblichen Spannmutter zur Befestigung des Schleiftellers.

Der Stützteller wird auf die Spindel des Schleifgerätes aufgesetzt. Der Trägerkörper wird auf den Stützteller zentrisch aufgelegt. Die Spannmutter wird auf die Spindel aufgesetzt und mit einem Schlüssel angezogen, wobei der Trägerkörper konisch auf den Stützteller angezogen wird. Nach Verschleiß des Schleifmittels kann der Trägerkörper gewendet und der Schleifbelag der Rückseite eingesetzt werden.

Der Trägerkörper besteht aus Stahlblech, vorzugsweise in einer Dicke zwischen 0,3 und 1,5 mm. Die Oberflächenstruktur des Trägerkörpers im Schleifbereich und das verwendete Schleifmittel (vorzugsweise Hartmetallsplitter oder Diamantkörnung) werden abhängig von der jeweiligen Anwendung gewählt. Die Korngröße des Schleifmittels auf Vorder- und Rückseite des Trägerkörpers kann unterschiedlich gewählt werden. Es können Hartmetallsplitter in Größen von 0,3 bis 2,5 mm verwendet werden.

Der Trägerkörper ist mit radial verlaufenden Schlitzen versehen, die es ermöglichen, ihn beim Aufspannvorgang durch die Spannmutter konisch auf den Stützteller zu ziehen. Die Schlitze laufen in kreisförmige Löcher aus, die eine Rissbildung verhindern. Der Radius dieser Löcher hat vorzugsweise eine Größe von 2 bis 4 mm.

Trägerkörper und Stützteller sind im Schleifbereich mit mehreren kreisförmigen Durchtrittsöffnungen versehen, die der Kühlung und Schleifgutabfuhr dienen. Die Durchtrittsöffnungen des Trägerkörpers und des Stütztellers haben jeweils denselben Durchmesser und sind in gleicher Weise angeordnet, so dass sie beim Aufspannen des Trägerkörpers auf den Stützteller zur Deckung gebracht werden können. Der Durchmesser der Durchtrittsöffnungen beträgt etwa 2/3 der radialen Breite des Schleifbereiches.

Der Stützteller besteht vorzugsweise aus flexiblem Kunststoff, der beim Aufsetzen des Schleiftellers eine gewisse Nachgiebigkeit aufweist. Dadurch wird eine Teilflächenauflage des Schleifmittels auf dem zu bearbeitenden Untergrund ermöglicht, deren Größe durch den Anstellwinkel und den Anpressdruck des Werkzeuges auf den Untergrund bestimmt wird. Dies ermöglicht einen schonenden und optimierten Abtrag und schützt den Untergrund und das Schleifmittel vor übermäßiger Überhitzung.

Der Stützteller hat einen konischen Einzugsbereich gerippter Struktur, auf den der Trägerkörper angezogen wird. Durch die Rippung wird bei der Fertigung des Stütztellers Material eingespart.

Der Stützteller kann optional mit einer Elastomerauflage versehen werden, deren Stärke und Dämpfungseigenschaften auf den Schleifprozess abzustimmen sind. Die Elastomerauflage wird auf den Stützteller entweder durch Klebung oder auswechselbar als Klettverschlusssystem aufgebracht. Sie dient der Vibrations- und Geräuschreduktion beim Schleifprozess, sowie der Einbettung des rückseitigen Schleifbelages des Trägerkörpers.

Ausführungsbeispiele der Erfindung werden im Folgenden anhand von Zeichnungen näher erläutert. Darin zeigen:

1 eine Darstellung eines Trägerkörpers,

2 einen Schnittdarstellung des Schleifbereiches eines Trägerkörpers,

3 eine Schnittdarstellung eines Stütztellers,

4 eine Darstellung eines modularen Gesamtsystems.

Einander entsprechende Teile sind in allen Figuren mit den gleichen Bezugszeichen versehen.

1 zeigt einen Trägerkörper 1, plan ausgeführt, mit sechs gleichmäßig im Schleifbereich angeordneten kreisförmigen Durchtrittsöffnungen 1.1 und sechs radial verlaufenden gleichmäßig angebrachten Schlitzen 1.2, die in kreisförmige Löcher 1.3 auslaufen. Im Schleifbereich des Trägerkörpers befinden sich kreisförmige Vertiefungen 1.4, die in Streifen angeordnet sind. Die Vertiefungen 1.4 ermöglichen eine Applizierung des Schleifbelages in mehreren Ebenen, indem der zuerst mit dem Untergrund in Kontakt tretende Schleifbelag bei fortschreitendem Verschleiß durch den tiefer liegenden Schleifbelag unterstützt bzw. abgelöst wird.

2 zeigt in einer Schnittdarstellung des Schleifbereiches des Trägerkörpers 1 die Anordnung der Vertiefungen 1.4 auf beiden Seiten des Trägerkörpers. Alternativ kann die Oberfläche des Trägerkörpers mit Nuten anstelle der Vertiefungen 1.4 versehen werden, wobei Länge und Anordnung der Nuten den von den Vertiefungen gebildeten Streifen entsprechen und die Nuten ebenfalls beidseitig auf den Trägerkörper aufgebracht sind.

3 zeigt eine Schnittdarstellung eines Stütztellers 2 mit konischem geripptem Einzugsbereich 2.2 und einem Elastomerbelag 2.3 (z.B. Moosgummi). Der Durchmesser des konischen Einzugsbereiches 2.2 entspricht dem Abstand sich radial gegenüber liegender Auslauflöcher 1.3 der Schlitze 1.2 des Trägerkörpers 1, so dass der Trägerkörper 1 konisch auf den Stützteller 2 angezogen werden kann.

4 zeigt schematisch ein modulares Gesamtsystem bestehend aus einem Trägerkörper 1, einem Stützteller 2 und einer Spannmutter 3. Der Stützteller 2 ist mit sechs kreisförmigen Durchtrittsöffnungen 2.1 versehen, die in Größe und Anordnung den Durchtrittsöffnungen 1.1 des Trägerkörpers 1 entsprechen. Beim Aufspannen des Trägerkörpers 1 auf den Stützteller 2 mit der Spannmutter 3 werden die Durchtrittsöffnungen 1.1 und 2.1 zur Deckung gebracht. Die Spannmutter 3 ist eine handelsübliche, konisch ausgeführte Spannmutter, beispielsweise der Größe M14, mit einem Innengewinde.

1
Trägerkörper
1.1
Durchtrittsöffnung des Trägerkörpers
1.2
Schlitz im Trägerkörper
1.3
Auslaufloch eines Schlitzes im Trägerkörper
1.4
Kreisförmige Vertiefungen im Trägerkörper
2
Stützteller
2.1
Durchtrittsöffnung des Stütztellers
2.2
Konischer, gerippter Einzugsbereich des Stütztellers
2.3
Elastomerauflage
3
Spannmutter


Anspruch[de]
Schleifwerkzeug für handgeführte Schleifgeräte mit einem Trägerkörper (1) und einer Spannmutter (3), dadurch gekennzeichnet, dass das Schleifwerkzeug modular aus dem Trägerkörper (1), einem Stützteller (2) und der Spannmutter (3) aufgebaut ist, wobei der Trägerkörper (1) ein- oder beidseitig mit Schleifbelag versehen ist. Schleifwerkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Stützteller (2) aus flexiblem Material besteht. Schleifwerkzeug nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Trägerkörper (1) und der Stützteller (2) Durchtrittsöffnungen (1.1) und (2.1) gleicher Anzahl, Form, Größe und Anordnung aufweisen, die beim Auflegen des Trägerkörpers (1) auf den Stützteller (2) zur Deckung gebracht werden. Schleifwerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Stützteller (2) einen konischen Einzugsbereich (2.2) gerippter Struktur aufweist. Schleifwerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass sich im Trägerkörper (1) gleichförmig angeordnete radial verlaufende Schlitze (1.2) befinden, die in kreisförmige Löcher (1.3) auslaufen. Schleifwerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Stützteller (2) mit einer Elastomerauflage (2.3) versehen ist, welche mit dem Stützteller (2) verklebt ist. Schleifwerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Stützteller (2) mit einer Elastomerauflage (2.3) versehen ist, welche mit dem Stützteller (2) durch ein Klettverschlusssystem verbunden und somit auswechselbar ist. Schleifwerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Schleifbelag des Trägerkörpers (1) auf Vorder- und Rückseite in unterschiedlichen Korngrößen ausgeführt ist.






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