| Dokumentenidentifikation |
DE102006006502A1 16.08.2007 |
| Titel |
Spinnstrickmaschine, Streckwerke und Verfahren |
| Anmelder |
König, Reinhard, Dr. Ing., 76275 Ettlingen, DE |
| Erfinder |
König, Reinhard, Dr.-Ing., 76275 Ettlingen, DE |
| Vertreter |
Frhr. von Schorlemer, R., Dipl.-Phys., Pat.-Anw., 34117 Kassel |
| DE-Anmeldedatum |
13.02.2006 |
| DE-Aktenzeichen |
102006006502 |
| Offenlegungstag |
16.08.2007 |
| Veröffentlichungstag im Patentblatt |
16.08.2007 |
| IPC-Hauptklasse |
D04B 1/00(2006.01)A, F, I, 20060213, B, H, DE
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| IPC-Nebenklasse |
D04B 7/00(2006.01)A, L, I, 20060213, B, H, DE
D04B 9/00(2006.01)A, L, I, 20060213, B, H, DE
D04B 27/10(2006.01)A, L, I, 20060213, B, H, DE
D01H 1/00(2006.01)A, L, I, 20060213, B, H, DE
D01H 1/02(2006.01)A, L, I, 20060213, B, H, DE
D01H 5/26(2006.01)A, L, I, 20060213, B, H, DE
D01H 5/00(2006.01)A, L, I, 20060213, B, H, DE
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| Zusammenfassung |
Die Erfindung betrifft eine Spinnstrickmaschine und zugehörige Streckwerke und Verfahren. Erfindungsgemäß sind die Streckwerke (A1) barren- oder kreisförmig um ein Stricksystem (A3) angeordnet, wobei sie sich im Griffbereich einer vor der Fontour arbeitenden Bedienperson befinden und sich nach unten oder seitwärts öffnen bzw. bedienen lassen (Fig. 1).
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| Beschreibung[de] |
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Stand der Technik
In der Offenlegungsschrift [WO 2004-079068] ist eine Spinnstrickmaschine
beschrieben, die in der Lage ist aus einem Faserstrom ein Gestrick zu stricken,
welches nicht aus Garn sondern aus einem Faden ungedrehter Fasern besteht.
Eine Spinnstrickmaschine weist drei Hauptkomponenten auf: Streckwerk,
Spinnvorrichtung und Strickvorrichtung. Im Streckwerk wird aus einer Materialvorlage,
die ein Vorgarn oder ein Band sein kann, ein Faserstrom von der Feinheit eines zum
Stricken üblichen Garns erzeugt.
In der Spinnvorrichtung wird der aus dem Streckwerk austretende Faserstrom
zu einem temporären Ringgarn versponnen, welches beim Eintritt in die Fontour
der Strickvorrichtung auf Grund des „Falschdrahteffektes" seine innewohnende
Drehung komplett verliert, so dass ein „garnloses" Gestrick entsteht. –
Bei Bedarf kann ein Hilfsfaden zusätzlich zugeführt werden, was jedoch
grundsätzlich nicht notwendig ist.
Das Spinnstrickverfahren spart die klassischen Passagen Vorspinnen,
Feinspinnen und Spulen bzw. unkonventionelle Spinnverfahren aller Art ein. Der spezifische
Energieaufwand ist gleichfalls signifikant niedriger, wodurch sich für das
Gestrick niedrigere Kosten bei bester Weichheit und Qualität ergeben.
Kritik am Stande der Technik
Die vorgeschlagene Spinnstrickmaschine besitzt Streckwerke bekannter
Art, die in Barrenform um die Strickvorrichtung gruppiert sind.
Um die Streckwerke bedienen zu können muss eine Bedienperson
den normalen Arbeitsraum vor der Fontour der Strickmaschine verlassen und um eine
Barre laufen, um ein Streckwerk bedienen zu können. Das ist umständlich.
Die Streckwerke erzeugen bei einer Arbeitsgeschwindigkeit das zehn-
bis zwanzigfachen einer klassischen Ringspinnmaschine einen permanenten Faserflug,
der auf Dauer eine Störung des Prozesses darstellt.
An die Funktionssicherheit des Streck- bzw. Spinnprozesses werden
sehr hohe Anforderungen gestellt. – Fällt bei einer Ringspinnmaschine
eine Arbeitsstelle aus, so sinkt der Wirkungsgrad um rund ein Promille. –
Fällt bei einer Spinnstrickmaschine eine Arbeitsstelle aus, so steht die Maschine!
Bekannte Streckwerke laufen mit einer Liefergeschwindigkeit von 400
m/min. wie sie bisher maximal bei Strickvorrichtungen benötigt werden. Allerdings
gelingt das nur durch zusätzlichen Aufwand im Streckwerk (Verdichter, Kompaktierung,
etc.) und führt bei gröberen Vorlagen (Streckenband) zu Problemen an der
Spinnvorrichtung.
Die heute zur Verfügung stehenden Streckwerke sind aus diesen
Gründen nur bedingt für das Spinnstricken geeignet, d.h. die maximal mögliche
Produktionsgeschwindigkeit der Strickvorrichtung kann nicht ausgenutzt werden.
Aufgabe
Die Erfindung hat sich die Aufgabe gestellt, den Bedienungskomfort
zu steigern und bekannte Streckwerke sowie Streckverfahren abzuändern, damit
sie für den Spinnstrickprozess geeigneter sind.
Zweck
Die Erfindung dient dem Zwecke die Funktionssicherheit, Bedienbarkeit
und die Energieeffizienz des Spinnstrickprozesses zu steigern.
Erfindungsgemäße Mittel
Erfindungsgemäß werden die barren- oder kreisförmig
angeordneten Streckwerke über oder vor dem Kopfe des Bedienenden angeordnet.
Die Streckwerke sind umgekehrt zur gewohnten Einbaulage installiert, d.h. quasi
im hängenden Zustand.
Auf diese Weise lassen sie sich nach unten oder zur Seite hin öffnen.
In jedem Falle befinden sie sich im Griffbereich der Bedienungsperson.
Das aus einer Streckstelle austretende Fasermaterial gelangt auf kürzestem
Wege via Spinnvorrichtung an die Fontour des Stricksystems.
Eine besondere Ausführungsform liegt vor, wenn zwei zu einem
Druckarm gehörige Streckstellen senkrecht übereinander angeordnet werden.
In diesem Falle werden die Druckarme seitwärts geöffnet.
Der Antrieb der entsprechenden Unterwalzen erfolgt vermittels umlaufender
Zahnriemen, so dass bei einem Dreiwalzenstreckwerk, wie es üblicherweise bei
der Verarbeitung von Flyerlunte eingesetzt wird, lediglich drei Motoren erfordert,
um das Streckwerk anzutreiben.
Die Streckwerke sind komplett von einem Gehäuse umgeben, welches
die entsprechenden Luftkanäle enthält. Es steht unter Unterdruck, der
von einer zentralen Absaugung her wirkt.
Insbesondere bei der Verarbeitung von Streckenband kommt ein modifiziertes
Streckwerk zum Einsatz. Es weist drei Verzugszonen auf und stellt mithin ein Vierwalzenstreckwerk
dar.
Das Faserband gelangt, durch einen Trocar geführt, durch das
Gehäuse in eine Vorverzugszone. Es kommt ein Verzug zur Anwendung, der demjenigen
einer Vorspinnmaschine gleicht. Es folgt eine Faltungszone in welcher Anspannverzug
herrscht. Darauf folgt die Hauptverzugszone, die dem Faserstrom die endgültige
Feinheit erteilt.
Die Klemmlinie der Ausgangswalzen der Vorverzugszone ist bezüglich
der Klemmlinie der Eingangswalzen der Hauptverzugszone unter einem Winkel von 90°
angeordnet. Deshalb wird das bändchenförmig aus der Vorverzugszone austretende
Material in der Faltungszone gefaltet.
Je nach Abstand der beiden erwähnten Klemmlinien ergeben sich
verschiedene Faltungsfiguren. Mit fallendem Abstand entsteht als Faltungsfigur ein
V, N und W oder eine noch stärkere Faltung.
Sinnvollerweise wird eine „W"-förmige Faltungsfigur gewählt,
die ein problemloses Laufverhalten erwarten lässt.
Um das Einfädeln zu erleichtern und eine Verflugung zu verhindern
wird der Faserstrom im Vorverzugsfeld in einem Faserleitkanal geführt.
Im Hauptverzugsfeld ist ein Riemchenpaar angeordnet, das überlang
ausgebildet ist. Das Riemchenpaar führt das in der Faltungszone gefaltete Material
unter Beibehaltung der Faltung bis in den Zwickel der Ausgangswalzen der Hauptverzugszone.
In der Hauptverzugszone befindet sich eine Klemmvorrichtung, die verschiebbar
ausgebildet ist. Damit wird zwischen dem Wirkpunkte der Klemmvorrichtung und der
Klemmlinie des Ausgangswalzenpaares im Hauptstreckfeld ein Klemmfeld definiert.
Die Klemmfeldweite wird der Stapellänge des Fasermaterials angepasst, so dass
ein Minimum an schwimmenden Fasern entsteht.
Am Streckwerkausgang befindet sich ein Düsenstock, welcher die
erste Spinndüse des Spinnsystems enthält.
Es sind zwei weitere Blasdüsen vorhanden, die durch einen Blasluftstrom
von rund 150 Millimeter Wassersäule sowohl die Ober- als auch die Unterwalze
sauber halten.
Zur Optimierung der Luftführung der Blasluftströme sind
Füllstücke angeordnet, die eine Hinlenkung des Blasluftstromes auf das
Unter- bzw. Oberriemchen bewirken. Die Blasluftströme werden von zugeordneten
Luftkanälen aufgenommen in welchen ein leichter Unterdruck herrscht, so dass
Faserflug in eine zentrale Absaugung hinweggeweht wird.
Die Streckstellen sind paarweise ausgebildet, wobei die Riemchen fliegend
gelagert und damit leicht austauschbar sind. Die ein Riemchenpaar tragenden Antriebswellen
sind über ein Stirnradpaar gemeinsam angetrieben und ein- und ausschwenkbar
oder streckbar ausgebildet.
Die Antriebswellen der Riemchen sind als Kanalwalzen ausgebildet.
Die Ausgangsoberwalze des Streckwerks ist schwenk- und changierbar
sowie pneumatisch durch einen Zylinder belasted.
Eine bevorzugte Ausführungsform eines Streckwerks weist bezogen
auf den internen Materialfluss einen Knick auf. Das Fasermaterial gelangt waagerecht
in die Vorverzugszone bis hin zum Eingangswalzenpaar des Hauptstreckfeldes. Das
Riemchenpaar des Hauptstreckfeldes knickt um einen Winkel von rund 40° nach
unten ab.
Die Unterwalzen des Vorverzugsfeldes stehen senkrecht und werden durch
umlaufende Zahnriemchenantriebe getrieben.
Die Ausgangswalzen des Vorverzugsfeldes haben bezüglich der Eingangswalzen
des Hauptverzugsfeldes ein Verzugsverhältnis im Sinne eines Anspannverzuges.
Die Unterwalzen beider Systeme sind über eine Getriebestufe miteinander verbunden.
Die Ausgangsunterwalzen liegen waagerecht. Die Momenteinleitung erfolgt
über einen Winkeltrieb, welcher seinerseits durch einen umlaufenden Tangentiatzahnriemen
getrieben wird.
Das Spinnsystem besteht aus einer Spinndüse I und einer darauffolgenden
Spinndüse II.
Bei kreisförmiger Anordnung der oben beschriebenen Streckwerke
sind die Spinndüsen I und II zusammen mit den zugehörigen Spinnrohren
in einer Flucht angeordnet.
Eine Spinndüse stellt einen Zylinder bzw. das Innere eines Rohres
dar in welchen sehr dünne Luftkanäle von 0,3 mm Durchmesser unter 45°
und tangential an der Innenwand austreten. Der Zylinder sowie das nachfolgende Spinnrohr
haben einen Durchmesser von 2 bis 3 mm, wobei sich etwa die Mitte dieses Intervalls
als sehr vorteilhaft für das Spinnen erwiesen hat.
Zwischen Spinndüse I und Spinndüse II ist ein
Hüllrohr relativ großen Durchmessers angebracht, der so gewählt ist,
dass das temporäre Garn bei laufendem Betrieb die Innenwandung nicht berührt.
Das Hüllrohr verbindet die Spinndüsen I und II spaltfrei.
Das Schluckvolumen der Spinndüse II reicht aus, um den Luftstrom
der Spinndüse I mit aufzunehmen.
Während des Anlaufens einer Spinnstrickmaschine ist mindestens
die Spinndüse I voll in Tätigkeit und Spinndüse II läuft gegebenenfalls
mit
Im stationären Betrieb kann der Luftdruck in Spinndüse I
reduziert oder bis auf Null gesetzt werden.
Nachfolgend wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen
näher beschrieben. Es zeigen die Figuren:
1 Maschinenquerschnitt vorzugsweise für eine Barrenanordnung
1a Grundriß Barrenanordnung
2 Maschinenquerschnitt vorzugsweise für eine Kreissegmentanordnung
2a Maschinenquerschnitt für eine Kreissegmentanordnung
2b Draufsicht für eine Kreissegmentanordnung
2c Grundriß Kreissegmentanordnung
3a Streckwerksaufbau schematisch
3b Faltungszone schematisch
3c Faltungsfiguren
4a Streckwerk, Querschnitt komplett für eine Barrenanordnung
4b Grundriß Streckwerk
4c Streckwerk, Querschnitt komplett für eine Kreissegmentanordnung,
geknickte Ausführung
5a Spinndüse
5b Spinnvorrichtung
5c Spinnvorichtung mit Hüllrohr
Die 1 zeigt einen Maschinenquerschnitt,
der vorzugsweise für eine Barrenanordnung der Streckwerke A1 gebraucht wird.
Eine Spinnstrickmaschine besteht im wesentlichen aus Streckwerken A1, die von einem
Gehäuse A1.1 umgeben sind, welches an eine zentrale Absaugung A1.2 angeschlossen
ist. In Materialflussrichtung gesehen folgt das Spinnsystem A2 und darauf das Stricksystem
A3. Bei Bedarf kann ein Hilfsfaden A1.3 zugeführt werden. Das Material wird
in Kannen A1.0 oder in Form von Flyerspulen vorgelegt.
Fortlaufend werden die getriebenen Walzen als Unterwalzen bezeichnet
und mit römischen Ziffern belegt.
Die Anordnung von Streckwerken A1 und Spinnsystemen A2 erlaubt es
einer Bedienungsperson auf die Wirkelemente zuzugreifen. Das Streckwerk A1 in
1 lässt sich so nach unten hin öffnen, ohne
dass die Bedienperson den Arbeitsraum vor dem Stricksystem A3 verlassen muss. Die
1a zeigt den Grundriss einer Barrenanordnung.
Die 2 zeigt einen Maschinenquerschnitt
der vorzugsweise für eine Kreissegmentanordnung der Streckwerke A1 gebraucht
wird.
Das Streckwerk A1 ist beispielsweise ein klassisches Dreiwalzenstreckwerk.
Ein Vierwalzenstreckwerk wäre ebenfalls erfindungsgemäß. Die Besonderheit
besteht in der paarweisen Kippung der Streckwerkswalzen in die Senkrechte. Dadurch
wird es möglich, die Streckwerkspaare A1.4 in 2a
durch umlaufende Tangentialzahnriemen A1.5 anzutreiben.
Die Streckwerke A1.4 lassen sich dann seitlich öffnen; das zeigt
2b.
Die klassischen Steckwerktypen kommen vorzugsweise dann zur Anwendung,
wenn ab Flyerlunte gearbeitet werden soll. Für die Verarbeitung von Bandmaterial
mit höchsten Geschwindigkeiten und Qualitätsansprüchen wird ein erfindungsgemäßes
Streckwerk eingesetzt.
In 3 ist ein erfindungsgemäßes Streckwerk
B schematisch dargestellt. Das Bandmaterial wird durch einen Trocar B1 durch das
Gehäuse A1.1 an das eigentliche Streckwerk B herangeführt. Es sind vier
Walzenpaare vorhanden:
WI/1, WII/2, WIII/3 und WIV/4. Diese Walzenpaare definieren drei Verzugszonen:
Vorverzugszone ZV
Faltungszone ZF
Hauptverzugszone ZH
In der Vorverzugszone ZV herrscht ein dem Flyer entsprechendes Verzugsverhältnis.
Die Faltungszone ZF steht unter Anspannverzug und die Hauptverzugszone ZH erzeugt
eine gewünschte Endfeinheit.
Die Walzenpaare WI/1 und WII/2 der Vorverzugszone ZV sind gegenüber
den Walzenpaaren WIII/3 und WIV/4 der Hauptverzugszone um 90° gekippt.
Dadurch kommt es in der Faltungszone ZF zur Zusammenfaltung des durchlaufenden
Fasermaterials wie das in 3b dargestellt ist.
Die Art der Faltung hängt von der Weite D der Faltungszone ZF
ab. Mit sinkender Weite D bilden sich Faltungsfiguren (Querschnitte) die den Majuskeln
V/N/W oder 'W' mit Zusätzen ähnlich sind. Das zeigt 3c.
Die Riemchen B2 sind signifikant länger als üblich ausgeführt
– siehe 3d. Auf die Riemchen B2 wirkt eine Klemmvorrichtung
B3, welche einstellbar ausgebildet ist B4. Die Klemmvorrichtung B3 definiert innerhalb
der Hauptverzugszone ZH eine Klemmzone ZK. Die Klemmzone ZK wird so eingestellt,
dass die Zahl der "schwimmenden Fasern" ein Minimum wird. – Dieser Aufbau
ermöglicht, das heute übliche engste Klemmass von 44 mm deutlich zu unterschreiten.
Die Gleichmäßigkeit verbessert sich.
Verfahrensgemäß wird Band durch einen in das Gehäuse
A1.1 ragenden Trocar B1 in das Streckwerk B eingeführt, ohne es in besonderer
Weise einzuengen. Das Band wird in der Vorverzugszone ZV unter Beibehaltung seiner
natürlichen Breite bis zu einer Feinheit von Flyerlunte verstreckt, worauf
es breit in die Faltungszone ZF (unter Anspannverzug) einläuft und systematisch
gefaltet wird, wobei im Allgemeinen die Faltungsfigur W gewählt wird. Das solcherart
gefaltete Fasermaterial wird unter Beibehaltung der Faltung – die durch die
Riemchen B2 bewirkt wird – bis an die Klemmvorrichtung B3 geführt, danach
öffnen sich die Riemchen B2 leicht, was durch die "sogenannte Maulweite" erreicht
wird. Das gefaltete Band gelangt in den Zwickel des Walzenpaares WIV/4 und erfährt
dadurch seine endgültige Streckung.
Die Faltung erzeugt ein Gebilde hinreichender innerer Festigkeit,
die ein Schwingen des Materials, angeregt durch das Walzenpaar WIV/4, verhindert.
Mit diesem erfindungsgemäßen Streckwerk B lassen sich höchste
Geschwindigkeiten bei bester Qualität erzielen.
In 4a ist ein erfindungsgemäßes
Streckwerk dargestellt wie es vorzugsweise für eine Barrenanordnung verwendet
wird. Die Unterwalzen WI und WII sind achsparallel angeordnet und werden durch Tangentialzahnriemen
oder andere geeignete Antriebsmittel gruppenweise angetrieben.
Die Unterwalze WIV durchläuft die Barre.
Die Riemchen B2 werden durch eine Stirnradgetriebestufe B2.1 angetrieben
und sind schwenkbar in einem Schwenkarm B5 gelagert, der wiederum Antriebsmittel
besitzt, die das Antriebsmoment M weiterleiten. Das Antriebsmoment M wird von einer
Welle geliefert, die die Barre durchläuft.
Die B5 Riemchenanordnung mit einem Schwenkarm B5 ermöglicht durch
Schwenkung einen Zugang zu den sonstigen verdeckten Funktionsteilen sowie die leichte
Austauschbarkeit der Riemchen B2.
Eine steckbare, herausnehmbare Anordnung mit zugeordnetem Antrieb
der Riemchen B2 ohne Schwenkarm wäre ebenso erfindungsgemäß.
Auf das Walzenpaar WIV/4 folgt ein Düsenstock B6. Er besitzt
zwei Blasdüsen B6.1/B6.2, welche das Walzenpaar WIV/4 mit einem Blasluftstrom
von rund 150 mm Wassersäule beblasen und damit faserfrei halten.
Der Blasluftstrom greift unterhalb des Scheitelpunktes der Walzen
an und wird über Füllstücke B7 auf die Riemchen B2 geleitet, die
dadurch faserflugfrei gehalten werden. Die Blasluftströme des Düsenstocks
B6 werden über Luftkanäle B8 einer zentralen Absaugung A1.2 zugeleitet.
In 4b ist der Grundriss eines Streckwerks
nach 4a dargestellt. In der Vorverzugszone ZV ist ein
Faserleitkanal B9 angeordnet. Dadurch wird das automatische Einfädeln eines
Faserbandes möglich. Ein Faserband durchläuft das geschlossene Streckwerk
problemlos.
Die Riemchen B2 werden bei der Herstellung feinster Qualitäten
über eine Traktorführung angetrieben.
Die Führung des gefalteten Faserbandes durch das Walzenpaar WIV/4
erfolgt außermittig B10. Die gummierte und einem gewissen Verschleiß unterliegende
Oberwalze W4 lässt sich dann wenden, so dass die Laufzeit verdoppelt werden
kann. Das Wenden der Oberwalze W4 kommt dann zur Anwendung, wenn keine axiale Changierung
B11 vorhanden ist – siehe 4a.
In 4c ist ein erfindungsgemäßes
Streckwerk dargestellt, wie es vorzugsweise bei einer kreissegmentförmigen
Anordnung zur Anwendung kommt. Die Funktionselemente des Vorverzugsfeldes ZV leiten
den Faserstrom parallel zum Boden bzw. senkrecht zur Einbaurichtung der Nadeln des Stricksystems
A3. Die Funktionselemente des Hauptverzugsfeldes ZH leiten den Faserstrom schräg
in Richtung der Nadeln des Stricksystems A3. Das Streckwerk weist damit einen Knick
K auf. Aufgrund des Knickes treten die Fasern aus dem Walzenpaar WIV/4 in Richtung
des Spinnsystems A3 aus. Damit wird das Spinndreieck unterdrückt, was den Spinnprozess
stabilisiert.
Wesentlich ist, dass die Faltungsgeometrie der Faltungszone ZF erhalten
bleibt, wie diese in 3a prinzipiell beschrieben worden
ist.
In einer bevorzugten Ausführungsform erfolgt der Antrieb des
Walzenpaares WIII/3 vermittels einer Getriebestufe B13 vom Walzenpaar WII/2 her,
die gleichzeitig den notwendigen Anspannverzug bewirkt. Der Schwenkarm B5 enthält
keine Antriebselemente und dient der Positionierung.
Das Walzenpaar WIV/4 wird über eine Getriebestufe B14 angetrieben,
deren Antriebswelle parallel zu den Unterwalzen WI und WII ist. Damit lassen sich
alle Streckwerkssegmente über kreisförmig einlaufende Tangentialzahnriemen
A1.5 antreiben.
Die 5a zeigt den Aufbau einer Spinndüse
C. In ein von einem druckluftführenden Gehäuse C0.2 umgebenen Rohr C0.1
münden Druckluftkanäle C0.3 tangential an der Innenwand unter einem Winkel
von 45°. Diese Druckluftkanäle C0.3 werden vorzugsweise mit einem Durchmesser
von 0,3 mm ausgeführt und mit einem Luftdruck von rund 3 bar versorgt.
Der Rohrdurchmesser d bewegt sich vorzugsweise in einem Intervall
von 2 bis 3 mm, wobei etwa die Mitte dieses Intervalls mit einem Durchmesser von
2,6 mm sehr gute Spinnergebnisse bringt.
Das komplette Spinnsystem ist in 5b dargestellt
Das aus dem Walzenpaar WIV/4 austretende Fasermaterial wird von einer
Spinndüse C1, die sich im Düsenstock B6 befindet, eingesogen und zu einem
"temporären Garn" gesponnen.
An die Spinndüse C1 schließt sich ein Spinnrohr C1.1 an,
welches das "temporäre Garn" einer zweiten Spinndüse C2 zuleitetet, die
prinzipiell wie Spinndüse C1.1 aufgebaut ist und einen weiteren Drehimpuls
erteilt. Es folgt ein werteres kurzes Spinnrohr C2.1, dessen Mündung Teil eines
Fadenführers sein kann, und unmittelbar an den Nadeln des Stricksystems endet.
5c zeigt ein Spinnsystem A2 welches zwei zueinander
fluchtende Spinndüsen C1/2 besitzt, welche von einem Hüllrohr umgeben
sind. Das Hüllrohr besitzt einen so großen Durchmesser, dass das im Innern
rotierende „temporäre Ringgarn" nicht mit seiner Wandung in Berührung
kommt.
Der Einsatz eines derartigen Hüllrohres vermindert den Abfall
der Drehungen im temporären Garn, was den Spinnprozeß stabilisiert.
Verfahrungsgemäß wird eine Spinnstrickvorrichtung in Gang
gesetzt, in dem mindestens die Spinndüse C im Düsenstock B6 mit Druck
beaufschlagt wird, so dass das "temporäre Garn" von den Nadeln des Stricksystems
verarbeitet werden kann.
Mit steigender Arbeitsgeschwindigkeit wird die Spinndüse C3 zugeschaltet,
wobei das Schluckvolumen des Spinnsystems beide Volumenströme der Düsen
C2 und C3 bewältigt.
Verfahrungsgemäß wird nach Erreichen des stationären
Betriebszustandes die Luftzufuhr für die Spinndüse C2 stark gedrosselt
oder NULL gesetzt.
Bei dieser Betriebsweise benötigt ein Spinnsystem etwa 8 bis
10 l Normluft pro Minute, bei einem Druck von rund 3 bar.
Zusammenfassung
Die Erfindung beschreibt Spinnstrickvorrichtungen bei denen die Streckwerke
barren- oder kreissegmentförmig so angeordnet sind, dass sie sich im Griffbereich
einer vor der Fontour des Stricksystems stehenden Bedienperson befinden. Die Streckwerke
sind gleichsam hängend angeordnet und lassen sich nach unten hin öffnen.
Es kommen spezielle Streckwerke zum Einsatz, die eine Bandvorlage
durch Faltung soweit verdichten, dass mit hoher Geschwindigkeit und bester Qualität
ein "temporäres Garn" gesponnen und sofort verstrickt wird.
Fig. 1
- A1
- Streckwerk
- A1.0
- Kanne
- A1.1
- Gehäuse
- A1.2
- Absaugung, Gehäuse
- A1.3
- Hilfsfaden
- A2
- Spinnsystem
- A3
- Stricksystem
Fig. 1a
- A1.0
- Kanne
- A1
- Streckwerk
- A2
- Spinnsystem
- A3
- Stricksystem
Fig. 2
- A1
- Streckwerk
- A1.0
- Kanne
- A1.1
- Gehäuse
- A1.2
- Absaugung, Gehäuse
- A1.3
- Hilfsfaden
- A2
- Spinnsystem
- A3
- Stricksystem
Fig. 2a
- A1.4
- Streckwerkspaar, in die Senkrechte gekippt
- A1.5
- Tangentialzahnriemen
- A2
- Spinnsystem
Fig. 2b
- A1.4
- Streckwerkspaar, in die Senkrechte gekippt – Draufsicht
- A2
- Spinnsystem
Fig. 2c
- A1
- Streckwerk
- A1.0
- Kanne
- A2
- Spinnsystem
- A3
- Stricksystem
Fig. 3a
- B
- Vierwalzenstreckwerk
- A1.1
- Gehäuse
- B1
- Trocar
- B2
- Riemchen
- B3
- Klemmvorrichtung, Riemchen
- B4
- Einstellbereich, Klemmvorrichtung
- WI/1
- Walzenpaar
- WII/2
- Walzenpaar
- WIII/3
- Walzenpaar
- WIV/4
- Walzenpaar
- ZV
- Vorverzugszone
- ZF
- Faltungszone
- ZH
- Hauptverzugszone
- ZK
- Klemmzone
Fig. 3b
- WII/2
- Walzenpaar
- WIII/3
- Walzenpaar
- ZF
- Faltungszone
- D
- Weite D der Faltungszone ZF
Fig. 3c
- V
- Faltungsfigur
- N
- Faltungsfigur
- W
- Faltungsfigur
- 'W'
- Faltungsfigur
Fig. 4a
- B2
- Riemchen
- B2.1
- Stirnradstufe
- B5
- Schwenkarm
- B6.1
- Blasdüse
- B6.2
- Blasdüse
- B7
- Füllstück
- B8
- Luftkanal
- B11
- Changierung, Oberwalze W4
- B15
- pneumatische Belastung
- WI
- Unterwalze
- WII
- Unterwalze
- WIV
- Unterwalze
- M
- Moment
Fig. 4b
- B9
- Faserleitkanal
- B10
- Versatz, außermittiger
- B12
- Traktorführung der Riemchen
- WI
- Unterwalze
- WII
- Unterwalze
- ZV
- Vorverzugsfeld
Fig. 4c
- A3
- Stricksystem
- B5
- Schwenkarm
- B13
- Getriebestufe mit Anspannverzugswirkung
- B14
- Getriebestufe
- ZV
- Vorverzugsstufe
- ZF
- Faltungsverzugszone
- ZH
- Hauptverzugszone
- K
- Knick, des Streckwerkes B
Fig. 5a
- C1
- Spinndüse
- C1.1
- Spinnrohr
- C2.1
- Spinnrohr
- C0.1
- Rohr
- C0.2
- Gehäuse, das Rohr C0.1 umgebend
- C0.3
- Druckluftkanal
- d
- Innendurchmesser des Rohres C0.1
Fig. 5b
- C0.2
- Gehäuse, das Rohr C.01 umgebend
- C1
- Spinndüse
- C1.1
- Spinnrohr
- C2
- Spinndüse
- C2.1
- Spinnrohr
- B6
- Düsenstock
- WIV/4
- Walzenpaar
Fig. 5c
- C1
- Spinndüse
- C1.1
- Spinnrohr
- C2
- Spinndüse
- C2.1
- Spinnrohr
- C3
- Hüllrohr
- B6
- Düsenstock
- WIV/4
- Walzenpaar
|
| Anspruch[de] |
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Spinnstrickmaschine, Streckwerke und Verfahren dadurch gekennzeichnet,
dass Streckwerke (A1) barren- oder kreisförmig um ein Stricksystem (A3) angeordnet
sind, wobei die Streckwerke (A1) sich im Griffbereich einer vor der Fontour arbeitenden
Bedienperson (1/2) befinden
und sich nach unten oder seitwärts öffnen bzw. bedienen lassen.
Spinnstrickmaschine und Streckwerke nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet,
dass die barren- oder kreisförmig angeordneten Streckwerke (A1) durch ein Gehäuse
(A1.1) gekapselt sind, wobei der entstehende Raum mit einer zentralen Absaugung
(A1.2) verbunden ist.
Spinnstrickmaschine, Streckwerk und Verfahren für die Verarbeitung
von Vorgarn/Flyerlunte nach Ansprüchen 1 und 2 dadurch gekennzeichnet, dass
klassische Dreiwalzenstreckwerke (A1.4) paarweise und senkrecht stehend sowie kreisförmig
um die Strickvorrichtung angeordnet sind und sich seitwärts öffnen lassen.
Spinnstrickmaschine, Streckwerk und Verfahren für die Verarbeitung
von Vorgarn/Flyerlunte nach Ansprüchen 1, 2 und 3 dadurch gekennzeichnet, dass
die Unterwalzen der senkrecht stehend und kreisförmig angeordneten Streckwerke
(A1.4) durch umlaufende Tangentialriemen (A1.5) getrieben werden.
Streckwerk einer Spinnstrickmaschine nach Ansprüchen 1 und 2 dadurch
gekennzeichnet, dass mindestens drei aufeinanderfolgende Verzugszonen – Vorverzugszone
(ZV), Faltungszone (ZF) und Hauptverzugszone (ZH) – vorhanden sind, wobei
die Klemmlinien des Ausgangswalzenpaares (WII/2) der Vorverzugszone bezüglich
der Klemmlinie des Eingangswalzenpaares (WIII/3) der Hauptverzugszone um 90°
gekippt angeordnet sind.
Streckwerk einer Spinnstrickmaschine nach Ansprüchen 1, 2 und 5
dadurch gekennzeichnet, dass die Weite (D) der Faltungszone (ZF) wählbar ist,
wobei sich mit fallender Werte (D) die Faltungsfiguren V, N, W und stärker
als W ergeben.
Streckwerkseinstellung einer Spinnstrickmaschine nach Ansprüchen
1, 2, 5 und 6 dadurch gekennzeichnet, dass die zur Faltungsfigur (W) gehörige
Weite (D) als Grundeinstellung ausgeführt wird.
Streckwerk einer Spinnstrickmaschine nach Ansprüchen 1 bis 7 dadurch
gekennzeichnet, dass der Faserstrom zwischen dem Eingangswalzenpaar (WI/1) und dem
Ausgangswalzenpaar (WII/2) einer Vorverzugszone (ZV) in einem Faserleitkanal (B9)
geführt wird.
Streckwerk einer Spinnstrickmaschine nach Ansprüchen 1 und 2 dadurch
gekennzeichnet, dass in einer Hauptverzugszone (ZH) ein Riemchenpaar (B2) angeordnet
ist, wobei vermittels einer Klemmvorrichtung (B3) eine in ihrer Weite wählbare
Klemmzone (ZK) abgeteilt werden kann.
Streckwerk einer Spinnstrickmaschine nach Ansprüchen 1, 2 und 5
dadurch gekennzeichnet, dass je zwei fliegend gelagerte Riemchenpaare (B2) eine
Antriebseinheit bilden, die über eine zwischen ihnen liegende Getriebestufe
(B13) bzw. Stirnradstufe (B2.1) verbunden sind.
Streckwerk einer Spinnstrickmaschine nach Ansprüchen 1, 2, 5 und
10 dadurch gekennzeichnet, dass die Riemchen (B2) eine Traktorführung (B12)
aufweisen.
Streckwerk einer Spinnstrickmaschine nach Ansprüchen 1, 2, 5, 10
und 11 dadurch gekennzeichnet, dass die Riemchenpaare (B2) samt Antriebseinheit
im Streckwerk (B) vermittels eines Schwenkarmes (B5) herausschwenkbar oder steckbar
ausgebildet sind.
Streckwerk einer Spinnstrickmaschine nach Ansprüchen 1, 2, 5, 10,
11 und 12 dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Walze eines Walzenpaares
(WIII/3) als Kanalwalze ausgebildet ist.
Streckwerk einer Spinnstrickmaschine nach Ansprüchen 1, 2 und 5
dadurch gekennzeichnet, dass eine Ausgangsoberwalze (W4) einer Hauptverzugszone
(ZH) schwenkbar ausgebildet ist und axial changierbar sein kann.
Streckwerk einer Spinnstrickmaschine nach Ansprüchen 1, 2, 5 und
14 dadurch gekennzeichnet, dass eine Ausgangsoberwalze (W4) einer Hauptverzugszone
(ZH) pneumatisch belastet (B14) wird.
Streckwerk einer Spinnstrickmaschine nach Ansprüchen 1, 2 und 5
dadurch gekennzeichnet, dass die Hauptverzugszone (ZH) bezüglich der Vorverzugszone
(ZV) einen Knick (K) aufweist.
Streckwerk in Barrenanordnung einer Spinnstrickmaschine nach Ansprüchen
1, 2, und 5 dadurch gekennzeichnet, dass die Unterwalzen (WI/WII) stehend angeordnet
sind und durch eine Barre entlanglaufende Tangentialzahnriemen angetrieben werden
und die Unterwalzen (W/III/WIV) über Getriebestufen und in der Barre längslaufende
Wellen angetrieben werden.
Streckwerk in Kreisanordnung einer Spinnstrickmaschine nach Ansprüchen
1, 2, 5, 16 und 17 dadurch gekennzeichnet, dass die Unterwalzen (WI/W/II) stehend
angeordnet sind und durch umlaufende Tangentialzahnriemen (A1.5) angetrieben werden,
wobei die Unterwalze (WIII) über eine Getriebestufe (B13) unter Anspannverzug
von der Unterwalze (WII) getrieben wird und die Unterwalze (WIV) über einen
Winkeltrieb (B14) ebenfalls vermittels umlaufenden Tangentialzahnriemens (A1.5)
getrieben wird.
Verfahren zur Verstreckung bei Streckwerken für Spinnstrickmaschinen
nach Ansprüchen 1, 2 und 5 dadurch gekennzeichnet, dass Faserband durch eine
Führungsvorrichtung, die als Trocar (B1) ausgebildet sein kann in einer Vorverzugszone
(ZV) um den bei einer Vorspinnmaschine üblichen Betrag verstreckt wird, hernach
erfolgt eine Faltung in einer Faltungsverzugszone (ZF) und dann die endgültige
Verstreckung in einer Hauptverzugszone (ZH), wobei der Lauf in der Hauptverzugszone
bis zum Eintritt in das Ausgangswalzenpaar (WIV/4) des Hauptverzugsfeldes unter
Beibehaltung der Faltung erfolgt.
Spinnstrickmaschine nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass sich
am Ausgang eines Streckwerkes (A1) ein Düsenstock (B6) befindet, der eine Spinndüse
(C1) enthält und zwei Blasdüsen (B6.1/B6.2) enthält, deren Blasluftströme
über Füllstücke (B7) auf die Riemchen (B2) und in zugeordnete Luftkanäle
(B8) geleitet wird, wobei letztere unter leichtem Unterdruck stehen.
Spinndüse für eine Spinnstrickmaschine nach Anspruch 1 dadurch
gekennzeichnet, dass eine Spinndüse (C1) ein Rohr (C0.1) (bzw. eine zylindrische
Bohrung) aufweist, das von einem Gehäuse (C0.2) umgeben und mit Pressluft beaufschlagt
ist, wobei Druckluftkanäle (C0.3) tangential und unter einem Winkel von 45°
an der Rohrinnenwandung münden und sich ein Spinnrohr (C1.1) anschließt,
welches durchmessergleich zum Rohre (C0.1) ist.
Spinndüse für eine Spinnstrickmaschine nach Ansprüchen
1 und 21 dadurch gekennzeichnet, dass vorzugsweise drei Druckluftkanäle (C0.3)
mit einem Durchmesser von 0,3 mm angeordnet sind, die mit einem Druck von 3 bis
4 bar beaufschlagt sind.
Spinnsystem für eine Spinnstrickmaschine nach Ansprüchen 1
und 21 dadurch gekennzeichnet, dass zwei Spinndüsen (C1/C2) miteinander zu
einem Spinnsystem gekoppelt sind, wobei vorzugsweise das Gesamtsystem in sich fluchtend
ausgebildet ist.
Spinnsystem für eine Spinnstrickmaschine nach Ansprüchen 1,
21 und 23 dadurch gekennzeichnet, dass zwei Spinndüsen (C1/C2) samt zugehörigen
Spinnrohren (C1.1/C2.1) durch ein Hüllrohr (C3) miteinander verbunden sind,
wobei vorzugsweise das Gesamtsystem in sich fluchtend ausgebildet ist.
Verfahren zum Spinnen mit einem Spinnsystem für Spinnstrickmaschinen
nach Ansprüchen 1, 23 und 24 dadurch gekennzeichnet, dass zu Beginn des Spinnprozesses
mindestens eine Spinndüse (C1) druckbeaufschlagt ist; wobei eine Spinndüse
(C2) mitlaufen kann, und nach Erreichen der Dauerspinngeschwindigkeit, der Druck
in Spinndüse (C1) abgesenkt oder NULL gesetzt wird, wobei die Spinndüse
(C2) mit Vollast arbeitet.
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