Die vorliegende Erfindung betrifft ein Senkrecht-Stechwalzwerk zur
Herstellung nahtloser Stahlrohre mit einer Schrägwalzen-Wechselvorrichtung
sowie ein mittels der Vorrichtung durchführbares Schrägwalzen-Wechselverfahren.
Insbesondere betrifft die vorliegende Erfindung eine Schrägwalzen-Wechselvorrichtung
und ein Verfahren zur Anwendung in einem Senkrecht-Stechwalzwerk, mittels derer
der Wechsel alter Schrägwalzen gegen neue automatisiert und damit die Wechselzeit
verkürzt werden kann und welche einer flexiblen Herstellung von kleinen Mengen
nahtloser Stahlrohre in den verschiedensten Abmessungen entgegenkommen (siehe beispielsweise
die JP-A-07032013).
STAND DER TECHNIK
Zur Herstellung nahtloser Stahlrohre durch Warmwalzen findet das Mannesmann-Rohr-Herstellungsverfahren
weitgehend Anwendung. Bei diesem Rohr-Herstellungsverfahren wird ein auf hohe Temperatur
erhitzter Rundblock als Walzgut einem Stechwalzwerk (einem sogenannten Lochwalzwerk)
zugeführt, das den axialen Mittenabschnitt des Rundblocks unter Ausbildung
eines dickwandigen Rohrs locht. Das so erhaltene dickwandige Rohr wird je nach Bedarf
direkt oder nach Durchführung einer Aufweit- oder Wanddickenreduzierbehandlung
in einer Reckvorrichtung der gleichen Konstruktion wie das Stechwalzwerk zum Längen
in ein nachgeschaltetes Streckwalzwerk wie ein Stopfen- oder Dornwalzwerk gegeben.
Anschließend wird das so gestreckte Rohr in einem Streckreduzierwalzwerk zur
Formkorrektur, einem Friemel-Walzwerk zum Glätten und einem Maßwalzwerk
zur Maßkorrektur und dergleichen zu einem nahtlosen Stahlrohr fertigbearbeitet,
1 zeigt das schräg zu walzende Material und eine
aus Schräg- und Scheibenwalzen bestehende Anordnung in einem Stechwalzwerk.
Die Schrägwalzen 2,2 sind achssymmetrisch unter einem vorbestimmten Anstichwinkel
zur Durchlauf- oder Walzlinie X-X, auf welcher ein Rundblock 1 als Walzgut
verwalzt wird, angeordnet. Andererseits ist eine Scheibenwalze 3 in der
Nähe der Schrägwalzen 2 senkrecht zu diesen und gegenüber
dem schräg zu walzenden Material vorgesehen. In dem Stechwalzwerk mit den wie
vorbeschrieben angeordneten Schrägwalzen 2,2 wird der Rundblock 1
beim Einführen entlang der Walzlinie X-X in der durch den weißen Pfeil
angezeigten Richtung zwischen den Schrägwalzen 2 erfasst und unter
Drehen die Walzlinie X-X entlang bewegt sowie in seinem axialen Mittenabschnitt
durch einen nicht dargestellten Stopfen zu einem dickwandigen Rohr gelocht.
Ein Stechwalzwerk mit einem Paar übereinander und relativ zur
Walzlinie gegenüberliegend angeordneten Schrägwalzen wird allgemein als
"Senkrecht-Stechwalzwerk" und ein solches mit einem Paar nebeneinander und relativ
zur Walzlinie gegenüberliegend angeordneten Schrägwalzen als "Waagerecht-Stechwalzwerk"
bezeichnet. In jüngerer Zeit findet das Senkrecht-Stechwalzwerk als Einrichtung
zur Herstellung von nahtlosen Stahlrohren verbreitet Anwendung, weil einer seiner
Vorteile die wie nachfolgend beschrieben einfache Durchführung des Walzenwechsels
ist.
Da wie bereits erwähnt die Schrägwalzen im Walzwerk achssymmetrisch
und relativ zum Walzgut unter einem vorbestimmten Winkel und rollenförmig angeordnet
sind, müssen diese gewechselt werden, wenn die Walzgutabmessung jeweils eines
Stiches abgewalzt ist. Weiter werden im Stechwalzwerk mit fortschreitender Walzdauer
die Arbeitsflächen der Schrägwalzen verschlissen, da das Walzgut durch
Anpressen der Schrägwalzen an das unter hoher Temperatur gehaltene Material
verarbeitet wird. Auch unter diesem Aspekt müssen die Schrägwalzen von
Zeit zu Zeit gewechselt werden. Allgemein befinden sich die Schrägwalzen in
einer zylindrischen Aufnahme, wo sie unter einem vorgegebenen Anstich- und erforderlichenfalls
Querwinkel gelagert und in dem Walzwerkskörper angeordnet sind. Damit erfolgt
der Wechsel der Schrägwalzen getrennt für jede Aufnahme.
Für den Wechsel der Schrägwalzen des vorerwähnten Waagerecht
Stechwalzwerks muss ein Walzenständer des Walzwerks geöffnet und müssen
die Aufnahmen aufeinanderfolgend an einer Aufhängevorrichtung wie beispielsweise
einem Laufkran oder dergleichen angehängt werden. Beim Schrägwalzenwechsel
mittels einer Aufhängevorrichtung wie einem Laufkran ist ein großer Zeitaufwand
zum Wechseln eines Schrägwalzenpaars erforderlich, so dass eine Verkürzung
der Verfügbarkeit des Stechwalzwerks unvermeidlich ist.
Selbst bei einem "Senkrecht-Stechwalzwerk" der Bauart, in der die
Aufnahmen mittels der Wechselvorrichtung jeweils separat gewechselt werden, stellt
sich ein ähnliches Problem wie vorbeschrieben. Deshalb wird seitens der Erfinder
hierzu als Verbesserung des Schrägwalzenwechsels in einem Senkrecht-Stechwalzwerk
ein Wechsel ohne Hängevorrichtung vorgeschlagen, wie dies beispielsweise in
der Japanischen Offenlegungsschrift (Kokai) Nr. 5-200412 beschrieben ist. Das heißt,
dass Gegenstand dieses Patent ein System ist, bei dem eine Schwingtür eines
Walzenständers zur Umhüllung des Walzwerkskörpers seitlich zur Walzlinie
verschwenkt werden kann, um den Walzenständer zu öffnen und die Walzen
horizontal seitlich zur Walzlinie herauszuziehen. Das dort beschriebene Walzenwechselsystem
ist jedoch hauptsächlich zum Wechseln von Scheibenwalzen gedacht
und es weist diese Patentanmeldung keinerlei spezielle Vorrichtung oder Konstruktion
für den Wechsel von Schrägwalzen aus. Zum Automatisieren des Schrägwalzenwechsels
in einem Stechwalzwerk waren also die konventionellen Walzenwechselverfahren zu
überprüfen und war eine optimale Technik zu bestimmen, auf deren Basis
eine Schrägwalzen-Wechselvorrichtung entwickelt werden könnte.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
Die vorliegende Erfindung wurde angesichts der vorbeschriebenen Probleme
beim Schrägwalzenwechsel in einem Stechwalzwerk zur Herstellung nahtloser Stahlrohre
entwickelt, wobei eine Aufgabe dieser Erfindung die Bereitstellung einer Schrägwalzen-Wechselvorrichtung
und eines Verfahrens zur Anwendung in einem Senkrecht-Stechwalzwerk ist und wobei
Vorrichtung und Verfahren einfach konzipiert sind, die Wechselzeit verkürzen
und eine flexible Herstellung von nahtlosen Stahlrohren verschiedenster Abmessungen
in geringen Mengen zulassen, ohne dass der Arbeitsablauf beeinträchtigt wird.
Das Wesen der vorliegenden Erfindung liegt in der nachfolgend beschriebenen
Schrägwalzen-Wechselvorrichtung (1) zum Einsatz in einem Senkrecht-Stechwalzwerk,
von der eine Ausführungsform in 2 dargestellt
ist, und dem nachfolgend beschriebenen Schrägwalzen-Wechselverfahren (2):
- (1) Eine Schrägwalzen-Wechselvorrichtung für ein Senkrecht-Stechwalzwerk
mit einem Paar Schrägwalzen mit oberen und unteren Aufnahmen 4a,
4b zur Aufnahme der jeweiligen Schrägwalzen und einem Abstandhalter
5, der den Zwischenraum zwischen der oberen und der unteren Aufnahme einstellt.
Die Walzen des Schrägwalzenpaars sind übereinander und gegenüberliegend
bezüglich einer Durchlauf- oder Walzlinie eines schräg zu walzenden Rohrmaterials
angeordnet. Die Schrägwalzen-Wechselvorrichtung weist auf einen verfahrbaren
Trägerwagen 7, der zwischen einer Fahrausgangsposition und einer Fahrendposition
in der Nähe eines Stechwalzwerk-Körpers beweglich ist, und einen Aufnahmeschieber
8, der auf dem verfahrbaren Trägerwagen angeordnet ist und die oberen
und unteren Aufnahmen von der Fahrendposition ins Innere des Stechwalzwerk-Körpers
verschieben kann, wobei der Aufnahmeschieber mit einer Abstandhalter-Klemme
9 zum Festklemmen des Abstandhalters 5 und Einstellen der vertikalen
Position des Abstandhalters sowie mit einer unteren Aufnahmeklemme 10 zum
Festklemmen der unteren Aufnahme versehen ist und wobei die oberen und unteren Aufnahmen
mit dem dazwischen einliegenden Abstandhalter gestapelt sowie waagerecht und senkrecht
zur Walzlinie beweglich sind.
In der vorbeschriebenen Schrägwalzen-Wechselvorrichtung ist der
verfahrbare Trägerwagen 7 vorzugsweise so aufgebaut, dass auf diesem
ein zweiter Trägerwagen 12 angeordnet werden kann, der Aufnahmen zum
Aufnehmen von neu in den Schrägwalzwerk-Körper einzubauenden oder aus
diesem entfernten Walzen trägt, Vorzugsweise wird der zweite Trägerwagen
12 in der Fahrausgangsposition auf den verfahrbaren Trägerwagen aufgesetzt
oder von diesem abgenommen.
Vorzugsweise ist die untere Aufnahmeklemme ein Hakenmechanismus.
- (2) Bei einem Schrägwalzen-Wechselverfahren für ein SenkrechtStechwalzwerk
mit einem Paar Schrägwalzen mit Aufnahmen 4, die aus einer oberen
Aufnahme 4a und einer auf der oberen Aufnahme gestapelten unteren Aufnahme
4b zum Aufnehmen der jeweiligen Schrägwalzen besehen, sowie mit einem
Abstandhalter 5 zum Einstellen des Zwischenraums zwischen der oberen und
der unteren Aufnahme, wobei das Paar Schrägwalzen übereinander und gegenüberliegend
bezüglich einer Durchlauf- oder Walzlinie eines schräg zu walzenden Rohrmaterials
angeordnet ist, werden zum Einbau von Schrägwalzen die oberen und unteren Aufnahmen
in der Fahrausgangsposition auf einen verfahrbaren Trägerwagen 7 geladen
und wird dieser in eine Fahrendposition bewegt, wobei ein Aufnahmenverschieber
8 auf dem Abstandhalter festgeklemmt wird. Anschließend bewegt der
Aufnahmeschieber 8 die oberen und unteren Aufnahmen in den Stechwalzwerk-Körper,
um die Schrägwalzen in ihren Aufnahmen sitzend in den Walzwerkkörper einzubauen.
Sodann wird der am Abstandhalter 5 festgeklemmte Aufnahmeschieber
8 zurückgezogen.
Weiter kann das Schrägwalzen-Wechselverfahren zur Anwendung in
einem Senkrecht-Stechwalzwerk auch zum Ausbau eines Schrägwalzenpaars benutzt
werden, indem der verfahrbare Trägerwagen 7 in die Fahrendposition
verbracht und der vorerwähnte Aufnahmeschieber 8 mit dem Abstandhalter
verklemmt wird sowie die vorerwähnten oberen und unteren Aufnahmen mit dem
Aufnahmeschieber 8 in das Innere des Stechwalzwerk-Körpers verfahren
werden, um die Schrägwalzen in den Aufnahmen sitzend zu entfernen. Anschließend
werden die gestapelten oberen und unteren Aufnahmen 4a, 4b und
der Abstandhalter 5 vom Aufnahmeschieber 8 zurückgezogen.
Vorzugsweise wird bei dem vorbeschriebenen Schrägwalzen-Wechselverfahren
ein zweiter Trägerwagen 12, welcher die oberen und unteren Aufnahmen
mit dem dazwischen einliegenden Abstandhalter trägt, in der Fahrausgangsposition
auf den verfahrbaren Trägerwagen 7 geladen und von diesem entladen.
KURZBESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
Es zeigen:
1 eine schematische Darstellung des schräg zu
walzenden Materials sowie der Anordnung der Schräg- und Scheibenwalzen in einem
Stech- bzw. Lochwalzwerk;
2 eine schematische Darstellung des generellen Aufbaus
eines Ausführungsbeispiels einer Schrägwalzen-Wechselvorrichtung zum Einsatz
in einem erfindungsgemäßen Senkrecht-Stechwalzwerk;
3 eine schematische Darstellung eines aus einer Fahrausgangsposition
(Z-Position) in eine Fahrendposition (Y-Position) verfahrenden Trägerwagens;
4 eine schematische Darstellung, in welcher ein zweiter
Trägerwagen in der Fahrausgangsposition (Z-Position) auf den verfahrbaren Trägerwagen
geladen und von diesem abgenommen wird;
5 eine schematische Darstellung, in welcher nach dem
Anhalten des verfahrbaren Trägerwagens in der Fahrendposition (Y-Position)
die oberen und unteren Aufnahmen durch einen Aufnahmeschieber in eine Stechwalzwerk-Körperposition
(X-Position) bewegt wird; und
6 eine schematische Darstellung einer Vorrichtung zum
Ändern der vertikalen Position eines Abstandhalters mittels einer Abstandhalter-Klemme.
BESTE AUSFÜHRUNG DER ERFINDUNG
Die erfindungsgemäße Schrägwalzen-Wechselvorrichtung
ist in der Hauptsache gekennzeichnet durch den Einsatz eines verfahrbaren Trägerwagens,
der selbst mit oberen und unteren Aufnahmen bestückt zwischen einer Fahrausgangsposition
und einer nahe bei einem Stechwalzwerk-Körper liegenden Fahrendposition bewegbar
ist, sowie eines auf dem verfahrbaren Trägerwagen angeordneten Aufnahmeschiebers,
welcher die oberen und unteren Aufnahmen aus der Fahrendposition ins Innere des
Stechwalzwerk-Körpers zu verschieben vermag, wobei der Aufnahmeschieber mit
einer Abstandhalter-Klemme zum Festklemmen des vorerwähnten Abstandhalters
sowie zum Einstellen der vertikalen Position des Abstandhalters und mit einer unteren
Aufnahme-Klemme zum Festklemmen der unteren Aufnahme versehen ist, und wobei die
oberen und unteren Aufnahmen mit dem dazwischen einliegenden Abstandhalter gestapelt
und waagerecht sowie senkrecht zur Walzlinie des schräg zu walzenden Rohrmaterials
beweglich sind.
Das erfindungsgemäße Schrägwalzen-Wechselverfahren
findet Anwendung mit der wie vorbeschrieben aufgebauten Schrägwalzen-Wechselvorrichtung,
wobei zum Einbau neuer Schrägwalzen ein verfahrbarer Trägerwagen mit darauf
angeordneten oberen und unteren Aufnahmen in eine Fahrendposition bewegt wird, ein
Aufnahmeschieber die oberen und unteren Aufnahmen in das Innere eines Stechwalzwerk-Körpers
verschiebt und die in den Aufnahmen befindlichen Schrägwalzen in den Stechwalzwerk-Körper
eingebaut werden. Sollen nach dem erfindungsgemäßen Schrägwalzen-Wechselverfahren
alte Schrägwalzen ausgebaut werden, so werden die vom Aufnahmeschieber gehaltenen
oberen und unteren Aufnahmen aus ihrer Einbauposition im Stechwalzwerk-Körper
in die Fahrendposition zurückgezogen, wodurch die Schrägwalzen entfernt
werden. Durch Kombination der Einbau- und Ausbauverfahren lässt sich der Wechsel
von Schrägwalzen automatisieren.
Im Falle der erfindungsgemäßen Schrägwalzen-Wechselvorrichtung
und des erfindungsgemäßen Walzen-Wechselverfahrens werden die Aufnahmen
für die Schrägwalzen nicht aufeinanderfolgend einzeln gewechselt, sondern
wird ein gleichzeitiger gemeinsamer Wechsel der gestapelten oberen und unteren Aufnahmen
bewirkt, so dass die für einen Wechsel der Schrägwalzen benötigte
Zeit weitgehend verkürzt werden kann.
Weiter werden nach der vorliegenden Erfindung, die zur Anwendung in
einem Senkrecht-Stechwalzwerk vorgesehen ist, die oberen und unteren Aufnahmen durch
den Einsatz eines in der gleichen Richtung verfahrbaren Trägerwagens horizontal
und senkrecht zur Walz- oder Durchlauflinie herausgezogen. Damit lassen sich die
Aufnahmen sofort aus dem Stechwalzwerk-Körper freisetzen und ist der Walzenwechsel
auf einfache Weise durch führbar. Auch sind keinerlei Aufhängevorrichtungen
zum Anheben und Absenken der Schrägwalzen erforderlich, so dass sich die Automatisierung
des Schrägwalzen-Wechselablaufs einfach bewerkstelligen lässt.
Vorzugsweise ist der verfahrbare Trägerwagen in der Weise auf
gebaut, dass ein zweiter Wagen auf diesen aufgesetzt werden kann. Werden neu einzubauende
obere und untere Aufnahmen vorab auf den zweiten Wagen gesetzt oder aus dem Stechwalzwerk-Körper
auszubauende obere und untere Aufnahmen direkt auf den verfahrbaren Trägerwagen
verladen, so lassen sich neu zu installierende Walzen vor dem Einbau bereits vorbereitend
zusammenstellen und ausgebaute alte Walzen ohne weiteres Zutun in das Aufnahmelager
verbringen. Somit lässt sich der Einsatz von Aufhängevorrichtungen nicht
nur innerhalb des Walzenwechselbereichs, sondern auch im Aufnahmelager vermeiden.
Weiter wird erfindungsgemäß bevorzugt ein Hakenmechanismus
als untere Aufnahmeklemme benutzt. Durch Verwendung dieses Hakenmechanismus wird
die untere Aufnahme zuverlässig gehalten und ist ein stabiler Halt für
die oberen und unteren Aufnahmen selbst während der Fahrbewegung des Trägerwagens
gewährleistet. Außerdem wird der Ausbau der Schrägwalzen vom Stechwalzwerk-Körper
vereinfacht.
Es folgt eine detaillierte Beschreibung von Ausführungsbeispielen
der vorliegenden Erfindung und ihrer Wirkungsweisen mit Bezug auf 2
bis 6, in denen gleiche Bauteile durch jeweils gleiche
Bezugsziffern bezeichnet sind.
2 zeigt schematisch ein Beispiel für den generellen
Aufbau einer Schrägwalzen-Wechselvorrichtung zum Einsatz in einem erfindungsgemäßen
Senkrecht-Stechwalzwerk. Bei diesem Senkrecht-Stechwalzwerk ist ein Paar oberer
und unterer Schrägwalzen in einer oberen Aufnahme 4a bzw. unteren
Aufnahme 4b angeordnet und werden diese Aufnahmen in gestapeltem Zustand
auf einem verfahrbaren Trägerwagen 7 gewechselt.
Ein Aufnahmeschieber 8 ist auf dem verfahrbaren Trägerwagen
7 angeordnet. Die oberen und unteren Aufnahmen 4a, 4b
werden über einen dazwischen einliegenden Abstandhalter 5 zusammengehalten,
wobei der Abstandhalter von einer im Aufnahmeschieber 5 angeordneten Abstandhalter-Klemme
9 aufgenommen wird.
Der verfahrbare Trägerwagen 7 mit darauf befindlicher
Schrägwalzen-Wechselvorrichtung ist aus einer Fahrausgangsposition (Z-Position)
in eine Fahrendposition (Y-Position) bewegbar. Der verfahrbare Trägerwagen
7 ist mit dem Aufnahmeschieber 8 ausgestattet, der die oberen
und unteren Aufnahmen aus der Fahrendposition (Position Y) in die Einbauposition
im Stechwalzwerk-Körper (Position X) schieben kann. Die oberen und unteren
Aufnahmen werden in einen Mittenabschnitt eines Walzenständers 6 verbracht.
Weiter kann wie aus der gleichen Zeichnung ersichtlich ein zweiter Trägerwagen
12, auf dem die Aufnahmen platziert sind, in der Fahrausgangsposition (Z-Position)
auf den verfahrbaren Trägerwagen aufgeladen bzw. von diesem entladen werden.
3 zeigt in schematischer Darstellung die Bewegung des
verfahrbaren Trägerwagens aus der Fahrausgangsposition (Z-Position) in die
Fahrendposition (Y-Position). Weiter zeigt sie auf der linken Seite den Zustand
in der Fahrausgangsposition (Z-Position) und auf ihrer rechten Seite den Zustand
in der Fahrendposition (Y-Position). Erfindungsgemäß wird der verfahrbare
Trägerwagen 7 von einem Elektromotor angetrieben und erfolgt seine
Fahrbewegung auf Trägerwagenschienen 7a, wobei der Wagen in der Fahrausgangsposition
(Z-Position) oder in der Fahrendposition (Y-Position) angehalten wird. Eine Vorrichtung
zum Fixieren des Wagens in seiner Stopp-Stellung (nicht dargestellt) wird vorzugsweise
in der Stopp-Position angeordnet, um den verfahrbaren Trägerwagen
7 auf den Schienen 7a zu fixieren.
Wie aus 3 ersichtlich, sind die die entsprechenden
Schrägwalzen 2 aufnehmenden oberen und unteren Aufnahmen übereinander
gestapelt, wobei der Zwischenraum zwischen den beiden Aufnahmen über den Abstandhalter
5 eingestellt wird. Der Abstandhalter 5 wird von einer im Aufnahmeschieber
8 angeordneten Abstandhalter-Klemme festgehalten und wird in seiner Höhenposition
zwischen einer dargestellten Bezugsposition und einer höheren gehobenen Position
verstellt, wie dies noch zu beschreiben sein wird.
Die auf den verfahrbaren Trägerwagen geladenen Aufnahmen werden
mittels einer unteren Aufnahmeklemme 10 festgelegt. Ein spezifisches Beispiel
für eine solche Klemme ist ein am vorderen Ende des Aufnahmeschiebers
8 angebrachter Hakenmechanismus. Wie aus 3
ersichtlich, wird der zweite Wagen 12 von dem verfahrbaren Trägerwagen
7 getragen und werden die oberen und unteren Aufnahmen 4a,
4b auf diesen zweiten Trägerwagen 12 geladen. Der zweite
Trägerwagen 12 mit den darauf befindlichen oberen und unteren Aufnahmen
wird in der Fahrausgangsposition (Z-Position) auf den verfahrbaren Trägerwagen
7 geladen und von diesem abgenommen.
4 ist eine schematische Darstellung eines Zustandes,
in dem der zweite Trägerwagen in der Fahrausgangsposition (Z-Position) auf
dem verfahrbaren Trägerwagen angeordnet ist, wobei sich der Trägerwagen
in einer zur Ebene der Zeichnung senkrechten Richtung bewegt. In der Fahrausgangsposition
(Z-Position) befinden sich Rückziehvorrichtungen 13 für den zweiten
Trägerwagen auf den rechten und linken Seiten des verfahrbaren Trägerwagens
7, um den zweiten Trägerwagen 12 mit einer darauf befindlichen
in dem Stechwalzwerk-Körper neu zu installierenden oder aus dem Walzwerk-Körper
auszubauenden Aufnahme 4b auf den verfahrbaren Trägerwagen aufzuladen
oder von diesem abzunehmen. Anschließend wird die Klemmung des zweiten Trägerwagens
12 gelöst. Beim Aufbringen der Aufnahmen auf den zweiten Trägerwagen
12 werden diese vorzugsweise mittels einer nicht dargestellten Aufnahme-Klemme
auf dem gleichen Wagen befestigt.
5 zeigt einen Zustand, in dem nach dem Anhalten des
verfahrbaren Trägerwagens in der Fahrendposition (Y-Position) der Aufnahmeschieber
die oberen und unteren Aufnahmen in ihre Einbauposition im Stechwalzwerk-Körper
(X-Position) schiebt. Hält der verfahrbare Trägerwagen
7 in der Fahrendposition (Y-Position) an, so wird dieser vorzugsweise durch
Betätigen eine Vorrichtung zum Fixieren in seiner Stopp-Position auf den Trägerwagenschienen
7a festgelegt. Befinden sich die Aufnahmen auf dem gleichen zweiten Trägerwagen,
so wird die Klemme gelöst. Anschließend fährt der Aufnahmeschieber
8 durch Betätigen eines Verschiebezylinders 8c vor in der
Weise, dass die gestapelten Aufnahmen in den Stechwalzwerk-Körper eingefahren
werden. In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass die untere Aufnahme mit
Rädern versehen ist, um ein leichtes Verschieben der Aufnahmen zu ermöglichen,
wobei Schienen für die Räder auf dem zweiten Trägerwagen und im Innern
des Stechwalzwerk-Körpers angeordnet sind.
Nach dem Einfahren der oberen und unteren Aufnahmen 4a,
4b in die Einbauposition im Stechwalzwerk-Körper (X-Position), d.h.
zur Mitte der Walzlinie für das zu walzende Material, so wird die obere Aufnahme
4a beispielsweise mittels eines Anstellschrauben-Mechanismus des Stechwalzwerks
angehoben und der vom der Abstandhalter-Klemme 9 gehaltene Abstandhalter
5 nur um eine vorbestimmte senkrechte Distanz nach oben gefahren, um eine
gegenseitige störende Beeinflussung zwischen dem Abstandkalter 5 und
der unteren Aufnahme 4b zu vermeiden. Im Einzelnen wird wie aus
5 ersichtlich ein Zwischenraum X1 zwischen
der oberen Aufnahme 4a und dem Abstandhalter 5 und ein Zwischenraum
X2 zwischen der unteren Aufnahme 4b und dem Abstandhalter
5 sichergestellt. In diesem Zustand wird die am vorderen Ende des verfahren
Trägerwagens 7 befestigte untere Aufnahmeklemme 10 geöffnet,
um die untere Aufnahme 4b zu entriegeln.
Die oberen und unteren Aufnahmen werden in der Einbauposition im Stechwalzwerk-Körper
(X-Position) belassen, während der verfahrbare Trägerwagen 7
mit dem Abstandhalter in die Fahrendposition (Y-Position) zurückfährt.
Hierdurch lassen sich die Aufnahmen mit den neuen Schrägwalzen im Stechwalzwerk-Körper
installieren.
6 zeigt den Aufbau der Abstandhalter-Klemme zum Verändern
der vertikalen Position des Abstandhalters. Wie bereits erwähnt, ist die Abstandhalter-Klemme
9 auf der dem Stechwalzwerk gegenüberliegenden Oberfläche des
Aufnahmeschiebers 8 angeordnet. Aufgabe der Abstandhalter-Klemme
9 ist es, den Abstandhalter 5 in eine gegenüber seiner Bezugsstellung
angehobene Position zu bewegen, um den Zwischenraum zwischen den oberen und unteren
Aufnahmen einzustellen, und den Abstandhalter zu entriegeln. Zur Realisierung dieser
Funktionen und Vorgänge weist die Abstandhalter-Klemme 9 ein obere
Klemmenelement 9a auf einem oberen Gleitrahmen 9c und ein unteres
Klemmenelement 9b auf einem unteren Gleitrahmen 9d auf. Um eine
getrennte oder gemeinsame vertikale Verschiebebewegung dieser oberen und unteren
Klemmenelemente zu ermöglichen, sind ein Klemmen-Hubzylinder 9e,
9f für das obere und das untere Klemmenelement durch den oberen Gleitrahmen
9c hindurch angeordnet. Mittels dieser Konstruktion kann das obere Klemmenelement
9a durch Betätigung des Hubzylinders 9e zwei verschiedene
Positionen einnehmen. Bei gemeinsamer Betätigung mit dem Hubzylinder
9e lässt sich das untere Klemmenelement 9b in drei Stellungen
verfahren.
Soll weiterhin der Abstandhalter 5 in seiner Bezugsstellung
gehalten werden, so werden die Hubzylinder 9e, 9f für das
obere und das untere Klemmenelement eingefahren, während zum Anheben des Abstandhalters
5 nur der Hubzylinder 9e für das obere Klemmenelement ausgefahren
und hierdurch das Anheben des Abstandhalters 5 bewirkt wird. Anschließend
wird der Hubzylinder 9f für das untere Klemmelement ausgefahren, so
dass der Abstandhalter 5 entriegelt werden kann. In 6
wird durch die gestrichelte Linie ein Zustand dargestellt, in dem das obere Klemmelement
9a den Abstandhalter verriegelt, und durch die durchgezogene Linie ein
Zustand, in dem durch das obere Klemmelement 9a der Abstandhalter entriegelt
wird.
Die vorstehende Beschreibung betrifft den Einbau von Schrägwalzen
in einen Streckwalzwerk-Körper, doch ist die vorliegende Erfindung auch dahingehend
zu verstehen, dass sie weiterhin ein Schrägwalzen-Wechselverfahren zum Ausbau
derartiger Walzen aus dem Walzwerk mit einschließt. Dieser Ausbau von Schrägwalzen
läst sich durch Umkehr der vorstehend beschriebenen Abläufe bewerkstelligen.
GEWERBLICHE ANWENDBARKEIT
Mit der erfindungsgemäßen Schrägwalzen-Wechselvorrichtung
und dem erfindungsgemäßen Verfahren wie vorbeschrieben ist der Einsatz
von Aufhängevorrichtungen wie eines Laufkrans, der beim konventionellen Schrägwalzenwechsel
zu Problemen geführt hat, nicht erforderlich. Weiter lässt sich der Schrägwalzenwechsel
durch die Verwendung einer einfachen Konstruktion automatisieren mit dem Ergebnis,
dass die Wechselzeit verkürzt und eine flexible Herstellung von kleinen Mengen
nahtloser Stahlrohre in den verschiedensten Abmessungen ermöglicht wird.
Damit finden die Schrägwalzen-Wechselvorrichtung und das Wechselverfahren
gemäß der vorliegenden Erfindung weitgehende Anwendung bei der Produktion
von nahtlosen Stahlrohren, um die Produktionsleistung ohne störende Beeinflussung
des Arbeitsablaufs zu verbessern.