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Dokumentenidentifikation DE60122315T2 23.08.2007
EP-Veröffentlichungsnummer 0001282364
Titel HYPOALLERGENE DIÄTETISCHE ZUSAMMENSETZUNG FÜR HAUSTIERE.
Anmelder The Iams Company, Dayton, Ohio, US
Erfinder HAYEK, G., Michael, Dayton, OH 45415, US;
SUNVOLD, Dean, Gregory, Lewisburg, OH 45338, US;
REINHART, Allen, Gregory, Dayton, OH 45414, US
Vertreter TER MEER STEINMEISTER & Partner GbR Patentanwälte, 81679 München
DE-Aktenzeichen 60122315
Vertragsstaaten AT, BE, CH, CY, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE, TR
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 16.04.2001
EP-Aktenzeichen 019285782
WO-Anmeldetag 16.04.2001
PCT-Aktenzeichen PCT/US01/12394
WO-Veröffentlichungsnummer 2001084950
WO-Veröffentlichungsdatum 15.11.2001
EP-Offenlegungsdatum 12.02.2003
EP date of grant 16.08.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 23.08.2007
IPC-Hauptklasse A23K 1/18(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, EP
IPC-Nebenklasse A23K 1/16(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, EP   

Beschreibung[de]

Diese Erfindung betrifft eine Diätzusammensetzung zum Diagnostizieren und Behandeln von Nahrungsmittelallergien bei Haustieren wie Hunden und Katzen und genauer eine hypoallergene Diätzusammensetzung, in der hydrolysiertes Protein als alleinige Proteinquelle verwendet wird.

Eine ständige Herausforderung in der veterinärmedizinischen Gemeinschaft ist die Diagnose und Behandlung von Nahrungsmittelallergien bei Haustieren wie Hunden und Katzen. Nahrungsmittelallergien führen oft zu Haut- und Magen-Darm-Erkrankungen bei Hunden, die im Alter von 2 Monaten bis zu über 12 Jahren Nahrungsmittel-Überempfindlichkeiten entwickeln können. Andere mit Nahrungsmittelallergien bei Hunden verbundene Symptome schließen chronische Diarrhoe, verminderte Nährstoffresorption, Gewichtsverlust, Abdominalschmerz und Lethargie ein.

Die Hauptnahrungsmittelallergene sind wasserlösliche Glycoproteine mit Molekulargewichten im Bereich von 16,61 bis 99,63 zg (10.000 bis 60.000 Dalton). Die Hauptgründe für Nahrungsmittel-Überempfindlichkeit bei Hunden sind Milchprodukte, Rindfleisch und pflanzliche Proteine, während Katzen vorwiegend Nahrungsmittel-Überempfindlichkeiten gegenüber Fisch und Milchprodukten entwickeln.

Die Diagnose von Nahrungsmittelallergien bei Tieren hat Verfahren wie intradermale Hauttests mit Nahrungsmittelallergenen oder serologische Tests wie Radioallergosorbent- (RAST-) oder enzymgebundene Immunoassays (ELISA) eingeschlossen. Solche Verfahren haben sich jedoch als unzuverlässig erwiesen. Gegenwärtig erfordert die Diagnose von Nahrungsmittelallergien in der Regel, das Haustier auf eine selbst zubereitete Ausschlussdiät zu setzen, die tendenziell zeitaufwendig und umständlich ist. Beispielsweise muss die Ausschlussdiät bei dem Tier für Zeiträume im Bereich von 3 bis 10 Wochen aufrechterhalten werden.

Eine übliche Behandlung von Nahrungsmittel-Überempfindlichkeit ist strikte Vermeidung. Vermeidung kann jedoch bei Haustieren schwierig zu erreichen sein, da gekochte Heimdiäten umständlich zuzubereiten sind, Proteinquellen wie Lamm möglicherweise schwierig zu kaufen sind und kommerzielle Diäten möglicherweise verborgene Antigene aufweisen. Außerdem kann das anhaltende Füttern von einer oder mehreren neuen Proteinquellen zur Entwicklung einer Überempfindlichkeit gegenüber dem betreffenden Protein führen. Obwohl Corticosteroide die klinischen Symptome verringern können, kann ihre chronische Verwendung langfristige nachteilige Auswirkungen auf Hunde und Katzen haben.

Es hat sich herausgestellt, dass die allergenen Eigenschaften von Proteinen durch enzymatische Hydrolyse von Proteinen zu Peptiden verringert werden können. In Untersuchungen wird darauf hingewiesen, dass mit hydrolysiertem Protein formulierte Diäten in Nahrungsmittelallergie-Modellen die Antigenbelastung vermindern und allergische Reaktionen verringern. Teilweise hydrolysierte Diäten werden für stark gefährdete Kleinkinder und zur Verhinderung von klinischen Symptomen von Nahrungsmittel-Überempfindlichkeit bei Hunden und Katzen verwendet. Bei der Mehrzahl dieser Diäten werden hydrolysierte Milchprodukte (Casein) oder pflanzliche Proteine (Sojaprotein) verwendet. In solchen Untersuchungen wird jedoch nicht auf das Ausmaß der Hydrolyse hingewiesen, das erforderlich ist, um eine allergische Reaktion bei Haustieren zu verhindern. Ebenso wenig wird in den vorstehenden Untersuchungen auf geeignete Proteinquellen zur Verwendung in den Diäten für Haustiere hingewiesen.

Ein anderer Faktor, der bei der Entwicklung einer hypoallergenen Diät für Haustiere berücksichtigt werden muss, ist der Einschluss einer Faserquelle, die zu einer akzeptablen Kotbildung führt und gleichzeitig jegliche potenziellen Allergien vermeidet. Beispielsweise ist Rübenmark eine häufig verwendete Faserquelle in Tiernahrungsmitteln, die Proteine enthalten, die möglicherweise das Potenzial zur Auslösung einer allergischen Reaktion besitzen.

US 5620737 offenbart ein Verfahren zur Zubereitung eines Nahrungsmittelprodukts für den Verbrauch durch Tiere. Das resultierende Produkt ist eine sterile, homogene, lagerfeste Matrix, die zu mindestens 20 bis 70 Gew.-% teilweise hydrolysierte Proteine umfasst.

WO 99/20122 bezieht sich auf die Verwendung von Thiol-Redoxproteinen zur Reduktion von Samenprotein, um die Eigenschaften von Teigprodukten und die Qualität von Futter- und Cerealienprodukten zu verbessern.

WO 95/21540 offenbart ein Verfahren und eine Formulierung, welche die Palatabilität von Tiernahrungsmitteln verbessern, wobei das Verfahren das Hydrolysieren des proteinhaltigen Materials der Ausgangsmischung umfasst.

Demgemäß besteht auf dem Fachgebiet weiterhin eine Notwendigkeit für eine Diätzusammensetzung für Haustiere wie Hunde und Katzen, welche die Diagnose und Behandlung von Nahrungsmittelallergien bei solchen Tieren erlaubt und gleichzeitig für eine akzeptable Kotbildung sorgt.

Die vorliegende Erfindung erfüllt diese Anforderung durch die Bereitstellung einer hypoallergenen Diätzusammensetzung für Haustiere wie Katzen und Hunde, die zur Diagnose und Behandlung von Nahrungsmittelallergien verwendet werden kann. Die Diätzusammensetzung schließt ein hydrolysiertes Protein als einzige Proteinquelle in der Diät ein, um die Antigenproduktion und allergische Reaktionen zu verringern, zusammen mit einer Faserquelle, die für eine akzeptable Kotbildung sorgt.

Gemäß einem Gesichtspunkt der vorliegenden Erfindung wird eine hypoallergene Diätzusammensetzung für Haustiere bereitgestellt, umfassend, auf Trockensubstanzbasis, eine Proteinquelle, eine Fettquelle und eine Kohlenhydratquelle, wobei die Proteinquelle auf Trockensubstanzbasis von 20 bis 30 Gew.-% ein hydrolysiertes Protein umfasst, wobei mindestens 99% des Proteins ein Molekulargewicht von weniger als 2,49 zg (1,5 kDa) aufweisen. Das hydrolysierte Protein umfasst vorzugsweise hydrolysierte Hühnerleber.

Die Kohlenhydratquelle ist vorzugsweise Cassava, welches auf Trockensubstanzbasis von 50 bis 60 Gew.-% der Zusammensetzung umfasst.

Die Zusammensetzung umfasst ferner vorzugsweise auf Trockensubstanzbasis von 1 bis 5 Gew.-% eine Faserquelle, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Apfelfaser, Erbsenfaser, einer Mischung aus Carboxymethylcellulose (CMC) und resistenter Stärke und Mischungen davon.

Wenn die Zusammensetzung der vorliegenden Erfindung Haustieren in einer Menge und Häufigkeit verabreicht wird, die ihren Ernährungsbedürfnissen angemessen ist, hat sich herausgestellt, dass die Tiere eine verringerte Antigenproduktion aufweisen. Die Zusammensetzung der vorliegenden Erfindung kann auch verwendet werden, um ein Verfahren zum Diagnostizieren von Nahrungsmittelallergien bei Haustieren bereitzustellen. Beispielsweise kann ein Tier, das allergische Symptome zeigt, für mehrere Wochen auf die Diät der vorliegenden Erfindung gesetzt werden, und falls die Symptome abgemildert werden, wird das Vorhandensein einer Nahrungsmittelallergie bestätigt, und das Tier kann dann mit verschiedenen Proteinquellen gefüttert werden, um die spezifische Quelle der Allergie zu bestimmen.

Demgemäß ist es ein Merkmal der vorliegenden Erfindung, eine hypoallergene Diätzusammensetzung und ein Verfahren zum Diagnostizieren von Nahrungsmittelallergien bei Haustieren bereitzustellen. Andere Merkmale und Vorteile der Erfindung werden aus der folgenden Beschreibung, den beigefügten Zeichnungen und den angehängten Ansprüchen offensichtlich.

1 ist ein Balkendiagramm, das die Hautreaktionen von Hunden zeigt, die mit verschiedenen hydrolysierten Diäten, einschließlich der hypoallergenen Diät der vorliegenden Erfindung, gefüttert wurden; und

2 ist ein Balkendiagramm, das die Magenschleimhautreaktionen von Hunden zeigt, die mit den in 1 gezeigten hydrolysierten Diäten gefüttert wurden.

Die hypoallergene Diätzusammensetzung der vorliegenden Erfindung bietet insofern eine Verbesserung gegenüber gegenwärtig erhältlichen Diätzusammensetzungen, als für die Zusammensetzung hydrolysiertes Protein als alleinige Proteinquelle verwendet wird, welches ein wirksames Verfahren zum Diagnostizieren von Nahrungsmittelallergien bei Haustieren bietet. Ferner schließt die Zusammensetzung eine Faserquelle ein, die kein weiteres Potenzial für eine allergische Reaktion hervorruft und die für eine akzeptable Kotbildung sorgt.

Es wurde festgestellt, dass die Diätzusammensetzung der vorliegenden Erfindung die Antigenproduktion bei dem Tier verringert und in Bezug auf das Zeigen einer Reaktion oder der Grad der Reaktion eine ebenso gute oder bessere Leistung zeigt wie andere im Handel erhältliche hypoallergene Diäten.

Die Diätzusammensetzung kann in einer beliebigen geeigneten Form bereitgestellt werden, solange sie die bevorzugte Konzentration von hydrolysiertem Protein auf Trockensubstanzbasis enthält. Beispielsweise kann die Zusammensetzung extrudiert und konserviert oder in Keksform bereitgestellt werden.

Die Zusammensetzung umfasst vorzugsweise von 9 Gew.-% bis 30 Gew.-% Fett, 50 bis 60 Gew.-% Kohlenhydrate und von 20 bis 30 Gew.-% die hydrolysierte Proteinquelle, jeweils auf Trockensubstanzbasis. Darüber hinaus schließt die Zusammensetzung vorzugsweise von 1 bis 5 Gew.-% eine Faserquelle ein, ausgewählt aus Apfelfaser, Erbsenfaser, einer Mischung aus Carboxymethylcellulose und resistenter Stärke und Mischungen davon.

Die Quelle des hydrolysierten Proteins in der Zusammensetzung umfasst vorzugsweise hydrolysierte Hühnerleber. Die Zusammensetzung ist so formuliert, dass mindestens 99% der Proteinquelle ein Molekulargewicht von weniger als 2,49 zg (1,5 kDa) aufweisen, um sicherzustellen, dass die Hydrolyse in dem Ausmaß stattgefunden hat, dass eine allergische Reaktion verhindert wird.

Die Kohlenhydratquelle umfasst vorzugsweise Cassava, kann jedoch auch andere Quellen wie Kartoffelmehl, Hafer und Gerste einschließen.

Die Fettquelle umfasst vorzugsweise tierisches Fett, kann jedoch auch Geflügelfett, Fischöl, Flachsöl und Borretschöl einschließen.

Zum leichteren Verständnis der Erfindung wird auf die folgenden Beispiele Bezug genommen, die zur Veranschaulichung der Erfindung bestimmt sind, ohne jedoch deren Schutzumfang einzuschränken.

Beispiel 1

Eine Diät wurde für Hunde formuliert, bei der hydrolysierte Hühnerleber als Proteinquelle und Cassava als Kohlenhydratquelle verwendet wurde. Die Diät wurde mit 99,8% des Proteins mit einem Molekulargewicht von weniger als 2,32 zg (1,4 kiloDalton (kDa)) formuliert, wie nachfolgend in Tabelle 1 gezeigt.

Tabelle 1. Molekulargewichtsverteilung von hydrolysierter Geflügelleber. Alle Daten werden als Prozentsatz (%) an Gesamtprotein, der innerhalb jedes Molekulargewichtsbereichs festgestellt wurde, angegeben.a
  • a Probe 1 enthielt 65,75% Rohprotein und Probe 2 enthielt 65,76% Rohprotein.

Die Zusammensetzung der Diät ist in Tabelle 2 aufgeführt.

Tabelle 2. Diät mit hydrolysiertem Protein. Faserlose Diät.

Eine Palatabilitätsuntersuchung wurde begonnen, und die Kotbildung wurde untersucht. Bis zu Tag 3 der Palatabilitätsuntersuchung lagen die Kotbewertungszahlen im Bereich von 3 und 2 mit berichteter Bildung von schwarzem Schleim (siehe Tabelle 3 unten). Unter Verwendung dieses Bewertungssystems würde ein idealer Kot die Bewertungszahl 4 aufweisen.

Tabelle 3. Kotbewertungszahlen aus dem Palatabilitätstest.a
  • a Kommentare: 80% der Kote erschienen sehr schwarz. Schleim in Koten offensichtlich.
  • b Kotbewertungszahlen: 0 = Pfütze, kein geformter Kot; 1 = wässrig, formbare Flüssigkeit; 2 = weich, ungeformt, puddingähnlich; 3 = weich, geformt, feucht, behält die Form bei; 4 = harter, geformter, trockener Kot, bleibt fest und nachgiebig; 5 = hartes, trockenes Pellet, kleine harte Masse.
  • c k. K. = kein Kot

Anhand der anfänglichen Palatabilitätsuntersuchung wurde bestimmt, dass eine Faserquelle bestimmt werden musste, die eine mäßige Fermentabilität im Magen-Darm-Trakt des Hundes aufweist, jedoch keine allergische Reaktion hervorrufen würde und zu einer akzeptablen Kotbildung führen würde. Faserquellen, die diese Kriterien erfüllen, waren Apfelfaser, Erbsenfaser und eine Kombination aus CMC/resistenter Stärke. Diese Fasern wurde in Diäten einbezogen (siehe Tabelle 4) und in einem Bioassay auf Kotbildung untersucht. Insgesamt 12 Hunde wurden für diesen Bioassay eingesetzt (4 Hunde pro Behandlung). Die Hunde wurden mit der entsprechenden Diät 21 Tage lang gefüttert, und die Fäkalbewertungszahlen wurden täglich protokolliert. Die Ergebnisse sind in Tabelle 5 zusammengefasst. Die mit Apfelfruchtmasse formulierte Diät ergab die am besten geformten Kote.

Tabelle 4. Diät mit hydrolysiertem Protein. Faseroptionen.
  • * resistente Stärke, im Handel erhältlich von National Starch und Chemical Company, Inc.
Tabelle 5. Kotbewertungszahlen aus dem Faseroptions-Bioassay.
  • a Berichte über Schleimbildung im Kot. Apfelfruchtmasse = 1; Erbsenfaser = 6; CMC/Novelose = 5
  • b Kotbewertungszahlen: 1 = wässrig, formbare Flüssigkeit; 2 = weich, ungeformt, puddingähnlich; 3 = weich, geformt, feucht, behält die Form bei; 4 = harter, geformter, trockener Kot, bleibt fest und nachgiebig; 5 = hartes, trockenes Pellet, kleine harte Masse.

Beispiel 2

Die Diät aus Beispiel 1 wurde getestet, um ihre Wirksamkeit zu bestimmen. Die verwendete Diät ist in Tabelle 6 unten dargestellt.

Tabelle 6. Diät mit hydrolysiertem Protein

Die Diät wurde bei Hunden getestet, bei denen eine experimentell ausgelöste Allergie gegen Geflügelleber, Casein und Sojaprotein bestand. Die Diät wurde zusammen mit den hypoallergenen Zusammensetzungen Exclude® (DVM Pharmaceuticals) und HA-FormulaTM (Ralston Purina) getestet. Protokoll und Ergebnisse sind nachfolgend zusammengefasst.

Protokoll. Die Untersuchungen wurden gemäß dem Guide for the Care and Use of Laboratory Animals der NIH und dem Guide for the Care and Use of Experimental Animals des Canadian Council on Animal Care durchgeführt. Schlittenhunde aus Kreuzzucht (n = 14) wurden für diese Untersuchung eingesetzt, und die Tiere wurden aus 3 Würfen erhalten. Die Tiere wurden innerhalb von 24 Stunden nach ihrer Geburt zufällig 2 Behandlungsgruppen zugeteilt. Die Hunde der Gruppe 1 (n = 11) wurden gegen Casein, Hühnerleber und Sojaprotein sensibilisiert, und die Hunde der Gruppe 2 (n = 3) dienten als Kontrollen und wurden nicht gegen irgendwelche Nahrungsmittelantigene sensibilisiert.

Die Hunde wurden für die ersten 6 Monate auf eine Welpendiät (The lams Company, Dayton, OH) gesetzt und anschließend für den Rest der Untersuchung auf einer Diät für ausgewachsene Hunde (The lams Company, Dayton, OH) gehalten. Milchprotein, Sojaprotein oder Hühnerleber waren in diesen Diäten nicht enthalten. Im Alter von 11 Monaten wurden den Hunden 4 Wochen lang Diäten verabreicht, die Milchprotein, Sojaprotein und Hühnerleber enthielten. Das Futter wurde gemäß den Empfehlungen des Herstellers bereitgestellt, und frisches Wasser wurde nach Belieben bereitgestellt. Die Tiere wurden täglich beobachtet, und jegliche klinischen Anomalien wurden protokolliert.

Nahrungsmittelantigene/-analyse. Die sensibilisierenden Antigene schlossen Casein, Sojaprotein und Hühnerleber (1:1:1 auf Gewichtsbasis) ein. Überempfindlichkeitsreaktionen erfolgten bei den folgenden hydrolysierten und unberührten Diäten: Casein (Sigma), zu 1% hydrolysiertes Casein (lams), zu 2% hydrolysiertes Casein (lams), zu 5% hydrolysiertes Casein (lams), zu 10% hydrolysiertes Casein (lams), zu 20% hydrolysiertes Casein (lams), zu 50% hydrolysiertes Casein (lams), Hühnerleber, hydrolysierte Hühnerleber (lams), Sojaprotein, Exclude® (hydrolysiertes Casein und hydrolysierte Leber, 16,5% Protein, DVM Pharmaceuticals, Miami, Florida), HA-FormulaTM (hydrolysiertes Soja, 18% Protein, Ralston Purina, St. Louis, Missouri), und eine Diät mit hydrolysierter Hühnerleber (Testdiät, 19% Protein, The lams Company, Lewisburg, OH). Die Hydrolyse von Casein und Hühnerleber wurde von The lams Company (Lewisburg, OH) durchgeführt. Der Grad der Hydrolyse, ausgedrückt als Prozentsatz, stellt das Verhältnis der Hydrolysereaktion zu freien Aminosäuren dar.

Um die Molekulargewichte der Proteine innerhalb der Testdiäten und der Sensibilisierungsantigene zu bestimmen, wurde eine SDS-PAGE-Elektrophorese durchgeführt. Jedes Antigen wurde durch Herstellung einer Suspension oder Lösung von 10% wt./wt. unter Verwendung von destilliertem Wasser und kräftigem Schütteln für 1 Stunde hergestellt. Die Proteinkonzentration wurde mit Hilfe des BioRad-Assaysystems (BioRad, Missisauga, Ontario), bestimmt. Die Lösungen wurden so eingestellt, dass sie 2 mg/ml Protein enthielten. Die SDS-PAGE-Elektrophorese wurde 5,5 Stunden lang auf einem 20%igen Trenngel und einem 4%igen Stapelgel bei 200 V durchgeführt. Zehn Mikrogramm Protein wurden auf jede Spur des Gels aufgebracht.

Die SDS-PAGE-Gele trennten Proteine zwischen 8,3 und 132,8 zg (5 und 80 kDa). Das erkennbare maximale und minimale Molekulargewicht aus jeder Probe ist in Tabelle 7 aufgeführt.

Tabelle 7. Molekulargewichtsbereich von Proteinen in SDS-Page-Gelen

Eine minimale Hydrolyse von Proteinen mit hohem Molekulargewicht wurde in den zu 1%, 2% und 5% hydrolysierten Caseinproben erzeugt. Diese hydrolysierten Proben unterschieden sich nicht erheblich von reinem Casein. Eine erhebliche Hydrolyse von Proteinen mit hohem Molekulargewicht wurde in den 10- und 20-%-Proben erzielt, jedoch waren weiterhin einige Proteine mit hohem Molekulargewicht feststellbar. Spezifische Caseinproteine wie &agr;-Lactalbumin (23,6 zg (14,2 kDa)) konnten in den zu 1–10% hydrolysierten Caseinproben identifiziert werden. Eine vollständige Hydrolyse von Proteinen mit hohem Molekulargewicht scheint in der zu 50% hydrolysierten Caseinprobe erreicht worden zu sein. Bei nicht hydrolysiertem Casein war eine große Menge von Proteinen mit hohem Molekulargewicht vorhanden. Sowohl die Hühnerleber als auch die hydrolysierte Hühnerleber weisen Bänder mit hohem Molekulargewicht auf. Eine erhebliche Hydrolyse von Proteinen wurde bei der Exclude-, der HA-Formula- und der Testdiät erreicht, jedoch konnten trotzdem schwache Bänder mit hohem Molekulargewicht identifiziert werden.

Sensibilisierunasprotokoll. Das Sensibilisierungsprotokoll für die Hunde der Gruppe 1 umfasste die subkutane Injektion eines viralen Lebendimpfstoffs (Staupe, Hepatitis, Parvovirus, Parainfluenza, Fort Dodge Ayerst, Guelph Ontario) bei Welpen, gefolgt von der subkutanen Injektion eines Nahrungsmittelantigens in dem Alaunzusatz 10. Zwischen Tag 1 und Tag 85 wurden die Hunde der Gruppe 1 durch 7 Injektionen von 1 mg Casein, Sojaprotein und Hühnerleber sensibilisiert. Die Kontrolltiere erhielten nur den Zusatz.

Hauttests. Hauttests wurden durchgeführt, nachdem die Hunde das Sensibilisierungsprotokoll gegenüber den Sensibilisierungsantigenen im Alter von ungefähr 6 Monaten abgeschlossen hatten. Die Hautüberempfindlichkeit gegenüber den Testdiäten (Casein, zu 1% hydrolysiertes Casein, zu 2% hydrolysiertes Casein, zu 5% hydrolysiertes Casein, zu 10% hydrolysiertes Casein, zu 20% hydrolysiertes Casein, zu 50% hydrolysiertes Casein, Hühnerleber, hydrolysierte Hühnerleber, Sojaprotein, Exclude, HA-Formula, Testdiät) wurde im Alter von ungefähr 10 Monaten untersucht. Die ventrale Seite des Abdomens wurde für Hauttests bei jedem Welpen verwendet. Vier Konzentrationen von Nahrungsmittelallergen (2.000, 200, 20 und 0,02 &mgr;g/ml) wurden intradermal injiziert (0,05 ml). Histamin in derselben Konzentration wie die Antigene wurde als positive Kontrolle verwendet, während sterile physiologische Kochsalzlösung als negative Kontrolle verwendet wurde. Evans-Blau-Farbstoff (0,5%, 0,2 ml/kg) wurde 5–10 Minuten nach den intradermalen Injektionen intravenös verabreicht. Ungefähr 20 Minuten nach den intradermalen Injektionen wurde der Durchmesser der Quaddelreaktion und der erythematösen Reaktion für jedes Antigen gemessen.

Gastroskopische Nahrungsmittelempfindlichkeit. Gastroskopische Untersuchungen wurden bei Welpen durchgeführt, als diese ungefähr 6 Monate (nach Sensibilisierung) und 10 Monate (Testdiäten) alt waren. Die Hunde wurden mit 2–3%igem Halothan nach Acepromazin-Sedierung narkotisiert. Eine Endoskopie wurde mit einem pädiatrischen Endoskop für den oberen GI-Trakt mit einem Arbeitskanal für Injektionen durchgeführt. Testantigene (dieselben wie bei den Hauttests, 0,5 ml, 1 mg/ml in physiologischer Kochsalzlösung/Glycerin im Verhältnis 1:1) wurden mit einer Sklerotherapienadel in die Magenschleimhaut injiziert. Die Kontrolle bestand aus physiologischer Kochsalzlösung/Glycerin. Evans-Blau-Farbstoff (0,5%, 0,2 ml/kg) wurde 5–10 Minuten vor den Mageninjektionen iv verabreicht. Die Magenschleimhautreaktionen auf jedes Antigen und jede Kontrolle wurden 5 Minuten nach der Injektion gemäß dem Grad von Schwellung, Erythem und blauen Flecken anhand des folgenden Bewertungssystems bewertet: 0 = normale Magenschleimhaut; 1 = leichtes Erythem; 2 = leichtes Erythem und Ödem; 3 = mäßiges Erythem und Ödem, geringfügige blaue Flecken; 4 = schweres Erythem und Ödem, blaue Flecken.

Serum-IgE. Serum wurde am Ende des Sensibilisierungsprotokolls aus Kontrollhunden und sensibilisierten Hunden (im Alter von 6 Monaten) gesammelt. Die Konzentration von spezifischen IgE-Serum-Antikörpern wurde mittels ELISA in einem kommerziellen Diagnoselabor (Biomedical Services, Austin, Texas) bestimmt. Der Serum-IgE-Titer wurde mit einem großen Pool von normalen Hunden und Hunden mit nachgewiesenen Nahrungsmittelüberempfindlichkeiten verglichen. Die IgE-Konzentrationen wurden als normal, grenzwertig, positiv und äußerst positiv bewertet.

Sensibilisierung von Hunden. Nachdem die Hunde dem Sensibilisierungsprotokoll unterzogen worden waren, wurden im Alter von 6 Monaten Hautempfindlichkeits- und Magenreaktionen auf Sensibilisierungsantigene gemessen. Es wurde festgestellt, dass alle Hunde erfolgreich auf die Casein-, Sojamehl- und Hühnerleber-Antigene sensibilisiert waren. Die Kontrolltiere waren nicht sensibilisiert.

Klinische Bewertung. Als die Hunde im Alter von 11 Monaten auf Diäten gesetzt wurden, die aus Soja, Casein und Hühnerleber bestanden, entwickelten alle sensibilisierten Hunde eine mittlere bis schwere Diarrhoe und verloren an Gewicht (Daten nicht gezeigt). Darüber hinaus zeigten 8 der 11 sensibilisierten Hunde dermatologische Reaktionen, die Haarverlust und Pruritus des Bauches einschlossen. Bei den Kontrollhunden wurden keine dermatologischen Reaktionen beobachtet. Klinische Symptome entwickelten sich innerhalb der ersten Woche nach Fütterung der sensibilisierenden Diät und hielten für die Dauer der Diätverabreichung an.

Dermale und gastroskopische Reaktionen auf Testdiäten. Die dermalen Reaktionen auf 4 verschiedene Konzentrationen von 14 verschiedenen Nahrungsmittelantigenen wurden bei Kontrollhunden und sensibilisierten Hunden bestimmt. Alle Hunde reagierten auf alle Konzentrationen der positiven Kontrolle (Histamin), und kein Hund reagierte auf den Reiz der negativen Kontrolle (physiologische Kochsalzlösung). Die Kontrollhunde (Nr. 1, Nr. 2 und Nr. 3) reagierten nur bei hohen Dosen auf die Antigene. Alle sensibilisierten Hunde außer Hund 12 (keine Reaktion auf Sojamehl) reagierten auf die 3 Sensibilisierungsantigene. Es bestand ein dosisabhängiges Ausmaß an Reaktion, wobei die höchsten Antigenkonzentrationen zu den markantesten Reaktionen führten. Die dermalen Reaktionen bei zu 1% hydrolysiertem Casein, zu 2% hydrolysiertem Casein, zu 5% hydrolysiertem Casein, zu 10% hydrolysiertem Casein und zu 20% hydrolysiertem Casein unterschieden sich nicht erheblich von reinem Casein, und tatsächlich reagierten viele Hunde stärker auf das Hydrolysat als auf das native Protein (z. B. die Hunde 6, 11, 14). Auf das zu 50% hydrolysierte Casein reagierten weniger Hunde als auf reines Casein, und der Durchmesser der erythematösen Reaktion war weniger ausgeprägt. Bei den niedrigeren Testkonzentrationen (2 mg/ml und 0,02 mg/ml) lösten hydrolysiertes Casein und hydrolysierte Hühnerleber eine geringere Reaktion bei weniger Tieren aus als Casein bzw. Hühnerleber (1). Exclude, Ha-Formula und hydrolysierte Hühnerleber führten zu einer ähnlichen Reaktion auf hydrolysiertes Casein, während die Testdiät am wenigsten reaktiv war (1).

Die Muster der Magenschleimhautreaktionen auf die Testdiät-Antigene waren denjenigen ähnlich, die nach den dermalen Injektionen beobachtet wurden. Bei den sensibilisierten Hunden waren nur bei zu 50% hydrolysiertem Casein, HA-Formula, Exclude und der Testdiät die gastroskopischen Bewertungszahlen erheblich niedriger als die nicht hydrolysierten Antigene (2). Die Testdiät war von allen stimulierenden Antigenen am wenigsten reaktiv. Die gastroskopischen Bewertungszahlen für die Kontrollhunde waren für alle Antigene normal oder gering (2).

Ergebnisse. Die Ergebnisse der Untersuchung deuten darauf hin, dass ein hoher Grad von Proteinhydrolyse (bis zu 50% der vollständigen Hydrolyse) erforderlich ist, um Überempfindlichkeitsreaktionen zu beseitigen. Ein geringerer Hydrolysegrad kann allergische Reaktionen verstärken, da die antigenen Epitope innerhalb der 3-dimensionalen Struktur von Proteinen einer immunologischen Verarbeitung ausgesetzt sind.

Die Hunde reagierten nicht auf die kommerziellen hypoallergenen hydrolysierten Diäten (Exclude- oder HA-Formula-Diät), die milch-/leberbasierte bzw. Sojabasierte Rezepturen sind. Die Testdiät sorgte für die niedrigsten Haut- und Schleimhautreaktionen der drei sensibilisierten Diäten.


Anspruch[de]
Hypoallergene Diätzusammensetzung für Haustiere, umfassend, auf einer Trockensubstanzbasis, eine Proteinquelle, eine Fettquelle, eine Kohlenhydratquelle und eine Faserquelle, wobei die Proteinquelle von 20 bis 30 Gew.-% des hydrolysierten Proteins umfasst, wobei mindestens 99% des hydrolysierten Proteins ein Molekulargewicht von weniger als 1,5 kDa aufweisen. Zusammensetzung nach Anspruch 1, wobei das hydrolysierte Protein hydrolysierte Hühnerleber umfasst. Zusammensetzung nach Anspruch 1 oder 2, ferner umfassend von 1 bis 5 Gew.-% eine Faserquelle. Zusammensetzung nach Anspruch 3, wobei die Faserquelle ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus Apfelfaser, Erbsenfaser, einer Mischung aus Carboxymethylcellulose und resistenter Stärke und Mischungen davon. Zusammensetzung nach Anspruch 1, wobei die Kohlenhydratquelle von 50 bis 60 Gew.-% der Zusammensetzung umfasst. Zusammensetzung nach Anspruch 5, wobei die Kohlenhydratquelle Cassava umfasst. Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 6 zum Diagnostizieren einer Nahrungsmittelallergie bei einem Haustier. Verwendung einer Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 6 zur Herstellung eines Medikaments zur Behandlung von Nahrungsmittelallergien und zur Reduzierung der Antigenproduktion bei einem Haustier.






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