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Dokumentenidentifikation DE102007001948A1 09.08.2007
Titel Druckmaschine
Anmelder Heidelberger Druckmaschinen AG, 69115 Heidelberg, DE
Erfinder Hieronymus, Jens, 64293 Darmstadt, DE;
Michels, Jürgen, 69221 Dossenheim, DE;
Schaffrath, Dieter, 64653 Lorsch, DE;
Schönberger, Wolfgang, 69198 Schriesheim, DE;
Schwaab, Bernhard, 67434 Neustadt, DE;
Thielemann, Michael, 69118 Heidelberg, DE
DE-Anmeldedatum 12.01.2007
DE-Aktenzeichen 102007001948
Offenlegungstag 09.08.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 09.08.2007
IPC-Hauptklasse B41F 31/30(2006.01)A, F, I, 20070112, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B41F 31/32(2006.01)A, L, I, 20070112, B, H, DE   B41F 13/14(2006.01)A, L, I, 20070112, B, H, DE   
Zusammenfassung Eine Druckmaschine umfasst einen ersten Rotationskörper (101), einen zweiten Rotationskörper (102), eine Zwischenwalze (104) und eine Stelleinrichtung (105) zum Verstellen der Zwischenwalze in eine erste Walzenposition, in der die Zwischenwalze sowohl an den ersten Rotationskörper als auch an den zweiten Rotationskörper angestellt ist, und in eine zweite Walzenposition, in der die Zwischenwalze sowohl von dem ersten Rotationskörper als auch von dem zweiten Rotationskörper abgestellt ist, wobei die Stelleinrichtung eine Feder (106) umfasst.
Gemäß der Erfindung ist die Feder zum Verstellen der Zwischenwalze aus der zweiten Walzenposition in die erste Walzenposition angeordnet und umfasst die Stelleinrichtung einen Stellantrieb (107) zum Verstellen der Zwischenwalze aus der ersten Walzenposition in die zweite Walzenposition.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Druckmaschine, umfassend einen ersten Rotationskörper, einen zweiten Rotationskörper, eine Zwischenwalze und eine Stelleinrichtung zum Verstellen der Zwischenwalze in eine erste Walzenposition, in der die Zwischenwalze sowohl an den ersten Rotationskörper als auch an den zweiten Rotationskörper angestellt ist, und in eine zweite Walzenposition, in der die Zwischenwalze sowohl von dem ersten Rotationskörper als auch von dem zweiten Rotationskörper abgestellt ist, wobei die Stelleinrichtung eine Feder umfasst, nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Eine solche Druckmaschine ist in GB 237 454 beschrieben. Bei dieser Druckmaschine des Standes der Technik erfolgt die Verstellung der Zwischenwalze in die beiden Walzenpositionen manuell, worunter der Bedienkomfort der Druckmaschine leidet.

In US 552,790 ist eine Druckmaschine beschrieben, bei der die Zwischenwalze ebenfalls in die beiden Walzenpositionen verstellbar ist, deren Stelleinrichtung jedoch keine Feder aufweist.

DE 41 40 219 C2 und DE 102 17 810 A1 bilden noch ferneren Stand der Technik.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Druckmaschine mit hohem Bedienkomfort zu schaffen.

Diese Aufgabe wird durch eine Druckmaschine mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Die erfindungsgemäße Druckmaschine umfasst einen ersten Rotationskörper, einen zweiten Rotationskörper, eine Zwischenwalze und eine Stelleinrichtung zum Verstellen der Zwischenwalze in eine erste Walzenposition, in der die Zwischenwalze sowohl an den ersten Rotationskörper als auch an den zweiten Rotationskörper angestellt ist, und in eine zweite Walzenposition, in der die Zwischenwalze sowohl von dem ersten Rotationskörper als auch von dem zweiten Rotationskörper abgestellt ist, wobei die Stelleinrichtung eine Feder umfasst, und ist dadurch gekennzeichnet, dass die Feder zum Verstellen der Zwischenwalze aus der zweiten Walzenposition in die erste Walzenposition angeordnet ist, und dass die Stelleinrichtung einen Stellantrieb zum Verstellen der Zwischenwalze aus der ersten Walzenposition in die zweite Walzenposition umfasst.

Ein Vorteil der erfindungsgemäßen Druckmaschine ist in der Fernbedienbarkeit der Stelleinrichtung zu sehen. Dieser Vorteil kommt insbesondere dann zum Tragen, wenn die Druckmaschine mehrere Druckwerke umfasst, welche jeweils die im Patentanspruch 1 genannten Elemente und Bauteile umfassen. Hierbei kann der Bediener von einem zentralen Steuerpult aus die Stellantriebe der Stelleinrichtungen der Druckwerke ansteuern.

In den Unteransprüchen sind weitere vorteilhafte Weiterbildungen der erfindungsgemäßen Druckmaschine genannt.

Bei einer Weiterbildung weist die Stelleinrichtung eine Stütze auf und weist die Zwischenwalze ein Drehlager auf, das in der zweiten Walzenposition durch die Stütze abgestützt ist und welches in der ersten Walzenposition durch die Stütze nicht abgestützt ist.

Bei einer weiteren Weiterbildung umfasst die Stelleinrichtung einen Hebel, in welchem die Zwischenwalze gelagert ist.

Bei einer weiteren Weiterbildung umfasst der Hebel eine Schwenkachse, welche sowohl relativ zu dem ersten Rotationskörper exzentrisch angeordnet ist als auch relativ zu dem zweiten Rotationskörper exzentrisch angeordnet ist.

Gemäß einer weiteren Weiterbildung ist der Zwischenwalze eine weitere Zwischenwalze beigeordnet, die in einem weiteren Hebel zum Verstellen der weiteren Zwischenwalze gelagert ist, und ist der Stellantrieb mit seinem einen Ende an dem Hebel, in welchem die Zwischenwalze gelagert ist, und mit seinem anderen Ende an dem weiteren Hebel, in welchem die weitere Zwischenwalze gelagert ist, angelenkt.

Bei einer weiteren Weiterbildung weist der weitere Hebel eine weitere Schwenkachse zum Schwenken des weiteren Hebels in eine erste Hebelposition, in der die weitere Zwischenwalze sowohl an den ersten Rotationskörper als auch an den zweiten Rotationskörper angestellt ist, und in eine zweite Hebelposition, in der die weitere Zwischenwalze sowohl von dem ersten Rotationskörper als auch von dem zweiten Rotationskörper abgestellt ist, auf.

Bei einer weiteren Weiterbildung ist die weitere Schwenkachse sowohl exzentrisch relativ zu dem ersten Rotationskörper angeordnet als auch exzentrisch relativ zu dem zweiten Rotationskörper angeordnet und derart angeordnet, dass sich der Hebel und der weitere Hebel nicht miteinander kreuzen.

Bei einer weiteren Weiterbildung ist der Stellantrieb ein fluidbeaufschlagbarer Arbeitszylinder. Der Arbeitszylinder kann ein pneumatischer oder ein hydraulischer Arbeitszylinder sein.

Bei einer weiteren Weiterbildung ist der erste Rotationskörper eine Anilox- bzw. Rasterwalze.

Bei einer weiteren Weiterbildung ist der zweite Rotationskörper eine Reiberwalze, die axial changiert.

Weitere konstruktiv und funktionell vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele und der dazugehörigen Zeichnung.

In dieser zeigen:

1a + 1b ein erstes Ausführungsbeispiel mit einer erfindungsgemäß ausgestalteten Stelleinrichtung,

2a2c ein zweites Ausführungsbeispiel,

3a3c ein drittes Ausführungsbeispiel,

4 ein viertes Ausführungsbeispiel,

5 ein fünftes Ausführungsbeispiel und

6 eine Druckmaschine mit einem Anilox-Farbwerk, das entsprechend einem der in den 1 bis 5 dargestellten Ausführungsbeispiele ausgestaltet ist.

In den 1 bis 6 sind einander entsprechende Elemente und Bauteile mit Bezugszeichen bezeichnet, deren Ziffernfolge in den Einerstellen und den Zehnerstellen von Ausführungsbeispiel zu Ausführungsbeispiel identisch ist und sich nur in den Hunderterstellen unterscheidet. Beispielsweise entspricht das in den 1a und 1b mit dem Bezugszeichen 101 bezeichnete Bauteil dem in den 3a und 3b mit dem Bezugszeichen 301 bezeichneten Bauteil und entspricht das in den 2a und 2b mit dem Bezugszeichen 202 bezeichnete Bauteil dem in der 5 mit dem Bezugszeichen 502 bezeichneten Bauteil.

In den 1a und 1b ist eine Zwischenwalze 104 dargestellt, die sich zwischen einem ersten Rotationskörper 101 und einem zweiten Rotationskörper 102 befindet. Eine Stelleinrichtung 105 umfasst eine Feder 106, die eine Druckfeder ist und dazu dient, eine Kontaktstreifenbreite eines von dem ersten Rotationskörper 101 zusammen mit der Zwischenwalze 104 gebildeten Kontaktstreifens und eine Kontaktstreifenbreite eines von dem zweiten Rotationskörper 102 zusammen mit der Zwischenwalze 104 gebildeten Kontaktstreifens zu bestimmen. Ein Hebel 110 ist mit einer im Wesentlichen halbschalenförmigen Stütze 108 versehen, welche mit einem Drehlager 109 kompatibel geformt ist. Das Drehlager 109 ist ein Wälzlager, speziell ein Rillenkugellager, und hat einen Außenring und einen Innenring.

In dem Hebel 110 ist ein Federbolzen 120 axial verschiebbar gelagert. Der Federbolzen 120 ist durch die Feder 106 belastet, welche den Federbolzen 120 zur Stütze 108 hin drückt. Der Hebel 110 ist an seinem dem zweiten Rotationskörper 102 zu gelegenen Ende über ein Drehgelenk am Maschinengestell befestigt. Das Drehgelenk bildet eine Schwenkachse 111, welche relativ zu einer Rotationsachse des ersten Rotationskörpers 101 und relativ zu einer Rotationsachse des zweiten Rotationskörpers 102 versetzt angeordnet ist. Ein Stellantrieb 107 ist an dem Hebel 110 angelenkt, an dem dem ersten Rotationskörper 101 zu gelegenen Ende des Hebels 110. Der Stellantrieb 107 ist hierzu an seinem einen Ende über ein Drehgelenk mit dem Hebel 110 verbunden. An seinem anderen Ende ist der Stellantrieb 107 über ein weiteres Drehgelenk am Maschinengestell befestigt. Der Stellantrieb 107 ist ein pneumatischer Arbeitszylinder.

Die Stelleinrichtung 105 funktioniert folgendermaßen: Um die Zwischenwalze 104 in die in 1a dargestellte Walzenposition zu verstellen, wird der Stellantrieb 107 mit Druckluft beaufschlagt, so dass sein Kolben ausfährt. Dadurch wird der Hebel 110 um die Schwenkachse 111 geschwenkt, welche sowohl außerhalb einer die Rotationsachsen des ersten Rotationskörpers 101 und der Zwischenwalze 104 miteinander verbindenden imaginären Verbindungslinie als auch außerhalb einer die Rotationsachsen des zweiten Rotationskörpers 102 und der Zwischenwalze 104 miteinander verbindenden imaginären Verbindungslinie platziert ist. Im Laufe dieser bezüglich der 1a und 1b im Uhrzeigersinn erfolgenden Schwenkbewegung des Hebels 110 kommt die Stütze 108 mit dem Drehlager 109 in Kontakt, so dass im weiteren Laufe dieser Schwenkbewegung die Stütze 108 die Zwischenwalze 104 von dem ersten Rotationskörper 101 und von dem zweiten Rotationskörper 102 abhebt. Während dieses Vorgangs wird der Federbolzen 120 herausgeschoben und wird dabei die Spannung der Feder 106 auf eine vergleichsweise geringe Federvorspannung reduziert, die aber noch ausreicht, um das Drehlager 109hinreichend fest gegen die Stütze 108 zu drücken, so dass die Zwischenwalze 104 im Hebel 110 sicher fixiert ist.

Die nach der Schwenkbewegung erreichte Endlage der Stelleinrichtung 105 mit der Zwischenwalze 104 ist in 1a dargestellt und z.B. durch einen (zeichnerisch nicht dargestellten) Anschlag bestimmt und dadurch charakterisiert, dass zwischen dem ersten Rotationskörper 101 und der Zwischenwalze 104 ein umfangsseitiger Abstand a und zwischen dem zweiten Rotationskörper 102 und der Zwischenwalze 104 ein umfangsseitiger Abstand b besteht. In dieser Walzenposition steht die Zwischenwalze 104 auch dann rotativ still, wenn der erste Rotationskörper 101 und der zweite Rotationskörper 102 rotieren.

Um die Zwischenwalze 104 aus der in 1 dargestellten Walzenposition in die in 1b dargestellte Walzenposition zu verstellen, wird der Kolben des Stellantriebes 107 wieder eingefahren, so dass der Hebel 110 mit der Zwischenwalze 104 bezüglich 1b entgegen dem Uhrzeigersinn geschwenkt wird, wobei die Zwischenwalze 104 zuerst in Anlage an dem zweiten Rotationskörper 102 und nachfolgend in Anlage an dem ersten Rotationskörper 101 kommt, so dass danach die Abstände a, b (vgl. 1a) nicht mehr bestehen. Im Laufe des nach der Herstellung des doppelten Umfangskontaktes der Zwischenwalze 104 erfolgenden Schwenkens des Hebels 110 löst sich die Stütze 108 von dem Drehlager 109. Der auf den Außenring des Drehlagers 109 drückende Federbolzen 120 kann der weiteren Schwenkbewegung des Hebels 110 nicht mehr folgen, so dass durch den Außenring der Federbolzen 120 eingeschoben wird, wobei die Feder 106 komprimiert und deren Spannung erhöht wird. Infolgedessen nehmen die von der Feder 106 bestimmten Anstellkräfte der Anstellungen der Zwischenwalze 104 an die Rotationskörper 101, 102 bis auf einen jeweils vorbestimmten Wert zu.

Wenn der Hebel 110 seine in 1b dargestellte Endlage erreicht hat, ist das Drehlager 109 außer Kontakt mit der Stütze 108 und ist die Zwischenwalze 104 einschließlich des Drehlagers 109 in einer Art Drei-Punkt-Lagerung eingespannt, deren drei Punkte durch die beiden Rotationskörper 101, 102 und den Federbolzen 120 gebildet werden. Die Wirkungsrichtung des Federbolzens 120 und die Federkonstante der Feder 106 sind hierbei so gewählt, dass aus der Eigengewichtskraft der Zwischenwalze 104 und der Federkraft der Feder 106 radial auf die Rotationskörper 101, 102 gerichtete Teilkräfte resultieren, welche die erforderliche Größe der Kontaktstreifenbreiten der Zwischenwalze 104 gewährleisten. Im Gegensatz zu den beiden Rotationskörpern 101, 102 hat die Zwischenwalze 104 eine gummielastische Umfangsfläche, die infolge des Kontaktes der Zwischenwalze 104 mit den beiden Rotationskörpern 101, 102 unter Bildung sogenannter Kontaktstreifen abgeplattet wird.

Die in 1b dargestellte Walzenposition hat die Zwischenwalze 104 im Druckbetrieb inne, in dem die Rotation der Zwischenwalze 104 ausschließlich über die Umfangsoberflächenfriktion der Rotationskörper 101, 102 angetrieben wird und in welchem der Hebel 110 die Zwischenwalze 104 axial fixiert, so dass von dem zweiten Rotationskörper 102, der changiert, auf die Zwischenwalze 104, die nicht changiert, frikativ übertragene Axialkräfte in den Hebel 110 abgeleitet werden. Die in den 1a und 1b dargestellte Stelleinrichtung 105 einschließlich des Hebels 110 ist selbstverständlich in doppelter Anordnung vorgesehen, d. h. auch an dem zeichnerisch nicht dargestellten Walzenende vorhanden.

In den 2a bis 2c ist ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt. Zwischen einem ersten Rotationskörper 201 und einem zweiten Rotationskörper 202 sind eine Zwischenwalze 204 und eine weitere Zwischenwalze 212 angeordnet. Die Zwischenwalze 204 ist in einem Walzenschloss 221 eines Hebels 210 gelagert und die weitere Zwischenwalze 212 ist in einem weiteren Walzenschloss 222 eines weiteren Hebels 213 gelagert. Der Hebel 210 ist um eine Schwenkachse 211 schwenkbar gelagert und der weitere Hebel 213 ist um eine weitere Schwenkachse 214 schwenkbar gelagert. Die beiden Schwenkachsen 211, 214 sind relativ zu den Rotationsachsen der beiden Rotationskörper 201, 202 exzentrisch versetzt angeordnet. Die beiden Hebel 210, 213 sind Bestandteile einer Stelleinrichtung 205, welche dazu dient, die beiden Zwischenwalzen 204, 212 wahlweise in die in 2a gezeigte Walzenposition und in die in 2b gezeigte Walzenposition zu verstellen. Die beiden Walzenschlösser 221, 222 sind im Wesentlichen miteinander baugleich, so dass die nachfolgende Beschreibung des Walzenschlosses 221 im übertragenen Sinne auch für das weitere Walzenschloss 222 gilt.

Das Walzenschloss 221 umfasst einen Niederhalter 223, der durch eine Feder 206 belastet ist, so dass der Niederhalter 223 auf ein Drehlager 209 drückt. Das Drehlager 209 ist ein Wälzlager, speziell ein Rillenkugellager, und hat einen Außenring und einen Innenring. An dem Außenring liegt der Niederhalter 223 umfangsseitig an und der Innenring sitzt auf einem Achszapfen der Zwischenwalze 204 fest. Die Feder 206 ist eine schraubenförmige Druckfeder und sitzt auf einem Bolzen, an dessen einen Ende der Niederhalter 223 befestigt ist und an dessen anderen Ende sich ein Bolzenkopf befindet. Der Bolzen ist zusammen mit dem Niederhalter 223 axial verschiebbar in dem Walzenschloss gelagert. Die Feder 206 ist zwischen dem Bolzenkopf und einer Stufe einer in das Walzenschloss 221 eingebrachten Bohrung, in der die Feder 206 angeordnet ist, vorgespannt. Das Walzenschloss 221 ist mit einer Nut 224 versehen, welche als Drehsicherung für den Niederhalter 223 dient, wenn sich dieser in seiner in den 2a bis 2c dargestellten Position befindet, in der er durch die Feder 206 auf den Außenring des Drehlagers 209 gedrückt wird. Um die Zwischenwalze 204 aus dem Walzenschloss 221 entnehmen zu können, muss der Niederhalter 223 aus der dargestellten Position um einen ca. 90° betragenden Winkel zur Seite geschwenkt werden. Damit diese Schwenkbewegung des Niederhalters 223, bei welcher der die Feder 206 tragende Bolzen als Drehgelenkzapfen fungiert, nicht durch die Seitenwände der Nut 224 blockiert wird, wird der Niederhalter 223 in einem ersten Schritt in bezüglich der Längsachse des Bolzens axialer Richtung aus der Nut 224 herausgehoben, wobei auch der Bolzen angehoben wird und infolgedessen die Feder 206 komprimiert wird, und in einem zweiten Schritt seitlich weggeschwenkt.

Die Feder 206 ist bezüglich ihrer Federkraft derart bemessen, dass die Federkraft zusammen mit der Eigengewichtskraft der Zwischenwalze 204 die erforderlichen Kontaktstreifenbreiten der Kontaktstreifen bewirkt, welche die Zwischenwalze 204 in ihrer an die beiden Rotationskörper 201, 202 angestellten Position (vgl. 2b) zusammen mit den beiden Rotationskörpern 201, 202 bildet. Die Feder des weiteren Walzenschlosses 223 ist bezüglich ihrer Federkraft stärker als die Feder 206 ausgebildet, weil die Feder des weiteren Walzenschlosses 223 die Eigengewichtskraft der weiteren Zwischenwalze 212 überwinden muss, um die erforderlichen Kontaktstreifenbreiten zu bewirken, welche die von der weiteren Zwischenwalze 212 in ihrer Anstellposition (vgl. 2b) zusammen mit den beiden Rotationskörpern 201, 202 gebildeten Kontaktstreifen aufweisen.

Zu einer den Hebel 210 und den weiteren Hebel 213 umfassenden Stelleinrichtung 205 gehört auch ein Stellantrieb 207, welcher ein pneumatischer Arbeitszylinder ist. Der Stellantrieb 207 ist auf den beiden Hebeln 210, 213 abgestützt, wobei er über ein Drehgelenk an einem der Schwenkachse 211 entgegengesetzten Ende des Hebels 210 an diesem angreift und über ein weiteres Drehgelenk an einem der weiteren Schwenkachse 214 entgegengesetzten Ende des weiteren Hebels 213 an letzterem angreift. Die beiden Hebel 210, 213 sind wahlweise in eine erste Hebelposition (vgl. 2b) und eine zweite Hebelposition (vgl. 2a) verstellbar. In der ersten Hebelposition liegen die beiden Zwischenwalzen 204, 212 an den beiden Rotationskörpern 201, 202 an und in der zweiten Hebelposition sind die beiden Zwischenwalzen 204, 212 von den beiden Rotationskörpern 201, 202 abgestellt. Die beiden Hebelpositionen sind durch stiftförmige Anschläge 225 bestimmt, welche in Langlöcher eingreifen, die in die beiden Hebel 210, 213 eingebracht sind. Die stiftförmigen Anschläge 225 sitzen in einer Seitenwand des Maschinengestelles fest. Das Langloch des Hebels 210 ist länger als das Langloch des weiteren Hebels 213, so dass der Hebel 210 mit der darin gelagerten Zwischenwalze 204 so weit von dem ersten Rotationskörper 201 weg geschwenkt werden kann, dass in der zweiten Hebelposition zwischen dem ersten Rotationskörper 201 und der Zwischenwalze 204 eine imaginäre Vertikallinie verläuft, die eine Tangente T des ersten Rotationskörpers 201 ist. Dadurch ist es möglich, bei einem Wechsel des ersten Rotationskörpers 201 diesen mittels eines Kranes senkrecht nach oben aus der Druckmaschine 603 (vgl. 6) herauszuheben, ohne dass die Gefahr einer Kollision des ersten Rotationskörpers 201 mit der Zwischenwalze 204 besteht.

An dem Walzenschloss 221 ist eine Stütze 208 für das Drehlager 209 angeordnet, welche aus zwei Stiften besteht. Eine weitere Feder 226 ist zwischen dem Hebel 210 und dem Maschinengestell angeordnet. Die weitere Feder 226 ist eine Zugfeder und mit ihrem einen Ende am Hebel 210 angelenkt und mit ihrem anderen Ende am Maschinengestell angelenkt.

Die Stelleinrichtung 205 funktioniert folgendermaßen: Der Stellantrieb 207 wird mit Druckluft beaufschlagt, so dass sein Kolben eingezogen wird, und die Hebel 210, 213 aufeinander zu gezogen werden. Noch bevor die Hebel 210, 213 ihre Endlage erreicht haben, die durch das Anschlagen der äußeren Ende der Langlöcher an den Anschlägen 225 bestimmt ist, setzen die Zwischenwalzen 204, 212 auf den Rotationskörpern 201, 202 auf. Dadurch vermögen die Zwischenwalzen 204, 212 der weiteren Schwenkbewegung der Hebel 210, 213 nicht zu folgen und lösen sich die Drehlager 209 von den Stützen 208 ab. Infolge der zwischen dem Aufsetzen der Zwischenwalzen 204, 212 und dem Anschlagen der Langlochenden an den Anschlägen 225 erfolgenden Schwenkbewegung erhöht sich der Druck des Niederhalters 223 auf das Drehlager 209 und die Vorspannung der Feder 206 des jeweiligen Walzenschlosses 221, 222 so lange, bis die in 2b gezeigte Hebelposition erreicht ist.

In dieser Hebelposition haben die Hebel 210, 213 besagte Endlage erreicht und liegen die Hebel 210, 213 über die äußeren Langlochenden an den Anschlägen 225 an. Außerdem sind die Zwischenwalzen 204, 212 in dieser Hebelposition zwischen jeweils drei Punkten – dem Niederhalter 223 und den Rotationskörpern 201, 202 – fest eingespannt, wobei die Stützen 208 von den Drehlagern 209 frei sind. Durch die Kraft des Stellantriebs 207, dessen pneumatische Beaufschlagung aufrechterhalten bleibt, werden die Hebel 210, 213 und somit die Zwischenwalzen 204, 212 in der in 2b gezeigten Position gehalten. Diese Position ist für den Druckbetrieb vorgesehen, bei welchem die Rotationskörper 201, 202 über ihre Umfangsflächenreibung die Zwischenwalzen 204, 212, welche keine anderen rotativen Antrieb aufweisen, rotativ antreiben.

Um die Zwischenwalzen 204, 212 aus der Walzenposition gemäß 2b in die Walzenposition gemäß 2a zu verstellen, wird die Richtung der Druckluftbeaufschlagung des Stellantriebes 207 umgekehrt, so dass sein Kolben wieder ausgefahren wird. Dadurch werden die Hebel 210, 213 gespreizt und die an den Hebeln, 210, 213 angeordneten Stützen 208 auf die Drehlager 209 zu bewegt, bis die Stützen 208 an den Drehlagern 209 anschlagen. In diesem Moment haben die Hebel 210, 213 noch nicht ihre Endlage, welche durch das Anschlagen der inneren Enden der Langlöcher an den Anschlägen 225 bestimmt ist, erreicht, so dass die Schwenkbewegung der Hebel 210, 213 fortgesetzt wird. Während dieser Fortsetzung der Schwenkbewegung heben die Hebel 210, 213 über die Stützen 208 und Drehlager 209 die Zwischenwalzen 204, 212 von den Rotationskörpern 201, 202 ab.

Wenn die Zwischenwalzen 204, 212 ihre in 2a gezeigte Abstellposition erreicht haben, ist ihr rotativer Antrieb unterbrochen, weil sie nicht mehr an den Rotationskörpern 201, 202 anliegen, welche in dieser Betriebssituation noch rotieren können, was z.B. für bestimmte Rüst- oder Wartungsarbeiten erforderlich sein kann. Weil aufgrund des Eigengewichts der weiteren Zwischenwalze 212 und des weiteren Hebels 213 diese in der Position gemäß 2a gehalten werden und durch die weitere Feder 226 der Hebel 210 mit der Zwischenwalze 204 auch in dieser Position gehalten wird, ist zur Aufrechterhaltung besagter Position die Druckluftbeaufschlagung des Stellantriebes 207 nicht unter allen Umständen erforderlich und kann sie abgeschaltet werden, z.B. um ein die zeichnerisch dargestellten Bauteile umfassendes Druckwerk in einer mehrere solcher Druckwerke umfassenden Druckmaschine leer – d. h. ohne zu Drucken – mitlaufen zu lassen, während mit den übrigen Druckwerken gedruckt wird.

Bei dem in den 3a bis 3c gezeigten Ausführungsbeispiel ist eine Stelleinrichtung 305 vorhanden, mit der eine Zwischenwalze 304 an zwei Rotationskörper 301, 302 anstellbar und von diesen wieder abstellbar ist. Zur Stelleinrichtung 305 gehören ein Stellantrieb 307 und ein Hebel 310, der um eine Schwenkachse 311 schwenkbar ist. Der Hebel 310 ist über ein Dreh- und Schubgelenk in Form eines Langloches mit einem darin sowohl drehbar als auch verschiebbar sitzenden und die Schwenkachse 311 bildenden Zapfen gelenkig verbunden. Anstelle des Dreh- und Schubgelenks, welches das Langloch und der Zapfen zusammen bilden, können auch ein Drehgelenk und ein separates Schubgelenk vorgesehen sein. Hierbei sitzt in dem in den Hebel eingebrachten Langloch entlang diesem verschiebbar ein Kulissenstein und sitzt in dem Kulissenstein drehbar der Zapfen. Das Langloch und die daraus resultierende Schubbeweglichkeit des Hebels 310 mitsamt der Zwischenwalze 304 ermöglicht es letzterer, ihre korrekte Lage zwischen den Rotationskörpern 301, 302 zu finden, wenn die Zwischenwalze 304 an die Rotationskörper 301, 302 angestellt wird.,

Auch die Hebel 110, 210, 213 und Schwenkachsen 111, 211, 214 der anderen Ausführungsbeispiele (vgl. 1a, 2a) können derartige Dreh- und Schubgelenke oder Drehgelenke mit separaten Schubgelenken bilden.

Auf der Zwischenwalze 304 sitzt ein Drehlager 309, das in einem Walzenschloss 321 sicherbar ist. Bezüglich der Ausbildung, Anordnung und Funktion des Stellantriebs 307, der Schwenkachse 311 und des Drehlagers 309 gilt das im Zusammenhang mit den dementsprechenden Bauteilen (Stellantrieb 107, Schwenkachse 111, Drehlager 109) der 1a bis 1c Gesagte im übertragenen Sinne. An dem Walzenschloss 321 ist eine Stütze 308 angeordnet, welche im Wesentlichen die Form einer nach oben offenen Halbschale hat. Die konkave Kontur der Stütze 308 ist komplementär zur Umfangskontur des Außenringes des Drehlagers 309, welches beim Einsetzen der Zwischenwalze 304 in das Walzenschloss 321 in die Stütze 308 eingelegt wird und mittels eines Niederhalters 323 verriegelt wird.

Zwischen dem Walzenschloss 321 und dem Hebel 310 ist mindestens eine Feder 306 angeordnet, die mit ihrem einen Ende auf dem Hebel 310 und mit ihrem anderen Ende auf dem Walzenschloss 321 abgestützt ist. Vorzugsweise sind zwei Exemplare dieser Feder 306 parallel geschaltet, wobei diese Exemplare voneinander verschiedene Federkennlinien und Federvorspannungen aufweisen können, was hinsichtlich einer individuellen Justage des von der Zwischenwalze 304 zusammen mit dem Rotationskörper 301 gebildeten Kontaktstreifens und des von der Zwischenwalze 304 zusammen mit dem weiteren Rotationskörper 302 gebildeten Kontaktstreifens vorteilhaft ist. Das Walzenschloss 321 weist auf seiner von der Zwischenwalze 304 abgewandten Seite eine Längsnut 327 auf, welche den Hebel 310 teilweise umschließt, so dass einerseits das Walzenschloss 321 über eine Art Linearführung mit dem Hebel 310 verbunden ist und andererseits eine Sicherung des Walzenschlosses 321 und der darin angeordneten Zwischenwalze 304 gegen eine axiale Verschiebung gegeben ist. In den Hebel 310 ist eine Ausnehmung zur Aufnahme der Feder 306 eingebracht, welche unter Vorspannung steht und mit ihrem einen Ende gegen den Grund der Ausnehmung drückt und mit ihrem anderen Ende gegen den Grund der Längsnut 327 drückt.

Der Niederhalter 323 ist durch eine Druckfeder 328, die auf einem Bolzen des Niederhalters 323 sitzt, belastet. In seiner die Zwischenwalze 304 verriegelnden Schwenkposition, die in den 3a bis 3c dargestellt ist, wird der Niederhalter 323 durch die Druckfeder 328 gegen das Drehlager 309 gedrückt und dieses infolgedessen gegen die Stütze 308 gedrückt und darin fixiert. Um die Zwischenwalze 304 aus dem Walzenschloss 321 entnehmen zu können, lässt sich der Niederhalter 323 mittels eines Steckschlüssels aus der Uberdeckung mit dem Drehlager 309 herausschwenken. Für den Steckschlüssel ist im Kopf des Niederhalters 323 eine Steckschlüsselfassung vorgesehen, z.B. in Form eines Innensechskants. An dem Hebel 310 sind als Anschläge Stifte 329 angeordnet, die in Langlöcher eingreifen, die in das Walzenschloss 321 eingebracht sind. Eine gegeneinander vertauschte Anordnung der Stifte 329 und Langlöcher, wobei erstere in dem Walzenschloss 321 festsitzen und letztere in den Hebel 310 eingebracht sind, ist selbstverständlich auch möglich.

Wenn der Kolben des Stellantriebs 307 ausgefahren ist und sich demzufolge der Hebel 310 und die Zwischenwalze 304 in der Abstellposition (vgl. 3a) befinden, in der die Zwischenwalze 304 an keinem der beiden Rotationskörper 301, 302 anliegt, drückt die Feder 306 das Walzenschloss 321 derart nach unten (bezüglich 3a), dass die oberen Enden der Langlöcher des Walzenschlosses 321 an den Stiften 329 anschlagen. In der Abstellposition kann ein Wechsel der Zwischenwalze 304 problemlos vorgenommen werden.

Um den Hebel 310 und die Zwischenwalze 304 in die Anstellposition (vgl. 3b) zu schwenken, in der die Zwischenwalze 304 an den beiden Rotationskörpern 301, 302 gleichzeitig anliegt, wird der Kolben des Stellantriebs 307 wieder eingezogen. Wenn im Laufe diese Schwenkbewegung die Zwischenwalze 304 mit den Rotationskörpern 301, 302 in Kontakt gekommen ist, setzt der Hebel 310 die Schwenkbewegung ohne die Zwischenwalze 304 fort. Dabei wird der Hebel 310 relativ zum Walzenschloss 321 verschoben und infolgedessen lösen sich die Enden der Langlöcher von den Stiften 329 und wird die Feder 306 weiter vorgespannt. Wenn der Kolben des Stellantriebs 307 seine Endlage erreicht hat, hat die von der Feder 306 über das Walzenschloss 321 und das Drehlager 309 auf die Zwischenwalze 304 ausgeübte Kraft eine vorbestimmte Größe erreicht, welche die erforderliche Kontaktstreifenbreiten der Zwischenwalze 304 bewirkt.

Es ist eine zeichnerisch nicht näher dargestellte Kombination des in den 2a bis 2c dargestellten Ausführungsbeispiels mit dem in den 3a bis 3c dargestellten Ausführungsbeispiel möglich, bei der wie bei dem in den 2a bis 2c gezeigten Ausführungsbeispiel zwei durch einen gemeinsamen Stellantrieb verbundene Hebel, die jeweils eine Zwischenwalze tragen, vorhanden sind. Bei dieser Kombination sind die Zwischenwalzen in Walzenschlössern aufgenommen, die über Federn mit den Hebeln verspannt sind und relativ zu letzteren verschiebbar gelagert sind, so wie dies bei dem in den 3a bis 3c gezeigten Ausführungsbeispiel der Fall ist.

Das in 4 gezeigte Ausführungsbeispiel und das in 5 gezeigte Ausführungsbeispiel weisen Gemeinsamkeiten auf, die nachfolgend beschrieben werden. Eine Zwischenwalze 404, 504 ist zwischen einem ersten Rotationskörper 401, 501 und einem zweiten Rotationskörper 402, 502 angeordnet. Auf einer Achse der Zwischenwalze 404, 504 sitzt ein Drehlager 409, 509, welches auch bei diesen Ausführungsbeispielen ein Wälzlager, speziell ein Rillenkugellager, ist. Die Walzenachse sitzt in dem Innenring des Drehlagers 409, 509 fest und auf dessen Außenring drückt über ein Druckstück eine Feder 406, 506.

Bei einer zeichnerisch nicht dargestellten, aber möglichen Modifikation wird als das Drehlager 409, 509 anstelle des Wälzlagers eine Gleitlagerbuchse verwendet, in welche die Walzenachse drehbar eingesteckt ist und auf die das Druckstück drückt. Ein solcher Ersatz des Wälzlagers durch eine Gleitlagerbuchse ist auch bei den zuvor beschriebenen anderen Ausführungsbeispielen möglich. Das Wälzlager weist aber gegenüber der Gleitlagerbuchse verschiedene Vorteile, z.B. hinsichtlich der Standzeit, auf.

Bei den in den 4 und 5 gezeigten Ausführungsbeispielen ist das Drehlager 409, 509 in einer Kulisse 430, 530 verschiebbar angeordnet. Die Kulisse 430, 530 hat einen schmalen Führungsabschnitt zum linearen Führen des Drehlagers 409, 509, der den Rotationskörpern 401, 402; 501, 502 zu gelegen ist, und einen breiten Entnahmeabschnitt, welcher das Entnehmen des Drehlagers 409, 509 aus der Kulisse 430, 530 bei der Deinstallation der Zwischenwalze 404, 504 erleichtert und auch das Wiedereinsetzen bei der Walzeninstallation. Das Drehlager 409, 509 und die Kulisse 430, 530 sind Bestandteile einer Stelleinrichtung 405, 505. Zu der Stelleinrichtung 405, 505 gehören außerdem eine Stütze 408, 508 zum Abstützen des Drehlagers 409, 509 auf dessen der Feder 406, 506 entgegengesetzten Seite und ein Stellantrieb 407, 507 zum Verstellen der Stütze 408, 508.

Wenn sich die Zwischenwalze 404, 504 in ihrer von den beiden Rotationskörpern 401, 402; 501, 502 abgestellten Walzenposition befindet, die in den 4 und 5 dargestellt ist, liegt die Stütze 408, 508 am Drehlager 409, 509 an und hält sie das Drehlager 409, 509 gegen die Wirkung der Feder 406, 506 in der von den Rotationskörpern 401, 402; 501, 502 weggeschobenen Position. Um die Zwischenwalze 404, 504 aus der Anstellposition in eine Anstellposition zu verstellen, in der die Zwischenwalze 404, 504 an beiden Rotationskörpern 401, 402; 501, 502 gleichzeitig anliegt, wird der Stellantrieb 407, 507 betätigt, so dass dieser Bewegungsraum für eine Verschiebung des Drehlagers 409, 509 in der Kulisse 430, 530 zu den Rotationskörpern 401, 402; 501, 502 hin frei gibt. Diese Verschiebung wird im Wesentlichen durch die Feder 406, 506 und bei der gezeigten Kulissenorientierung zum Teil auch durch das Eigengewicht der Zwischenwalze 404, 504 bewirkt und hat eine Verringerung der Vorspannung der Feder 406, 506 zur Folge.

Wenn die Zwischenwalze 404, 504 infolge dieser Verschiebung auf den beiden Rotationskörpern 401, 402; 501, 502 aufgesetzt hat und sich somit in der Anstellposition befindet, stützt die Stütze 408, 508 das Drehlager 409, 509 nicht ab und sind die Breiten der Kontaktstreifen, welche die Zwischenwalze 404, 504 zusammen mit den Rotationskörpern 401, 402; 501, 502 bildet, durch die Kraft der Feder 406, 506 genau definiert.

Nachfolgend werden zwischen den in den 4 und 5 gezeigten Ausführungsbeispielen bestehende Unterschiede erläutert.

Bei dem Ausführungsbeispiel gemäß 4 ist der Stellantrieb 407 als ein Arbeitszylinder ausgebildet, der vorzugsweise ein Pneumatikzylinder ist. Die Stütze 408 wird durch den Kolben, d. h. dessen Kolbenstange, gebildet und ist durch eine Rückstellfeder 432 belastet, deren Federkraft größer als die Federkraft der Feder 406 ist. Um die Zwischenwalze 404 von den beiden Rotationskörpern 401, 402 abzustellen, wird die Fluid- bzw. Druckluftbeaufschlagung des Stellantriebs 407 aufgehoben, so dass allein die Rückstellfeder 432 die Zwischenwalze 404 gegen die Wirkung der Feder 406 in die Abstellposition bewegt und in dieser hält. Dadurch, dass die Rückstellfeder 432 die stärkere der beiden Federn 406, 432 ist, überwindet die Rückstellfeder 432 nach der Deaktivierung des Stellantriebs 407 die Feder 406. Um die Zwischenwalze 404 an die Rotationskörper 401, 402 anzustellen, wird der Stellantrieb 407 aktiviert, so dass dessen Kolbenstange so weit eingefahren wird, dass die Stütze 408 bei an den Rotationskörpern 401, 402 anliegender Zwischenwalze 404 außer Kontakt mit dem Drehlager 409 steht. Dabei ist die Vorspannung der Rückstellfeder 432, welche als schraubenförmige Druckfeder auf der Kolbenstange sitzen kann und mit ihrem einen Ende auf dem Zylindergehäuse des Stellantriebs 407 und mit ihrem anderen Ende auf einem die Stütze 408 im engeren Sinne bildenden Kopfstück der Kolbenstange abgestützt ist, gegenüber der zeichnerisch nicht dargestellten Abstellposition der Zwischenwalze 404 erhöht.

Bei dem Ausführungsbeispiel gemäß 5 ist die Stütze 508 als ein Exzenter mit einer ansteigenden Kurvenkontur 531 ausgebildet und ist der Stellantrieb 507 als ein elektrischer Motor ausgebildet, dessen Motorwelle direkt (vgl. 5) oder über ein vorzugsweise selbsthemmendes Getriebe, z.B. ein Schneckengetriebe, mit der Stütze 508 verbunden ist. Die Stütze 508 wird von dem Stellantrieb 507 gedreht, so dass die Kurvenkontur 531 das darauf abgestützte Drehlager 509 mit der Zwischenwalze 504 bei deren Abstellen von den Rotationskörpern 501, 502 wegschiebt. Die Kurvenkontur 531 kann einen nicht-konvexen, also geradlinigen (vgl. 5) oder konkaven (muldenförmigen) Abschnitt aufweisen, auf dem das Drehlager 509 ruht, wenn die Zwischenwalze 504 ihre Abstell-Endposition erreicht hat. Der nicht-konvexe Abschnitt bewirkt eine Selbsthemmung, was insbesondere beim Verzicht auf das zwischen dem Stellantrieb 507 und der Stütze 508 möglicherweise angeordnete Getriebe vorteilhaft ist.

6 zeigt eine Druckmaschine 603 mit einem ersten Rotationskörper 601, einem zweiten Rotationskörper 602, einer Zwischenwalze 604, einer weiteren Zwischenwalze 612, einer Rakeleinrichtung 615, einer Farbauftragwalze 616, einem Druckformzylinder 617, einem Gummituchzylinder 618 und einem Gegendruckzylinder 619. Die Rakeleinrichtung 615 und die Farbauftragwalze 616 liegen im Druckbetrieb an dem ersten Rotationskörper 601 an. Die Rotationskörper 601, 602, die Zwischenwalzen 604, 612, die Farbauftragwalze 616 und die Rakeleinrichtung 615 sind Bestandteile eines Anilox-Farbwerks, welches dem Druckformzylinder 617 zu dessen Einfärbung zugeordnet ist. Das Anilox-Farbwerk und die drei Zylinder 617, 618, 619 sind Bestandteile eines Druckwerkes zum im Offsetdruckverfahren erfolgenden Bedrucken bogenförmigen Bedruckstoffs.

Bei dem ersten Rotationskörper 601 kann es sich je nach zuvor beschriebenem Ausführungsbeispiel um den Rotationskörper 101, 201, 301, 401 oder 501 handeln. Dementsprechend handelt es sich bei dem zweiten Rotationskörper 602 um den weiteren Rotationskörper 102, 202, 302, 402 oder 502. Die Zwischenwalze 604 ist mit der Zwischenwalze 104, 204, 304, 404 oder 504 identisch. Die weitere Zwischenwalze 612 ist mit der weiteren Zwischenwalze 212 identisch und kann entfallen, wenn das Anilox-Farbwerk gemäß der in den 1a, 1b, 3a bis 5 gezeigten Ausführungsbeispiele ausgestaltet ist.

Der erste Rotationskörper 601 ist eine Rasterwalze und die Rakeleinrichtung 615 dient dazu, dieser Rasterwalze die zu verdruckende Druckfarbe zuzuführen. Die Rakeleinrichtung 615 kann eine Kammerrakel oder eine nach oben offene Farbwanne mit einem daran befestigten, einzigen Rakelmesser sein. Der zweite Rotationskörper 602 wird über ein Zahnrad rotativ angetrieben, das mit dem zweiten Rotationskörper 602 koaxial angeordnet und drehfest verbunden ist. Dieses Zahnrad ist aus Gründen besserer Übersichtlichkeit zeichnerisch nicht dargestellt. Die Zwischenwalzen 604, 612 weisen kein solches Zahnrad auf; sie werden nur frikativ angetrieben. Der zweite Rotationskörper 602 ist auch als eine Reiberwalze ausgebildet, die axial changiert. Somit sind der erste Rotationskörper 601 und der zweite Rotationskörper 602 von einem Druckformzylinder verschiedene Rotationskörper und sind die Zwischenwalzen 604, 612 von Auftragwalzen – die auf einem Druckformzylinder abrollen – verschiedene Walzen. Die Zwischenwalzen 604, 612 haben gummielastische Umfangsoberflächen, d. h. sie sind sogenannte Gummiwalzen. Die Rotationskörper 601, 602 haben aus hartem Kunststoff oder Metall bestehende Umfangsoberflächen und sind somit keine Gummiwalzen.

101, 201, 301, 401, 501, 601
erster Rotationskörper
102, 202, 302, 402, 502, 602
zweiter Rotationskörper
104, 204, 304, 404, 504, 604
Zwischenwalze
105, 205, 305, 405, 505
Stelleinrichtung
106, 206, 306, 406, 506
Feder
107, 207, 307, 407, 507
Stellantrieb
108, 208, 308, 408, 508
Stütze
109, 209, 309, 409, 509
Drehlager
110, 210, 310
Hebel
111, 211, 311
Schwenkachse
120
Federbolzen
212, 612
weitere Zwischenwalze
213
weiterer Hebel
214
weitere Schwenkachse
221, 321
Walzenschloss
222
weiteres Walzenschloss
223, 323
Niederhalter
224
Nut
225
Anschlag
226
weitere Feder
327
Längsnut
328
Druckfeder
329
Stift
430, 530
Kulisse
432
Rückstellfeder
531
Kurvenkontur
603
Druckmaschine
615
Rakeleinrichtung
616
Farbauftragwalze
617
Druckformzylinder
618
Gummituchzylinder
619
Gegendruckzylinder
a
Abstand
b
Abstand
T
Tangente


Anspruch[de]
Druckmaschine (603), umfassend einen ersten Rotationskörper (101, 201, 301, 401, 501, 601), einen zweiten Rotationskörper (102, 202, 302, 402, 502, 602), eine Zwischenwalze (104, 204, 304, 404, 504, 604) und eine Stelleinrichtung (105, 205, 305, 405, 505) zum Verstellen der Zwischenwalze

in eine erste Walzenposition (1b, 2b, 3b, 6), in der die Zwischenwalze sowohl an den ersten Rotationskörper als auch an den zweiten Rotationskörper angestellt ist, und

in eine zweite Walzenposition (1a, 2a, 3a, 4, 5), in der die Zwischenwalze sowohl von dem ersten Rotationskörper als auch von dem zweiten Rotationskörper abgestellt ist,

wobei die Stelleinrichtung eine Feder (106, 206, 306, 406, 506) umfasst,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Feder zum Verstellen der Zwischenwalze aus der zweiten Walzenposition in die erste Walzenposition angeordnet ist, und

dass die Stelleinrichtung einen Stellantrieb (107, 207, 307, 407) zum Verstellen der Zwischenwalze aus der ersten Walzenposition in die zweite Walzenposition umfasst.
Druckmaschine nach Anspruch 1,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Stelleinrichtung eine Stütze (108, 208, 308, 408, 508) aufweist, dass die Zwischenwalze ein Drehlager (109, 209, 309, 409, 509) aufweist, und

dass das Drehlager von der Stütze in der zweiten Walzenposition abgestützt und in der ersten Walzenposition unabgestützt ist.
Druckmaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Stelleinrichtung einen Hebel (110, 210, 310) umfasst, in welchem die Zwischenwalze gelagert ist. Druckmaschine nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Hebel eine Schwenkachse (111, 211, 311) umfasst, welche exzentrisch relativ sowohl zu dem ersten Rotationskörper als auch zu dem zweiten Rotationskörper angeordnet ist. Druckmaschine nach Anspruch 3 oder 4,

dadurch gekennzeichnet,

dass der Zwischenwalze eine weitere Zwischenwalze (112, 212, 312, 412, 512) beigeordnet ist, die in einem weiteren Hebel (213) zum Verstellen der weiteren Zwischenwalze gelagert ist, und

dass der Stellantrieb mit seinem einen Ende an dem Hebel und mit seinem anderen Ende an dem weiteren Hebel angelenkt ist.
Druckmaschine nach Anspruch 5,

dadurch gekennzeichnet,

dass der weitere Hebel eine weitere Schwenkachse (214) zum Schwenken des weiteren Hebels in eine erste Hebelposition (2b), in der die weitere Zwischenwalze sowohl an den ersten Rotationskörper als auch an den zweiten Rotationskörper angestellt ist, und

in eine zweite Hebelposition (2a), in der die weitere Zwischenwalze sowohl von dem ersten Rotationskörper als auch von dem zweiten Rotationskörper abgestellt ist, aufweist.
Druckmaschine nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die weitere Schwenkachse exzentrisch relativ sowohl zu dem ersten Rotationskörper als auch zu dem zweiten Rotationskörper und derart angeordnet ist, dass sich die beiden Hebel (210, 213) nicht kreuzen. Druckmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Stellantrieb ein Arbeitszylinder ist. Druckmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Rotationskörper eine Rasterwalze ist. Druckmaschine nach dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Rotationskörper einer Reiberwalze ist.






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