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Dokumentenidentifikation DE102006007181A1 23.08.2007
Titel Steuerung einer Druckmaschine mittels Torsionsmodell
Anmelder Heidelberger Druckmaschinen AG, 69115 Heidelberg, DE
Erfinder Schreiber, Stefan, Dr., 68535 Edingen-Neckarhausen, DE;
Buck, Bernhard, Dr., 69126 Heidelberg, DE;
Joss, Werner, 76351 Linkenheim-Hochstetten, DE;
Seidler, Malte, Dr., 69123 Heidelberg, DE
DE-Anmeldedatum 16.02.2006
DE-Aktenzeichen 102006007181
Offenlegungstag 23.08.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 23.08.2007
IPC-Hauptklasse B41F 33/14(2006.01)A, F, I, 20061017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B41F 13/004(2006.01)A, L, I, 20061017, B, H, DE   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Steuerung einer Druckmaschine (1) mit mehreren Druckwerken (6) sowie mehreren mechanisch miteinander gekoppelten Zylindern (9, 10, 13, 14) sowie einem Steuerungsrechner (20) zur Steuerung wenigstens eines Antriebsmotors (16), welcher die mechanisch gekoppelten Zylinder (9, 10, 13, 14) antreibt. Die Erfindung zeichnet sich dadurch aus, dass in dem Maschinenrechner (20) ein Torsionsmodell zur Beschreibung des Torsionszustands der drehbar mechanisch miteinander gekoppelten Zylinder (9, 10, 13, 14) in der Druckmaschine (1) in Abhängigkeit wenigstens eines messbaren Betriebsparameters oder wenigstens einer dem Maschinenrechner (20) bekannten Größe der Druckmaschine (1) abgelegt ist und dass auf Basis der durch das Torsionsmodell berechneten Werte die Steuerung der Druckmaschine (1) durch den Steuerungsrechner (20) vorgenommen wird.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Steuerung einer Druckmaschine mit mehreren Druckwerken sowie mehreren mechanisch miteinander gekoppelten Zylindern und einem Steuerungsrechner zur Steuerung wenigstens eines Antriebsmotors, welcher die mechanisch gekoppelten Zylinder antreibt.

Bogenrotationsdruckmaschinen im Offsetdruck verfügen über mehrere Druckwerke, welche jeweils einen Auszug eines Druckbildes in einer bestimmten Farbe auf den Bedruckstoff aufbringen. Meistens sind wenigstens vier Druckwerke vorhanden, um die drei Grundfarben Rot, Gelb, Blau sowie Schwarz drucken zu können. Für Sonderfarben, wie zum Beispiel Gold oder Silber, können jedoch noch weitere Druckwerke vorgesehen sein. Zusätzlich ist es möglich, mit einem speziellen Lackierwerk im Anschluss an die Druckwerke eine Lackierung auf den Bedruckstoff aufzubringen. Bogenrotationsdruckmaschinen können zudem Vorder- und Rückseite eines Bedruckstoffs verarbeiten, so dass in diesem Fall eine doppelte Anzahl von Druckwerken und Lackierwerken vorzusehen ist. Dies führt bei Druckmaschinen für Schön- und Widerdruck mit mehreren Sonderfarben und anschließenden Lackierwerken inzwischen zu einer stattlichen Anzahl von Druck- und Lackierwerken; so ist eine Anzahl von 16 Druck- und Lackierwerken inzwischen nichts Ungewöhnliches mehr im Verpackungsdruck.

Da sämtliche Druckwerke ihre Farbauszüge übereinander drucken, ist es wichtig, dass dieses Übereinanderdrucken registergenau erfolgt, d. h. zwischen den einzelnen Farbauszügen auf dem Bedruckstoff darf es möglichst keine Abweichung in der Positionierung geben, da sonst für den Betrachter des fertigen Druckprodukts sichtbare Bildfehler auftreten. Auch um diese Registergenauigkeit beim Übereinanderdrucken von verschiedenen Farbauszügen zu erreichen, sind die einzelnen Druck- und Lackierwerke in Bogenrotationsdruckmaschinen üblicherweise über einen Zahnradräderzug miteinander verbunden. In diesem Fall sind die Plattenzylinder, Gummituchzylinder, Gegendruckzylinder und Transportzylinder sowie Wendetrommeln der Druckmaschine mechanisch miteinander gekoppelt und werden von einem oder mehreren Antriebsmotoren gemeinsam angetrieben. Die mechanisch gekoppelten Zylinder stellen dabei ein System mit endlicher Steifigkeit dar, so dass sich bei bestimmten Belastungen Torsionserscheinungen einstellen. Außerdem sind in den Druckwerken jeder Bogenoffsetdruckmaschine Verstellmöglichkeiten zur Registerverstellung vorgesehen, um gegebenenfalls Registerabweichungen zwischen den einzelnen Farbauszügen korrigieren zu können, da die Abweichungen unter anderem von der Druckgeschwindigkeit abhängen und diese nicht bei jedem Druckauftrag gleich ist. Es hat sich herausgestellt, dass die Einstellung der Register nicht nur von der Druckgeschwindigkeit sondern auch vom Drehmoment der Antriebe oder anderen Betriebsparametern der Druckmaschine abhängig ist.

Aus DE 31 48 449 C1 ist ein Verfahren zur Verringerung von Registerfehlern bei Mehrfarbenoffsetdruckmaschinen bekannt, deren Druckwerke von einem gemeinsamen Motor angetrieben werden und eine Einrichtung zur Registerverstellung aufweisen. Bei dieser Erfindung wird auf den funktionellen Zusammenhang zwischen dem vom Antriebsmotor der Druckmaschine gelieferten Drehmoment oder einer für das Drehmoment charakteristischen Größe und der zur Einhaltung eines einwandfreien Registers notwendigen Registerverstellung in der Druckmaschine abgestellt. Der funktionelle Zusammenhang zwischen dem Drehmoment und der notwendigen Registereinstellung wird in einem Rechner der Druckmaschine abgespeichert. Während des laufenden Betriebs der Druckmaschine wird das vom Antriebsmotor gelieferte Drehmoment überwacht und die Registerverstellung in Abhängigkeit des jeweiligen Drehmoments vorgenommen. Der Zusammenhang zwischen Drehmoment und Registerverstellung wird dabei entweder bei einem Probelauf der Druckmaschine ermittelt und in Form einer Wertetabelle abgespeichert, oder es werden Berechnungen angestellt, welche Wertepaare aus Drehmoment und Registerverstellung ergeben. Auch in diesem Fall liegt eine Wertetabelle vor, auf die während des Druckbetriebs zurückgegriffen werden kann. Der Vorteil einer solchen Vorgehensweise liegt darin, dass kein aufwendiger Steuerungsrechner vorhanden sein muss, da lediglich ein Vergleich zwischen dem momentan ermittelten Drehmoment und der Wertetabelle stattfinden muss, woraufhin dann die entsprechenden Registerverstellwerte im Steuerungsrechner abgerufen und genutzt werden. Das Verfahren hat jedoch den großen Nachteil, dass es nicht auf Veränderungen innerhalb der Druckmaschine reagieren kann, welche nach Auslieferung der Druckmaschine an den Kunden erfolgen, da die in der Druckmaschine abgespeicherte Wertetabelle diese nicht berücksichtigen kann.

Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Vorrichtung und ein Verfahren zu schaffen, mit welchen die Registerhaltigkeit bei Offsetdruckmaschinen weiter verbessert werden kann und welche auf Veränderungen von Betriebsparametern der Druckmaschine während des Druckbetriebs reagieren können.

Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch die Patentansprüche 1 und 14 gelöst. Besonders vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind den Unteransprüchen und den Zeichnungen zu entnehmen.

Die vorliegende Erfindung ist bei allen Druckmaschinen anwendbar, in denen mehrere Druckzylinder, Gummituchzylinder, Plattenzylinder oder Transportzylinder mechanisch miteinander gekoppelt sind. Die mechanische Koppelung bewirkt, dass Veränderungen an einem der Zylinder sich zwangsläufig auch auf die anderen mit diesem gekoppelten Zylinder auswirken. Die Erfindung ist daher geradezu prädestiniert, in Bogenoffsetdruckmaschinen eingesetzt zu werden, bei denen sämtliche Zylinder oder zumindest ein Großteil der Zylinder durch eine mechanische Koppelung, wie einen durchgehenden Räderzug oder eine Längswelle, miteinander verbunden sind. Die erfindungsgemäße Druckmaschine verfügt zudem über wenigstens einen Antriebsmotor, welcher die mechanisch gekoppelten Zylinder antreibt, und einen Steuerungsrechner, in dem ein mathematisches Torsionsmodell in Form von Software zur Beschreibung des Torsionszustands der drehbar mechanisch miteinander gekoppelten Zylinder im Steuerungsrechner der Druckmaschine abgespeichert ist. Dieses Torsionsmodell stellt einen Algorithmus dar, welcher die mechanische Verdrehung und Position der einzelnen miteinander gekoppelten Zylinder zueinander in Abhängigkeit wenigstens eines messbaren Betriebsparameters oder einer dem Steuerungsrechner bekannten Größe auch während des Betriebs der Druckmaschine ständig neu berechnen kann. Bei den Betriebsparametern und den bekannten Größen kann es sich z.B. um das aktuelle Drehmoment des einen oder mehrerer Antriebe, die aufgenommene Leistung der Antriebe, Betriebstemperaturen, benutzte Druckwerke, eingeschaltete Komponenten, Einstellungen der Farbzonenöffnungen in den Druckwerken etc. handeln. Auf Basis der durch das Torsionsmodell während des Betriebs der Druckmaschine berechneten Werte kann dann der Steuerungsrechner in die Steuerung der Druckmaschine eingreifen. Diese Vorgehensweise hat den großen Vorteil, dass auch Änderungen am Torsionszustand der Druckmaschine während des Druckbetriebs berücksichtigt werden können, die zum Beispiel aufgrund der Änderung von Umweltbedingungen wie Temperatur und Luftfeuchtigkeit entstehen. Weiterhin kann die Druckmaschine leichtgängiger oder schwergängiger während des Betriebs werden, so dass sich auch dadurch Änderungen im Torsionszustand der miteinander gekoppelten Zylinder ergeben können. Wenn die entsprechenden Betriebsparameter der Druckmaschine durch Sensoren erfasst werden und dem Maschinenrechner mit dem Torsionsmodell zugeleitet werden, so können entsprechende Werte zur Korrektur von Einstellungen der Druckmaschine berechnet und die entsprechenden Einstellvorgänge ausgelöst werden.

In einer ersten Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass als Betriebsparameter wenigstens eine für den Leistungsbedarf des wenigstens einen Antriebsmotors charakteristische Größe gemessen und dem Steuerungsrechner der Druckmaschine zugeführt wird. Der Leistungsbedarf der Druckmaschine lässt sich zum Beispiel über das Messen des aufgenommen Stroms des Antriebsmotors erfassen. Je größer der erfasste Strom ist, desto mehr elektrische Leistung bezieht der Antriebsmotor aus dem Stromnetz. Der Leistungsbedarf des Antriebsmotors kann sich zum Beispiel durch die Änderung der Druckgeschwindigkeit verändern. Wenn die Druckgeschwindigkeit erhöht wird, ändert sich zwangsläufig auch der Leistungsbedarf des Antriebsmotors, denn für eine höhere Druckgeschwindigkeit wird entsprechend mehr Antriebsleistung benötigt. Aber auch bei gleich bleibender Druckgeschwindigkeit kann sich der Leistungsbedarf der Druckmaschine zum Beispiel durch Erwärmung verändern. Die Änderung des Leistungsbedarfs der Druckmaschine bleibt jedoch nicht ohne Auswirkung auf die Einstellungen. Unter Berücksichtigung des gemessenen Leistungsbedarfs des Antriebsmotors können über das Torsionsmodell im Maschinenrechner die Auswirkungen auf den Torsionszustand der Druckmaschine berechnet werden. Entsprechende Änderungen an den Einstellungen der Druckmaschine können dann vom Steuerungsrechner in die Wege geleitet werden.

Es ist weiterhin vorgesehen, dass als Betriebsparameter das durch den wenigstens einen Antriebsmotor in die Zylinder eingespeiste Drehmoment gemessen und dem Steuerungsrechner der Druckmaschine zugeführt wird. Zusätzlich zur Messung des Leistungsbedarfs des Antriebsmotors oder alternativ kann auch das in die Zylinder der Druckmaschine eingespeiste Drehmoment erfasst werden. Die Drehmomenterfassung kann ebenfalls über den Antriebsmotor erfolgen oder über zusätzliche Drehmomentssensoren, welche das Drehmoment an einzelnen Zylindern der Druckmaschine oder an Zahnrädern des Zahnräderzugs messen. Die erfassten Drehmomentwerte werden ebenfalls dem Torsionsmodell im Maschinenrechner der Druckmaschine zugeführt, so dass dort in Abhängigkeit des jeweils erfassten Drehmoments der Torsionszustand der Druckmaschine berechnet werden kann. Auch so können dann die entsprechenden, notwendigen Einstellungen an der Druckmaschine vom Steuerungsrechner vorgenommen werden.

In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass mittels der durch das Torsionsmodell berechneten Werte eine Verstellung der Register in den Druckwerken vorgenommen wird. Falls ein Lackierwerk vorhanden ist, kann selbstverständlich auch die Registerhaltigkeit in einem solchen Lackierwerk verstellt werden. Wie eingangs erwähnt wurde, ist die Registerhaltigkeit beim Übereinanderdrucken der verschiedenen Farbauszüge zur Erzielung hoher Druckqualität besonders empfindlich, was Änderungen am Betriebszustand der Druckmaschine betrifft. Das trifft vor allen Dingen auf Änderungen des Torsionszustandes der miteinander verbundenen Zylinder in der Druckmaschine zu. So kann sich der Räderzug bei Erwärmung und während der Abarbeitung eines Druckauftrags entspannen, was eine Änderung der Registereinstellung zur Folge hat. In der Praxis erfährt der Drucker von einer solchen Registereinstellung erst dadurch, dass er Probebogen zieht und dort die Veränderung der Register bemerkt, oder eine automatische Registerüberwachung in der Druckmaschine installiert hat, welche die Registerabweichung selbsttätig ausregelt. Eine solche automatisierte Registerüberwachung ist aber teuer und nicht für jede Druckmaschine verfügbar. Außerdem müssen entsprechende spezielle Messmarken auf dem Bedruckstoff vorgesehen sein, welche entsprechend Raum auf dem Bedruckstoff beanspruchen, welcher sonst für das Druckbild selbst genutzt werden könnte. Mit dem Einsatz des Torsionsmodells ist es aber möglich, anhand von Betriebsparametern wie geändertem Leistungsbedarf oder Drehmomentveränderung den Torsionszustand in der Druckmaschine ständig aktuell neu zu berechnen und auf dieser Basis eine Verstellung der Register in den einzelnen Druckwerken oder Lackierwerken vorzunehmen. In diesem Fall ist keine aufwendige automatisierte Registerregelung notwendig, es reicht aus, eine Steuerung der Register anhand der durch das Torsionsmodell berechneten Werte vorzunehmen. Wenn der Drucker es wünscht, können die geänderten Werte der Registerverstellung zunächst an einem Bildschirm der Druckmaschine angezeigt werden, so dass der Drucker selbst entscheiden kann, ob er die Registerverstellung von Hand vornehmen möchte oder der Druckmaschine überlassen will. Im letzteren Fall kann dem Drucker dadurch die Arbeit erleichtert werden, dass die Registerverstellung durch den Steuerungsrechner der Druckmaschine automatisch erfolgt. In diesem Fall muss sich der Drucker über die Übernahme der richtigen Werte für die Registerverstellung keine Gedanken mehr machen.

Vorteilhafterweise kann vorgesehen sein, dass die Druckmaschine eine Messeinrichtung zur Überwachung der Register aufweist und dass bei der Erfassung von Registerabweichungen im Steuerungsrechner mittels des Torsionsmodells eine Korrektur der Registerverstellung in den Druckwerken erfolgt. In diesem Fall ist zusätzlich zur Steuerung eine Regelung der Register vorgesehen, indem Registermarken auf den Bedruckstoffen in der Druckmaschine oder auf einem separaten Messtisch erfasst werden und diese dem Steuerungsrechner der Druckmaschine zugeführt werden. Um die Regelung der Registerverstellung zu verbessern, werden die erfassten Abweichungen bei den Registern der einzelnen Druckwerke oder Lackierwerke jedoch ebenfalls dem Torsionsmodell im Steuerungsrechner der Druckmaschine zugeführt, so dass bei der Berechnung der Stellgrößen für die Korrektur der Registerabweichung im Steuerungsrechner der Torsionszustand in der Druckmaschine mit berücksichtigt werden kann. Gegenüber einer herkömmlichen Registerregelung führt dies zu einer deutlichen Verbesserung, da die Korrektur der Registerabweichung gezielter durchgeführt werden kann, so dass weniger Regelschritte zur Korrektur der Registerabweichung durch den Steuerungsrechner notwendig sind. Eine Verminderung von Regelschritten bei der Korrektur von Registerabweichungen führt aber dazu, dass die Registerabweichungen schneller ausgeregelt werden können. Dies wiederum hat zur Folge, dass weniger Bedruckstoffe anfallen, auf denen entsprechende Registerabweichungen der einzelnen Farbauszüge zu erkennen sind, so dass Makulatur reduziert wird.

Vorteilhafterweise ist außerdem vorgesehen, dass die Registerverstellung für wenigstens einen ausgewählten Betriebszustand der Druckmaschine korrekt eingestellt wird und die korrekten Einstellungswerte der Registerverstellung in Verbindung mit dem zugehörigen ausgewählten Betriebszustand im Steuerungsrechner der Druckmaschine abgespeichert werden. Bei dem ausgewählten Betriebszustand kann es sich z.B. um eine bestimmte Maschinenkonfiguration handeln oder eine bestimmte Druckgeschwindigkeit. In diesem Fall kann der Drucker in einem Einrichtbetrieb, welcher mit einer geringen Druckgeschwindigkeit durchgeführt wird, selbst die Register in den einzelnen Druckwerken einstellen, bis das Ergebnis seinen Wünschen entspricht. Die ausgewählte Druckgeschwindigkeit ist in diesem Fall die Einrichtgeschwindigkeit. Auf diese An und Weise können Einflüsse aus der Druckplattenbelichtung, dem Einspannvorgang der Druckplatten und dem Torsionszustand der Maschine bei Einrichtgeschwindigkeit korrigiert werden. Wenn das Ergebnis den Wünschen des Druckers entspricht, so kann er dies gegenüber dem Steuerungsrechner der Druckmaschine durch eine entsprechende Eingabe quittieren. Durch dieses Quittiersignal wird ein Speichervorgang ausgelöst, bei dem eingestellte Registerverstellwerte, die aktuell aufgenommene Antriebsleistung oder das Drehmoment sowie zusätzliche andere Daten in der Druckmaschinensteuerung abgespeichert werden. Danach kann der Drucker dann die Druckmaschine auf Druckbetrieb umschalten und auf volle Maschinengeschwindigkeit bringen. In Abhängigkeit der nun erreichten Maschinengeschwindigkeit berechnet die Maschinensteuerung anhand des Torsionsmodells und der abgespeicherten Registerverstellwerte bei Einrichtgeschwindigkeit entsprechende Registerverstellwerte, um einen einwandfreien Druck auch bei voller Maschinengeschwindigkeit zu gewährleisten. Damit entfällt das sonst für den Drucker übliche manuelle Nachführen von Registerverstellwerten, wenn sich die Druckgeschwindigkeit der Druckmaschine ändert. Dies kann soweit gehen, dass bei Änderung der Druckgeschwindigkeit auf Basis der für die ausgewählte Druckgeschwindigkeit korrekt eingestellten Registerverstellung unter Berücksichtigung des Torsionsmodells eine Korrektur der Registerverstellung bei geänderter Druckgeschwindigkeit automatisch erfolgt. Sobald der Drucker seine Maschine bei einer anderen Geschwindigkeit betreibt, wird mittels des Torsionsmodells eine entsprechende Korrektur der Registerverstellung vorgenommen werden, ohne dass der Drucker eingreifen muss.

In einer Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass durch die Erfassung eines Betriebsparameters auf mehrere Komponenten oder Druckwerke der Druckmaschine eingewirkt wird. Wie bereits erwähnt, kann ein solcher Betriebsparameter die Leistungsaufnahme oder der Drehmomentbedarf der Druckmaschine sein. Um die Registerverstellung in einzelnen Druckwerken oder Lackierwerken korrekt vornehmen zu können, müssen normalerweise über Sensoren die entsprechenden Registerabweichungen erfasst werden. Dies ist bei Einsatz des Steuerungsrechners mit implementiertem Torsionsmodell nun nicht mehr notwendig, da es ausreicht, anhand einer einzigen erfassten Größe, wie zum Beispiel dem Leistungsbedarf der Druckmaschine, auf mehrere Druckwerke der Druckmaschine einzuwirken. Da das Torsionsmodell den Torsionszustand und damit die Koppelung der Zylinder in den einzelnen Druckwerken der Druckmaschine berücksichtigt und beschreibt, wird die Auswirkung der Verstellung von Registern in den einzelnen Druckwerken untereinander mitberücksichtigt. Durch das Torsionsmodell lässt sich die Auswirkung einer Betriebsgröße wie dem Leistungsbedarf auf sämtliche Druckwerke oder Lackierwerke der Druckmaschine berechnen, so dass die Maschinensteuerung über die Registerverstelleinrichtung dann die entsprechenden Korrekturen an allen Druckwerken oder Lackierwerken vornehmen kann.

Es ist weiterhin möglich, dass der Torsionszustand der Druckmaschine an wenigstens zwei Stellen mittels Sensoren messtechnisch erfasst wird. In der Druckmaschine sind an wenigstens zwei Stellen Sensoren vorzusehen, welche z.B. über das jeweils anliegende Drehmoment oder die Differenzverdrehung zwischen den Sensoren die Torsion zusätzlich messen. Die gemessenen Werte können in das Torsionsmodell übernommen werden, um es so an wenigstens zwei Stellen auf etwaigen Korrekturbedarf zu überprüfen. In diesem Fall werden an hand des Torsionsmodells nicht nur Werte berechnet, sondern es werden auch Messwerte zur Überprüfung verwendet, was die Genauigkeit erhöht. Die gemessenen Werte können zur Interpolation dazwischen liegender Werte durch das Torsionsmodell herangezogen werden. Die mittels der Sensoren ermittelten Messwerte können auch dazu genutzt werden, das Torsionsmodell während des Betriebs zu optimieren. In diesem Fall werden die Messwerte in einer An lernenden Steuerung berücksichtigt, indem die Parameter des Torsionsmodells ständig oder in bestimmten zeitlichen Abständen entsprechend angepasst werden.

Vorteilhafterweise ist vorgesehen, dass die Drehmomentverteilung in den Druckwerken der Druckmaschine variabel einstellbar ist oder in Abhängigkeit der Maschinenkonfiguration erfolgt. Neben der Registerverstellung in den einzelnen Druckwerken können Registerkorrekturen auch dadurch ausgeführt werden, dass die Drehmomentverteilung in den einzelnen Druckwerken zum Beispiel in Abhängigkeit der Druckgeschwindigkeit verändert wird. Dies kann durch Bremsen in den Druckwerken erfolgen, oder es können zusätzliche Antriebsmotoren vorgesehen sein, mit denen die Drehmomentverteilung verändert werden kann. Als besonders vorteilhaft erweist es sich, wenn die Drehmomentverteilung des Antriebsmotors in den Druckwerken in Abhängigkeit der jeweiligen Konfiguration der Druckwerke erfolgt. Der Drehmomentbedarf in den einzelnen Druckwerken ist unter anderem davon abhängig, wie viele Druckwerke für den jeweiligen Druckauftrag überhaupt verwendet werden, ob zum Beispiel im Schöndruck oder im Widerdruck gearbeitet wird und wie jeweils die Farbzonenöffnung ist. Alle diese Konfigurationen, welche vom jeweiligen Druckauftrag abhängig sind, haben einen geänderten Drehmomentbedarf in den einzelnen Druckwerken zur Folge. Auch dieser Bedarf kann mittels des Torsionsmodells berechnet werden, um so die Druckqualität auf den Bedruckstoffen zu verbessern.

In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass mittels des Torsionsmodells Lageabweichungen bezüglich Vorder- und Rückseite eines Bedruckstoffes beim Schön- und Widerdruck nach einer Wendetrommel durch die Registerverstellung korrigiert werden. Auch im Schön- und Widerdruck stellt sich genau wie im reinen Schöndruck bei jeder Druckgeschwindigkeit ein Torsionszustand in der Druckmaschine ein. Ändert sich dieser Torsionszustand aufgrund einer geänderten Leistungsaufnahme oder eines geänderten Drehmomentbedarfs, gehen auch hier wie im reinen Schöndruck Registeränderungen einher. Im Schön- und Widerdruck ändert sich jedoch zusätzlich auch die Passergenauigkeit zwischen den Druckbildern auf Vorder- und Rückseite des Bedruckstoffs. Auch zwischen dem Druckbild auf Vorderseite und Rückseite darf es aber möglichst keine Abweichung im Passer ergeben, da sonst zum Beispiel ein randloser Beschnitt des Bedruckstoffs nicht möglich ist, ohne dass wegen der unterschiedlichen Lage entweder beim Druckbild auf der Vorderseite oder beim Druckbild auf der Rückseite Teile abgeschnitten werden. Es sind also auch möglichst geringe Abweichungen am Passer zwischen Vorder- und Rückseite erwünscht. Auch diese Abweichungen können mittels des Torsionsmodells in der Maschinensteuerung berechnet werden und so die entsprechenden Korrekturen in der Druckmaschine vorgenommen werden.

In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass der sich ändernde Torsionszustand der Druckmaschine berechnet wird, dass aus dem berechneten Torsionszustand die Registerabweichung berechnet wird, welche ein Bedruckstoff in der Druckmaschine vor der Wendetrommel erfahren hat, und dass die Registerverstellung für die Druckwerke nach der Wendetrommel mit dem doppelten Wert des Papierrandverlusts bezogen auf die Druckwerke vor der Wendung zur Korrektur der Registerabweichung beaufschlagt werden. In diesem Fall wird die Abweichung des Passers zwischen Vorderseite und Rückseite des Bedruckstoffs über die Registerverstelleinrichtung an den Druckwerken und Lackierwerken nach der Wendeeinrichtung korrigiert. Mittels des Torsionsmodells wird der aktuelle Torsionszustand berechnet, woraus sich der Papierrandverlust des Bedruckstoffs aufsummiert über die Druckwerke vor der Wendung ergibt. Daraus werden wie im reinen Schöndruck mittels des Torsionsmodells entsprechend Registerstellwerte berechnet. Für die Druck- und Lackierwerke nach der Wendeeinrichtung werden alle Registerstellwerte um das Doppelte des festgestellten Papierrandverlusts korrigiert, sodass zwischen den Druckbildern auf der Vorderseite und Rückseite keine Passerabweichungen mehr auftreten. Es ist daher mittels der vorliegenden Erfindung auch möglich, Passerabweichungen beim Schön- und Widerdruck zuverlässig zu vermeiden.

Die vorliegende Erfindung wird nachfolgend anhand zweier Figuren näher beschrieben und erläutert. Es zeigen:

1 eine Bogenoffsetdruckmaschine, bei der die Registerverstellung in den Druckwerken und im Lackierwerk über ein in einer Maschinensteuerung hinterlegtes Torsionsmodell gesteuert wird,

2 den Aufbau der Maschinensteuerung der Druckmaschine aus 1 und

3 ein Schaubild des Papierrandverlusts bei Schön- und Widerdruck in einer Druckmaschine mit 10 Druckwerken.

In 1 ist eine Druckmaschine 1 abgebildet, welche im Offsetrotationsdruck bogenförmige Bedruckstoffe 22 verarbeitet. Die Druckmaschine 1 weist fünf Druckwerke 6 und ein Lackierwerk 7 auf. Die ersten vier Druckwerke 6 dienen dabei im Schöndruck zur Aufbringung der vier Grundfarben Gelb, Rot, Blau und Schwarz, während das fünfte Druckwerk 6 mit Sonderfarben wie Silber, Gold oder ähnlichem befüllt wird. Die in den Druckwerken 6 verwendeten Farben sind jedoch für das Funktionieren der vorliegenden Erfindung völlig unerheblich. Im Anschluss an das fünfte Druckwerk 6 werden die bedruckten Bogen 22 im Lackwerk 7 mit einer Lackschicht versehen. Die im Lackierwerk 7 fertig produzierten Bogen 22 werden mittels Greiferbrücken an einer Auslegertransportkette 8 ergriffen und im Ausleger 3 auf einen Auslegerstapel 4 abgelegt. Wenn der Auslegerstapel 4 seine maximale Höhe erreicht hat, wird er entnommen und zur Weiterverarbeitung gebracht. Auf der gegenüber liegenden Seite der Druckmaschine 1 befindet sich der Anleger 2, welcher einem Anlegerstapel 5 bogenförmige Bedruckstoffe 22 entnimmt und über einen Anlagetisch 15 dem ersten Druckwerk 6 der Druckmaschine 1 zuführt. Vom ersten Druckwerk 6 bis zum Lackierwerk 7 werden die bogenförmigen Bedruckstoffe 22 mittels Zylindern 9, 10 transportiert.

Jedes der Druckwerke 6 weist einen Gegendruckzylinder 10 auf, welcher zusammen mit einem Gummituchzylinder 13 den Druckspalt bildet, in dem im Druckwerk 6 die Farbe auf den Bogen 22 aufgebracht wird. Die Druckfarbe selbst befindet sich in jedem Druckwerk im Farbwerk 11, welches die Druckfarbe entsprechend den Einstellungen des aktuellen Druckauftrags dosiert. Zur Beeinflussung der Druckeigenschaften der Farbe befindet sich in jedem Druckwerk 6 außerdem ein Feuchtwerk 12, mit dem gezielt Feuchtmittel zugegeben werden kann. Die so angefeuchtete Druckfarbe wird im Druckwerk 6 auf den Plattenzylinder 14 übertragen, welcher eine Druckplatte trägt und die aufgebrachte Druckfarbe durch eine abrollende Bewegung an den Gummituchzylinder 13 weitergibt. Prinzipiell sind alle Druckwerke 6 gleich aufgebaut, wobei dies nicht notwendigerweise so sein muss. Zwischen den einzelnen Druckwerken 6 werden die Bogen 22 in 1 mittels einer Wendetrommel 9 transportiert. Diese Wendetrommeln 9 erlauben es, die Druckmaschine 1 im Schön- und Widerdruckbetrieb zu betreiben. Mittels der Wendetrommel 9 kann der bedruckte Bogen 22 zwischen jedem der Druckwerke 6 gewendet werden, so dass sowohl Vorder- als auch Rückseite bedruckt werden können. Hinter dem fünften Druckwerk 6 befindet sich ein Lackierwerk 7, in welchem auf den fertig bedruckten Bogen 22 zusätzlich eine Lackschicht aufgebracht werden kann. Die Druckmaschine 1 in 1 ist so ausgestaltet, dass sämtliche Zylinder 9, 10, 13, 14 und die Farbwerke 11 und die Feuchtwerke 12 über einen Zahnräderzug miteinander mechanisch gekoppelt sind. Dabei ist es möglich, dass einzelne Druckwerke 6 oder auch Zylinder 9, 10, 13, 14 durch Kupplungen vom durchgehenden mechanischen Räderzug abgekoppelt werden können. Während des Druckbetriebs sind aber alle Zylinder 9, 10, 13, 14 fest miteinander mechanisch gekoppelt und werden von einem gemeinsamen Hauptantriebsmotor 16 angetrieben. In 1 treibt der Hauptantriebsmotor 16 auf ein Zahnrad des Gegendruckzylinders 10 im dritten Druckwerk 6 ab, von wo aus die Kraft über den Zahnräderzug auf die anderen Zylinder 9, 10, 13, 14 der Druckmaschine 1 übertragen wird.

In den Druckwerken 6 und in dem Lackierwerk 7 werden die einzelnen Farbauszüge und die Lackschicht übereinander gedruckt. Für ein optimales Druckergebnis ist es erforderlich, dass sämtliche Farbauszüge und die Lackschicht möglichst exakt übereinander gedruckt werden, da sonst Bildfehler auftreten. Diese exakte Positionierung übereinander wird in der Druckindustrie als Registerhaltigkeit bezeichnet. Obwohl die Zylinder 10, 13, 14 in den einzelnen Druckwerken 6 mechanisch miteinander gekoppelt sind, weist der Zahnräderzug eine gewisse Elastizität auf, wobei einzelne Zylinder wie zum Beispiel die Plattenzylinder 14 in den Druckwerken 6 mittels eines nicht gezeigten Motors in gewissen Grenzen zur Registerverstellung gegeneinander verdreht werden können. Die Verdrehung der miteinander gekoppelten Zylinder 9, 10, 13, 14 der Maschine hängt vor allem vom Betriebszustand der Druckmaschine 1 ab. Dabei spielt insbesondere die Druckgeschwindigkeit eine große Rolle, aber auch Betriebsparameter wie Umgebungstemperatur, Luftfeuchtigkeit etc. sind zu berücksichtigen. Die Verdrehung im Antriebsstrang der Druckmaschine 1 kann daher ihren Zustand je nach Betriebsbedingungen ändern. Der Torsionszustand ergibt sich aus der Steifigkeit und der Belastung der miteinander gekoppelten Zylinder 9, 10, 13, 14, welche sich, wenn auch in geringem Maße, immer ein wenig gegeneinander verdrehen lassen. Der Torsionszustand der Druckmaschine 1 hat unmittelbar eine Veränderung der Registerhaltigkeit auf den Bogen 22 zur Folge. Bei Inbetriebnahme der Druckmaschine 1 stellt der Drucker daher zu Beginn eines Druckauftrags zunächst bei einer ausgewählten Druckgeschwindigkeit, welche meist erheblicher niedriger als die endgültige Produktionsgeschwindigkeit liegt, die Registerhaltigkeit der einzelnen Farbauszüge in den Druckwerken 6 und der Lackschicht im Lackierwerk 7 ein. Dies geschieht dadurch, dass einige Bogen 22 produziert werden, welche dann mittels eines Messgeräts oder einer Lupe mit bloßem Auge durch den Drucker ausgewertet werden. Die festgestellten Registerabweichungen werden durch eine Verstellung der Register in den einzelnen Druckwerken 6 und im Lackierwerk 7 korrigiert.

Zur Korrektur der Registerverstellung weist die Druckmaschine 1 in 1 eine Maschinensteuerung 20 auf, welche sämtliche Komponenten der Druckmaschine 1 steuert. Die Maschinensteuerung 20 verfügt über einen Rechner, welcher zum Beispiel den Hauptantriebsmotor 16 der Druckmaschine 1 steuert und außerdem dazu vorgesehen ist, die nicht gezeigten Registerverstellmotoren in den einzelnen Druckwerken 6 und im Lackierwerk 7 zu kontrollieren. Dazu sind die Registerverstelleinrichtungen in den Druckwerken 6 und im Lackierwerk 7 über eine Kommunikationsverbindung 21 mit der Maschinensteuerung 20 verbunden. Die Maschinensteuerung 20 wiederum steht mit einer hier nicht gezeigten Eingabevorrichtung, wie zum Beispiel einem Bildschirm und einer Tastatur, in Verbindung, sodass der Drucker die Druckmaschine 1 entsprechend seinen Vorgaben einrichten kann. Über die Maschinensteuerung 20 kann der Drucker somit die Registerverstellung in den einzelnen Druckwerken 6 und im Lackierwerk 7 von Hand vornehmen. Wenn in der Druckmaschine 1 entsprechende Registersensoren vorhanden sind, so kann die Registerverstellung auch im geschlossenen Regelkreis vorgenommen werden. Für das Funktionieren der vorliegenden Erfindung ist dies aber nicht erforderlich.

Die vorliegende Erfindung sorgt nämlich dafür, dass Regeleingriffe nach Möglichkeit gar nicht notwendig werden. Es handelt sich um eine Steuerung, welche anhand eines oder mehrerer Betriebsparameter der Druckmaschine 1 sich während des Betriebs einstellende Registerabweichungen vorausberechnen und die Registerverstellung selbsttätig vornehmen kann.

Die Maschinensteuerung 20 aus 1 wird in 2 näher erläutert. Die Maschinensteuerung 20 besteht aus dem Maschinenrechner 18, welcher sämtliche Betriebsvorgänge der Druckmaschine 1 berechnet und kontrolliert. Der Maschinenrechner 18 überwacht und kontrolliert zum einen die Antriebssteuerung 17, welche den Leistungsbedarf des Hauptantriebsmotors 16 der Druckmaschine regelt. Zum anderen steuert der Maschinenrechner 18 auch die Registersteuerung 19, welche in den einzelnen Druckwerken 6 und im Lackierwerk 7 Registerverstellungen vornimmt. Der Maschinenrechner 18 ist somit das Herzstück der Maschinensteuerung 20.

Erfindungsgemäß ist im Maschinenrechner 18 ein Torsionsmodell der Druckmaschine 1 in Form von Software abgelegt, welches es erlaubt, den Torsionszustand der Druckmaschine 1 in Abhängigkeit der verschiedenen Parameter zu berechnen. Als Betriebsparameter kommen dabei das vom Hauptantriebsmotor 16 abgegebene Drehmoment oder die abgegebene Leistung in Frage, aber auch die Umgebungstemperatur oder Betriebstemperatur der Druckmaschine 1 und Einstellungen der Konfiguration in den einzelnen Druckwerken 6 der Druckmaschine 1. Es hat sich gezeigt, dass es ausreicht, z.B ständig den Leistungsbedarf des Hauptantriebsmotors 16 zu erfassen und im Maschinenrechner 18 dem Torsionsmodell zuzuführen, um den Torsionszustand der Druckmaschine 1 ermitteln zu können. Anhand des ermittelten Torsionszustands lassen sich dann Verstellwerte für die Registerverstellung in den einzelnen Druckwerken 6 und im Lackierwerk 7 berechnen, welche durch die Registersteuerung 19 vorgenommen werden. Auf diese Art und Weise ist es möglich, in Abhängigkeit sich ändernder Betriebsparameter mittels des Torsionsmodells die Registerverstellung zu korrigieren, ohne eine aufwändige Regelungseinrichtung in der Druckmaschine 1 vorsehen zu müssen. Mittels des Torsionsmodells kann eine bei niedriger Einrichtgeschwindigkeit vorgenommene korrekte Registereinstellung durch den Drucker auf beliebige andere Druckgeschwindigkeiten der Druckmaschine 1 umgerechnet werden, so dass der Drucker bei Änderungen der Druckgeschwindigkeit keine neuen Werte für die Registerverstellung eingeben muss.

Wenn die Druckmaschine 1 im Schön- und Widerdruckbetrieb arbeitet, so ist neben der Registerhaltigkeit auch die Übereinstimmung der Positionen des Druckbildes auf der Vorderseite und der Rückseite, der sogenannte Wendepasser, vom Torsionszustand der Druckmaschine 1 abhängig. Die Druckmaschine 1 in 1 kann z.B. im Schön- und Widerdruck betrieben werden, indem auf der dritten Wendetrommel 9 die Bedruckstoffe 22 gewendet werden und so im vierten und fünften Druckwerk 6 auch auf der Rückseite bedruckt werden. Um die Passerhaltigkeit von Druckbild auf Vorder- und Rückseite des Bogens 22 zu erreichen, müssen Registerverstellungen an den ersten drei Druckwerken 6 wie im reinen Schöndruck vorgenommen werden. Bei den Druckwerken 6 vier und fünf ist zu beachten, dass hier die Rückseite bedruckt wird, so dass sich Registerabweichungen auf den Passer anders auswirken. Anhand des Torsionsmodells im Maschinenrechner 18 kann der Abstand des Druckbildes der Vorderseite zum Rand des Bogens 22 berechnet werden, so dass dieser für die Verstellung der Register in den Druckwerken 6 vier und fünf zur Verfügung steht. Die Druckwerke 6 vier und fünf nach der Wendung werden dabei mit dem doppelten berechneten Papierrandverlust des Bogens 22 beaufschlagt, so dass letztendlich die Druckbilder auf Vorder- und Rückseite des Bogens 22 passergenau übereinander liegen.

Der Verlauf des Papierrandverlusts über alle Druckwerke 6 einer Druckmaschine 1 hinweg ist in 3 am Beispiel einer 10-Farbendruckmaschine dargestellt. Die Wendeeinrichtung befindet sich dabei zwischen dem vierten und dem fünften Druckwerk. Auf der vertikalen Achse ist der Papierrandverlust bezogen auf das erste Druckwerk aufgetragen. Der erste Papierrandverlust stellt sich beim zweiten Druckwerk ein und baut sich im Schön- und Widerdruckbetrieb bis zum vierten Druckwerk auf. Nach der Wendung stellt sich am fünften Druckwerk ein Papierrandgewinn in derselben Höhe wie der Gesamtsumme auf der Schöndruckseite ein. Dieser Gewinn wird bis zum zehnten Druckwerk noch ausgebaut. Um diesem entgegen zu wirken, muss die Registerverstellung den in 3 gezeigten Werten entgegen arbeiten, d.h. auf der Schöndruckseite muss eine negative Registerverstellung erfolgen und auf der Widerdruckseite eine positive Registerverstellung. Beim reinen Schöndruck ist nur an den Druckwerken neun und zehn eine positive Korrektur erforderlich, bei den Druckwerken zwei bis acht dagegen eine negative Korrektur. Die Korrekturwerte werden durch das Torsionsmodell berechnet.

Die vorliegende Erfindung ermöglicht somit eine besonders genaue Steuerung der Registerhaltigkeit und der Passerhaltigkeit in Bogenrotationsdruckmaschinen 1 mit einer reinen Steuerung, ohne dass eine aufwändige Regelung mit Registersensoren notwendig ist. Damit ist auch eine einfache Aufrüstung schon bestehender Druckmaschinen 1 mit der erfindungsgemäßen Technik möglich, um auch deren Druckbetrieb entscheidend verbessern zu können.

1
Druckmaschine
2
Anleger
3
Ausleger
4
Auslegerstapel
5
Anlegerstapel
6
Druckwerk
7
Lackwerk
8
Auslegertransportkette
9
Wendetrommel
10
Gegendruckzylinder
11
Farbwerk
12
Feuchtwerk
13
Gummituchzylinder
14
Plattenzylinder
15
Anlagetisch
16
Hauptantriebsmotor
17
Antriebssteuerung
18
Maschinenrechner
19
Registersteuerung
20
Maschinensteuerung
21
Kommunikationsverbindung
22
Bogen


Anspruch[de]
Verfahren zur Steuerung einer Druckmaschine (1) mit mehreren Druckwerken (6), sowie mehreren mechanisch miteinander gekoppelten Zylindern (9, 10, 13, 14) sowie einem Steuerungsrechner (20) zur Steuerung wenigstens eines Antriebsmotors (16), welcher die mechanisch gekoppelten Zylinder (9, 10, 13, 14) antreibt, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Maschinenrechner (20) ein Torsionsmodell zur Beschreibung des Torsionszustands der drehbar mechanisch miteinander gekoppelten Zylinder (9, 10, 13, 14) in der Druckmaschine (1) in Abhängigkeit wenigstens eines messbaren Betriebsparameters oder wenigstens einer dem Maschinenrechner (20) bekannten Größe der Druckmaschine (1) abgelegt ist, und dass auf Basis der durch das Torsionsmodell berechneten Werte die Steuerung der Druckmaschine (1) durch den Steuerungsrechner (20) vorgenommen wird. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Betriebsparameter wenigstens eine für den Leistungsbedarf des wenigstens einen Antriebsmotors (16) charakteristische Größe gemessen und dem Steuerungsrechner (20) der Druckmaschine (1) zugeführt wird. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass als Betriebsparameter das durch den wenigstens einen Antriebsmotor (16) in die Zylinder (9, 10, 13, 14) eingespeiste Drehmoment gemessen und dem Steuerungsrechner (20) der Druckmaschine (1) zugeführt wird. Verfahren nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass mittels der durch das Torsionsmodell berechneten Werte eine Verstellung der Register in den Druckwerken (6) vorgenommen wird. Verfahren nach Patentanspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Registerverstellung durch den Steuerungsrechner (20) der Druckmaschine (1) automatisch erfolgt. Verfahren nach Patentanspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckmaschine (1) eine Messeinrichtung (21) zur Überwachung der Register aufweist und dass bei der Erfassung von Registerabweichungen im Steuerungsrechner (20) mittels des Torsionsmodells eine Korrektur der Registerverstellung in den Druckwerken (6) erfolgt. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Registerverstellung für wenigstens einen ausgewählten Betriebszustand korrekt eingestellt wird und die korrekten Einstellungswerte der Registerverstellung in Verbindung mit dem zugehörigen ausgewählten Betriebszustand im Steuerungsrechner (20) der Druckmaschine (1) abgespeichert werden. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der ausgewählte Betriebszustand eine ausgewählte Druckgeschwindigkeit, insbesondere die Druckgeschwindigkeit beim Einrichten der Druckmaschine (1), ist. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass bei Änderung der Druckgeschwindigkeit auf Basis der für die ausgewählte Druckgeschwindigkeit korrekt eingestellten Registerverstellung unter Berücksichtigung des Torsionsmodells eine Korrektur der Registerverstellung bei geänderter Druckgeschwindigkeit erfolgt. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Torsionszustand der Druckmaschine (1) an wenigstens zwei Stellen mittels Sensoren messtechnisch erfasst wird. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass durch die Erfassung eines Betriebsparameters auf mehrere Komponenten (7, 11, 12) oder Druckwerke (6) der Druckmaschine (1) eingewirkt wird. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Drehmomentbedarf in den Druckwerken (6) der Druckmaschine (1) variabel einstellbar ist. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Drehmomentverteilung in den Druckwerken (6) in Abhängigkeit der jeweiligen Konfiguration der Druckwerke (6) erfolgt. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mittels des Torsionsmodells Lageabweichungen bezüglich Vorder- und Rückseite eines Bedruckstoffes (22) beim Schön- und Widerdruck nach einer Wendetrommel (9) durch die Registerverstellung korrigiert werden. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass der sich ändernde Torsionszustand der Druckmaschine (1) berechnet wird, dass aus dem berechneten Torsionszustand die Registerabweichung berechnet wird, welche ein Bedruckstoff (22) in der Druckmaschine (1) vor der Wendetrommel (9) erfahren hat, und dass die Registerverstellung für die Druckwerke (6) nach der Wendetrommel (9) mit dem doppelten Wert des Papierrandverlusts bezogen auf die Druckwerke (6) vor der Wendung zur Korrektur der Registerabweichung beaufschlagt werden. Druckmaschine (1) mit mehreren Druckwerken (6) und wenigstens einem Antriebsmotor (16) sowie einem Steuerungsrechner (20), wobei wenigstens ein Teil der Zylinder (9, 10, 13, 14) in der Druckmaschine (1) mechanisch miteinander gekoppelt sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Maschinensteuerung (20) der Druckmaschine (1) dazu vorgesehen ist, anhand eines im Steuerungsrechner (20) hinterlegten Torsionsmodells Registerabweichungen in Abhängigkeit der Veränderung wenigstens eines messbaren Betriebsparameters oder wenigstens einer dem Maschinenrechner (20) bekannten Größe der Druckmaschine (1) zu korrigieren. Druckmaschine (1) nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens einige der Zylinder (9, 10, 13, 14) in der Druckmaschine (1) mittels eines Zahnräderzugs mechanisch miteinander gekoppelt sind. Druckmaschine (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Vorrichtung (17) zur Erfassung des Leistungsbedarfs oder des Drehmoments des wenigstens einen Antriebsmotors (16) vorgesehen ist.






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