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Dokumentenidentifikation DE102004031752B4 09.08.2007
Titel Vorrichtung zur Förderung von Bogen in einer drucktechnischen Maschine
Anmelder Heidelberger Druckmaschinen AG, 69115 Heidelberg, DE
Erfinder Schäfer, Thomas, 69120 Heidelberg, DE;
Siegemund, Steffen, 69190 Walldorf, DE
DE-Anmeldedatum 29.06.2004
DE-Aktenzeichen 102004031752
Offenlegungstag 17.02.2005
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 09.08.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 09.08.2007
IPC-Hauptklasse B65H 29/52(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B65H 29/68(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   B65H 29/24(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   B65H 29/04(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   B65H 5/38(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   B41F 21/00(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Förderung von Bogen in einer drucktechnischen Maschine nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Bei Druckmaschinen ist es bekannt, Bogen vom letzten Druckwerk auf einen Stapel zu befördern, wobei die Bogen an der Vorderkante an Greifern gehalten sind, die an einem umlaufenden Kettengetriebe befestigt sind. Vor der Ablage eines Bogens auf den Stapel wird dessen Fördergeschwindigkeit mit Bremsmodulen verringert, die in Bezug auf die Bogenbreite schmale Saugbänder aufweisen. Dünne Bogen neigen dazu, zwischen den Bremsmodulen durchzuhängen. Der Durchhang beeinträchtigt die Stapelbildung und kann Eckenumschlagen verursachen. Um die Position quer zur Förderrichtung auf die Bogenbreite anzupassen, können die Bremsmodule seitlich verstellt werden. Der Abstand zwischen den Bremsmodulen kann unterschiedlich groß sein. Damit müssen Stützelemente, die zur Verringerung des Durchhangs zwischen den Bremsmodulen vorgesehen werden, in der Breite anpassbar sein.

In DE 101 34 836 A1 ist ein Ausleger für eine Bogendruckmaschine beschrieben, bei dem mehrere quer zur Bogenförderrichtung verfahrbare Bremseinrichtungen vorgesehen sind. In dem Zwischenraum zwischen benachbarten Bremseinrichtungen ist eine Bogenleiteinrichtung aus einem Band aus flexiblem Material angeordnet, wobei die Länge des Bandes quer zur Förderrichtung an den Abstand benachbarter Bremseinrichtungen anpassbar ist. Eine derartige Abstützung eines Bogens mit einem Rollo ist wegen einem erforderlichen Rollenspannmechanismus konstruktiv aufwendig und benötigt einen großen Bauraum. Zu dem sind die verwendeten Umlenk- und Spannrollen empfindlich gegen Verschmutzung, insbesondere bei Auslegern, in denen die Bogen zum Verhindern des Abschmutzens gepudert werden.

Weiterhin sind als Stützelemente Leitbleche oder Leitbügel bekannt, bei denen keine Verstellung der Stützbreite vorgesehen ist. Je nach Notwendigkeit werden Leitbleche unterschiedlicher Breite oder eine unterschiedliche Anzahl von Leitbügeln verwendet. Es ist weiterhin bekannt, in der Stützbreite verstellbare Leitbleche oder Leitbügel vorzusehen, die überlappt liegen oder teleskopisch ausgeführt sind. Derartige Konstruktionen sind aufwendig und verschmutzungsanfällig.

Aufgabe der Erfindung ist es, eine Vorrichtung zur Förderung von Bogen durch eine drucktechnische Maschine zu entwickeln, die mit geringem Material- und Kostenaufwand eine zuverlässige Bogenführung ermöglicht.

Die Aufgabe wird mit einer Vorrichtung gelöst, welche die Merkmale nach Anspruch 1 aufweist. Vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.

Die Erfindung besteht darin, dass als Führungselemente für einen Bogen ein längliches Federelement quer oder längs zur Förderrichtung gespannt ist. Besonders geeignet sind Schraubenfedern, deren Enden an einem Halter befestigt sind. Um ein Durchschwingen bei einem Bogenkontakt zu verhindern, können die Enden der Schraubenfedern in Dornen geführt sein. Beim Einsatz mehrerer Schraubenfedern parallel nebeneinander ergibt sich nahezu eine Stützfläche mit punktförmiger Berührung eines Bogens. Schraubenfedern mit einer Wicklung aus rundem Draht sind unempfindlich gegen Puder, kostengünstig und weisen keine scharfen Kanten auf, die einen Bogen zerkratzen könnten. Die Oberflächen der Schraubenfedern können eine spezielle Beschichtung aufweisen, über die ein Bogen besonders schonend gleiten kann. Die Schraubenfedern sind nachgiebig, so dass eine Dämpfung eintritt, wenn ein Bogen schlagartig die Schraubenfedern berührt. Die Erfindung ist bei Maschinen anwendbar, die den Bogen bearbeiten, beschichten, inspizieren oder lediglich transportieren. Unter Bogen im Sinne der Erfindung sind einzelne Blätter, mehrere zusammengefasste Blätter oder Falz- oder Faltprodukte zu verstehen.

Die Erfindung soll nachstehend anhand eines Ausführungsbeispieles näher erläutert werden, es zeigen:

1: ein Schema eines Auslegers einer Druckmaschine mit einer Bremsstation für Bogen,

2: ein Schema einer Bremsstation mit Schraubenfedern als Stützelemente für Bogen,

3: eine Aufhängung von Schraubenfedern an Haltern mit Dornen, und

4: ein Schema zur Anwendung der Erfindung als Formatüberbrückung.

Ein in 1 dargestellter Ausleger 1 ist einem Druckwerk 2 nachgeschaltet. Das Druckwerk 2 umfasst einen Druckzylinder 2.1, einen Gummituchzylinder 2.2, eine eintourige Umführtrommel 2.3 und eine halbtourige Umführtrommel 2.4. Bogen 3 werden einzeln nacheinander mittels eines Kettenförderes 4 vom Druckwerk 2 zu einer Stapeleinrichtung 5 transportiert. Die Stapeleinrichtung 5 weist eine Plattform 5.1 sowie Hubketten 5.2 auf, ferner einen Vorderkantenanschlag 5.3 und einen Hinterkantenanschlag 5.4. Der Kettenförderer 4 umfasst unter anderem Förderketten 4.1, Greiferbrücken 4.2, Antriebskettenräder 4.3 und Umlenkkettenräder 4.4. Im aufsteigenden Bereich des Kettenauslegers 1 ist eine hohle Bogenleitvorrichtung 6 vorgesehen. Sie weist zwei Einlassstutzen 6.1, 6.2 sowie einen Auslassstutzen 6.3 zum Zu- bzw. Abführen von Blasluft auf. Auf ihrer dem Bogen 3 zugewandten Seite ist sie mit Blasdüsen versehen, die in 1 nicht dargestellt sind. Der Ausleger 1 enthält weiterhin eine Bremseinrichtung 7, auf die nachstehend noch näher eingegangen wird.

Die in 2 dargestellte Bremsstation 7 enthält fünf Saugbandmodule 7.1 bis 7.5 in paralleler Anordnung zur Förderrichtung 8 der Bogen 3. Die Saugbandmodule 7 sind quer zur Förderrichtung 8 individuell auf druckfreie Bereiche des Bogens 3 positionierbar. Hierzu sind die Saugbandmodule 7 auf einer Führungsstange 9 gelagert, die in einem Gestell 10.1, 10.2 befestigt ist. Als Positionierantriebe sind Schrittmotoren 11.1 bis 11.5 vorgesehen, die mit den Saugbandmodulen 7.1 bis 7.5 gekoppelt sind. Auf den Motorwellen der Schrittmotoren 11 sind jeweils drehfest Ritzel 12 angeordnet, die in eine Kette 13 eingreifen, deren Enden im Gestell 10.1, 10.2 befestigt sind und die parallel zur Führungsstange 9 ausgerichtet ist. Die Saugbandmodule 7 enthalten Saugbänder 14, die über Umlenkrollen geführt sind. Die Saugbänder 14 werden synchron angetrieben, indem jeweils eine Umlenkrolle mit einer Welle 15 gekoppelt ist, die im Gestell 10.1, 10.2 drehbar gelagert ist. Die Welle 15 ist mit einem Getriebe 16 und einem Motor 17 gekoppelt. Unter den Saugbändern 14 bestehen Saugkanäle, die über Leitungen 18 mit einer Saugluftquelle in Verbindung stehen. Die Leitungen 18 sind beweglich in einem Schlauchkanal 19 verlegt. An den Saugbandmodulen 7 sind die Hinterkantenanschläge 5.4 befestigt. Zur Anpassung auf unterschiedliche Längsformate der Bogen 3 ist die gesamte in 2 beschriebene Bremsstation 7 einschließlich der Saugbandmodule 7.1 bis 7.5 im Ausleger 1 in Förderrichtung 8 positionierbar. Die Saugbänder 14 besitzen Saugluftöffnungen 20. Wenn ein Bogen 3 mit einer Greiferbrücke 4.2 über die Saugbänder 14 geführt wird, dann wird er durch die Saugwirkung auf den Saugbändern 14 gehalten. Insbesondere dünne Bogen 3 hängen zwischen den Saugbandmodulen 7.1 bis 7.5 durch. Zum Stützen durchhängender Bogen 3 sind zwischen benachbarten Saugbandmodulen 7.1 bis 7.5 jeweils drei Schraubenzugfedern 21 angeordnet. Die Schraubenzugfedern 21 liegen jeweils parallel zueinander in einer Ebene 22 unterhalb einer Auflageebene 23 für die Bogen 3 auf den Saugbändern 14.

In 3 ist in drei Ansichten näher dargestellt, wie die Schraubenzugfedern 21 beidseitig des Saugbandmoduls 7.2 aufgehängt sind. Ein Saugbandmodul 7.1 bis 7.5 besteht aus einem Grundkörper 24, in dem zwei Umlenkrollen 25, 26 für ein Saugband 14 gelagert sind. Die Umlenkrolle 14 ist über die Welle 15 angetrieben. Die Enden dreier Schraubenzugfedern 21 sind über Dorne 27 geführt und mit hakenförmigen Ösen 28 an den Dornen 27 eingehängt. Die Dorne 27 sitzen an Haltern 29. Zur Befestigung der Halter 29 ist ein Gewindebolzen 30 vorgesehen, der beidseitig aus dem Grundkörper 24 ragt. Die Halter 29 sind mit Rändelmuttern 31, 22 auf dem Gewindebolzen 30 verschraubt. Passstifte 33, 34 sichern die Drehstellung der Halter 29 auf dem Gewindebolzen 30 und den Abstand d der Stützfläche der Schraubenzugsfedern 21 zur Saugbandebene 23. Der Abstand d gibt gleichzeitig den maximalen Durchhang eines Bogens 3 vor.

4 zeigt ein Ausführungsbeispiel, bei dem zur Formatüberbrückung Zugfedern 35 vorgesehen sind. Eine Vielzahl von parallelen Zugfedern 35 ist in Förderrichtung 8 über die Breite der Bogen 3 angeordnet. Die Zugfedern 35 sind mit einem Ende an der Bogenleiteinrichtung 6 und mit dem anderen Ende an einen ebenen Führungselement 36 befestigt. Das Führungselement 36 ist mit der Bremseinrichtung 7 gekoppelt. Wenn zur Einstellung auf ein neues Bogenlängsformat die Bremseinrichtung 7 und der Hinterkantenanschlag 5.4, wie mit dem Doppelpfeil 37 angegeben, horizontal in Förderrichtung 8 positioniert wird, dann werden das Führungselement 36 und die daran befestigten Zugfedern 35 mitgenommen. Die Zugfedern 35 dehnen sich mehr oder weniger in Förderrichtung 8 aus und bilden eine Auflagefläche für die Bogen 3 im Bereich zwischen der Bogenleitvorrichtung 6 und den Führungselement 36. Es ist möglich, unter Weglassen des Führungselementes 36 die Enden der Zugfedern 35 direkt an der Bremseinrichtung 7 zu befestigen.

1
Ausleger
2
Druckwerk
3
Bogen
4
Kettenförderer
4.1
Förderkette
4.2
Greiferbrücke
4.3
Antriebskettenrad
4.4
Umlenkkettenrad
5
Stapeleinrichtung
5.1
Plattform
5.2
Hubkette
5.3
Vorderkantenanschlag
5.4
Honterkantenanschlag
6
Bogenleitvorrichtung
6.1, 6.2
Einlassstutzen
6.3
Auslassstutzen
7
Bremseinrichtung
7.1 bis 7.5
Saugbandmodul
8
Förderrichtung
9
Führungsstange
10.1, 10.2
Gestell
11.1 bis 11.5
Schrittmotor
12
Ritzel
13
Kette
14
Saugband
15
Welle
16
Getriebe
17
Motor
18
Leitung
19
Schlauchkanal
20
Saugluftöffnung
21
Schraubenzugfeder
22, 23
Ebene
24
Grundkörper
25, 26
Umlenkrolle
27
Dorn
28
Öse
29
Halter
30
Gewindebolzen
31, 32
Rändelmutter
33, 34
Passstift
35
Zugfeder
36
Führungselement
37
Doppelpfeil


Anspruch[de]
Vorrichtung zur Förderung von Bogen in einer drucktechnische Maschine,

mit mindestens einem Förderelement für einen Bogen entlang eines Förderweges, und

mit mindestens einem Führungselement für den Bogen in Förderrichtung,

dadurch gekennzeichnet,

dass als Führungselement mindestens ein längliches Federelement (21) vorgesehen ist.
Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Federelement eine Schraubenfeder (21) vorgesehen ist. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Schraubenfeder (21) aus Runddraht gewickelte Windungen aufweist. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Schraubenzugfedern (21) in paralleler Anordnung vorgesehen sind. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Enden (28) der Schraubenzugfedern (21) jeweils an einem gemeinsamen Halter (29) befestigt sind. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Enden der Schraubenfedern (21) in gestellfesten Dornen (27) geführt sind. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Schraubenfedern (21) zwischen quer zur Förderrichtung (8) installierten Bremsmodulen (7.17.5) angeordnet sind. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Enden der Schraubenfedern (21) mit den Bremsmodulen (7.17.5) quer zur Förderrichtung (8) beweglich sind, wobei die Schraubenfedern (21) soweit gespannt sind, dass sie im Positionierbereich der Bremsmodule (7.17.5) im wesentlichen eine gestreckte Lage behalten. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Schraubenfedern (21) zur Formatüberbrückung in Förderrichtung (8) zwischen zwei zueinander beweglichen Förderelementen (6, 36) angeordnet sind.






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