| Dokumentenidentifikation |
DE102006031194B3 23.08.2007 |
| Titel |
Vorrichtung und Verfahren zur vergleichenden Massebestimmung |
| Anmelder |
Sartorius AG, 37075 Göttingen, DE |
| Erfinder |
Gatzemeier, Benno, 37075 Göttingen, DE; Buchner, Christian, Perchtoldsdorf, AT; Einspieler, Christoph, Wien, AT |
| Vertreter |
Fiedler, Ostermann & Schneider, 37073 Göttingen |
| DE-Anmeldedatum |
04.07.2006 |
| DE-Aktenzeichen |
102006031194 |
| Veröffentlichungstag der Patenterteilung |
23.08.2007 |
| Veröffentlichungstag im Patentblatt |
23.08.2007 |
| IPC-Hauptklasse |
G01G 21/22(2006.01)A, F, I, 20060704, B, H, DE
|
| IPC-Nebenklasse |
G01G 23/01(2006.01)A, L, I, 20060704, B, H, DE
G01G 21/26(2006.01)A, L, I, 20060704, B, H, DE
G01N 9/08(2006.01)A, L, I, 20060704, B, H, DE
|
| Zusammenfassung |
Vorrichtung zur vergleichenden Massebestimmung eines Prüflings, mit einer Waage, deren Waagschale im Wechsel mit dem Prüfling und einem Vergleichsnormal bekannter Masse bestückbar ist, wobei in einem vertikalen Abstand parallel zur ersten Waagschale eine mit der ersten Waagschale verbundene zweite Waagschale angeordnet ist, die im Wechsel mit unterschiedlichen Substitutionsgewichten bekannter Massen bestückbar ist. Verfahren zur vergleichenden Massebestimmung eines Prüflings, bei dem eine Waagschale einer Waage im Wechsel mit dem Prüfling und einem Vergleichsnormal bekannter Masse bestückt und durch Vergleich ihrer Gewichtskräfte die Masse des Prüflings bestimmt wird, wobei parallel zur ersten Waagschale eine mit der ersten Waagschale verbundene zweite Waagschale im Wechsel mit Substitutionsgewichten bestückt wird, und wobei jeweils die Gewichtskraft des Prüflings plus der Gewichtskraft des ihn zugeordneten Substitutionsgewichtes ermittelt und mit der Gewichtskraft des Vergleichsnormals oder der Gewichtskraft des Vergleichsnormals plus der Gewichtskraft eines dem Vergleichsnormal zugeordneten zweiten Substitutionsgewichts ermittelt wird.
|
| Beschreibung[de] |
|
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur vergleichenden Massebestimmung
eines Prüflings, mit einer Waage, deren Waagschale im Wechsel mit dem Prüfling
und einem Vergleichsnormal bekannter Masse bestückbar ist.
Die Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zur vergleichenden
Massebestimmung eines Prüflings, bei dem eine Waagschale einer Waage im Wechsel
mit dem Prüfling und einem Vergleichsnormal bekannter Masse bestückt und
durch Vergleich ihrer Gewichtskräfte die Masse des Prüflings bestimmt
wird.
Aus der DE 101 59 418 B4
ist eine Vorrichtung zur vergleichenden Massenbestimmung eines Prüflings bekannt.
Die Waagschale einer Waage ist dabei im Wechsel von einer Beladevorrichtung mit
dem Prüfling und einem Vergleichsnormal bekannter Masse bestückbar.
Nachteilig bei der bekannten Vorrichtung zur vergleichenden Masse-
und auch Volumenbestimmung eines Prüflings ist, dass wegen des Komparatorprinzips
(immer gleiche Lasten auf der Waage) für Prüflinge unterschiedlichen Nenngewichts
unterschiedliche Vergleichsnormale benötigt werden. Dies hat zur Folge, dass
entweder Masse-Komparatoren mit durchgängigem Wägebereich und eingeschränkter
Auflösung oder unterschiedliche an die Prüflinge angepasste Masse-Komparatoren
mit begrenztem elektrischen Wägebereich (Fenster-Komparator) eingesetzt werden
müssen. Weiterhin nachteilig ist, dass bei Prüflingen mit sehr kleinen
Massen, diese nicht direkt mit einem wesentlich schwereren Referenzgewicht verglichen
werden können.
Aus der internationalen Empfehlung OIML R 111-1 der International
Organization of Legal Metrology, sind empfohlene Methoden zur Dichtebestimmung bzw.
Volumenbestimmung bekannt. Als genaueste Methode wird dabei angesehen, den Prüfling
mit einem Referenzgewicht bzw. Vergleichsnormal sowohl in Luft als auch in einer
Flüssigkeit mit bekannter Dichte zu vergleichen.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, die bekannten Vorrichtungen
so zu verbessern, dass praktisch jeder beliebige Masse-Komparator mit einem geringen
elektrischen Wägebereich und hoher Auflösung verwendet werden kann.
Diese Aufgabe wird in Verbindung mit dem Oberbegriff des Anspruches
1 dadurch gelöst, dass in einem vertikalen Abstand parallel zur ersten Waagschale
eine mit der ersten Waagschale verbundene zweite Waagschale angeordnet ist, die
im Wechsel mit unterschiedlichen Substitutionsgewichten bekannter Massen, so genannten
Referenzgewichten oder Gewichtsnormalen, bestückbar ist.
Durch die Verwendung einer zweiten Waagschale bzw. zweiten Waagschalenebene
kann der Prüfling durch das Substitutionsgewicht bekannter Masse zur Masse
des Vergleichsnormals ergänzt werden bzw. zur Summe des Vergleichsnormals plus
Masse eines zweiten Substitutionsgewichts bekannter Masse ergänzt werden. Dadurch
kann jeder beliebige Masse-Komparator bzw. Waage mit einem geringen elektrischen
Wägebereich verwendet werden. Auch können so sehr kleine Massen direkt
mit einer wesentlich schwereren Siliziumkugel als Vergleichsnormal verglichen werden.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung
sind die Waagschalen über ihnen zugeordnete Wechsler bestückbar. Die Wechsler
sind dabei miteinander zu einer Beladevorrichtung verbunden, über die die beiden
Waagschalen gleichzeitig bestückbar sind. Dadurch lässt sich eine schnelle,
präzise und automatische wechselnde Bestückung der Waagschalen erreichen.
Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung
sind die beiden Waagschalen in unterschiedlichen Medien anordenbar. Durch unterschiedliche
Medien mit unterschiedlicher Dichte kann bei der Volumen- oder Dichtebestimmung
die unterschiedliche Dichte der Medien zur Bestimmung der Dichte von Prüflingen
in diesen zwei Medien benutzt werden.
Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der
Erfindung ist die erste in vertikaler Richtung unten angeordnete Waagschale in einem
Behälter mit einem flüssigen Medium eintauchbar, während die darüber
liegende zweite Waagschale von einem gasförmigen Medium umgeben ist. Damit
lässt sich relativ kostengünstig die in der OIML R 111 empfohlene Methode
A des direkten Vergleichs unterschiedlicher Massen/Volumina mittels hydrostatischer
Wägung durchführen. Aus einem einzigen Dichtenormal (z.B. Siliziumkugel)
beliebiger Masse, bei bekannter Masse und bekanntem Volumen, kann auf das Volumen
und somit die Dichte des Prüfkörpers, bei dem nur die Masse bekannt ist,
geschlossen werden. Durch den direkten Anschluss an ein primäres Dichtenormal
(z. B. Siliziumkugel) ergeben sich sehr geringe Volumenunsicherheiten. Außerdem
sind keine weiteren Gewichte als Volumenreferenzen nötig.
Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der
Erfindung bilden die beiden Waagschalen ein frei hängendes Gehänge, das
zur Übergabe von Prüflingen und/oder Vergleichsnormalen und/oder Substitutionsgewichten
auf die Beladevorrichtung in einer Zwangsposition arretierbar ist. Durch
das Gehänge bzw. die beiden hängenden Waagschalen ist sichergestellt,
dass die Krafteinleitung in die Waage immer gleichförmig exakt in vertikaler
Richtung erfolgt. Damit können Fehlmessungen durch ungleichförmige Krafteinleitung
(Ecklastfehler) verhindert werden. Die Position der Gewichte auf der hängenden
Waagschale hat somit praktisch keinen Einfluss auf das Wägeergebnis. Um eine
präzise Gewichts- bzw. Massenübergabe durchführen zu können,
wird das Gehänge unmittelbar vor der Gewichtsübergabe zwangspositioniert
und dabei arretiert. Die Arretierung erfolgt mechanisch durch einen Hubmechanismus
der Beladevorrichtung. Erst unmittelbar vor der Wägung erfolgt dann die Freigabe
des Gehänges und somit die Aufhebung der Arretierung. Zur Übergabe der
Gewichte weisen die Wechsler der Beladevorrichtung und die Waagschalen des Gehänges
gabelförmig ineinander greifende Auflagebereiche auf. Derartige Auflagebereiche
haben sich bewährt und sind beispielsweise aus der DE
103 00 626 B3 bekannt.
Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der
Erfindung weist zur Volumenbestimmung des Prüflings das Vergleichsnormal ein
bekanntes Volumen auf, wobei Vergleichsnormal und Prüfling in einem flüssigen
Medium abwechselnd auf die erste Waagschale auflegbar sind. Das Vergleichsnormal
kann dabei beispielsweise als eine Siliziumkugel mit bekannter Masse und bekanntem
Volumen ausgebildet sein.
Das aus der DE 101 59 418
B4 bekannte Verfahren weist die oben geschilderten Nachteile auf.
Weitere Aufgabe der Erfindung ist es daher, die bekannten Verfahren
so zu verbessern, dass sie einfach und kostengünstig mit jedem beliebigen Masse-Komparator
verwendet werden können.
Diese Aufgabe wird in Verbindung mit dem Oberbegriff des Anspruches
10 dadurch gelöst, dass parallel zur ersten Waagschale eine mit der ersten
Waagschale verbundene zweite Waagschale im Wechsel mit Substitutionsgewichten bestückt
wird, und dass jeweils die Gewichtskraft des Prüflings plus der Gewichtskraft
des ihm zugeordneten Substitutionsgewichtes ermittelt und mit der Gewichtskraft
des Vergleichsnormals oder der Gewichtskraft des Vergleichsnormals plus der Gewichtskraft
eines dem Vergleichsnormal zugeordneten zweiten Substitutionsgewichts ermittelt
wird.
Dadurch, dass jeweils die Gewichtskraft des Prüflings plus der
Gewichtskraft des ihm zugeordneten Substitutionsgewichtes als Summe ermittelt und
mit der Gewichtskraft des Vergleichsnormals bzw. mit der Summe der Gewichtskraft
des Vergleichsnormals plus eines dem Vergleichsnormal zugeordneten zweiten Substitutionsgewichts
ermittelt wird, kann jeder geeignete Komparator mit kleinem Wägebereich (Fensterkomparator)
oder jede Waage verwendet werden. Die Gewichtskraft des Prüflings kann somit
niedriger sein als die Gewichtskraft des Vergleichsnormals.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung
wird die Gewichtskraftsumme von Prüfling und zugeordnetem Substitutionsgewicht
annährend gleich der Gewichtssumme von Vergleichsnormal und zugeordnetem Substitutionsgewicht
gewählt, wobei die Gewichtskraftsummen jeweils im elektrischen Wägebereich
der Waage liegen. Durch die Summenbildung auf der Seite des Vergleichsnormals und
zugeordnetem Substitutionsgewicht ist man relativ frei in der Wahl der Masse des
Vergleichsnormals.
Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung
sind die Substitutionsgewichte in einem anderen Medium angeordnet als Vergleichsnormal
und Prüfling. Insbesondere werden dabei die Substitutionsgewichte in einem
gasförmigen Medium, beispielsweise der Raumluft, und das Vergleichsnormal und
der Prüfling in einem flüssigen Medium, beispielsweise Wasser, angeordnet.
Dadurch lassen sich insbesondere die internationalen Empfehlungen der OIML R 111
zur Dichte- bzw. Volumenmessung einfach, sicher und kostengünstig einhalten.
Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der
Erfindung wird das Volumen des Prüflings unter Verwendung des Vergleichsnormals
als Volumennormal mit bekanntem Volumen bestimmt. Insbesondere lässt sich dabei
eine Siliziumkugel als Volumennormal mit bekanntem Volumen und bekannter Masse einsetzen.
Die Masse des Volumennormals kann dabei wegen der o.g. Summenbildung wesentlich
größer als die Masse des Prüflings sein.
Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung
wird durch die Wechsler einer automatischen Beladevorrichtung gleichzeitig die erste
Waagschale und die zweite Waagschale als Teile eines Gehänges beladen. Dabei
können Prüfling, Vergleichsnormal und Substitutionsgewichte vollautomatisch,
schnell und sicher auf den Waagschalen gewechselt werden.
Weitere Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
ausführlichen Beschreibung und den beigefügten Zeichnungen, in denen bevorzugte
Ausführungsformen der Erfindung beispielhaft veranschaulicht sind.
In den Zeichnungen zeigen:
1: eine schematische Darstellung einer Vorrichtung
zur vergleichenden Massebestimmung,
2: eine Vorderansicht einer Vorrichtung zur vergleichenden
Massebestimmung mit geöffneter Gehäusetür,
3: eine räumliche Darstellung der Vorrichtung
von 2 ohne Gehäuse aus Richtung III der Vorrichtung
von 4 und
4: eine räumliche Darstellung der Vorrichtung
von 3 aus Richtung IV
Eine Vorrichtung 1 zur vergleichenden Massebestimmung eines
Prüflings 2 besteht im Wesentlichen aus einer Waage 3, einer
ersten Waagschale 4, einer zweiten Waagschale 5, einer Beladevorrichtung
6 und einem Flüssigkeitstank 7.
Die Vorrichtung 1 ist insbesondere zur Volumen- bzw. Dichtebestimmung
des Prüflings 2 mittels hydrostatischer Vergleichswägung in Flüssigkeit
8 zwischen einem Volumen- bzw. Vergleichsnormal 9 mit bekanntem
Volumen und bekannter Masse und dem Prüfling 2, einem Festkörper,
unter Verwendung zusätzlicher Substitutionsgewichte 10,
11 geeignet.
Die Krafteinleitung in die Waage 3 erfolgt über ein
Gehänge 12, welches sich in vertikaler Richtung unterhalb der Waage
3 befindet und die untere erste Waagschale 4 mit der darüberliegenden
zweiten Waagschale 5 fest miteinander verbindet. Die erste Waagschale
4 taucht in den mit Flüssigkeit 8 gefüllten Flüssigkeitstank
7 ein, so dass die erste Waagschale 4 in der Flüssigkeit
mit dem Prüfling 2 oder dem Vergleichsnormal 9 über
die Beladevorrichtung 6 bestückbar ist.
Die Beladevorrichtung 6 weist zum Bestücken bzw. Beladen
der Waagschalen 4, 5 einen ersten Wechsler 13 auf, der
der ersten Waagschale 4 zugeordnet ist, und einen zweiten Wechsler
14 auf, der der zweiten Waagschale 5 zugeordnet ist. Die Wechsler
13, 14 sind dabei als an einer Hub- und Drehachse 15
angeordnete Revolvermagazine ausgebildet, die radial zur Hub- und Drehachse
15 angeordnete gabelförmige Gewichtablagefinger 16 als Auflagebereiche
für Vergleichsnormal 9 und Prüflinge 2 bezüglich
des ersten Wechslers 13 und für die Substitutionsgewichte
10 bezüglich des zweiten Wechslers 14 aufweisen. Die Waagschalen
4, 5 weisen zu den Gewichtablagefingern 16 korrespondierende
Gewichtablagefinger 18 auf, die jeweils einen Auflagebereich für den
Prüfling 2 bzw. das Vergleichsnormal 9 im Fall der ersten
Waagschale 4 und für das Substitutionsgewicht 10,
11 im Fall der zweiten Waagschale 5 bilden.
Unmittelbar vor der Gewichtsübergabe, bzw. der Auswechslung von
Prüflingen 2 und/oder Vergleichsnormal 9 und/oder Substitutionsgewichten
10, 11, wird das Gehänge 12 über einen Hubmechanismus
20 zwangspositioniert und mechanisch fixiert. Erst unmittelbar vor der
Wägung folgt dann die Freigabe des Gehänges 12 und somit die
Aufhebung seiner Fixierung.
Die Beladevorrichtung 6 ist über die zentrale Hub- und
Drehachse 15 mit einer Hubvorrichtung 21 verbunden. Über
die Hubvorrichtung 21 lässt sich die Hub- und Drehachse
15 um ihre Achse drehen, so dass die Gewichtablagefinger 16 der
Wechsler 13, 14 in die vorgesehene Position zu den korrespondieren
Gewichtablagefingern 18 der Waagschalen 4, 5 gebracht
werden. Durch Anheben bzw. Absenken der Beladevorrichtung 6 kann dann die
Übergabe erfolgen.
Die Bestückung des ersten Wechslers 14 mit dem Vergleichsnormal
9 und Prüflingen 2 kann über eine Liftvorrichtung
19 erfolgen.
Die Vorrichtung 1 weist ein Gehäuse 22 auf,
das durch eine Tür 23 an seiner Vorderseite einen Zugang ermöglicht.
In einem Rohrrahmen 24 mit Einschüben werden die einzelnen Komponenten
integriert. Um thermisch bedingte Einflüsse gering zu halten, ist sowohl die
Steuerung 25 als auch die Leistungselektronik außerhalb des Gehäuseinnenraumes
26 angeordnet. Zur Vermeidung von störenden Magnetfeldern ist das
gesamte System vorwiegend aus nicht magnetischem Materialien gefertigt. Während
der Messung wird der relevante Bereich der Beladevorrichtung 6 stromfrei
geschaltet. Die Temperatur der Flüssigkeit 8 wird über einen
Temperatursensor 27 gemessen. Zur Luftdichteberechnung werden die Umgebungsbedingungen,
wie Temperatur, Druck, und Feuchte, gemessen, aufgezeichnet und verrechnet. Die
Auswertung erfolgt entsprechend den Formeln der OIML R 111. Ergebnis ist beispielsweise
das Volumen des Prüflings 2.
Die Temperatur der Flüssigkeit 8 in dem Flüssigkeitstank
7 lässt sich über einen Thermoregler 28 regeln.
Im Ausführungsbeispiel zur Volumen- bzw. Dichtebestimmung des
Prüflings 2 ergibt sich folgender Messablauf:
1. Die Bestimmung der Flüssigkeitsdichte mit Hilfe des Vergleichsnormals
9
Dabei wird die Gewichtskraft des Vergleichsnormals 9, das
als Volumennormal genutzt wird, in der Flüssigkeit 8 zu Substitutionsgewichten
11 mit bekannter Masse in Luft, mit Hilfe der Waage 3 verglichen.
Die so ermittelte Differenz zwischen der tatsächlichen Masse des Vergleichs-
bzw. Volumennormals (lt. Kalibrierzertifikat) und der Gewichtskraft des Vergleichsnormals
bzw. Volumennormals in der Flüssigkeit 8 ist Grundlage für die
Berechnung der Flüssigkeitsdichte.
2. Messablauf bei der Dichtebestimmung des Prüflings 2
Das Vergleichsnormal 9 und der Prüfling 2,
bzw. unterschiedliche Prüflinge 2, werden auf die Auflagebereiche
17 des ersten Wechslers 13 in der Flüssigkeit 8
abgelegt. Der zweite Wechsler 14 in Luft wird so mit Substitutionsgewichten
10, 11 bestückt, das bei jeder Position der Wechsler
13, 14 die Summe der Gewichtskräfte an der Waage
3 annähernd gleich ist.
Die Dichte der Flüssigkeit 8 wurde zuvor mit dem Vergleichsnormal
9 bestimmt (siehe Messablauf Pkt. 1). Die Temperatur der Flüssigkeit
8 wird während des automatischen Messablaufs überwacht und Dichteänderungen
durch Temperaturänderungen werden automatisch rechnerisch korrigiert. Nach
Eingabe aller benötigten Daten wird ein automatischer Prozess von Vergleichsmessungen
gestartet.
Dabei wird abwechselnd das Vergleichsnormal 9 plus Substitutionsgewicht
11 gleich „A" mit dem Prüfling 2 plus Substitutionsgewicht
10 gleich „B" in der Reihenfolge „ABBA" einmal oder mehrfach
verglichen (siehe ABBA-Verfahren OIML R 111).
3. Berechnung der Dichte
Die Dichte der Prüflinge 2 errechnet sich aus:
- – der Dichte der Flüssigkeit 8 (vor dem Messablauf bestimmt
und während der Messung temperaturkorrigiert),
- – der Masse und Dichte des Vergleichsnormals 9 (lt. Prüfzertifikat),
- – der Masse der verwendeten Prüflinge 2 (die Substitutionsgewichte
auf der zweiten Waagschale in Luft),
- – der Waagen- bzw. Komparatoranzeige.
Die Messunsicherheit dieses erfindungsgemäßen Verfahrens
ist deutlich kleiner als 0,1 kg/m3.
|
| Anspruch[de] |
Vorrichtung zur vergleichenden Massebestimmung eines Prüflings
(2), mit einer Waage (3), deren Waagschale (4) im Wechsel
mit dem Prüfling (2) und einem Vergleichsnormal (9) bekannter
Masse bestückbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass in einem vertikalen
Abstand parallel zur ersten Waagschale (4) eine mit der ersten Waagschale
(4) verbundene zweite Waagschale (5) angeordnet ist, die im Wechsel
mit unterschiedlichen Substitutionsgewichten (10, 11) bekannter
Massen bestückbar ist.
Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Waagschalen
(4, 5) über ihnen zugeordnete Wechsler (13,
14) bestückbar sind.
Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Wechsler
(13, 14) miteinander zu einer Beladevorrichtung (6) verbunden
sind, über die die beiden Waagschalen (4, 5) gleichzeitig
bestückbar sind.
Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
dass die beiden Waagschalen (4, 5) in unterschiedlichen Medien
anordenbar sind.
Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die erste
Waagschale (4) in vertikaler Richtung unten angeordnet und in einem Behälter
mit einem flüssigen Medium eintauchbar ist, während die darüber liegende
zweite Waagschale (5) von einem gasförmigen Medium umgeben ist.
Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
dass die Waagschalen (4, 5) ein frei hängendes Gehänge
(12) bilden, das zur Auswechslung von Prüflingen (2) und/oder
Vergleichsnormal (9) und/oder Substitutionsgewichten (10,
11) in einer Zwangsposition arretierbar ist.
Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
dass die Wechsler (13, 14) und die Waagschalen (4,
5) zur Auswechslung gabelförmig ineinander greifende Auflagebereiche
(17, 19) aufweisen.
Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
dass zur Volumenbestimmung des Prüflings (2) das Vergleichsnormal
(9) ein bekanntes Volumen aufweist, wobei Vergleichsnormal (9)
und Prüfling (2) in einem flüssigen Medium auf der ersten Waagschale
(4) abwechselnd auflegbar sind.
Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Vergleichsnormal
(9) als eine Siliziumkugel mit bekannter Masse und bekanntem Volumen ausgebildet
ist.
Verfahren zur vergleichenden Massebestimmung eines Prüflings (2),
bei dem eine Waagschale (4) einer Waage (3) im Wechsel mit dem
Prüfling (2) und einem Vergleichsnormal (9) bekannter Masse
bestückt und durch Vergleich ihrer Gewichtskräfte die Masse des Prüflings
(2) bestimmt wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass parallel zur ersten Waagschale (4) eine mit der ersten Waagschale
(4) verbundene zweite Waagschale (5) im Wechsel mit Substitutionsgewichten
(10, 11) bekannter Massen bestückt wird, und
dass jeweils die Gewichtskraft des Prüflings (2) plus der Gewichtskraft
des ihm zugeordneten Substitutionsgewichtes (10) bekannter Masse ermittelt
und mit der Gewichtskraft des Vergleichsnormals (9) oder
der Gewichtskraft des Vergleichsnormals (9) plus der Gewichtskraft eines
dem Vergleichsnormal (9) zugeordneten zweiten Substitutionsgewichts (11)
bekannter Masse ermittelt wird.
Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Gewichtskraftsumme
von Prüfling (2) und zugeordnetem Substitutionsgewicht (10)
bekannter Masse annähernd gleich der Gewichtskraftsumme von Vergleichsnormal
(9) und zugeordnetem Substitutionsgewichts (11) bekannter Masse
ist, und dass die Gewichtskraftsummen im elektrischen Wägebereich der Waage
(3) liegen.
Verfahren nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass die
Substitutionsgewichte (10, 11) bekannter Massen in einem anderen
Medium angeordnet werden als Vergleichsnormal (9) und Prüfling (2).
Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Substitutionsgewichte
(10, 11) bekannter Massen in einem gasförmigen Medium und
das Vergleichsnormal (9) und der Prüfling (2) in einem flüssigen
Medium angeordnet werden.
Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 13, dadurch gekennzeichnet,
dass das Volumen des Prüflings (2) unter Verwendung des Vergleichsnormals
(9) als Volumennormal mit bekanntem Volumen bestimmt wird.
Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 14, dadurch gekennzeichnet,
dass durch Wechsler (13, 14) einer automatischen Beladevorrichtung
(6) gleichzeitig die erste Waagschale (4) und die zweite Waagschale
(5) als Teile eines Gehänges (12) beladen werden.
|
|
|