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Dokumentenidentifikation DE102006005927A1 09.08.2007
Titel Kopierschutz in Verbindung mit Schutz gegen Produktfälschungen
Anmelder Heinicke, Dietrich, 10178 Berlin, DE
Erfinder Heinicke, Dietrich, 10178 Berlin, DE
Vertreter PFENNING MEINIG & PARTNER GbR, 80339 München
DE-Anmeldedatum 06.02.2006
DE-Aktenzeichen 102006005927
Offenlegungstag 09.08.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 09.08.2007
IPC-Hauptklasse G06K 9/62(2006.01)A, F, I, 20060206, B, H, DE
IPC-Nebenklasse G07C 11/00(2006.01)A, L, I, 20060206, B, H, DE   G09F 3/02(2006.01)A, L, I, 20060206, B, H, DE   
Zusammenfassung Die vorliegende Erfindung betrifft die Kennzeichnung von Produkten und Produktserien, um diese gegen Produktfälschung und Produktpiraterie zu schützen.
Die vorliegende Erfindung besteht darin, ein zu schützendes Produkt mit einem nicht kopierbaren Beiprodukt zu versehen. Ein solches Beiprodukt kann beispielsweise dadurch hergestellt werden, das in einem Körper Fremdkörper nach einem Zufallsprinzip eingeschlossen werden und so eine Zufallsstruktur innerhalb des Körpers erzeugt wird, die nicht kopierbar ist. Diese Struktur wird in einer Datenbank abgelegt, so dass zu jedem späteren Zeitpunkt das Beiprodukt und damit das Produkt selbst durch Vergleich mit der in der Datenbank gespeicherten Struktur verifiziert werden kann.

Beschreibung[de]

Weltweit werden die jährlichen Schäden für Unternehmen durch Produktfälschung und Produktpiraterie auf 500 Milliarden Euro (durch Umsatzeinbußen, Produkthaftungsansprüche, Imageverlust oder Verlust ganzer Märkte) geschätzt. Für Endverbraucher kann der Kauf gefälschter Produkte, z.B. Pharmaka, auch zu gesundheitlichen Schäden führen.

Bisherige Methoden zum Schutz vor Fälschungen und Produktpiraterie:

1. Kennzeichnung von Produktserien oder der gesamten Produktpalette eines Unternehmens mit Markierungen, die bei der Herstellung und Verifizierung auf physikalischen (meist optischen), chemischen oder biotechnologischen Methoden zur Kennzeichnung von Produkten oder deren Verpackungen basieren:

Beispiele:

  • Goulliochen
  • UV-floureszierende Markierungen
  • Polymerpartikel mit Farbschichten
  • Hologramme

2. Mit der Entwicklung der RFID-Technologie werden einzelne Produkte und/oder deren Verpackungen mit individuellen Produktcodes versehen, die damit den Produkten und/oder Verpackungen den Charakter eines Unikates verleihen.

Hier wiederum unterscheidet man zwischen offline-Verfahren, bei denen alle Produktinformationen im RFID-Tag gespeichert werden und online-Verfahren, bei denen Produktinformation in einer zugehörigen Datenbank gespeichert werden.

Da jedoch die Informationen aus RFID-Tags prinzipiell auslesbar sind, kann man damit auch Kopien herstellen. Damit ist die Authentizität des zugehörigen Produktes nicht mehr garantiert, da Original-RFID-Tag und Kopie von einem IT-basierten Verifizierungssystem nicht mehr unterschieden werden können.

So ist es beispielsweise möglich, ein Produkt aus der Vertriebs- und Verteilerkette einmal oder mehrmals zu kopieren, das Original zurückzuhalten und die Kopie in Kreislauf wieder einzuschleusen. In diesem Falle würde bei der nächsten Verifizierung die Kopie als Original erkannt. Das bedeutet insbesondere, dass man einem Prüfer oder Endverbraucher keine Garantie geben kann, ob er ein Originalprodukt oder eine Kopie geprüft hat.

Mit dem nachfolgendem Vorschlag sollen die Mängel der bisher angewandten Verfahren zum Schutz vor Produktfälschungen und Produktpiraterie behoben werden. Insbesondere sollen alle Instanzen in der Vertriebs- und Verteilerkette bis zum Endverbraucher die Möglichkeit haben, mit einfachen Mitteln die Authentizität eines Produktes sicher zu prüfen.

Lösungsvorschlag:

Das Grundprinzip der Lösung besteht darin, ein zu schützendes Produkt mit einem einzigartigen digitalen Code (nach dem Stand der Technik) sowie einem nicht kopierbaren Beiprodukt zu ergänzen. Betrachtet man diese drei Komponenten als Einheit, die bei einer Authentizitätsprüfung immer nachzuweisen wären, so stellt diese Einheit ebenfalls ein nichtkopierbares Unikat, wenn mindestens eine dieser Komponenten einzigartig und nicht kopierbar ist. Die Herstellung einer solchen nicht kopierbaren Komponente als Beiprodukt kann beispielsweise erreicht werden, wenn beim Übergang eines Stoffes von einem flüssigen in einen festen Aggregatzustand in dem entstehenden Gebilde eine Struktur nach dem Zufallsprinzip erzeugt wird. Das kann beispielsweise erreicht werden, in dem in eine flüssige oder zähflüssige Masse Fremdkörper oder Gas- bzw. Luftbläschen eingemischt werden, die nach dem Aushärten des flüssigen Stoffes eine zufällige Struktur in dem entstehenden festen Körper entstehen lassen.

Die entstandene Struktur wird nach dem Aushärten gescannt oder fotografiert und als digitale Information in einer Datenbank gespeichert. Dies kann beispielsweise mit Materialien wie Glas oder Kunststoff erreicht werden, die nach dem Aushärten transparent sind. Die elektronisch oder optisch erfasste Struktur wird schließlich als Vergleichsmuster für spätere Verifizierungen in einem dem jeweiligen digitalen Siegel zugeordneten Datensatz in einer Datenbank gespeichert.

Um für die praktische Nutzung 100%-tig auszuschließen, dass zufällig Beiprodukte mit gleicher Struktur verwendet werden, kann auch dieser nahezu unwahrscheinliche Fall durch eine Vergleichsprüfung vor Verwendung ausgeschlossen werden.

Mit diesem Lösungsvorschlag wird die Einheit aus zu schützendem Produkt, digitalem Produktcode (nach dem Stand der Technik) und Beiprodukt zu einem nicht kopierbaren Unikat.

Bei einer späteren Prüfung des Produktes auf Authentizität wird durch die betreffende Prüfinstanz zunächst der Produktcode zwecks Auffinden des Urbildes der Struktur in der entsprechenden Datenbank erfasst und schließlich der Vergleich nach Scannen oder Fotografieren der zu prüfenden Struktur beispielsweise mittels einer Bildverarbeitungssoftware (Stand der Technik) durchgeführt.

Wurde schließlich die Struktur positiv geprüft, d.h. Struktur des zu prüfenden Beiproduktes stimmt mit dem Urbild überein, so kann der zu prüfenden Instanz praktisch eine Echtheitsgarantie gegeben werden, da die Kopie einer zufälligen Struktur in einem dreidimensionalen Körper nahezu ausgeschlossen ist bzw. mit keinem vertretbaren Aufwand zu realisieren ist.

Um einen Austausch der Beiprodukte oder eine spätere erneute Verwendung auszuschließen, sind entsprechende Produktattribute in der jeweiligen zum Produktcode gehörenden Datenbank zu hinterlegen.

Eine Produkteinheit ohne Produktcode und oder Peiprodukt steht automatisch unter Fälschungsverdacht.


Anspruch[de]
Verifikationssystem für Produkte, wobei jedem zu verifizierenden Produkt ein Beiprodukt zugeordnet wird, wobei das Beiprodukt nach dem Stand der Technik nicht oder nur schwer kopierbar ist aufgrund einer nach einem Zufallsprinzip erzeugten inneren Struktur.






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