Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Doppelstück-Webmaschine
zum Doppelstück-Weben eines oberen und eines unteren Gewebes, wobei das obere
und das untere Gewebe wenigstens eine erste Zone mit Polschlingen umfassen, wobei
die Polschlingen um verlorene Polschlingen-Schussfäden gebildet werden, und
wenigstens eine zweite Zone umfassen, in der keine Polschlingen um verlorene Polschlingen-Schussfäden
gebildet werden.
Beim Doppelstück-Weben mit einer Doppelstück-Webmaschine
werden ein oberes und ein unteres Gewebe gleichzeitig gewebt. Zum Weben von Geweben
mit einer Polschlinge, werden zum Ausführen der Polschlingen verlorene Polschlingen-Schussfäden
verwendet. Meistens werden die verlorenen Polschlingen-Schussfäden über
einen Abstandshalter eingeführt, der die Höhe der Schlinge bestimmt. Die
verlorenen Polschlingen-Schussfäden werden von dem oberen und dem unteren Gewebe
entfernt, nachdem das obere und das untere Grundgewebe getrennt werden, und wenn
die Polschlinge mit dem Schnittpol nach dem Durchschneiden der Bereiche mit dem
zu schneidenden Pol (der Pol, welcher sich zwischen dem unteren und dem oberen Gewebe
erstreckt) kombiniert wird.
Beim Doppelstück-Weben eines oberen und eines unteren Gewebes
auf einer Doppelstück-Webmaschine, bei welcher das obere und/oder das untere
Gewebe wenigstens eine erste Zone mit Polschlingen umfasst, in der die Polschlingen
um verlorene Polschlingen-Schussfäden gebildet werden, und wenigstens eine
zweite Zone umfasst, in der keine Polschlingen um verlorene Polschlingen-Schussfäden
gebildet werden, taucht das Problem auf, dass, wenn in der zweiten Zone in dem oberen
und/oder dem unteren Gewebe ein Bereich in der Schussrichtung, in dem keine Polschlingen
um verlorene Polschlingenschussfäden gebildet werden, eine beträchtliche
Länge überbrückt, dieser verlorene Schussfaden nicht von Polschlingen
über diese Länge gehalten wird. Dies kann während des Webvorgangs
mehrere unvorteilhafte Folgen haben. Für das obere Gewebe bedeutet dies, dass
die verlorenen Polschlingen-Schussfäden durchhängen können. Dieses
Durchhängen kann zunächst dazu führen, dass die verlorenen Polschlingen-Schussfäden
in Berührung mit dem unteren Gewebe kommen und dort hängen bleiben können.
Ferner können die verlorenen Polschlingen-Schussfäden in Reichweite der
Schneidvorrichtung enden und aufgrund dessen die Trennung des oberen von dem unteren
Gewebe behindern. Wird der Schlingenpol mit dem Schnittpol kombiniert, kann der
Schneidvorgang des zu schneidenden Pols behindert werden. Ferner kann es zu einer
exzessiven Abnutzung des Messers kommen, die verlorenen Polschlingen-Schussfäden
können zwischen dem Messerschlitten und der Führung hängen bleiben,
der Polschlingen-Schussfaden selbst kann durchgeschnitten werden, und dadurch kann
es unmöglich sein, ihn nach der Trennung des oberen und des unteren Gewebes
vollständig zu entfernen. Was das untere Gewebe betrifft, bedeutet dies, dass
mit einer Kombination von Schlingenpol und Schnittpol in der zweiten Zone, in der
ein oder mehrere Bereiche in der Schussrichtung vorliegen, und in der keine Polschlingen
um verlorene Polschlingen-Schussfäden herum gebildet werden, diese Bereiche
den Schneidvorgang des zu schneidenden Pols auf dieselbe Weise negativ beeinflussen.
In EP 1072705 A1 ist
ein Gewebe mit einer Kombination aus Schnittpol und falschem Bouclé beschrieben
(Bilden von Schlingenpol um einen Schussfaden, welcher an dem Grundgewebe angeordnet
ist und meistens ein dicker Schussfaden ist). In diesem Patent ist zu sehen, dass
zwischen 2 Polnoppen des Schnittpols falsche Polschlingen um den dicken Schussfaden
gebildet sind, um zu vermeiden, dass dieser Schussfaden durchhängt oder frei
hängt, wenn keine Polschlingen in der Schussrichtung um die verschiedenen Kettfadensysteme
einer größeren Zone herum gebildet sind. Der Nachteil dieses Prinzips
besteht darin, dass es nur bei falschen Schlingen angewendet werden kann, da sie
eng am Grundgewebe anliegen und unbemerkt zwischen dem Schnittpol vorliegen.
Beim Bilden echter Schlingen kann die Polschlinge aufgrund ihrer Höhe
und aufgrund ihrer Tendenz, sich auch in der Kettrichtung zu biegen, die verlorenen
Schussfäden nicht unbemerkt auf dieselbe Weise sichern.
Daher ist es das Ziel der Erfindung, ein Verfahren und eine Doppelstück-Webmaschine
zum Doppelstück-Weben eines oberen und eines unteren Gewebes vorzusehen, wie
im ersten und im zweiten Absatz des Textes dieser Beschreibung beschrieben, wobei
ein oder mehrere Bereiche in der Schussrichtung, in denen keine Polschlingen um
verlorene Polschlingenfäden in der einen oder den mehreren zweiten Zonen gebildet
sind, keine schädliche Auswirkung auf den Webvorgang und den Schneidvorgang
des oberen und des unteren Gewebes haben.
Gemäß der vorliegenden Erfindung wird dieses Ziel durch
Vorsehen eines Verfahrens mit den in dem ersten Absatz dieser Beschreibung genannten
Merkmalen erzielt, wobei Fangmittel zum Halten der verlorenen Polschlingen-Schussfäden
in der zweiten Zone in einem oder mehreren Bereichen in der Schussrichtung, in denen
keine Polschlingen um diese verlorenen Polschlingenschussfäden gebildet sind,
vorgesehen sind.
Auf diese Weise können in der zweiten Zone, in
der ein oder mehrere Bereiche in der Schussrichtung vorliegen, in denen keine Polschlingen
um verlorene Polschlingen-Schussfäden gebildet werden, dieser eine oder diese
mehreren Bereiche in der Schussrichtung der verlorenen Polschlingen-Schussfäden
den Webvorgang und den Schneidvorgang des oberen und des unteren Gewebes nicht länger
stören.
Bei einem bevorzugten erfindungsgemäßen Verfahren ist die
Doppelstück-Webmaschine mit einem Webriet versehen, und die Fangmittel für
das obere und/oder das untere Gewebe sind in regelmäßigen Abständen
in den Räumen zwischen den Rietzähnen vorgesehen.
Bei einem stärker bevorzugten erfindungsgemäßen Verfahren
sind die Fangmittel für das obere und das untere Gewebe in verschiedenen Räumen
zwischen den Rietzähnen vorgesehen.
Dies hat den Vorteil, dass durch das Verteilen der Fangmittel für
das obere und das untere Gewebe in verschiedenen Räumen zwischen den Rietzähnen,
diese Räume weniger stark ausgefüllt sind und dadurch gleichmäßiger
über die Breite der Doppelstück-Webmaschine verteilt sind.
Vorzugsweise werden bei diesem erfindungsgemäßen Verfahren
die verlorenen Polschlingen-Schussfäden mit Hilfe von Schusseintragemitteln
eingetragen und die Fangmittel für das obere und das untere Gewebe werden zwischen
wenigstens zwei Stellungen bewegt, wobei in einer ersten Stellung, in der die Polschlingen-Schussfäden
für das obere Gewebe eingetragen werden, die Fangmittel für das obere
und/oder das untere Gewebe unter dem Schusseintragemittel angeordnet werden, und
wobei in einer zweiten Stellung, in der die verlorenen Polschlingen-Schussfäden
für das untere Grundgewebe eingetragen werden, die Fangmittel für das
untere und/oder das obere Grundgewebe unter dem Schusseintragemittel angeordnet
werden.
Dabei können die Fangmittel zwischen den wenigstens zwei Stellungen
auf verschiedene Weise bewegt werden:
- – erstens durch Aufhängen und Verteilen über einen oder mehrere
Webrahmen;
- – zweitens durch Koppeln an ein oder mehrere Messer einer sich auf und
ab bewegenden Auswahlvorrichtung;
- – drittens durch Koppeln an eine mechanische oder elektromechanische
Vorrichtung, die die wenigstens zwei Stellungen ausführt.
Das Fangmittel kann auf verschiedene Weise ausgeführt sein.
Gemäß einem ersten bevorzugten erfindungsgemäßen
Verfahren werden die Fangmittel fest an zwei Verbindungspunkten an der Doppelstück-Webmaschine
angebracht, wobei ein erster Verbindungspunkt hinter dem Schneidblatt der Schneidvorrichtung
liegt und wobei ein zweiter Verbindungspunkt vor der Schusseintragzone liegt. Bei
der Angabe hinter und vor ist hier die Richtung gemeint, der das Gewebe während
des Webvorgangs folgt. Unter „Hinter" ist weiter voran auf dem Weg, dem die
Fäden und das obere und das untere Gewebe folgen zu verstehen, während
unter „vor" weiter vorn auf dem Weg, dem die Fäden und das obere und
das untere Gewebe folgen, zu verstehen ist.
Vorzugsweise ist der erste Punkt hinter der Zone angeordnet, in der
die verlorenen Polschlingenfäden von dem oberen und dem unteren Gewebe entfernt
werden.
Stärker vorzugsweise ist der erste Punkt an der Schneidschiene
angeordnet, an der sich die Schneidmesser vor und zurück bewegt.
Einerseits kann der zweite Punkt ein fester Punkt der Doppelstück-Webmaschine
sein.
Andererseits kann der zweite Punkt ein Element sein, welches die Bewegung
der Fachbildung des Fangmittels sicherstellt.
Bei einem bevorzugten erfindungsgemäßen Verfahren ist ein
elastisches Element zwischen dem ersten und dem zweiten Punkt vorgesehen worden.
Auf diese Weise kann die Bewegung für die Fachbildung bei einer
fast konstanten Spannung des Fangmittels ermöglicht werden.
Vorzugsweise wird das elastische Element an einem der Enden des Fangmittels
vorgesehen.
Stärker bevorzugt wird das elastische Element am Ende der Fangmittel
vorgesehen, welche vor der Schusseintragezone der Doppelstück-Webmaschine angeordnet
sind.
Bei einem zweiten bevorzugten erfindungsgemäßen Verfahren
werden die Fangmittel in einer kontinuierlichen Weise zugeführt und bewegen
sich fast gleichmäßig mit den Kettfäden des oberen und des unteren
Gewebes.
Vorzugsweise werden die Fangmittel von einer oder mehreren Spulen
zugeführt.
Nachdem das obere und das untere Gewebe getrennt worden sind, werden
die Fangmittel vorzugsweise zu einer oder zu beiden Seiten der Doppelstück-Webmaschine
geführt.
Gemäß diesem Verfahren bestehen die Fangmittel vorzugsweise
aus einem oder mehreren Fang-Kettfäden, welche jeder mittels eines Führungsauges
geführt werden und welche von der Gewebezone mittels einer Antriebstrommel
entfernt werden.
Bei einem bevorzugten erfindungsgemäßen Verfahren weisen
der eine oder die mehreren Bereiche in der Schussrichtung, in denen keine Polschlingen
um verlorene Polschlingen-Schussfäden gebildet werden, eine Länge von
wenigstens 5 cm auf.
Bei einem bevorzugten erfindungsgemäßen Verfahren bestehen
die Fangmittel aus Fang-Kettfäden in der Form von Strängen, Fäden,
Kettfäden, Metalldrähten und/oder Bändern.
Gemäß dieser Erfindung wird das Ziel durch Vorsehen einer
Doppelstück-Webmaschine mit den in dem ersten Absatz dieser Beschreibung genannten
Merkmalen erreicht, wobei die Doppelstück-Webmaschine zum Ausführen des
oben beschriebenen Verfahrens vorgesehen ist.
Die Merkmale und Besonderheiten der vorliegenden Erfindung werden
nachfolgend durch zwei Ausführungsformen beispielhaft mit Bezug zu den beiliegenden
Zeichnungen erläutert. Es wird darauf hingewiesen, dass spezielle Aspekte nur
anhand eines bevorzugten Beispiels dessen, was in der oben erwähnten allgemeinen
Beschreibung der Erfindung gemeint ist, beschrieben werden und in keiner Weise als
eine Einschränkung des Rahmens der vorliegenden Erfindung gemäß den
Ansprüchen zu verstehen sind.
Für die beiliegenden Zeichnungen gilt:
1 ist eine schematische Darstellung einer Doppelstück-Webmaschine
zum Anwenden einer ersten Ausführungsform eines Verfahrens zum Doppelstück-Weben
eines oberen und eines unteren Gewebes, wobei das obere und/oder das untere Gewebe
wenigstens eine erste Zone mit Polschlingen umfassen, wobei die Polschlingen um
verlorene Polschlingen-Schussfäden herum gebildet sind, und wenigstens eine
zweite Zone mit einem oder mehreren Bereichen in der Schussrichtung umfassen, in
der keine Polschlingen um verlorene Polschlingen-Schussfäden herum gebildet
sind;
2 ist eine schematische Darstellung einer Doppelstück-Webmaschine
zum Anwenden einer zweiten Ausführungsform eines Verfahrens zum Doppelstück-Weben
eines oberen und eines unteren Gewebes, wobei das obere und/oder das untere Gewebe
wenigstens eine erste Zone mit Polschlingen umfassen, wobei die Polschlingen um
verlorene Polschlingen-Schussfäden herum gebildet sind, und wenigstens eine
zweite Zone mit einem oder mehreren Bereichen in der Schussrichtung umfasst, in
denen keine Polschlingen um verlorene Polschlingen-Schussfäden herum gebildet
sind;
3 ist eine Ansicht von vorn einer Vorrichtung, wie
sie in 2 dargestellt ist, wobei die Fangmittel an einer
Seite der Doppelstück-Webmaschine weggeführt sind.
Bei einem erfindungsgemäßen Verfahren wird eine Doppelstück-Webmaschine
(100), wie in den 1 und 2
gezeigt, zum Doppelstück-Weben eines oberen und eines unteren Gewebes (101,
102) verwendet, wobei das obere und/oder das untere Gewebe (101,
102) wenigstens eine erste Zone mit Polschlingen umfasst, wobei die Polschlingen
um verlorene Polschlingen-Schussfäden (16, 16') herum gebildet
sind, und wenigstens eine zweite Zone mit einem oder mehreren Bereichen in der Schussrichtung
umfasst, in der keine Polschlingen um verlorene Polschlingen-Schussfäden (16,
16') gebildet sind. Das obere und das untere Gewebe (101,
102) werden mittels einer Schneidvorrichtung (7) getrennt, welche
mit einem Schneidmesser (7a) versehen ist.
Die Doppelstück-Webmaschine (100) umfasst einen Schusseintragemechanismus,
der drei Schusseintragevorrichtungen umfasst, d. h. eine obere (10) und
eine untere Schusseintragevorrichtung (10') zum Eintragen der Schussfäden
(15, 15') des oberen und des unteren Gewebes und eine zentrale
Schusseintragevorrichtung (2) zum Eintragen der verlorenen Polschlingen-Schussfäden
(16, 16'), d. h. der verlorenen Polschlingen-Schussfäden
(16) für das obere Gewebe (101) und der verlorenen Polschlingen-Schussfäden
(16') für das untere Gewebe (102) zum Bilden der Polschlingen.
Die verlorenen Polschlingen-Schussfäden (16, 16') werden
hier über Abstandshalter (3, 3') eingetragen, welche die
Höhe der Polschlingen definieren.
In der einen oder den mehreren zweiten Zonen des oberen und/oder des
unteren Gewebes (101, 102), das einen oder mehrere Bereiche in
der Schussrichtung mit verlorenen Polschlingen-Schussfäden (16,
16') umfasst, um welche keine Polschlingen gebildet sind, insbesondere
bei Bereichen mit einer Länge in der Schussrichtung von 5 cm und mehr, haben
diese verlorenen Polschlingen-Schussfäden (16, 16') eine
unangenehme Wirkung. Diese verlorenen Polschlingen-Schussfäden (16)
des oberen Gewebes (101) neigen dazu, in einem oder mehreren Bereichen,
in denen keine Polschlingen um diese verlorenen Polschlingen-Schussfäden (16)
herum gebildet sind, durchzuhängen, wodurch die folgenden schädlichen
Wirkungen auftreten können:
- – die verlorenen Polschlingen-Schussfäden (16) können
in Berührung mit dem unteren Gewebe (102) kommen und dort hängen
bleiben;
- – die verlorenen Polschlingen-Schussfäden können in die Reichweite
der Schneidvorrichtung gelangen und aufgrund dessen die Trennung des oberen und
des unteren Gewebes (101, 102) behindern;
- – werden die Polschlingen mit einem Schnittpol kombiniert, kann der Scheidvorgang
des zu schneidenden Pols behindert werden;
- – es kann zu einer übermäßigen Abnutzung der Messer kommen;
- – die verlorenen Polschlingen-Schussfäden (16) können
zwischen dem Messerschlitten und der Führung hängen bleiben;
- – die Polschlingen-Schussfäden (16) können selbst
durchgeschnitten werden und so kann es unmöglich werden, sie nach dem Trennen
des oberen von dem unteren Gewebe (101, 102) vollständig
zu entfernen.
Was das untere Gewebe (102) betrifft, so bedeutet dies, dass
mit einer Kombination von Schlingenpol und Schnittpol, solchen verlorenen Polschlingen-Schussfäden
(16') mit einem oder mehreren Bereichen, um welche keine Polschlingen gebildet
sind, den Schneidvorgang auf dieselbe Weise negativ beeinflusst.
Um dieses Problem zu lösen, sind Fangmittel vorgesehen, um die
verlorenen Polschlingen-Schussfäden (16, 16') in der zweiten
Zone in einem oder mehreren Bereichen in der Schussrichtung, in der keine Polschlingen
um diese verlorenen Polschlingen-Schussfäden (16, 16') herum
gebildet sind, zu halten. Vorzugsweise umfassen diese Fangmittel Fang-Kettfäden
(1) in der Form von Strängen, Fäden, Kettfäden, Metalldrähten
und/oder Bändern.
Fang-Kettfäden (1) können für das obere Gewebe
(101), für das untere Gewebe (102) oder für beide Gewebe
vorgesehen sein. In den 1 und 2
sind Fang-Kettfäden (1), (1') jeweils sowohl für das
obere Gewebe (101) als auch für das untere Gewebe (102) vorgesehen.
Die Fang-Kettfäden (1, 1') sind in den Räumen zwischen
den Rietzähnen des Webriets (9) der Doppelstück-Webmaschine hinzugefügt.
Vorzugsweise erfolgt dies in regelmäßigen Abständen, beispielsweise
alle 5, 8, 10, 12, 20 oder 25 cm. Die Fang-Kettfäden (1,
1') für das obere und das untere Gewebe (101, 102)
können in unterschiedlichen Räumen zwischen den Rietzähnen angeordnet
sein, was zu einem regelmäßiger verteilten Ausfüllen der Räume
zwischen den Rietzähnen führt. Aus diesem Grund ist jedes Mal nur ein
Fang-Kettfaden (1, 1'), in den Räumen zwischen den Rietzähnen,
in welchen die Fangkettfäden vorgesehen worden sind, hinzugefügt und nicht
zwei, was der Fall ist, wenn die Fang-Kettfäden (1, 1') für
das obere und das untere Gewebe (101, 102) in demselben Raum zwischen
den Rietzähnen vorgesehen sind.
Während der Fachbildung sollten die Fang-Kettfäden (1,
1') eine Stellung zum Fangen der verlorenen Polschlingen-Schussfäden
(16, 16') einnehmen. Wenn der Polschlingen-Schussfaden (16)
für das obere Gewebe (101) eingetragen werden muss, müssen sich
die Fang-Kettfäden (1) für das obere Gewebe in einer Stellung
unter der zentralen Schusseintragevorrichtung (2) in der Fachbildung befinden,
und der verlorene Polschlingen-Schussfaden für das untere Gewebe (102)
ist in derselben Stellung angeordnet, d. h. unter der zentralen Schusseintragevorrichtung
(2).
Wenn der Polschlingen-Schussfaden (16') für das untere
Gewebe (102) eingetragen werden muss, müssen sich die Fang-Kettfäden
(1') für das untere Gewebe (102) in einer Stellung über
der zentralen Schusseintragevorrichtung (2) befinden, und die Fang-Kettfäden
(1) für das obere Gewebe (101) sind auch in dieser Stellung
angeordnet, d. h. über der zentralen Schusseintragevorrichtung (2).
Die Bewegung der Fang-Kettfäden (1, 1') zwischen
diesen wenigstens zwei Stellungen kann durch Aufhängen und Verteilen der Fang-Kettfäden
(1, 1') für das obere und das untere Gewebe (101,
102) über einen oder mehrere Webrahmen (in den Figuren nicht dargestellt)
realisiert werden. Soll pro zwei Schüssen an der Doppelstück-Webmaschine
eine Wiederholung des Eintrags von Polschlingen-Schussfäden (16,
16') erfolgen, d. h. in einem ersten Schuss sind die Fang-Kettfäden
(1, 1') für das obere und das untere Gewebe (101,
102) in einer ersten Stellung, und in einem zweiten Schuss sind die Fang-Kettfäden
(1, 1') in einer zweiten Stellung, und dies wird während
des Webvorgangs wiederholt, so können die Fang-Kettfäden (1)
an die Messer einer sich auf und ab bewegenden Auswahlvorrichtung, beispielsweise
des Jacquard-Mechanismus der Doppelstück-Webmaschine, gekoppelt werden. Ferner
kann diese Bewegung zwischen den wenigstens zwei Stellungen auch durch Koppeln der
Fang-Kettfäden (1, 1') an eine Hebevorrichtung (4,
4') realisiert werden, die die wenigstens zwei Stellungen der Polschlingen-Schussfäden
(16, 16') und die Wiederholung pro zwei Schüssen an der Doppelstück-Webmaschine
in einer mechanischen oder elektromechanischen Weise ausführen kann.
Die Fang-Kettfäden (1, 1') können auf
verschiedene Weise ausgeführt sein.
Wie in 1 dargestellt ist, können
die Fang-Kettfäden (1, 1') fest mit zwei Verbindungspunkten
an der Doppelstück-Webmaschine (100) verbunden sein. Dabei ist ein
erster Verbindungspunkt hinter dem Schneidmesser (7a) der Schneidvorrichtung
(7) angeordnet, während ein zweiter Verbindungspunkt vor der Schusseintragezone
angeordnet ist. Bei der Bezeichnung hinter und vor ist die Richtung
berücksichtigt, der das obere und das untere Gewebe (101,
102) während des Webvorgangs folgt. Unter „Hinter" ist weiter
voran auf dem Weg, dem die Fäden und das obere und das untere Gewebe (101,
102) folgen zu verstehen, während unter „vor" weiter vorn auf
dem Weg, dem die Fäden und das obere und das untere Gewebe (101,
102) folgen, zu verstehen ist.
Vorzugsweise ist der erste Verbindungspunkt hinter der Zone angeordnet,
in der die verlorenen Polschlingen-Schussfäden (16, 16')
von dem oberen und dem unteren Gewebe (101, 102) entfernt werden.
In 1 sind die Fang-Kettfäden (1) für
das obere Gewebe (101) an einem oberen ersten, festen Verbindungspunkt
(1a) der Doppelstück-Webmaschine verbunden, und die Fang-Kettfäden
(1') für das untere Gewebe (102) sind an einem unteren ersten,
festen Verbindungspunkt (1a') der Doppelstück-Webmaschine verbunden.
Der erste Verbindungspunkt kann beispielsweise an der Schneidschiene angeordnet
sein, an der sich das Schneidmesser (7a) vor und zurück bewegt.
Am anderen Ende sind die Fang-Kettfäden (1,
1') fest mit dem zweiten Verbindungspunkt verbunden, welcher vorzugsweise
ein fester Punkt an der Doppelstück-Webmaschine, vorzugsweise eine Querstrebe,
ist. Der zweite Verbindungspunkt kann jedoch auch ein Element für die Bewegung
der Fachbildung der Fang-Kettfäden (1, 1') sein. In
1 sind die Fang-Kettfäden (1) für
das obere Gewebe (101) an einem oberen zweiten, festen Verbindungspunkt
(11) der Doppelstück-Webmaschine verbunden, und die Fang-Kettfäden
(1') für das untere Gewebe (102) sind an einem unteren zweiten,
festen Verbindungspunkt (11') der Doppelstück-Webmaschine verbunden.
Um die Bewegung der Fachbildung bei fast konstanter Spannung der Fang-Kettfäden
(1, 1') zu ermöglichen, sind vorzugsweise Federn (11,
11') zwischen dem ersten (11a, 11a') und dem zweiten
Verbindungspunkt (1a, 1a') eingeführt. In 1
ist eine erste Feder (11) für die Fang-Kettfäden (1)
des oberen Gewebes (101) dargestellt, während eine zweite Feder (11')
für die Fang-Kettfäden (1') des unteren Gewebes (102)
dargestellt ist. Vorzugsweise sind diese Federn (11, 11') an einem
der Enden der Fang-Kettfäden (1, 1') vorgesehen, und noch
stärker vorzugsweise am Ende der Fang-Kettfäden (1,
1'), welche vor der Schusseintragezone der Doppelstück-Webmaschine
angeordnet sind.
Wie bei dieser ersten Ausführungsform unterliegen die Fang-Kettfäden
(1, 1') aufgrund der kontinuierlichen Wirkung der daran gleitenden
verlorenen Polschlingen-Schussfäden (16, 16') einer Abnutzung,
und dies kann den Nachteil aufweisen, dass die Fang-Kettfäden (1,
1'), die sich praktisch nicht in der Kettrichtung bewegen, bewirken, dass
die verlorenen Polschlingen-Schussfäden (16, 16') akkumulieren
und kann dazu führen, dass das obere und/oder das untere Gewebe zwischen den
Fang-Kettfäden (1, 1') und dem oberen oder dem unteren Regler
(8, 8') der Doppelstück-Webmaschine eingezwängt wird
und sich dort verfängt. Eine übermäßige Spannung oder ein Reißen
der Fang-Kettfäden (1, 1') kann mittels Fallklingen überwacht
werden, welche der Doppelstück-Webmaschine ein Signal geben, falls ein Fang-Kettfaden
(1, 1') bricht oder einer übermäßigen Spannung
unterliegt, sodass die Doppelstück-Webmaschine gestoppt werden kann.
Um Störungen als Folge dieses Abnutzungsprozesses zu vermeiden,
ist eine zweite bevorzugte Ausführungsform der Erfindung in den 2
und 3 dargestellt, wobei die Fang-Kettfäden (1,
1') kontinuierlich zugeführt werden und sich fast gleichmäßig
mit den Kettfäden des oberen und des unteren Gewebes (101,
102) bewegen. Bei dieser Ausführungsform können die Fang-Kettfäden
(1, 1') von einer oder von mehreren Spulen (5,
5') zugeführt werden und beispielsweise von dem Polfaden-Webspulengatter
kommen. In 2 werden die Fang-Kettfäden (1)
für das obere Gewebe (101) von einer ersten Spule (5) zugeführt,
während die Fang-Kettfäden (1') für das untere Gewebe (102)
von einer zweiten Spule (5') zugeführt werden. Nachdem das obere und
das untere Gewebe (101, 102) getrennt worden sind, werden die
sich in der Kettrichtung erstreckenden und bewegenden Fang-Kettfäden (1,
1') zu einer oder zu beiden Seiten der Doppelstück-Webmaschine geführt,
wie in 3 dargestellt ist. Zu diesem Zweck ist eine
Umkehrrolle (13) vorgesehen, die ermöglicht, dass eine Richtungsänderung,
beispielsweise eine Aufwärtsumlenkung, während der Entfernung des oberen
und des unteren Gewebes (101, 102) von der Doppelstück-Webmaschine
zu der Ablegevorrichtung für diese Gewebe (101, 102) oder
der Aufrollvorrichtung für das obere und das untere Gewebe (101,
102) erfolgt. Dabei werden das obere Gewebe (101) und das untere
Gewebe (102) unter Spannung mittels einer Zugrolle (6 bzw.
6') entfernt. Wie in 3 dargestellt ist, wird
jeder Fang-Kettfaden (1, 1') beispielsweise mittels eines Führungsauges
(14) geführt, welches an einem Verbindungspunkt (14a), beispielsweise
einer Querstrebe der Doppelstück-Webmaschine, befestigt ist, und von der Gewebezone
mittels einer Antriebstrommel (18) entfernt wird. Die Fang-Kettfäden
(1, 1') werden in einem Behälter (19) gesammelt.