| Dokumentenidentifikation |
DE102005043820B4 23.08.2007 |
| Titel |
Hebelgetriebe, insbesondere für einen Wägeaufnehmer einer nach dem Prinzip der elektromagnetischen Kraftkompensation arbeitenden Waage |
| Anmelder |
Wipotec Wiege- und Positioniersysteme GmbH, 67657 Kaiserslautern, DE |
| Erfinder |
Hauck, Timo, 67663 Kaiserslautern, DE |
| Vertreter |
Patentanwälte Eder & Schieschke, 80796 München |
| DE-Anmeldedatum |
13.09.2005 |
| DE-Aktenzeichen |
102005043820 |
| Offenlegungstag |
29.03.2007 |
| Veröffentlichungstag der Patenterteilung |
23.08.2007 |
| Veröffentlichungstag im Patentblatt |
23.08.2007 |
| IPC-Hauptklasse |
G01G 21/16(2006.01)A, F, I, 20060601, B, H, DE
|
| IPC-Nebenklasse |
G01G 21/24(2006.01)A, L, I, 20060601, B, H, DE
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| Beschreibung[de] |
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Die Erfindung betrifft ein Hebelgetriebe, insbesondere für einen
Wägeaufnehmer einer nach dem Prinzip der elektromagnetischen Kraftkompensation
arbeitenden Waage, mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Patentanspruchs 1.
Hebelgetriebe und nach dem Prinzip der elektromagnetischen Kraftkompensation
arbeitende Waagen und hierfür geeignete Wägeaufnehmer sind in den vielfältigsten
Ausführungsformen bekannt. Um ein hochgenaues Wägesignal zu erhalten,
finden meist monolithische Wägeaufnehmer Verwendung, die gegenüber nicht-monolithischen
Wägeaufnehmern u.a. den Vorteil einer hervorragenden Langzeitstabilität
aufweisen. Ein mehrstückiger Zusammenbau, beispielsweise aus Stahlfedern, wie
er in der DE 100 15 311 A1 beschrieben
ist, wird heute von führenden Wägetechnik Herstellern nicht mehr ausgeführt
und kann als „veraltete Technik" angesehen werden.
Monolithische Wägeaufnehmer lassen sich auf unterschiedliche
Weisen herstellen, insbesondere durch Fräsen oder erodierende Bearbeitung.
Die DE 199 23 207 C1 zeigt beispielsweise
eine komplexe dreidimensionale Struktur, wobei die gewünschte hohe Übersetzung
mit drei in Reihe angeordneten Winkelhebeln realisiert ist. Um die Baugröße
zu reduzieren wurden bei dieser Struktur bestimmte Hebel bzw. Hebelarme oder Koppelelemente
symmetrisch in Bezug auf einen zwischen diese Hebel bzw. Hebelarme oder Koppelelemente
vorkragenden Teil des ortsfesten Grundkörpers aufgeteilt. Der vorkragende Teil
des Grundkörpers bildet dabei auch Widerlager für bestimmte bestimmte
Hebel bzw. Hebelarme oder Koppelelemente. Trotz der Komplexität dieser Struktur
ist diese so gewählt, dass sie insgesamt monolithisch gefertigt werden kann.
Dagegen erlaubt eine erodierende Herstellung eines monolithischen
Wägeaufnehmers in der Regel nur eine zweidimensionale Struktur. Ein derartig
hergestellter Wägeaufnehmer ist beispielsweise in der EP
0 518 202 B1 dargestellt. Diese beschreibt eine Ausführungsform eines
dreifach übersetzten Wägeaufnehmers, wobei der letzte Hebelarm des letzten
der drei in Reihe geschalteten Hebel seitlich an den monolithisch hergestellten
Grundkörper angeschraubt werden muss.
Die US 2002/0038729 A1 beschreibt einen zusammengesetzten Wägeaufnehmer
mit zwei Übersetzungsstufen, wobei eine die beiden Hebel realisierende, monolithisch
hergestellte Struktur in eine ebenfalls monolithisch hergestellte Parallellenker-Struktur
eingesetzt und mit dieser verbunden wird.
Problematisch bei all diesen, bekannten monolithisch hergestellten
Übersetzungsstrukturen von Wägeaufnehmern ist jedoch, dass zur Realisierung
von hohen Übersetzungsverhältnissen mehrere in Reihe geschaltete Hebel
erforderlich sind, da die Gelenke, welche die jeweilige Schwenkachse für den
betreffenden Hebel bilden, aus fertigungstechnischen Gründen nicht beliebig
nahe an die Positionen heran gerückt werden können, an denen die Kraft
auf den kürzeren Hebelarm eingeleitet werden muss, also in der Regel die Position,
an der die Lastkraft auf den Hebel eingeleitet werden muss. Der kürzere Hebelarm
kann also bei bekannten Strukturen nicht unter einen bestimmten Minimalwert reduziert
werden, der sich aus der Geometrie der Struktur und fertigungstechnischen Parametern
ergibt, beispielsweise aus dem erforderlichen Fräserdurchmesser zur Erzeugung
einer Gelenk-Dünnstelle im monolithischen Materialblock oder einem verfügbaren
minimalen Fräserdurchmesser. Um ein gewünschtes großes Übersetzungsverhältnis
zu realisieren muss daher zwingend der größere Hebelarm verlängert
werden. Ist dies durch eine vorgegebene maximale geometrische Ausdehnung des Wägeaufnehmers
in dieser Raumachse nicht möglich, so bleibt nur das In-Reihe-Schalten von
mehreren Hebeln, um das gewünschte Übersetzungsverhältnis zu erreichen.
Allerdings ist bei der Realisierung eines großen Übersetzungsverhältnisses
auch zu berücksichtigen, dass entsprechend große Kräfte über
das Gelenk auf den ortsfesten Grundkörper zu übertragen sind. Das jeweilige
elastisch deformierbare Gelenk muss daher entsprechend stabil, insbesondere zug-
und/oder druckfest, ausgebildet sein. Dies führt jedoch andererseits zu einem
hohen Widerstand gegenüber einer Bewegung des Hebels um die gewünschte
Rotationsachse, d.h. das elastisch deformierbare Gelenk weist eine große Federkonstante
gegenüber Rotationsbewegungen um die gewünschte Rotationsachse auf, so
dass auch aus diesem Grund nicht beliebig große Übersetzungsverhältnisse
mit einem einzigen Hebel realisierbar sind.
Des Weiteren weisen die bekannten Strukturen den Nachteil einer geringen
Steifigkeit des die Schwenkachse eines Hebels bildenden, elastisch deformierbaren
Gelenks in der translatorischen Richtung senkrecht zur Längserstreckungsebene
des Gelenks und in der rotatorischen Richtung um Achsen parallel zur Längserstreckungsrichtung
des Gelenks auf. Dies führt bei einem Auftreten unerwünschter statischer
oder dynamischer Kräfte (die durch unerwünschte Beschleunigungen, beispielsweise
Vibrationen erzeugt werden) zu einer Beeinträchtigung der Messgenauigkeit.
In der Praxis weist ein derartiges elastisch deformierbares Gelenk
eine Breite (die nicht notwendigerweise konstant sein muss, jedoch wird dies aus Gründer
einer einfacheren Herstellung häufig der Fall sein) auf, die um ein Mehrfaches
größer ist als die dünnste Stelle (in der Raumachse senkrecht zur
die Breite des Gelenks definierenden Raumachse, wobei die Stärke der dünnsten
Stelle in der Regel über die gesamte Breite des Gelenks konstant sein wird),
wobei die Deformation zur Erzeugung der Schwenkbewegung des Hebels durch ein Biegen
des Gelenks um eine Achse erfolgt, die parallel zum Verlauf der dünnsten Stelle
des Gelenks verläuft. Der Biegebereich definiert also eine Längserstreckungsebene,
wobei die Biegebewegung senkrecht zu dieser Längserstreckungsebene erfolgt
Ein solches Hebelgetriebe ist selbstverständlich nicht nur für
einen Wägeaufnehmer einsetzbar, sondern für alle Anwendungsfälle
und Vorrichtungen bei der die Übersetzung, Untersetzung oder einfach die Übertragung
einer Kraft oder einer Bewegung zwischen einem Eingang des Getriebes und einem Ausgang
des Getriebes erforderlich ist.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zu Grunde, ein Hebelgetriebe
zu schaffen, das eine reduzierte Empfindlichkeit gegenüber unerwünschten
statischen und dynamischen Kräften bzw. Beschleunigungen in Raumrichtungen
und Rotationsrichtungen aufweist, die nicht der Rotationsrichtung der erwünschten
Schwenkbewegungen des oder der Hebel des Hebelgetriebes entsprechen, und das bei
geringer Baugröße eine hohe Übersetzung bzw. Untersetzung der Kraft
bzw. des Bewegungswegs ermöglicht.
Die Erfindung löst diese Aufgabe mit den Merkmalen des Patentanspruchs
1.
Die Erfindung geht von der Erkenntnis aus, dass ein elastisch deformierbares
Gelenk, welches zwei elastisch deformierbare Biegebereiche umfasst, deren Längserstreckungsebenen
einen Winkel ungleich Null einschließen, vorzugsweise einen Bereich von 45
bis 135 Grad, in den vorstehend erläuterten Translations- und Rotationsachsen
eine gravierend verbesserte Steifigkeit gegenüber Gelenken aufweist, die in
bekannter Weise aus nur einem einzigen Biegebereich bestehen.
Während bei bekannten, monolithisch aufgebauten Wägeaufnehmern
bzw. deren Hebelgetrieben die Längserstreckungsebene des einzigen Biegebereichs
des elastisch deformierbaren Gelenks immer parallel zur Richtung der jeweils auf
den Hebel wirkenden Lastkraft gewählt wird, um eine möglichst definierte
Rotationsachse für die Schwenkbewegung des Hebels zu erhalten, kann die Anordnung
der beiden Biegebereiche der erfindungsgemäßen Gelenkstruktur relativ
frei gewählt werden. Es ergibt sich in jedem Fall eine definierte Lage der
Rotationsachse für die Schwenkbewegung des betreffenden Hebels.
An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass der wenigstens eine
Hebel des Hebelgetriebes nicht unmittelbar am Grundkörper oder Festland angebunden
sein muss. Es kann auch eine Struktur vorgesehen sein, bei der eine Hebel mittels
des elastisch deformierbaren Gelenks an einem mit dem Grundkörper verbundenen
Element, beispielsweise einem weiteren, vorgeschalteten Hebel verbunden ist.
Nach einer Ausführungsform können die zwei elastischen deformierbaren
Biegebereiche eine Breite aufweisen, die groß gegen die Dicke des betreffenden
Biegebereichs an seiner jeweils dünnsten Stelle in der Richtung senkrecht zur
jeweiligen Längserstreckungsebene ist. Hierdurch ergibt sich eine bessere Biegesteifigkeit
jedes einzelnen Biegebereichs gegenüber einer Biegebeanspruchung um eine Achse
senkrecht zur betreffenden Längserstreckungsebene. Durch die Anordnung der
Längserstreckungsebenen der beiden Biegebereiche mit einem Winkel ungleich
Null Grad ergibt sich zudem eine gegenüber einem einzigen Biegebereich verbesserte
Biegesteifigkeit um alle Achsen, ausgenommen der gewünschten Rotationsachse
für die Schwenkbewegung des Hebels. Diese ist wegen der anteiligen Aufnahme
der Rotationskräfte durch die beiden Biegebereiche in Form von Zug- und Druckbeanspruchungen
sogar deutlich höher als bei einer gedachten Addition der Biegesteifigkeiten
der beiden Biegebereiche um deren Längserstreckungsrichtung. Damit wird das
Hebelgetriebe oder die Vorrichtung, die ein derartiges Hebelgetriebe aufweist, drastisch
unempfindlicher gegenüber Störkräften oder Störbeschleunigungen,
die z.B. durch entsprechende Bewegungen des Hebelgetriebes oder der gesamten Vorrichtung
erzeugt werden, beispielsweise durch Erschütterungen, Vibrationen etc.
Bei der bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird man die
Biegebereiche symmetrisch zur betreffenden Längserstreckungsebene ausbilden.
Auf diese Weise ergibt sich zum einen ein einfacheres Design, da sich derartige
Strukturen praktisch nur noch mit numerischen Methoden entwickeln lassen, und zum
anderen wird die Fertigung einer derartigen Struktur einfacher, insbesondere bei
einer zerspanenden bzw. fräsenden Fertigung.
Bei der Berechnung einer ganzen Reihe unterschiedlicher Strukturen
hat sich herausgestellt, dass insbesondere bei erfindungsgemäßen Gelenkstrukturen,
welche symmetrisch zur Längserstreckungsebenen ausgebildet sind, die virtuelle
Schwenkachse des wenigstens einen Hebels mit der Schnittgeraden der beiden Längserstreckungsebenen
identisch ist bzw. zu dieser parallel ist und einen sehr geringen Abstand zu dieser
Schnitteraden aufweist. Mit dieser Erkenntnis wird der Entwurf derartiger Strukturen
erleichtert bzw. vereinfacht.
Werden die beiden Biegebereiche, welche das elastisch deformierbare
Gelenk bilden, so ausgeführt, dass die Biegerichtung (oder die Schwenkachse)
des jeweils einzelnen Biegebereichs durch das Vorsehen einer geradlinig verlaufenden,
dünnste Stelle festgelegt ist, so müssen diese Schwenkachsen selbstverständlich
parallel verlaufen.
Nach einer Ausführungsform können die Biegebereiche so vorgesehen
sein, dass die Ebene, die den Winkel halbiert, der durch die Längserstreckungsebenen
eingeschlossen wird, und die ebenfalls durch die virtuelle Schwenkachse bzw. die
Schnittgerade der beiden Längserstreckungsebenen verläuft, senkrecht zur
Richtung der Lastkraft verläuft. Diese Geometrie bietet den Vorteil, dass die
Position der virtuellen Schwenkachse relativ zur Position der Angriffspunkte der
Lastkraft bzw. der Reaktionskraft durch die geeignete Wahl und Festlegung des Winkels,
der von den Längserstreckungsebenen eingeschlossen wird, bestimmt werden kann.
Insbesondere ist es möglich den kurzen Hebelarm sehr klein werden zu lassen
und damit ein großes Übersetzungsverhältnis zu erzeugen.
Nach einer anderen Ausführungsform können die Biegebereiche
auch so vorgesehen sein, dass die den durch die Längserstreckungsebenen eingeschlossenen
Winkel halbierende Ebene, die ebenfalls durch die virtuelle Schwenkachse verläuft,
parallel zur Richtung der Lastkraft verläuft.
Bei einem insgesamt oder zumindest in entsprechendem Umfang ausgebildeten
monolithischen Wägeaufnehmer, kann die Lastkraft über einen weiteren dünnen,
elastisch deformierbaren Biegebereich auf den Hebel übertragen werden, wobei
der Biegebereich so ausgestaltet ist, dass seine Längserstreckungsebene, in
welcher die Richtung der Kraftübertragung verläuft, parallel zur virtuellen
Schwenkachse verläuft. Wird die Biegerichtung des Biegebereichs bzw. die betreffende
Schwenkachse durch eine geradlinig verlaufende dünnste Stelle definiert, so
muss diese Schwenkachse parallel zur virtuellen Schwenkachse des betreffenden Hebels
verlaufen.
Der Biegebereich zur Übertragung der Lastkraft kann dabei so
vorgesehen sein, dass erforderlichenfalls (d.h. bei Auftreten entsprechender Kräfte)
ein elastisches Biegen des Biegebereichs im Bereich der Schnittgeraden der Längserstreckungsebene
mit der Ebene erfolgt, welche durch den gedachten Hebelarm und die virtuelle Schwenkachse
aufgespannt wird. Der gedachte Hebelarm ergibt sich dabei als Abstand der virtuellen
Schwenkachse von der Längserstreckungsebene des Biegebereichs.
Diese Geometrie hat den Vorteil, dass bei Auftreten von Kräften,
die zur einer Biegung des Biegebereichs führen, über den die Lastkraft
eingeleitet wird, und damit zu einer Änderung der Richtung, in der die Lastkraft
auf den Hebel eingeleitet wird, der (gedachte) Hebelarm im Wesentlichen konstant
bleibt.
Selbstverständlich kann auch die Reaktionskraft über einen
weiteren dünnen, elastisch deformierbaren Biegebereich auf den Hebel übertragen
werden, wobei der Biegebereich so ausgestaltet ist, dass seine Längserstreckungsebene,
in welcher die Richtung der Kraftübertragung verläuft, parallel zur virtuellen
Schwenkachse verläuft. Wird die Biegerichtung bzw. die Schwenkachse des Biegebereichs
wiederum durch eine geradlinig verlaufende dünnste Stelle definiert, so muss
diese Schwenkachse ebenfalls parallel zur virtuellen Schwenkachse des betreffenden
Hebels verlaufen.
Auch dieser Biegebereich zur Übertragung der Reaktionskraft kann
dabei so vorgesehen sein, dass erforderlichenfalls (d.h. bei Auftreten entsprechender
Kräfte) ein elastisches Biegen des Biegebereichs im Bereich der Schnittgeraden
der Längserstreckungsebene mit der Ebene erfolgt, welche durch den gedachten
Hebelarm und die virtuelle Schwenkachse aufgespannt wird. Der gedachte Hebelarm
ergibt sich dabei wieder als Abstand der virtuellen Schwenkachse von der Längserstreckungsebene
des Biegebereichs. Es ergibt sich hierdurch wiederum der vorstehend, im Zusammenhang
mit einer entsprechenden Einleitung der Lastkraft erläuterte Vorteil eines
vom Winkel der Einleitung der Reaktionskraft unabhängigen Hebelarms.
Nach einer Ausführungsform der Erfindung können einer oder
beide Biegebereiche des elastisch deformierbaren Gelenks über ein Koppelelement
mit dem Grundkörper verbunden sind.
Dabei wird man vorzugsweise zwischen dem Koppelelement und dem Grundkörper
einen weiteren Biegebereich vorsehen, dessen Längserstreckungsebene mit der
Längserstreckungsebene des Biegebereichs des elastisch deformierbaren Gelenks
identisch ist, mit dem das Koppelelement mit dem Hebel verbunden ist.
Weitere Ausführungsformen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
Die Erfindung wird nachstehend anhand in der Zeichnung dargestellter
Ausführungsbeispiele näher erläutert. In der Zeichnung zeigen:
1 eine perspektivische Ansicht eines monolithischen
Wägeaufnehmers einer ersten Ausführungsform der Erfindung mit einem zweistufigen
Hebelgetriebe;
2 eine weitere perspektivische Ansicht des
monolithischen Wägeaufnehmers in 1;
3 eine schematische Darstellung einer Struktur eines
mittels eines Sterngelenks an den Grundkörper gekoppelten einseitigen Hebels
eines Hebelgetriebes eines Wägeaufnehmers;
4 eine schematische Darstellung einer Struktur eines
mittels eines Sterngelenks an den Grundkörper gekoppelten zweiseitigen Hebels
eines Hebelgetriebes eines Wägeaufnehmers;
5 eine schematische Darstellung einer Struktur eines
mittels eines Sterngelenks an den Grundkörper gekoppelten zweiseitigen Hebels
eines Hebelgetriebes eines Wägeaufnehmers mit vereinfachter Anbindung an den
Grundkörper;
6 eine schematische Darstellung einer Struktur eines
mittels eines Sterngelenks an den Grundkörper gekoppelten zweiseitigen Hebels
eines Hebelgetriebes eines Wägeaufnehmers mit einer gegen Verkippungen unempfindlichen
der Lasteinleitung ;
7 eine schematische Darstellung einer weiteren Struktur
eines mittels eines Sterngelenks an den Grundkörper gekoppelten zweiseitigen
Hebels eines Hebelgetriebes eines Wägeaufnehmers mit einer gegen Verkippungen
unempfindlichen der Lasteinleitung;
8 eine perspektivische Darstellung einer weiteren Struktur
eines Sterngelenks mit im Raum versetzt angeordneten Biegebereichen;
9 eine perspektivische Ansicht eines monolithischen
Wägeaufnehmers einer zweiten Ausführungsform der Erfindung mit einem einstufigen
Hebelgetriebe;
10 eine weitere perspektivische Ansicht des monolithischen
Wägeaufnehmers in 8;
Der in 1 dargestellte Wägeaufnehmer
1 ist monolithisch ausgeführt. Er kann in dieser Form beispielsweise
durch zerspanende Bearbeitung eines Materialblocks, insbesondere Fräsen und
Bohren, hergestellt werden. Der Wägeaufnehmer 1 umfasst einen Grundkörper
3, der beispielsweise fest in das Gehäuse einer Waage montiert werden
kann. Der Grundkörper 3 ist über zwei parallel verlaufende Arme
oder Parallellenker 5 mit einem Lastaufnahmeelement 7 verbunden,
wobei die Arme 5 jeweils über ein elastisch deformierbares Gelenk
9 mit dem ortsfesten Grundkörper 3 und dem Lastaufmeelement
7 verbunden sind. Das Lastaufnahmeelement 7 kann mit einer Aufnahmevorrichtung
für ein zu wiegendes Gut (nicht dargestellt) verbunden werden.
Eine auf das Lastaufnahmeelement 7 wirkende Gewichtskraft
FG führt zu einer Auslenkung der Parallellenker 5 und einer
Bewegung des Lastaufnahmeelements 7 in Richtung der Gewichtskraft
7.
Das Lastaufnahmeelement 7 ist über ein Koppelelement
11 mit dem kürzeren Hebelarm eines ersten Hebels 13 eines
zweistufigen Hebelgetriebes 15 gekoppelt. Die Kopplung erfolgt wiederum
durch jeweils ein elastisch deformierbares Gelenk 17 an beiden Enden des
Koppelelements 11. Wie aus 2 ersichtlich erstreckt
sich das Koppelelement 11 bei der dargestellten Ausführungsform über
die gesamte Breite des Wägeaufnehmers 1. Der Hebel 13 ist
über ein elastisch deformierbares Gelenk 19, welches sich ebenfalls
über die gesamte Breite des Wägeaufnehmers 1 erstreckt, mit einem
zwischen die Parallellenker 5 vorkragenden Bereich 21 (2)
des Grundkörpers 3 verbunden. Der längere Hebelarm des Hebels
13 verjüngt sich ausgehend von der gesamten Breite in der Nähe
des Gelenks 19 bis zu seinem Endbereich derart, dass er über ein innerhalb
der Breite des Wägeaufnehmers 1 seitlich neben dem vorkragenden Bereich
21 des Grundkörpers 3 angeordnetes Koppelelement
25 mit dem kürzeren Hebelarm eines zweiten Hebels 23 gekoppelt
werden kann. Dieser zweite Hebel 23 ist als einarmiger Hebel ausgebildet.
Die Kopplung erfolgt wiederum durch jeweils ein an den Enden des Koppelelements
25 vorgesehenes elastisch deformierbares Gelenk 27. Der Hebel
23 bzw. dessen längerer Hebelarm ist seitlich am Grundkörper
3 vorbei bis in dessen Endbereich geführt. Hier kann bei einer Verwendung
des Wägeaufnehmers in einer nach dem Prinzip der elektromagnetischen Kraftkompensation
arbeitenden Waage die Einrichtung zur Erzeugung des Wägesignals vorgesehen
werden (nicht dargestellt).
Der Hebel 23 ist über ein Gelenk 28, das als
Sterngelenk bezeichnet werden kann, mit dem vorkragenden Bereich 21 des
Grundkörpers gekoppelt. Das Sterngelenk, dessen Struktur, Funktionsweise und
weitere Eigenschaften im Folgenden erläutert werden, weist gegenüber einem
einfachen elastisch deformierbaren Gelenk eine drastisch ver besserte Steifigkeit
in allen Raumrichtungen und Rotationsrichtungen auf, ausgenommen die gewünschte
Rotationsrichtung zur Ermöglichung der Schwenkbewegung des Hebels
23. Hierdurch wird die einseitige Ausbildung des zweiten Hebels
23 ermöglicht und gleichzeitig eine hohe Messgenauigkeit und Langzeitstabilität
des Wägeaufnehmers 1 sowie eine hohe Unempfindlichkeit gegen von außen
auf den Wägeaufnehmer 1 wirkende, unerwünschte statische und
dynamische Störkräfte gewährleistet.
Das Prinzip des Gelenks 28 (Sterngelenk) ist in
3 dargestellt. Die über das Koppelelement
25 auf den kurzen Hebelarm des Hebels 23 wirkende Lastkraft
FL, die sich insbesondere aus der Gewichtskraft FG, dem Hebelverhältnis
des ersten Hebels 13 und den Eigenschaften der elastisch deformierbaren
Gelenke 9 und 19 ergibt, würde ohne dass am längeren
Hebelarm eine das Gleichgewicht des Hebels bewirkende Reaktionskraft FR
erzeugt wird, beispielsweise durch eine Einrichtung zur elektromagnetischen Kraftkompensation,
eine Schwenkbewegung des Hebels 23 um eine virtuelle Schwenkachse D bewirken.
Die virtuelle Schwenkachse D lässt sich bei derart komplizierten
Strukturen praktisch nur noch mit numerischen Methoden ermitteln. Bei entsprechenden
Untersuchungen hat sich herausgestellt, dass die virtuelle Schwenkachse D mit der
Schnittgeraden der Längserstreckungsebenen der Biegebereiche 29 des
Sterngelenks 28 identisch ist (oder einen allenfalls geringen Abstand von
der Schnittgeraden aufweist), mit denen der Hebel 23 über die Koppelelemente
31 mit dem Festland, d.h. dem Grundkörper 3, gekoppelt sind.
Die Kopplung der Koppelelemente 31 mit dem Festland erfolgt dabei wiederum
über Biegebereiche 33, deren Längserstreckungsebenen mit den
Längserstreckungsebenen der Biegebereiche 29 identisch sind.
Da die Längserstreckungsebenen einen Winkel &agr; einschließen
weist das Sterngelenk 28 eine gegenüber einem einfachen, elastisch
deformierbaren Gelenk, welches nur einen einzigen Biegebereich aufweist, eine deutlich
verbesserte Steifigkeit in allen translatorischen Raumrichtungen x, y, z auf. Zudem
ergibt sich eine drastisch verbesserte Steifigkeit gegen Rotationsbewegungen um
die x-Achse und die y-Achse, da entsprechende......
Rotationskräfte zu einem wesentlichen Teil als Zug- und Druckkräfte
in den Biegebereichen 29 und 33 aufgenommen werden und nicht allein
als Scherkräfte, wie bei einer Anbindung des Hebels 23 über einen
einzigen Biegebereich, dessen Längserstreckungsebene parallel zur Richtung
der Einleitung der Lastkraft FL verläuft (dieser Verlauf der Längserstreckungsebene
ist bei der Verwendung eines einzigen Biegebereichs obligatorisch, da sich sonst
keine ausreichend definierte Schwenkachse ergibt).
Bei der in 3 dargestellten Struktur eines
Sterngelenks 28 können die Dünnstellen oder Biegebereiche
27 und 29 in einfacher Weise durch eine zerspanende Bearbeitung,
beispielsweise durch Bohren hergestellt werden. Es sind hierfür insgesamt nur
fünf Bohrungen erforderlich, da die einander zugewandten Flächen der Dünnstellen
29 mit einer einzigen Bohrung hergestellt werden können. Alternativ
ist selbstverständlich (wie auch im Fall aller anderen Ausführungsbeispiele)
eine Erzeugung der Struktur mit Hilfe dünner Schnitte (erodierende Bearbeitung)
möglich.
Es ist auch möglich, die einander zugewandten Flächen der
Dünnstellen 29 und 27 mit einer einzigen Bohrung herzustellen,
jedoch kann hierbei die Position der Einleitung der Lastkraft FL nicht
mehr frei gewählt werden, sondern ist vom Durchmesser des Bohrers abhängig.
Das Hebelverhältnis kann dann durch die Wahl der Lage der virtuellen Schwenkachse
D und die Länge des längeren Hebelarms auf den gewünschten Wert eingestellt
werden.
Die Lage der virtuellen Schwenkachse kann bei der Struktur des Sterngelenks
nach 3 durch die entsprechende Wahl des Winkels &agr;
zwischen den Längserstreckungsebenen der Biegebereiche 29 eingestellt
werden. Dabei ist aus 3 klar ersichtlich, dass für
kleinere Winkel &agr; als in der Zeichnung dargestellt, der kleinere Hebelarm
immer kleiner und dementsprechende das Übersetzungsverhältnis immer größer
wird.
Unterschreitet der Winkel &agr; einen bestimmten Wert, so kommt
die virtuelle Schwenkachse sogar in der Zeichnung rechts von der Längserstreckungsebene
des Biegebereichs 27 zu liegen. In diesem Fall entsteht ein zweiseitiger
Hebel, der gegenüber dem in 3 dargestellten einseitigen
Hebel eine Richtungsumkehr der Reaktionskraft FR bewirkt.
Diese Situation ist in 4 dargestellt.
Bei dieser Ausführungsform können die einander zugewandten Flächen
der Dünnstellen 29 und 27 mit einer einzigen Bohrung realisiert
werden. Dagegen sind zur Herstellung der einander zugewandten Flächen der Dünnstellen
29 jeweils separate Bohrungen erforderlich.
Selbstverständlich kann der Hebel 23 des Sterngelenks
28 in 3 auch nach links verlaufen bzw. verlängert
werden und beispielsweise seitlich (in der Zeichnung) nach links am Sterngelenk
28 vorbei geführt sein. Auch auf diese Weise kann mit der Struktur
nach 3 ein zweiseitiger Hebel realisiert werden.
Eine derartige Struktur ist in 5 dargestellt.
Der Hebel 23 ist hier als zweiseitiger Hebel realisiert, wobei die Reaktionskraft
am linken, nicht dargestellten Ende des Hebels 23 angreift. Bei dieser
Struktur eines Sterngelenks 28 ist der Hebel 23 direkt mittels
zweier Biegebereiche 29 an den ortsfesten Grundkörper 3 gekoppelt.
Bei diesen Biegebereichen 29 handelt es sich um eine verlängerte Dünnstelle,
die nicht einfach durch zwei seitliche Bohrungen hergestellt wird. Diese Bauform
ist für platzsparende Anordnung des Übersetzungshebels angedacht. Das
zwischen den beiden Gelenken in den vorherigen Ausführungsformen ausgeführte
Koppelelement zwischen den beiden Dünnstellen entfällt hier also vollständig.
Ähnlich wie eine Koppelelement, welches an beiden Enden jeweils über einen
Biegebereich zwischen dem Hebel und dem Lastaufnahmeelement oder
einem vorgeschalteten Hebel vorgesehen ist, hat die verlängerte Dünnstelle
29 den Vorteil, dass keine unerwünschten Kräfte senkrecht zur
Längserstreckungsebene der Dünnstelle übertragen werden.
Es können jedoch auch die Ausführungsformen der in den
3 und 4 dargestellten
Strukturen so abgewandelt werden, dass der Hebel 23 jeweils nach links
verlängert wird. Dieser kann wiederum seitlich am Sterngelenk 28 nach
links geführt werden. Es ist jedoch auch eine Ausführungsform denkbar,
bei der die beiden Koppelemente bzw.... die Dünnstellen 29 jeweils
in der Zeichenebene vertikal nach oben bzw. unten geschoben werden, so dass der
Stützhebel zwischen den beiden Dünnstellen 29 verlaufen kann.
Es sei an dieser Stelle bemerkt, dass bei allen Ausführungsformen
der Stützarm des Hebels, d.h. derjenige Hebelteil, an dem die jeweilige Reaktionskraft
FR angreift, nicht monolithisch mit dem übrigen Hebel ausgeführt
sein muss. Vielmehr kann der gesamte Stützarm oder ein Teil davon auch in einem
geeigneten Bereich mit dem anderen Teil des Hebels verschraubt, geklebt oder jeder
beliebigen Befestigungsmethode stoff- oder formschlüssig verbunden sein.
6 zeigt eine weitere Struktur für eine Sterngelenk
28, die der in 3 dargestellten Struktur ähnlich
ist. Diese Ausführungsform unterscheidet sich jedoch dadurch, dass der (geradlinige)
Verlauf der dünnsten Stelle der Dünnstelle 27 zur Ankopplung
des Koppelelements 25 in der Schnittgeraden der Längserstreckungsebene
des Biegebereichs bzw. der Dünnstelle 27 mit der durch die virtuelle
Schwenkachse D verlaufende und auf der Längserstreckungsebene des Biegebereichs
27 senkrecht stehenden Ebene liegt. Dies hat den Vorteil, dass bei einem
Verkippen der Längserstreckungsebene des Biegebereichs 27 bzw. des
Koppelelements 25 der gedachte Hebelarm konstant bleibt.
Dies gilt auch für die in 7 dargestellte
Struktur eines Sterngelenks 28. Hier ist der Hebel 23 über
die Koppelelemente 31 mit dem ortsfesten Grundkörper verbunden. Bei
dieser Struktur steht die den Winkel &agr; zwischen den Längserstreckungsebenen
der Biegebereiche 29 halbierende Ebene parallel zur Längserstreckungsebene
des Biegebereichs 27 über den die Lastkraft FL angekoppelt
wird. Der Biegebereich 27 ist wieder so angeordnet, dass sich bei einer
Verkippung der Längserstreckungsebene und damit der Lasteinleitungsrichtung
der gedachte Hebelarm nicht ändert.
Es sei darauf hingewiesen, dass die beiden Biegebereiche
29 eines Sterngelenks 28 nicht zwingend in irgendeiner Weise symmetrisch
zum Hebel 23 vorgesehen sein müssen, ... gewünschte Bauform
als vorteilhaft erweist. Beispielsweise kann auch ein Biegebereich 29 mit
seiner Längserstreckungsebene parallel zur Längserstreckungsebene des
die Lastkraft einleitenden Biegebereichs 27 gewählt werden und der
andere Biegebereich 29 so, dass sich die virtuelle Schwenkachse an der
gewünschten Position ergibt. Der Winkel &agr; zwischen den beiden Längserstreckungsebenen
soll zudem so gewählt werden, dass die Steifigkeit in entsprechenden Raum-
oder Rotationsrichtungen ausreichend groß ist.
8 zeigt in perspektivischer Ansicht eine Ausführungsform,
bei der die Biegebereiche 29 des Sterngelenks 28 versetzt nebeneinander
liegen. Die Längserstreckungsebenen schließen einen Winkel von 90 Grad
ein, wobei die virtuelle Schwenkachse mit dem geradlinigen Verlauf der dünnsten
Stelle des Biegebereichs 29, dessen Längserstreckungsebene parallel
zum Hebel 23 liegt, zusammenfällt oder in einem geringen Abstand davon
liegt. Dadurch wird eine niedrige Gesamtsteifigkeit dieses Hebelübersetzungssystems
erreicht, mit einer maximalen Sicherheit gegen mögliche Überlasten.
Die Strukturen nach den schematischen 3
bis 8 zeigen die Vielfalt, mit der ein derartiges Sterngelenk
in der Praxis einsetzbar ist. Sie ermöglichen auch bei einer einseitigen, unsymmetrischen
Anordnung eines Hebels (außerhalb der Symmetrieebene) eines Wägeaufnehmers,
wie dies in den 1 und 2
gezeigt ist, einen kompakten und steifen Aufbau des Wägeaufnehmers, wobei gleichzeitig
ein großes Übersetzungsverhältnis realisierbar ist
Abschließend sei noch eine weitere Ausführungsform für
einen Wägeaufnehmer gemäß den 8 und
9 beschrieben, dessen Hebelgetriebe lediglich einen
einzigen Hebel aufweist. Der Wägeaufnehmer 1 weist die bereits im
Zusammenhang mit dem Wägeaufnehmer nach den 1
und 2 beschriebenen Aufbau aus dem Grundkörper
3, den Parallellenkern 5 und dem Lastaufnahmeelement
7 auf. Das Lastaufnahmeelement 7 ist über einen Biegebereich
27, der als verlängerter Biegebereich ausgebildet sein kann (vgl.
5: hier sind die Biegebereiche 29 als verlängerte
Biegebereiche ausgebildet), mit einem Hebel 23 verbunden. Der Hebel
23 ist über ein Sterngelenk 28, welches die Koppelelemente
31 und entsprechende Biegebereiche 29 umfasst, mit dem zwischen
die Parallellenker 5 vorkragenden Bereich 21 des Grundkörpers
3 verbunden. Die Struktur des Sterngelenks 28 entspricht dabei
weitgehend der in 6 dargestellten Struktur, wobei,
wie bereits erläutert, die Lastkraft nicht über ein Koppelelement, sondern
über eine verlängerte Dünnstelle 27 auf den Hebel
23 eingeleitet wird.
Wie aus 9 ersichtlich, kann der seitlich
am Grundkörper vorbei geführte Teil 23a des Hebels
23 durch Verschrauben, Verschweißen oder andere geeignete Verbindungsarten
mit dem übrigen Teil des Hebels, der einstückig mit dem Grundkörper
ausgebildet ist, verbunden sein. Die Steifigkeit des Sterngelenks gewährleistet
trotz dieses unsymmetrischen und einfachen Aufbaus eine hervorragende Messgenauigkeit
und Unempfindlichkeit gegen äußere Störkräfte.
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| Anspruch[de] |
Hebelgetriebe, insbesondere für einen Wägeaufnehmer einer
nach dem Prinzip der elektromagnetischen Kraftkompensation arbeitende Waage,
(a) mit wenigstens einem mit einem ortsfesten Grundkörper (3) oder
einem damit verbundenen Element verbundenen Hebel (23),
(b) wobei der wenigstens eine Hebel (23) über ein eine Schwenkachse
des wenigstens einen Hebels (23) definierendes, elastisch deformierbares
Gelenk (28) mit dem Grundkörper (3) oder dem damit verbundenen
Element verbunden ist,
(c) wobei auf einen ersten Hebelarm des wenigstens einen Hebels eine der Gewichtskraft
(FG) entsprechende oder von dieser abgeleitete Lastkraft (FL)
wirkt, welche an einem zweiten Hebelarm des wenigstens einen Hebels eine Reaktionskraft
(FR) erzeugt,
dadurch gekennzeichnet,
(d) dass das elastisch deformierbare Gelenk (28) zwei dünne, elastisch
deformierbare Biegebereiche (29) umfasst, die den Hebel mittelbar oder
unmittelbar mit dem Grundkörper (3) oder dem damit verbundenen Element
verbinden,
(e) wobei jeder Biegebereich (29) in einer Richtung senkrecht zur einer
durch die Geometrie des Biegebereichs (29) definierten Längserstreckungsebene
zur Erzeugung einer Schwenkbewegung des wenigstens einen Hebels (23) biegbar
ist,
(f) wobei die Längserstreckungsebenen der Biegebereiche (29) einen
Winkel (&agr;) ungleich Null einschließen und
(g) wobei durch die zwei elastisch deformierbaren Biegebereiche (29) eine
virtuelle Schwenkachse (D) des wenigstens einen Hebels (23) definiert wird.
Hebelgetriebe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die zwei
elastischen deformierbaren Biegebereiche (29) eine Breite aufweisen, die
groß gegen die Dicke des betreffenden Biegebereichs (29) an seiner
jeweils dünnsten Stelle in der Richtung senkrecht zur jeweiligen Längserstreckungsebene
ist.
Hebelgetriebe nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die
Biegebereiche (29) symmetrisch zur betreffenden Längserstreckungsebene
ausgebildet sind.
Hebelgetriebe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, dass die Schnittgerade der beiden Längserstreckungsebenen der
zwei Biegebereiche (29) die virtuelle Schwenkachse (D) des wenigstens einen
Hebels bildet.
Hebelgetriebe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, dass die den durch die Längserstreckungsebenen eingeschlossenen
Winkel (&agr;) halbierende Ebene, die ebenfalls durch die virtuelle Schwenkachse
(D) verläuft, senkrecht zur Richtung der Lastkraft (FL) verläuft.
Hebelgetriebe nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
dass die den durch die Längserstreckungsebenen eingeschlossenen Winkel (&agr;)
halbierende Ebene, die ebenfalls durch die virtuelle Schwenkachse (D) verläuft,
parallel zur Richtung der Lastkraft (FL) verläuft.
Hebelgetriebe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, dass die Lastkraft (FL) über einen dünnen,
elastisch deformierbaren Biegebereich (27) auf den Hebel (23)
übertragen wird, wobei der Biegebereich (27) so ausgestaltet ist,
dass seine Längserstreckungsebene parallel zur virtuellen Schwenkachse (D)
verläuft.
Hebelgetriebe nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Biegebereich
(27) zur Übertragung der Lastkraft (FL) so ausgebildet
ist, dass bei Auftreten von Kräften, die ein elastisches Biegen des Biegebereichs
(27) bewirken, das Biegen im Bereich der Schnittgeraden der Längserstreckungsebene
mit der Ebene erfolgt, welche durch den gedachten Hebelarm und die virtuelle Schwenkachse
(D) aufgespannt wird.
Hebelgetriebe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, dass die Reaktionskraft (FR) über einen dünnen,
elastisch deformierbaren Biegebereich auf den Hebel (23) übertragen
wird, wobei der Biegebereich so ausgestaltet ist, dass seine Längserstreckungsebene,
in welcher die Richtung der Kraftübertragung verläuft, parallel zur virtuellen
Schwenkachse (D) verläuft.
Hebelgetriebe nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Biegebereich
zur Übertragung der Reaktionskraft (FR) so ausgebildet ist, dass
bei Auftreten von Kräften, die ein elastisches Biegen des Biegebereichs bewirken,
das Biegen im Bereich der Schnittgeraden der Längserstreckungsebene mit der
Ebene erfolgt, welche durch den gedachten Hebelarm und die virtuelle Schwenkachse
aufgespannt wird.
Hebelgetriebe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, dass einer oder beide Biegebereiche (29)
des elastisch deformierbaren Gelenks (28) über ein Koppelelement (31)
mit dem Grundkörper (3) oder dem damit verbundenen Element verbunden
sind.
Hebelgetriebe nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen
dem Koppelelement (31) und dem Grundkörper (3) oder dem damit
verbundenen Element ein weiterer Biegebereich (33) vorgesehen ist, dessen
Längserstreckungsebene mit der Längserstreckungsebene des Biegebereichs
(29) des elastisch deformierbaren Gelenks (28) identisch ist,
mit dem das Koppelelement (31) mit dem Hebel (23) verbunden ist.
Wägeaufnehmer, insbesondere für eine nach dem Prinzip der
elektromagnetischen Kraftkompensation arbeitende Waage, mit einem Hebelgetriebe
nach einem der vorhergehenden Ansprüche, welches die zu erfassende Gewichtskraft
(FG) übersetzt oder untersetzt.
Positioniereinrichtung, beispielsweise für optische Komponenten,
mit einem Hebelgetriebe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, welches die
Bewegung eines Aktors in eine Bewegung einer Halteeinrichtung für das zu positionierende
Element umsetzt.
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