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Dokumentenidentifikation DE202007005559U1 02.08.2007
Titel Aktiv-Passiv-Schultermobilisator
Anmelder Reinbold, Ina, 77694 Kehl, DE;
Reinbold, Klaus, 77694 Kehl, DE
Vertreter Dedden, M., Rechtsanw., 77694 Kehl
DE-Aktenzeichen 202007005559
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 02.08.2007
Registration date 28.06.2007
Application date from patent application 16.04.2007
IPC-Hauptklasse A61H 99/00(2006.01)A, F, I, 20070416, B, H, DE
IPC-Nebenklasse A61H 1/02(2006.01)A, L, I, 20070416, B, H, DE   A63B 23/02(2006.01)A, L, I, 20070416, B, H, DE   A63B 21/16(2006.01)A, L, I, 20070416, B, H, DE   A63B 23/12(2006.01)A, L, I, 20070416, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Ziel und Aufgabe der Erfindung ist das gelenkgerechte Training der Schultergelenke.

In der physiotherapeutischen Praxis werden für diese Aufgaben meist Schlingentische eingesetzt. Diese ermöglichen, wie in DE 201 03 403 U1 und DE 201 12 230 U1 beschrieben wird, passives und aktives Bewegen des Patienten oder einzelner Körperabschnitte, indem sie dem Patienten das Gewicht abnehmen und die Führung erleichtern oder die Stellung einzelner Körperanschnitte zueinander fixieren.

Derartige Vorrichtungen, wie sie beispielsweise in DE 94 08 026 U1, DE 199 18 110 A1 und beschrieben werden, sind zwar für den Gebrauch in Praxen und Krankenhäusern geeignet, können aber aufgrund ihres Preises und des Platzbedarfs nicht oder nur mit unverhältnismäßigem Aufwand in Privathaushalten eingesetzt werden und bedürfen aufgrund ihrer Konstruktion oft eines Helfers, der den Patienten bei den Übungen unterstützt.

Auch herkömmliche Decken- oder Wandschlingengeräte sind, wie in DE 94 12 920 U1 ausgeführt wird, aufgrund der modernen Leichtbauweise schlecht oder gar nicht montierbar.

Andererseits ist, wie beispielsweise DE 44 23 120 A1 feststellt, eine möglichst hohe Mobilität des Geräts wünschenswert, um die Zahl der möglichen Übungsorte zu erhöhen.

Ein weiterer Nachteil der klassischen Schlingentische ist, daß sie, wie in DE 298 09 527 U1 ausgeführt wird, im Liegen benutzt werden. Dies ist bei Patienten, die ihre Übungen auch im Stehen oder Sitzen absolvieren können, eine unnötige Beeinträchtigung und, da eine Liegefläche benötigt wird, auch ein vermeidbarer Platzaufwand.

Bisher bekannte, kostengünstige Vorrichtungen für den Heimeinsatz sind nicht geeignet, die vom Schlingentisch her bekannten Bewegungen zu ermöglichen.

So ist beispielsweise der in DE 10 2004 019 192 A1 beschriebene Seilzugapparat zwar zum Training der Muskulatur geeignet, ermöglicht aber nicht die erforderliche passive Bewegung. Gleiches gilt für DE 38 00 035 A1 und DE 39 09 519 A1, die zwar die Besonderheiten des Heimeinsatzes berücksichtigen, aber ausdrücklich nur dem Muskeltraining dienen.

Der Mangel an geeignetem Trainingsgerät führt dazu, daß Patienten entweder völlig auf Übungen zwischen den einzelnen Behandlungsterminen verzichten und so die Heilung verlangsamt und der Therapieerfolg zwischen zwei Sitzungen durch Untätigkeit wieder abgebaut wird, oder sie greifen zu verschiedenen Improvisationen.

Dazu zählen beispielsweise Gummibänder, die aber eher der Kräftigung dienen und in ihrer Wirkung schlecht dosierbar sind, so daß schmerzhafte Abbremsbewegungen erforderlich sind.

Andere Übungen bestehen darin, den Arm auf einer glatten Oberfläche nach vorne zu schieben, was allerdings kein optimaler Bewegungsablauf ist, oder sie sehen vor, mit den Fingern an der Wand hochzukrabbeln, was wiederum schmerzhaft sein kann und zu unnötigen Verspannungen führt.

Eine weiter Improvisation besteht in einem über die Tür oder einen Schrank gelegten Seil oder Gummiband. Diese Version hat jedoch den Nachteil, daß das Seil oder Gummiband nicht gleichmäßig geführt wird, sondern seine Position während der Übungen verändert, wodurch ein reibungsloser Ablauf der Übungen unmöglich wird.

Auch die Variante, ein Seil fest mit einer Halterung an der Wand zu verbinden, führt zu Problemen, da oft kein geeigneter Platz an einer ausreichend stabilen Wand zur Verfügung steht oder es dem Patienten schlicht nicht gestattet ist, derartige Vorrichtungen in seinem Zimmer zu befestigen.

Die Aufgabenstellung war daher, ein Gerät zu entwickeln, welches dem Patienten erlaubt, die Übungen ohne großen Aufwand an Kosten, Platz oder baulichen Veränderungen bei sich zuhause oder auf Reisen durchzuführen, wobei das Übungsgerät ohne Montageaufwand einsetzbar sein soll.

Dieses Problem wird durch die im Schutzanspruch 1 aufgeführten Merkmale gelöst, indem ein über eine Rolle geführtes Seil als Übungsgerät genutzt wird, wobei diese Rolle mit einem Befestigungselement versehen ist, welches beispielsweise auf ein Türblatt aufgesteckt wird (Anspruch 2).

Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin, daß dem Patienten ein Übungsgerät zur Verfügung steht, das er überall ohne Montage einsetzen kann.

Das Gerät und damit das Seil kann nicht aus der vorgesehenen Position verrutschen, gleichzeitig dient das Türblatt als Führung für die Arme und ermöglicht so ein noch gleichmäßigeres Üben. Dazu ist es auch möglich, die Tür mit einem Keil zu fixieren oder sie mit den Knien einzuklemmen.

Da sich der Oberkörper, anders als bei Verwendung eines Schlingentisches, in der Senkrechten befindet, befindet sich die Rückenmuskulatur in einer gewissen Vorspannung, auch entfällt der beim Liegen auftretende Druck auf die Schulterblätter.

Dadurch, daß man das Seil mit der Hand des nicht zu trainierenden Armes hält, kann Zug auf den Arm ausgeübt und so die Bewegung genau dosiert werden.

Die Übungen können sitzend oder stehend ausgeführt und durch Veränderung der Position zum Türblatt variiert werden.

Weitere Ausgestaltungen der Erfindung bestehen darin, daß die Rolle beweglich mit einem Befestigungselement verbunden ist (Anspruch 14), welches auf ein Türblatt aufgesteckt, in eine Halterung eingehakt (Anspruch 6) oder dauerhaft, beispielsweise an einer Wand, befestigt werden kann (Anspruch 7).

Um das Übungsgerät besser an die Bedürfnisse des Patienten und an die Umgebungsbedingungen anzupassen, kann das Befestigungselement für unterschiedlich dicke Türblätter einstellbar sein (Anspruch 3), höhenverstellbar ausgeführt sein, indem der Abstand zwischen der Türblattoberkante und der Rolle durch Einstellung (Anspruch 4) oder durch eine variierende Zahl von Zwischenstücken (Anspruch 5) verändert werden kann.

Zur Erleichterung der Übungen kann das Seil mit Handgriffen ausgestattet sein (Anspruch 8), welche verstellbar sein können (Anspruch 9).

Für Patienten, die mit einer oder beiden Händen nicht greifen können, können auch Schlingen anstelle der Handgriffe verwendet werden (Anspruch 10).

Um die Übungen genau zu dosieren, können auf dem Seil Markierungen angebracht werden (Anspruch 11) sowie Sperren gegen zu weit ausholende Bewegungen angebracht werden (Anspruch 12), welche auch verstellbar sein können (Anspruch 13).

Wenn Patienten nur den zu trainierenden Arm bewegen können, kann am anderen Ende des Seils ein Gewicht angebracht werden (Anspruch 15), welches abnehmbar sein (Anspruch 16) und zur Dosierung des Gewichts sowie zum erleichterten Transport aus einem nach Bedarf füllbaren festen oder flexiblen Hohlkörper bestehen kann (Anspruch 17).

Um die Übungen auch in Krankenhäusern durchführen zu können, ohne daß es der bisher üblichen fahrbaren Schlingentische oder sogar eines Transports des Patienten zu einem stationären Schlingentisch bedarf, kann die Vorrichtung zur Befestigung an den im Krankenzimmer üblicherweise bereits vorhandenen Einrichtungen vorbereitet sein, insbesondere kann sie so beschaffen sein, daß sie am „Galgen" über dem Krankenbett befestigt werden kann (Anspruch 18).

Zwei Ausführungsbeispiele sind in den Zeichnungen dargestellt und werden im Folgenden näher beschrieben. Es zeigen

1: Schrägansicht der Ausführung ohne Gelenk

2 Seitenansicht der Ausführung ohne Gelenk

3 Benutzung der Vorrichtung der Ausführung ohne Gelenk

4 Schrägansicht der Ausführung mit Gelenk während der Benutzung

5 Draufsicht der Ausführung mit Gelenk

6 Seitenansicht der Ausführung mit Gelenk im unbenutzten Zustand

7 Seitenansicht der Ausführung mit Gelenk während der Benutzung

8 Seitenansicht der Ausführung mit Gelenk in der Haltevorrichtung im unbenutzten Zustand

9 Draufsicht der Haltevorrichtung

1
Rolle
2
Befestigungselement
3
Seil
4
Türblatt
5
Gelenk
6
Halterung
7
Wand
8
Bohrloch

Bei der ersten Ausführung handelt es sich um eine einfache Version, bei der die Rolle (1), über die ein Seil (3) geführt wird, in einem auf das Türblatt (4) aufzusteckenden Befestigungselement (2) integriert ist. 1 zeigt die Schräg-, 2 die Seitenansicht.

Die Verwendung wird in 3 dargestellt: mit der linken Hand wird der rechte Arm bewegt, während das Türblatt (4) mit den Knien fixiert wird.

Eine aufwendigere Ausführung zeigen 49. Hierbei ist die Rolle (1) über ein Gelenk (5) mit dem Befestigungselement (2) verbunden. 4 zeigt das Gerät in der Schräg-, 5 in der Draufsicht.

6 zeigt das Gerät in der Seitenansicht im unbenutzten Zustand, 7 in der Seitenansicht, wenn Zug auf das Seil ausgeübt wird.

Der Vorteil dieser Variante ist, daß sie auch bei geschlossener Tür funktioniert, was gerade in beengten Wohnsituationen oder auf Reisen, z.B. in einem Hotelzimmer, wünschenswert ist.

Wenn das Gerät nicht in eine Tür eingehakt werden kann, kann es in eine Halterung (6) eingehakt werden, welche wiederum mit einer Wand (7) fest verbunden ist, beispielsweise durch Schrauben, welche durch die Bohrlöcher (8) geführt werden. Das in die Halterung eingehakte Gerät ist in 8, die Halterung in der Draufsicht in 9 wiedergegeben.

Vorteil dieser Kombination ist, daß das Gerät in der Wohnung an einem bequem zu erreichenden Platz in der Halterung (6) und gleichzeitig ohne die Halterung unterwegs auf einer herkömmlichen Zimmertür befestigt werden kann.


Anspruch[de]
Vorrichtung zur Schultergelenksmobilisierung, bestehend aus einem über eine Rolle (1), welche mit einem Befestigungselement (2) verbunden ist, geführten Seil (3). Vorrichtung zur Schultergelenksmobilisierung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Befestigungselement auf ein Türblatt (4) aufgesteckt werden kann. Vorrichtung zur Schultergelenksmobilisierung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Befestigungselement (2) verstellbar ist, um der Dicke des Türblatts (4) angepaßt zu werden. Vorrichtung zur Schultergelenksmobilisierung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstand zwischen der Oberkante des Türblatts (4) und der Rolle (1) verstellbar ist. Vorrichtung zur Schultergelenksmobilisierung nach einem der Ansprüche 2, 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstand zwischen der Oberkante des Türblatts (4) und der Rolle (1) durch Einfügen oder Herausnehmen eines oder mehrerer Zwischenstücke verändert werden kann. Vorrichtung zur Schultergelenksmobilisierung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Befestigungselement (2) in eine Halterung (6) eingehängt werden kann. Vorrichtung zur Schultergelenksmobilisierung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Befestigungselement (2) für eine dauerhafte Befestigung vorbereitet ist. Vorrichtung zur Schultergelenksmobilisierung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Seil (3) mit Handgriffen ausgestattet ist. Vorrichtung zur Schultergelenksmobilisierung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Länge des Seils (3) zwischen den Handgriffen verstellbar ist. Vorrichtung zur Schultergelenksmobilisierung nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß einer oder beide Handgriffe durch eine Schlinge ersetzt werden. Vorrichtung zur Schultergelenksmobilisierung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß auf dem Seil (3) eine oder mehrere Markierungen angebracht sind. Vorrichtung zur Schultergelenksmobilisierung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Bewegung des Seils (3) durch die Rolle (1) durch eine oder mehrere Sperren begrenzt wird. Vorrichtung zur Schultergelenksmobilisierung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß eine oder mehrere Sperren auf dem Seil (3) verstellbar sind. Vorrichtung zur Schultergelenksmobilisierung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Rolle (1) und das Befestigungselement (2) durch ein Gelenk (5) oder Scharnier beweglich miteinander verbunden sind. Vorrichtung zur Schultergelenksmobilisierung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß an einem Ende des Seils (3) ein Gewicht befestigt ist. Vorrichtung zur Schultergelenksmobilisierung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß das Gewicht abnehmbar ist. Vorrichtung zur Schultergelenksmobilisierung nach Anspruch 15 oder 16, dadurch gekennzeichnet, daß das Gewicht aus einem zu befüllenden festen oder flexiblen Hohlkörper besteht. Vorrichtung zur Schultergelenksmobilisierung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung zur Befestigung an anderen Vorrichtungen, insbesondere an Krankenbetten und anderen Krankenhauseinrichtungsgegenständen, geeignet ist.






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