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Dokumentenidentifikation DE102007002756A1 23.08.2007
Titel Verfahren und Vorrichtung zum Separieren eines Bogens von einem Bogenstapel
Anmelder Heidelberger Druckmaschinen AG, 69115 Heidelberg, DE
Erfinder Zimbakov, Darko, 69168 Wiesloch, DE
DE-Anmeldedatum 18.01.2007
DE-Aktenzeichen 102007002756
Offenlegungstag 23.08.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 23.08.2007
IPC-Hauptklasse B65H 3/08(2006.01)A, F, I, 20070118, B, H, DE
Zusammenfassung Bei einem Verfahren und einer Vorrichtung zum Heben und Senken eines als Springsauger ausgebildeten Hubsaugers in einer Bogen verarbeitenden Maschine ist es vorgesehen, dass der Hubsauger bei seiner Hubbewegung durch ein elektromagnetisch erzeugtes Kraftfeld gebremst wird.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen sogenannten Springsauger und ein Arbeitsverfahren zum Betreiben des Springsaugers.

Springsauger zeichnen sich im Allgemeinen dadurch aus, dass diese mit Saugluft beaufschlagt einen Bogen mittels eines Saugtellers ansaugen, wobei dieser an einem Hohlkolben angeordnet ist. Wird die Saugtelleröffnung durch den Bogen abgedeckt, führt ein sich im Hohlkolben ausgebildeter Unterdruck dazu, dass der Saugteller mit Bogen angehoben wird. Sobald der Bogen die Saugtelleröffnung verlässt, dringt Umgebungsluft in den Hohlkolben ein und dieser fällt durch seine Gewichtskraft und/oder Federunterstützung in seine Aufnahmeposition für den nächsten Bogen zurück.

Ein derartiger Springsauger ist z. B. durch die DE 40 12 778 C1 bekannt.

Das Anspringen eines Springsaugers bzw. das Hochfahren des Springsaugers erfolgt sehr schnell und kann dazu führen, dass der Bogen verloren geht.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung zu schaffen, mit welcher ein Anspringen des Springsaugers bzw. dessen Hochfahrgeschwindigkeit gedrosselt werden kann.

Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale der Ansprüche 1 und 4 gelöst.

Es ist ein Vorteil der Erfindung, dass ein magnetisches Kraftfeld zum Abbremsen der Hubdüse des Springsaugers eingesetzt wird. Durch diese Maßnahme kann nahezu reibungsfrei und verschleißfrei eine Bremskraft auf die Hubdüse einwirken, die zusätzlich sehr einfach durch die Verwendung eines einstellbaren Widerstandes steuerbar ist.

Durch den Einsatz eines pneumatischen Schalters kann sehr einfach und kostengünstig ein Abschalten des Kraftfeldes zur Erzeugung der Bremswirkung erfolgen. In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung wird vorgeschlagen, zwischen zwei Schaltkreisen mit unterschiedlichen bzw. unterschiedlich eingestellten Widerständen umzuschalten, so dass auch bei einer Abwärtsbewegung des Hubkolbens ein Kraftfeld mit kleinerer Bremswirkung erzeugt werden kann.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen dargestellt und wird im Folgenden beschrieben.

Es zeigen:

1 eine Bogenrotationsdruckmaschine im Schnitt in schematischer Darstellung,

2 den erfindungsgemäßen Springsauger in einer unteren Bogenansaugposition,

3 den erfindungsgemäßen Springsauger in einer oberen Bogenabgabeposition,

4 einen pneumatischen Schalter,

5 einen ersten Schaltkreis und

6 einen zweiten Schaltkreis.

Eine Bogen 7 verarbeitende Maschine, z. B. eine Druckmaschine 1, weist einen Anleger 2, mindestens ein Druckwerk 3 bzw. 4 und einen Ausleger 6 auf. Die Bogen 7 werden von einem Bogenstapel 8 entnommen und vereinzelt oder schuppenförmig über einen Zuführtisch 9 den Druckwerken 3 und 4 zugeführt. Diese enthalten in bekannter Weise jeweils einen Plattenzylinder 11, 12. Die Plattenzylinder 11 und 12 weisen jeweils eine Vorrichtung 13, 14 zum Befestigen flexibler Druckplatten auf. Darüber hinaus ist jedem Plattenzylinder 11, 12 eine Vorrichtung 16, 17 für den halb- oder vollautomatischern Druckplattenwechsel zugeordnet.

Der Bogenstapel 8 liegt auf einer gesteuert anhebbaren Stapelplatte 10 auf. Die Entnahme der Bogen 7 erfolgt von der Oberseite des Bogenstapels 8 mittels eines so genannten Saugkopfes 18, der unter anderem eine Anzahl von Hub- und Schleppsaugern 19, 21 für die Vereinzelung der Bogen 7 aufweist. Darüber hinaus sind die Blaseinrichtungen 22 zu Auflockerung der oberen Bogenanlagen und Testelemente 23 zur Stapelnachführung vorgesehen. Zur Ausrichtung des Bogenstapels 8, insbesondere der oberen Bogen 7 des Bogenstapels 8 sind eine Anzahl von seitlichen und hinteren Anschlägen 24 vorgesehen.

Die Hubsauger 19 sind als sogenannte Springsauger ausgebildet. Jeder weist u. a. einen zylinderförmigen Hohlkolben 26 auf, der auf einer Führung, z. B. einem Zylinderkörper 27, auf- und abbewegbar gelagert ist. An einem unteren Ende des Hohlkolbens 26 ist ein flexibler Saugteller oder Saugnapf 28 angeordnet, der eine nach unten auf den zu separierenden Bogen 7 gerichtete Öffnung aufweist. Zwischen dem Hohlkolben 26 und dem Zylinderkörper 27 ist eine Druckfeder 29 zur Unterstützung der Abwärtsbewegung des Saugtellers 28 angeordnet. Der Hohlkolben 26 trägt an seiner Wandung am Umfang verteilt Permanentmagnete 31, vorzugsweise einen Ringmagneten.

Der Zylinderkörper 27 ist im Bereich seiner Wandung mit einer Spule 32 zur Erzeugung eines magnetischen Kraftfeldes versehen. Die Permanentmagnete 31 umgeben hierbei die Wicklung der Spule 32. Der Zylinderkörper 27 ist über einen Sauganschluss 33 und eine Saugleitung 35 mit einer Saugquelle 34 verbunden, die den Springsauger 19 taktweise mit Saugluft beaufschlagt.

Ein erstes Ende 36 der Spule 32 ist mittels eines Schaltkreises 37 mit einem zweiten Ende 38 der Spule 32 verbunden. Der Schaltkreis 37 weist einen Schalter 39 auf, der z. B. als pneumatischer Schalter ausgebildet ist und auf Druckunterschiede anspricht. Darüber hinaus ist mit dem pneumatischen Schalter 39 ein in Reihe geschalteter einstellbarer Widerstand 41 vorgesehen.

Der pneumatische Schalter 39 ist in 4 dargestellt und weist einen durch eine Membran 42 geteilten Schaltraum 43 auf. Der erste Teil 43a des Schaltraumes 43 steht über eine Öffnung 44 mit der Umgebung in Verbindung. Der zweite Teil 43b des Schaltraumes 43 steht in Verbindung mit dem Innenraum des Zylinderkörpers 27. Wenn der Springsauger offen und nicht vom Bogen bedeckt ist, herrschen in beiden Teilräumen 43a und 43b naheliegend gleiche Druckzustände. Beim Abdecken des Saugtellers 28 durch den Bogen herrscht im Teilraum 43b der Unterdruck des Zylinderkörpers 27. Dadurch wird die Membran 42 ausgelenkt. Im zweiten Teil 43b befinden sich zwei parallel angeordnete Kontaktelemente 46, 47. Zumindest das eine Kontaktelement 47 ist flexibel ausgebildet und wird bei einem Druckunterschied der beiden Teilräume 43a, 43b durch die Membran 42 ausgelenkt, so dass dieses in Kontakt mit dem Kontaktelement 46 gelangt. Hierdurch wird der Schaltkreis 37 beim Ansaugen des Bogens geschlossen.

Der Schaltkreis 37 besteht gemäß 5 aus dem pneumatischen Schalter 39 in Reihe geschaltet mit dem einstellbaren Widerstand 41, sowie in Reihe geschaltet mit der Spule 32. Der Schalter 39 ist in zwei Endstellungen „geöffnet" und „geschlossen" schaltbar.

Gemäß 6 ist ein Schaltkreis 40 vorgesehen, der einen zweiten einstellbaren Widerstand 45 aufweist. Durch diese Maßnahme kann mittels des Schalters 39 zwischen zwei Schaltkreisen 37 und 39 hin- und hergeschaltet werden. Entweder ist z. B. zum Anheben des Saugtellers 28 der erste Schaltkreis 37 mit dem Widerstand 41 kurzgeschlossen oder zum Absenken der zweite Schaltkreis 40 mit dem Widerstand 45 kurzgeschlossen. Durch diese Maßnahme können für die Auf- und Abwärtsbewegung zwei unterschiedlich starke Kraftfelder erzeugt werden. Selbstverständlich können die einstellbaren Kraftfelder auch in Abhängigkeit von druckspezifischen Daten, wie z. B. Bogenformat, Bogengewicht, Bogendicke, Bogenoberflächenbeschaffenheit, Maschinengeschwindigkeit eingestellt werden, vorzugsweise über den Steuerrechner der Bogen verarbeitenden Maschine.

Ausgehend von einer unteren Ansaugposition gemäß 2 wird der Saugteller 28 mit Saugluft beaufschlagt und saugt einen Bogen 7 an. Nachdem der Bogen 7 angesaugt wurde, erhöht sich der Unterdruck im Hubsauger 19 soweit, dass der Hohlkolben 26 mit seinen Permanentmagneten 31, vorzugsweise Ringmagneten, und dem Saugteller 28 mit dem daran angesaugten Bogen 7 angehoben wird. Der Schaltkreis 37 ist hierbei geschlossen, so dass die Bewegung der Permanentmagnete 31 im magnetischen Kraftfeld der Spule 32 einen Strom I induziert.

Hierbei wird der bewegbare Teil des Hubsaugers 19, also der Hohlkolben 26, in seiner Aufwärtsbewegung gebremst. Die Bremswirkung ist durch die Regelung des Widerstandes 41 einstellbar.

In der angehobenen Position gemäß 3 wird der Bogen 7 abgezogen, so dass Fehlluft durch die Öffnung des Saugtellers 28 zum pneumatischen Schalter 39 gelangen kann. Dieser öffnet den Schaltkreis 37. Der bewegbare Teil des Hubsaugers 19 fällt durch seine Gewichtskraft und unterstützt durch die Federkraft der Druckfeder 29 nach unten. Das Kraftfelder der Spule 32 ist außer Kraft gesetzt so dass der Saugteller 28 ungebremst und sehr schnell zur Aufnahme eines neuen Bogens 7 auf diesen aufgesetzt werden kann.

1
Druckmaschine
2
Anleger
3
Druckwerk
4
Druckwerk
5
6
Ausleger
7
Bogen
8
Bogenstapel
9
Zuführtisch
10
Stapelplatte
11
Plattenzylinder
12
Plattenzylinder
13
Druckplattenbefestigung
14
Druckplattenbefestigung
15
16
Druckplattenwechsler
17
Druckplattenwechsler
18
Saugkopf
19
Hubsauger
20
21
Schleppsauger
22
Blaseinrichtung
23
Tastelement
24
Anschlag
25
26
Hohlkolben
27
Zylinderkörper
28
Saugteller
29
Druckfeder
30
31
Permanentmagnet
32
Spule
33
Sauganschluss
34
Saugquelle
35
Unterdruckleitung
36
Spulenende (erstes)
37
Schaltkreis
38
Spulenende (zweites)
39
Schalter
40
Schaltkreis
41
Widerstand
42
Membran
43
Schaltraum
43a
Schaltraum, erster Teil
43b
Schaltraum, zweiter Teil
44
Öffnung
45
Widerstand
46
Kontaktelement
47
Kontaktelement
I
Strom


Anspruch[de]
Verfahren zum Heben und Senken eines als Springsauger ausgebildeten Hubsaugers in einer Bogen verarbeitenden Maschine, dadurch gekennzeichnet, dass die durch pneumatischen Unterdruck erzeugte Hubbewegung des Hubsaugers (28) mittels eines elektromagnetisch erzeugten Kraftfeldes gebremst wird. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Kraftfeld bei der Abwärtsbewegung des Hubsaugers (28) abgeschaltet wird. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass bei der Abwärtsbewegung des Hubsaugers (28) ein zweites, vorzugsweise schwächeres Kraftfeld wirksam geschaltet wird. Vorrichtung zum Heben und Senken eines als Springsauger ausgebildeten Hubsaugers in einer Bogen verarbeitenden Maschine, mit einem stationär angeordneten Führungselement (27) und einem bewegbaren Hubelement (26), dadurch gekennzeichnet, dass eines der beiden Teile einen Permanentmagneten (31) und das jeweils andere eine elektromagnetische Spule (32) aufweist, wobei der Permanentmagnet (31) im Bereich des Kraftfeldes der Spule (32) angeordnet ist. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Spule (32) an einem Führungszylinder (27) stationär und der Permanentmagnet (31) an dem bewegbaren Hubsauger (26) angeordnet ist. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass ein pneumatischer Schalter (39) zum Kurzschließen eines Schaltkreises (37) vorgesehen ist. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass ein pneumatischer Schalter (39) zum Umschalten von einem ersten Schaltkreis (37) auf einen zweiten Schaltkreis (40) vorgesehen ist. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Schaltkreise (37, 40) jeweils mindestens einen Widerstand (41; 45) aufweisen. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Widerstand (41; 45) einstellbar ist. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Widerstand (41; 45) in Abhängigkeit von druckspezifischen Parametern automatisch einstellbar ist. Bogenanleger mit einer Separiereinrichtung von Bogen von einem Bogenstapel, dadurch gekennzeichnet, dass die Separiereinrichtung mit mindestens einem Hubsauger gemäß der Ansprüche 4 bis 8 ausgebildet ist.






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