Die Erfindung betrifft einen Bringergreifer für eine
Greiferwebmaschine mit einer Fadenklemme zum Festklemmen mindestens eines Schussfadens,
und ein Verfahren zum Führen und Halten eines Schussfadens in einem Bringergreifer
gemäss Oberbegriff von Anspruch 8 sowie eine Webmaschine mit einem derartigen
Bringergreifer und zur Ausführung eines derartigen Verfahrens.
In Greiferwebmaschinen wird der Schussfaden mittels eines
an einer Stange oder einem flexiblen Band befestigten Bringergreifers in ein Webfach
eingetragen und an einer Übergabestelle im mittleren Teil des Webfaches von
einem Nehmergreifer übernommen und weiterbefördert. Der Bringergreifer
hat die Aufgabe den vorgelegten Schussfaden sicher zu fassen, denselben ins Webfach
einzutragen und präzise dem Nehmergreifer zuzuführen. Ein derartiger Bringergreifer,
der eine in demselben ausgebildete Fadenführung und eine Fadenklemme enthält,
ist beispielsweise in der Veröffentlichung
EP 0 441 099 A1
offenbart.
In modernen Greiferwebmaschinen werden die Bringergreifer
beim Schusseintrag mit hoher Geschwindigkeit bewegt. Aus dieser hohen Geschwindigkeit
müssen die Bringergreifer abgebremst werden, damit der Schussfaden an der Übergabestelle
durch den Nehmergreifer übernommen werden kann. Auf Grund der Massenträgheit
des Schussfadens kann es vorkommen, dass sich der Schussfaden an der Übergabestelle
weiterbewegt, so dass das vom Nehmergreifer zu übernehmende Fadenstück
seine vorgesehene Position verlässt und der Nehmergreifer den Schussfaden nicht
ergreifen kann. Um derartige Schussfehler zu reduzieren, kann auf der Eintragsseite
im Bereich der Fadenliefergeräte eine gesteuerte Fadenbremse vorgesehen werden,
die den vorlaufenden Schussfaden abbremst. Die Gefahr, dass das zu übernehmende
Fadenstück seine vorgesehene Position im Bringergreifer verlässt, besteht
jedoch insbesondere bei schwereren Schussfäden auch dann, wenn eine Fadenbremse
den Schussfaden abbremst, da die Trägheitskräfte, die beim Verlangsamen
des Schussfadens auftreten, diesen nach der Fadenbremse elastisch dehnen.
Aufgabe der Erfindung ist es, einen Bringergreifer für
eine Greiferwebmaschine und ein Verfahren zum Führen und Halten eines Schussfadens
in einem Bringergreifer zur Verfügung zu stellen, die ein Vorlaufen des Schussfadens
an der Übergabestelle verhindern, und die es ermöglichen, den Schussfaden
derart zu führen, dass er sicher von einem Nehmergreifer übernommen werden
kann.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss durch den in Anspruch
1 definierten Bringergreifer und durch das in Anspruch 8 definierte Verfahren zum
Führen und Halten eines Schussfadens in einem Bringergreifer gelöst sowie
durch die in Anspruch 10 definierte Webmaschine.
Der erfindungsgemässe Bringergreifer für eine
Greiferwebmaschine umfasst eine Fadenklemme zum Festklemmen mindestens eines Schussfadens.
Zusätzlich umfasst der Bringergreifer eine Führungs- und/oder Haltevorrichtung
zum Führen und/oder Halten des Schussfadens mit einem Führungs- und/oder
Halteelement und einer Masse, wobei das Führungs- und/oder Halteelement mittels
Trägheitskräften, die bei einem Beschleunigen oder Verzögern des
Bringergreifers auf die Masse wirken, steuer- und/oder bewegbar ist. In einer bevorzugten
Ausführungsvariante sind das Führungs- und/oder Halteelement und/oder
die Masse bewegbar am Bringergreifer angeordnet.
In einer bevorzugten Ausführungsform sind die Fadenklemme
und das Führungs- und/oder Halteelement beabstandet voneinander angeordnet,
so dass der Schussfaden bei der Übergabe an einen Nehmergreifer auf beiden
Seiten des Nehmergreifers geführt und/oder gehalten werden kann. In einer bevorzugten
Ausführungsvariante umfasst der Bringergreifer zwei Seitenwände, wobei
die Fadenklemme in der Nähe der einen Seitenwand angeordnet ist und das Führungs-
und/oder Halteelement in der Nähe der zweiten Seitenwand.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist
das Führungs- und/oder Halteelement federnd ausgebildet, befestigt oder gelagert
oder mit einem Federelement verbunden und die Masse am Führungs- und/oder Halteelement
angeordnet, und in einer zusätzlichen bevorzugten Ausführungsform ist
das Führungs- und/oder Halteelement als beweglich gelagerte Sperrklinke ausgeführt,
wobei die Masse Teil der Sperrklinke sein kann, so dass diese mittels der Trägheit
ihrer eigenen Masse bewegbar ist.
In einer bevorzugten Ausführungsvariante ist das Führungs-
und/oder Halteelement derart ausgebildet und angeordnet, dass der Schussfaden durch
dasselbe in einer im Bringergreifer, insbesondere in einem Oberteil des Bringergreifers,
ausgebildeten Kerbe gehalten werden kann.
Weiter umfasst die Erfindung ein Verfahren zum Führen
und Halten eines Schussfadens in einem Bringergreifer, in welchem der Schussfaden
durch den Bringergreifer aufgenommen und mittels einer Fadenklemme in demselben
festgeklemmt wird, wobei der Schussfaden im Bringergreifer zusätzlich mittels
einer Führungs- und/oder Haltevorrichtung geführt und/oder gehalten wird,
die mittels der Trägheit einer Masse gesteuert und/oder bewegt wird.
In einer bevorzugten Ausführungsform des Verfahrens
wird die Führungs- und/oder Haltevorrichtung vor Erreichen der Übergabestelle
durch die Trägheit der Masse geschlossen, so dass sich der Schussfaden bei
Erreichen der Übergabestelle zwischen Fadenklemme und Führungs- und/oder
Haltevorrichtung erstreckt, und der sich zwischen Fadenklemme und Führungs-
und/oder Haltevorrichtung erstreckende Schussfaden durch einen Nehmergreifer übernommen.
Weiter umfasst die Erfindung eine Greiferwebmaschine mit
einem Bringergreifer gemäss einer der oben beschriebenen Ausführungsformen
und/oder ausgerüstet zum Ausführen eines Verfahrens gemäss oben stehender
Beschreibung.
Der erfindungsgemässe Bringergreifer und das erfindungsgemässe
Verfahren zum Führen und Halten eines Schussfadens in einem Bringergreifer
haben den Vorteil, dass dank der zusätzlichen, mittels Trägheitskräften
steuerbaren Führungs- und/oder Haltevorrichtung bei der Fadenübergabe
vom Bringergreifer auf den Nehmergreifer eine hohe Zuverlässigkeit erreicht
werden kann. Dies ist besonders wichtig bei schnellen Schusseinträgen, die
beispielsweise bei 350 Schuss/min oder 500 Schuss/min. und höher liegen können.
Falls ein Vorlaufen des Schussfadens auftritt, geschieht dies ausserhalb des Fadenübergabebereichs,
so dass das Vorlaufen bei der Fadenübergabe kaum störend in Erscheinung
tritt. Dank der zusätzlichen Führungs- und/oder Haltevorrichtung muss
der Schussfaden bei der Fadenübergabe höchstens minimal abgebremst werden,
so dass die meisten Schussfäden ohne gesteuerte Fadenbremse eingetragen werden
können. Besonders vorteilhaft ist, dass der Schussfaden fester in der Nehmerklemme
fixiert werden kann, da durch die Halterung des Schussfadens auf beiden Seiten der
Nehmerklemme, die nötige Fadenspannung beidseitig gewährleistet ist. Weiter
vorteilhaft ist, dass die Gefahr gering ist, dass der Schussfaden beim Einhängen
am Nehmergreifer überdehnt wird, da die Grundspannung tief gehalten werden
kann.
Die obige Beschreibung von Ausführungsformen dient
lediglich als Beispiel. Weitere vorteilhafte Ausführungsformen gehen aus den
abhängigen Ansprüchen und der Zeichnung hervor. Darüber hinaus können
im Rahmen der vorliegenden Erfindung auch einzelne Merkmale aus den beschriebenen
oder gezeigten Ausführungsformen und -varianten miteinander kombiniert werden,
um neue Ausführungsformen zu bilden.
Im Folgenden wird die Erfindung an Hand des Ausführungsbeispiels
und an Hand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Schrägansicht eines Ausführungsbeispiels eines Bringergreifers
gemäss vorliegender Erfindung zusammen mit einem Nehmergreifer,
- Fig. 2A
- eine vergrösserte Schrägansicht desselben Ausführungsbeispiels
mit eingelegtem Schussfaden und geöffneter Führungs- und/oder Haltevorrichtung,
- Fig. 2B
- eine Schrägansicht des in Fig. 2A gezeigten Ausführungsbeispiels mit
geschlossener Führungs- und/oder Haltevorrichtung,
- Fig. 3A
- eine Schrägansicht eines zweiten Ausführungsbeispiels mit eingelegtem
Schussfaden und geöffneter Führungs- und/oder Haltevorrichtung, und
- Fig. 3B
- eine Schrägansicht des in Fig. 3A gezeigten Ausführungsbeispiels mit
geschlossener Führungs- und/oder Haltevorrichtung.
Fig. 1 zeigt ein Ausführungsbeispiel eines Bringergreifers
gemäss vorliegender Erfindung zusammen mit einem Nehmergreifer 2 in Schrägansicht.
Die Schusseintragsrichtung ist in Fig. 1 mit einem Pfeil 12 markiert. Der Bringergreifer
1 umfasst im gezeigten Ausführungsbeispiel eine Fadenklemme 4 zum Festklemmen
mindestens eines Schussfadens sowie zusätzlich eine Führungs- und/oder
Haltevorrichtung 10 zum Führen und/oder Halten des Schussfadens mit einem Führungs-
und/oder Halteelement 5 und einer Masse 6, wobei das Führungs- und/oder Halteelement
5 mittels Trägheitskräften, die bei einem Beschleunigen oder Verzögern
des Bringergreifers 1 auf die Masse 6 wirken, steuer- und/oder bewegbar ist. In
einer vorteilhaften Ausführungsvariante sind das Führungs- und/oder Halteelement
5 und/oder die Masse 6 bewegbar am Bringergreifer angeordnet. Auf die Ausgestaltung
und Wirkungsweise der Führungs- und/oder Haltevorrichtung 10 wird im Zusammenhang
mit der Beschreibung der Figuren 2A, 2B und 3A, 3B näher eingegangen.
In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsvariante
kann der Bringergreifer 1, weitere Teile umfassen, beispielsweise, wie in Fig. 1
gezeigt, zwei Seitenwände 1a, 1b und bei Bedarf ein Oberteil 9. Das Oberteil
kann, wie gezeigt, mit einer Kerbe 8 versehen sein, in welche der Schussfaden eingelegt
werden kann, um diesen während dem Eintrag zu führen. Weiter kann das
Führungs- und/oder Halteelement 5 am Oberteil 9 befestigt sein, beispielsweise
mittels eines Befestigungselements 7, das z.B. als Schraube ausgeführt sein
kann.
In einer bevorzugten Ausführungsform sind die Fadenklemme
4 und das Führungs- und/oder Halteelement 5 beabstandet voneinander angeordnet,
so dass der Schussfaden bei der Übergabe an den Nehmergreifer 2 auf beiden
Seiten des Nehmergreifers geführt oder gehalten wird. Falls der Bringergreifer
1 zwei Seitenwände 1a, 1 b umfasst, kann die Fadenklemme beispielsweise in
der Nähe der einen Seitenwand angeordnet werden und das Führungs- und/oder
Halteelement in der Nähe der zweiten Seitenwand.
Fig. 2A zeigt eine vergrösserte Schrägansicht
desselben Ausführungsbeispiels mit eingelegtem Schussfaden und geöffneter
Führungs- und/oder Haltevorrichtung. Im Ausführungsbeispiel umfasst der
Bringergreifer 1 eine Fadenklemme 4 sowie zusätzlich eine Führungs- und/oder
Haltevorrichtung 10, die beabstandet von der Fadenklemme angeordnet ist. Die Führungs-
und/oder Haltevorrichtung 10 enthält in diesem Ausführungsbeispiel ein
Führungs- und/oder Halteelement 5, das federnd ausgebildet ist, beispielsweise
in einer vorteilhaften Ausführungsvariante als Biegefeder, die an einem Ende
am Bringergreifer befestigt ist, z.B. mit einem Befestigungsmittel 7 an einem Oberteil
9 des Bringergreifers. Das andere Ende des Führungs- und/oder Halteelements
5 beziehungsweise der Biegefeder ist frei und in der in Fig. 2A gezeigten Stellung
soweit zur Fadenklemme 4 hin ausgelenkt, dass der Schussfaden 3 am Führungs-
und/oder Halteelements 5 vorbeigleiten und beispielsweise in eine Kerbe 8 im Oberteil
9 eingelegt werden kann. Weiter enthält die Führungs- und/oder Haltevorrichtung
10 eine Masse 6. Diese kann beispielsweise aus der Masse des Federelements 5 bestehen,
oder falls dieses zu leicht ist, aus einer zusätzlichen Masse, die am Federelement
angeordnet ist. Besonders vorteilhaft an dieser Ausführungsvariante ist, dass
das freie Ende des Führungs- und/oder Halteelements 5 reibungsfrei bewegt werden
kann.
Der in Fig. 2B gezeigte Bringergreifer unterscheidet sich
von dem in Fig. 2A gezeigten lediglich durch die Stellung des Führungs- und/oder
Halteelements 5. Das freie Ende des als Biegefeder ausgebildeten Führungs-
und/oder Halteelements 5 ist in Fig. 2B in Richtung zu einer seitlich im Bringergreifer
1 angeordneten Kerbe 8 hin ausgelenkt, so dass das freie Ende die Kerbe abschliesst,
beispielsweise indem das Führungs- und/oder Halteelement 5 eine Seite der Kerbe
berührt oder über die eine Seite hinausragt. Ein in die Kerbe eingelegter
Schussfaden 3 ist damit eingeschlossen, selbst wenn das ausserhalb des Bringergreifers
verlaufende Fadenstück, wie in Fig. 2B durch eine Vorwärtsschlaufe angedeutet,
gegenüber dem Bringergreifer vorläuft. Das Führungs- und/oder Halteelement
5 bildet somit zusammen mit der Kerbe 8 eine Führungsöse. Wahlweise kann
das Führungs- und/oder Halteelement 5 z. B. auch als Teil einer Fadenklemme
ausgebildet sein. Auf der der Kerbe 8 beziehungsweise Führungsöse gegenüberliegenden
Seite des Bringergreifers wird der Schussfaden 3 durch die Fadenklemme 4 festgehalten,
so dass der Schussfaden auf beiden Seiten des Bringergreifers gehalten wird. Dank
der am Führungs- und/oder Halteelement 5 angeordneten Masse 6 kann das freie
Ende desselben durch die beim Beschleunigen und Verzögern des Bringergreifers
auftretenden Trägheitskräfte seitwärts ausgelenkt werden und die
Kerbe 8 beziehungsweise Führungsöse geöffnet und/oder geschlossen
werden.
Fig. 3A zeigt eine Schrägansicht eines zweiten Ausführungsbeispiels
mit eingelegtem Schussfaden und geöffneter Führungs- und/oder Haltevorrichtung.
Im gezeigten Ausführungsbeispiel umfasst der Bringergreifer 1 eine Fadenklemme
4 sowie zusätzlich eine Führungs- und/oder Haltevorrichtung 10, die beabstandet
von der Fadenklemme angeordnet ist. Die Führungs- und/oder Haltevorrichtung
10 enthält in diesem Ausführungsbeispiel eine beweglich gelagerte Sperrklinke
5, die beispielsweise schwenkbar um ein Lagerelement 5a gelagert ist. Weiter kann
ein Anschlag 5b vorgesehen sein, um die Drehbewegung beim Öffnen der Sperrklinke
zu begrenzen. Die gezeigte Sperrklinke umfasst einen Schliessteil, der in der in
Fig. 3A gezeigten Stellung soweit zur Fadenklemme 4 hin geschwenkt ist, dass der
Schussfaden 3 am Schliessteil vorbeigleiten und beispielsweise in eine Kerbe 8 in
einem Oberteil 9 des Bringergreifers 1 eingelegt werden kann. In einer vorteilhaften
Ausführungsvariante hat die Sperrklinke 5 eine eigene Masse, die ausreicht,
die Lagerreibung zu überwinden, so dass die Sperrklinke beim Beschleunigen
und Verzögern des Bringergreifers durch die auf die Masse wirkenden Trägheitskräfte
bewegbar ist. Bei Bedarf kann die Sperrklinke zusätzlich mit einem Federelement
verbunden sein, beispielsweise, um die Sperrklinke 5 bei langsamen Bewegungen des
Bringergreifers geöffnet zu halten.
Der in Fig. 3B gezeigte Bringergreifer unterscheidet sich
von dem in Fig. 3A gezeigten lediglich durch die Stellung der Sperrklinke 5. Die
gezeigte Sperrklinke umfasst einen Schliessteil, der in Fig. 2B in Richtung zu einer
seitlich im Bringergreifer 1 angeordneten Kerbe 8 hin geschwenkt ist, so dass der
Schliessteil die Kerbe abschliesst, beispielsweise indem dieser eine Seite der Kerbe
berührt oder über die eine Seite hinausragt. Ein in die Kerbe eingelegter
Schussfaden 3 ist damit eingeschlossen, selbst wenn das ausserhalb des Bringergreifers
verlaufende Fadenstück gegenüber dem Bringergreifer vorläuft. Der
Schliessteil der Sperrklinke 5 bildet zusammen mit der Kerbe 8 eine Führungsöse.
Auf der der Kerbe 8 beziehungsweise Führungsöse gegenüberliegenden
Seite des Bringergreifers wird der Schussfaden 3 durch die Fadenklemme 4 festgehalten,
so dass der Schussfaden auf beiden Seiten des Bringergreifers gehalten wird. Dank
der eigenen Masse der Sperrklinke 5 kann diese durch die beim Beschleunigen und
Verzögern des Bringergreifers auftretenden Trägheitskräfte geschwenkt
und die Kerbe 8 beziehungsweise Führungsöse geöffnet und/oder geschlossen
werden.
Ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemässen
Verfahrens zum Führen und Halten eines Schussfadens in einem Bringergreifer
wird im Folgenden an Hand der Figuren 2A und 2B beschrieben. In dem Verfahren wird
der Schussfaden 3 durch den Bringergreifer 1 aufgenommen und mittels einer Fadenklemme
4 in demselben festgeklemmt. Hierzu kann der vorgelegte Schussfaden beispielsweise
zu Beginn des Schusseintrags durch den Bringergreifer aufgenommen werden, wobei
der Schussfaden durch die Vorwärtsbewegung des Bringergreifers in die Fadenklemme
gezogen und in dieser festgeklemmt wird. Bei Aufnahme des Schussfadens durch den
Bringergreifer kann derselbe, falls gewünscht, zudem in eine beabstandet von
der Fadenklemme 4 angeordnete Führung im Bringergreifer eingelegt werden, beispielsweise,
wie in Fig. 2A gezeigt, in eine Kerbe 8. In dem Verfahren wird der Schussfaden 3
im Bringergreifer 1 zusätzlich mittels einer Führungs- und/oder Haltevorrichtung
10 geführt und/oder gehalten, die mittels der Trägheit einer Masse 6 gesteuert
und/oder bewegt wird.
In einer vorteilhaften Ausführungsform des Verfahrens
wird der Bringergreifer 1 vor Erreichen der Übergabestelle verzögert,
wobei die Führungs- und/oder Haltevorrichtung 10 durch die auf die Masse 6
wirkenden Trägheitskräfte geschlossen wird, so dass sich der Schussfaden
3 bei Erreichen der Übergabestelle, wie in Fig. 2B gezeigt, zwischen Fadenklemme
4 und Führungs- und/oder Haltevorrichtung 10 erstreckt. Der sich zwischen Fadenklemme
und Führungs- und/oder Haltevorrichtung erstreckende Schussfaden wird nun durch
einen Nehmergreifer übernommen. Zweckmässigerweise wird die Führungs-
und/oder Haltevorrichtung 10 so ausgelegt, dass der Schussfaden bei geschlossener
Führungs- und/oder Haltevorrichtung herausgezogen werden kann. Auf diese Weise
kann sichergestellt werde, dass bei der Übernahme des Schussfadens auf beiden
Seiten der Nehmerklemme eine Fadenspannung vorhanden ist.
Vorteilhaft ist, dass die trägheitsgesteuerte Führungs-
und/oder Haltevorrichtung bei der Aufnahme des Schussfadens zu Beginn des Schusseintrags
wegen der in dieser Phase vorhandenen Positivbeschleunigung zwangsläufig geöffnet
ist. Lediglich bei sehr langsamen Greiferbewegungen kann es zweckmässig sein,
das Öffnen der Führungs- und/oder Haltevorrichtung durch zusätzliche
Massnahmen sicherzustellen, beispielsweise durch ein Federelement.
Dank der zusätzlichen, mittels Trägheitskräften
steuerbaren Führungs- und/oder Haltevorrichtung kann bei der Fadenübergabe
vom Bringergreifer auf den Nehmergreifer eine hohe Zuverlässigkeit erreicht
werden, insbesondere auch bei schnellen Schusseinträgen. Falls ein Vorlaufen
des Schussfadens auftritt, geschieht dies ausserhalb des sich zwischen Fadenklemme
und Führungs- und/oder Haltevorrichtung erstreckenden Fadenstücks, so
dass das Vorlaufen bei der Fadenübergabe kaum störend in Erscheinung tritt.
Zudem ist die Gefahr gering, dass der Schussfaden beim Einhängen am Nehmergreifer
überdehnt wird, da die Grundspannung tief gehalten werden kann. Weiter vorteilhaft
ist, dass der Schussfaden bei der Fadenübergabe höchstens minimal abgebremst
werden muss, so dass die meisten Schussfäden ohne gesteuerte Fadenbremse eingetragen
werden können, und dass der Schussfaden in der Nehmerklemme besser fixiert
werden kann, da der Schussfadens bei der Übernahme auf beiden Seiten der Nehmerklemme
gehalten wird und somit beidseitig eine Zugspannung vorhanden ist.