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Dokumentenidentifikation DE102006004940A1 23.08.2007
Titel Verfahren und Vorrichtung zur Blasformung von Behältern
Anmelder SIG Technology Ltd., Neuhausen am Rheinfall, CH
Erfinder Linke, Michael, 22926 Ahrensburg, DE;
Litzenberg, Michael, 21502 Geesthacht, DE;
Baumgarte, Rolf, 22926 Ahrensburg, DE;
Lewin, Frank, 22889 Tangstedt, DE
Vertreter Patentanwälte HANSMANN-KLICKOW-HANSMANN, 22767 Hamburg
DE-Anmeldedatum 03.02.2006
DE-Aktenzeichen 102006004940
Offenlegungstag 23.08.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 23.08.2007
IPC-Hauptklasse B29C 49/64(2006.01)A, F, I, 20060203, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B29C 49/42(2006.01)A, L, I, 20060203, B, H, DE   
Zusammenfassung Das Verfahren und die Vorrichtung dienen zur Blasformung von Behältern. Ein Vorformling aus einem thermoplastischen Material wird zunächst entlang eines Transportweges im Bereich einer Heizeinrichtung einer thermischen Konditionierung unterworfen. Anschließend wird der Vorformling innerhalb einer Blasform durch Blasdruckeinwirkung in den Behälter umgeformt. Die Blasform ist als Teil einer Blasstation ausgebildet, die auf einem rotierenden Blasrad angeordnet ist. Ein Teil der Vorformlinge wird von einer ersten Heizstrecke und mindestens ein weiterer Teil der Vorformlinge von mindestens einer weiteren Heizstrecke temperiert. Alle Vorformlinge durchlaufen auf dem Blasrad einen gleichen Transportweg. Alle der mindestens zwei Heizstrecken führen die Vorformlinge unter Verwendung mindestens einer Übergabeeinrichtung einem gleichen Eingabebereich des Blasrades zu.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Blasformung von Behältern, bei dem ein Vorformling aus einem thermoplastischen Material nach einer thermischen Konditionierung entlang eines Transportweges im Bereich einer Heizeinrichtung innerhalb einer auf einem rotierenden Blasrad angeordneten Blasform durch Blasdruckeinwirkung in den Behälter umgeformt wird und bei dem ein Teil der Vorformlinge von einer ersten Heizstrecke und mindestens ein weiterer Teil der Vorformlinge von mindestens einer weiteren Heizstrecke temperiert wird.

Die Erfindung betrifft darüber hinaus eine Vorrichtung zur Blasformung von Behältern aus einem thermoplastischen Material, die mindestens zwei entlang von Transportwegen von Vorformlingen angeordnete Heizstrecken und mindestens zwei mit einer Blasform versehene Blasstationen aufweist, die auf einem rotierenden Blasrad angeordnet sind.

Bei einer Behälterformung durch Blasdruckeinwirkung werden Vorformlinge aus einem thermoplastischen Material, beispielsweise Vorformlinge aus PET (Polyethylenterephthalat), innerhalb einer Blasmaschine unterschiedlichen Bearbeitungsstationen zugeführt. Typischerweise weist eine derartige Blasmaschine eine Heizeinrichtung sowie eine Blaseinrichtung auf, in deren Bereich der zuvor temperierte Vorformling durch biaxiale Orientierung zu einem Behälter expandiert wird. Die Expansion erfolgt mit Hilfe von Druckluft, die in den zu expandierenden Vorformling eingeleitet wird. Der verfahrenstechnische Ablauf bei einer derartigen Expansion des Vorformlings wird in der DE-OS 43 40 291 erläutert. Die einleitend erwähnte Einleitung des unter Druck stehenden Gases umfaßt auch die Druckgaseinleitung in die sich entwickelnde Behälterblase sowie die Druckgaseinleitung in den Vorformling zu Beginn des Blasvorganges.

Der grundsätzliche Aufbau einer Blasstation zur Behälterformung wird in der DE-OS 42 12 583 beschrieben. Möglichkeiten zur Temperierung der Vorformlinge werden in der DE-OS 23 52 926 erläutert.

Innerhalb der Vorrichtung zur Blasformung können die Vorformlinge sowie die geblasenen Behälter mit Hilfe unterschiedlicher Handhabungseinrichtungen transportiert werden. Bewährt hat sich insbesondere die Verwendung von Transportdornen, auf die die Vorformlinge aufgesteckt werden. Die Vorformlinge können aber auch mit anderen Trageinrichtungen gehandhabt werden. Die Verwendung von Greifzangen zur Handhabung von Vorformlingen und die Verwendung von Spreizdornen, die zur Halterung in einen Mündungsbereich des Vorformlings einführbar sind, gehören ebenfalls zu den verfügbaren Konstruktionen.

Eine Handhabung von Behältern unter Verwendung von Übergaberädern wird beispielsweise in der DE-OS 199 06 438 bei einer Anordnung des Übergaberades zwischen einem Blasrad und einer Ausgabestrecke beschrieben.

Die bereits erläuterte Handhabung der Vorformlinge erfolgt zum einen bei den sogenannten Zweistufenverfahren, bei denen die Vorformlinge zunächst in einem Spritzgußverfahren hergestellt, anschließend zwischengelagert und erst später hinsichtlich ihrer Temperatur konditioniert und zu einem Behälter aufgeblasen werden. Zum anderen erfolgt eine Anwendung bei den sogenannten Einstufenverfahren, bei denen die Vorformlinge unmittelbar nach ihrer spritzgußtechnischen Herstellung und einer ausreichenden Verfestigung geeignet temperiert und anschließend aufgeblasen werden.

Im Hinblick auf die verwendeten Blasstationen sind unterschiedliche Ausführungsformen bekannt. Bei Blasstationen, die auf rotierenden Transporträdern angeordnet sind, ist eine buchartige Aufklappbarkeit der Formträger häufig anzutreffen. Es ist aber auch möglich, relativ zueinander verschiebliche oder andersartig geführte Formträger einzusetzen. Bei ortsfesten Blasstationen, die insbesondere dafür geeignet sind, mehrere Kavitäten zur Behälterformung aufzunehmen, werden typischerweise parallel zueinander angeordnete Platten als Formträger verwendet.

Vor einer Durchführung der Beheizung werden die Vorformlinge typischerweise auf Transportdorne aufgesteckt, die den Vorformling entweder durch die gesamte Blasmaschine transportieren oder die lediglich im Bereich der Heizeinrichtung umlaufen. Bei einer stehenden Beheizung der Vorformlinge derart, daß die Mündungen der Vorformlinge in lotrechter Richtung nach unten orientiert sind, werden die Vorformlinge üblicherweise auf ein hülsenförmiges Halterungselement des Transportdornes aufgesteckt. Bei einer hängenden Beheizung der Vorformlinge, bei der diese mit ihren Mündungen in lotrechter Richtung nach oben orientiert sind, werden in der Regel Spreizdorne in die Mündungen der Vorformlinge eingeführt, die die Vorformlinge festklemmen.

Die standig zunehmende Steigerung der Produktivität von Blasmaschinen führt dazu, daß auch ständig räumlich größer dimensionierte Heizeinrichtungen erforderlich sind, um die vorgesehene Durchsatzmenge an Vorformlingen zu temperieren. Aus der WO 01/39958 ist es bereits bekannt, ein Blasrad mit zwei Heizstrecken zu koppeln und hierdurch die Größe der Einzelheizstrecken zu halbieren. Die von den jeweiligen Heizstrecken temperierten Vorformlinge durchlaufen jedoch auf dem Blasrad unterschiedliche Wege, so daß eine sehr hohe Gleichmäßigkeit der produzierten Behälter nicht in jedem Fall gewährleistet ist.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren der einleitend genannten Art derart zu verbessern, daß eine qualitativ hochwertige Beheizung bei gleichzeitig hohen Durchsatzraten und gute Produktgleichmäßigkeit unterstützt wird.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß alle Vorformlinge auf dem Blasrad einen gleichen Transportweg durchlaufen und daß alle der mindestens zwei Heizstrecken die Vorformlinge unter Verwendung mindestens einer Übergabeeinrichtung einem gleichen Eingabebereich des Blasrades zuführen.

Weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Vorrichtung der einleitend genannten Art derart zu konstruieren, daß hohe Durchsatzraten bei einer guten und gleichmäßigen Produktqualität unterstützt werden.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das Blasrad genau einen Eingabebereich für die Vorformlinge und genau einen Ausgabebereich aufweist und daß alle der mindestens zwei Heizstrecken über mindestens eine Übergabeeinrichtung mit dem Eingabebereich des Blasrades gekoppelt sind.

Durch die Übergabe der von den unterschiedlichen Heizstrecken temperierten Vorformlinge über eine gemeinsame Eingabeeinrichtung an das Blasrad und durch eine Entnahme aller aus den Vorformlingen geblasenen Behälter an der gleichen Entnahmestelle wird für alle Vorformlinge der gleiche Umlaufweg auf dem Blasrad bereitgestellt, so daß eine hohe Produktgleichmäßigkeit unterstützt wird.

Eine einfache Steuerbarkeit der Blaseinrichtung wird dadurch unterstützt, daß alle geblasenen Behälter in einem gleichen Ausgabebereich vom Blasrad weggeleitet werden.

Eine besonders effektive Temperierung der Vorformlinge läßt sich dadurch erreichen, daß im Bereich mindestens einer der Heizstrecken die Vorformlinge von einem Linearofen temperiert werden.

Eine hohe Nutzungsflexibilität läßt sich dadurch erreichen, daß unter Verwendung von mindestens zwei Heizstrecken und einem mit mindestens zwei unterschiedlichen Blasformen ausgestatteten Blasrad zwei unterschiedliche Produkte produziert werden.

Zur Anpassung an hohe Ausstoßleistungen und/oder unterschiedliche gleichzeitig zu fertigende Produkte wird vorgeschlagen, daß das Blasrad mit mindestens zwei Ausgabestrekken gekoppelt wird.

Die gleichzeitige Produktion unterschiedlicher Produkte wird dadurch unterstützt, daß die Vorformlinge durch entlang eines Umfanges des Blasrades angeordnete und jeweils gruppenweise unterschiedlich relativ zueinander ausgebildete Blasformen in relativ zueinander unterschiedliche Behälter umgeformt werden.

Ebenfalls trägt es zu einer gleichzeitigen Produktion unterschiedlicher Produkte bei, daß die Vorformlinge im Bereich der Blasstation von separat ansteuerbaren Recksystemen sowie separat ansteuerbaren Blasdruckversorgungen in die Behälter umgeformt werden.

Eine Optimierung des Produktionsablaufes bei gleichzeitiger Handhabung unterschiedlicher Produkte kann dadurch erfolgen, daß die Vorformlinge im Bereich eines Eingaberades von entlang eines Umfanges des Eingaberades alternierend angeordneten produktspezifisch gestalteten Halteelementen transportiert werden.

Ebenfalls trägt es zu einer Produktionsoptimierung bei, daß die Vorformlinge im Bereich eines Eingaberades von entlang eines Umfanges des Entnahmerades alternierend angeordneten produktspezifisch gestalteten Halteelementen transportiert werden.

Gemäß einer Ausführungsvariante ist vorgesehen, daß die Vorformlinge im Bereich der Heizstrecke mit ihren Mündungsabschnitten in lotrechter Richtung nach oben orientiert beheizt werden.

Darüber hinaus ist auch daran gedacht, daß die Vorformlinge im Bereich der Heizstrecke mit ihren Mündungsabschnitten in lotrechter Richtung nach unten orientiert beheizt werden.

Zu einer preiswerten Fertigung der Vorrichtung trägt es bei, daß die Mündungsabschnitte der Vorformlinge während aller aufeinander folgenden Verfahrensschritte der Beheizung und der Blasformung auf einem im wesentlichen gleichen Höhenniveau transportiert werden.

In den Zeichnungen sind Ausführungsbeispiele der Erfindung schematisch dargestellt. Es zeigen:

1 Eine perspektivische Darstellung einer Blasstation zur Herstellung von Behältern aus Vorformlingen,

2 einen Längsschnitt durch eine Blasform, in der ein Vorformling gereckt und expandiert wird,

3 eine Skizze zur Veranschaulichung eines grundsätzlichen Aufbaus einer Vorrichtung zur Blasformung von Behältern,

4 eine modifizierte Heizstrecke mit vergrößerter Heizkapazität,

5 eine Prinzipdarstellung einer Blasmaschine mit zwei relativ zueinander im rechten Winkel angeordneten Heizstrecken mit gemeinsamen Übergaberad und

6 eine Ausführungsform mit zwei im wesentlichen parallel zueinander angeordneten Heizstrecken.

Der prinzipielle Aufbau einer Vorrichtung zur Umformung von Vorformlingen (1) in Behälter (2) ist in 1 und in 2 dargestellt.

Die Vorrichtung zur Formung des Behälters (2) besteht im wesentlichen aus einer Blasstation (3), die mit einer Blasform (4) versehen ist, in die ein Vorformling (1) einsetzbar ist. Der Vorformling (1) kann ein spritzgegossenes Teil aus Polyethylenterephthalat sein. Zur Ermöglichung eines Einsetzens des Vorformlings (1) in die Blasform (4) und zur Ermöglichung eines Herausnehmens des fertigen Behälters (2) besteht die Blasform (4) aus Formhälften (5, 6) und einem Bodenteil (7), das von einer Hubvorrichtung (8) positionierbar ist. Der Vorformling (1) kann im Bereich der Blasstation (3) von einem Transportdorn (9) gehalten sein, der gemeinsam mit dem Vorformling (1) eine Mehrzahl von Behandlungsstationen innerhalb der Vorrichtung durchläuft. Es ist aber auch möglich, den Vorformling (1) beispielsweise über Zangen oder andere Handhabungsmittel direkt in die Blasform (4) einzusetzen.

Zur Ermöglichung einer Druckluftzuleitung ist unterhalb des Transportdornes (9) ein Anschlußkolben (10) angeordnet, der dem Vorformling (1) Druckluft zuführt und gleichzeitig eine Abdichtung relativ zum Transportdorn (9) vornimmt. Bei einer abgewandelten Konstruktion ist es grundsätzlich aber auch denkbar, feste Druckluftzuleitungen zu verwenden.

Eine Reckung des Vorformlings (1) erfolgt bei diesem Ausführungsbeispiel mit Hilfe einer Reckstange (11), die von einem Zylinder (12) positioniert wird. Gemäß einer anderen Ausführungsform wird eine mechanische Positionierung der Reckstange (11) über Kurvensegmente durchgeführt, die von Abgriffrollen beaufschlagt sind. Die Verwendung von Kurvensegmenten ist insbesondere dann zweckmäßig, wenn eine Mehrzahl von Blasstationen (3) auf einem rotierenden Blasrad angeordnet sind

Bei der in 1 dargestellten Ausführungsform ist das Recksystem derart ausgebildet, daß eine Tandem-Anordnung von zwei Zylindern (12) bereitgestellt ist. von einem Primärzylinder (13) wird die Reckstange (11) zunächst vor Beginn des eigentlichen Reckvorganges bis in den Bereich eines Bodens (14) des Vorformlings (1) gefahren. Während des eigentlichen Reckvorganges wird der Primärzylinder (13) mit ausgefahrener Reckstange gemeinsam mit einem den Primärzylinder (13) tragenden Schlitten (15) von einem Sekundärzylinder (16) oder über eine Kurvensteuerung positioniert. Insbesondere ist daran gedacht, den Sekundärzylinder (16) derart kurvengesteuert einzusetzen, daß von einer Führungsrolle (17), die während der Durchführung des Reckvorganges an einer Kurvenbahn entlang gleitet, eine aktuelle Reckposition vorgegeben wird. Die Führungsrolle (17) wird vom Sekundärzylinder (16) gegen die Führungsbahn gedrückt. Der Schlitten (15) gleitet entlang von zwei Führungselementen (18).

Nach einem Schließen der im Bereich von Trägern (19, 20) angeordneten Formhälften (5, 6) erfolgt eine Verriegelung der Träger (19, 20) relativ zueinander mit Hilfe einer Verriegelungseinrichtung (20).

Zur Anpassung an unterschiedliche Formen eines Mündungsabschnittes (21) des Vorformlings (1) ist gemäß 2 die Verwendung separater Gewindeeinsätze (22) im Bereich der Blasform (4) vorgesehen.

2 zeigt zusätzlich zum geblasenen Behälter (2) auch gestrichelt eingezeichnet den Vorformling (1) und schematisch eine sich entwickelnde Behälterblase (23).

3 zeigt den grundsätzlichen Aufbau einer Blasmaschine, die vereinfacht mit einer Heizstrecke (24) sowie einem rotierenden Blasrad (25) versehen ist. Ausgehend von einer Vorform-lingseingabe (26) werden die Vorformlinge (1) von Über-gaberädern (27, 28, 29) in den Bereich der Heizstrecke (24) transportiert. Entlang der Heizstrecke (24) sind Heizstrahler (30) sowie Gebläse (31) angeordnet, um die Vorformlinge (1) zu temperieren. Nach einer ausreichenden Temperierung der Vorformlinge (1) werden diese an das Blasrad (25) übergeben, in dessen Bereich die Blasstationen (3) angeordnet sind. Die fertig geblasenen Behälter (2) werden von weiteren Übergaberädern einer Ausgabestrecke (32) zugeführt.

Um einen Vorformling (1) derart in einen Behälter (2) umformen zu können, daß der Behälter (2) Materialeigenschaften aufweist, die eine lange Verwendungsfähigkeit von innerhalb des Behälters (2) abgefüllten Lebensmitteln, insbesondere von Getränken, gewährleisten, müssen spezielle Verfahrensschritte bei der Beheizung und Orientierung der Vorformlinge (1) eingehalten werden. Darüber hinaus können vorteilhafte Wirkungen durch Einhaltung spezieller Dimensionierungsvorschriften erzielt werden.

Als thermoplastisches Material können unterschiedliche Kunststoffe verwendet werden. Einsatzfähig sind beispielsweise PET, PEN oder PP.

Die Expansion des Vorformlings (1) während des Orientierungsvorganges erfolgt durch Druckluftzuführung. Die Druckluftzuführung ist in eine Vorblasphase, in der Gas, zum Beispiel Preßluft, mit einem niedrigen Druckniveau zugeführt wird und in eine sich anschließende Hauptblasphase unterteilt, in der Gas mit einem höheren Druckniveau zugeführt wird. Während der Vorblasphase wird typischerweise Druckluft mit einem Druck im Intervall von 10 bar bis 25 bar verwendet und während der Hauptblasphase wird Druckluft mit einem Druck im Intervall von 25 bar bis 40 bar zugeführt.

Aus 3 ist ebenfalls erkennbar, daß bei der dargestellten Ausführungsform die Heizstrecke (24) aus einer Vielzahl umlaufender Transportelemente (33) ausgebildet ist, die kettenartig aneinandergereiht und entlang von Umlenkrädern (34) geführt sind. Insbesondere ist daran gedacht, durch die kettenartige Anordnung eine im wesentlichen rechteckförmige Grundkontur aufzuspannen. Bei der dargestellten Ausführungsform werden im Bereich der dem Übergaberad (29) und einem Eingaberad (35) zugewandten Ausdehnung der Heizstrecke (24) ein einzelnes relativ groß dimensioniertes Umlenkrad (34) und im Bereich von benachbarten Umlenkungen zwei vergleichsweise kleiner dimensionierte Umlenkräder (36) verwendet. Grundsätzlich sind aber auch beliebige andere Führungen denkbar.

Zur Ermöglichung einer möglichst dichten Anordnung des Übergaberades (29) und des Eingaberades (35) relativ zueinander erweist sich die dargestellte Anordnung als besonders zweckmäßig, da im Bereich der entsprechenden Ausdehnung der Heizstrecke (24) drei Umlenkräder (34, 36) positioniert sind, und zwar jeweils die kleineren Umlenkräder (36) im Bereich der Überleitung zu den linearen Verläufen der Heizstrecke (24) und das größere Umlenkrad (34) im unmittelbaren Übergabebereich zum Übergaberad (29) und zum Eingaberad (35). Alternativ zur Verwendung von kettenartigen Transportelementen (33) ist es beispielsweise auch möglich, ein rotierendes Heizrad zu verwenden.

Nach einem fertigen Blasen der Behälter (2) werden diese von einem Entnahmerad (37) aus dem Bereich der Blasstationen (3) herausgeführt und über das Übergaberad (28) und ein Ausgaberad (38) zur Ausgabestrecke (32) transportiert.

In der in 4 dargestellten modifizierten Heizstrecke (24) können durch die größere Anzahl von Heizstrahlern (30) eine größere Menge von Vorformlingen (1) je Zeiteinheit temperiert werden. Die Gebläse (31) leiten hier Kühlluft in den Bereich von Kühlluftkanälen (39) ein, die den zugeordneten Heizstrahlern (30) jeweils gegenüberliegen und über Ausströmöffnungen die Kühlluft abgeben. Durch die Anordnung der Ausströmrichtungen wird eine Strömungsrichtung für die Kühlluft im wesentlichen quer zu einer Transportrichtung der Vorformlinge (1) realisiert. Die Kühlluftkanäle (39) können im Bereich von den Heizstrahlern (30) gegenüberliegenden Oberflächen Reflektoren für die Heizstrahlung bereitstellen, ebenfalls ist es möglich, über die abgegebene Kühlluft auch eine Kühlung der Heizstrahler (30) zu realisieren.

5 zeigt eine gegenüber 3 abgewandelte Ausführungsform der Blasmaschine, bei der die Heizeinrichtung (41) aus zwei Heizstrecken (24) ausgebildet ist, die relativ zueinander im wesentlichen rechtwinklig angeordnet sind. Jede der Heizstrecken (24) ist von Übergaberädern (27, 29) mit einer zugeordneten Vorformlingseingabe (26) verbunden. Die Vorformlingseingaben (26) sind jeweils mit Sortiereinrichtungen (42) gekoppelt.

Die im Bereich der Heizstrecken (24) temperierten Vorformlinge (1) werden von einem gemeinsamen Eingaberad (35) für beide Heizstrecken (24) an das Blasrad (25) übergeben. Hierdurch wird für alle beheizten Vorformlinge eine gleiche Übergabestelle an das Blasrad (25) bereitgestellt. Alle auf dem Blasrad (25) aus den Vorformlingen (1) produzierten Behälter (2) werden über ein gemeinsames Entnahmerad (37) aus dem Bereich des Blasrades (25) entfernt und zu mindestens einer Ausgabestrecke (32) überführt.

Beim dargestellten Ausführungsbeispiel werden zur Unterstützung von hohen Produktionsraten zwei parallel zueinander angeordnete Ausgabestrecken (32) verwendet, denen die geblasenen Behälter (2) jeweils über ein Ausgaberad (38) zugeführt werden. Die Ausgabestrecken (32) können als Luftförderstrecken ausgebildet sein, in deren Bereich die geblasenen Behälter (2) mit ihren Mündungsabschnitten in lotrechter Richtung nach oben orientiert entlang von Schienen transportiert und durch eine einwirkende Luftströmung angetrieben werden.

6 zeigt eine Ausführungsform, bei der die beiden Heizstrecken (24) im wesentlichen parallel zueinander angeordnet sind. Die Vorformlingseingaben (26) sowie die Sortiereinrichtungen (42) sind zur Vereinfachung nicht dargestellt. Bei dieser Ausführungsform ist die eine der Heizstrecken (24) über ein Zwischenrad (43) mit dem Eingaberad (35) gekoppelt, um die jeweiligen Transportelemente (33) der Heizstrecken (24) in relativ zueinander entgegengesetzten Drehrichtungen betreiben zu können. Eine derartige entgegengesetzte Umlaufbewegung ermöglicht die in 6 dargestellte jeweils außenseitige Anordnung der Übergaberäder (27, 29) und damit eine gute Zugänglichkeit für die jeweils zugeordneten Sortiereinrichtungen (42).

Auch bei der in 6 dargestellten Ausführungsform kann das Entnahmerad (37) mit einer oder mehreren Ausgabestrekken (32) gekoppelt werden.

Die Kombination des Blasrades (25) mit zwei oder mehreren Heizstrecken (24) bei einem gemeinsamen Umlaufweg für alle Vorformlinge (1) bzw. geblasen Behälter (2) auf dem Blasrad (25) ermöglicht eine Realisierung unterschiedlicher Produktionsvarianten, um für einen jeweiligen Benutzer eine optimale Verfügbarkeit der Blasmaschine bereitzustellen. Zum einen ist es möglich, durch die Verwendung von mehreren Heizstrecken (24) zur Temperierung relativ zueinander gleich ausgebildeter Vorformlinge (1) sowie die Verwendung relativ zueinander gleich ausgebildeter Blasformen (4) eine sehr hohe Produktivität bei optimierten räumlichen Gestaltungen der Blasmaschine zu erreichen.

Eine weitere Variante besteht darin, auf dem Blasrad (25) alternierend hintereinander Blasstationen (3) mit unterschiedlichen Blasformen (4) anzuordnen. Bei einer abwechselnden Anordnung unterschiedlicher Blasformen (4) entlang eines Umfanges des Blasrades (25) und einer abwechselnden Eingabe jeweils über die beiden Heizstrecken (24) temperierter Vorformlinge (1) ist es möglich, gleichzeitig unterschiedliche Produkte herzustellen und für jedes Produkt optimierte Herstellungsparameter vorzugeben.

Bei dem in 5 und 6 dargestellten Ausführungsformen mit zwei Heizstrecken (33) und zwei Ausgabestrecken (32) können bei einer entsprechenden alternierenden Anordnung unterschiedlicher Blasformen (4) auf dem Blasrad (25) für jedes herzustellende Produkt sowohl im Bereich der Heizstrecke (24) als auch im Bereich der Blasformen (4) und der Ausgabestrecke (32) optimierte Produktionsparameter vorgegeben werden. Ein Benutzer der Maschinen kann somit auch bei einem Produktionsbedarf für zwei unterschiedliche Produkte eine gegenüber der Verwendung von zwei Einzelmaschinen preiswertere Großmaschine erwerben und hierdurch einen verminderten Produktionspreis je hergestelltem Behälter (2) erreichen.

Bei einer Verwendung von drei Heizstrecken (24) können in entsprechender Art und Weise alternierend hintereinander drei unterschiedliche Blasformen (4) auf dem Blasrad (25) angeordnet werden und die geblasenen Behälter (2, 3) separaten Ausgabestrecken (32) zugeführt werden.

Gemäß einer weiteren Ausführungsvariante können auch gleichartig gestaltete Vorformlinge (1) im Bereich der Heizstrecken (24) relativ zueinander unterschiedlich temperiert werden und hierdurch zu unterschiedlich geformten Flaschen im Bereich der wiederum für die bestimmten Flaschenformen optimierten Blasformen (4) hergestellt werden.


Anspruch[de]
Verfahren zur Blasformung von Behältern, bei dem ein Vorformling aus einem thermoplastischem Material nach einer thermischen Konditionierung entlang eines Transportweges im Bereich einer Heizeinrichtung innerhalb einer auf einem rotierenden Blasrad angeordneten Blasform durch Blasdruckeinwirkung in den Behälter umgeformt wird und bei dem ein Teil der Vorformlinge von einer ersten Heizstrecke und mindestens ein weiterer Teil der Vorformlinge von mindestens einer weiteren Heizstrecke temperiert wird, dadurch gekennzeichnet, daß alle Vorformlinge (1) auf dem Blasrad (25) einen gleichen Transportweg durchlaufen und daß alle der mindestens zwei Heizstrecken (24) die Vorformlinge (1) unter Verwendung mindestens einer Übergabeeinrichtung einem gleichen Eingabebereich des Blasrades (25) zuführen. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß alle geblasenen Behälter (2) in einem gleichen Ausgabebereich vom Blasrad (25) weggeleitet werden. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich mindestens einer der Heizstrecken (24) die Vorformlinge (1) von einem Linearofen temperiert werden. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß unter Verwendung von mindestens zwei Heizstrecken (24) und einem mit mindestens zwei unterschiedlichen Blasformen (4) ausgestatteten Blasrad (25) zwei unterschiedliche Produkte produziert werden. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Blasrad (25) mit mindestens zwei Ausgabestrecken (32) gekoppelt wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorformlinge (1) durch entlang eines Umfanges des Blasrades (25) angeordnete und jeweils gruppenweise unterschiedlich relativ zueinander ausgebildete Blasformen (4) in relativ zueinander unterschiedliche Behälter (2) umgeformt werden. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorformlinge (1) im Bereich der Blasstation (3) von separat ansteuerbaren Recksystemen sowie separat ansteuerbaren Blasdruckversorgungen in die Behälter (2) umgeformt werden. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorformlinge (1) im Bereich eines Eingaberades (35) von entlang eines Umfanges des Eingaberades (25) alternierend angeordneten produktspezifisch gestalteten Halteelementen transportiert werden. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorformlinge (1) im Bereich eines Eingaberades (35) von entlang eines Umfanges des Entnahmerades (37) alternierend angeordneten produktspezifisch gestalteten Halteelementen transportiert werden. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorformlinge (1) im Bereich der Heizstrecke (24) mit ihren Mündungsabschnitten (21) in lotrechter Richtung nach oben orientiert beheizt werden. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorformlinge (1) im Bereich der Heizstrecke (24) mit ihren Mündungsabschnitten (21) in lotrechter Richtung nach unten orientiert beheizt werden. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Mündungsabschnitte (21) der Vorformlinge (1) während aller aufeinander folgenden Verfahrensschritte der Beheizung und der Blasformung auf einem im wesentlichen gleichen Höhenniveau transportiert werden. Vorrichtung zur Blasformung von Behältern aus einem thermoplastischen Material, die mindestens zwei entlang von Transportwegen von Vorformlingen angeordnete Heizstrecken und mindestens zwei mit einer Blasform versehene Blasstationen aufweist, die auf einem rotierenden Blasrad angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, daß das Blasrad (25) genau einen Eingabebereich für die Vorformlinge (1) und genau einen Ausgabebereich für die geblasenen Behälter aufweist und daß alle der mindestens zwei Heizstrecken (24) über mindestens eine Übergabeeinrichtung mit dem Eingabebereich des Blasrades (25) gekoppelt sind. Vorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß das Blasrad (25) im Ausgabebereich mit einem Entnahmerad (37) gekoppelt ist. Vorrichtung nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich mindestens einer der Heizstrecken (24) ein Linearofen angeordnet ist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 13 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Heizstrecken (24) zur Unterstützung einer gleichzeitigen Produktion unterschiedlicher Behälter (2) relativ zueinander unterschiedlich parametrisiert sind. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 13 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß das Blasrad (25) mit mindestens zwei Ausgabestrecken (32) gekoppelt ist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 13 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß entlang eines Umfanges des Blasrades (25) alternierend mit unterschiedlichen Blasformen (4) ausgestattete Blasstationen (3) angeordnet sind. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 13 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß jede der Blasstationen (3) separat steuerbare Recksysteme sowie separat steuerbare Blasdruckversorgungen aufweist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 13 bis 19, dadurch gekennzeichnet, daß das Blasrad (25) im Eingabebereich mit einem Eingaberad (35) gekoppelt ist, das alternierend entlang seines Umfanges mit produktspezifischen Halteelementen für die Vorformlinge (1) versehen ist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 13 bis 19, dadurch gekennzeichnet, daß das Blasrad (25) im Eingabebereich mit einem. Ausgaberad (38) gekoppelt ist, das alternierend entlang seines Umfanges mit produktspezifischen Halteelementen für die Vorformlinge (1) versehen ist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 13 bis 21, dadurch gekennzeichnet, daß die Heizstrecke (24) zu einer Beheizung von Vorformlingen ausgebildet ist, die mit ihren Mündungen in lotrechter Richtung nach oben positioniert angeordnet sind. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 13 bis 21, dadurch gekennzeichnet, daß die Heizstrecke (24) zu einer Beheizung von Vorformlingen ausgebildet ist, die mit ihren Mündungen in lotrechter Richtung nach unten positioniert angeordnet sind. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 13 bis 23, dadurch gekennzeichnet, daß sowohl im Bereich der Heizstrecke (24) als auch im Bereich einer Blasverformung der Vorformlinge (1) alle Führungselemente für die Vorformlinge (1) zur Vorgabe eines im wesentlichen gleichbleibenden Höhenniveaus der Vorformlinge (1) angeordnet sind.






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