| Dokumentenidentifikation |
DE102006004897A1 09.08.2007 |
| Titel |
Mehrlagiges Formiersiebgewebe |
| Anmelder |
Voith Patent GmbH, 89522 Heidenheim, DE |
| Erfinder |
Westerkamp, Arved H., 72581 Dettingen, DE |
| DE-Anmeldedatum |
03.02.2006 |
| DE-Aktenzeichen |
102006004897 |
| Offenlegungstag |
09.08.2007 |
| Veröffentlichungstag im Patentblatt |
09.08.2007 |
| IPC-Hauptklasse |
D03D 1/00(2006.01)A, F, I, 20060203, B, H, DE
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| IPC-Nebenklasse |
D21F 1/10(2006.01)A, L, I, 20060203, B, H, DE
D21F 7/08(2006.01)A, L, I, 20060203, B, H, DE
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| Zusammenfassung |
Üblicherweise haben Formiersiebgewebe quer zur Maschinenlaufrichtung einheitliche Eigenschaften, insbesondere Luft- oder Wasserpermeabilitätsprofile. Das neue Formiersiebgewebe soll zonal unterschiedliche Eigenschaften aufweisen. Das Formiersiebgewebe hat ein durch Kettfäden gebildetes Bindfadensystem (4). Erfindungsgemäß weist das Bindfadensystem (4) zonal eine unterschiedliche Anzahl von Bindepunkten (6) auf. Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Anzahl der durch die Kettfäden gebildeten Bindepunkte (6) zonal über die Breite (3) des Gewebes (1) unterschiedlich.
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| Beschreibung[de] |
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Die Erfindung bezieht sich auf ein mehrlagiges Formiersiebgewebe insbesondere
für Papiermaschinen nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
Derartige Formiersiebgewebe sind aus der Praxis bekannt. Sie bilden
üblicherweise Papiermaschinenbespannungen im Formierbereich einer Papiermaschine,
d.h. in einem Bereich, in dem es darauf ankommt, dem der Maschine zugeführten
Gut, also der Papierbahn, Wasser zu entziehen. Derartige Formiersiebgewebe haben
üblicherweise in ihrer Querrichtung, d.h. in einer Richtung quer zur Längsachse
des Gewebes und damit quer zur Maschinenlaufrichtung, eine Wasser-Permeabilität,
welche über die Breite des Gewebes, d.h. in Querrichtung, gleichmäßig
und gleichbleibend ist.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Formiersiebgewebe der
eingangs erwähnten Art mit zonal unterschiedlichen Eigenschaften zu schaffen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Formiersiebgewebe
mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst.
Vorteilhafte Weiterbildungen sind Gegenstand der Unteransprüche.
Erfindungsgemäß weist das Bindefadensystem zonal eine unterschiedliche
Anzahl von Bindepunkten auf. Vorteilhaft ist, dass bei dem Gewebe über die
Gesamtbreite hinweg zonal hauptsächlich in Querrichtung (in Englisch cross
direction CD) eine Veränderung der Gewebeeigenschaften über die Anzahl
der Bindepunkte, auch Anbinde-/Abbindepunkte genannt, möglich ist. Insofern
wird die unterschiedliche Anzahl von Bindepunkten ausschließlich durch das
Bindefadensystem herbeigeführt. Dieses ist durch Kettfäden, auch Bindeketten
genannt, gebildet. Dadurch ist es möglich, zum Beispiel die Lagenfestigkeit
sowohl der papierseitigen als auch der laufseitigen Gewebelage zueinander in Bereichen
erhöhten inneren Verschleißes zu verändern und dadurch einer drohenden
Delaminierung vorzubeugen. Ferner ist es möglich, über ein solches Bindefadensystem
in den einzelnen Gewebelagen entstehende Kontraktivkräfte partiell auszugleichen
oder aneinander anzugleichen, um beispielsweise bei dreilagigen Geweben auftretende
negative Rolleffekte auszugleichen. Letztlich kann mit Hilfe des erfindungsgemäßen
Formiersiebgewebes ein Webmuster entstehen, welches vornehmlich in Querrichtung
des Gewebes variierbar ausgebildet ist.
Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung ist das Bindefadensystem
ein separates Bindefadensystem oder ein Bindefadensystem, das bindet und trägt.
Damit ist es möglich, ein erfindungsgemäßes Formiersiebgewebe unabhängig
von dem jeweils gewählten Bindefadensystem zu schaffen.
Gemäß einer anderen Weiterbildung der Erfindung ist die
Anzahl der durch die Kettfäden gebildeten Bindepunkte zonal über die Breite
des Gewebes unterschiedlich. Dadurch ist es möglich, beispielsweise die Randbereiche
eines Gewebes mit anderen Formiereigenschaften als beispielsweise den mittleren
Bereich des Gewebes zu versehen. Es kann auch möglich sein, die Anzahl der
Bindepunkte über die Länge des Gewebes abschnittsweise zonal unterschiedlich
auszugestalten.
Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung weist
die zonal unterschiedliche Anzahl von Bindepunkten eine symmetrische oder asymmetrische
Verteilung zur Längsachse des Gewebes auf und/oder bildet multiple Zonen über
die Breite des Gewebes. Letztlich entsteht dadurch eine große Variationsmöglichkeit
in Bezug auf die Gewebeeigenschaften und damit auch hinsichtlich einer Permeabilität
des Gewebes, welche insbesondere über die Breite des Gewebes unterschiedlich
und damit variabel ausgebildet sein kann.
Gemäß einer anderen Weiterbildung der Erfindung ist die
Anzahl von Bindepunkten auf den Schäften nicht konstant sondern entsprechend
den gewünschten Bindeprofilen variierbar ausgebildet. Damit lassen sich die
Eigenschaften des Formiersiebgewebes zonal unterschiedlich ausgestalten und gezielt
an einen praktischen Anwendungsfall anpassen. Insofern sind die Eigenschaften ein
und desselben Gewebes in weiten Grenzen variierbar. Es ist möglich, die Eigenschaften
des Gewebes konkret auf einen bestimmten Anwendungsfall hin auszugestalten.
Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes werden nachfolgend
anhand der Zeichnung näher erläutert, wobei alle beschriebenen und/oder
bildlich dargestellten Merkmale für sich oder in beliebiger Kombination den
Gegenstand der vorliegenden Erfindung unabhängig von ihrer Zusammenfassung
in den Ansprüchen oder deren Rückbeziehung bilden. Es zeigen:
1 eine schematische, teilweise Draufsicht auf ein Formiersiebgewebe
gemäß einer ersten Ausführungsform; und
2 eine schematische, teilweise Draufsicht auf einen
möglichen Einzug von Kettfäden gemäß einer anderen Ausführungsform.
In 1 ist schematisch eine teilweise Draufsicht
auf ein mehrlagiges Formiersiebgewebe 1
gezeigt, welches insbesondere für den Einsatz in Papiermaschinen
(nicht gezeigt) geeignet ist. Pfeil A bezeichnet in 1
die sogenannte Maschinenlaufrichtung, welche sich parallel zur Längsachse
2 des Gewebes 1 erstreckt. Der ferner in 1
gezeigte Doppelpfeil B erstreckt sich quer zur Längsachse, damit in Querrichtung
des Gewebes 1 und insofern parallel zur Breite 3 des Formiersiebgewebes
1.
Das Formiersiebgewebe 1 hat ein Bindefadensystem
4, das durch Kettfäden 5 gebildet ist. Das Bindefadensystem
4 ist in den 1 und 2
lediglich schematisch angedeutet.
Erfindungsgemäß weist das Bindefadensystem 4 zonal
eine unterschiedliche Anzahl von Bindepunkten 6 auf. Gemäß der
in 1 verdeutlichten Ausführungsform der Erfindung
ist die Anzahl der Bindepunkte 6 in den Randbereichen 7 des Formiersiebgewebes
1 im Vergleich zum mittleren Bereich 10 des Gewebes erhöht,
so dass die Anzahl der Bindepunkte 6 über die Breite 3 des
Gewebes hinweg inhomogen ist.
Das Bindefadensystem 4 ist ein separates Bindefadensystem
oder ein Bindefadensystem, das bindet und trägt.
Wie in den 1 und 2
gezeigt, ist die Anzahl der durch die Kettfäden 5 gebildeten Bindepunkte
6 damit zonal über die Breite 3 des Gewebes 1 unterschiedlich.
Gemäß dem in 2 gezeigten Teil des Gewebes
kann die Anzahl der Bindepunkte auch über die Länge des Gewebes unterschiedlich
sein.
Die vorerwähnte zonal unterschiedliche Anzahl von Bindepunkten
6 weist eine symmetrische oder asymmetrische Verteilung zur Längsachse
2 des Gewebes 1 auf. Gemäß den in den 1
und 2 gezeigten Ausführungsformen der Erfindung
ist die Verteilung der Bindepunkte jeweils symmetrisch zur Längsachse des Gewebes.
Die Anzahl von Bindepunkten 6 kann aber auch unsymmetrisch verteilt sein
oder multiple, d.h. vielfache oder mehrfach angeordnete Zonen über die Breite
3 des Gewebes 1 bilden.
Das Formiersiebgewebe 4 ist beispielsweise ein dreilagiges,
kettgebundenes Gewebe.
In 2 sind einzelne Schäfte
11 bis 13 in einer schematischen Draufsicht angedeutet. Erfindungsgemäß
ist die Anzahl von Bindepunkten 6 auf den Schäften 11 bis
13 nicht konstant sondern entsprechend den gewünschten Bindeprofilen
variierbar ausgebildet. So ist in 2 für den ersten
Schaft 11 ein durchgehendes Einzugsschema gezeigt, bei dem die Anzahl an
Kettfäden 5 im mittleren Bereich 10 im Vergleich zur Anzahl
der Kettfäden 5 in den Randbereichen 7 erhöht wurde.
Auf den Folgeschäften 12 und 13 sind jedoch nur in den Randbereichen
7, d.h. partiell, Kettfäden 5 eingezogen, und diese werden
daher zur zonalen Erhöhung der Anzahl der Bindepunkte 6 ausschließlich
in den Randbereichen 7 eingesetzt.
Die Anzahl der Kettfäden im mittleren Bereich kann proportional
zu der zur Verfügung stehenden Gesamtanzahl von Kettfäden erhöht
oder erniedrigt sein. Gemäß 2 ist die Anzahl
der das Bindefadensystem 4 bildenden Kettfäden 5 über
die Breite 3 des Gewebes in der Summe konstant, allerdings zonal auf unterschiedliche
Schäfte aufgeteilt.
Damit ist ein Formiersiebgewebe mit zonal unterschiedlichen Eigenschaften
geschaffen. Erfindungsgemäß können also unterschiedliche Webmuster
insbesondere quer zur Maschinenlaufrichtung realisiert werden.
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| Anspruch[de] |
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Mehrlagiges Formiersiebgewebe insbesondere für Papiermaschinen,
mit einem durch Kettfäden (5) gebildeten Bindefadensystem (4),
dadurch gekennzeichnet, dass das Bindefadensystem (4) zonal eine
unterschiedliche Anzahl von Bindepunkten (6) aufweist.
Formiersiebgewebe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das
Bindefadensystem (4) ein separates Bindefadensystem oder ein Bindefadensystem
ist, das bindet und trägt.
Formiersiebgewebe nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass
die Anzahl der durch die Kettfäden (5) gebildeten Bindepunkte (6)
zonal über die Breite (3) des Gewebes (1) unterschiedlich
ist.
Formiersiebgewebe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, dass die zonal unterschiedliche Anzahl von Bindepunkten (6)
eine symmetrische oder asymmetrische Verteilung aufweist und/oder multiple Zonen
über die Breite (3) des Gewebes (1) bildet.
Formiersiebgewebe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, dass die Anzahl von Bindepunkten (6) auf den Schäften
(11 bis 13) nicht konstant sondern entsprechend den gewünschten
Bindeprofilen variierbar ausgebildet ist.
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