Die Erfindung betrifft eine Streuvorrichtung, insbesondere für die
Ausbringung von fein- bis grobkörnigen Mineraldünger, bestehend aus einem auf einem
fahrbaren Chassis angeordneten, trogartigen Streugutvorratsbehälter mit Streugutauslaß,
dem ein volumenkleinerer Streugutaufnahme-und-ausgabetrichter mit mindestens einer
darunter angeordneter Streuscheibe zugeordnet ist, wobei für die Streugutüberleitung
vom Vorratsbehälter zum Aufnahme- und Ausgabetrichter ein den Boden des Vorratsbehälter
bildender Endlosförderer vorgesehen ist.
Streuvorrichtungen sind in den verschiedensten Ausführungsformen bekannt,
und zwar auch in der Form, bei der der Vorratsbehälter selbst als entsprechend großer
Trichter ausgebildet sein muß, um die Gesamtmenge des darin enthaltenen Streugutes
im stetigen Zufluß zum Streugutauslaß, damit zu einem Schneckenförderer
und damit letztlich auch zum nachgeschalteten, wesentlichen kleineren Trichter zu
halten, der dazu dient, das von diesem aus auf die eigentliche Streueinrichtung
fallende Streugut feinfühliger dosieren zu können.
Im Vergleich zu gleichhohen aber länglichen Vorratsbehältern mit senkrechter Vorder-
und Rückwand und einem den Boden dieser Behälter bildenden Endlosausförderer, die
bspw. nach der DE-A-101 08 604 ebenfalls bekannt sind, ist das Aufnahmevolumen eines
insgesamt trichterförmigen Vorratsbehälters nicht unwesentlich kleiner, die auch
nicht beliebig mit Rücksicht auf den einzuhaltenden Schüttwinkel für die Trichterseitenwände
vergrößert werden können. Abgesehen davon kommt noch hinzu, daß solche
Vorratsbehälter absolut rieselfähiges, also praktisch granuliertes und trockenes
Schüttgut verlangen, um von vornherein Brückenbildungen zu begegnen, die insbesondere
per se auch dadurch gegeben sind, daß die horizontalen Trichterquerschnitte
zum Auslaß hin zwangsläufig immer kleiner werden.
Diesen Nachteilen trägt die Streuvorrichtung der eingangs genannten
Art nach der DE-A-101 08 604 insofern Rechnung, als hierbei mit einer besonders
ausgestalteten Streugutüberleitung vom länglich-trogartig ausgebildeten Vorratsbehälter
in den nachgeschalteten Dosiertrichter für eine trotz ständig laufenden Endlosförderer
sich selbst regelnde Streugutausförderung zur eigentlichen Streuscheibe gesorgt
wird, was jedoch eine besondere Ausgestaltung des nachzuordnenden Trichters bzw.
den Umbau bereits verfügbarer Trichter verlangt und gegf. auch eine Abdichtung des
aus dem Trichter auslaufenden unteren Trumms des Endlosförderers.
Ausgehend von einer Streuvorrichtung der eingangs genannten Art liegt
der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Streuvorrichtung der eingangs genannten
Art unter Beibehaltung von deren gegenüber trichterförmigen Vorratsbehältern bestehenden
Vorteilen dahingehnd abzuändern und zu verbessern, daß übliche, d.h., keine
besondere Ausgestaltung verlangende Dosiertrichter verwendbar sind, eine sich selbst
regelnde und Imponderabilien unterworfene Streugutausförderung vermieden und die
Streugutförderung zum volumenkleineren Trichter in Abhängigkeit von der internen
Streugutförderung im Vorratsbehälter durchführbar ist.
Diese Aufgabe ist mit einer Streuvorrichtung der eingangs genannten
Art nach der Erfindung dadurch gelöst, daß zwischen dem Vorratsbehälter und
dem Trichter ein ansteigend auf Trichteröffnungshöhe geneigter, rohrförmiger Schneckenförderer
mit in den Trichter gerichteten Auslaß angeordnet ist und der Schneckenförderer
mit seinem Streugutaufnahmeende die Vorratsbehälterrückwand abgedichtet durchgreift
und mit seinem Ende unmittelbar über dem Endlosförderer angeordnet ist, und daß
sowohl im Bereich des Endes des Schneckenförderers im Vorratsbehälter als auch im
Trichter Füllstandsensoren angeordnet sind, die via einer Vorrichtungssteuerung
mit den Antrieben des Schneckenförderers und des Endlosförderers verschaltet sind.
Vorteilhafte Weiterbildungen dazu ergeben sich nach den abhängigen
Patentansprüchen.
Abgesehen davon, daß rohrförmige Schneckenförderer grundsätzlich
bekannt sind und diese auch bei großen, trichterförmigen Vorratsbehältern,
wie einleitend erläutert, verwendet werden, an denen diese Förderer außen
angesetzt sind und mit ihrer Zufuhröffnung die Auslaßöffnung des Trichters
untergreifen (siehe Fig.3), taucht bei der erfindungsgemäßen Lösung der Schneckenförderer
mit seinem Aufnahmeende in den trogartigen Vorratsbehälter ein und nimmt das darin
befindliche Streugut unmittelbar aus der Streugutmasse auf, d.h., ohne daß
dieses eine enge Auslaßöffnung passieren muß.
Ganz wesentlich ist dabei auch die kombinierte Steuerung der ganzen
Vorrichtung, die sich nicht nur auf den volumenkleineren Aufnahme- und Auslaßtrichter
bzw. Dosiertrichter beschränkt, sondern auch auf den trogartigen Vorratsbehälter,
bei dessen Steuerung es nicht mehr darum geht, bei Nachschubanforderung vom Dosiertrichter
her für Nachschub zu sorgen, sondern im Inneren des Vorratsbehälters das nach Teilentleerung
stehengebliebene Streugut zum offenen Aufnahmeende des Schneckenförderers hin im
Vorratsbehälter gewissermaßen umzuschichten. Dies bedeutet, daß der
Endlosförderer im Vorratsbehälter nur dann in Gang gesetzt werden muß, wenn
der Einzugsbereich des Schneckenförderers leer gefahren ist, wobei bis dahin der
Schneckenförderer, gewissermaßen aus dem Vollen schöpfend, nur dann in Gang
gesetzt wird, wenn dies der Füllstandssensor im Dosiertrichter verlangt.
Die erfindungsgemäße Streuvorrichtung und deren vorteilhaften
Ausführungsformen gemäß der Unteransprüche werden nachfolgend anhand der zeichnerischen
Darstellung von Ausführungsbeispielen näher erläutert.
Es zeigt
- Fig.1
- schematisch und in Seitenansicht die Streuvorrichtung;
- Fig.2
- einen Schnitt durch die Streuvorrichtung längs Linie II-II in Fig.1;
- Fig.3
- schematisch eine Vergleichsdarstellung eines trichter-förmigen Vorratsbehälter
zum trogförmigen gemäß Fig.1;
- Fig.4
- vergrößert das in den Vorratsbehälter einragende Ende des Schneckenförderers
und
- Fig.5
- in Seitenansicht und im Schnitt eine besondere Ausführungsform des Schneckenförderers.
Die Streuvorrichtung besteht nach wie vor, d.h. in bekannter Weise,
aus einem auf einem fahrbaren Chassis 1 angeordneten, trogartigen Streugutvorratsbehälter
2 mit Streugutauslaß 3, dem ein volumenkleinerer Streugutaufnahme- und -ausgabetrichter
4 bzw. Feindosiertrichter mit mindestens einer darunter angeordneter Streuscheibe
5 zugeordnet ist, wobei für die Streugutüberleitung vom Vorratsbehälter 2 zum Aufnahme-
und Ausgabetrichter 4 ein den Boden des Vorratsbehälter 2 bildender Endlosförderer
10 vorgesehen ist.
Für eine solche Streuvorrichtung ist nun unter Verweis auf die Fig.
1,2 wesentlich, daß zwischen dem Vorratsbehälter 2 und dem Dosiertrichter
4 ein geneigter, auf über Trichteröffnungshöhe H ansteigender, rohrförmiger Schneckenförderer
6 mit in den Trichter 4 gerichteten Auslaß 7 angeordnet ist. Der Schneckenförderer
6 durchgreift dabei mit seinem Streugutaufnahmeende 11 abgedichtet die Vorratsbehälterrückwand
12 und ist mit seinem Ende unmittelbar über dem Endlosförderer 10 im Vorratsbehälter
2 angeordnet. "Auf über Trichteröffnungshöhe H ansteiegend" ist dabei so zu verstehen,
daß das in die Trichteröffnung zu richtende Auslaßrohr 7 noch unmittelbar
unter dem Antrieb 17 am Rohr des Schneckenförderers 6 angesetzt werden kann.
Außerdem sind sowohl im Bereich des Endes 13 des Schneckenförderers
6 im Vorratsbehälter 2 als auch im Trichter 4 Füllstandsensore 14, 15 vorgesehen,
die via einer vorrichtungssteuerung 16 mit den Antrieben 17,18 des Schneckenförderers
6 und des Endlosförderers 10 verschaltet sind.
Das Steuerungssystem ist in Fig.1 gestrichelt und schematisch mit
angedeutet, wobei darauf hingewiesen sei, daß am Dosier - trichter 4 auch
ein oberer Füllstandsensor angeordnet werden kann, der bei Erreichen dieses Füllstandes
den Schneckenförderer 6 abschaltet.
Um den Einzug des Streugutes am Streugutaufnahmeende 11 des Schneckenförderers
so optimal wie möglich wirken zu lassen, ist vorteilhaft das geneigt angeordnete
und gegen den Endlosförderer 10 gerichtete Rohr 6' des Schneckenförderers 6 in Bezug
auf die Erstreckungsebene E des Endlosförderers 10 unter Freistellung des Endes
der Förderschnecke 6" unter einem stumpfen Winkel ß abgeschnitten, wie dies
in Fig.4 bspw. dargestellt ist. Der Winkel kann dabei in Abhängigkeit von der Schneckenfördererneigung
91° und mehr betragen, wobei die Winkelgrößenbemessung ihr Ende durch die
Rückwand 12 findet.
Was den Durchgriff des Schneckenförderrohres 6'durch die Rückwand
12 betrifft, so ist diese mit einer in Bezug auf den Querschnitt des Schneckenförderers
6 größeren Durchgriffsöffnung 12' und der Schneckenförderer 6 mit einem die
Durchgriffsöffnung 12' abdeckenden Anschlußflansch 19 versehen. Diese Maßgabe
berücksichtigt, daß derartige trogförmigen Vorratsbehälter 2 per se mit einer
solchen Öffnung 12' versehen sind, die normalerweise mit einem einstellbaren Schieber
bzgl. ihres Querschnittes für eine Grobregelung der vom Endlosförderer 10 ausgeförderten
Streugutmenge dienen. Sofern die dafür per se vorhandene Öffnung mit Rücksicht auf
das geneigt einzusetzenden Rohr 6' zu klein sein sollte, so ist bei Umrüstung die
Öffnung lediglich nach oben mit einer entsprechenden Ausschnittserweiterung für
den Durchgriff des Rohres 6' zu versehen. Die untere Randkante des Flansches dient
dabei als Rakel für den Endlosförderer oder gegf. auch zur Aufnahme einer dort anzuordnenden
besonderen Rakelleiste 19'(siehe Fig.4).
Wie aus Fig.1 ersichtlich, überragt der Endlosförderer 10 mit seiner
Wendetrommel 10' die von ihm abgerakelt durchgriffene Behälterrückwand 12. Im Zusammenhang
damit ist außen an der Behälterrückwand 12 oder auch direkt am Chassis 1 ein
Halter 20 angeordnet, an dem der geneigte Schneckenförderer 6 und der Trichter 4
befestigt sind und an dem die Wendetrommel 10' des Endlosförderers 10 mit ihrem
außen angesetzten Antrieb 18 gelagert ist.
In Fig.3 ist übrigens stark schematisiert, d.h., unter Weglassung
allen Zubehörs der vorbeschriebene, trogförmige Vorratsbehälter 2 mit seinem Schneckenförderer
6 dargestellt, dem, um den Unterschied bzgl. des Fassungsvermögens und der Streugutzuförderung
zum Dosiertrichter 4 zu verdeutlichen, strichpunktiert der einleitend vorerwähnte,
trichterförmige Vorratsbehälter V mit seinem außen angesetzten Schneckenförderer
SF überlagert dargestellt ist.
In Fig.5 ist eine besonders montage- und umrüstungsfreundliche Ausführungsform
des Schneckenförderers 6 dargestellt, die an die zu Fig.4 vorerläuterte Flanschausbildung
anknüpft.
Hiernach ist der Anschlußflansch 19 als die Durchgriffsöffnung 12'abdeckender
Schieber ausgebildet und dieser ist auf der der Öffnung abgewandten Seite mit einem
Flanschstutzen 22 versehen, an den der Schneckenförderer 6 anflanschbar ist. Die
Schnecke 6" ist dabei mit ihrer Länge so bemessen, daß sie öffnungsseitig
und bis angenähert zum Endlosförderer 10 reichend aus dem Flanschstutzen 22 herausragt.