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Dokumentenidentifikation DE202007005867U1 16.08.2007
Titel Vibrationsmischer
Anmelder Sartorius AG, 37075 Göttingen, DE
DE-Aktenzeichen 202007005867
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 16.08.2007
Registration date 12.07.2007
Application date from patent application 24.04.2007
IPC-Hauptklasse C12M 1/02(2006.01)A, F, I, 20070424, B, H, DE
IPC-Nebenklasse C12M 1/24(2006.01)A, L, I, 20070424, B, H, DE   B01F 11/00(2006.01)A, L, I, 20070424, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Vibrationsmischer, insbesondere Einweg-Mischer zur Verwendung in Einweg-Bioreaktoren mit flexibler Wandung, bestehend aus einem von einem Antrieb in longitudinale Bewegungen versetzbaren Mischerschaft mit mindestens einem Mischelement.

Sowohl für wieder verwendbare Bioreaktoren, meist starre Behälter, als auch für Einmal-Bioreaktoren, meist flexible Beutel bzw. Behälter mit flexiblen Wänden, werden zum Mischen als auch zum Kultivieren von Organismen Vibrationsmischer verwendet. Vibrationsmischer weisen ein plattenförmiges Mischelement mit konischen Löchern (Venturi-Düsen) auf. Das Mischelement ist dabei an einem Mischerschaft angeordnet, der von einem Antrieb in longitudinale Schwingungen versetzt wird.

Ein Vibrationsmischer ist beispielsweise aus der US 2005/0249033 A1 bekannt. Dieser Einwegmischer ist in einem Einweg-Bioreaktor, einem Beutel, angeordnet.

Nachteilig bei dem bekannten Mischer ist, dass weitere Zugänge zu dem Reaktorinnenraum zur Zuführung von gasförmigen Medien und von flüssigen Medien notwendig sind. Insbesondere sind bei solchen Bioreaktoren die Zugänge durch die Behälterwandung problematisch.

Auch aus der DE 10 2004 013 078 A1 ist ein flexibler Einweg-Bioreaktor bekannt, der einen Vibrationsmischer aufweist. Auch hier ist ein als Mischplatte ausgebildetes Mischelement in dem Reaktorinnenraum an einem Ende eines Mischerschaftes angeordnet, der durch die Behälterwandung hindurchgeführt und außerhalb des Behälterinnenraumes von einem Antrieb eines Vibrationsmischers in longitudinale Bewegungen versetzt wird.

Auch dieser Mischer weist die o.g. Nachteile auf.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, die Zugänge zu einem Bioreaktor zu verringern bzw. zu verbessern.

Diese Aufgabe wird in Verbindung mit dem Oberbegriff des Anspruches 1 dadurch gelöst, dass in dem Mischerschaft mindestens ein Kanal mit einer Mündung zu einem Reaktorinnenraum hin angeordnet ist.

Durch die Anordnung eines Kanals in dem Mischerschaft, der in den Reaktorinnenraum mündet, wird ein separater Zugang in den Reaktorinnenraum vermieden. Da der Schaft ohnehin durch die Wandung des Bioreaktors durchgeführt werden muss und damit gleichzeitig der in dem Schaft angeordnete Kanal, wird kein weiterer Zugang benötigt. Dadurch wird die Fertigung und die Gefahr von Undichtigkeiten der Behälterwandung erheblich reduziert.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird über den mindestens einen Kanal Gas zugeführt, wobei der Mündung des Kanals eine Begasungseinheit vorgelagert ist.

Die Begasungseinheit kann aber auch die Mündung selber bilden.

Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Mündung an dem dem Antrieb abgewandten freien Ende des Mischerschaftes angeordnet. Damit kann über das freie Ende des Mischerschaftes dem Reaktorinnenraum Gas zugeführt werden.

Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Begasungseinheit dem Mischelement zum Antrieb hin vorgelagert. Es ist aber auch möglich, die Begasungseinheit zwischen zwei Mischelementen am Mischerschaft anzuordnen. Dabei kann über seitliche Öffnungen im Mischerschaft bzw. über die Begasungseinheit dem Reaktorinnenraum zwischen den beiden Mischelementen Gas zugeführt werden. Dies hat den Vorteil, dass das zugeführte Gas von der Strömung infolge der Mischbewegung zugeführt wird.

Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weist die Begasungseinheit zur Gasfilterung eine poröse Struktur auf. Dabei kann die Begasungseinheit als eine Membran mit mikroporöser Struktur oder auch als eine Kunststofffritte ausgebildet sein.

Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist in dem Mischerschaft ein zweiter Kanal vorgesehen, über den Medien zu- oder abgeführt werden können.

Durch die Anordnung eines zweiten Kanals im Mischerschaft wird ein Durchgang durch die Behälterwandung, die Anordnung des Mischerschaftes sowie die Anordnung von zwei Kanälen durch die Behälterwandung hergestellt. Es wird also anstelle von drei Durchbrüchen nur ein Durchbruch in der Behälterwandung benötigt.

Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist der Schaft als ein Rohr ausgebildet, dessen freies Lumen den ersten Kanal bildet. In dem freien Lumen des Schaftes kann dann ein zweites Rohr bzw. ein Schlauch angeordnet werden, der den zweiten Kanal bildet. Der Schlauch bzw. das Rohr wird dabei durch die Begasungseinheit hindurchgeführt und ist gegenüber dieser abgedichtet. Dies ermöglicht eine relativ einfache und kostengünstige Konstruktion des Mischerschaftes und seiner Kanäle.

Der Mischer kann vor bzw. nach dem Eindringen in den Bioreaktor durch Bestrahlung sterilisiert werden.

Die in den Mischerplatten vorhandenen Öffnungen (Venturi-Düsen) können nach oben bzw. nach unten verjüngt sein, wobei auch eine Kombination möglich ist.

Weitere Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden ausführlichen Beschreibung und den beigefügten Zeichnungen, in denen bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung beispielhaft veranschaulicht sind.

In den Zeichnungen zeigen:

1: eine Seitenansicht eines in einem Bioreaktor mit flexibler Wandung angeordneten Vibrationsmischers und

2: eine Seitenansicht eines weiteren in einem Bioreaktor angeordneten Vibrationsmischers.

Ein Vibrationsmischer 1 besteht im Wesentlichen aus einem Mischerschaft 2 und einem Mischelement 3.

Der Vibrationsmischer 1 wird in einem Bioreaktor 4 verwendet, der beispielsweise als Einweg-Bioreaktor mit flexibler Wandung 5 ausgebildet ist, die einen Reaktorinnenraum 6 umschließt. Der Mischerschaft 2 durchdringt dabei ein in vertikaler Richtung oben angeordneten Deckenteil 7 des Bioreaktors 4. Gegenüber dem Deckenteil 7 ist der Mischerschaft 2 abgedichtet. Der Vibrationsmischer 1 wird über einen mit dem Mischerschaft 2 außerhalb des Reaktorinnenraumes 6 verbindbaren Antrieb 8 angetrieben. Von dem Antrieb 8 wird der Mischerschaft 2 in longitudinale Bewegungen versetzt, die auf das an dem Mischerschaft 2 angeordnete Mischelement 3 übertragen werden. Das Mischelement 3 ist dabei als eine ebene Mischerplatte 9 ausgebildet, die sich konisch verjüngende Löcher 10 als eine Art Venturi-Düsen aufweist.

Der Mischerschaft 2 ist als ein Rohr 11 ausgebildet, dessen freies Lumen 12 einen Kanal 13 bildet. Außerhalb des Reaktorinnenraumes 6 weist der Mischerschaft 2 einen seitlichen Zugang 14 auf, der eine Verbindung zu dem Kanal 13 herstellt. An dem in vertikaler Richtung unten liegenden freien Ende des Mischerschaftes 2 ist gemäß Ausführungsbeispiel von 1 kurz unterhalb des Mischelementes 3 eine Begasungseinheit 15 angeordnet, die einer zum Reaktorinnenraum 6 gerichteten Mündung 16 des Kanals 13 vorgelagert ist. Die Begasungseinheit 15 weist eine poröse Struktur auf, die geeignet ist, über den seitlichen Zugang 14 zugeführtes Gas zu filtern. Vorzugsweise besitzt die poröse Struktur eine Porengröße von weniger als 0,6 &mgr;m, bevorzugt von weniger als 0,45 &mgr;m. In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung besitzt die poröse Struktur hydrophobe Eigenschaften. Dadurch wird das Eindringen von Flüssigkeiten in den Schaft 13 verhindert, wenn der Druck im Innern des Schaftes kleiner ist als im Reaktorinnenraum 6. Ohne die Begasungseinheit 15 kann über den seitlichen Zugang 14 auch ein flüssiges Medium zugeführt werden.

Gemäß dem Ausführungsbeispiel von 2 weist der Vibrationsmischer 1' an seinem Mischerschaft 2' zwei in einem Abstand zueinander angeordnete Mischelemente 3, 3' auf. In dem Kanal 13' ist zwischen den beiden Mischelementen 3, 3' die Begasungseinheit 15' angeordnet. Im Bereich der Begasungseinheit 15' sind in der Schaftwandung 17 Öffnungen 18 angeordnet, über die von der Begasungseinheit 15' gefiltertes Gas in den Reaktorinnenraum 6' ausströmt. Damit bilden die Öffnungen 18 eine Mündung 16'. In dem freien Lumen 12' des Kanals 13' ist ein Schlauch 19 angeordnet, dessen freies Lumen einen zweiten Kanal 20 bildet. Der Schlauch 19 wird im außerhalb des Reaktorinnenraumes 6' angeordneten oberen Bereich des Mischerschaftes 2' aus diesem seitlich herausgeführt und dabei gasdicht gegenüber der Schaftwandung 17 abgedichtet. Im Bereich der Begasungseinheit 15' wird der Schlauch 19 durch diese gasdicht hindurchgeführt. Der zweite Kanal 20mündet über seine Mündung 21 ebenfalls in den Reaktorinnenraum 6'.

Sowohl Mischerschaft 2, 2' als auch das Mischelement 3 bzw. die Mischelemente 3, 3' sind aus Kunststoff ausgebildet, die durch Schweißen oder Kleben miteinander verbunden sind. Auch der Schlauch 19 und der seitliche Zugang 14 sind aus Kunststoff ausgebildet. Der Vibrationsmischer 1, 1' kann vor oder nach Eindringen in den Reaktorinnenraum 6, 6' durch Bestrahlung sterilisiert werden.

Der Vibrationsmischer 1, 1' ist als Einwegmischer verwendbar.


Anspruch[de]
Vibrationsmischer (1), insbesondere Einweg-Mischer zur Verwendung in Einweg-Bioreaktoren (4, 4') mit flexibler Wandung, bestehend aus einem von einem Antrieb (8) in longitudinale Bewegungen versetzbaren Mischerschaft (2, 2') mit mindestens einem Mischelement (3, 3'), dadurch gekennzeichnet, dass in dem Mischerschaft (2, 2') mindestens ein Kanal (13, 13') mit einer Mündung (16) zu einem Reaktorinnenraum (6, 6') hin angeordnet ist. Vibrationsmischer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass über den mindestens einen Kanal (13, 13') Gas zuführbar ist, und dass der Mündung (16) eine Begasungseinheit (15, 15') vorgelagert ist. Vibrationsmischer nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Begasungseinheit (15) die Mündung bildet. Vibrationsmischer nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Mündung (16) an dem dem Antrieb abgewandten freien Ende des Mischerschaftes angeordnet ist. Vibrationsmischer nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Begasungseinheit (15') dem ersten Mischelement (3') zum Antrieb hin vorgelagert ist. Vibrationsmischer nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Begasungseinheit (15') zwischen zwei Mischelementen (3') am Mischerschaft (2') angeordnet ist. Vibrationsmischer nach einem der Ansprüche 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Begasungseinheit (15, 15') zur Gasfilterung eine poröse Struktur aufweist. Vibrationsmischer nach einem der Ansprüche 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Begasungseinheit (15, 15') als eine Membran ausgebildet ist. Vibrationsmischer nach einem der Ansprüche 2 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Begasungseinheit (15, 15') als eine Kunststofffritte ausgebildet ist. Vibrationsmischer nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Mischerschaft (2') ein zweiter Kanal (20) vorgesehen ist, über den Medien zu- oder abgeführt werden können. Vibrationsmischer nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Schaft (2, 2') als ein Rohr ausgebildet ist, dessen freies Lumen (12, 12') den ersten Kanal (13, 13') bildet. Vibrationsmischer nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass in dem freien Lumen (12') des Mischerschaftes (2') ein Rohr oder ein Schlauch (19) angeordnet ist, das den zweiten Kanal (20) bildet.






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