Die vorliegende Erfindung betrifft eine pneumatischen Wägevorrichtung.
Die üblichen Wägevorrichtungen umfassen komplizierte Mechanismen,
die oft durch die Benutzung oder bei Wartungsarbeiten dejustiert oder beschädigt
werden, so dass sie ungeeignet sind für bestimmte Situationen bzw. Einsätze,
insbesondere in abgedichteten, gegen außen isolierten Räumen, in denen
man nur mittels nicht sehr geschickten Fernbedienungseinrichtungen arbeiten kann,
und bestimmte korrosive, feuchte, sehr heiße oder strahlungsbelastete Atmosphären
können die Arbeitsbedingungen noch schwieriger machen.
Aus diesem Grund wurde eine Wägevorrichtung ohne Mechanismen
entwickelt, bei der nur die Expansionskraft eines verdichteten Gases zur Gewinnung
der Energie genutzt wird, die für den Betrieb und zur Messung des Gewichts
des zu wiegenden Gegenstands notwendig ist. Eine solche Vorrichtung benötigt
normalerweise vor Ort weder Justierung noch Wartung und hält leicht die Stöße
aus, die durch einen zu wiegenden Gegenstand verursacht werden. Zudem findet zunächst
eine wirkliche Wiegeoperation statt (die des leeren Plateaus), was ermöglicht,
permanent den einwandfreien Betrieb der Vorrichtung zu überprüfen. Der
Gasfluss gewährleistet die Reinigung, den Antikorrosionsschutz und die Kühlung
der Vorrichtung.
Die Vorrichtung unterscheidet sich von früheren pneumatischen
Waagen, deren Struktur herkömmlich ist, die aber mit einem pneumatischen Sensor
ausgerüstet sind, um die Verschiebung eine Probekörpers unter dem Gewicht
des gewogenen Gegenstands zu messen, denn das verdichtete Gas wird hier nur zum
Messen benutzt. Es handelt sich außerdem um frühere Waagen, bei denen
die pneumatischen Verschiebungssensoren durch Sensoren von anderer Art ersetzt worden
sind.
Das zum Wiegen verwendete Gas dient hier dazu, ohne Aufnehmer (pièce
d'épreuve) einen Auftrieb des Plateaus zu bewirken, auf der der Gegenstand
liegt, indem ein Luftkissen erzeugt wird; da aber ein solches System besonders instabil
ist, muss man zusätzliche Dispositionen bzw. Einrichtungen vorsehen, um das
Plateau im Gleichgewicht zu halten, die gleichzeitig seinen seitlichen Verschiebungen,
seinen Drehungen sowie seinen Kippbewegungen entgegenwirken müssten, die ein
Gegenstand ausführen würde, wenn er exzentrisch auf ihm abgelegt worden
wäre, und dies ohne Reibung zwischen dem Plateau und dem festen Sockel der
Vorrichtung, da diese die Genauigkeit der Messung beeinträchtigen würde.
Eine andere frühere pneumatische Waage, die dem Oberbegriff des
ersten Anspruchs entspricht, wird in dem Dokument US-A-2 954 221 beschrieben. Verdichtete
Luft, aus einer den Sockel durchquerenden Leitung stammend, füllt einen Hohlraum,
abgegrenzt durch einen unbeweglichen bzw. stationären Sockel, ein Plateau,
auf dem der zu wiegende Gegenstand liegt, und einen verformbaren Rand, der den Sockel
mit dem Plateau verbindet. Der Hohlraum ist abgeschlossen, mit Ausnahme von Öffnungen,
die den Rand durchqueren. Wenn ein Gegenstand auf das Plateau gelegt wird, wird
der Sockel bzw. die Luft komprimiert, das Plateau senkt sich ab und reduziert einen
Flucht bzw. Entweichungsraum, wo die komprimierte Luft in den Hohlraum zwischen
dem Sockel und dem Plateau strömt: diese Strömung wird behindert und der
Druck in der Leitung steigt, so dass man ihn mit dem Gewicht des Gegenstands korrelieren
kann. Die Charakteristika des Rands beeinflussen jedoch die Messung und komplizieren
sie um so mehr, als sie zeitlich variieren können. Die Genauigkeit der Messung
kann bezweifelt werden.
Das Dokument US-A-2 998 089 ist dem vorhergehenden ähnlich, außer
dass der Rand durch isolierte komprimierbare Blöcke ersetzt worden ist, die
Stützen bilden, auf denen das Plateau liegt. Hier wird wieder eine Luftentweichungsleitung
durch das Gewicht des zu wiegenden Gegenstands gedrosselt, wobei die Verschiebung
des Plateaus den Druck in der Leitung erhöht und man durch Korrelation das
Gewicht des Gegenstands erlangt.
Eine pneumatische Wägevorrichtung, die zufrieden stellt und der
allgemeinsten Definition der Erfindung entspricht, umfasst wieder einen Sockel,
ein Plateau mit einem um den Sockel herum umgebogenen Rand, ein Gasblassystem mit
konstantem Druck das in einer zum Wiegen benutzten vertikalen Leitung endet, die
den Sockel durchquert und unter dem Plateau mündet. Jedoch sitzt das Plateau
auf dem Sockel und die Gasblasvorrichtung umfasst auch noch in andere, laterale
Leitungen, die in Becken vor dem Rand des Plateaus münden. Die Gaskissen, die
sich durch das eingeblasenen Gas zwischen dem Sockel und dem Plateau bilden, bewirkt
seine Zentrierung in Bezug auf den Sockel. Die Vorrichtung umfasst auch noch eine
Einrichtung zum Messen einer mit dem Gewicht eines auf dem Plateau stehenden Gegenstands
(vorher) korrelierten Größe.
Der Gasdruck, der in dem Kissen herrscht, das sich am Ende der vertikalen
Leitung ausbildet, ist im Gleichgewicht mit dem Gesamtgewicht der Platte und des
darauf liegenden Gegenstands. Diese Druck ist eine steigende Funktion dieses Gesamtgewichts.
Der Druck kann leicht gemessen werden, indem man die Leitung anzapft
und einen Druckmesser installiert, ggf. an einer anderen Stelle. Die lateralen Leitungen
haben den Zweck, das Plateau in Bezug auf den Sockel so zu zentrieren, dass keine
Reibung stattfindet. die Stabilität des Plateaus gegen Kippen ist besser, wenn
man N vertikale Leitungen vorsieht, deren Anordnung vorzugsweise den Ecken eines
gleichmäßigen Polygons entspricht, dessen Mittelpunkt mit dem des Plateaus
zusammenfällt. Man kann dann an jeder vertikalen Leitung eine Druckabnahme
installieren, und nach der Verarbeitung der Signale liefert dann die Summe der N
Messungen das Gewicht des Gegenstands.
In erster Annäherung kann diese Funktion sich folgendermaßen
präsentieren.:
mit:
M
= Masse des Plateaus
m
= Masse des Gegenstands
n
= Anzahl der Becken
S
= Fläche eines Beckens
Pi
= im x-ten Becken herrschender Druck.
Man kann sich auch gegen Drehbewegungen des Plateaus, wenn dieses
rund ist, was meistens der Fall ist, schützen: der Sockel und der Rand werden
dann mit einer vertikalen Nut und einem in der Nutz sitzenden Keil versehen, wobei
man vor den entgegengesetzten Seitenflächen des Keils zwei Spiele vorsieht,
und das Gasblassystem umfasst zwei laterale Leitungen, die jeweils in entgegengesetzten
Richtungen in den Spielen münden. Der Keil gleitet dann frei in der Nut des
Plateaus, ohne dieses zu berühren.
In der Folge wird eine bevorzugte Realisierung der Erfindung mit Bezug
auf folgende Figuren beschrieben:
1, die eine Gesamtansicht der Erfindung ist;
2, die ein Horizontalschnitt des Oberteils der Waage
ist;
und die 3, die ein Detail der
2 ist.
Die pneumatische Waage umfasst also zwei Hauptelemente: die sich während
des Betriebs nicht berühren: ein rundes und flaches Plateau 1 mit
einem nach unten umgebogenen Rand 2 und einen Sockel 3. Das Plateau
1 sitzt im Ruhezustand auf dem Sockel 3, umgeben von dem Rand
2. Der Sockel 3 wird von einer bestimmten Anzahl erfindungsgemäßer
Gasblasleitungen durchquert und sein Unterteil umfasst eine Kammer 4, in
der im Betriebszustand ein pneumatisches Verbindungsstück 5 steckt
(hier aus Gründen der Klarheit herausgezogen). An dem Sockel 6 des
pneumatischen Verbindungsstücks 5, der sich immer außerhalb der
Wägevorrichtung befindet, sind die Versorgungs- und Messungsgasleitungen angeschlossen.
Eine Durchgasquelle 7 mit einem Regler 8 liefert Gas mit einem
konstanten Druck durch eine Ausgangsleitung 9, die in einer zentralen Bohrung
10 des Verbindungsstücks 5 mündet, die ihrerseits in
die Unterseite der Kammer 4 mündet, die durch ein Verteilungsnetz
11 verlängert wird, das in vertikalen Leitungen 12 mündet,
hier drei an der Zahl und entsprechend einem gleichseitigen Dreieck im Oberteil
des Sockels 3 angeordnet und unter dem Plateau 1 mündend.
Jede der vertikalen Leitungen 12 umfasst am Eingang eine Düse
13 und am Ausgang ein Becken 14. Das Becken 14 ist eine
Auslass, der dem Auftrieb des Plateaus 1 dient, das heißt ein Gaskissen
bildet. Eine Druckentnahmeleitung 15 zapft jede der vertikalen Leitungen
12 zwischen der Düse 13 und dem Becken 14 an, verläuft
dann durch den Sockel 3, mündet in der ihr zugeordneten Hohlkehle
16 des Verbindungsstücks 5 und verlängert sich dann
in Form einer das Verbindungsstück 5 durchquerenden Leitung
17 und einer Außenleitung 18, die zu einem Drucksensor
19 führt. Der durch jeden der Sensoren 19 gemessene Druck
wird zu einem elektronischen Rechner 20 übertragen, der diese Druckmessungen
summiert.
Der in den vertikalen Leitungen 12 herrschende Druck hängt
von dem Gesamtgewicht des Plateaus 1 und des auf ihm stehenden, zu wiegenden
Gegenstands 21 ab. Nach einer der Benutzung der Vorrichtung vorausgehenden
Eichung kann die durch die Sensoren 19 gemessene Druckdifferenz direkt
mit dem Gewicht des Gegenstands 21 korreliert werden. Der Gegenstand
21 kann typisch ein hermetisch verschlossener Gehälter sein, der eine
gefährliche Flüssigkeit enthält, und den ein nicht dargestelltes
Handhabungsgerät auf das Plateau 1 stellt, ehe es ihn in eine Mess-
oder Konditionierungsanlage o.ä. bringt, entsprechend der jeweiligen Industrie,
in der die Wägevorrichtung eingesetzt ist. Die Trennung von Plateau
1 und Sockel 3 ermöglicht, zu akzeptieren, dass das Handhabungsgerät
den Gegenstand 21 abstellt und dabei gegen das Plateau 1 stößt
oder ihn aus einer gewissen Höhe auf das Plateau 1 fallen lässt,
ohne dass ein Schaden entsteht, und die Messung wird nicht wesentlich beeinflusst,
wenn der Gegenstand 21 nicht im Zentrum des Plateaus 1 steht,
denn der in jedem Becken 14 herrschende Druck ist repräsentativ für
die Last, die es trägt.
In dem Fall, wo der zu wiegende Gegenstand sich außerhalb des
durch die drei Becken 14 gebildeten Dreiecks befindet, kippt das Plateau,
wobei es sich auf dem oder den Becken 14 abstützt, die dem zu wiegenden
Gegenstand am nächsten sind. Das oder die entgegengesetzten Becken
14 weisen dann eine negative Wägung auf. Die Gesamtsumme liefert noch
immer das Gewicht des zu wiegenden Gegenstands, aber mit einer geringeren Genauigkeit.
Ein andere, von der Gasquelle 7 stammende Außenleitung
22 mündet in dem Verbindungsstück 5 in einer Leitung
23, die ihrerseits in einer letzten Hohlkehle 16 mündet,
in die eine den Sockel 3 durchquerende Leitung 24 mündet.
Die Leitung 24 mündet vor einem Ring 25, vorgesehen im Oberteil
des Sockels 3, den der Rand 2 mit etwas Spiel umgibt. Dieser Ring
25 umfasst auf seiner Innenseite eine Hohlkehle 26, in der die
Leitung 24 mündet. Drei gegenseitig um jeweils 120° versetzte
Leitungen 27 durchqueren den Ring 25 radial, ausgehend von der
Hohlkehle 26, und ermöglichen, drei Düsen mit Luft zu versorgen.
Die so auf dem Innenrand des Plateaus 1 erzeugten drei Luftkissen ermöglichen,
dieses zu zentrieren ohne Reibung zwischen ihm und seinem Sockel 3. Außerdem
erstreckt sich eine zusätzliche Bohrung 28 in gleicher Weise bis zu
einem vertikalen Keil 29 des Rings 25, der sich in einer Nut
30 erstreckt, deren Form dem umgebogenen Rand 2 entspricht, die
jedoch breiter ist als der Keil 29, so das auf seinen beiden Seiten Spiele
32 vorhanden sind. Die Leitung 28 verzweigt sich in zwei entgegengesetzte
Zweige 31, die beide jeweils eine Düse 33 mit Gas versorgen,
die in einem Becken 34 mündet, das ermöglicht, zwischen dem Keil
29 und der Nut 30 des Plateaus 1 ein Gaskissen zu bilden:
diese Disposition blockiert die Drehung des Plateaus 1 ohne Reibung mit
dem Sockel 3.
Man stellt fest, dass die große Einfachheit der Struktur dieser
Waage ermöglicht, sie sehr leicht reinigen oder dekontaminieren zu können,
ohne ihre Beschädigung befürchten zu müssen; eventuell genügt
es, das Plateau 1 zu entfernen, um Zugang zu all ihren Flächen zu
haben, obwohl nicht zu erwarten ist, dass Verschmutzungen unter das Plateau
1 gelangen, da der Rand 2 und der permanente Gasstrom einen Schutz
bilden.
Anspruch[de]
Pneumatische Wägevorrichtung, umfassend einen Sockel (3),
ein Plateau (1) mit einem umgebogenen Rand (2) um den Sockel (3)
herum, ein Gasblassystem mit festgelegtem Druck, das in einer vertikalen Leitung
(12) endet, die den Sockel durchquert und unter dem Plateau (1)
mündet, eine Messeinrichtung (19, 20) einer Größe
in Korrelation mit dem Gewicht eines auf dem Plateau abgestellten Gegenstands (21),
dadurch gekennzeichnet, dass das Plateau auf dem Sockel (3) sitzt,
das Gasblassystem auch noch in anderen den Sockel (3) durchquerenden, seitlichen,
divergierenden und vor dem umgebogenen Rand mündenden Leitungen (27)
endet, und sich durch den Druck des geblasenen Gases zwischen dem Sockel und dem
Plateau ein Gaskissen bildet.Pneumatische Wägevorrichtung nach Anspruch 1, bei der die gemessene
Größe ein in der vertikalen Leitung (12) herrschender Druck ist.Pneumatische Wägevorrichtung nach Anspruch 1, zwei oder mehrere
weitere vertikale, unter dem Plateau mündende Leitungen (12) umfassend,
wobei die vertikalen Leitungen an Stellen münden, die den Spitzen eines gleichmäßigen
Vielecks entsprechen.Pneumatische Wägevorrichtung nach den Ansprüchen 2 und 3,
in den vertikalen Leitungen (12) endende Druckerfassungsbohrungen (15)
– wobei die Messeinrichtungen durch jeweils den Bohrungen und den vertikalen
Leitungen zugeordnete Drucksensoren gebildet werden – und eine die Messungen
addierende Recheneinrichtung umfassend.Pneumatische Wägevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis
4, drei seitliche Leitungen (12) umfassend, wobei das Plateau (1)
und der umgebogene Rand (2) kreisförmig sind.Pneumatische Wägevorrichtung nach Anspruch 5, bei der die seitlichen
Leitungen (27) einen Ring (25) durchqueren und in einer in eine
Innenfläche des Rings eingearbeitete Gasverteilungsrille bzw. -kehle (26)
münden.Pneumatische Wägevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis
6, bei der der Sockel, das Plateau und der umgebogene Rand kreisförmig sind,
mit Ausnahme einer Stelle, wo der Sockel (3) und der umgebogene Rand (2)
die Form einer vertikalen Nut (30) sowie eines Keils (29) aufweisen,
der so in der Nut steckt, dass vor entgegengesetzten Seitenflächen des Keils
zwei Spiele (32) vorhanden sind, und das Gasblassystem auch zwei Seitenleitungen
(31) umfasst, die jeweils in den Spielen enden und in entgegengesetzte
Richtungen orientiert sind.