Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Einrichtung
zur Röstung kleiner Mengen von Kaffeebohnen nach dem Oberbegriff der Ansprüche
1 und 5.
Zur Zubereitung eines besonders aromatischen und frischen
Kaffees ist es bekannt, Kaffeebohnen erst unmittelbar vor dem Mahlen der Bohnen
und Aufbrühen zu rösten. Dadurch wird vermieden, dass sich Aromastoffe
bei längerer Lagerung verflüchtigen. Es ist zwar auch bekannt, gemahlenen
Kaffee in Vakuumverpackungen über längere Zeiträume zu lagern, jedoch
ergibt auch dies eine Aromabeeinflussung.
Es ist daher erwünscht, möglichst röstfrischen
Kaffee benutzen zu können.
Es sind Kaffeebohnenröster bekannt geworden, die im
Haushalt verwendbar sind. Jedoch ist es schwierig, unter Haushaltsbedingungen die
zum Rösten der Bohnen geeigneten Verfahrensparameter zu gewährleisten.
Eine qualitativ höherwertige Stufe von Röstgeräten
lässt sich jedoch ökonomisch in Einzelhandelsgeschäften einsetzen,
wobei auch hierbei die Zeitdauer zwischen Röstvorgang und Verbrauch sehr klein
gehalten werden kann. Ein für solche Zwecke geeigneter Kaffeebohnenröster
ist aus der
EP 0 288 870 B1
bekannt geworden. Bei dieser Einrichtung wird eine zylindrische Röstkammer
verwendet, der Heißluft derart zugeführt wird, dass sich in der Röstkammer
ein Wirbelbett einstellt, in dem eine gleichmäßige Röstung der Kaffeebohnen
durchgeführt wird. Wenige Minuten nach der Röstung können die abgekühlten
Kaffeebohnen gemahlen werden und ergeben nach Aufbrühen ein besonders frisches
und aromareiches Kaffeegetränk.
Zur Bedienung und Steuerung der Verfahrensparameter dieses
Gerätes ist eine umfangreiche Einarbeitung der Bedienungsperson erforderlich,
um professionelle Ergebnisse zu erzielen. Eine Bedienung des Gerätes durch
einen Kunden ist daher nicht möglich.
Die Schrift
US 5960561
offenbart ein Verfahren zum Rösten von kleinen Chargen von Kaffeebohnen.
In diesem Verfahren wird die Heißluft allein durch eine rotierenden Ventilator
an den Kaffeebohnen vorbei gedrückt. Die Regelung und Steuerung des Röstvorganges
geschieht über einen Potentiometer. Die gerösteten Chargen Kaffeebohnen
werden nach dem Röstvorgang in der Röstkammer gekühlt bevor sie entnommen
werden können.
Aus der
US 6,053,093
ist ein Kaffeebohnenröster mit einer programmierbaren Steuereinheit
bekannt, bei dem die Parameter Röstdauer und Rösttemperatur als wählbare
Datensätze in der Steuereinheit gespeichert sind.
Die alleinige Einstellung von Röstdauer und Rösttemperatur
ergibt jedoch kein optimales Röstergebnis.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren
und eine Einrichtung zur Röstung kleiner Mengen von Kaffeebohnen mit einem
Kaffeebohnenröster, insbesondere der vorstehend angegebenen Art, anzugeben,
bei dem der Bedienungsaufwand minimiert ist, aber gleichwohl qualitativ hochwertige
Röstergebnisse erzielt werden können.
Diese Aufgabe wird durch die in den Ansprüchen 1 und
5 angegebene Erfindung gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind
in Unteransprüchen angegeben.
Die Erfindung geht aus von einem Verfahren zur Röstung
kleiner Mengen von Kaffeebohnen in einer vertikal gerichteten zylindrischen Röstkammer,
der ungeröstete Kaffeebohnen chargenweise zuführbar und daraus nach Durchlauf
des Röstvorgangs entnehmbar sind, wobei die Röstung mittels eines die
Röstkammer durchströmenden Heißluftstroms erfolgt und die gerösteten
Kaffeebohnen nach Entfernung aus der Röstkammer durch einen Kaltluftstrom abgekühlt
werden. Dabei ist die Röstung und Abkühlung der Kaffeebohnen mittels einer
programmierbaren Steuereinheit steuerbar, wobei wenigstens die Kombination der Parameter
Röstdauer, Rösttemperatur und Volumenstrom der Röstheißluft
als wählbarer Datensatz in der Steuereinheit gespeichert ist, und wobei der
Heißluftstrom mittels eines frequenzgesteuerten Seitenkanalverdichters steuerbar
ist.
Durch Auswahl eines zuvor festgelegten Datensatzes an der
Steuereinheit ist es daher einer Bedienungsperson möglich, abhängig vom
gewünschten Röstergebnis oder den zur Verfügung stehenden zu röstenden
Kaffeebohnen hochqualitative Röstergebnisse zu erzielen, ohne dass spezielle
Kenntnisse über maschinentechnische Gegebenheiten und andere das Röstergebnis
beeinflussende Parameter der zu röstenden Kaffeebohnen erforderlich sind.
Ein mit dem erfindungsgemäßen Verfahren betriebener
Kaffeebohnenröster kann daher auch von nicht ausgebildeten Bedienungspersonen
betrieben werden, wobei es auch möglich ist, dass Kunden selbst die Kaffeebohnenröster
in Betrieb setzen und selbsttätig bedienen, so dass das Eingreifen von geschulten
Bedienungspersonen nur zu Wartungs- und Reinigungszwecken erforderlich ist. Damit
lassen sich die Handhabungskosten eines derartigen Kaffeebohnenrösters erheblich
verringern.
Die Parameter der verwendbaren Datensätze sind vorzugsweise
individuell per Programm einstellbar und können bei der erstmaligen oder auch
späteren Anpassung des Kaffeebohnenrösters an die zur Verfügung stehenden
Kaffeebohnensorten, Mengen und den individuellen Kaffeebohnenröster angepasst
werden.
Die Röstgrundparameter definieren vorzugsweise zusätzlich
die Parameter Volumenstrom der Kühlluft und die Kühldauer, so dass auch
die Kühlung der gerösteten Kaffeebohnen individuell einstellbar ist.
Als weitere Parameter der Datensätze können die
Röstfarbe bzw. der Schwärzungsgrad der Kaffeebohnen, die Einfüllmenge,
die Ablufttemperatur und ggf. weitere Parameter, die das Röstergebnis beeinflussen,
den Datensätzen hinzugefügt werden.
Die die Röstung beeinflussenden Parameter können
zeitabhängig in ihren jeweiligen Grenzwerten festgelegt werden, so dass die
Parameter untereinander abhängig gemacht werden können oder dem Röstverlauf
angepasst werden können.
Da der Heißluftstrom zur Röstung der Kaffeebohnen
mittels Drehzahlsteuerung eines Seitenkanalverdichters gesteuert wird, kann die
Geräuschentwicklung des Kaffeebohnenrösters erheblich reduziert werden,
da nur für kleine Zeiträume der volle Volumenstrom an Heißluft erforderlich
ist.
Der Volumenstrom zur Ausbildung des Röstbettes in
der Röstkammer kann damit vorteilhaft an den Röstfortschritt angepasst
werden.
Der Frequenzumrichter kann außerdem große Spannungsschwankungen
der Versorgungsspannung ausgleichen.
Die Erfindung wird nachstehend anhand eines Ausführungsbeispiels
näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Seitenansicht eines Kaffeebohnenrösters, und
- Fig. 2
- eine Vorderansicht eines Kaffeebohnenrösters.
Durch den Einsatz der Erfindung lässt sich eine vollautomatische
Röstmaschine zur Röstung von Kaffee betreiben. Lediglich die Beschickung
mit grünen, ungerösteten Bohnen sowie die Entnahme der fertig gerösteten
Kaffeebohnen erfolgt manuell.
Nach der Erfindung laufen die Verfahrensschritte der Erwärmung,
der Röstung und der Abkühlung bei allen Röstprogrammen programmgesteuert
ab. In dem Röster wird vorzugsweise eine SPS (speicherprogrammierbare Steuerung),
wie aus anderen industriellen Geräte bekannt, verwendet. Diese erlaubt es,
mehrere Programmspeicherplätze zur Verfügung zu stellen. Diese Programmspeicherplätze
enthalten vorzugsweise jeweils nachfolgende, veränderbare Röstparameter:
- Röstdauer
- Rösttemperatur (die über den zeitlichen Verlauf der Röstgesamtzeit
veränderbar ist)
- Volumenstrom der Röstheißluft (über den zeitlichen Verlauf der
Röstgesamtzeit veränderbar.
Da die Rohkaffeemenge und die individuellen Eigenschaften
des Kaffees den Energiebedarf einer Röstung bestimmen, sind die Röstparameter
der Programmspeicherplätze auf die zu röstende Charge abzustimmen. Auch
unterschiedliche Röstgrade eines Rohkaffees sind durch Korrektur des Energieeintrages
innerhalb eines Programms bzw. Wahl eines anderen Programms mit unterschiedlichem
Energieeintrag röstbar.
Zur Durchführung einer Röstung sind nicht in
jedem Fall alle der vorgenannten Parameter erforderlich. Sofern gewünscht,
können weitere Parameter, die die Steuerung des Röstvorgangs oder den
Betrieb des Kaffeebohnenrösters beeinflussen können, verwendet werden,
wie Volumenstrom der Kühlluft, Kühldauer, Farbe der Kaffeebohnen, Schwärzungsgrad,
Einfüllmenge, Ablufttemperatur. Die Verfahrensparameter können Sollwerte
oder Grenzwerte darstellen und können zeitlich variierend eingesetzt werden.
Beispielsweise verfügen die noch nicht gerösteten Kaffeebohnen anfänglich
über einen relativ hohen Anteil an Röstfeuchte, der für eine schwere
Durchmischung in der Röstkammer verantwortlich ist. Um diesem Stadium zu entsprechen,
kann entweder die Anfangstemperatur der Röstmaschine sehr hoch eingestellt
werden oder der Volumenstrom der Röstluft kann entsprechend hoch gewählt
werden. Die Parameter können verwendet werden, um die entsprechenden Schaltgeräte,
wie z. B. Heizung oder Ventilator, einzustellen oder zu regeln. Um eine hochwertige
Regelung zu ermöglichen, sind in dem Kaffeebohnenröster an geeigneten
Stellen Sensoren vorhanden, die die Regelgrößen zur Festlegung der Verfahrensparameter
bestimmen.
Der in Fig. 1 dargestellte Kaffeebohnenröster enthält
ein Gehäuse 1, das insbesondere als Rahmengehäuse mit Glaswänden
ausgebildet ist, um dem Kunden die Ansicht der Maschine zu ermöglichen. Gleichzeitig
schirmt das Gehäuse die Betriebsgeräusche der Maschine ab. Der grundsätzliche
Aufbau eines Kaffeebohnenrösters der dargestellten Art ist aus der
EP 0 288 870
bereits entnehmbar.
Über einen optional verschwenkbaren Einfülltrichter
2 kann eine bestimmte Menge an Kaffeebohnen in die Maschine eingegeben werden. Die
Kaffeebohnen fallen dabei in die zylindrische durchsichtige Röstkammer 4, in
der sie in einem Wirbelbett durch Zuführung eines zentralen Heißluftstroms
durch eine Rohrleitung 7 geröstet werden. Nach dem Ende des Röstvorgangs
werden sie über eine hydraulisch, penumatisch oder elektrisch betätigte
Bodenklappe 5 in einen Auffangbehälter 6 übergeben, der über die
Rohrleitung 8 mit Kaltluft durchströmt wird, um die Kühlung der gerösteten
Kaffeebohnen zu bewirken.
Die beim Rösten entstehenden Häutchen und Spelzen
werden aus dem Abluftstrom in einem Zyklon 11 abgesondert und in einem Auffangbehälter
3 gesammelt. Der den Zyklon 11 verlassende Luftstrom wird über einen Kamin
9, dem ein Nachverbrennungskatalysator 10 und eine Heizpatrone 13 zur Abluftnacherhitzung
vorgeschaltet sind, an die Umgebung abgegeben.
Das Entleeren der Röstkammer 4 kann programmgesteuert
erfolgen. Wenn der Einfülltrichter und/oder der Auffangbehälter verschwenkbar
ausgeführt sind, kann das Verschwenken ebenfalls programmgesteuert erfolgen.
Damit ist für den vollautomatischen Betrieb des Röstvorgangs nur erforderlich,
eine bestimmte Menge an Kaffeebohnen in den Einfülltrichter 2 einzugeben und
nach Ende des Röstvorgangs aus dem Auffangbehälter 6 zu entnehmen.
Der Auffangbehälter 6 kann auch so gestaltet werden,
dass nach Verschwenken aus dem Gehäuse 1 eine Auffangtüte an die Unterseite
des Auffangbehälters 6 angeklemmt werden kann, so dass die gerösteten
Kaffeebohnen unmittelbar in die Auffangtüte übergeben werden können.
Fig. 2 zeigt den Kaffeebohnenröster von Fig. 1 in
einer Vorderansicht. Neben den bereits angegebenen Elementen des Kaffeebohnenrösters
zeigt Fig. 2 insbesondere noch den Lüfter 12, der als Seitenkanalverdichter
ausgeführt ist. Dieser erzeugt den Druckluftstrom für die Röstung
des Kaffees über die Rohrleitung 7 und den Saugluftstrom über die Rohrleitung
8 zur Kühlung der Bohnen. Durch Änderung der Frequenz des Verdichters
kann die Luftmenge erhöht oder verringert werden. Dies hat über die Strömungsgeschwindigkeit
der Luft sowohl Auswirkungen auf den Röstvorgang und die Durchmischung der
Bohnen als auch auf die Geräuschemission der Maschine. Damit ist es möglich,
nach der Anröstphase und damit Trocknung der ursprünglich grünen
Kaffeebohnen die Luftmenge zu reduzieren, um auch die Geräuschemission zu verringern.
Kurz vor Röstende ist noch eine weitere Reduzierung der Luftmenge erforderlich,
da der Gewichtsverlust der Kaffeebohnen so stark ist, dass kleine Bohnen im Abluftstrom
entfernt werden könnten. Daher wird die Arbeitsfrequenz des Seitenkanalverdichters
auf einen sehr kleinen Wert eingestellt, so dass die Geräuschemission sehr
gering ist.
Zugleich mit der Reduzierung der Frequenz des Seitenkanalverdichters
kann auch die Rösttemperatur stufenweise abgesenkt werden.
Beim Befüllen der Bohnen in die Röstkammer, dem
Entleeren des gerösteten Kaffees in den Kühlbehälter und das Entleeren
des Häutchentopfes wird der Seitenkanalverdichter vollständig abgeschaltet.
Dies kann durch geeignete Schaltelemente beim Betätigen der jeweiligen Behälter
selbsttätig ausgeführt werden. Daraus ergibt sich auch der Vorteil, dass
auf Luftklappen, Ventile oder Schieber vollständig verzichtet werden kann.
Dadurch werden auch Reinigungs- und Wartungsarbeiten erheblich vereinfacht und verringert.
Durch die Erfindung ergibt sich ein vollautomatisch betreibarer
Kaffeebohnenröster für kleine Mengen, der insbesondere in Einzelhandelsgeschäften
einsetzbar ist. Die programmtechnische Festlegung der Röstparameter erlaubt
es, bestimmte Verfahrenskombinationen auszuwählen. Beispielsweise können
bestimmte Kaffeebohnensorten die Wahl einer bestimmten Parameterkombination erfordern.
Z. B. kann für Kaffeebohnen aus einer Provenienz A durch Druck an einer Taste
die Wahl der Schaltstufe 1 erforderlich werden. Zum Betrieb der Maschine wird daher
z. B. 1000g Rohkaffee in den Einfülltrichter gefüllt und nach der Wahl
der Schaltstufe 1 wird eine Starttaste gedrückt. Die Röstung läuft
dann gemäß Programmauswahl automatisch ab. Nach Beendigung des Röstvorgangs
kann der geröstete Kaffee dann aus dem optional ausgeschwenkten Auffangbehälter
(Kühlbehälter) entnommen werden.
Wenn sich ergibt, dass ein fest für eine bestimmte
Provenienzen eingestelltes Programm kein optimales Röstergebnis erbringt, können
auf der Programmierebene des Gerätes die Parameter einer Parameterkombination
leicht geändert werden. Die entsprechenden Techniken zur Programmänderung
sind allgemein bekannt.
Bezugszeichen
- 1
- Gehäuse
- 2
- Einfülltrichter
- 3
- Auffangbehälter
- 4
- Röstkammer
- 5
- Bodenklappe
- 6
- Kühlbehälter
- 7
- Rohrleitung
- 8
- Rohrleitung
- 9
- Kamin
- 10
- Katalysator
- 11
- Zyklon
- 12
- Lüfter
- 13
- Heizpatrone