| Dokumentenidentifikation |
DE102006007598A1 30.08.2007 |
| Titel |
Kriechfester ferritischer Stahl |
| Anmelder |
Forschungszentrum Jülich GmbH, 52428 Jülich, DE |
| Erfinder |
Quadakkers, Willem J., Dr., Wijnandsrade, NL; Niewolak, Leszek, Dr., 52428 Jülich, DE; Ennis, Philip James, 41844 Wegberg, DE |
| DE-Anmeldedatum |
18.02.2006 |
| DE-Aktenzeichen |
102006007598 |
| Offenlegungstag |
30.08.2007 |
| Veröffentlichungstag im Patentblatt |
30.08.2007 |
| IPC-Hauptklasse |
C22C 38/12(2006.01)A, F, I, 20070123, B, H, DE
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| IPC-Nebenklasse |
H01M 8/02(2006.01)A, L, I, 20070123, B, H, DE
C22C 38/18(2006.01)A, L, I, 20070123, B, H, DE
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| Zusammenfassung |
Die Erfindung betrifft einen bei Temperaturen von 600 bis 1000°C besonders kriechfesten ferritischen Stahl, der Ausscheidungen einer intermetallischen Phase Fe2(M, Si) und/oder Fe7(M, Si)6 enthält. Darin ist M ein Metall, insbesondere Niob, Molybdän, Wolfram und/oder Tantal. Die Ausscheidungen können bei seiner Herstellung, bei einer Wärmebehandlung oder bei Hochtemperatureinsatz gebildet werden. Das Metall wird teilweise durch Silizium substituiert. Dadurch wird es möglich, deutlich mehr die Kriechfestigkeit fördernden Ausscheidungen in Stahl einzubringen als nach dem Stand der Technik, ohne dadurch die Oxidationsbeständigkeit des Werkstoffs zu beeinträchtigen. Enthält die Legierung zusätzlich Chrom, lässt sich der Stahl zu einem Chromoxid bildenden Stahl ausgestalten, der unter anderem für die bipolare Platte in einem Stapel aus Hochtemperaturbrennstoffzellen verwendbar ist. Die bipolare Platte lässt sich so ausgestalten, dass ihre oxidische Oberflächenschicht eine gute elektrische Leitfähigkeit und eine geringe Chromverdampfung aufweist.
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| Beschreibung[de] |
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Die Erfindung bezieht sich auf einen kriechfesten ferritischen Stahl
für hochtemperaturbelastete Bauteile insbesondere für den Einsatz in Hochtemperaturbrennstoffzellen.
Stand der Technik
Eine Hochtemperaturbrennstoffzelle (Solid Oxide Fuel Cell, SOFC) wandelt
chemische Energie eines Brennstoffs, wie etwa Wasserstoff, Methan oder Kohlenmonoxid,
mit Hilfe eines Oxidationsmittels, wie Sauerstoff oder Luft, direkt in elektrische
Energie um. Der Brennstoff ist vom Oxidationsmittel durch einen Feststoffelektrolyten,
wie etwa Yttriumstabilsiertes Zirkoniumoxid, getrennt. Bei einer Betriebstemperatur
der Zelle zwischen 600 und 1000 °C leitet der Feststoffelektrolyt Sauerstoffionen
von der Sauerstoffseite (Kathodenraum) auf die Brennstoffseite (Anodenraum), wo
sie mit dem Brennstoff reagieren. Dabei werden Elektronen frei, die einen externen
Verbraucher speisen können.
Der Feststoffelektrolyt ist mit porösen, katalytisch wirkenden
Elektrodenmaterialien beschichtet. Im Allgemeinen besteht die Anode auf der Brennstoffseite
aus einem Cermet aus metallischem Nickel und Yttrium-stabilisiertem Zirkoniumoxid.
Die Kathode auf der Sauerstoffseite besteht in der Regel aus einem Perowskit auf
Lanthan-Basis.
Da eine einzelne Brennstoffzelle nur eine geringe Spannung in der
Größenordnung 1 Volt abgibt, müssen für die meisten technischen
Anwendungen mehrere Brennstoffzellen zusammengeschaltet werden. Üblicherweise
werden hierzu mehrere Zellen zu einem so genannten Stack gestapelt. Hierbei ist
jeweils zwischen zwei Zellen noch eine bipolare Platte nötig, die auch Interkonnektor
genannt wird. Die bipolare Platte leitet den Strom von der einen Zelle in die Nachbarzelle
und trennt gleichzeitig den Kathodenraum der einen Zelle gasdicht vom Anodenraum
der anderen Zelle. Bei den meisten heute diskutierten SOFC-Flachzellen-Konzepten
übernimmt die bipolare Platte zudem noch die Funktion der Gasverteilung in
den Zellen und gibt den Zellen ihre mechanische Stabilität (EP
0338 823 A1). Daher ist die bipolare Platte im Gegensatz zum Elektrolyten
und zu den Elektroden, die größenordnungsmäßig 100 &mgr;m
dick sind, in der Regel einige Millimeter dick. In neueren SOFC-Konzepten, insbesondere
für mobile Anwendungen in Fahr- oder Flugzeugen, sind die bipolaren Platten
aus Gründen der Gewichtsersparnis jedoch schon wesentlich dünner (0,3–1
mm) ausgestaltet.
Die Anforderungen an eine bipolare Platte sind vielfältig. Sie
muss bei hohen Temperaturen unter Beaufschlagung mit Brennstoff auf der einen Seite
und mit Sauerstoff auf der anderen Seite eine hohe Oxidationsbeständigkeit
aufweisen. Zudem ist sie mit den übrigen Komponenten der Zelle, die zum Teil
aus Keramiken bestehen, mechanisch fest verbunden. Damit sich bei Temperaturwechseln
keine mechanischen Spannungen bilden, die die übrigen Komponenten zerstören
können, muss die bipolare Platte einen an die übrigen Komponenten angepassten
thermischen Ausdehnungskoeffizienten (etwa 10–12·10-6 K-1)
aufweisen. Der jeweils erforderliche exakte Wert des Ausdehnungskoeffizienten hängt
dabei vom jeweiligen Zellenkonzept ab. Bei anodensubstratgestützten Zellen
sind im Allgemeinen etwas höhere Ausdehnungskoeffizienten erforderlich als
bei Zellenkonzepten, die auf einem Elektrolyt-Folienkonzept beruhen.
Ferritische Chromstähle können dieses Anforderungsprofil
im Prinzip erfüllen. Diese Werkstoffe bilden an ihrer Oberfläche eine
Oxidschicht auf Cr2O3-Basis, die das Innere des Materials
vor Korrosion schützt. Diese Schichten sind jedoch bei den hohen Betriebstemperaturen
von Hochtemperaturbrennstoffzellen in der Regel instabil. Sie platzen ab, wobei
die Bruchstücke die Gaskanäle der bipolaren Platte verstopfen und den
Gasfluss behindern können. Außerdem werden sie mit der Zeit durch weitere
Korrosion dicker, was ihre elektrische Leitfähigkeit und damit die Leistungsausbeute
des Brennstoffzellenstapels zunehmend verringert. Bei einem hohen Sauerstoffangebot,
wie es im Kathodenraum vorliegt, werden zudem flüchtige Chromoxide oder Chromhydroxide
gebildet, die auf die Kathode oder auf die Grenzfläche zwischen der Kathode
und dem Elektrolyten als Katalysatorgift wirken und die Zellenleistung somit weiter
dauerhaft herabsetzen.
Um die Chromoxidschichten zu stabilisieren, offenbart DE
44 10 711 C1 eine bipolare Platte aus einer Chromoxid bildenden Legierung,
die im Bereich der Gasleitflächen mit einer Schutzschicht aus Aluminium versehen
ist. Die Aluminiumschicht bildet bei Betriebstemperatur an ihrer Oberfläche
eine Al2O3-Schicht aus, die die Chromoxidschicht vor Korrosion
schützt. Die nachteilige Verringerung der elektrischen Leitfähigkeit durch
Chromoxidschichten im Bereich der Kontaktflächen zwischen Elektroden und bipolarer
Platte muss jedoch bei dieser bipolaren Platte unverändert hingenommen werden.
Ferner ist aus EP 04 10 166
A1 ein Bauteil zur Stromführung für Hochtemperaturbrennstoffzellen
bekannt. Dieses weist eine nichtoxidierbare metallische Hülle aus Gold, Palladium
oder Platin auf, die eine hohe elektrische Leitfähigkeit aufweist und kein
Material durch Abdampfen verliert. Jedoch ist eine solche Komponente in der Herstellung
sehr teuer, und ihre Stabilität im Langzeitbetrieb ist nicht gewährleistet.
In DE 44 22 624 A1
wird ein Verfahren zum Schutz von chromhaltigen Körpern beschrieben,
bei dem eine Schutzschicht aus einem oxidischen Chromat aufgebracht wird. Ein Nachteil
dieser Beschichtungsverfahren ist jedoch, dass sie die bipolaren Platten deutlich
verteuern. Außerdem besitzen die Schichten bei mechanischer Beschädigung
während des Betriebs keine Ausheilfähigkeit.
In DE 100 25 108 A1
wurden neue Zusammensetzungen für ferritische Interkonnektorwerkstoffe offenbart.
Durch die spezielle Kombination von Legierungselementen konnte erreicht werden,
dass bei üblichen Betriebstemperaturen auf den Stahloberflächen Oxidschichten
gebildet werden, die eine geringe Wachstumsrate, eine exzellente Haftung zum Metallsubstrat,
eine hohe elektrische Leitfähigkeit sowie eine geringe Chromabdampfung aufweisen.
Um diese Kombination günstiger Eigenschaften zu erzielen, wurde beispielsweise
die maximale Konzentration der Legierungselemente Aluminium und Silizium auf sehr
geringe Werte begrenzt. Da diese Elemente bei der konventionellen Stahlherstellung
häufig als Desoxidationsmittel zugesetzt werden, können die günstigen
Stahleigenschaften meistens nur durch den Einsatz neuer, aufwändiger und somit
teurer Herstellungsverfahren erreicht werden.
Insbesondere bei Stackkonzepten, die nur geringere Interkonnektordicken
(etwa 0,3–1 mm), hohe Betriebstemperaturen (etwa oberhalb 800 °C) und
häufige Temperaturwechsel (etwa einige hundert oder sogar einige tausend Temperaturwechsel
während der Betriebszeit der Zelle) vorsehen, macht sich eine spezielle Eigenschaft
von ferritischen Stählen ungünstig bemerkbar. Diese Stähle besitzen
bei hohen Temperaturen nur eine geringe Kriechbeständigkeit. Unter mechanischer
Spannung, beispielsweise hervorgerufen durch Oxidation, neigen sie daher zu dauerhafter
plastischer Verformung. Dadurch kann der gasdichte Abschluss zwischen zwei Brennstoffzellen,
den die bipolare Platte bewirkt, aufbrechen und der Brennstoffzellenstapel komplett
ausfallen.
Zur Erhöhung der Kriechbeständigkeit werden üblicherweise
Übergangsmetalle, Refraktärmetalle oder Leichtmetalle zulegiert. Nachteilig
bewirken Übergangsmetalle häufig eine Austenitisierung des Werkstoffs,
was den Ausdehnungskoeffizienten erhöht und die Oxidationsbeständigkeit
verschlechtert. Refraktärmetalle reduzieren regelmäßig zusätzlich
die Duktilität des Werkstoffs. Leichtmetalle verschlechtern in der Regel, auch
wenn Sie nur in sehr geringen Konzentrationen von 0,1–0,4 % Massenprozent
vorliegen, die schützenden Eigenschaften und die elektrische Leitfähigkeit
der oxidischen Deckschichten auf Cr-Basis. Auf diese Weise kriechfest gemachte Stähle
sind daher als Konstruktionswerkstoff für den Interkonnektor einer Hochtemperaturbrennstoffzelle
nicht geeignet.
Aufgabe und Lösung
Aufgabe der Erfindung ist daher, einen ferritischen Stahl zur Verfügung
zu stellen, der als Konstruktionswerkstoff für den Interkonnektor einer Hochtemperaturbrennstoffzelle
geeignet ist und bei Temperaturen oberhalb 600 °C eine bessere Kriechfestigkeit
aufweist als die hierfür nach dem Stand der Technik verwendeten Stähle.
Eine weitere Aufgabe der Erfindung ist es, eine auch bei häufigen
Temperaturwechseln dauerhaft gasdichte bipolare Platte aus obengenanntem ferritischen
Stahl sowie einen Brennstoffzellenstapel mit verbesserter Lebensdauer bei hohen
Temperaturen und häufigen Temperaturwechseln zur Verfügung zu stellen.
Diese Aufgaben werden erfindungsgemäß gelöst durch
einen Stahl gemäß Hauptanspruch sowie durch die Verwendung des Stahls
in einer bipolaren Platte und in einem Brennstoffzellenstapel gemäß Nebenansprüchen.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich jeweils aus den darauf rückbezogenen
Unteransprüchen.
Gegenstand der Erfindung
Der ferritische Stahl umfasst Ausscheidungen einer intermetallischen
Phase vom Typ Fe2(M, Si) oder Fe7(M, Si)6 mit wenigstens
einem metallischen Legierungselement M. Diese intermetallische Phase kann sich schon
bei der Herstellung des Stahls bilden. Sie kann sich aber auch nach einer späteren
Wärmebehandlung oder beim späteren Einsatz des Stahls bei Temperaturen
zwischen 600 und 1000 °C bilden. Als Legierungselement M ist im Prinzip jedes
Metall geeignet, das zusammen mit Eisen die intermetallische Phase vom Typ Fe2M
oder Fe7M6 bildet, insbesondere Niob, Molybdän, Wolfram
oder Tantal. Auch die Verwendung einer Kombination aus mehreren Metallen M ist möglich.
Es wurde erkannt, dass das Zulegieren derartiger Metalle an sich nach
dem Stand der Technik den Stahl über zwei voneinander unabhängige physikalische
Wirkungsmechanismen für den Einsatz in einer Hochtemperaturbrennstoffzelle
unbrauchbar macht. Zum Einen weisen Ausscheidungen vom Typ Fe2M oder
Fe7M6 eine sehr mangelhafte Oxidationsresistenz auf. Hierdurch
bilden sich bei hohen Temperaturen lokal schnell wachsende Oxide. Zum Anderen wird
das in der Legierungsmatrix vorhandene Element M in die Cr-Oxidschicht eingebaut
und dadurch dessen Wachstumsrate stark erhöht.
Erfindungsgemäß ist nun das Metall M in der intermetallischen
Phase teilweise durch Silizium substituiert. Die intermetallische Phase hat dann
eine allgemeine chemische Formel vom Typ Fe2(M, Si) oder vom
Typ Fe7(M, Si)6. Es wurde überraschend erkannt, dass
hierdurch die Oxidationsbeständigkeit der genannten intermetallischen Phasen
bei hohen Temperaturen wesentlich erhöht wird, insbesondere im Kontakt mit
den Betriebsatmosphären von Hochtemperaturbrennstoffzellen.
Zugleich wird der nachteilige Einbau des Metalls M in die Cr-Oxidschicht
unterdrückt.
Es wurde außerdem erkannt, dass das Silizium seine aus dem Stand
der Technik bekannte nachteilige Wirkung als leichtmetallisches Legierungselement
bei der Substitution des Metalls M regelmäßig nicht entfaltet, da das
Silizium in der intermetallischen Phase gelöst ist. Die nachteilige Wirkung
nach dem Stand der Technik wurde dadurch verursacht, dass das Silizium bei hohen
Temperaturen intern oxidierte.
Unter interner Oxidation wird verstanden, dass sich Oxidausscheidungen
innerhalb der Legierung unterhalb der oxidischen, externen Deckschicht auf der Legierungsoberfläche
bilden.
Als Folge der internen Oxidation entstanden durch Volumenzunahme metallische
Einschlüsse in der Chromoxid-Deckschicht, und es wurden teilweise durchgehende
Si-Oxidschichten unterhalb des Chromoxids gebildet. Diese nachteiligen Wirkungen
des Siliziums sind bei der erfindungsgemäßen Substitution des Metalls
M durch Silizium solange unterdrückt, wie nur maximal soviel Silizium zugesetzt
wird, dass es sich noch vollständig in der intermetallischen Phase lösen
kann. Welches Mengenverhältnis zwischen Silizium und Metall M hierfür
maximal sinnvoll ist, hängt sowohl von der Wahl des Metalls M als auch von
der Zusammensetzung des Grundwerkstoffs ab. Es kann für den konkreten Anwendungsfall
durch den Fachmann in einer zumutbaren Anzahl Versuche ermittelt werden.
Durch die erfindungsgemäße Substitution des Metalls M durch
Silizium wird es möglich, bei Anwendungen in Hochtemperaturbrennstoffzellen
im Interesse einer höheren Kriechbeständigkeit mehr Ausscheidungen der
intermetallischen Phase Fe2(M, Si) oder Fe7(M, Si)6
in die ferritische Legierungsmatrix einzubringen als dies nach dem Stand der Technik
mit Fe2M oder Fe7M6 möglich war. Diese Ausscheidungen
erhöhen signifikant die Kriechbeständigkeit im Vergleich zu einer Legierung,
die keine Ausscheidungen vom Typ Fe2(M, Si) oder vom Typ Fe7(M,
Si)6 aufweist.
Als typisches Beispiel sei hier ein ferritischer Stahl mit 22 Massenprozent
Chrom und 0,4 Massenprozent Mangan genannt. Bei 700 °C weist dieser unter einer
Belastung von 10 MPa nach 1000 h eine bleibende Kriechdehnung von 1,5 % auf. Durch
Zusatz der Elemente M, wie etwa Niob und/oder Wolfram, in einer Menge von nur 1
Massenprozent in Kombination mit einem Silizium-Zusatz von 0,3 Massenprozent reduziert
sich die bleibende Kriechdehnung des Stahls bei gleichem Chrom- und Mangan-Gehalt
auf 0,06 %, also etwa um einen Faktor 25.
Nach dem Stand der Technik war der maximal zulässige Gehalt an
Ausscheidungen vom Typ vom Typ Fe2M oder vom Typ Fe7M6
sehr begrenzt. Die mangelhafte Oxidationsbeständigkeit der Ausscheidungen vom
Typ Fe2M und Fe7M6 hatte zur Folge, dass sich beim
Einsatz des Stahls in der Hochtemperaturbrennstoffzelle sehr schnell wachsende Oxidschichten
bildeten. Dies war insbesondere bei Chromoxid bildenden Stählen von Nachteil,
da lokal die Bildung der schützenden oxidischen Deckschichten auf Cr-Basis
behindert oder die Wachstumsrate beschleunigt wurde. Dadurch wurde der Werkstoff
insgesamt weniger korrosionsbeständig. Für den Gehalt an Fe2M
und/oder Fe7M6 in der Legierung musste also immer ein Kompromiss
zwischen Erhöhung der Kriechbeständigkeit und Verringerung der Oxidationsbeständigkeit
gefunden werden. Die erfindungsgemäße teilweise Substitution des Metalls
M durch Silizium hebt die aus diesem Kompromiss folgende Einschränkung der
maximal möglichen Kriechbeständigkeit auf.
Vorteilhaft enthält der Stahl das Metall M sowie Silizium in
derartigen Konzentrationen, dass sich bei Temperaturen zwischen 700 °C und
900 °C eine intermetallische Phase vom Typ Fe2(M, Si) oder Fe7(M,
Si)6 zu bilden vermag. Dieser Temperaturbereich entspricht der angestrebten
Betriebstemperatur moderner Hochtemperaturbrennstoffzellen und ist daher technologisch
besonders relevant. Welche Menge an Metall M hierfür erforderlich ist, ergibt
sich aus den bekannten Phasendiagrammen. Beispielsweise ist zur Bildung der Phase
Fe2Nb im Temperaturbereich zwischen 700 und 900 °C ein Niobgehalt
von mindestens etwa 0,2 Massenprozent Niob in der Legierung erforderlich. Zur Bildung
der Phase Fe2W bei 800 °C ist ein Wolframgehalt von mindestens etwa
3 Massenprozent in der Legierung erforderlich. Liegen Metall M und Silizium in diesen
vorteilhaften Konzentrationen vor, kann somit die intermetallische Phase beim ersten
Betriebseinsatz des Stahls in einer Hochtemperaturbrennstoffzelle gebildet werden.
Nach wie vor kann sie jedoch auch alternativ direkt bei der Herstellung des Stahls
gebildet werden.
Die Legierung sollte zwischen 1 und 8 Volumenprozent, bevorzugt zwischen
2,5 und 5 Volumenprozent Ausscheidungen von Fe2(M, Si) und/oder Fe7(M,
Si)6 enthalten. Bei Anteilen unterhalb dieses Bereichs ist die Steigerung
der Kriechbeständigkeit technologisch nicht signifikant. Anteile oberhalb dieses
Bereichs hingegen führen regelmäßig zu einer unerwünschten
Versprödung der Legierung.
Die Summe an Ausscheidungen der Fe2(M, Si)-Phase und/oder
Fe7(M, Si)6 sollte zwischen 2 und 15 Atomprozent Silizium
enthalten. Bei einem Siliziumgehalt unterhalb von 2 Atomprozent in der Fe2(M,
Si)- oder Fe7(M, Si)6-Phase ist die Oxidationsbeständigkeit
der intermetallischen Phase mangelhaft. Bei einem Siliziumgehalt oberhalb von 15
Atomprozent ist die Löslichkeitsgrenze des Siliziums in der intermetallischen
Phase überschritten, so dass graduell die bekannten Nachteile von Silizium
als Legierungselement wieder auftreten, da das Silizium intern oxidiert. Ein Siliziumgehalt
im zweckmäßigen Bereich zwischen 2 und 15 Atomprozent in der intermetallischen
Phase wird beispielsweise bei Verwendung von Niob als einziges Metall M dadurch
erreicht, dass das Massenverhältnis von Silizium zu Niob zwischen 0,08 und
1, bevorzugt aber zwischen 0,1 und 0,4 liegt. So bilden sich etwa in einem ferritischen
Stahl mit 22 Massenprozent Chrom und einem Zusatz von Niob und Silizium von 0,6
oder 0,25 Massenprozent während des Einsatzes bei 800°C Ausscheidungen
vom Typ Fe2(Nb, Si) mit einem Silizium-Anteil von etwa 7 Atomprozent.
Die Summe aller Ausscheidungen bildet im Stahl einen Anteil von etwa 1 Volumenprozent.
Flankierend zu den oben beschriebenen Maßnahmen zur Steigerung
der Kriechfestigkeit kann mit den im Folgenden beschriebenen vorteilhaften Maßnahmen
auch seine Eignung als Konstruktionswerkstoff für den Interkonnektor einer
Hochtemperaturbrennstoffzelle optimiert werden, ohne dass dabei die erfindungsgemäß
erzielte höhere Kriechfestigkeit leidet.
Vorteilhaft ist die Summe der Konzentrationen an Nickel und Kobalt
in der Legierung größer als 0, jedoch kleiner als 4 Massenprozent, bevorzugt
kleiner als 1 Massenprozent. Dadurch wird verhindert, dass die Legierung bei hohen
Temperaturen, wie sie etwa in einer Hochtemperaturbrennstoffzelle herrschen, in
ein austenitisches Gefüge übergeht.
Vorteilhaft sind die Konzentrationen von Kohlenstoff, Stickstoff,
Schwefel, Bor und Phosphor in der Legierung jeweils großer als 0, jedoch kleiner
als 0,1 Massenprozent, vorzugsweise kleiner als 0,02 Massenprozent. Diese Elemente
gehören zu den üblicherweise in ferritischen Stählen vorhandenen
Begleitelementen und Verunreinigungen. Generell bewirken höhere Zusätze
dieser Legierungselemente eine Versprödung des Materials, insbesondere an den
Legierungskorngrenzen.
Vorteilhaft enthält die Legierung zwischen 12 und 28 Massenprozent,
bevorzugt zwischen 17 und 25 Massenprozent, Chrom. Der Stahl wird dann zu einem
Chromoxidbildner. Er bildet bei hohen Temperaturen, insbesondere in einer Hochtemperaturbrennstoffzelle,
eine schützende oxidische Deckschicht auf Chrom-Basis. Durch die Deckschicht
wird der Stahl insbesondere in den oxidierenden Atmosphären einer Brennstoffzelle
vor Korrosion geschützt. Der für die Ausbildung der Deckschicht notwendige
Chromgehalt richtet sich nach der Betriebstemperatur, bei der der Stahl eingesetzt
wird, und kann durch den Fachmann in einer zumutbaren Anzahl Versuche ermittelt
werden. Tendenziell erfordern höhere Betriebstemperaturen höhere Chromgehalte.
Die Deckschicht ist insbesondere in Hochtemperaturbrennstoffzellen
vorteilhaft, da sie sich bei normalen Betriebstemperaturen zwischen 600 und 1000
°C spontan bildet. Dadurch heilt sie bei Defekten automatisch wieder aus. Dies
ist insbesondere dann von Vorteil, wenn die Zelle häufigen Temperaturwechseln
durch Anfahren und Herunterfahren ausgesetzt ist. Unter derartigen Bedingungen erhöht
sich somit die Lebensdauer der Brennstoffzelle.
Über den Chromgehalt kann auch der thermische Ausdehnungskoeffizient
des Stahls eingestellt werden. Dies ist insbesondere dann vorteilhaft, wenn aus
dem Stahl eine Interkonnektorplatte (bipolare Platte) für einen Brennstoffzellenstapel
gefertigt wird. In einem solchen Stapel sind nämlich eine Seite der Platte
mit dem Kathodenwerkstoff einer Zelle und die andere Seite der Platte mit dem Anodenwerkstoff
der anderen Zelle mechanisch fest verbunden. Unterscheidet sich der Ausdehnungskoeffizient
der bipolaren Platte zu stark von dem des Kathoden- oder Anodenwerkstoffs, entstehen
starke mechanische Spannungen. Diese können ein Aufreißen der Kathode,
der Anode oder des zwischen Kathode und Anode einer Zelle befindlichen Festelektrolyten
verursachen, was zum Versagen der Zelle führt. Typischerweise beträgt
der thermische Ausdehnungskoeffizient eines ferritischen Stahls, der Chrom als einziges,
wesentliches Legierungselement enthält, zwischen 800 °C und Raumtemperatur
bei einem Chrom-Gehalt von 9 % etwa 16·10-6 K-1 und bei
einem Chrom-Gehalt von 22 % etwa 13·10-6 K-1.
Vorteilhaft enthält die Legierung im Fall des Chromoxidbildners
mindestens ein sauerstoffaffines Element, wie etwa Yttrium, Lanthan, Zirkonium,
Cer oder Hafnium. Die Gesamtkonzentration an sauerstoffaffinen Elementen in der
Legierung kann zwischen 0,01 und 1 Massenprozent, bevorzugt zwischen 0,05 und 0,3
Massenprozent, liegen. Der Zusatz eines sauerstoffaffinen Elements oder auch einer
Kombination mehrerer sauerstoffaffiner Elemente bewirkt eine Reduzierung der Wachstumsrate
und eine Verbesserung der Haftung der oxidischen Deckschicht auf Chrombasis. Dies
ist vorteilhaft, da hohe Wachstumsraten zu einer schnellen Reduzierung der Wandstärke
dünner Komponenten führen. Außerdem wird durch hohe Wachstumsraten
die kritische Dicke die zum Abplatzen der Oxidschichten führt,
bereits nach kurzen Zeiten erreicht, was die Gasströmung in den engen Gaskanälen
einer Hochtemperaturbrennstoffzelle unakzeptabel hemmt.
Die Legierung kann das sauerstoffaffine Element auch in Form einer
Oxiddispersion, wie etwa Y2O3, La2O3
oder ZrO2, enthalten. Die Konzentration der jeweiligen Oxiddispersion
in der Legierung sollte dann zwischen 0,1 und 2 Massenprozent, bevorzugt zwischen
0,4 und 1 Massenprozent, betragen. Der Vorteil der Oxiddispersion gegenüber
dem Einbringen in metallischer Form ist, dass hierdurch die Hochtemperaturfestigkeit
erhöht wird. Stähle die Oxiddispersionen enthalten, können beispielsweise
auf pulvermetallurgischem Wege hergestellt werden.
Vorteilhaft enthält die Legierung ein Element E, das bei Temperaturen
oberhalb 500 °C mit Cr2O3 eine Spinellphase vom Typ ECr2O4
an der Oberfläche des Stahls bildet. Beispiele für derartige Elemente
sind Mangan, Nickel, Kobalt und Kupfer, wobei sich Mangan als besonders geeignet
erwiesen hat. Die Konzentration des Elements E in der Legierung sollte zwischen
0,05 bis 2 Massenprozent, bevorzugt 0,2 bis 1 Massenprozent, betragen. Durch die
Spinellbildung dampft das Werkstück weniger flüchtige Chromverbindungen
ab als es der Fall wäre bei einem Werkstück, das eine reine Chrom-Oxiddeckschicht
bildet. Derartige flüchtige Chrom-Verbindungen sind insbesondere im Inneren
einer Hochtemperaturbrennstoffzelle unerwünscht, da sie als Katalysatorgifte
die Zellenleistung dauerhaft vermindern. Durch die Spinellbildung auf der Chromoxidschicht
wird beispielsweise die Abdampfung von flüchtigen Chrom-Verbindungen bei 800°C
in feuchter Luft um einen Faktor 5–20 reduziert.
In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung enthält
die Legierung weniger als 0,5 Massenprozent, bevorzugt weniger als 0,15 Massenprozent,
Aluminium. Dadurch wird verhindert, dass sich im Stahl in der Zone unterhalb der
Oxiddeckschicht auf Chrom-Basis bei hohen Temperaturen Einschlüsse von Aluminiumoxiden,
insbesondere an den Legierungskorngrenzen, bilden. Diese Einschlüsse sind zu
vermeiden, da sie nachteilig die mechanischen Eigenschaften des Stahls beeinträchtigen
und zudem durch Volumenzunahme eine Bildung von Metalleinschlüssen in der Chrom-Oxidschicht
bewirken. Diese Metalleinschlüsse beeinträchtigen wiederum die schützenden
Eigenschaften der Chrom-Oxidschicht.
Daneben wird durch den geringen Aluminiumgehalt insbesondere die Bildung
aluminiumreicher, elektrisch isolierender Oxidschichten an der Oberfläche des
Stahls verhindert. Derartige Oxidschichten wirken sich besonders nachteilig aus,
wenn aus dem Stahl die bipolare Platte für einen Brennstoffzellenstapel gefertigt
wird. Der vom Brennstoffzellenstapel erzeugte Strom muss sämtliche bipolaren
Platten im Stapel durchqueren. Isolierende Schichten auf diesen Platten erhöhen
daher den Innenwiderstand des Stapels und senken die Leistungsausbeute erheblich.
Vorteilhaft enthält die Legierung einen geringen Zusatz an Titan
von weniger als 0,2 Massenprozent, bevorzugt weniger als 0,1 Massenprozent. Bei
derartig niedrigen Konzentrationen bilden sich bei hohen Temperaturen extrem fein
verteilte Partikel aus Titan-Oxid unterhalb der Chromoxid-Deckschicht. Dies bewirkt
eine Verfestigung des Materials innerhalb dieser Zone, wodurch eine Aufwölbung
der Oberfläche durch oxidationsinduzierte Spannungen unterdrückt wird.
Bei höheren Titankonzentrationen treten ähnlich nachteilige Effekte auf
wie bei zu hohen Aluminiumgehalten.
Im Rahmen der Erfindung wurde erkannt, dass eine bipolare Platte aus
dem erfindungsgemäßen Stahl besondere Vorteile für die Verwendung
in einem Brennstoffzellenstapel und insbesondere für die Verwendung in einer
bipolaren Platte für einen Brennstoffzellenstapel aufweist. Der erfindungsgemäße
Stahl lässt sich so maßschneidern, dass die Platte bei typischen Betriebstemperaturen
von Hochtemperaturbrennstoffzellen oxidationsbeständig ist, eine gute elektrische
Leitfähigkeit (einschließlich der sich auf den Oberflächen bildenden
Oxidschichten) aufweist und eine geringe Abdampfrate von flüchtigen Chromverbindungen
(Chromoxid beziehungsweise Chrom-oxy-hydroxid) aufweist. Außerdem weist der
Stahl einen niedrigen thermischen Ausdehnungskoeffizienten (ähnlich den der
keramischen Komponenten in einer Hochtemperaturbrennstoffzelle) auf. Er lässt
sich durch herkömmliche Verfahren warm- und kaltverformen sowie mechanisch
bearbeiten. Es wurde erkannt, dass sich auf Grund dieser vorteilhaften Eigenschaften
die Leistungsausbeute und Lebensdauer eines Brennstoffzellenstapels erheblich steigern
lässt, indem er mit bipolaren Platten aus dem erfindungsgemäßen Stahl
ausgerüstet wird.
Der hier beschriebene Stahl kann auch auf anderen Gebieten der Technik
eingesetzt werden, bei denen eine hohe Oxidations/Korrosionsbeständigkeit und
hoher Kriechbeständigkeit in Kombination mit hoher elektrischer Leitfähigkeit
der im Betrieb gebildeten Chromoxidschicht, eventuell unter der zusätzlichen
Maßgabe einer geringen Chromverdampfung, gefordert wird. Beispielsweise kann
er für Elektroden oder für Elektrodenhalter in flüssigen Metallen
und Schmelzen eingesetzt werden. Außerdem ist er durch seine spezielle Kombination
von Eigenschaften als Konstruktionswerkstoff für Elektrofilter in Rauchgasen
sowie als Heizleiterwerkstoff oder Stromabnehmer für keramische Heizleiter
z.B. auf Basis Molybdän-Silizid oder Silizium-Carbid einsetzbar.
Auch ist das Material in Sauerstoffdetektoren wie z.B. Lambda-Sonden anwendbar.
Ein weiteres Anwendungsgebiet sind dampfführende Leitungen in Kraftwerken.
Hier kann der neue Werkstoff die heute eingesetzten ferritischen 9–12%Cr-Stähle
ersetzen, insbesondere, falls im Interesse eines erhöhten Wirkungsgrades die
Betriebstemperaturen von den heute üblichen 500 bis 550 °C auf 600 bis
700°C erhöht werden.
Spezieller Beschreibungsteil
Nachfolgend wird der Gegenstand der Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen
und Figuren näher erläutert, ohne dass der Gegenstand der Erfindung dadurch
beschränkt wird. Es ist gezeigt:
1: Oxidschicht 13 auf einer Legierung
11 aus Eisen, Chrom, Mangan und Lanthan.
2: Oxidschicht 13 auf einer Legierung
21 aus Eisen, Chrom, Mangan und Lanthan mit Zusatz von Titan.
3: Oxidschicht 13 auf einer Legierung
31 aus Eisen, Chrom, Mangan und Lanthan mit Zusatz von Titan und Substitution
durch Silizium.
4: Oxidschicht 13 auf einer Legierung
41 aus Eisen, Chrom, Mangan, Lanthan, Niob und Wolfram, mit einer zwischen
Oxidschicht 13 und Legierung 41 angeordneten Niob-reichen Oxidschicht
47.
5: Oxidschicht 13 auf einer Legierung
51 aus Eisen, Chrom, Mangan, Lanthan, Niob und Wolfram mit Substitution
durch Silizium.
6: Ausscheidungen (56) vom Typ Fe2(M,
Si) an Legierungskorngrenzen sowie Ausscheidungen (55) vom Typ Fe2(M,
Si) im Legierungskorn.
Die nachfolgend aufgeführten Zusammensetzungen für eine
Interkonnektorlegierung (bipolare Platte) haben sich als besonders vorteilhaft bezüglich
ihres Ausdehnungskoeffizienten, ihrer Kriechbeständigkeit, ihrer Oxidationsbeständigkeit
sowie der elektrischen Leitfähigkeit der oxidischen Deckschicht herausgestellt.
Die Prozentanteile beziehen sich jeweils auf Massenprozent.
- 1. Eisen-Basis, 21–23 % Chrom, 0,2–0,6 % Mangan, 0,05–0,15
% Lanthan, 0,4–1 % Niob, 0,3–0,6 % Silizium, weniger als 0,1 % Aluminium,
0,001–0,02 % Kohlenstoff.
- 2. Eisen-Basis, 21–23 % Chrom, 0,2–0,6 % Mangan, 0,05–0,15
% Lanthan, 0,4–1 % Niob, 0,3–0,6 % Silizium, 0,04–0,1 % Titan,
weniger als 0,1 % Aluminium, 0,001–0,04 % Kohlenstoff.
- 3. Eisen-Basis, 21–23 % Chrom, 0,2–0,6 % Mangan, 0,05–0,15
% Lanthan,0,2–0,6 % Niob, 1,5–3,5 % Wolfram, 0,3-0,6 % Silizium, weniger
als 0,05 % Aluminium.
- 4. Eisen-Basis, 21–23 % Chrom, 0,2–0,6 % Mangan, 0,05–0,15
% Lanthan, 0,2–0,6 % Niob, 1,5–3,5 % Wolfram, 0,3–0,6 % Silizium,
0,04–0,1 % Titan, weniger als 0,08 % Aluminium, 0,001–0,01 % Kohlenstoff.
- 5. Eisen-Basis, 21–23 % Chrom, 0,2–0,6 % Mangan, 0,05–0,15
% Lanthan, 3,0–5,0 % Wolfram, 0,1–0,6 % Silizium, 0,02–0,1
% Titan, weniger als 0,08 % Aluminium, 0,001–0,01 % Kohlenstoff.
- 6. Eisen-Basis, 21–23 % Chrom, 0,2–0,6 % Mangan, 0,05–0,15
% Lanthan, 5,0–7,0 % Wolfram, 0,2–0,8 % Silizium, 0,02–0,1
% Titan, weniger als 0,08 % Aluminium, 0,001–0,01 % Kohlenstoff
Die mikrostrukturellen Gegebenheiten der neuen Legierung sowie die
Beeinflussung der Oxidwachstumsraten seien hier nochmals an Hand der unter Punkt
4 genannten Legierung erläutert:
1 zeigt eine Oxidschicht 13 auf einer Eisen-Basis-Legierung
11 mit 21–23 % Chrom, 0,2–0,6 % Mangan und 0,05–0,15
% Lanthan mit Legierungskorngrenzen 12. Die Oxidschicht 13 aus
Cr2O3 und Cr2MnO4 bildet sich bei 800°C
in Luft.
2 zeigt die Oxidschicht 13 auf einer Legierung
21, der gegenüber der Legierung 11 aus 1
0,02–0,1 % Titan zugesetzt wurden. Dadurch bilden sich unterhalb der Cr2O3-Schicht
feine innere Oxidationsteilchen von Ti-Oxid.
3 zeigt die Oxidschicht 13 auf einer Legierung
31, die gegenüber der Legierung 21 aus 2
zusätzlich 0,3–0,6 Silizium enthält. Durch den Silizium-Zusatz
bilden sich an und in der Nähe der Grenzfläche zwischen Legierung und
Oxid Ausscheidungen von SiO2. Diese bewirken unerwünscht die Bildung
metallischer Einschlüsse 34 und eine Erhöhung der Oxidationsrate.
Die Oxidschicht ist damit deutlich dicker als in den 1
und 2. Die Bildung metallischer Einschlüsse und
die Erhöhung der Oxidationsrate tritt ebenfalls auf, wenn 0,3–0,6 %
Silizium einer titanfreien Legierung (vergleiche 1)
zugesetzt wird.
4 zeigt die Oxidschicht 13 auf einer Legierung
41, der gegenüber der Legierung 11 aus 1
0,2–0,6 % Niob und 1,5–3,5 % Wolfram zugesetzt wurden. Zwischen der
Oxidschicht 13 und der Legierung 41 befindet sich eine Niob-reiche
Oxidschicht 47. Durch die Zusätze von Niob und Wolfram bilden sich
im Legierungskorn Ausscheidungen 45 vom Typ Fe2M. Auf den Legierungskorngrenzen
bilden sich Ausscheidungen 46 vom Typ Fe2M, wodurch die Legierung
eine höhere Kriechbeständigkeit erhält. Nachteilig ist jedoch, dass
die Oxidationsrate stark erhöht wird. Nach gleicher Auslagerungszeit ist die
Oxidschicht auf der Legierung 41 deutlich dicker als auf der Legierung
11. Zusätzliche Dotierung mit 0,02–0,1 % Titan
würde feine innere Oxidationsteilchen bewirken wie dargestellt in den
2 und 3.
5 zeigt die erfindungsgemäße Ausgestaltung
mit der Oxidschicht 13 auf einer Legierung 51, der gegenüber
der Legierung 11 aus 1 0,2–0,6 % Niob,
1,5–3,5 % Wolfram und 0,3–0,6 % Silizium zugesetzt wurden. Dadurch
bilden sich im Legierungskorn Ausscheidungen 55 vom Typ Fe2(M,
Si). Auf den Legierungskorngrenzen bilden sich Ausscheidungen 56 vom Typ
Fe2(M, Si). Durch die Ausscheidungen 55 und 56 erhält
die Legierung eine höhere Kriechbeständigkeit. Anders als bei der Legierung
41 aus 4 wird die Oxidationsrate durch die
Zusätze der Elemente Nb und W im Vergleich zu Legierung 11 aus
1 nicht erhöht. Nach gleicher Auslagerungszeit
weist die Oxidschicht auf der Legierung 51 aus 5
eine ähnliche Dicke wie die auf der Legierung 11 aus 1
auf.
Zusätzliche Dotierung mit 0,02–0,1 % Titan würde
feine innere Oxidationsteilchen bewirken, wie sie in den 2
und 3 dargestellt sind.
6 zeigt eine rasterelektronenmikroskopische Aufnahme
der Ausscheidungen 55 und 56 aus 5.
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| Anspruch[de] |
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Ferritischer Stahl, umfassend Ausscheidungen einer intermetallischen
Phase vom Typ Fe2(M, Si) oder Fe7(M, Si)6 mit wenigstens
einem metallischen Legierungselement M.
Stahl nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch Niob, Molybdän, Wolfram
oder Tantal als Legierungselement M.
Stahl nach einem der Ansprüche 1 bis 2, gekennzeichnet durch derartige
Konzentrationen von Metall M sowie Silizium, dass sich bei Temperaturen zwischen
700 °C und 900 °C eine intermetallische Phase vom Typ Fe2(M,
Si) oder Fe7(M, Si)6 zu bilden vermag.
Stahl nach einem der Ansprüche 1 bis 3, gekennzeichnet durch eine
Legierung mit einem Anteil der Ausscheidungen von Fe2(M, Si) und/oder
Fe7(M, Si)6 zwischen 1 und 8, bevorzugt zwischen 2,5 und 5
Volumenprozent.
Stahl nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
dass die Summe an Ausscheidungen der Fe2(M, Si)-Phase und/oder Fe7(M,
Si)6 zwischen 2 und 15 Atomprozent Silizium enthält.
Stahl nach einem der Ansprüche 1 bis 5, gekennzeichnet durch eine
Legierung, in der die Summe der Konzentrationen an Nickel und Kobalt größer
als 0, jedoch kleiner als 4 Massenprozent ist.
Stahl nach einem der Ansprüche 1 bis 6, gekennzeichnet durch eine
Legierung, in der die Konzentrationen von Kohlenstoff, Stickstoff, Schwefel, Bor
und Phosphor größer als 0, jedoch kleiner als 0,1 Massenprozent, vorzugsweise
kleiner als 0,02 Massenprozent sind.
Stahl nach einem der Ansprüche 1 bis 7, gekennzeichnet durch eine
Legierung, die zwischen 12 und 28 Massenprozent Chrom, insbesondere zwischen 17
und 25 Massenprozent Chrom, enthält.
Stahl nach Anspruch 8, gekennzeichnet durch eine Legierung, die mindestens
ein sauerstoffaffines Element enthält.
Stahl nach Anspruch 9, gekennzeichnet durch Yttrium, Lanthan, Zirkonium,
Cer oder Hafnium als sauerstoffaffines Element.
Stahl nach einem der Ansprüche 9 bis 10, gekennzeichnet durch eine
Legierung mit einer Gesamtkonzentration an sauerstoffaffinen Elementen zwischen
0,01 und 1 Massenprozent, insbesondere zwischen 0,05 und 0,3 Massenprozent.
Stahl nach einem der Ansprüche 9 bis 10, gekennzeichnet durch eine
Legierung, die das sauerstoffaffine Element in Form einer Oxiddispersion enthält.
Stahl nach Anspruch 12, gekennzeichnet durch eine Konzentration der
Oxiddispersion in der Legierung zwischen 0,1 und 2 Massenprozent, insbesondere zwischen
0,4 und 1 Massenprozent.
Stahl nach einem der Ansprüche 8 bis 13, gekennzeichnet durch eine
Legierung, die ein Element E enthält, das bei Temperaturen oberhalb 500 °C
mit Cr2O3 eine Spinellphase vom Typ ECr2O4
an der Oberfläche des Stahls bildet.
Stahl nach Anspruch 14, gekennzeichnet durch ein Element E aus der Gruppe
Mangan, Nickel, Kobalt, Kupfer.
Stahl nach einem der Ansprüche 14 bis 15, gekennzeichnet durch
eine Legierung, die zwischen 0,05 und 2 Massenprozent, insbesondere zwischen 0,2
und 1 Massenprozent, des Elements E enthält.
Stahl nach einem der Ansprüche 1 bis 16, gekennzeichnet durch eine
Legierung, die weniger als 1 Massenprozent, insbesondere weniger als 0,15 Massenprozent
Aluminium enthält.
Stahl nach einem der Ansprüche 1 bis 17, gekennzeichnet
durch eine Legierung, die einen Zusatz an Titan von weniger als 0,2 Massenprozent,
insbesondere weniger als 0,1 Massenprozent, enthält.
Verwendung eines Stahls nach einem der Ansprüche 1 bis 18 in einem
Brennstoffzellenstapel.
Verwendung eines Stahls nach einem der Ansprüche 1 bis 18 in einer
bipolaren Platte für einen Brennstoffzellenstapel.
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