Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zu Grunde, ein Gepäckstück
auf schnelle und einfache Weise zu wiegen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst,
daß das Gepäckstück durch die Anordnung einer Waage mit zugeordneter
Gewichtsausgabe zur Ausgabe des Gewichts desselben gekennzeichnet ist.
Bevorzugt weist die Waage eine Lastaufnahme, die starr mit dem Gepäckstück
verbunden ist, und ein freies Gleitende, das relativ zu dem Gepäckstück
verschieblich ist, auf.
Bevorzugt ist die Waage eine elektronische Waage.
Alternativ ist die Waage eine mechanische Waage.
In einer vorteilhaften Ausgestaltung ist die Waage eine Zugwaage.
In diesem Fall ist das freie Gleitende der Zugwaage bevorzugt mittels
einer lösbaren Halteeinrichtung an dem Gepäckstück gehalten.
Bevorzugt ist in diesem Fall ferner das freie Gleitende der Zugwaage
durch einen Handgriff des Gepäckstücks gebildet.
In einer weiteren Ausführungsform ist die Waage durch eine Druckwaage
gebildet, so daß das freie Gleitende durch mindestens einen Standfuß gebildet
ist.
In beiden Ausführungsformen ist der Waage bevorzugt eine Arretiereinrichtung
derart zugeordnet, daß das freie Gleitende der Waage in einem arretierten Zustand
starr mit dem Gepäckstück verbunden ist, so daß die Waage entlastet
ist, und das freie Gleitende der Waage in einem nicht arretierten Zustand verschieblich
mit dem Gepäckstück verbunden ist, um die Waage mit dem Gewicht des Gepäckstücks
zu belasten.
Bevorzugt ist die Gewichtsausgabe eine elektrische Anzeige und/oder
eine mechanische Anzeige oder/und eine Sprachausgabe zur Ausgabe des Gewichts.
Vorteilhaft umfaßt die Waage eine Nullpunkteinstellung, um den
Nullpunkt der Waage zu justieren.
Vorteilhaft ist das Gepäckstück eine Tasche, ein Beutel,
ein Koffer, eine Schultasche, ein Tornister, ein Sack, eine Aktenmappe, eine Aktentasche
oder ein Rucksack.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand von vier Ausführungsbeispielen
unter Bezugnahme auf eine Zeichnung erläutert. Es zeigen:
1 eine Frontansicht eines Gepäckstücks mit
zwei zugeordneten Waagen entsprechend der vorliegenden Erfindung in einem ersten
Ausführungsbeispiel, wobei die Waagen durch mechanische Waagen gebildet sind;
2 eine vergrößerte Ansicht der Waage der
1;
3 eine Ansicht der Waage der 2,
bei der die Skala nicht dargestellt ist, um einen inneren Aufbau der Waage darzustellen;
4 ein Gepäckstück mit zugeordneter Waage
entsprechend der vorliegenden Erfindung in einem zweiten Ausführungsbeispiel,
bei dem die Waage durch eine elektronische Waage gebildet ist;
5 einen Schaltplan der elektronischen Waage der
4;
6 ein Gepäckstück mit zugeordneter Waage
entsprechend der vorliegenden Erfindung in einem dritten Ausführungsbeispiel,
wobei die Waage durch eine mechanische Waage gebildet ist; und
7 ein Gepäckstück mit zugeordneter Waage
entsprechend der vorliegenden Erfindung in einem vierten Ausführungsbeispiel.
Unter Bezugnahme auf die 1,
2 und 3 ist nachfolgend
ein erstes Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung beschrieben.
Ein Gepäckstück 1 in 1
umfaßt zwei baugleiche mechanische Waagen 3, die jeweils mit einem
Ende an dem Gepäckstück 1 und mit dem anderen Ende an einem Handgriff
19 des Gepäckstücks 1 befestigt sind (Zugwaagen).
Wie in 1 dargestellt, sind die Waagen
3 an jedem ihrer Enden mittels einer Öse 21 mit dem Handgriff
19 bzw. mit dem Gepäckstück 1 verbunden, so daß
der Handgriff 19 relativ zu dem Gepäckstück 1 verschwenkbar
ist.
Jede Waage 3 weist eine Lastaufnahme 7 auf, die
starr mit dem Gepäckstück 1 verbunden ist. Über die Lastaufnahme(n)
7 liegt das Gewicht des Gepäckstücks 1 an der Waage
3 an.
Jede Waage 3 weist ferner ein freies Gleitende
9 auf, das beim Wiegen des Gepäckstücks 1 mit der Waage
3 entsprechend dem Gewicht des Gepäckstücks 1 relativ
zu der Lastaufnahme 7 verschoben wird.
Jede Waage 3 weist ferner eine Gewichtsausgabe
5 auf, vorliegend eine mechanische Skala, um das mit der Waage
3 gemessene Gewicht des Gepäckstücks 1 auszugeben.
2 zeigt die Gewichtsausgabe 5, das heißt
die mechanische Skala der Waage 3, in einer vergrößerten Ansicht.
Die Gewichtsausgabe 5 weist eine Kilogramm-Skala auf, wobei das mit der
Waage 3 gemessene Gewicht mit Hilfe einer Markierung 23 an dieser
abgelesen werden kann.
3 zeigt einen inneren Aufbau der Waage 3 der
2.
An der in 3 unteren Öse
21 (Lastaufnahme 7) ist eine Schraube 25 befestigt, die
in einen Messstab 27 mit Innengewinde geschraubt ist. Auf dem Messstab
27 ist die Markierung 23 zur Anzeige des mit der Waage
3 gemessenen Gewichts angeordnet.
Der Messstab 27 ist an dem in 3
oberen Ende mittels einer Spiralfeder 29 mit der in 3
oberen Öse 21 (freies Gleitende 9) verbunden.
Wird das Gepäckstück 1 an dem Handgriff
19 angehoben, so wirkt an den Lastaufnahmen 7 eine Kraft, die
Gewichtskraft des Gepäckstücks 1, nach unten (Orientierung gem.
1), wodurch die Spiralfedern 29 der beiden
Waagen 3 entsprechend der Höhe der angreifenden Gewichtskraft ausgelenkt
werden.
Entsprechend der Auslenkung der Spiralfedern 29 wandert die
jeweilige Markierung 23 der Waagen 3 relativ zu der Gewichtsausgabe
5 (der Skala) nach unten, so daß an jeder Waage 3 das von
ihr gemessene Gewicht ablesbar ist.
Da das Gewicht des Gepäckstücks 1 vorliegend mit
zwei Waagen 3 gemessen wird, müssen die jeweils von den Waagen
3 gemessenen Gewichte addiert werden, um das Gesamtgewicht des Gepäckstücks
1 zu erhalten.
Jede Waage 3 weist ferner eine Nullpunkteinstellung
17 auf, um den Nullpunkt der Waage 3 einzustellen. Die Nullpunkteinstellung
17 ist vorliegend dadurch gebildet, daß der Messstab 27 relativ
zu der Schraube 25 drehbar ist, wodurch die Markierung 23 auf
dem Messstab 27 relativ zu der Lastaufnahme 7 nach oben und unten
(Orientierung gemäß 3) verschiebbar ist.
Würde das Gepäckstück 1 mit der bisher beschriebenen
Anordnung von einer Person an dem Handgriff 19 getragen, so würden
die Spiralfedern 29 ständig mit dem Gewicht des Gepäckstücks
1 belastet und ihr elastisches Verhalten schnell verlieren, so daß
die zugehörige Waage 3 nicht mehr geeignet arbeiten würde. Aus
diesem Grund ist eine Arretiereinrichtung 15 vorgesehen, über die
das Gepäckstück 1 mit dem Handgriff 19 verbunden werden
kann, so daß das Gewicht des Gepäckstücks 1 über die
Arretiereinrichtung 15 an dem Handgriff 19 anliegt, wodurch die
Spiralfedern 29 der Waagen 3 entlastet sind. Dabei ist die Arretiereinrichtung
15 jedoch auch so einstellbar, daß diese keine Verbindung von dem
Gepäckstück 1 zu dem Handgriff 19 aufweist, so daß
das gesamte Gewicht des Gepäckstücks 1 über die Waagen
3 an dem Handgriff 19 anliegt.
Die Arretiereinrichtung 15 umfaßt vorliegend zwei Tragelemente
31, die jeweils mit einem Ende an dem Gepäckstück 1
verschwenkbar gehalten sind und die in dem anderen Ende eine Öffnung
33 aufweisen, so daß dieses Ende auf einen Stift 35 aufschnappbar
ist, der an dem Handgriff 19 gebildet ist.
Die Tragelemente 31 sind in 1
einmal in Eingriff mit dem Handgriff 19 gezeigt (gestrichelte Linie) und
einmal losgelöst von dem Handgriff 19 gezeigt (durchgezogene Linie).
Die gestrichelte Darstellung der Tragelemente 31 entspricht
somit dem arretierten Zustand der Arretiereinrichtung 15, und die durchgezogene
Darstellung der Tragelemente 31 entspricht dem nicht arretierten Zustand
der Arretiereinrichtung 15.
Unter Bezug auf die 4 und 5
ist nachfolgend ein zweites Ausführungsbeispiel des Gepäckstücks
1 mit zugeordneter Waage 3 beschrieben.
Die Waage 3 des zweiten Ausführungsbeispiels ist eine
elektronische Waage und umfaßt eine Gewichtsausgabe 5 in Form einer
LCD-Anzeige sowie drei aus herkömmlichen elektronischen Waagen bekannte Piezoelemente
37, von denen jeweils eines in einem Standfuß 13 des Gepäckstücks
1 angeordnet ist.
Die Wage 3 weist ferner einen Mikroprozessor 39
auf, der mit den Piezoelementen 37 und der Gesichtsausgabe 5 verbunden
ist. Ferner weist die Waage 3 eine Batterie 41 zur Stromversorgung
des Mikroprozessors 39 und der Gewichtsausgabe 5 auf.
Ist das Gepäckstück 1 auf den drei Standfüßen
13 angeordnet, so daß das gesamte Gewicht des Gepäckstücks
1 auf den drei Standfüßen ruht (Druckwaage), so erhält der
Mikroprozessor 39 von jedem Piezoelement 37 einen Spannungswert,
der dem jeweiligen mit dem Piezoelement 37 gemessenen Gewicht entspricht.
Der Mikroprozessor 39 wandelt den Spannungswert, der von einem jeden Piezoelement
37 geliefert wird, in einen entsprechenden Gewichtswert um und addiert
die drei auf diese Weise erhaltenen Gewichtswerte (von jedem Piezoelement) zu einem
Gesamtgewicht des Gepäckstücks 1.
Das auf diese Weise erhaltene Gesamtgewicht des Gepäckstücks
1 wird von dem Mikroprozessor 39 an die Gewichtsausgabe
5 ausgegeben, die das Gesamtgewicht des Gepäckstücks
1 anzeigt.
Die elektronische Waage 3 kann von einem Schalter (nicht
dargestellt) ein- und ausgeschaltet werden.
In einer alternativen Ausführungsform wird die Waage
3 durch einen Taster, der in einem Standfuß 13 angeordnet
ist, für eine bestimmte Zeitdauer, beispielsweise 30 Sekunden, aktiviert. In
dieser Ausführungsform wird die Waage 3 somit immer dann für
die Zeitdauer aktiviert, wenn der Taster geschaltet wird, das heißt das Gepäckstück
1 auf den Standfüßen 13 abgestellt wird.
An Stelle einer Batterie 41 kann die Waage 3 eine
Solarzelle zur Stromversorgung der elektronischen Waage 3 aufweisen.
Die Waage 3 weist in diesem Ausführungsbeispiel keine
Arretiereinrichtung 15 auf, da die Piezoelemente 37 sehr verschleißarm
bzw. verschleißfrei sind.
Die Waage 3 kann zwischen zwei Anzeigemodi umschaltbar sein,
so daß die Waage 3 in einem ersten Anzeigemodus das Gesamtgewicht
des Gepäckstücks 1 anzeigt und in einem zweiten Anzeigemodus
das Gewicht der in dem Gepäckstück 1 angeordneten Gegenstände,
das heißt Gesamtgewicht des Gepäckstücks 1 minus Eigengewicht
des Gepäckstücks 1, anzeigt. Das Eigengewicht des Gepäckstücks
1 kann in einem Speicher des Mikroprozessors 39 gespeichert sein.
Unter Bezug auf 6 ist nachfolgend ein
drittes Ausführungsbeispiel des Gepäckstücks 1 mit Waage
3 beschrieben.
Das Gepäckstück 1 weist eine Waage 3 auf,
wie sie zuvor unter Bezug auf das erste Ausführungsbeispiel beschrieben ist,
das heißt mit einer Lastaufnahme 7 und einem freien Gleitende
9, das in einen Handgriff 19 übergeht.
Das Gepäckstück 1 kann an dem Handgriff
19 angehoben werden, um das Gewicht des Gepäckstücks
1 an der Gewichtsausgabe 5 abzulesen.
Wird die Waage 3 nicht benötigt, so kann der Handgriff
19 über eine Halteeinrichtung 11 an dem Gepäckstück
1 festgelegt sein, so daß der Handgriff 19 nicht freibeweglich
ist. Die Halteeinrichtung 19 kann durch einen Schnappverschluss, eine Lasche,
einen Klettverschluss oder dergleichen gebildet sein.
In einer bevorzugten Ausführungsform dieses Ausführungsbeispiels
ist die Waage 3 in einem Innenraum des Gepäckstücks
1 angeordnet, beispielsweise in einer zusätzlich gebildeten Tasche
des Gepäckstücks 1. Die Waage 3 ist in diesem Fall von
außen nicht erkennbar, so daß diese nicht als störend empfunden werden
kann.
Bei den bisher beschriebenen Ausführungsbeispielen ist das Gepäckstück
1 geschlossen, wenn das Gewicht desselben mit der zugeordneten Waage
3 gemessen wird.
Es kann jedoch vorteilhaft sein, daß Gewicht des Gepäckstücks
1 mit der zugeordneten Waage 3 zu messen, wenn das Gepäckstück
1 geöffnet ist, beispielsweise in dem Fall, in dem das Gepäckstück
1 ein Koffer ist, der für eine Flugreise gepackt wird.
7 zeigt ein viertes Ausführungsbeispiel eines
Gepäckstücks 1 mit zugeordneter Waage 3 und eine Messung
des Gewichts des Gepäckstücks 1, während dieses geöffnet
ist. Das Gepäckstück 1 ist in diesem Ausführungsbeispiel
ein Koffer, dessen Deckel 43 geöffnet ist, um beispielsweise Kleidung
in diesen zu legen.
Wie zuvor zu 4 beschrieben, umfaßt
das Gepäckstück 1 Piezoelemente 37, einen Mikroprozessor
39, eine Batterie 41 und eine Anzeige 5, um das Gewicht
des Gepäckstücks 1 zu messen und anzuzeigen.
Die Waage 3 kann durch ein Öffnen und Schließen
des Deckels 43 ein- und ausschaltbar sein.
Das in 7 gezeigte Gepäckstück
1 kann zusätzlich die drei Piezoelemente 37 aufweisen, die
in 4 dargestellt sind, wobei diese dann ebenfalls mit
dem Mikroprozessor 39 (der 7) verbunden sind.
Der Mikroprozessor 39 ist in dieser Variante so eingerichtet, daß
er entweder die Werte von den vier Piezoelementen 37 (7)
oder von den drei Piezoelementen 37 (4) verarbeitet
und zur Anzeige bringt, je nachdem, ob Werte von allen vier Piezoelementen
37 (7) oder allen drei Piezoelementen
37 (4) vorliegen.
Allgemein kann somit jedem Gepäckstück eine erste Waage
und eine zweite Waage zugeordnet sein, wobei die erste Waage das Gewicht des Gepäckstücks
misst, wenn dieses eine erste Stellung einnimmt, beispielsweise liegt (7),
und die zweite Waage das Gewicht des Gepäckstücks misst, wenn dieses eine
zweite Stellung einnimmt, beispielsweise steht (4).