Diese Erfindung betrifft eine Diätzusammensetzung zum Diagnostizieren
und Behandeln von Nahrungsmittelallergien bei Haustieren wie Hunden und Katzen und
genauer eine hypoallergene Diätzusammensetzung, in der hydrolysiertes Protein
als alleinige Proteinquelle verwendet wird.
Eine ständige Herausforderung in der veterinärmedizinischen
Gemeinschaft ist die Diagnose und Behandlung von Nahrungsmittelallergien bei Haustieren
wie Hunden und Katzen. Nahrungsmittelallergien führen oft zu Haut- und Magen-Darm-Erkrankungen
bei Hunden, die im Alter von 2 Monaten bis zu über 12 Jahren Nahrungsmittel-Überempfindlichkeiten
entwickeln können. Andere mit Nahrungsmittelallergien bei Hunden verbundene
Symptome schließen chronische Diarrhoe, verminderte Nährstoffresorption,
Gewichtsverlust, Abdominalschmerz und Lethargie ein.
Die Hauptnahrungsmittelallergene sind wasserlösliche Glycoproteine
mit Molekulargewichten im Bereich von 16,61 bis 99,63 zg (10.000 bis 60.000 Dalton).
Die Hauptgründe für Nahrungsmittel-Überempfindlichkeit bei Hunden
sind Milchprodukte, Rindfleisch und pflanzliche Proteine, während Katzen vorwiegend
Nahrungsmittel-Überempfindlichkeiten gegenüber Fisch und Milchprodukten
entwickeln.
Die Diagnose von Nahrungsmittelallergien bei Tieren hat Verfahren
wie intradermale Hauttests mit Nahrungsmittelallergenen oder serologische Tests
wie Radioallergosorbent- (RAST-) oder enzymgebundene Immunoassays (ELISA) eingeschlossen.
Solche Verfahren haben sich jedoch als unzuverlässig erwiesen. Gegenwärtig
erfordert die Diagnose von Nahrungsmittelallergien in der Regel, das Haustier auf
eine selbst zubereitete Ausschlussdiät zu setzen, die tendenziell zeitaufwendig
und umständlich ist. Beispielsweise muss die Ausschlussdiät bei dem Tier
für Zeiträume im Bereich von 3 bis 10 Wochen aufrechterhalten werden.
Eine übliche Behandlung von Nahrungsmittel-Überempfindlichkeit
ist strikte Vermeidung. Vermeidung kann jedoch bei Haustieren schwierig zu erreichen
sein, da gekochte Heimdiäten umständlich zuzubereiten sind, Proteinquellen
wie Lamm möglicherweise schwierig zu kaufen sind und kommerzielle Diäten
möglicherweise verborgene Antigene aufweisen. Außerdem kann das anhaltende
Füttern von einer oder mehreren neuen Proteinquellen zur Entwicklung einer
Überempfindlichkeit gegenüber dem betreffenden Protein führen. Obwohl
Corticosteroide die klinischen Symptome verringern können, kann ihre chronische
Verwendung langfristige nachteilige Auswirkungen auf Hunde und Katzen haben.
Es hat sich herausgestellt, dass die allergenen Eigenschaften von
Proteinen durch enzymatische Hydrolyse von Proteinen zu Peptiden verringert werden
können. In Untersuchungen wird darauf hingewiesen, dass mit hydrolysiertem
Protein formulierte Diäten in Nahrungsmittelallergie-Modellen die Antigenbelastung
vermindern und allergische Reaktionen verringern. Teilweise hydrolysierte Diäten
werden für stark gefährdete Kleinkinder und zur Verhinderung von klinischen
Symptomen von Nahrungsmittel-Überempfindlichkeit bei Hunden und Katzen verwendet.
Bei der Mehrzahl dieser Diäten werden hydrolysierte Milchprodukte (Casein)
oder pflanzliche Proteine (Sojaprotein) verwendet. In solchen Untersuchungen wird
jedoch nicht auf das Ausmaß der Hydrolyse hingewiesen, das erforderlich ist,
um eine allergische Reaktion bei Haustieren zu verhindern. Ebenso wenig wird in
den vorstehenden Untersuchungen auf geeignete Proteinquellen zur Verwendung in den
Diäten für Haustiere hingewiesen.
Ein anderer Faktor, der bei der Entwicklung einer hypoallergenen Diät
für Haustiere berücksichtigt werden muss, ist der Einschluss einer Faserquelle,
die zu einer akzeptablen Kotbildung führt und gleichzeitig jegliche potenziellen
Allergien vermeidet. Beispielsweise ist Rübenmark eine häufig verwendete
Faserquelle in Tiernahrungsmitteln, die Proteine enthalten, die möglicherweise
das Potenzial zur Auslösung einer allergischen Reaktion besitzen.
US 5620737 offenbart ein Verfahren zur Zubereitung
eines Nahrungsmittelprodukts für den Verbrauch durch Tiere. Das resultierende
Produkt ist eine sterile, homogene, lagerfeste Matrix, die zu mindestens 20 bis
70 Gew.-% teilweise hydrolysierte Proteine umfasst.
WO 99/20122 bezieht sich auf die Verwendung von Thiol-Redoxproteinen
zur Reduktion von Samenprotein, um die Eigenschaften von Teigprodukten und die Qualität
von Futter- und Cerealienprodukten zu verbessern.
WO 95/21540 offenbart ein Verfahren und eine Formulierung, welche
die Palatabilität von Tiernahrungsmitteln verbessern, wobei das Verfahren das
Hydrolysieren des proteinhaltigen Materials der Ausgangsmischung
umfasst.
Demgemäß besteht auf dem Fachgebiet weiterhin eine Notwendigkeit
für eine Diätzusammensetzung für Haustiere wie Hunde und Katzen,
welche die Diagnose und Behandlung von Nahrungsmittelallergien bei solchen Tieren
erlaubt und gleichzeitig für eine akzeptable Kotbildung sorgt.
Die vorliegende Erfindung erfüllt diese Anforderung durch die
Bereitstellung einer hypoallergenen Diätzusammensetzung für Haustiere
wie Katzen und Hunde, die zur Diagnose und Behandlung von Nahrungsmittelallergien
verwendet werden kann. Die Diätzusammensetzung schließt ein hydrolysiertes
Protein als einzige Proteinquelle in der Diät ein, um die Antigenproduktion
und allergische Reaktionen zu verringern, zusammen mit einer Faserquelle, die für
eine akzeptable Kotbildung sorgt.
Gemäß einem Gesichtspunkt der vorliegenden Erfindung wird
eine hypoallergene Diätzusammensetzung für Haustiere bereitgestellt, umfassend,
auf Trockensubstanzbasis, eine Proteinquelle, eine Fettquelle und eine Kohlenhydratquelle,
wobei die Proteinquelle auf Trockensubstanzbasis von 20 bis 30 Gew.-% ein hydrolysiertes
Protein umfasst, wobei mindestens 99% des Proteins ein Molekulargewicht von weniger
als 2,49 zg (1,5 kDa) aufweisen. Das hydrolysierte Protein umfasst vorzugsweise
hydrolysierte Hühnerleber.
Die Kohlenhydratquelle ist vorzugsweise Cassava, welches auf Trockensubstanzbasis
von 50 bis 60 Gew.-% der Zusammensetzung umfasst.
Die Zusammensetzung umfasst ferner vorzugsweise auf Trockensubstanzbasis
von 1 bis 5 Gew.-% eine Faserquelle, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus
Apfelfaser, Erbsenfaser, einer Mischung aus Carboxymethylcellulose (CMC) und resistenter
Stärke und Mischungen davon.
Wenn die Zusammensetzung der vorliegenden Erfindung Haustieren in
einer Menge und Häufigkeit verabreicht wird, die ihren Ernährungsbedürfnissen
angemessen ist, hat sich herausgestellt, dass die Tiere eine verringerte Antigenproduktion
aufweisen. Die Zusammensetzung der vorliegenden Erfindung kann auch verwendet werden,
um ein Verfahren zum Diagnostizieren von Nahrungsmittelallergien bei Haustieren
bereitzustellen. Beispielsweise kann ein Tier, das allergische Symptome zeigt, für
mehrere Wochen auf die Diät der vorliegenden Erfindung gesetzt werden, und
falls die Symptome abgemildert werden, wird das Vorhandensein einer Nahrungsmittelallergie
bestätigt, und das Tier kann dann mit verschiedenen Proteinquellen gefüttert
werden, um die spezifische Quelle der Allergie zu bestimmen.
Demgemäß ist es ein Merkmal der vorliegenden Erfindung,
eine hypoallergene Diätzusammensetzung und ein Verfahren zum Diagnostizieren
von Nahrungsmittelallergien bei Haustieren bereitzustellen. Andere Merkmale und
Vorteile der Erfindung werden aus der folgenden Beschreibung, den beigefügten
Zeichnungen und den angehängten Ansprüchen offensichtlich.
1 ist ein Balkendiagramm, das die Hautreaktionen von
Hunden zeigt, die mit verschiedenen hydrolysierten Diäten, einschließlich
der hypoallergenen Diät der vorliegenden Erfindung, gefüttert wurden;
und
2 ist ein Balkendiagramm, das die Magenschleimhautreaktionen
von Hunden zeigt, die mit den in 1 gezeigten hydrolysierten
Diäten gefüttert wurden.
Die hypoallergene Diätzusammensetzung der vorliegenden Erfindung
bietet insofern eine Verbesserung gegenüber gegenwärtig erhältlichen
Diätzusammensetzungen, als für die Zusammensetzung hydrolysiertes Protein
als alleinige Proteinquelle verwendet wird, welches ein wirksames Verfahren zum
Diagnostizieren von Nahrungsmittelallergien bei Haustieren bietet. Ferner schließt
die Zusammensetzung eine Faserquelle ein, die kein weiteres Potenzial für eine
allergische Reaktion hervorruft und die für eine akzeptable Kotbildung sorgt.
Es wurde festgestellt, dass die Diätzusammensetzung der vorliegenden
Erfindung die Antigenproduktion bei dem Tier verringert und in Bezug auf das Zeigen
einer Reaktion oder der Grad der Reaktion eine ebenso gute oder bessere Leistung
zeigt wie andere im Handel erhältliche hypoallergene Diäten.
Die Diätzusammensetzung kann in einer beliebigen geeigneten Form
bereitgestellt werden, solange sie die bevorzugte Konzentration von hydrolysiertem
Protein auf Trockensubstanzbasis enthält. Beispielsweise kann die Zusammensetzung
extrudiert und konserviert oder in Keksform bereitgestellt werden.
Die Zusammensetzung umfasst vorzugsweise von 9 Gew.-% bis 30 Gew.-%
Fett, 50 bis 60 Gew.-% Kohlenhydrate und von 20 bis 30 Gew.-% die hydrolysierte
Proteinquelle, jeweils auf Trockensubstanzbasis. Darüber hinaus schließt
die Zusammensetzung vorzugsweise von 1 bis 5 Gew.-% eine Faserquelle ein, ausgewählt
aus Apfelfaser, Erbsenfaser, einer Mischung aus Carboxymethylcellulose und resistenter
Stärke und Mischungen davon.
Die Quelle des hydrolysierten Proteins in der Zusammensetzung umfasst
vorzugsweise hydrolysierte Hühnerleber. Die Zusammensetzung ist so formuliert,
dass mindestens 99% der Proteinquelle ein Molekulargewicht von weniger als 2,49
zg (1,5 kDa) aufweisen, um sicherzustellen, dass die Hydrolyse in dem Ausmaß
stattgefunden hat, dass eine allergische Reaktion verhindert wird.
Die Kohlenhydratquelle umfasst vorzugsweise Cassava, kann jedoch auch
andere Quellen wie Kartoffelmehl, Hafer und Gerste einschließen.
Die Fettquelle umfasst vorzugsweise tierisches Fett, kann jedoch auch
Geflügelfett, Fischöl, Flachsöl und Borretschöl einschließen.
Zum leichteren Verständnis der Erfindung wird auf die folgenden
Beispiele Bezug genommen, die zur Veranschaulichung der Erfindung bestimmt sind,
ohne jedoch deren Schutzumfang einzuschränken.
Beispiel 1
Eine Diät wurde für Hunde formuliert, bei der hydrolysierte
Hühnerleber als Proteinquelle und Cassava als Kohlenhydratquelle verwendet
wurde. Die Diät wurde mit 99,8% des Proteins mit einem Molekulargewicht von
weniger als 2,32 zg (1,4 kiloDalton (kDa)) formuliert, wie nachfolgend in Tabelle
1 gezeigt.
Tabelle 1. Molekulargewichtsverteilung von hydrolysierter Geflügelleber.
Alle Daten werden als Prozentsatz (%) an Gesamtprotein, der innerhalb jedes Molekulargewichtsbereichs
festgestellt wurde, angegeben.a
a Probe 1 enthielt 65,75% Rohprotein und Probe 2 enthielt 65,76% Rohprotein.
Die Zusammensetzung der Diät ist in Tabelle 2 aufgeführt.
Tabelle 2. Diät mit hydrolysiertem Protein. Faserlose Diät.
Eine Palatabilitätsuntersuchung wurde begonnen, und die Kotbildung
wurde untersucht. Bis zu Tag 3 der Palatabilitätsuntersuchung lagen die Kotbewertungszahlen
im Bereich von 3 und 2 mit berichteter Bildung von schwarzem Schleim (siehe Tabelle
3 unten). Unter Verwendung dieses Bewertungssystems würde ein idealer Kot die
Bewertungszahl 4 aufweisen.
Tabelle 3. Kotbewertungszahlen aus dem Palatabilitätstest.a
a Kommentare: 80% der Kote erschienen sehr schwarz. Schleim in Koten offensichtlich.
b Kotbewertungszahlen: 0 = Pfütze, kein geformter Kot; 1 = wässrig,
formbare Flüssigkeit; 2 = weich, ungeformt, puddingähnlich; 3 = weich,
geformt, feucht, behält die Form bei; 4 = harter, geformter, trockener Kot,
bleibt fest und nachgiebig; 5 = hartes, trockenes Pellet, kleine harte Masse.
c k. K. = kein Kot
Anhand der anfänglichen Palatabilitätsuntersuchung wurde
bestimmt, dass eine Faserquelle bestimmt werden musste, die eine mäßige
Fermentabilität im Magen-Darm-Trakt des Hundes aufweist, jedoch keine allergische
Reaktion hervorrufen würde und zu einer akzeptablen Kotbildung führen
würde. Faserquellen, die diese Kriterien erfüllen, waren Apfelfaser, Erbsenfaser
und eine Kombination aus CMC/resistenter Stärke. Diese Fasern wurde in Diäten
einbezogen (siehe Tabelle 4) und in einem Bioassay auf Kotbildung untersucht. Insgesamt
12 Hunde wurden für diesen Bioassay eingesetzt (4 Hunde pro Behandlung). Die
Hunde wurden mit der entsprechenden Diät 21 Tage lang gefüttert, und die
Fäkalbewertungszahlen wurden täglich protokolliert. Die Ergebnisse sind
in Tabelle 5 zusammengefasst. Die mit Apfelfruchtmasse formulierte Diät ergab
die am besten geformten Kote.
Tabelle 4. Diät mit hydrolysiertem Protein. Faseroptionen.
* resistente Stärke, im Handel erhältlich von National Starch und
Chemical Company, Inc.
Tabelle 5. Kotbewertungszahlen aus dem Faseroptions-Bioassay.
a Berichte über Schleimbildung im Kot. Apfelfruchtmasse = 1; Erbsenfaser
= 6; CMC/Novelose = 5
b Kotbewertungszahlen: 1 = wässrig, formbare Flüssigkeit; 2
= weich, ungeformt, puddingähnlich; 3 = weich, geformt, feucht,
behält die Form bei; 4 = harter, geformter, trockener Kot, bleibt fest und
nachgiebig; 5 = hartes, trockenes Pellet, kleine harte Masse.
Beispiel 2
Die Diät aus Beispiel 1 wurde getestet, um ihre Wirksamkeit zu
bestimmen. Die verwendete Diät ist in Tabelle 6 unten dargestellt.
Tabelle 6. Diät mit hydrolysiertem Protein
Die Diät wurde bei Hunden getestet, bei denen eine experimentell
ausgelöste Allergie gegen Geflügelleber, Casein und Sojaprotein bestand.
Die Diät wurde zusammen mit den hypoallergenen Zusammensetzungen Exclude®
(DVM Pharmaceuticals) und HA-FormulaTM (Ralston Purina) getestet. Protokoll
und Ergebnisse sind nachfolgend zusammengefasst.
Protokoll. Die Untersuchungen wurden gemäß dem Guide for
the Care and Use of Laboratory Animals der NIH und dem Guide for the Care and Use
of Experimental Animals des Canadian Council on Animal Care durchgeführt. Schlittenhunde
aus Kreuzzucht (n = 14) wurden für diese Untersuchung eingesetzt, und die Tiere
wurden aus 3 Würfen erhalten. Die Tiere wurden innerhalb von 24 Stunden nach
ihrer Geburt zufällig 2 Behandlungsgruppen zugeteilt. Die Hunde der Gruppe
1 (n = 11) wurden gegen Casein, Hühnerleber und Sojaprotein sensibilisiert,
und die Hunde der Gruppe 2 (n = 3) dienten als Kontrollen und wurden nicht gegen
irgendwelche Nahrungsmittelantigene sensibilisiert.
Die Hunde wurden für die ersten 6 Monate auf eine Welpendiät
(The lams Company, Dayton, OH) gesetzt und anschließend für den Rest der
Untersuchung auf einer Diät für ausgewachsene Hunde (The lams Company,
Dayton, OH) gehalten. Milchprotein, Sojaprotein oder Hühnerleber waren in diesen
Diäten nicht enthalten. Im Alter von 11 Monaten wurden den Hunden 4 Wochen
lang Diäten verabreicht, die Milchprotein, Sojaprotein und Hühnerleber
enthielten. Das Futter wurde gemäß den Empfehlungen des Herstellers bereitgestellt,
und frisches Wasser wurde nach Belieben bereitgestellt. Die Tiere wurden täglich
beobachtet, und jegliche klinischen Anomalien wurden protokolliert.
Nahrungsmittelantigene/-analyse. Die sensibilisierenden Antigene schlossen
Casein, Sojaprotein und Hühnerleber (1:1:1 auf Gewichtsbasis) ein. Überempfindlichkeitsreaktionen
erfolgten bei den folgenden hydrolysierten und unberührten Diäten: Casein
(Sigma), zu 1% hydrolysiertes Casein (lams), zu 2% hydrolysiertes Casein (lams),
zu 5% hydrolysiertes Casein (lams), zu 10% hydrolysiertes Casein (lams), zu 20%
hydrolysiertes Casein (lams), zu 50% hydrolysiertes Casein (lams),
Hühnerleber, hydrolysierte Hühnerleber (lams), Sojaprotein, Exclude®
(hydrolysiertes Casein und hydrolysierte Leber, 16,5% Protein, DVM Pharmaceuticals,
Miami, Florida), HA-FormulaTM (hydrolysiertes Soja, 18% Protein, Ralston
Purina, St. Louis, Missouri), und eine Diät mit hydrolysierter Hühnerleber
(Testdiät, 19% Protein, The lams Company, Lewisburg, OH). Die Hydrolyse von
Casein und Hühnerleber wurde von The lams Company (Lewisburg, OH) durchgeführt.
Der Grad der Hydrolyse, ausgedrückt als Prozentsatz, stellt das Verhältnis
der Hydrolysereaktion zu freien Aminosäuren dar.
Um die Molekulargewichte der Proteine innerhalb der Testdiäten
und der Sensibilisierungsantigene zu bestimmen, wurde eine SDS-PAGE-Elektrophorese
durchgeführt. Jedes Antigen wurde durch Herstellung einer Suspension oder Lösung
von 10% wt./wt. unter Verwendung von destilliertem Wasser und kräftigem Schütteln
für 1 Stunde hergestellt. Die Proteinkonzentration wurde mit Hilfe des BioRad-Assaysystems
(BioRad, Missisauga, Ontario), bestimmt. Die Lösungen wurden so eingestellt,
dass sie 2 mg/ml Protein enthielten. Die SDS-PAGE-Elektrophorese wurde 5,5 Stunden
lang auf einem 20%igen Trenngel und einem 4%igen Stapelgel bei 200 V durchgeführt.
Zehn Mikrogramm Protein wurden auf jede Spur des Gels aufgebracht.
Die SDS-PAGE-Gele trennten Proteine zwischen 8,3 und 132,8 zg (5 und
80 kDa). Das erkennbare maximale und minimale Molekulargewicht aus jeder Probe ist
in Tabelle 7 aufgeführt.
Tabelle 7. Molekulargewichtsbereich von Proteinen in SDS-Page-Gelen
Eine minimale Hydrolyse von Proteinen mit hohem Molekulargewicht wurde
in den zu 1%, 2% und 5% hydrolysierten Caseinproben erzeugt. Diese hydrolysierten
Proben unterschieden sich nicht erheblich von reinem Casein. Eine erhebliche Hydrolyse
von Proteinen mit hohem Molekulargewicht wurde in den 10- und 20-%-Proben erzielt,
jedoch waren weiterhin einige Proteine mit hohem Molekulargewicht feststellbar.
Spezifische Caseinproteine wie &agr;-Lactalbumin (23,6 zg (14,2 kDa)) konnten
in den zu 1–10% hydrolysierten Caseinproben identifiziert werden. Eine vollständige
Hydrolyse von Proteinen mit hohem Molekulargewicht scheint in der zu 50% hydrolysierten
Caseinprobe erreicht worden zu sein. Bei nicht hydrolysiertem Casein war eine große
Menge von Proteinen mit hohem Molekulargewicht vorhanden. Sowohl die Hühnerleber
als auch die hydrolysierte Hühnerleber weisen Bänder mit hohem Molekulargewicht
auf. Eine erhebliche Hydrolyse von Proteinen wurde bei der Exclude-, der HA-Formula-
und der Testdiät erreicht, jedoch konnten trotzdem schwache Bänder mit
hohem Molekulargewicht identifiziert werden.
Sensibilisierunasprotokoll. Das Sensibilisierungsprotokoll für
die Hunde der Gruppe 1 umfasste die subkutane Injektion eines viralen Lebendimpfstoffs
(Staupe, Hepatitis, Parvovirus, Parainfluenza, Fort Dodge Ayerst, Guelph Ontario)
bei Welpen, gefolgt von der subkutanen Injektion eines Nahrungsmittelantigens in
dem Alaunzusatz 10. Zwischen Tag 1 und Tag 85 wurden die Hunde
der Gruppe 1 durch 7 Injektionen von 1 mg Casein, Sojaprotein und Hühnerleber
sensibilisiert. Die Kontrolltiere erhielten nur den Zusatz.
Hauttests. Hauttests wurden durchgeführt, nachdem die Hunde das
Sensibilisierungsprotokoll gegenüber den Sensibilisierungsantigenen im Alter
von ungefähr 6 Monaten abgeschlossen hatten. Die Hautüberempfindlichkeit
gegenüber den Testdiäten (Casein, zu 1% hydrolysiertes Casein, zu 2% hydrolysiertes
Casein, zu 5% hydrolysiertes Casein, zu 10% hydrolysiertes Casein, zu 20% hydrolysiertes
Casein, zu 50% hydrolysiertes Casein, Hühnerleber, hydrolysierte Hühnerleber,
Sojaprotein, Exclude, HA-Formula, Testdiät) wurde im Alter von ungefähr
10 Monaten untersucht. Die ventrale Seite des Abdomens wurde für Hauttests
bei jedem Welpen verwendet. Vier Konzentrationen von Nahrungsmittelallergen (2.000,
200, 20 und 0,02 &mgr;g/ml) wurden intradermal injiziert (0,05 ml). Histamin in
derselben Konzentration wie die Antigene wurde als positive Kontrolle verwendet,
während sterile physiologische Kochsalzlösung als negative Kontrolle verwendet
wurde. Evans-Blau-Farbstoff (0,5%, 0,2 ml/kg) wurde 5–10 Minuten nach den
intradermalen Injektionen intravenös verabreicht. Ungefähr 20 Minuten
nach den intradermalen Injektionen wurde der Durchmesser der Quaddelreaktion und
der erythematösen Reaktion für jedes Antigen gemessen.
Gastroskopische Nahrungsmittelempfindlichkeit. Gastroskopische Untersuchungen
wurden bei Welpen durchgeführt, als diese ungefähr 6 Monate (nach Sensibilisierung)
und 10 Monate (Testdiäten) alt waren. Die Hunde wurden mit 2–3%igem
Halothan nach Acepromazin-Sedierung narkotisiert. Eine Endoskopie wurde mit einem
pädiatrischen Endoskop für den oberen GI-Trakt mit einem Arbeitskanal
für Injektionen durchgeführt. Testantigene (dieselben wie bei den Hauttests,
0,5 ml, 1 mg/ml in physiologischer Kochsalzlösung/Glycerin im Verhältnis
1:1) wurden mit einer Sklerotherapienadel in die Magenschleimhaut injiziert. Die
Kontrolle bestand aus physiologischer Kochsalzlösung/Glycerin. Evans-Blau-Farbstoff
(0,5%, 0,2 ml/kg) wurde 5–10 Minuten vor den Mageninjektionen iv verabreicht.
Die Magenschleimhautreaktionen auf jedes Antigen und jede Kontrolle wurden 5 Minuten
nach der Injektion gemäß dem Grad von Schwellung, Erythem und blauen Flecken
anhand des folgenden Bewertungssystems bewertet: 0 = normale Magenschleimhaut; 1
= leichtes Erythem; 2 = leichtes Erythem und Ödem; 3 = mäßiges Erythem
und Ödem, geringfügige blaue Flecken; 4 = schweres Erythem und Ödem,
blaue Flecken.
Serum-IgE. Serum wurde am Ende des Sensibilisierungsprotokolls aus
Kontrollhunden und sensibilisierten Hunden (im Alter von 6 Monaten) gesammelt. Die
Konzentration von spezifischen IgE-Serum-Antikörpern wurde mittels ELISA in
einem kommerziellen Diagnoselabor (Biomedical Services, Austin, Texas) bestimmt.
Der Serum-IgE-Titer wurde mit einem großen Pool von normalen Hunden und Hunden
mit nachgewiesenen Nahrungsmittelüberempfindlichkeiten verglichen. Die IgE-Konzentrationen
wurden als normal, grenzwertig, positiv und äußerst positiv bewertet.
Sensibilisierung von Hunden. Nachdem die Hunde dem Sensibilisierungsprotokoll
unterzogen worden waren, wurden im Alter von 6 Monaten Hautempfindlichkeits- und
Magenreaktionen auf Sensibilisierungsantigene gemessen. Es wurde festgestellt, dass
alle Hunde erfolgreich auf die Casein-, Sojamehl- und Hühnerleber-Antigene
sensibilisiert waren. Die Kontrolltiere waren nicht sensibilisiert.
Klinische Bewertung. Als die Hunde im Alter von 11 Monaten auf Diäten
gesetzt wurden, die aus Soja, Casein und Hühnerleber bestanden, entwickelten
alle sensibilisierten Hunde eine mittlere bis schwere Diarrhoe und verloren an Gewicht
(Daten nicht gezeigt). Darüber hinaus zeigten 8 der 11 sensibilisierten Hunde
dermatologische Reaktionen, die Haarverlust und Pruritus des Bauches einschlossen.
Bei den Kontrollhunden wurden keine dermatologischen Reaktionen beobachtet. Klinische
Symptome entwickelten sich innerhalb der ersten Woche nach Fütterung der sensibilisierenden
Diät und hielten für die Dauer der Diätverabreichung an.
Dermale und gastroskopische Reaktionen auf Testdiäten. Die dermalen
Reaktionen auf 4 verschiedene Konzentrationen von 14 verschiedenen Nahrungsmittelantigenen
wurden bei Kontrollhunden und sensibilisierten Hunden bestimmt. Alle Hunde reagierten
auf alle Konzentrationen der positiven Kontrolle (Histamin), und kein Hund reagierte
auf den Reiz der negativen Kontrolle (physiologische Kochsalzlösung). Die Kontrollhunde
(Nr. 1, Nr. 2 und Nr. 3) reagierten nur bei hohen Dosen auf die Antigene. Alle sensibilisierten
Hunde außer Hund 12 (keine Reaktion auf Sojamehl) reagierten auf die 3 Sensibilisierungsantigene.
Es bestand ein dosisabhängiges Ausmaß an Reaktion, wobei die höchsten
Antigenkonzentrationen zu den markantesten Reaktionen führten. Die dermalen
Reaktionen bei zu 1% hydrolysiertem Casein, zu 2% hydrolysiertem Casein, zu 5% hydrolysiertem
Casein, zu 10% hydrolysiertem Casein und zu 20% hydrolysiertem Casein unterschieden
sich nicht erheblich von reinem Casein, und tatsächlich reagierten viele Hunde
stärker auf das Hydrolysat als auf das native Protein (z. B. die Hunde 6, 11,
14). Auf das zu 50% hydrolysierte Casein reagierten weniger Hunde als auf reines
Casein, und der Durchmesser der erythematösen Reaktion war weniger ausgeprägt.
Bei den niedrigeren Testkonzentrationen (2 mg/ml und 0,02 mg/ml)
lösten hydrolysiertes Casein und hydrolysierte Hühnerleber eine geringere
Reaktion bei weniger Tieren aus als Casein bzw. Hühnerleber (1).
Exclude, Ha-Formula und hydrolysierte Hühnerleber führten zu einer ähnlichen
Reaktion auf hydrolysiertes Casein, während die Testdiät am wenigsten
reaktiv war (1).
Die Muster der Magenschleimhautreaktionen auf die Testdiät-Antigene
waren denjenigen ähnlich, die nach den dermalen Injektionen beobachtet wurden.
Bei den sensibilisierten Hunden waren nur bei zu 50% hydrolysiertem Casein, HA-Formula,
Exclude und der Testdiät die gastroskopischen Bewertungszahlen erheblich niedriger
als die nicht hydrolysierten Antigene (2). Die Testdiät
war von allen stimulierenden Antigenen am wenigsten reaktiv. Die gastroskopischen
Bewertungszahlen für die Kontrollhunde waren für alle Antigene normal
oder gering (2).
Ergebnisse. Die Ergebnisse der Untersuchung deuten darauf hin, dass
ein hoher Grad von Proteinhydrolyse (bis zu 50% der vollständigen Hydrolyse)
erforderlich ist, um Überempfindlichkeitsreaktionen zu beseitigen. Ein geringerer
Hydrolysegrad kann allergische Reaktionen verstärken, da die antigenen Epitope
innerhalb der 3-dimensionalen Struktur von Proteinen einer immunologischen Verarbeitung
ausgesetzt sind.
Die Hunde reagierten nicht auf die kommerziellen hypoallergenen hydrolysierten
Diäten (Exclude- oder HA-Formula-Diät), die milch-/leberbasierte bzw.
Sojabasierte Rezepturen sind. Die Testdiät sorgte für die niedrigsten
Haut- und Schleimhautreaktionen der drei sensibilisierten Diäten.
Anspruch[de]
Hypoallergene Diätzusammensetzung für Haustiere, umfassend,
auf einer Trockensubstanzbasis, eine Proteinquelle, eine Fettquelle, eine Kohlenhydratquelle
und eine Faserquelle, wobei die Proteinquelle von 20 bis 30 Gew.-% des hydrolysierten
Proteins umfasst, wobei mindestens 99% des hydrolysierten Proteins ein Molekulargewicht
von weniger als 1,5 kDa aufweisen.Zusammensetzung nach Anspruch 1, wobei das hydrolysierte Protein hydrolysierte
Hühnerleber umfasst.Zusammensetzung nach Anspruch 1 oder 2, ferner umfassend von 1 bis 5
Gew.-% eine Faserquelle.Zusammensetzung nach Anspruch 3, wobei die Faserquelle ausgewählt
ist aus der Gruppe bestehend aus Apfelfaser, Erbsenfaser, einer Mischung aus Carboxymethylcellulose
und resistenter Stärke und Mischungen davon.Zusammensetzung nach Anspruch 1, wobei die Kohlenhydratquelle von 50
bis 60 Gew.-% der Zusammensetzung umfasst.Zusammensetzung nach Anspruch 5, wobei die Kohlenhydratquelle Cassava
umfasst.Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 6 zum Diagnostizieren
einer Nahrungsmittelallergie bei einem Haustier.Verwendung einer Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis
6 zur Herstellung eines Medikaments zur Behandlung von Nahrungsmittelallergien und
zur Reduzierung der Antigenproduktion bei einem Haustier.