Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf Schuhwerksartikel von der
Art, die normalerweise unter ihren speziellen Nutzungsbedingungen besonders anspruchsvollen
und starken mechanischen Belastungen ausgesetzt sind.
Beispiele von Schuhwerksartikeln des oben zitierten Typs schließen
Skistiefel, In-Line-Skate-Schuhe mit ein, ebenso wie Stiefel, die in allgemein anspruchsvollen,
heiklen Arbeitsumgebungen wie Freiluft-Baustellen verwendet werden, um nur ein paar
zu nennen. Die Konstruktion solcher Schuhwerksartikel verlangt nach Verwendung einer
Schale und eines Beinstücks, die aus thermoplastischen oder duroplastischen
synthetischen Materialien hergestellt sind durch Techniken wie Spritzgießen
und/oder Gießen. In einigen Fällen werden Schale und Beinstück als
eine Einstück-Konstruktion hergestellt, d. h. miteinander integriert; in den
meisten Fällen jedoch werden Schale und Beinstück als getrennte Stücke
vorgesehen, die durch die Verwendung von Gelenk-Verbindungsmitteln verbunden sind.
Aus Sicht des Trägers müssen diese Schuhwerksartikel drei
grundlegende Bedingungen erfüllen: sie müssen es in erster Linie erlauben,
den Sport oder die Arbeitsaktivität auf die bestmögliche Art auszuführen;
sie sollen weiterhin den Fuß vor möglichen Risiken schützen, die
sich aus den speziellen Nutzungsbedingungen ergeben; schließlich sollen sie
ein maximales Maß an Komfort gewährleisten. Beispielsweise wird von Skistiefeln
erwartet, dass sie so weit wie möglich an den Füßen anliegend bleiben,
damit die Ski auf die gewünschte effektive Art gesteuert werden können;
dass sie den sehr großen, verschiedenartigsten Belastungen beim Laufen auf
Skipisten standhalten und den Fuß schützen, indem sie ihn vor Verletzungen
bewahren, die man sich zuziehen kann beim Auf prall gegen solche Hindernisse, wie
sie ziemlich leicht innerhalb und außerhalb einer Piste anzutreffen sind, und
schließlich dass sie in der Lage sind, den Fuß angemessen warm zu halten,
sogar bei Vorhandensein von ziemlich niedrigen Umgebungstemperaturen.
In nahezu allen derzeit verwendeten und vermarkteten Skistiefeln werden
daher die Schale und das Beinstück mit Hilfe von Techniken wie dem Spritzgießen
oder Gießen synthetischer Materialien hergestellt, die gute mechanische Eigenschaften
im Hinblick auf Festigkeit und Härte haben und daher recht teuer sind. Die
Verwendung von Materialien, die weniger teuer und von geringerer Qualität sind,
ist praktisch unmöglich aufgrund der Tatsache, dass in diesem Fall zum Ausgleich
eine große Materialdicke verwendet werden müsste mit einem Ernst zu nehmenden
Nachteil für den Komfort des Trägers, beispielsweise beim Gehen. Ähnlich
wird die Wahl einer Struktur der Schale und möglicherweise auch des Beinstücks,
die Bereiche größerer Dicke nur an den Stellen der Stiefel auf weist,
die tatsächlich den kritischsten Beanspruchungen ausgesetzt sind, sowohl durch
die Gieß-Probleme, die entstehen würden als auch die Tatsache, dass die
Art des Aussehens des Stiefels mit seiner grundsätzlich unebenen Oberfläche
vollkommen inakzeptabel sowohl aus ästhetischen wie auch aus aerodynamischen
Gesichtspunkten wäre zu einer nicht praktikablen Option.
Eine Struktur sowohl der Schale als auch des Beinstücks wurde
vorgeschlagen, die aus zwei Schichten besteht, bei denen ein erstes synthetisches
(weicheres) Material die innere Lage bildet und ein oder mehrere andere synthetische
Materialien (die bessere mechanische Festigkeits- und Härteeigenschaften haben)
die äußere Lage bilden, wobei die letztere über die innere Lage gelegt
ist und die Dicke jeder Lage einheitlich über den gesamten Stiefel ist –
siehe Dokument FR-A-2 671 947.
Dieser Vorschlag scheint jedoch nicht so erfolgreich auf dem Markt
gewesen zu sein, am wahrscheinlichsten aufgrund der Tatsache, dass er in der Lage
ist, den grundlegenden Anforderungen nur zum Teil zu genügen, denen, wie oben
angedeutet, ein Stiefel des gedachten Typs genügen muss.
Auch bekannt aus EP-A-1 221 290 ist ein Telemark-Skistiefelaufbau,
der einen versteifenden Rahmen beinhaltet, der coinjiziert, nämlich in die
Schale eingebaut ist und ausgebildet ist durch eine Kombination aus longitudinalen
Elementen mit einer transversalen ringförmigen Struktur. Die innere Oberfläche
der longitudinalen Elemente ist bündig mit der inneren Oberfläche der
Schale, während die äußere Oberfläche der longitudinalen Elemente
aus der Schale hervorragt. Zur Gewährleistung der gewünschten Verminderung
der Torsionsbeanspruchung der Schale, besonders des Zehenbereichs, beim tatsächlichen
Gebrauch müssen die longitudinalen Elemente und die transversale Struktur präzise
an definierten Positionen des Stiefelaufbaus positioniert werden.
Es ist daher ein Hauptziel der vorliegenden Erfindung, einen Schuhwerksartikel
bereitzustellen, bei dem die Schale und möglicherweise auch das Beinstück
einen Aufbau haben, der aus Lagen von abgegrenzten synthetischen Materialien besteht,
welcher optimiert ist, um nicht nur vollständig den oben erwähnten Anforderungen
des Trägers zu genügen, sondern auch den grundlegenden Anforderungen,
die mit dem Bedarf der Massenproduktion verbunden sind, z.B. strikte technische
und ökonomische Anforderungen, eingeschlossen die mögliche Verwendung
über den gesamten Stiefelaufbau.
Gemäß der vorliegenden Erfindung werden dieses
und andere Ziele in einem Schuhwerksartikel erreicht, der die Eigenschaften vereinigt,
wie sie in den beigefügten Patentansprüchen definiert und wiedergegeben
werden.
Im Hinblick auf die bessere Veranschaulichung der Konstruktions-Merkmale
des Schuhwerksartikels der vorliegenden Erfindung, zusammen mit seinen Vorteilen
gegenüber dem oben diskutierten Stand der Technik, wird die Beschreibung einer
bevorzugten Ausführungsform der Erfindung hier im Folgenden gegeben als ein
nicht einschränkendes Beispiel, mit Bezugnahme auf den Skistiefel, der in den
beigefügten Zeichnungen veranschaulichten ist, von denen:
1 eine vereinfachte seitliche Gesamtansicht des Skistiefels
ist;
2 eine Vorderansicht eines Abschnitts der Schale des
Stiefels ist, der die zusammengesetzte Struktur der vorliegenden Erfindung hat;
3 eine Querschnittsansicht der Schale bei diesem Abschnitt
entlang der Ebene III-III von 2 ist;
4 eine Querschnittsansicht einer Variante des in
3 gezeigten Details ist;
Wie in 1 gezeigt, besteht ein Skistiefel
im wesentlichen aus einer Schale 10 und einem Beinstück
20, die gelenkig miteinander verbunden sind durch drehende Mittel
25, die das Beinstück 20 befähigen, im Hinblick auf
dessen Ruheposition begrenzte und kontrollierte Drehbewegungen nach vorne auszuführen.
Gemäß der vorliegenden Erfindung weist zumindest ein wesentlicher
Teil der Schale 10, mit Ausnahme der Sohle 15, und möglicherweise
sogar das Beinstück 20, einen Verbundaufbau auf. Die Verbundstruktur
besteht aus einer ersten Lage 30 und einer zweiten Lage 40, wobei
die letztere über die erste Lage 30 gelegt und untrennbar mit dieser
an den entsprechenden Berührungsflächen 34, 42 verbunden
ist, jedoch ohne dass irgendeine Lage sich irgendwo durch die gesamte Dicke der
anderen Lage erstreckt, wie es noch in größerem Detail mit Bezug auf die
3 und 4 erklärt werden
wird.
Die erste Lage 30 der Verbundstruktur besteht aus Materialien,
die die Eigenschaften einer hohen mechanischen Festigkeit. und Härte auf weisen
und daher inhärent teuer sind (vorzugs weise thermoplastische oder duroplastische
synthetische Materialien hoher Qualität), und ist gekennzeichnet durch das
Vorsehen von versteifenden Rippen 36, die aus der ersten Oberfläche
34 herausragen, die die Oberfläche der ersten Lage 30 ist,
die mit der zweiten Lage 40 in Verbindung gelangt, wie schon hier oben
erwähnt. In einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
schneiden sich die versteifenden Rippen 36 in einer solchen Weise, dass
sie eine Art fachwerkartiges Muster bilden, welches Knoten 38 auf weist
und integral mit einer Platte ausgebildet ist, wie in 2
gezeigt ist. Die zweite Oberfläche 32 der ersten Lage 30
ist im Gegensatz dazu einheitlich, d. h. im Wesentlichen glatt und eben.
Die zweite Lage 40 wiederum ist aus weicheren synthetischen
(thermoplastischen oder duroplastischen) Materialien geringerer Qualität, d.
h. Materialien mit schlechteren mechanischen Eigenschaften, die damit auch inhärent
kostengünstiger sind als Materialien, die für die Lage 30 verwendet
werden. Auf der Oberfläche 42 der zweiten Lage 40, die mit
der ersten Lage 30 in Verbindung gelangt, sind Einbuchtungen
44 vorgesehen, die der Form und Größe der versteifenden Rippen
36 entsprechen, sowie – in der schon erwähnten bevorzugten
Ausführungsform – den Knoten 38 des fachwerkartigen Musters.
Die zweite Oberfläche 46 der zweiten Lage 40 ist im Gegensatz
dazu einheitlich, d. h. im Wesentlichen glatt und eben. Die Lücke, die in
3 zwischen den Berührungsflächen
34 und 42 der Lagen 30 und 40 sichtbar ist,
einschließlich der Lücke zwischen den Rippen 36 und den entsprechenden
Einbuchtungen 44, existiert nicht wirklich, da die Berührungsflächen
34 und 42 untrennbar aneinander haften. Die Lücke ist in
3 nur gezeigt, um es einfacher und leichter zu machen,
diese Erklärung zu verstehen. In der Tat schließen die am besten geeigneten
Verfahren, die verwendet werden können zum Herstellen der Verbundstruktur der
Erfindung die bekannte Überspritztechnik und/oder Coinjection-Spritzgießtechnik
ein, oder sogar die Zwei-Schritt-Gießtechnik.
Das Ziel der Rippen 36, insbesondere, wenn sie so hergestellt
sind, dass sie eine Art fachwerkartiges Muster bilden, und damit praktisch auch
der Hauptvorteil der vorliegenden Erfindung, ist es, ein maximales Ausmaß der
mechanischen Festigkeit zu erreichen bei einer Gesamtdicke S, die kleiner oder zumindest
gleich der Dicke von Stiefeln mit konventioneller Struktur ist.
Im Prinzip spielt es nicht wirklich eine Rolle, ob die erste Lage
30 relativ zum Stiefel nach innen oder nach außen zeigt, d. h. innen
oder außen angeordnet ist, vorausgesetzt die Höhe H der Rippen, und deshalb
das Trägheitsmoment des Stiefelaufbaus im Hinblick auf die neutrale Achse,
ist entsprechend in einer unterschiedlichen Weise bezüglich der Gesamtdicke
S dimensioniert. Auf alle Fälle ist es im Allgemeinen zu bevorzugen, dass die
zweite Lage 40, wegen ihrer Herstellung aus einem weicheren Material, in
Kontakt mit dem Fuß des Trägers sein sollte.
In allen Fällen erscheint auf der Außenseite des
Stiefels eine einheitliche, glatte Oberfläche, die entweder aus der zweiten
Oberfläche 32 der ersten Lage 30 besteht oder aus der zweiten
Oberfläche 42 der zweiten Lage 40, so dass es keine unerwünschten
Folgen oder Effekte auf die Aerodynamik des Stiefels gibt und es nichts gibt, an
dem sich der Schnee festhalten könnte. Sogar die nach innen zeigende Oberfläche
des. Stiefels, d. h. diejenige, die mehr oder weniger direkt in Kontakt mit dem
Fuß ist; ist einheitlich und glatt, so dass sie keinen Anlass geben kann oder
Ursache sein kann für Unbehagen oder, schlimmer noch, schmerzhafte Empfindungen
des Trägers.
Im speziellen Fall, dass die erste Lage 30 (d. h. die Lage,
die mit den Rippen 36 versehen ist), diejenige ist, die im Stiefel nach
innen zeigt, verlangt eine bevorzugte Ausführungsform dieser Erfindung die
Verwendung eines im wesentlichen transparenten Materials für die zweite Lage
40. Auf diese Weise ist ein Käufer vollständig in der Lage, die
inhärente Robustheit des Schuhwerks zu bemerken und anzuerkennen, die auf die
Rippen 36 zurückzuführen ist, wenn er ein neues Paar Skistiefel
kauft, sogar in dem Fall, dass die Dicke S der Stiefel relativ klein ist verglichen
mit anderen konkurrierenden und konventionellen Produkten am Markt.
Die Abschnitte, wo die Verbundstruktur, die die vorliegende Erfindung
kennzeichnet, vorgesehen ist, sind zumindest die Abschnitte oder Bereiche des Stiefels,
die der stärksten und am meisten herausfordernden mechanischen Beanspruchung
während seiner Verwendung ausgesetzt sind. Jedoch kann, im Hinblick auf die
Vereinfachung des Designs der benötigten Herstellungswerkzeuge (Formen) als
auch auf den zugehörigen Fertigungsprozess, diese Verbundstruktur sogar im
gesamten Stiefel verwendet werden, d. h. über die gesamte Schale
10 und das Beinstück 20 hinweg, mit Ausnahme der Sohle
15.
Gemäß einer Variante der bevorzugten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung, die in 4 veranschaulicht
ist, können die sich berührenden Oberflächen 34A und
42A der ersten Lage 30A bzw. der zweiten Lage 40A so
geformt sein, dass sie – nur in ein paar Bereichen derselben – eine
Anzahl hervortretender oder positiver Relief-Elemente 37, 47 und/oder
vertiefter oder negativer Relief-Elemente 38, 48 bilden, die so
angeordnet sein können, dass sie Inschriften, Bilder, Markenzeichen oder Ähnliches
bilden, die von den Nutzern gesehen und gelesen werden können. In diesem Fall
muss ohnehin ein durchsichtiges Material für die Lage 40A verwendet
werden, die auf der Außenseite des Stiefels angeordnet ist. Es ist auch die
Möglichkeit gegeben – soweit es zumindest einige der oben erwähnten
Relief-Elemente betrifft, wenn nicht die gesamte Oberfläche, auf der sie vorgesehen
sind – speziell gefärbte und/oder lumineszierende Materialien und/oder
färbende Behandlungen zu verwenden im Hinblick auf die einfachere Sichtbarmachung
von Inschriften, Bilder, Markenzeichen und Ähnlichem.
Die Vorteile der vorliegenden Erfindung, die sich aus der vorangegangenen
Beschreibung ableiten, können wie folgt zusammengefasst werden:
- – Der Aufbau des gesamten Schuhwerksartikels, oder zumindest der Aufbau
seiner Schale, ist sowohl aus technischer Sicht als auch aus Sicht der Produktion
und aus ökonomischer Sicht optimiert, da das teurere Material höherer
Qualität nur verwendet wird, um die Rippen herzustellen, die dazu vorgesehen
sind, die geforderte mechanische Festigkeit des Stiefels zu gewährleisten,
indem sie das Trägheitsmoment des Abschnitts erhöhen, ohne die Dicke hinsichtlich
vergleichbarer Schuhwerksartikel mit konventioneller Konstruktion zu erhöhen;
- – Da die beiden Lagen aufeinander gelegt werden und nicht nebeneinander
gibt es keine Nähte, sondern Oberflächen, die die verschiedenen Materialien
verbinden, und dies verhindert tatsächlich, dass die Lagen sich voneinander
trennen;
- – Die oben erwähnten Versteifungsrippen beeinträchtigen den
Komfort des Schuhwerks in keiner Weise;
- – Die oben erwähnten Versteifungsrippen beeinträchtigen auch
nicht die Aerodynamik des Stiefels (und dies ist ein entscheidender Faktor, wenn
der betreffende Schuhwerksartikel ein Stiefel ist, der bei Ski-Rennen verwendet
wird), und halten sogar nicht den Schnee an der Oberfläche des Stiefels;
- – Die Möglichkeit, durchsichtige Materialien zu verwenden zum Herstellen
der äußeren Lage des Schuhwerks, liefert eine Anzahl von Design- und ästhetischen
Optionen, die sich als sprechend und attraktiv für den Konsumenten erweisen
können, da Rippen, Inschriften, Markenzeichen und die gleiche Lage leicht sichtbar
gemacht werden, besonders, wenn farbige oder lumineszierende Materialien oder Behandlungen
verwendet werden, um solche ästhetischen Wahlmöglichkeiten noch auffallender
zu machen.