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Dokumentenidentifikation DE102007001284A1 09.08.2007
Titel Vorrichtung und Verfahren zur Steuerung der Flüssigkeitszufuhr
Anmelder Heidelberger Druckmaschinen AG, 69115 Heidelberg, DE
Erfinder Mayer, Martin, 68526 Ladenburg, DE
DE-Anmeldedatum 08.01.2007
DE-Aktenzeichen 102007001284
Offenlegungstag 09.08.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 09.08.2007
IPC-Hauptklasse B41F 33/10(2006.01)A, F, I, 20070108, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B41F 31/02(2006.01)A, L, I, 20070108, B, H, DE   B41F 31/05(2006.01)A, L, I, 20070108, B, H, DE   B05C 1/02(2006.01)A, L, I, 20070108, B, H, DE   B05C 1/08(2006.01)A, L, I, 20070108, B, H, DE   
Zusammenfassung Eine Vorrichtung zur Steuerung der zu übertragenden Menge einer Flüssigkeit mit einer ersten rotierenden Einrichtung, welche in ihrer Umfangsrichtung einen ersten flüssigkeitsübertragenden Abschnitt aufweist, einer zweiten rotierenden Einrichtung, welche in ihrer Umfangsrichtung einen zweiten flüssigkeitsübertragenden Abschnitt aufweist, und einer Steuerungseinrichtung zur Einstellung der Phasenlage zwischen dem ersten und dem zweiten flüssigkeitsübertragenden Abschnitt ist dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerungseinrichtung zum periodischen Beschleunigen und Verzögern der Rotation der ersten rotierenden Einrichtung ausgebildet ist.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Steuerung der Flüssigkeitszufuhr, z. B. zur Steuerung der Farb- oder Feuchtmittelzufuhr in einer Druckmaschine, gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Weiterhin betrifft die vorliegende Erfindung ein Verfahren zur Steuerung der Flüssigkeitszufuhr gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 15.

Aus dem Stand der Technik sind vielfältige Vorrichtungen und Verfahren zum Übertragen einer Flüssigkeit bei Druckprozessen, insbesondere einer lithografischen Flüssigkeit wie z. B. Farbe oder Feuchtmittel beim Offsetdruck, von einer Zuführeinheit, z. B. einer Farb- oder Feuchtkastenwalze, auf eine nachgeordnete Einheit, z. B. eine Farb- oder Feuchtwerkswalze, bekannt. Es sei hier angemerkt, dass Druckfarbe, auch wenn diese mehr oder weniger pastöse Eigenschaften aufweist, im Folgenden als Flüssigkeit bezeichnet und aufgefasst wird.

Die zugeführte Menge solcher Flüssigkeiten ist üblicherweise steuerbar, um eine zu erzeugende Filmdicke der Flüssigkeit auf den nachgeordneten Einheiten, z. B. den Walzenoberflächen entsprechend dem Druckauftrag verändern zu können.

Aus DE 10 2004 005 578 A1 (US 6,789,478 B1) ist eine der eingangs genannten Gattung entsprechende Vorrichtung bekannt. Beim Einsatz dieser Vorrichtung des Standes der Technik in einer mit hoher Maschinengeschwindigkeit laufenden Druckmaschine drehen sich alle Walzen und Zylinder der Vorrichtung mit hoher Geschwindigkeit.

Dadurch werden Luftbläschen und Schaum in einem Farbvorrat der Vorrichtung gebildet, was wiederum die Druckqualität mindert. Außerdem resultieren aus der hohen Druckgeschwindigkeit hydrodynamische Kräfte der Druckfarbe, die auf eine Vordosiereinrichtung der Vorrichtung wirken und die Dosiergenauigkeit mindern.

Es ist deshalb eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Vorrichtung und ein Verfahren der eingangs genannten Gattung zu schaffen, bei welchen eine genauere Flüssigkeitsdosierung möglich ist.

Es ist eine weitere Aufgabe der Erfindung, eine Vorrichtung und ein Verfahren der eingangs genannten Gattung zu schaffen, mit denen eine höhere Druckqualität erreichbar ist.

Diese Aufgaben werden durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 15 gelöst.

Eine erfindungsgemäße Vorrichtung zur Steuerung der zu übertragenden Menge einer Flüssigkeit umfasst eine erste rotierende Vorrichtung mit einem ersten flüssigkeitsübertragenden Abschnitt am Umfang, eine zweite rotierende Vorrichtung mit einem zweiten flüssigkeitsübertragenden Abschnitt am Umfang und eine Steuerungseinrichtung zur Phaseneinstellung zwischen dem ersten und dem zweiten flüssigkeitsübertragenden Abschnitt, und ist dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerungseinrichtung zum periodischen Beschleunigen und Verzögern der Rotation der ersten rotierenden Vorrichtung ausgebildet ist.

Eine solche erfindungsgemäße Vorrichtung wird bevorzugt in einem Farbwerk oder einem Feuchtwerk einer Bedruckstoff verarbeitenden Maschine, z. B. einer Bogen- oder Rollenoffsetdruckmaschine, eingesetzt. Dabei dient die erfinddungsgemäße Vorrichtung vorzugsweise der steuerbaren Übertragung von Druckfarbe oder Feuchtmittel.

Anstatt des Begriffs "Übertragung" kann hier auch der Begriff "Zufuhr" verwendet werden, da die Übertragung der Flüssigkeit von einer vor- zu einer nachgeordneten Einheit schließlich der Zufuhr der Flüssigkeit zur nachgeordneten Einheit gleichkommt.

Durch die Phaseneinstellbarkeit zwischen dem ersten und dem zweiten flüssigkeitsübertragenden Abschnitt kann die Flüssigkeit präzise und mit hoher Konstanz übertragen werden, da die Überdeckungsbogenlänge der ersten und der zweiten Vorrichtung, z B. Walzen, auf einfache Weise exakt gesteuert werden kann, denn nur im Bereich der Überdeckungsbogenlänge kommt es zu einer Übertragung der Flüssigkeit.

Die Einstellung der relativen Phasenlage kann während einer Voreinstellung oder auch während des Fortdrucks zur Korrektur der zu übertragenden Flüssigkeitsmenge erfolgen.

Die erste rotierende Vorrichtung umfasst vorzugsweise einen ersten nichtübertragenden Abschnitt, der in einer Umfangsrichtung entfernt zum ersten flüssigkeitsübertragenden Abschnitt angeordnet ist, und die zweite rotierende Vorrichtung umfasst vorzugsweise einen zweiten nichtübertragenden Abschnitt, der in einer Umfangsrichtung entfernt vom zweiten flüssigkeitsübertragenden Abschnitt angeordnet ist.

Wenn also Flüssigkeit vom ersten flüssigkeitsübertragenden Abschnitt in den Bereich des zweiten nichtübertragenden Abschnitts gerät, wird diese Flüssigkeit von der zweiten rotierenden Vorrichtung nicht aufgenommen und übertragen.

Der erste flüssigkeitsübertragende Abschnitt und der erste nichtübertragende Abschnitt weisen vorzugsweise dieselbe Umfangserstreckung bzw. Bogenlänge auf wie der zweite flüssigkeitsübertragende Abschnitt und der zweite nichtübertragende Abschnitt.

Der erste und/oder der zweite flüssigkeitsübertragende Abschnitt können vorzugsweise reliefartig hervortreten und/oder der erste und/oder der zweite nichtflüssigkeitsübertragende Abschnitt können reliefartig zurücktreten. Bevorzugt wird zumindest eine Höhendifferenz zwischen den flüssigkeitsübertragende Abschnitten und den nichtflüssigkeitsübertragende Abschnitten vorgesehen.

Durch die Vertiefung wird in vorteilhafter Weise auf wirksame und einfache Weise die nichtübertragende Funktion des ersten und/oder zweiten nichtübertragenden Abschnitts erreicht. Die Vertiefung des ersten und/oder zweiten nichtübertragenden Abschnitts kann tiefer sein als die Dicke eines Flüssigkeitsfilms auf dem ersten und/oder zweiten flüssigkeitsübertragenden Abschnitts und beträgt vorzugsweise ein Vielfaches dieser Dicke.

Der erste und/oder zweite flüssigkeitsübertragende Abschnitt definieren vorzugsweise ein gebogenes Rechteck oder sind schraubenabschnittförmig ausgebildet.

Der erste oder der zweite flüssigkeitsübertragende Abschnitt besteht vorzugsweise aus einem elastisch verformbaren Material, z. B. einem natürlichen oder künstlichen Gummimaterial, während der flüssigkeitsübertragende Abschnitt des damit zusammenwirkenden Abschnitts aus einem steifen Material besteht, z. B. aus Metall, Kunststoff oder Keramik.

Der erste nichtflüssigkeitsübertragende Abschnitt und/oder der zweite nichtflüssigkeitsübertragende Abschnitt können von einer in dem elastisch verformbaren Material vorgesehenen Aussparung gebildet sein.

Weiterhin können der erste nichtflüssigkeitsübertragende Abschnitt und/oder der zweite nichtflüssigkeitsübertragende Abschnitt von einer in dem im Wesentlichen formstabilen Material vorgesehenen Aussparung gebildet sein.

Der erste flüssigkeitsübertragende Abschnitt kann eine oleophile Oberfläche aufweisen, die Farbe aufnimmt. Der erste nichtübertragende Abschnitt kann eine flüssigkeitsabweisende Oberfläche aufweisen, welche die Flüssigkeit abweist, wobei die oleophobe Oberfläche oleophob und/oder hydrophil ist.

Zwischen der ersten rotierenden Vorrichtung und der zweiten rotierenden Vorrichtung kann ein getakteter Spalt definiert sein, der sich wiederholt, z. B. bei jeder Umdrehung der rotierenden Vorrichtungen. Der Spalt kann z. B. zwischen dem ersten flüssigkeitsübertragenden Abschnitt und dem zweiten nichtübertragenden Abschnitt angeordnet sein.

Die erste und/oder die zweite rotierende Vorrichtung sind vorzugsweise als eine Walze oder ein Zylinder ausgebildet, d.h. es können ein erster und ein zweiter Zylinder vorgesehen sein, wobei der erste Zylinder einen ersten Durchmesser aufweist und der zweite Zylinder einen zweiten Durchmesser aufweist. Das Verhältnis der beiden Durchmesser zueinander ist ganzzahlig, z. B. 1 oder 2. Der erste Zylinder und der zweite Zylinder weisen vorzugsweise im Wesentlichen den gleichen oder einen im Wesentlichen ganzzahlig vielfachen Durchmesser auf.

Zur Flüssigkeitsübertragung mit gleichmäßiger Filmdicke auf die erste rotierende Einrichtung kann ein System aus einer Walze und einer Kammerrakel, insbesondere einer Rasterwalze oder Aniloxwalze, oder ein System aus einer Walze und einer Sprühvorrichtung oder ein System aus einem Flüssigkeitskasten mit einem Zonenmesser und einer Walze oder ein Flüssigkeitsstrahl-System, insbesondere ein Inkjet-System, vorgesehen sein.

Bei der Flüssigkeit kann es sich um Druckfarbe, Feuchtmittel oder Lack handeln.

Die vorliegende Erfindung umfasst auch ein Farbwerk zur Steuerung der zugeführten Farbmenge, mit einer ersten rotierenden Vorrichtung mit einem ersten farbübertragenden Abschnitt in Umfangsrichtung, einer zweiten rotierenden Vorrichtung mit einem zweiten farbübertragenden Abschnitt und mit einer Steuerungseinrichtung zur Einstellung der Phasenlage zwischen dem ersten und dem zweiten farbübertragenden Abschnitt, welches Farbwerk dadurch gekennzeichnet ist, dass die Steuerungseinrichtung zum periodischen Beschleunigen und Verzögern der Rotation der ersten rotierenden Vorrichtung ausgebildet ist.

Ein erfindungsgemäßes Feuchtwerk zur Steuerung einer zugeführten Feuchtmittelmenge umfasst eine erste rotierende Vorrichtung mit einem ersten feuchtmittelübertragenden Abschnitt in Umfangsrichtung, eine zweite rotierende Vorrichtung mit einem zweiten feuchtmittelübertragenden Abschnitt, eine Steuerungseinrichtung zur Einstellung der Phasenlage zwischen dem ersten und dem zweiten feuchtmittelübertragenden Abschnitt und ist dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerungseinrichtung zum periodischen Beschleunigen und Verzögern der Rotation der ersten rotierenden Vorrichtung ausgebildet ist.

Eine erfindungsgemäße Bedruckstoff verarbeitende Maschine umfasst eine Vorrichtung zur Steuerung der Übertragung einer Flüssigkeitsmenge mit den erläuterten Merkmalen.

Ein erfindungsgemäßes Verfahren zur Steuerung der zugeführten Flüssigkeitsmenge sieht vor, dass eine Flüssigkeit einer ersten rotierenden Vorrichtung mit in Umfangsrichtung einem ersten flüssigkeitsübertragenden Abschnitt zugeführt wird, dass zumindest ein Teil der Flüssigkeit auf eine zweite rotierende Vorrichtung mit in Umfangsrichtung einem zweiten flüssigkeitsübertragenden Abschnitt übertragen wird, dass der übertragene Anteil durch die Einstellung der Phasenlage zwischen dem ersten und dem zweiten flüssigkeitsübertragenden Abschnitt gesteuert wird, und dass die Rotation der ersten rotierenden Vorrichtung periodisch beschleunigt und verzögert wird. Dabei kann die Überdeckungsbogenlänge zwischen dem ersten und dem zweiten flüssigkeitsübertragenden Abschnitt eingestellt werden.

Weitere Merkmale und vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung werden in der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen in Zusammenhang mit den beigefügten, nachfolgend aufgeführten Zeichnungen näher erläutert.

Es zeigen:

1 eine Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Farbwerks, in dem die rotierenden Vorrichtungen nicht phasenverschoben zueinander sind, und

2 die in 1 gezeigte Ausführungsform bei einer Phasenverschiebung von 45° zwischen den rotierenden Vorrichtungen.

1 zeigt eine bevorzugte Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Farbzuführvorrichtung, in der die rotierenden Vorrichtungen als Zylinder ausgebildet sind.

Eine Zuführwalze 20 dreht sich in eine Richtung D1 und nimmt dabei Farbe aus einem Farbvorrat 10 auf. Der Farbvorrat 10 kann eine Vordosiereinrichtung 12, z. B. eine Rakel, aufweisen. Auf diese Weise wird auf die Außenumfangsoberfläche 24 der Zuführwalze 20 ein gleichmäßiger, vordosierter Farbfilm aufgetragen. Obgleich der Farbvorrat 10 im gegebenen Beispiel als ein Farbkasten mit einer durchgehenden Rakel 12 ausgebildet ist, kann auch eine Aniloxwalze bzw. ein Aniloxfarbwerk, eine Walze mit einer Sprühvorrichtung, ein Farbkastensystem mit Zonenrakeln, ein Inkjet-System oder eine andere Vorrichtung zur Zufuhr eines vordosierten Films 22 vorgesehen sein.

Die Farbzuführvorrichtung umfasst weiterhin eine erste rotierende Vorrichtung, die in der vorliegenden bevorzugten Ausführungsform als ein in eine Richtung D2 rotierender farbübertragender Zylinder 30 mit einem in Umfangsrichtung gesehen farbübertragenden Abschnitt 32 und nichtübertragenden Abschnitt 34 ausgebildet ist. In der gezeigten Ausführungsform handelt es sich bei dem farbübertragenden Abschnitt 32 um einen radial vorstehenden verformbaren Abschnitt, der z. B. als Gummibeschichtung auf einem Metallzylinderkörper ausgebildet ist. Eine solche Gummiaußenfläche ermöglicht eine gute Farbübertragung.

Der nichtübertragende Abschnitt 34 kann einfach als nicht mit der radial hervorstehenden Gummibeschichtung beschichteter Abschnitt des Metallzylinderkörpers ausgebildet sein, der daher bezüglich des farbübertragenden Abschnittes 32 des Zylinders 30 mit größerem Durchmesser radial vertieft ist. Der nichtübertragende Abschnitt 34 kann alternativ auch dadurch gebildet werden, dass ein Umfangsabschnitt eines insgesamt gummibeschichteten Metallzylinders entfernt wird. Aufgrund der Vertiefung überträgt die Zuführwalze 20 keine Farbe auf den nichtübertragenden Abschnitt 34, während auf dem farbübertragenden Abschnitt 32 durch Farbspaltung ein Farbfilm 35 entsteht.

Ein zweiter farbübertragender Zylinder 40 mit einem farbübertragenden Umfangsabschnitt 42 und einem nichtübertragenden Umfangsabschnitt 44 wirkt mit dem farbübertragenden Zylinder 30 zusammen. Der farbübertragende Abschnitt 42 besteht vorzugsweise aus einer harten, d.h. im Wesentlichen nicht verformbaren farbübertragenden Beschichtung, z. B. aus Metall, Kunststoff oder Keramik, und steht radial bezüglich des Zylinderkörpers vor.

Der nichtübertragende Abschnitt 44 kann hierbei einfach aus einem nicht mit der harten, radial vorstehenden Beschichtung beschichteten Abschnitt ausgebildet sein, der auf diese Weise bezüglich der durch den farbübertragenden Abschnitt 42 definierten Oberfläche mit größerem Durchmesser radial vertieft ist. Der nichtübertragende Abschnitt 44 kann alternativ auch dadurch gebildet werden, dass ein Umfangsabschnitt eines mit Keramik, Metall oder Kunststoff beschichteten Zylinders entfernt wird.

Zur in den 1 und 2 mit Phantomlinie dargestellten Übertragung von Farbe vom Zylinder 30 auf den Zylinder 40 wirkt zumindest ein sich in Umfangsrichtung erstreckender Teil der farbübertragenden Abschnitte 32 und 42 zusammen, wobei Farbe von der weicheren Oberfläche des Abschnittes 32 auf die härtere Oberfläche des Abschnittes 42 durch Farbspaltung übertragen wird.

Der farbübertragende Abschnitt 32 des Zylinders 30 und der farbübertragende Abschnitt 42 des Zylinders 40 können zueinander phasenversetzt werden, d.h. der Umfangsbereich der Abschnitte 32, 42, die miteinander in Kontakt kommen, ist einstellbar.

Die Zylinder 30 und 40 weisen vorzugsweise denselben Durchmesser auf.

Demgemäß kann also der Kontaktbereich zwischen einem Zustand, in dem zwischen den beiden Zylindern 30, 40, kein Phasenunterschied besteht und die Umfangserstreckungen der Abschnitte 32, 42 einander exakt entsprechen (volle Farbübertragung), und einem Zustand, in dem die Außenoberflächen der Abschnitte 32, 42 einander gar nicht kontaktieren (keine Farbübertragung), im gegebenen Beispiel bei einer Phasenverschiebung von 90°, variiert werden. Wenn der Abschnitt 42 auf den Abschnitt 34 trifft, so wird keine Farbe von der Walze 30 auf die Walze 40 übertragen.

Da jeder Zylinder 30, 40 nur einen einzigen farbübertragenden Abschnitt aufweist, der den halben Zylinderumfang bedeckt, ist eine Phasenverschiebung um 180° nötig, um den vollen Kontakt zu erreichen.

1 zeigt also den Zustand, in dem keine Phasenverschiebung vorliegt, wobei sich der Zylinder 40 in die Richtung D3 bewegt und der Abschnitt 42 entlang seiner gesamten Umfangserstreckung mit dem Abschnitt 32 des Zylinders 30 zusammenwirkt. Auf diese Weise wird vom Abschnitt 32 auf den Abschnitt 42 Farbe übertragen. Der Zylinder 40 kann mit einer in die Richtung D4 rotierenden Farbwerkswalze 50 zusammenwirken, die beispielsweise zur weiteren Übertragung der Farbe eine Gummioberfläche aufweist.

Wie gezeigt ist, bleibt auch nach einer vollständigen Übertragung auf den Abschnitt 42 etwas Farbe 37 auf dem Abschnitt 32 zurück. Der Abschnitt 42 nimmt einen Farbfilm 47 auf und überträgt diesen teilweise als Farbfilm 57 auf die Walze 50. Die Farbwerkswalze 50 kann mit einer weiteren Farbwerkswalze 59 zusammenwirken, die einen Bildträger, z. B. einen Plattenzylinder, kontaktiert.

Ein zwischen dem Dosierspalt der Vordosiereinrichtung 12 und dem gemeinsamen Kontaktpunkt der Zuführwalze 20 und des Zylinders 30 liegender Winkel &agr; kann ca. 90° betragen, was hinsichtlich der Minimierung des Einflusses von im Kontaktpunkt hervorgerufener Anlaufstörungen auf die im Dosierspalt erzeugte Farbschichtdicke vorteilhaft ist. Weiterhin können die Rotationsachsen 51, 52, 53 der Zuführwalze 20 und der Zylinder 30, 40 in Abweichung vom zeichnerisch gezeigten Beispiel auf einer geraden Linie liegen, so dass für das Beschleunigen und das Verzögern des Zylinders 30 vorteilhafterweise gleich viel Zeit zur Verfügung steht.

2 zeigt die gleiche Ausführungsform wie 1 bei einer Phasenverschiebung von 45° zwischen dem Abschnitt 42 des Zylinders 40 und dem Abschnitt 32 des Zylinders 30. Bei dieser Phasenverschiebung wird nur halb so viel Farbe von dem Abschnitt 32 auf den Abschnitt 42 übertragen wie bei dem in 1 gezeigten Zustand ohne Phasenverschiebung. Wie zu sehen ist, bleibt auf dem Abschnitt 32 zum Teil ein dickerer Farbfilm 39 zurück, da der Abschnitt 32 an dieser Stelle nicht in Kontakt mit dem Kontaktabschnitt 42 kam. Durch eine kontrollierte Veränderung der Phasenverschiebung kann eine sehr genaue Farbübertragung, d.h. eine Steuerung der übertragenen Farbmenge von Abschnitt 32 auf Abschnitt 42 erreicht werden. Dadurch kann die durch das gesamte Farbwerk auf einen Bildträger zu übertragende Farbmenge exakt dosiert werden.

Alternativ zu den gezeigten erhabenen Abschnitten 32, 42 können die rotierenden Vorrichtungen 30, 40 auch aufeinanderfolgend oleophile und oleophobe Außenflächen bei gleichem Durchmesser aufweisen.

Die Herstellung der Farbführung durch die Oberflächeneigenschaften (oleophil, oleophob) hat den Vorteil, dass die Vorrichtungen 30, 40 einfacher zu reinigen sind.

Wie in 2 gezeigt, wird der erste Zylinder 30 von einem elektrischen Motor 54 rotativ angetrieben und wird dieser Motor 54 durch eine elektronische Steuerungseinrichtung 55 angesteuert. Die Steuerungseinrichtung 55 steuert den Motor 54 derart an, dass letzterer und somit auch der erste Zylinder 30 periodisch beschleunigt und verzögert wird.

Während dieser ungleichförmigen Rotationsbewegung des ersten Zylinders 30 rotieren die Zuführwalze 20 und der zweiten Zylinder 40 jeweils mit gleichförmiger Geschwindigkeit, wobei sich der zweite Zylinder 40 mit Maschinengeschwindigkeit dreht und sich die Zuführwalze 20 mit einer Geschwindigkeit dreht, welche wesentlich unterhalb der Maschinengeschwindigkeit liegt. Die besonders niedrige Drehzahl der Zuführwalze 20 ist hinsichtlich einer verringerten Abhängigkeit von den rheologischen Eigenschaften der übertragenen Flüssigkeit, bei welcher es sich um Druckfarbe handelt, vorteilhaft. Sie ist weiterhin hinsichtlich der Vermeidung eines Bläschen und Schaum hervorrufenden Lufteintrags in diese Druckfarbe und hinsichtlich der Verringerung auf die Vordosiereinrichtung 12 wirkender und deren Dosiergenauigkeit beeinträchtigender hydrodynamischer Kräfte vorteilhaft.

Der zweite Zylinder 40 wird von einem elektrischen Motor angetrieben, welcher von dem Motor 54 verschieden ist und der Hauptantrieb der Druckmaschine sein kann. Die Zuführwalze 20 wird von einem elektrischen Motor angetrieben, welcher von dem Motor 54 verschieden ist und bei dem es sich ebenfalls um besagten Hauptantrieb der Druckmaschine oder stattdessen um einen Separatantrieb handeln kann.

An der Steuerungseinrichtung 55 ist die sogenannte Tourigkeit des ersten Zylinders 30 vorwählbar, d.h., es kann daran eingestellt werden, pro welcher Anzahl von Umdrehungen eines Druckformzylinders der Druckmaschine der erste Zylinder 30 eine volle Umdrehung ausführt. Beispielsweise kann die Einstellung derart gewählt werden, dass der erste Zylinder 30 pro jeder Umdrehung des Druckformzylinders eine Umdrehung ausführt, oder pro jeweils zweier Umdrehungen (S-Tourigkeit) oder pro jeweils dreier Umdrehungen (1/3-Tourigkeit) usw. Somit ist es vorteilhafterweise möglich, durch Auswahl einer für den jeweiligen Druckauftrag geeigneten Tourigkeit des ersten Zylinders 30 die Menge der übertragenen Flüssigkeit an den Druckauftrag anzupassen. Beispielsweise kann die S-Tourigkeit für einen Druckauftrag mit höherem Farbbedarf und die 1/3-Tourigkeit für einen Druckauftrag mit niedrigerem Farbbedarf gewählt werden.

Das Geschwindigkeitsprofil, entsprechend welchem der Motor 54 den ersten Zylinder 30 während des laufenden Druckbetriebs periodisch beschleunigt und verzögert, ist derart gewählt, dass der farbübertragende Abschnitt 32 während seines Kontaktes mit der Zuführwalze 20 zumindest annähernd und vorzugsweise genau deren Umfangsoberflächengeschwindigkeit aufweist. In der Zeichnung ist der farbübertragende Abschnitt 32 in seiner dem Kontakt mit der Zuführwalze 20 entsprechenden Drehstellung mit ununterbrochener Volllinie dargestellt.

Nachdem der farbübertragende Abschnitt 32 von der Zuführwalze 20 die Druckfarbe übernommen hat, wird der erste Zylinder 30 auf Maschinengeschwindigkeit beschleunigt, so dass sich der farbübertragende Abschnitt 32 während seines anschließenden Kontaktes mit dem farbübertragenden Abschnittes 42 des zweiten Zylinders 40 mit zumindest annähernd und vorzugsweise genau der Umfangsoberflächengeschwindigkeit des farbübertragenden Abschnittes 42 des zweiten Zylinders 40 dreht. In den 1 und 2 sind die Abschnitte 32, 42 während ihres Abrollkontaktes miteinander mit unterbrochener Phantomlinie dargestellt.

Nachdem der farbübertragende Abschnitt 32 des ersten Zylinders 30 die Druckfarbe auf den zweiten Zylinder 40 übertragen hat, wird der erste Zylinder 30 wieder verzögert, bis er wieder die Geschwindigkeit erreicht hat, bei welcher kein oder zumindest fast kein Schlupf zwischen dem farbübertragenden Abschnitt 32 des ersten Zylinders 30 und der Zuführwalze 20 während der erneuten Farbaufnahme des ersten Zylinders 30 auftritt.

Diese Beschleunigungs- und Verzögerungsphasen wiederholen sich entsprechend der z. B. in Form eines Befehls eines in der Steuerungseinrichtung 55 ablaufenden Steuerungsprogramms vorgewählten Tourigkeit des ersten Zylinders 30 zyklisch.

10
Farbvorrat
12
Vordosiervorrichtung
20
Zuführwalze
22
vordosierter Farbfilm
24
Umfangsoberfläche
30
erster farbübertragender Zylinder
32
farbübertragende Abschnitte
34
nichtübertragende Abschnitte
35
Farbfilm
37
Farbe
39
dickerer Farbfilm
40
zweiter farbübertragender Zylinder
42
farbübertragende Abschnitte
44
nichtübertragende Abschnitte
47
Farbfilm
50
Farbwerkswalze
51
Rotationsachse
52
Rotationsachse
53
Rotationsachse
54
Motor
55
Steuerungseinrichtung
57
Farbfilm
59
Walze
D1
Drehrichtung
D2
Drehrichtung
D3
Drehrichtung
D4
Drehrichtung
&agr;
Winkel


Anspruch[de]
Vorrichtung zur Steuerung der zu übertragenden Menge einer Flüssigkeit, umfassend eine erste rotierende Einrichtung (30), welche in ihrer Umfangsrichtung einen ersten flüssigkeitsübertragenden Abschnitt (32) aufweist,

eine zweite rotierende Einrichtung (40), welche in ihrer Umfangsrichtung einen zweiten flüssigkeitsübertragenden Abschnitt (42) aufweist, und

eine Steuerungseinrichtung (55) zur Einstellung der Phasenlage zwischen dem ersten (32) und dem zweiten (42) flüssigkeitsübertragenden Abschnitt,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Steuerungseinrichtung (55) zum periodischen Beschleunigen und Verzögern der Rotation der ersten rotierenden Einrichtung (30) ausgebildet ist.
Vorrichtung nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass die erste rotierende Einrichtung (30) einen sich in Umfangsrichtung an den ersten flüssigkeitsübertragenden Abschnitt (32) anschließenden ersten nichtflüssigkeitsübertragenden Abschnitt (34) aufweist und dass die zweite rotierende Einrichtung (40) einen sich in Umfangsrichtung an den zweiten flüssigkeitsübertragenden Abschnitt (42) anschließenden zweiten nichtflüssigkeitsübertragenden Abschnitt (44) aufweist. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die flüssigkeitsübertragenden Abschnitte (32, 42) und die nichtflüssigkeitsübertragenden Abschnitte (34, 44) jeweils die gleiche Bogenlänge aufweisen. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der erste flüssigkeitsübertragende Abschnitt (32) und/oder der zweite flüssigkeitsübertragende Abschnitt (42) von einem elastisch verformbaren Material, insbesondere Gummi oder gummiartigen Material gebildet wird. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der erste nichtflüssigkeitsübertragende Abschnitt (34) und/oder der zweite nichtflüssigkeitsübertragende Abschnitt (44) von einer in dem elastisch verformbaren Material vorgesehenen Aussparung gebildet wird. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der erste flüssigkeitsübertragende Abschnitt (32) und/oder der zweite flüssigkeitsübertragende Abschnitt (42) von einem im Wesentlichen formstabilen Material, insbesondere Metall, Kunststoff oder Keramik gebildet wird. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der erste nichtflüssigkeitsübertragende Abschnitt und/oder der zweite nichtflüssigkeitsübertragende Abschnitt von einer in dem im Wesentlichen formstabilen Material vorgesehenen Aussparung gebildet wird. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der erste flüssigkeitsübertragende Abschnitt (32) und/oder der zweite flüssigkeitsübertragende Abschnitt (42) eine die Flüssigkeit annehmende, insbesondere oleophile Oberfläche aufweist, und dass der erste nichtflüssigkeitsübertragende Abschnitt (34) und/oder der zweite nichtflüssigkeitsübertragende Abschnitt (44) eine die Flüssigkeit nichtannehmende oder abstoßende, insbesondere oleophobe oder hydrophile Oberfläche aufweist. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erste rotierende Einrichtung (30) mit der zweiten rotierenden Einrichtung (40) einen Übertragungsspalt bildet, insbesondere dass der erste flüssigkeitsübertragende Abschnitt mit dem zweiten flüssigkeitsübertragenden Abschnitt einen getakteten Übertragungsspalt bildet. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erste rotierende Einrichtung (30) und/oder die zweite rotierende Einrichtung (40) als Walze oder Zylinder ausgebildet ist. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung als Vorrichtung zur Steuerung der zu übertragenden Menge einer Druckfarbe, eines Feuchtmittels oder eines Lackes ausgelegt ist. Farbwerk, gekennzeichnet durch eine Vorrichtung zur Steuerung der Übertragung einer Farbmenge nach einem der vorhergehenden Ansprüche. Feuchtwerk, gekennzeichnet durch eine Vorrichtung zur Steuerung der Übertragung einer Feuchtmittelmenge nach einem der Ansprüche 1 bis 11. Bedruckstoff verarbeitende Maschine, gekennzeichnet durch eine Vorrichtung zur Steuerung der Übertragung einer Flüssigkeitsmenge nach einem der Ansprüche 1 bis 11. Verfahren zur Steuerung der zu übertragenden Menge einer Flüssigkeit, mit den Verfahrensschritten

– Aufbringen einer Flüssigkeit auf eine erste rotierende Einrichtung (30), welche in ihrer Umfangsrichtung einen ersten flüssigkeitsübertragenden Abschnitt (32) aufweist,

– Übertragung zumindest eines Anteiles der Flüssigkeit auf eine zweite rotierende Einrichtung (40), welche in ihrer Umfangsrichtung einen zweiten flüssigkeitsübertragenden Abschnitt (42) aufweist, und

– Steuern des Anteils durch Einstellen der Phasenlage zwischen dem ersten (32) und dem zweiten (42) flüssigkeitsübertragenden Abschnitt, dadurch gekennzeichnet, dass die Rotation der ersten rotierenden Einrichtung (30) periodisch beschleunigt und verzögert wird.
Verfahren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Überdeckungsbogenlänge des ersten flüssigkeitsübertragenden Abschnitts (32) und des zweiten flüssigkeitsübertragenden Abschnitts (42) eingestellt wird.






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