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Dokumentenidentifikation DE102007005958A1 23.08.2007
Titel Vorrichtung zum Bogentransport
Anmelder Heidelberger Druckmaschinen AG, 69115 Heidelberg, DE
Erfinder Mutschall, Stefan, 76684 Östringen, DE
DE-Anmeldedatum 06.02.2007
DE-Aktenzeichen 102007005958
Offenlegungstag 23.08.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 23.08.2007
IPC-Hauptklasse B41F 21/04(2006.01)A, F, I, 20070206, B, H, DE
Zusammenfassung Bei einer Greifereinrichtung zum Transport von Bogen in einer Bogen verarbeitenden Maschine, z. B. Druckmaschine, ist es vorgesehen, dass ein aus dünnwandigen Seitenwänden bestehendes massearmes Greifergehäuse eine Greiferwelle derart umfasst, dass gedachte Verlängerungen von vorgesehenen Blattfedern einen Schnittpunkt auf einer Geraden aufweisen, welche durch Greiferspitzen und Greiferwellenachse hindurchgeht, wobei der Schnittpunkt von den Greiferspitzen aus gesehen jenseits der Greiferwellenachse liegt.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Greifer zum Transport von Bogen in einer Bogen verarbeitenden Maschine, insbesondere Druckmaschine.

Durch die DE 35 29 612 A1 ist beispielsweise eine Greifereinrichtung zum Bogentransport bekannt, welche in einem Zylinderkanal eines Bogen transportierenden Zylinders angeordnet ist. Die Greifereinrichtung weist einen auf einer schwenkbaren Welle gelagerten Greiferfinger auf, der mit einer zylinderfesten Greiferauflage zusammenwirkt. Der Greiferfinger ist zur Erzeugung einer spielfreien und dadurch verschiebefreien Lagerung mittels zweier Blattfedern und einem Klemmstück auf einer Greiferwelle befestigt. Gedachte Verlängerungen der beiden Blattfedern schneiden die Achse der Greiferwelle.

Durch diese bekannte Greiferanordnung ergibt sich ein relativ hohes Massenträgheitsmoment, welches bei hohen Maschinengeschwindigkeiten zum sogenannten „Prellen" führen kann. D. h., dass ein sicherer Greiferschluss erst nach ein- oder mehrmaligem Zurückspringen der Greiferspitze von der Greiferauflage erreicht werden kann.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Greifereinrichtung zum Transport von Bogen zu schaffen, welche weitestgehend spielfrei angeordnet ist und ein geringes Massenträgheitsmoment aufweist.

Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.

Es ist ein besonderer Vorteil der Erfindung, dass die Blattfedern des Greifers derart angeordnet sind, dass ein Schnittpunkt einer gedachten Verlängerung der Blattfedern auf einem Teil einer Geraden liegt, die durch die Greiferspitze und die Achse der Greiferwelle hindurchgeht, wobei dieser Teil der Geraden jenseits der Strecke zwischen Greiferspitze und Greiferwellenachse liegt. Es entsteht somit ein virtueller Drehpunkt für die Greiferspitze in diesem Punkt relativ zur Greiferwelle. Da sich aber zusätzlich bei dieser Anordnung der Abstand dieses Punktes zum Auftreffpunkt der Greiferspitze auf der Greiferauflage beim „Überdrücken" nur geringfügig ändert, entsteht folglich nur ein sehr geringes, tolerierbares Greiferschieben. Durch eine vorgesehene Einstellmöglichkeit zur Justierung dieses Punktes kann das „Schieben" auf nahezu Null reduziert werden.

Durch diese Maßnahme kann bei gleich bleibender Stabilität des Greifers ein außerordentlich günstiges Massenträgheitsmoment erreicht werden und gleichzeitig ein ungewünschtes „Schieben" der Greiferspitze gegenüber den Greiferauflagen verhindert werden.

In vorteilhafter Ausgestaltung weist der Greifer ein massearmes dünnwandiges Blechgehäuse auf. Hierdurch kann das Gewicht der bewegten Massen gering gehalten werden. Das Blechgehäuse weist flexible, federelastische Bereiche, z. B. Blattfedern, auf, die das Einfedern der Greiferspitze ermöglichen.

In vorteilhafter Ausgestaltung ist zur Befestigung der Greiferspitze an der Greiferwelle das massearme Blechgehäuse mittels eines Klemmstücks mit der Greiferwelle verbunden.

Die Anordnung der Blattfedern ist ein wesentlicher Vorteil der Erfindung.

Ein wesentlicher Vorteil dieser Anordnung ist die sehr Bauraum sparende Anordnung, da dass Blechteil um die möglichst steife Greiferwelle herum konstruiert werden kann. Die Greiferwelle kann weiterhin so groß dimensioniert werden, dass auch noch eine Drehstabfeder im Inneren der Greiferwelle zur Erzeugung von Rückstellkräften vorgesehener bekannter Steuerrollen angeordnet werden kann.

Ein weiterer Vorteil dieser Anordnung ist die leichte Einstellbarkeit der Parallelität der Greiferspitze zur Greiferauflage. Das Blechgehäuse ist an das Klemmstück so angebunden, dass es vor der endgültigen Arretierung einen Drehfreiheitsgrad besitzt. Diese Drehachse ist auf der Verbindungslinie Greiferspitze – Greiferwelle angeordnet. Dadurch wird erreicht, dass beim Drehen des Gehäuses zur Einstellung der Parallelität die Greifermitte in der Bewegungsebene bleibt. Eine weitere Besonderheit dieser Ausführung ist die massearme Gestaltung des Blechgehäuses bei gleichzeitiger optimaler Anordnung der bezüglich der Drehbewegung notwendigen flexiblen und starren Bereiche. Der Übergang zwischen diesen Bereichen ist dabei ohne zusätzliche Fügestellen durch einfache Biegekanten realisiert.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen dargestellt und wird im Folgenden beschrieben.

Es zeigen:

1 eine Bogenrotationsdruckmaschine im Schnitt in schematischer Darstellung,

2 einen erfindungsgemäßen Greifer von der Seite in schematischer Darstellung und

3 den Greifer in einer 3D-Darstellung.

Eine Bogen 7 verarbeitende Maschine, z. B. eine Druckmaschine 1, weist einen Anleger 2, mindestens ein Druckwerk 3 bzw. 4 und einen Ausleger 6 auf. Die Bogen 7 werden von einem Bogenstapel 8 entnommen und vereinzelt oder schuppenförmig über einen Zuführtisch 9 den Druckwerken 3 und 4 zugeführt. Diese enthalten in bekannter Weise jeweils einen Plattenzylinder 11, 12. Die Plattenzylinder 11 und 12 weisen jeweils eine Vorrichtung 13, 14 zum Befestigen flexibler Druckplatten auf. Darüber hinaus ist jedem Plattenzylinder 11, 12 eine Vorrichtung 16, 17 für den halb- oder vollautomatischem Druckplattenwechsel zugeordnet.

Der Bogenstapel 8 liegt auf einer gesteuert anhebbaren Stapelplatte 10 auf. Die Entnahme der Bogen 7 erfolgt von der Oberseite des Bogenstapels 8 mittels eines so genannten Saugkopfes 18, der unter anderem eine Anzahl von Hub- und Schleppsaugern 19, 21 für die Vereinzelung der Bogen 7 aufweist. Darüber hinaus sind die Blaseinrichtungen 22 zu Auflockerung der oberen Bogenanlagen und Testelemente 23 zur Stapelnachführung vorgesehen. Zur Ausrichtung des Bogenstapels 8, insbesondere der oberen Bogen 7 des Bogenstapels 8 sind eine Anzahl von seitlichen und hinteren Anschlägen 24 vorgesehen.

Zum Transport der Bogen 7 durch die Druckmaschine sind eine Anzahl Greifereinrichtungen 26 aufweisende Bogentransportzylinder 27 bis 32 vorgesehen. Die Greifereinrichtungen 26 bestehen jeweils aus mindestens einem Greifer 33, der eine Greiferspitze 34 aufweist, die mit einer Greiferauflage 36 zusammenwirkt.

Vorzugsweise sind eine Anzahl von Greifern 33 nebeneinander beabstandet auf einer gemeinsamen Greiferwelle 37 angeordnet. Die Greiferwelle 37 ist kurvengesteuert schwenkbar in einem Kanal 38 des Bogen führenden Zylinders, z. B. Zuführzylinder 27, angeordnet.

Jeder Greifer 33 besteht aus einem Klemmstück 39, welches die Greiferwelle 37 wie eine Schelle umfasst und mittels einer Befestigungsschraube 41 mit der Greiferwelle 37 verschraubt ist. An dem Klemmstück 39 ist ein Anschlag 42 vorgesehen, welcher in Anlage mit einem Widerlager 43 eines Greifergehäuses 44 bringbar angeordnet ist.

Das Greifergehäuse 44 besteht im Wesentlichen aus einem dünnwandigen, z. B. ca. zwei Millimeter starken Metallgehäuse, welches die Greiferwelle 37 in etwa um die Hälfte des Umfangs berührungslos umfasst. Daran anschließend sind zwei Lenker 46, 47 in Form von flexiblen, federelastischen, dünnwandigen Metallstreifen vorgesehen, die an einer gemeinsamen Befestigungsstelle 48 an das Klemmstück 39 angeschraubt sind. Die Metallstreifen 46, 47 verhalten sich bei Kraftbeaufschlagung wie Blattfedern.

Die Befestigungsstelle 48 liegt auf einer gedachten Geraden G, welche durch die Befestigungsstelle 48, die Mittelachse M der Greiferwelle 37 und die Greiferspitze 34 hindurchgeht. Die gedachte Verlängerung V1 der Blattfeder 46 und die gedachte Verlängerung V2 der Blattfeder 47 schneiden sich in einem gemeinsamen Punkt S auf der Geraden G. Erfindungsgemäß liegt dieser Schnittpunkt S auf einem Abschnitt der Geraden G, der sich von der Greiferspitze 34 aus betrachtet jenseits der Mittelachse M befindet.

Die Greiferspitze 34 sitzt auf einem Bolzen 49, der zwischen zwei Wänden des Greifergehäuses 44 angeordnet ist. Eine starke Druckfeder 52 ist an einem Anschlag 52 abgestützt und drückt im geöffneten Zustand das Greifergehäuse 44 gegen den ersten Anschlag 42 des Klemmstückes 39.

Im geschlossenen Zustand drückt die Druckfeder 52 die Greiferspitze 34 gegen die Greiferauflage 36, hierbei ist der Anschlag 42 des Klemmstückes 39 vom Widerlager 43 des Greifergehäuses 44 beabstandet.

1
Druckmaschine
2
Anleger
3
Druckwerk
4
Druckwerk
5
./.
6
Ausleger
7
Bogen
8
Bogenstapel
9
Zuführtisch
10
Stapelplatte
11
Plattenzylinder
12
Plattenzylinder
13
Druckplattenbefestigung
14
Druckplattenbefestigung
15
./.
16
Druckplattenwechsler
17
Druckplattenwechsler
18
Saugkopf
19
Hubsauger
20
./.
21
Schleppsauger
22
Blaseinrichtung
23
Tastelement
24
Anschlag
25
./.
26
Greifereinrichtung
27
Zuführzylinder
28
Bogentransportzylinder
29
Bogentransportzylinder
30
Bogentransportzylinder
31
Bogentransportzylinder
32
Bogentransportzylinder
33
Greifer
34
Greiferspitze
35
./.
36
Greiferaufleger
37
Greiferwelle
38
Zylinderkanal
39
Klemmstück
40
./.
41
./.
42
Anschlag
43
Widerlager
44
Greifergehäuse
45
./.
46
Blattfeder
47
Blattfeder
48
Befestigungsstelle
49
Bolzen
50
./.
51
./.
52
Druckfeder
53
Anschlag
G
Gerade
M
Mittelachse (37)
S
Schnittpunkt
V1
Verlängerung (46)
V2
Verlängerung (47)


Anspruch[de]
Vorrichtung zum Transport von Bogen in einer Bogen verarbeitenden Maschine mittels eines schwenkbar angeordneten Greifers, dessen Greiferspitze mit einer Greiferauflage zusammenwirkt, wobei zur Anlenkung der Greiferspitze an einer Greiferwelle Blattfedern vorgesehen sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Blattfedern (46, 47) derart angeordnet sind, dass sich je eine gedachte Verlängerung (V1, V2) der Blattfedern (46, 47) in einem Punkt (S) auf einer Geraden (G) schneiden, welche durch die Greiferspitze (34) und einen Mittelpunkt (M) einer Greiferwelle (37) hindurch geht, wobei der Punkt (S) von der Greiferspitze (34) aus gesehen, jenseits der Mittelachse (M) liegt. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Greifergehäuse (44) einen dünnwandigen Aufbau aufweist und die Greiferwelle (37) teilweise umfasst. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Greiferspitze (34) des Greifers (33) auf einem Bolzen (49) angeordnet ist und mittels einer Druckfeder (52) an einem Anschlag (53) eines auf der Greiferwelle (37) befestigten Klemmstückes (39) abgestützt ist.






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