Diese Erfindung betrifft eine als Drehkopf bezeichnete Vorrichtung
zum Verformen des Randes der Spitzen von Kugelschreibern, umfassend zwei Drehrollen,
die so eingebaut sind, dass sie sich in dem Drehkopf frei drehen können, und
die zwei Formgebungsscheiben aufweisen, die zwischen sich einen Schlitz einschließen,
durch welchen sich eine Zunge erstreckt, die eine V-förmige Vorderseite umfasst
und die gegen eine Feder verschiebbar ist.
Beim Einbau von Hartmetallkugeln von Kugelschreibern in ihren Sitz
in der aus plastisch verformbarem Material bestehenden Schreibspitze des Kugelschreibers
werden die Kugeln zunächst in ein im Wesentlichen zylindrisches Sackloch eingesetzt,
und sodann wird der Rand der Schreibspitze, der über den Äquator der Kugel
hinaus steht, durch plastische Verformung so umgebördelt, dass er die Kugel
in dem Bereich „oberhalb des Äquators" einschließt und hält.
Das Sackloch, in dem die Kugel sitzt, weist im Bereich seines Bodens
Taschen oder Rillen auf, durch die die Schreibflüssigkeit, im Folgenden der
Einfachheit halber als „Tinte" bezeichnet, zufließt. Es handelt sich
auch nicht um ein echtes Sackloch, denn ausgehend von seinem Boden führt eine
Bohrung mit einem Durchmesser, der kleiner ist als der der Kugel, zum Tintenvorratsbehälter.
Das Umbördeln der Kante wird seit vielen Jahren nach der folgenden,
in dem Dokument US 3,135,231 A beschriebenen
Methode durchgeführt:
Die Drehkopf genannte Bördelvorrichtung weist zwei parallel zueinander und
in vertikaler Richtung angeordnete Stangen auf. Diese tragen an ihren unteren Enden
Hartstoff-Formgebungsscheiben mit Kreisform, die sich unter Verjüngung im Wesentlichen
konisch nach unten erstrecken. Die Gesamtheit der Stange und der Formgebungsscheibe
wird Drehrolle genannt und ist so eingebaut, dass sie sich frei drehen kann. Die
Umfänge der Formgebungsscheiben bilden einen kleinen, schlitzförmigen
Zwischenraum. In diesem Schlitz ist mittig eine harte und dünne Zunge mit einer
Vorderseite in V-Form angeordnet, die sich axial gegen eine Feder verschieben lässt.
Der Drehkopf kann um die Symmetrieachse der beiden Wellen der Formgebungsscheiben
drehen und wird so drehend um diese Achse angetrieben.
Die Arbeitsweise ist dann wie folgt: eine Schreibspitze mit ihrer
Kugel wird koaxial bezüglich der Drehachse des Drehkopfes in den Schlitz zwischen
den Formgebungsscheiben eingeführt, und die Kugel gerät dann zunächst
in Kontakt mit der V-förmigen Vorderseite der Zunge. Dies stellt eine Zentrierung
und eine sichere Positionierung der Kugel und der Schreibspitze in der Ebene der
Zunge sicher. Die Zunge wird sodann gegen ihre Feder verschoben, und die Schreibspitze
gelangt in Kontakt mit den Formgebungsscheiben, die frei drehbar gelagert sind.
Dies bewirkt die Zentrierung in der zur Ebene der Zunge normalen Ebene. Das gegenseitige
axiale Andrücken der Schreibspitze und des Drehkopfes geschieht mit vorbestimmter
Kraft und mit einer vorbestimmten Anzahl von Relativdrehungen. Die Relativbewegung
zwischen der Schreibspitze und dem Drehkopf führt zu einer drehenden Verlagerung
der Formgebungsscheiben. So wird der Rand der Formgebungsscheiben aufgrund der Druckkraft
und der Anzahl von Umdrehungen gegen die Kugel angedrückt, und das plastisch
verformbare Material des Randes wird verdichtet und gestreckt, was einen annähernd
zu der Kugel im Bereich des Äquators konzentrischen Schlitz schafft. Der Bördelvorgang
ist beendet.
Diese Vorrichtung hat sich im Wesentlichen bewährt, und mehr
als die Hälfte aller Kugelschreiber weltweit werden nach diesem Verfahren und
mit solchen Vorrichtungen produziert.
Diese Vorrichtung hat gleichwohl einen Nachteil, der an den geometrischen
Größenverhältnissen der verschiedenen Bauteile liegt, die in engen
Grenzen vorbestimmt sind. Wegen der beiden parallel angeordneten Wellen der Formgebungsscheiben
ist es nicht möglich, auch nicht mit extremer Miniaturisierung und unter Verwendung
spezieller Lager, die in radialer Richtung flach montiert werden können, einen
Abstand zwischen den beiden Drehachsen zu erreichen, der geringer als ungefähr
10 mm ist. Die Durchmesser der Formgebungsscheiben sind deshalb ebenfalls zwangsläufig
auf ungefähr 10 mm vorgegeben. Die Schreibspitze hat in ihrem Randbereich normalerweise
einen Durchmesser von ungefähr 0,6 bis 1,2 mm und ist folglich stark gekrümmt.
Die Verhältnisse zwischen den Krümmungen der Schreibspitze und der Formgebungsscheiben
reichen deshalb von ungefähr 1:16 bis 1:8. Diese Größenverhältnisse
haben eine relativ bedeutende Kontaktfläche zur Folge und damit eine geringe
Hertzsche Oberflächenpressung. Mit einer höheren Hertzschen Oberflächenpressung
erhält man eine bessere „Knetung" des Materials der Schreibspitze. Das
effizienteste Mittel, dorthin zu gelangen, besteht darin, die Kontaktfläche
zu reduzieren, was dadurch erreichbar ist, dass man das Verhältnis der Krümmungen
bis auf beispielsweise 1:4 erhöht.
Ein anderer Nachteil der bereits bekannten Vorrichtung besteht in
der Schwierigkeit, die axiale Stellung der beiden Formgebungsscheiben genau einzustellen.
Das Dokument US 3,135,231 A
beschreibt auch eine Ausführungsform, in der die beiden Stangen der Formgebungsscheiben
nicht parallel zur Drehachse des Drehkopfes, sondern schräge
zu dieser derart angeordnet sind, dass ihre Achsen sich in der Drehachse schneiden.
Der Grund für diese Anordnung wird nicht angegeben, und sie wird in der Praxis
nicht verwendet, wahrscheinlich wegen der hohen Kosten der Herstellung von nicht
parallelen Sitzen für die Lager der Stangen.
Das Ziel der Erfindung ist es, eine Vorrichtung zu schaffen, bei der
die vorstehend angegebenen Krümmungsverhältnisse erreicht werden und bei
der die gewünschte Stellung der Formgebungsscheiben eingehalten werden kann.
Die Erfindung erreicht dieses Ziel gemäß den Merkmalen des
Patentanspruchs 1 dadurch, dass zwei Formgebungsscheiben mit koaxialen Achsen verwendet
werden, deren Vorderseiten sich einander gegenüber befinden und einen Schlitz
bilden. Auf diese Weise schafft man es, den Durchmesser der Formgebungsscheiben
wesentlich kleiner zu halten als beim Stand der Technik.
Die Erfindung wird hiernach auf der Basis der Zeichnung näher
erklärt. Man sieht in
1 eine schematische Ansicht eines Drehkopfes gemäß
der Erfindung,
2 eine schematische Draufsicht auf die Vorrichtung aus
1, und
3 ein Detail in vergrößertem Maßstab.
Wie man in 1 sieht, besteht ein Drehkopf
gemäß der Erfindung im Wesentlichen aus zwei Formgebungsscheiben
1, die mit koaxial angeordneten Stangen 2ausgestattet sind. Die
Gesamtheit der Formgebungsscheibe und der Stange, die in der Mehrzahl der Fälle
einstückig ausgeführt ist, wird hiernach als Drehrolle bezeichnet. Die
Stangen 2 sind radial mittels Kugeln 3 geführt, die in nicht
dargestellten Kugelkäfigen geführt sind. Die axiale Positionierung jeder
Stange 2 wird mittels einer Kugel 5 bewirkt, die auf der von der
Formgebungsscheibe 1 abgewandten Stirnfläche der Stange aufliegt.
Die Kugel 5, die ebenfalls in einem nicht gezeigten Kugelkäfig gehalten
ist, stützt sich gegen ein Auflager 6 des Drehkopfes ab (das Auflager
6 wird durch ein aufgelegtes Element gebildet). Die Kugeln 5 und
die Gesamtlänge der Drehrollen definieren die Position des Schlitzes und die
Position des Drehprofils der Formgebungsscheiben.
Jede Formgebungsscheibe 1 weist im Wesentlichen eine Vorderseite
und ein Drehprofil auf, unter dem in dieser Anmeldung der Oberfläche verstanden
wird, der den Rand bildet. Man sieht die kleinen Abmessungen der Formgebungsscheiben,
indem man ihre Größe mit der ebenfalls dargestellten Schreibspitze vergleicht.
Man erhält so im Vergleich mit dem Stand der Technik auch eine wesentliche
Reduzierung der Masse der Drehrollen, die vorzugsweise aus Wolframkarbid bestehen.
Wegen der bedeutenden Reduzierung des Durchmessers auf ungefähr 4 mm erhält
man das oben erwähnte, von der Erfindung angestrebte Krümmungsverhältnis
von 1:4 und mehr.
Zwischen den einander gegenüber liegenden Vorderseiten reicht
eine durch eine Feder in axialer Richtung belastete Zunge 8 (Pfeil nach
unten in 1), von der man vor allem in 3
sehr gut die Vorderseite wahrnimmt, die in V-Form ausgeführt ist. Die Zunge
8 wird mittels einer Stange 7 geführt, deren vorderes Ende
sie bildet. Man sieht in 3 auch eine Schreibspitze
10, in die eine Kugel 9 eingesetzt ist, die die Zunge bereits
gegen die Kraft der Feder ein wenig in Pfeilrichtung verschoben hat.
Die Schulter im Übergang zwischen der Stange 7 und der
Zunge 8 befindet sich in 1 auf dem Umfang der
Formgebungsscheiben 1, die Formgebungsscheiben sind unbeweglich. In
3 ist diese Schulter schon ein wenig abgehoben und erlaubt
beim Fortsetzen der Bewegung der Schreibspitze 10 in Pfeilrichtung bis
hin zum Kontakt mit den Formgebungsscheiben deren Drehbewegung.
In der Schlussphase der Relativbewegung zwischen der Schreibspitze
und dem Drehkopf findet die plastische Verformung des Randes statt, wobei zugleich
der gekrümmte, an sich bekannte Tintenschlitz konzentrisch zu der Kugel
9 gebildet wird, wie eingangs erwähnt.
Die Erfindung beschränkt sich nicht auf das dargestellte Ausführungsbeispiel,
sondern kann auch modifiziert und anders konfiguriert werden, wie in den Ansprüchen
definiert. In der Beschreibung ist der Drehkopf immer über der Schreibspitze
angeordnet, jedoch ist dies nicht zwingend. Die Drehachse zwischen dem Drehkopf
und der Schreibspitze kann sich auch horizontal erstrecken, oder es kann die Schreibspitze
im Falle einer vertikalen Drehachse von oben her in den unter ihr angeordneten Drehkopf
geführt werden. Die Position des Auflagers 6 kann ebenfalls mithilfe
eines Einstellmechanismus modifiziert werden (Einstellschraube, Keilscheibe, usw.),
und es muss nicht die in 2 dargestellte Kreisform haben.
Die Bewegungen, die im Ausführungsbeispiel als Bewegungen nach oben und nach
unten bezüglich des Drehkopfes beschrieben wurden, und die Drehbewegung des
Drehkopfs können anders ausgeführt werden. Es hat sich als vorteilhaft
erwiesen, dass der Drehkopf sich um seine Hauptachse dreht, aber nicht axial beweglich
ist. Die Schreibspitze dreht sich nicht, sondern bewegt sich in axialer Richtung
bis zum Anlaufen der Schreibkugel zunächst gegen ein der Flanken und dann auch
gegen die andere Flanke der federbelasteten, V-förmigen Zunge.
Beim Fortsetzen des Vorschubs der Schreibspitze gegen den Drehkopf wird die Schreibspitze
in Kontakt mit den beiden Formgebungsscheiben gebracht und wird auch in Normalenrichtung
zur V-förmigen Zunge zentriert. Schließlich werden die frei drehbar eingebauten
Drehrollen infolge der Drehung des Drehkopfs in Drehung versetzt, unter Fortsetzung
der axialen Bewegung und Deformation des Randes an Ort und Stelle.
In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung liegt die
Schreibspitze in einer Spannzange, die mit einem geringen radialen Spiel eingebaut
ist, um so trotz geometrischer Maßabweichungen sowohl in der Schreibspitze
als auch in der Vorrichtung die Schreibspitze hinderungsfrei wie oben beschrieben
zentrieren zu können.
Der axiale Vorschub läuft entsprechend einer gesteuerten Kurve
ab, und ist insgesamt durch einen festen Anschlag begrenzt. Es ist möglich,
zusätzlich die maximale Vorschubkraft mithilfe einer axial wirkenden Feder
zu begrenzen. Diese Feder muss vor allem die Gegenkraft überwinden, die von
den insgesamt weniger starken Federn der V-förmigen Zunge aufgebracht wird,
die in dem Drehkopf vorgesehen sind, und stellt somit die Kraft zum Verformen des
Randes der Schreibspitze sicher.
Es ist wesentlich, dass die Formgebungsscheiben zuerst durch Kontakt
mit dem Rand der Schreibspitze in Drehung versetzt werden, bei vernachlässigbarem
Schlupf, was dadurch erreicht wird, dass im Rahmen der Erfindung eine sehr geringe
Masse der Drehrollen und ihrer Lager erreicht wird, sowie durch die hohe Hertzsche
Pressung zwischen den Drehrollen und dem Rand der Schreibspitze.