Die Neuerung betrifft Gewebetuch für den Einsatz im untertägigen
Berg- und Tunnelbau, vor allem verarbeitet zu Baustoff aufnehmenden Schläuchen,
Baustoffstempeln und -behältern, als Begrenzungstuch bei der Hinterfüllung
des Streckausbaus und als Wettertuch und bei ähnlichen Abgrenzungsmaßnahmen,
bestehend aus fadenförmigen Kettelementen und Schusselementen, die aus Polypropylen
und anderen Kunststoffen hergestellt und miteinander tuchförmig verwoben sind.
Derartige Gewebetücher werden im untertägigen Bergbau in
verschiedenen Bereichen eingesetzt, vor allem aber für Ausbauhilfen. So ist
es bekannt, dieses Gewebetuch zu Schläuchen zu formen, in die Baustoff eingefüllt
werden kann, um in den Ausbaubogen eingelegt, den Kontakt zwischen Ausbaubogen und
Gebirge herzustellen. Weiter wird das Gewebetuch auch zu Baustoffstempeln und Baustoffbehältern
verarbeitet, die ebenfalls als Unterstützung zwischen Hangendem und Liegendem
eingebracht als Ausbauersatz bzw. Ausbauzusatz Verwendung finden. Schließlich
werden solche Gewebetücher auch in der Wettertechnik eingesetzt, um bestimmte
Bereiche gegeneinander wettertechnisch zu trennen oder aber den Frischluftwetterzug
in eine bestimmte Richtung zu lenken. Besonders vorteilhaft ist der Einsatz solcher
Gewebetücher, wenn der Bereich hinter den auf die Ausbaubögen des Streckenausbaus
aufgelegten Verzugmatten mit Baustoff ausgefüllt werden soll. Dies wird zur
Konsolidierung des Gebirges eingesetzt, gleichzeitig aber um eine möglichst
gleichmäßige Belastung der Streckenausbaubögen zu bewirken. Dieses
Begrenzungstuch wird dabei gebirgsseitig auf die Verzugmatten aufgelegt oder mit
diesen Verzugmatten verbunden, woraufhin dann der Zwischenraum zwischen Gebirge
und Begrenzungstuch mit Beton oder ähnlichem Baustoff hinterfüllt wird.
Dieser Baustoff wird dazu über Verbindungsleitungen herangepumpt und in diesen
Zwischenraum hineingefüllt, wobei es schwierig ist, mit dem Schlauchende durch
dieses Gewebetuch hindurch oder an ihm vorbei in den Hohlraum hineinzukommen. Bei
den bekannten Ausführungsformen bestanden die Kett- und Schussfäden früher
aus glattem Filamentgarn, in der jüngeren Vergangenheit aber immer aus so genanntem
Bändchengewebe. Dazu werden aus Folien entsprechende Bändchen herausgeschnitten,
die dann als Kett- und Schussfäden Verwendung finden, wobei besonders vorteilhaft
ist, dass diese Gewebetuch relativ hohe Kräfte aufnehmen kann und auch zumindest
im Anfangsbereich dicht ist. Beim Hinterfüllen oder Einfüllen von Baustoff
soll das Wasser durch das Gewebe nach Außen gelangen, sodass sich der Baustoff
schnell und vorteilhaft gleichmäßig verhärten kann. Mit dem Aushärten
des Baustoffes wird dieses Gewebetuch in der Regel in den Baustoff mit eingebunden
und stabilisiert diesen zumindest im Bereich der Außenschale. Nachteilig bei
diesem bekannten Bändchengewebe ist, dass seine Festigkeit begrenzt ist, bei
gleichzeitiger geringer Dehnungsmöglichkeit. Kommt es zu entsprechenden Dehnungen,
ist die Zerstörung oder das Abreißen des einzelnen Bändchens zu befürchten.
Schließlich können diese Bändchen auch durch scharfe Kanten an Steinen,
beispielsweise vorstehenden Teilen des Gebirges aufgeschlitzt werden, sodass dann
die Dichtigkeit des Gewebetuches überhaupt nicht mehr vorhanden ist; vielmehr
verliert der Baustoffstempel oder auch der Schlauch dann seine Stützkraft,
sodass er für die vorgesehenen Maßnahmen völlig ausfällt.
Der Neuerung liegt daher die Aufgabe, ein für den untertägigen
Berg- und Tunnelbau geeignetes Gewebetuch zu schaffen, das in der Hauptbelastungsrichtung
verstärkt und vor Zerstörung durch scharfe Steine weitgehend geschützt
ist.
Neuerungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass
einige Kett- und Schusselemente wie bekannt als Kunststoffbändchen und dass
die beim Einsatz besonders hoch auf Zug beanspruchten Kett- und/oder Schusselemente
als Multifilamente ausgebildet sind.
Die Kunststoffbändchen werden nicht nur wegen ihrer Dichtigkeit
eingesetzt, sondern auch weil sie im Verhältnis zu Filamentfäden preiswerter
sind. Aus diesem Grunde sieht die vorliegende Neuerung vorteilhafterweise vor, dass
nach wie vor die Bereiche aus Kunststoffbändchen bestehen, die normal belastet
sind, während die besonders hoch auf Zug beanspruchten Kett- und/oder Schusselemente
als Multifilamente ausgebildet sind. Diese Multifilamente werden mit Hilfe von Düsen
mit vielen Löchern hergestellt und dann zusammengefasst, sodass diese Fädchenbündel
wesentlich höhere Kräfte aufnehmen können, als die einfachen Kunststoffbändchen.
Insbesondere ist von Vorteil, dass diese Multifilamente auch noch eine begrenzte
Dehnung zulassen, ohne dass sie sofort abreißen. Das gleiche gilt auch bezüglich
ihrer Schnittfestigkeit bzw. ihrer Widerstandskraft gegenüber scharfen Kanten
von Steinen und vom Gebirge direkt. Wenn überhaupt werden einzelne der Fäden
abgeschnitten, selten aber das gesamte Multifilament, sodass eine Restzugkraft immer
noch aufgenommen werden kann. Damit ist ein derartiges Gewebetuch für die vorgesehenen
Einsatzzwecke im untertägigen Berg- und Tunnelbau optimal einsetzbar und kann
auch auf die jeweiligen Einsatzbereiche zugeschnitten ausgerüstet werden, wie
weiter hinten noch gelehrt wird.
Nach einer zweckmäßigen Ausführungsform ist vorgesehen,
dass die Multifilamente aus 150 bis 250 Polypropylen-Endlosfäden bestehen,
die mit Luft gekühlt, aviviert und nach Titer gebündelt sind. Aviviert
werden die einzelnen Polypropylen-Endlosfäden mit natürlichen und synthetischen
Substanzen, um die Verarbeitungsfähigkeit zu optimieren. Durch das Avivieren
haben die so hergestellten Waren einen vorteilhafteren Griff und lassen sich insgesamt
besser verarbeiten. Das Bündeln nach Titer bedeutet, dass sie nach der Fadenstärke
bzw. -dicke gebündelt werden. Ein derartiges Multifilament verfügt wie
schon erwähnt über eine größere Dehnbarkeit und dennoch sehr
hohe Festigkeit.
Um den Multifilamenten eine noch höhere Festigkeit zu geben,
sieht die Neuerung vor, dass die Polypropylen-Endlosfäden gebündelt und
dann gereckt sind. Die so hergestellten Multifilament-Fäden haben eine deutlich
höhere Festigkeit per Denier.
Insbesondere dann, wenn das Gewebetuch für die Herstellung von
Baustoffschläuchen oder Baustoffstempeln verwendet werden soll, ist es von
Vorteil, wenn alle Schusselemente von Multifilamenten gebildet sind. Mit dem Einfüllen
des Baustoffes werden insbesondere die Schusselemente auf Zug beansprucht, wobei
es sich dann als sehr vorteilhaft erweist, wenn diese Schusselemente eine gewisse
Dehnung zulassen, sodass den hohen Zugkräften begrenzt nachgegeben werden kann.
Für die Kettfäden dagegen werden nach wie vor Kunststoffbändchen
eingesetzt, zumal sich diese auch gar nicht dehnen sollen, denn insbesondere bei
Baustoffstempeln soll der Baustoff möglichst schnell aushärten, wobei
das Wasser hier zwischen den einzelnen Schusselemenen hindurchrinnt, der Baustoff
selbst aber zurückgehalten wird und dann schnell aushärten kann. Vorteilhaft
ist dennoch, dass die Multifilamente flächige Gebilde sind und damit weniger
große Zwischenräume verbleiben, sondern nur eine Vielzahl von kleinen,
wodurch noch sicherer gestellt ist, dass allenfalls das Wasser hindurchdringen kann,
nicht aber irgendwelche Baustoffbestandteile.
Insbesondere dann, wenn das Gewebetuch als Wettertuch oder auch als
Begrenzungstuch eingesetzt werden soll, ist es von Vorteil, wenn die Kett- und Schusselemente
alle als Multifilamente ausgebildet sind. In diesem Fall sind die auftretenden Zugkräfte
sowohl in Kett- wie in Schusslinie etwa gleich, sodass sich hier die Multifilamentausbildung
insbesondere deshalb als Vorteil erweist, weil eine gezielte Dichtigkeit vorhanden
ist, weil eben die Vielzahl von dünnen Fäden nur sehr schmale Zwischenräume
offen lässt, durch die eben das Wasser oder aber auch Luft nur begrenzt hindurchdringen
kann. Die Dichtigkeit eines solchen Gewebetuches ist sowohl bezüglich Wasser
wie auch Luft bzw. Wetter deutlich besser.
Eine weitere Möglichkeit der Gewebetuchausbildung ist die, bei
der das Tuch aus Gruppen von die Kett- und die Schusselemente bildenden Multifilamenten
und Gruppen von Kunststoffbändchen besteht. Hiermit macht man es sich zu Nutze,
dass eben die Kunststoffbändchen preiswerter sind und im Gemisch eben doch
dann eine gezielte Erhöhung der Festigkeit erreicht ist, bei doch immer noch
deutlich bemerkbaren besseren Werten für die mögliche Dehnung und auch
die Sicherheit gegen Zerschneiden.
Gemäß einer zweckmäßigen Weiterbildung der Neuerung
ist vorgesehen, dass die aus Kunststoffbändchen oder Multifilamenten bestehenden
Kett- und Schusselemente dicht aneinander liegend miteinander verwebt sind. Die
Multifilamente erlauben es, sogar einen gewissen Überdeckungsgrad zu erbringen,
was bezüglich der Dichtigkeit deutliche Vorteile mit sich bringt. Das dichte
Aneinanderliegen ist mit Hilfe üblicher Webtechniken erreichbar.
Aus Kostengründen kann es vorteilhaft sein, bei den Schusselementen
und/oder den Kettelementen jeweils wechselnd Kunststoffbändchen und Multifilamente
einzusetzen. Statt der Gruppen von Kett- und auch Schusselementen ist hier somit
vorgesehen, jeweils abwechselnd ein Kunststoffbändchen und dann ein Multifilament
einzusetzen, wobei diese Art der Anordnung Kosten- und technische Vorteil hat, wobei
auch hier das dichte Aneinanderliegen gut erreichbar ist.
Beim Einsatz des Gewebetuches als Begrenzungstuch ist vorgesehen,
dass bei den Kettelementen im vorgesehenen Verbindungsbereich mit den Verzugsmatten
des Streckenausbaus aus 250 bis 400 Polypropylen-Endlosfäden bestehende Multifilamente
im Abstand der Mattenstäbe eingewebt sind. Genau im Verbindungsbereich zwischen
diesen Verzugmatten einerseits und dem Gewebetuch bzw. dem Begrenzungstuch andererseits
erfolgt so eine Verstärkung der entsprechenden Kettelemente, sodass hier ein
Ausreißen wesentlich erschwert wird. Dies wird nicht nur dadurch erreicht,
dass überhaupt Kettfäden aus Multifilamenten zum Einsatz kommen, sondern
auch noch verstärkte Multifilamente, indem eine noch größere Zahl
von Einzelfäden zum Einsatz kommt.
Weiter vorne ist bereits darauf hingewiesen worden, dass beim Einsatz
von Begrenzungstüchern also beim Hinterfüllen des Streckenausbaus es für
die Bergleute ausgesprochen schwierig ist mit dem als Rüssel bezeichneten Endstück
des Versorgungsschlauches hinter den Ausbau zu kommen, um den Hohlraum entsprechend
mit Baustoff auszufüllen. Dies wird gemäß der Neuerung dadurch verbessert,
dass dem als Begrenzungstuch eingesetzten Tuch ein kurzes Füllrohr zugeordnet
ist, das mit dem Begrenzungstuch zwischen den Ausbaubögen des Streckenausbaus
und dem Gebirge einspannbar ist. Durch dieses Füllrohr kann dann der Rüssel
des Versorgungsschlauches in den auszufüllenden Bereich hineingesteckt
werden, um dann beispielsweise von oben oder auch von unten her den Hohlraum entsprechend
zu verfüllen. Da auf den Ausbaubogen ein Baustoffschlauch aufgelegt und mit
Baustoff ausgefüllt ist, ist der zu verfüllende Raum praktisch rundum
verschlossen und kann nun problemlos über dieses kurze Füllrohr mit dem
Versorgungsschlauch erreicht werden. Ein schnelles und sicheres Verfüllen des
gesamten Hohlraums ist durch diese Ausführung abgesichert.
Um auch den gesamten Hohlraum gleichmäßig und von vornherein
richtig auszufüllen, ist es von Vorteil, wenn das Füllrohr über den
letzten Ausbaubogen vorstehend und bis Mitte des Abstandes zum nächsten Ausbaubogen
reichend ausgebildet ist. Die Ausbaubögen, die in der Regel im Abstand von
80 oder 100 cm zueinander gesetzt sind, geben einen entsprechenden Hohlraum vor,
der mit dieser besonderen Ausbildung des Füllrohres sicher erreichbar ist,
sodass ein gleichmäßiges und schnelles Verfüllen gewährleistet
werden kann.
Um das Verlegen weiter zu vereinfachen, ist vorgesehen, dass über
die Länge des Tuches bzw. die Höhe des Ausbaubogens mehrere solcher Füllrohre
angeordnet sind, wobei sie zweckmäßigerweise mit dem Tuch selbst verbunden
angeliefert werden, wobei es aber mehrere Möglichkeiten gibt, die Rohre dann
doch noch anders zu platzieren, wenn es die Gegebenheiten erfordern. Das Füllrohr
selbst wird festgelegt, weil es durch den sich füllenden Schlauch regelrecht
gegenüber dem Gebirge eingespannt wird, wobei dann noch von Vorteil ist, dass
der Baustoff sicher verhärtet und aushärtet, sodass dann die Lage des
Füllrohres genau vorgegeben und immer sicher ist. Dabei kann es zweckmäßig
sein, das Füllrohr schräg nach unten weisend anzuordnen, um so auch die
Verfüllrichtung gleich mit vorzugeben. Das Füllrohr kann übrigens
mit dem Tuch lose verbunden angeliefert werden.
Die Neuerung zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass ein Gewebetuch
geschaffen ist, das insbesondere im untertägigen Bergbau aber auch im Tunnelbau
eingesetzt werden kann und zwar insbesondere dort, wo das Gewebetuch zusammen mit
Baustoff zum Einsatz kommt, sei es bei entsprechenden Baustoffschläuchen, Baustoffstempeln
oder sei es auch beim Hinterfüllen von Streckenausbau. Dieses Gewebe zeichnet
sich dadurch aus, dass zumindest bei den Schussfäden Multifilamente zum Einsatz
kommen, die durch besondere Ausbildung und Behandlung eine höhere Festigkeit
aufweisen als die heute meist eingesetzten Kunststoffbändchen. Bei diesen Kunststoffbändchen
wird zunächst ein Film extrudiert und der Film wird dann in einzelne Bändchen
geschnitten. Die geschnittenen Bändchen werden verstreckt, um den Bändchen
eine ausreichende Festigkeit zu geben. In dieser Form werden die Kunststoffbändchen
dann verwebt, beim neuerungsgemäßen Gewebe eben dadurch, dass sie als
Kettfäden dienen, während die Schussfäden dann in der Regel Multifilamente
sind. Bei diesen Multifilamenten werden 150 bis 250 Polypropylen-Endlosfäden
zu einem solchen Multifilament zusammengezogen, wobei es auch noch größere
Mengen von Endlosfäden gibt, wobei die genannte Zahl von 150 bis 250 in der
Regel ausreichend ist, um eine hohe Festigkeit zu erreichen. Vorteilhaft dabei ist,
dass diese Multifilamente auch eine gewisse Dehnung zulassen, ohne dass die Gefahr
der Zerstörung besteht. Dies ist insbesondere dort von Vorteil, wo in eine
bestimmte Richtung, wie beim Baustoffstempel in Umfangsrichtung hohe Zugkräfte
auftreten, denen durch Dehnung die Problematik genommen werden kann. Die geschilderten
als Schussfäden eingesetzten Multifilamente haben darüber hinaus den großen
Vorteil, dass sie von scharfen Gesteinskanten nicht zerschnitten werden oder zumindest
nicht sehr schnell zerschnitten werden und darüber hinaus auch noch einen hohen
Festigkeitswert erreichen, insbesondere dann wenn die einzelnen Fäden bzw.
die Multifilamente gereckt sind. Die zum Einsatz kommenden Multifilamente vor allem
als Schussfäden bringen eine höhere Dichtigkeit des Gewebes, erlauben
eine Dehnung in die vorgegebene Richtung und zeigen günstige bzw. höhere
Festigkeitswerte. Die damit verbundene höhere Dichtigkeit, ergibt sich, weil
die Abstände zwischen den einzelnen Fäden geringer sind als zwischen den
Bändchen. Dies sichert beim Austreten des Wassers das Zurückhalten der
Baustoffbestandteile, sodass ein gleichmäßiges und schnelles Aushärten
des Baustoffes innerhalb der Wandung des Gewebetuchs ebenfalls gesichert ist. Insbesondere
die feinkörnigen Bestandteile, die bei gröberem Gewebe leicht mit ausgeschwemmt
werden, tragen zu diesem schnellen und sicheren Aushärten des Baustoffes bei.
Aufgrund des beschriebenen Mehrfacheffektes der zum Einsatz kommenden Multifilamente,
die zusammen mit den Kunststofffäden ein dichtes Gewebe bilden, ist die im
untertägigen Bergbau besonders zu beachtende erhöhte Sicherheit zu erreichen,
sodass selbst höhere Preise für die Multifilamente mehr als ausgeglichen
werden können.
Weitere Einzelheiten und Vorteile der Neuerung ergeben sich aus der
nachfolgenden Beschreibung der zugehörigen Zeichnung, in der ein bevorzugtes
Ausführungsbeispiel mit den dazu notwendigen Einzelheiten und Einzelteilen
dargestellt ist. Es zeigen:
1 zur Herstellung von Baustoffstützen verwendetes
Gewebetuch im Einsatz unter Tage,
2 ein Tuch mit nur in Schussrichtung vorgesehenen Multifilamenten
sowie rechts daneben ein Tuch aus abwechselnd angeordneten Multifilamenten
und Kunststoffbändchen,
3 einen Teilquerschnitt durch eine Strecke im untertägigen
Bergbau mit Hohlräumen, die durch Baustoff auszufüllen sind und
4 eine Seitenansicht von der Streckenmitte her gesehen.
1 zeigt einen Streckenbereich, bei dem aus Gewebetuch
1 bestehende Baustoffstempel 3 im Einsatz sind. Diese Baustoffstempel
3 sind großvolumige Schläuche, deren Boden 12 auf dem
Liegenden 28 aufsteht und der dann mit Baustoff so weit gefüllt ist,
dass sein Deckel 13 am Hangenden 27 anliegt. In diesem Bereich
ist auch ein Einfüllventil 4 vorgesehen, durch das der Baustoff in
das Innere dieses Baustoffstempels 3 hineingedrückt wird. Der Baustoffstempel
3 wächst dann vom Liegenden 28 zum Hangenden 27
hoch und legt sich dort dicht an.
Durch die gewählten Schnitte in vergrößerter Wiedergabe
wird zum Ausdruck gebracht, dass das Gewebetuch 1 hier ähnlich wie
in 2 links dargestellt aus Kettelementen
14 und Schusselementen 15 besteht. Die Kettelemente
14 sind hier Kunststoffbändchen 17, während die Schusselemente
15 als Multifilamente 18 ausgebildet sind. Beide sind miteinander
verwebt, sodass sich ein dichtes Gewebe 1 ergibt, das vorteilhaft dicht
ist, wie in 1 links gezeigt.
1 rechts zeigt einen weiteren Baustoffstempel, wobei
hier als Kettelemente 14 und Schusselemente 15 Multifilamente
18, 18' Verwendung gefunden haben. Die einzelnen Kettelemente
14 und 15 sind so dicht verwebt, dass Wasser nur begrenzt hindurchtreten
kann und Luft noch weniger, sodass zwar das Entwässern des eingefüllten
Baustoffs noch sichergestellt ist, aber in einer genau vorzugebenden Zeitspanne.
Die einzelnen Multifilamente 18 bestehen aus einer Vielzahl
von Polypropylen-Endlosfäden 19, 20, 21 und zwar
150 bis 250 Stück. Dies verdeutlicht, dass die zum Einsatz kommenden Polypropylen-Endlosfäden
in Form der Multifilamente 18 eine deutlich erhöhte Sicherheit darstellen,
ganz von den weiter vorn geschilderten Vorteilen mal abgesehen. Das Gewebetuch
1 ist aufgrund der Vielzahl von Polypropylen-Endlosfäden
19, 20, 21 wesentlich dichter und kann durch entsprechende
Vorbehandlung auch wesentlich höhere Kräfte aufnehmen.
Weiter vorn ist schon darauf hingewiesen worden, dass nicht nur die
Verwendung von Schusselementen 15 in Form von Multifilamenten
18 möglich ist, sondern auch die gruppenweise Verwendung von Kunststoffbändchen
17 bzw. andererseits Multifilamenten 18. Diese Gruppen sind daher
zusätzlich mit dem Bezugszeichen 23 und 24 versehen.
3 zeigt einen Teilschnitt einer Strecke, die durch
einen stählernen Streckenausbau 5 abgesichert ist. Dieser stählerne
Streckenausbau 5 besteht aus einer Vielzahl von Ausbaubögen
6 auf die Richtung Gebirge Verzugmatten aufgelegt sind, auf die dann ein
Begrenzungszug 10 aufgelegt wird, um so den Hinterfüllvorgang möglich
zu machen. Beim Hinterfüllvorgang wird mit Hilfe einer hier nicht dargestellten
Pumpe Baustoff in den Hohlraum 8 hineingepumpt, sodass der Hohlraum zwischen
Ausbaubogen 6 und Gebirge 9 vollständig mit Baustoff ausgefüllt
werden kann. Dazu wird das Begrenzungstuch 10 mit seinen Kettelementen
14 und Schusselementen 15 wie in 3
angedeutet auf den Ausbaubogen 6, 11 und die Verzugmatten
7 aufgelegt. Um das Einfüllen des Baustoffes zu erleichtern ist die
Anordnung eines Füllrohres 26 vorgesehen, das möglichst im oberen
Bereich des Ausbaubogens 6, 11 aufgelegt und dann durch den beim
Einfüllen des Baustoffes größer werdenden Schlauch 2 gegen
die Gebirgswand angedrückt wird. Das Füllrohr 26 endet, wie in
4 angedeutet, jenseits dieses letzten Ausbaubogens
6, sodass dann vom anderen Ende her der Baustoff leicht und sicher eingefüllt
werden kann. Vorteilhaft ist, dass er dann von oben herunterpladdert, nicht also
wie bisher meist von unten hoch gepumpt werden muss. Dies erleichtert die Arbeit
und bringt sogar noch eine höhere Sicherheit. Das Füllrohr 26
befindet sich nach 3 etwa in Höhe der Firste
30, sodass der Hohlraum bis hinab zur Sohle 29 sicher mit Baustoff
zu verfüllen ist, aber auch begrenzt noch nach oben.
Die Mattenstäbe 32, 33, 34 sind im
vorgegebenen Abstand und in vorgegebener Form miteinander verschweißt, sodass
eine derartige Verzugmatte 7 den eingefüllten Baustoff sicher abstützt.
Das Begrenzungstuch 10 kann gleichzeitig in Längsrichtung verstärkt
werden, wozu beispielsweise die Gruppen von Kettfäden, die im Bereich von Verbindungs-Mattenstäben
32, 34 verlaufen, als Multifilamente ausgebildet sind oder damit
verstärkt sind, sodass mit einfacher Verbindungstechnik eine wirksame Verbindung
zwischen den Verzugmatten 7 und dem Begrenzungstuch 10 erreicht
wird.
Die waagrechten Mattenstäbe 33 stützen sich –
wie 4 zeigt – vor allem gegen die Ausbaubögen
6, 11 ab, sodass sich insgesamt über die Höhe dieser
Ausbaubögen 6, 11 eine Abstützung ergibt, die verhindert,
dass der eingefüllte Baustoff aus diesem Bereich herausbrechen kann. Vielmehr
kann nur das reine Wasser an den Kettelementen 14 und Schusselementen
15 vorbeirinnen, ohne dass der Baustoff mit ausgetragen wird, sodass sich
ein schnelles Aushärten ergibt. Die Verzugmatten 7, die aus den senkrechten
Mattenstäben 32, 34 und waagerechten Mattenstäben
33 bestehen, bilden ein dichtes Gitter, das das Ausbeulen
des diesen Zwischenbereich zwischen den Ausbaubögen 6, 11
ebenfalls abdeckende Begrenzungstuch verhindert. Es ist vielmehr entsprechend abgesichert
und darüber hinaus drückt der Baustoff sich dann nur durch die kleinen
Raster, sodass allenfalls eine gewisse vorteilhafte Verzahnung zwischen „Baustoff"
und Verzugmatten möglich wird.
Alle genannten Merkmale, auch die den Zeichnungen allein zu entnehmenden,
werden allein und in Kombination als erfindungswesentlich angesehen.