Die bestehenden Toiletten-Spülbecken haben nicht den zwingenden
Gesichtspunkt hygienischer Erfordernisse verwirklicht.
Bei Flachspülern ist die Rückfontaine nach Fäkaleintritt
ebenso möglich wie bei Tiefspülern, wodurch infiziertes Wasser vom voraufgehenden
Gebrauch der Einrichtung an Haut und Schleimhaut des Nachbenutzers auftreffen kann.
Hierdurch können schwerste Infektionsübertragungen passieren.
Dies betrifft vor allem weibliche Benutzer der Einrichtung durch größere
Nähe zum Wasser im Becken, wie auch durch den stärkeren Urin-Entleerungsstrahl.
Tiefspüler sollen Fäkalien und Urin sofort aufnehmen zur Verhinderung
von Geruchsbelästigung, was nur unvollkommen gelingt. Bei Flachspülern
ist dies nicht beabsichtigt. Diese haben aber den Vorteil der nicht so heftigen
Bildung einer Rückfontaine, die bei Tiefspülern kaum umgänglich ist.
Beiden ist gemeinsam die Tropfenversprühung vor allem beim Urinieren, die bis
über den Beckenrand hinaus erfolgen kann.
Der Spülvorgang mit Wasser erfasst nicht immer alle Urinmengen
und lässt vor allem vielfach Fäkalreste an der Beckenwand haften, die
bei mangelnder Folgespülung verkrusten und erst grob mechanisch entfernt werden
müssen. Flachspüler ermöglichen die Besichtigung der Fäkalentleerung,
was jedem Beckenbenutzer zur Beurteilung der Verdauungsleistung möglich sein
sollte: zudem lassen sich Farbe und Geruch so besser feststellen und vergleichen.
Das Entweichen der Fäkalentleerung aus dem Becken unbesehen ist biologisch
unvorteilhaft. Spülbecken mit stehendem Wassersee fallen gleichfalls unter
die geschilderten Nachteile.
Die hier neu vorgestellte Beckenform und Funktionsweise soll den beschriebenen
Nachteilen abhelfen.
Das Becken muss zur Vermeidung von Rückfontaine und Rückspritzern,
im Gegensatz zu gebräuchlichen Becken mit hoher Pfannenform, eine Wandung mit
steilem Verlauf haben. Hierdurch werden Rückstrahl-Effekte vermieden, und zwar
unabhängig vom Auftrittswinkel der Urin- oder Fäkal-Einbringung, letztere
beispielsweise bei Durchfallstühlen mit Flüssigkeitsabgang und Pressentleerung.
Der Rand des Beckens darf keine eckige Börtelkante aufweisen,
sondern muss eine runde Form haben, womit das Anhaften von Rückstrahl und Rückspritz-Resten
vermieden wird. So ist der Gebrauch von Reinigungsflaschen mit gekrümmter Ausgangsführung
zur Erreichung des angedeckten Kanten-Raumes oben am Beckenrand nicht mehr erforderlich.
Der Beckengrund mit leicht abfallender Verlaufsform, die im Querschnitt
einer eng zusammenlaufenden U-Form mit leichtem Innenwulst entspricht, hat eine
Abflussöffnung, die vorne am Becken angebracht ist. Auf diese Weise sind Exkremente
nach Form und Beschaffenheit zu beobachten, bevor sie durch den einsetzenden Spülvorgang
das vordere Beckenende verlassen, und zwar konventionell.
Die Oberfläche der Becken-Innenwand entspricht dem Oberflächenaufbau
der Unterseite eines Seerosenblattes. Dieses besitzt dank seiner Ausgestaltung die
Eigenschaft, Wasser abzustoßen, das sonst wegen seiner Haftfähigkeit das
Blatt ansaugen würde und ihm die Schwimmfähigkeit, die es auszeichnet,
nehmen würde. Hierdurch soll erreicht werden, dass Exkremente direkt, dem Gefälle
der Innenwand folgend, nach unten rutschen und keine Haftmöglichkeit erreichen,
was der Reinhaltung der Einrichtung zugute kommt. Die Verwendung der Reliefoberfläche
des Seerosenblattes ermöglicht einen keramischen Beckenüberzug ohne Verwendung
aufwendiger anderer Materialien, wie zum Beispiel Teflon oder Metall-Legierungen.
Die Spülung vollzieht sich in zwei Abschnitten:
Zu Beginn der Beckenbenutzung ist das gesamte Becken vom Rand her durch kleine,
nicht verkalkende Düsenöffnungen mit feinen Wasserstrahlen – vergleichbar
einer Badedusche – abwärts verlaufend übersprüht. Diese sind
nach unten gerichtet und nehmen alle Exkremente bei deren Eintritt in das Becken
auf. Hierdurch erhalten kleinere Exkrement Anteile bereits eine zusätzliche
Abwärtsrichtung, was Spritzeffekte nach allen Richtungen, wie sonst zu beobachten,
verhindert. Bei Abschluss des Fäkal- oder Urin-Vorganges soll die Dusche der
Feinwasser-Strahlen aufhören. Dies ist durch einen zusätzlichen Knopfdruck
für die Wasser-Regulierung zu bewirken.
Die Exkremente befinden sich sodann auf dem U-förmigen Beckenboden,
von dem sie entweder bereits von selbst das Becken verlassen durch eigenen Rutschvorgang
oder durch eine dann einsetzende Stark-Wasserspülung von Ausgangsöffnungen
am oberen Beckenrand. Feindüsen-Spülung und Starkspülung werden durch
eine speziell dafür vorgesehene Druckknopf-Betätigung aus einer Druckzisterne
ausgelöst im Sinne einer zweifachen Aktivierung des Spülvorganges. Während
des Spülvorganges kann dieser beliebig reguliert werden durch An- und Abstellen
des Wasserflusses.
Dieser muss schneller als der Urinfluss sein.
Die Düsen für die Feinspülung sind unterhalb des
oberen Beckenrandes angebracht, darunter, noch an der abgerundeten Kante, befinden
sich die Austrittsdüsen für die Grobspülung. Die Feindüsen ermöglichen
durch ihre Anbringung den Feinstrahlaustritt in einem größeren Winkel
zum Beckenrand, damit die Besprühung das gesamte Becken überstreicht.
Dieser Winkel ist größer zur Beckenwand als der für die Grobspülung,
die sich hauptsächlich über die Beckenwand ergiessen soll bei größerer
Wasseraustritts-Menge.
Der doppelte Düsenring kann in seiner Aufmachung auch als Kunststoff-Aufsetzteil
auf das Becken ausgeführt sein.
Durch die Anbringung am unteren abgerundeten Beckenoberrand werden
die Austrittsdüsen für das Spülwasser von auftreffenden Fäkalien
in Ausnahmefällen oder Urinmengen nicht verstopft, zumal der Düsenaustrittsdruck
für das Spülwasser eine Anhaftung nicht ermöglicht.
Die Feinstrahlung des Spülwassers nimmt also die niederfallenden
Exkremente bereits bei Erreichen des Beckens auf und vermindert Streueffekte der
niederfallenden Exkremente schon in der Luft, was für den Urinabgang in erster
Linie gilt.
Die Starkspülung besorgt dann die Entleerung des Beckeninhalts,
wobei gewährleistet sein muss, dass der Aufprall des starken Spülwasserstrahles
auf die Exkremente keine rückwärts gerichtete Streustrahlung entwickelt.
Dies wird durch Führung der Beckenform und Richtung des Strahls bei seinem
Austritt aus der Strahldüse am oberen Beckenrand bewirkt. Hierdurch ist bereits
eine genügende Abwärtsrichtung bei Strahlauftritt auf den Beckenboden
vorgegeben, so dass bei Aufprall auf ein Hindernis in der Strahlrichtung nur eine
seitwärtige Ablenkung erfolgt, aber keine rückwärts gerichtete. Dies
wird bereits durch die folgende Wassermenge des Grobstrahls verhindert.
Das Urinal
Hierfür gelten gleichfalls obige Ausführungen.
Die Ausformung des den Urin aufnehmenden Beckens ist ebenfalls im
Vergleich zu bestehenden Einrichtungen tiefer und steiler bei gleicher Oberflächenbeschaffenheit
des inneren Beckens wie dem für Toiletten.
Fein- und Grobstrahl-Düsen sind entsprechend anzubringen. Der
Urinstrahl wird bereits durch die Feinwasserstrahlen aufgenommen und damit in seiner
Richtung zusätzlich bei Eintritt in das Becken beeinflusst. Von der Seitenkante
des Beckens vermischen sich die Feinstrahlen in der Mitte des Beckens, und zwar
bei abwärts gerichteter Stromrichtung. Hierdurch wird die Bildung von Rückstrahlung
verhindert.
Beide Einrichtungen stellen einen wesentlichen Fortschritt in der
Hygiene und Entsorgung von Exkrementen dar. Die Wassermenge ist gering im Vergleich.
- 1
- Druckwasser-Zuleitung; Anschluß an Eckventil über Druck-Zisterne
- 2
- Druckspül-Zuleitung
- 3
- Druckspül-Kanal (Grobstrahl)
- 4
- Druckspül-Kanal (Feinstrahl)
- 5
- feine Düsen am unteren Wulstrand; Düsenabstand ca. 10–20 mm
- 6
- große Fächerdüsen für Beckenspülung; Düsenabstand
ca. 30–50 mm
- 7
- zwei große Düsen hinten für Grobspülung der Beckenboden-Rinne
- 8
- Mittelwulst mit schmalem Scheitelpunkt; alle Übergänge gerundet
- 9
- Beckenboden-Rinne mit schmalem Tiefpunkt; alle Übergänge gerundet
- 10
- Beckenboden flach geneigt, ca. 7–8° Gefälle nach Vorne
- 11
- Abwasser-Abflussleitung; Anschluß möglich hinten oder unten
- 12
- Bodenbefestigung mit Dübel und Schraube
- 13
- WC-Sitz mit Deckel