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Dokumentenidentifikation DE102006060686A1 26.07.2007
Titel Vorrichtung zum Fördern eines Bogens durch eine drucktechnische Maschine
Anmelder Heidelberger Druckmaschinen AG, 69115 Heidelberg, DE
Erfinder Hachmann, Peter, Dr., 69221 Dossenheim, DE;
Kramer, Markus, 69245 Bammental, DE
DE-Anmeldedatum 21.12.2006
DE-Aktenzeichen 102006060686
Offenlegungstag 26.07.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 26.07.2007
IPC-Hauptklasse B41F 21/10(2006.01)A, F, I, 20061221, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B65H 5/12(2006.01)A, L, I, 20061221, B, H, DE   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Fördern eines Bogens durch eine drucktechnische Maschine. Aufgabe der Erfindung ist es, eine Vorrichtung zu entwickeln, die eine Verbesserung der Genauigkeit und Zuverlässigkeit bei der Übergabe eines Bogens zwischen zwei Greiferbrücken ermöglicht. Die Erfindung besteht darin, dass bei einer Vorrichtung zum Fördern eines Bogens durch eine drucktechnische Maschine, mit zwei zusammenwirkenden drehbaren Übertragungstrommeln, die jeweils mindestens ein Greifersystem mit Greifern aufweisen, mit einer Betätigungsvorrichtung für die Greifer zur Übergabe des Bogens von einem Greifersystem der ersten Übertragungstrommel zum Greifersystem der zweiten Übertragungstrommel, und mit mindestens einer pneumatischen Einrichtung, die auf den Bogen einwirkt, bei der Übergabe des Bogens (17) der Luftdurchtritt zwischen den Übertragungstrommeln (2, 3) durch mindestens ein Abschottelement (25, 26) gedrosselt ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Fördern eines Bogens durch eine drucktechnische Maschine nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Zum Fördern von Bogen durch eine Druckmaschine werden Trommeln und Zylinder verwendet, an denen mindestens ein Bogen in Greifern gehalten ist. Um einen Bogen auf einer gewünschten Bahn zu fördern, werden Blas- oder Saugluftvorrichtungen eingesetzt, die eine Kraftwirkung auf den Bogen ausüben. Dabei ist es möglich, dass die Blas- oder Saugluft die Bogenkante verformt, an der die Greifer den Bogen halten. Eine verformte Bogenkante kann zu Positionierfehlern bei der Übergabe von einer Greiferreihe zu einer nachfolgenden Greiferreihe führen, so dass Druckfehler entstehen.

Um eine Bogenübergabe zwischen zwei Greiferreihen zu verbessern, sind bei einer Vorrichtung nach DE 12 34 738 vor einer Greiferschließlinie einer den Bogen übernehmenden Greiferreihe Niederhaltemittel angeordnet. Als Niederhalter dienen einen Schlitz bildende Bleche oder Walzen. Die Niederhalter kompensieren ein Durchhängen der Bogenkanten zwischen den Greifern einer Greiferreihe.

In der DE 11 02 767 ist eine Bogentransporteinrichtung in einer Druckmaschine beschrieben, bei der ein Bogen an seiner Vorderkante in Greifern gehalten ist und längs eines konkaven Leitelementes befördert wird. Die Greifer bilden eine pneumatisch wirkende Wand, die in geringem Abstand an den Leitelementen vorbeiläuft. Die Wand wirkt als Kolben eines Drehkolbenverdichters, so dass sich auf beiden Seiten des Bogens ein unterschiedlicher Luftdruck einstellt. Der Luftdruck auf der Innenseite hält den Bogen in Berührung mit dem Leitelement.

Eine Bogenüberführungstrommel nach der DE 44 42 301 A1 weist stellbare Leitbleche auf, die im vorderen Teil eines Bogens eine Saugwirkung erzeugen, um eine Berührung mit dem Leitblech zu vermeiden und um den Bogen von einem vorausgelagerten Druckzylinder zu lösen. Am Bogenende herrscht ein Überdruck, um ein Herabfallen des Bogenendes bei niedriger Fördergeschwindigkeit zu vermeiden und ein Umschlagen des Bogenrandes bei dünnen Papieren sowie ein Hochschnellen bei dicken Bogen zu vermeiden.

Aufgabe der Erfindung ist es, eine Vorrichtung zum Fördern eines Bogens durch eine drucktechnische Maschine zu entwickeln, die eine Verbesserung der Genauigkeit und Zuverlässigkeit bei der Übergabe eines Bogens zwischen zwei Greiferbrücken ermöglicht.

Die Aufgabe wird mit einer Vorrichtung gelöst, welche die Merkmale nach Anspruch 1 aufweist. Vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.

Gemäß der Erfindung wird mit mindest einem Abschottelement der Luftdurchtritt zwischen Übertragungstrommeln gedrosselt. Wenn Greiferreihen an den Übertragungstrommeln jeweils auf einer Greiferwelle angeordnet sind, dann können als Abschottelemente ineinander kämmende Dichtleisten vorgesehen sein, die an den Greiferwellen befestigt sind. Bei einer Bogendruckmaschine, bei der ein Bogen aus einer Greiferreihe einer Übertragungstrommel an eine Greiferreihe eines Druckzylinders übergeben wird, bei der der Druckzylinder mit einem Übertragungszylinder zusammen wirkt und bei der im Bauraum zwischen dem Übertragungszylinder, dem Druckzylinder und dem Übertragungszylinder eine Blasluftvorrichtung angeordnet ist, wird durch Dichtleisten zuverlässig verhindert, dass die Bogenübergabe durch Blasluft beeinträchtigt ist.

Die Erfindung soll nachstehend anhand eines Ausführungsbeispieles erläutert werden, es zeigen:

1: ein Schema einer Bogenübergabe zwischen einer Transfertrommel und einem Druckzylinder einer Offsetbogendruckmaschine,

2: ein Schema zur Beeinflussung der Bogenübergabe mit Blasluft, und

3: ein Schema zur Wirkung von Dichtleisten.

1 zeigt einen Übertragungszylinder 1 und einen Druckzylinder 2 einer Offsetbogendruckmaschine, wobei dem Druckzylinder 2 eine Transfertrommel 3 vorgeordnet ist. Der Übertragungszylinder 1, der Druckzylinder 2 und die Transfertrommel 3 laufen synchron in Richtung der Pfeile 4 um. Die Rotationsachsen des Übertragungszylinders 1, des Druckzylinders 2 und der Transfertrommel 3 liegen so, dass zwischen Übertragungszylinder 1 und Druckzylinder 2 ein Druckspalt 5 gebildet ist und sich die Umlaufkonturen 6, 7 des Druckzylinders 2 und der Transfertrommel 3 tangential berühren. In einem Kanal 8 des Druckzylinders 2 ist eine Greiferwelle 9 angeordnet, die um eine Achse 10 parallel zur Rotationsachse des Druckzylinders 2 schwenkbar ist. Auf der Transfertrommel 3 ist eine weitere Greiferwelle 11 angeordnet, die um eine Achse 12 parallel zur Rotationsachse der Transfertrommel 3 schwenkbar ist. An den Greiferwellen 9, 10 sind Greiferreihen mit Greiferfingern 13, 14 befestigt, die jeweils mit Greiferfingerauflagen 15, 16 des Druckzylinders 2 und der Transfertrommel 3 zusammen wirken. In 1 besitzen der Druckzylinder 2 und die Transfertrommel 3 eine Drehstellung, in der ein Bogen 17 an seiner Vorderkante 18 aus den Greifern der Transfertrommel 3 in die Greifer des Druckzylinders 2 übergeben wird.

In einem Freiraum 19 zwischen dem Übertragungszylinder 1, dem Druckzylinder 2 und der Transfertrommel 3 befinden sich eine Blasleiste 20 und ein Blasrohr 21. Um den Bogen 17 auf dem Weg in den Druckspalt 5 zu führen, treten aus der Blasleiste 20 und dem Blasrohr 21 gerichtete Blasluftströme 22, 23 aus, die eine Kraftwirkung auf den Bogen 17 ausüben. Dadurch entsteht in dem Freiraum 19 ein Überdruck.

Ohne zusätzliche Maßnahmen würde ein Teil der unter Druck stehenden Luft 24 durch Freiräume entweichen, die zwischen den Greiferfingern 13, 14 bestehen, was näher in 2 dargestellt ist. Die durch die Freiräume hindurch strömende Luft 24 kann die Lage der Vorderkante 18 des Bogens 17 beeinflussen, so dass die übernehmenden Greifer des Druckzylinders 2 die Vorderkante 18 nicht exakt greifen.

Zum Vermeiden von Übergabepasserfehlern sind an den Greiferwellen 9, 11, wie in den 1 und 3 gezeigt, Dichtleisten 25, 26 befestigt. Die Dichtleisten 25, 26 verschließen in Übergabeposition des Bogens 17 die Freiräume zwischen den Greiferfingern 13, 14 und wirken als Abschottelemente für die im Freiraum 19 unter Druck stehende Luft 24. In 3 ist zu erkennen, dass die Greiferfinger 13, 14 und die Vorderkante 18 bezüglich der Blasluft 24 abgeschirmt sind, wobei die Dichtleisten 25, 26 etwas überlappen. Die Dichtleisten 25, 26 können aus einem elastischen Material bestehen, wobei über die Länge stabilisierende Stege 27, 28 vorgesehen sind.

1
Übertragungszylinder
2
Druckzylinder
3
Transfertrommel
4
Pfeil
5
Druckspalt
6, 7
Umlaufkontur
8
Kanal
9
Greiferwelle
10
Achse
11
Greiferwelle
12
Achse
13, 14
Greiferfinger
15, 16
Greiferauflage
17
Bogen
18
Vorderkante
19
Freiraum
20
Blasleiste
21
Blasrohr
22, 23
Blasluftstrom
24
Luft
25, 26
Dichtleiste
27, 28
Steg


Anspruch[de]
Vorrichtung zum Fördern eines Bogens durch eine drucktechnische Maschine, mit zwei zusammenwirkenden drehbaren Übertragungstrommeln, die jeweils mindestens ein Greifersystem mit Greifern aufweisen,

mit einer Betätigungsvorrichtung für die Greifer zur Übergabe des Bogens von einem Greifersystem der ersten Übertragungstrommel zum Greifersystem der zweiten Übertragungstrommel,

und mit mindestens einer pneumatischen Einrichtung, die auf den Bogen einwirkt,

dadurch gekennzeichnet,

dass bei der Übergabe des Bogens (17) der Luftdurchtritt zwischen den Übertragungstrommeln (2, 3) durch mindestens ein Abschottelement (25, 26) gedrosselt ist.
Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass bei einer Druckmaschine, bei der eine Blasluft erzeugende pneumatische Einrichtung (20, 21) im Bereich eines auslaufenden Spaltes zwischen den Übertragungstrommeln (2, 3) angeordnet ist, das Abschottelement durch mindestens eine mit den Zylindern umlaufende Dichtleiste (25, 26) gebildet ist. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass an jeder Übertragungstrommel (2, 3) eine Dichtleiste (25, 26) vorgesehen ist, wobei die Dichtleisten (25, 26) bei der Bogenübergabe ineinander kämmen oder überlappen. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Abschottelement (25) zusammen mit einem Greifersystem (9, 13, 15) in einem Kanal (8) der Übertragungstrommel (2) befestigt ist. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass bei einem Greifersystem, bei dem Greiferfinger (13) auf einer Greiferwelle (9) sitzen, das Abschottelement (2S) auf der Greiferwelle (9) befestigt ist.






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