Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Unterdrückung des Einflusses
von Walzenexzentrizitäten auf die Auslaufdicke eines Walzgutes, welches ein
Walzgerüst durchläuft, wobei Walzenexzentrizitäten unter Verwendung
eines Prozessmodells identifiziert werden und bei der Ermittlung eines Korrektursignals
für mindestens eine Steuervorrichtung für ein Stellglied des Walzgerüstes
berücksichtigt werden.
In Walzgerüsten finden sich häufig beispielsweise durch
ungenau gearbeitete Stützwalzen oder durch nicht exakte Lagerung der Stützwalzen
bedingte Exzentrizitäten der Walzen, die die Qualität des gewalzten Bandes
beeinträchtigen, wobei sich je nach Steifigkeit des Walzgerüstes und des
Walzgutes die Walzenexzentrizitäten mit der Drehzahl der exzentrizitätsbehafteten
Walzen, in der Regel der Stützwalzen, in dem Band abbilden. Das Frequenzspektrum
der Exzentrizitäten und der von ihnen hervorgerufenen Störungen im Band
beinhaltet im Wesentlichen die Grundfrequenzen der oberen und unteren Stützwalzen;
es sind aber auch höhere harmonische Oberschwingungen vorhanden, die allerdings
häufig nur mit verminderten Amplituden in Erscheinung treten. Aufgrund geringfügig
unterschiedlicher Durchmesser und Drehzahlen der oberen und unteren Stützwalze
können die den Stützwalzen zugeordneten Frequenzen voneinander abweichen.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zur Unterdrückung
des Einflusses von Walzenexzentrizitäten bereitzustellen, welches die aus dem
Stand der Technik bekannten und insbesondere die vorangehend beschriebenen Nachteile
vermeidet.
Diese Aufgabe wird gelöst, durch ein Verfahren zur Unterdrückung
des Einflusses von Walzenexzentrizitäten auf die Auslaufdicke eines Walzgutes,
welches ein Walzgerüst durchläuft, wobei Walzenexzentrizitäten unter
Verwendung eines Prozessmodells identifiziert werden und bei der Ermittlung eines
Korrektursignals für mindestens eine Steuervorrichtung für ein Stellglied
des Walzgerüstes berücksichtigt werden, wobei zur Identifizierung der
Walzenexzentrizitäten dem mindestens einen Prozessmodell Messwerte der Zugkraft
vor den Walzgerüst zugeführt werden. Derart wird eine äußerst
genaue Identifizierung von Walzenexzentrizitäten ermöglicht und somit
auch ein besonders zuverlässiges und effizientes Verfahren zur Unterdrückung
des Einflusses von Walzenexzentrizitäten bereitgestellt. Da zuverlässig
arbeitende Messgeber für den Bandzug in Walzstrassen ohnehin vorgesehen sind,
wird zudem der Aufwand für die Installation von zusätzlichen Messgebern
speziell zur Identifizierung von Walzenexzentrizitäten vermieden.
Mit Vorteil kann die Zugkraft nach dem Walzgerüst gemessen werden.
Mit Vorteil beschreibt das Prozessmodell und/oder mindestens ein zusätzliches
Modell das Übertragungsverhalten von der Anstellposition bis zum Bandzug.
Mit Vorteil kann ein Modell mit Beobachter-Struktur verwendet werden.
Mit Vorteil können Messwerte der Zugkraft einem Modul zugeführt
werden, welches das Übertragungsverhalten von der Auslaufdicke bis zum Bandzug
invers berücksichtigt.
Mit Vorteil kann die Abhängigkeit von der Bandgeschwindigkeit
adaptiv berücksichtigt werden.
Mit Vorteil beschreibt das Prozessmodell zumindest den Walzspalt und
die Walzen des Walzgerüstes.
Mit Vorteil wird ein Prozessmodell mit einer Beobachter-Struktur verwendet.
Mit Vorteil kann eine Einlaufdickenkompensation der zur Identifizierung
der Walzenexzentrizitäten verwendeten Messwerte erfolgen.
Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe wird auch gelöst
durch ein Computerprogrammprodukt gemäß Patentanspruch 9.
Nachfolgend werden weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung
beispielhaft und mit Bezug auf die Zeichnungen beschrieben. Es zeigen:
1 ein Walzgerüst in Verbindung mit einer Regelvorrichtung
mit einem Prozessmodell,
2 eine schematische Darstellung des zum Identifizieren
der Walzenexzentrizitäten verwendeten Beobachter-Prinzips,
3 die Ankopplung der Zugmessung an das Prozessmodell,
4 eine Einlaufdickenkompensation für die verwendeten
Messwerte.
1 zeigt schematisch und beispielhaft ein Walzgerüst
1 einer Walzstrasse zum Walzen eines Walzgutes 10. Eine Walzstrasse
zum Walzen eines Walzgutes 10 weist ein oder mehrere derartige Walzgerüste
1 auf. Vor oder nach einem Walzgerüst 1 kann ein weiteres
Walzgerüst 1, eine Haspelvorrichtung, eine Kühlvorrichtung und/oder
eine andere Vorrichtung, z.B. zur thermischen und/oder mechanischen Walzgutbeeinflussung
und/oder eine Einrichtung zum Transport des Walzgutes 10 vorgesehen sein.
Das Walzgut 10 ist vorzugsweise ein Band, ein Profil, ein Draht oder eine
Bramme. Z.B. kann das Walzgut 10 ein Metallband, beispielsweise ein Stahlband,
ein Buntmetallband oder ein Aluminiumband sein.
Ein Walzgerüst 1 weist mindestens eine obere Stützwalze
4 mit einem Radius RO und mindestens eine untere Stützwalze
5 mit einem Radius RU auf. Das gezeigte Walzgerüst
1 weist mindestens eine obere Arbeitswalze 2 und mindestens eine
untere Arbeitswalze 3 auf, wobei der Durchmesser einer Arbeitswalze
2 bzw. 3 in der Regel kleiner ist als der Durchmesser einer Stützwalze
4 bzw. 5. Im gezeigten Beispiel ist zur Regelung der Anstellposition
des Walzgerüsts 1 eine über ein Steuerventil 6 betätigbare
hydraulische Anstellvorrichtung 7 vorgesehen. Alternativ oder zusätzlich
kann auch ein elektromechanisches Anstellsystem vorgesehen sein. Die Anstellvorrichtung
7 bzw. das nicht näher dargestellte Anstellsystem dienen zur Einstellung
der Walzenanstellung s. Die hydraulische Anstellung stützt sich auf den Gerüstrahmen
ab. Der elastische Gerüstrahmen ist symbolisch durch eine Feder mit der Federkonstanten
CG dargestellt.
Das Walzgerüst 1 wird von einen Walzgut 10
durchlaufen, wobei die Dicke des Walzgutes 10 beim Durchlaufen des Walzspalts
unter Zuhilfenahme der Arbeitswalzen 2, 3 von der Einlaufdicke
he auf die Auslaufdicke ha verringert wird. Das Walzgut
10, den im Walzspalt eine äquivalent Materialfehler mit der Federkonstanten
CM zugeordnet wird, läuft mit der Einlaufgeschwindigkeit vSE
in den Walzspalt ein und verlässt den Walzspalt mit der Auslaufgeschwindigkeit
vSL.
Die Walzenexzentrizitäten der oberen Stützwalze
4 bzw. der unteren Stützwalze 5 können ihre Ursache
in ungleichmäßiger Walzenabnutzung, Verformungen durch Wärmespannungen
und/oder den Abweichungen der geometrischen Zylinderachse der Walzen von den betrieblich
sich einstellenden Rotationsachsen haben. Die Walzenexzentrizitäten sind mit
&Dgr;Ro bzw. &Dgr;Ru, d.h. als Abweichungen von den idealen
Stützwalzenradien Ro bzw. Ru bezeichnet.
Die Messung der Walzendrehzahl no bzw. nu der
oberen bzw. der unteren Stützwalze 4 bzw. 5 dient zur Ermittlung
der Grundschwingung der Walzenexzentrizitäten. Unter den vereinfachenden Voraussetzungen,
dass sich die Ober- und Unterwalzen des Walzgerüsts 1 gleich schnell
drehen, genügt es, die Drehzahl lediglich einer angetriebenen Walze, z.B. der
unteren Arbeitswalze 3 mittels eines Drehzahlmessers 11 zu erfassen.
Sind, wie in den meisten Fällen, die Stützwalzen
4 und 5 die exzentrizitätsbehafteten Walzen, so wird in mindestens
einer Umrechnungseinheit 14 bzw. 12 die gemessene Drehzahl der
Arbeitswalze 2 bzw. 3 über das Verhältnis des Durchmessers
der Arbeitswalze 2 bzw. 3 zum Durchmesser der Stützwalze
4 bzw. 5 in die Drehzahl no bzw. nu der
Stützwalze 4 bzw. 5 umgerechnet. Da in der Regel die Drehzahlen
der oberen Walzen 4, 2 und der unteren Walzen 5,
3 aufgrund geringfügig verschiedener Durchmesser unterschiedlich sind,
ist bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel sowohl ein Drehzahlmesser
13 oberhalb des Walzgutes 10 als auch ein Drehzahlmesser
11 unterhalb des Walzgutes 10 mit jeweils nachgeordneter Umrechnungseinheit
14 bzw. 12 zur Erfassung der Drehzahl no bzw. nu
vorgesehen.
Die Walzenanstellung s wird mit einem Positionsaufnehmer
9 an der Anstellvorrichtung 7 bzw. am Anstellsystem gemessen.
Die Walzenanstellung s wird einer Regelvorrichtung 18 zugeführt. Zur
Walzenexzentrizitätsidentifizierung und Unterdrückung wird der Regelvorrichtung
18 mindestens eine Walzendrehzahl no oder nu zugeführt.
Des Weiteren ist eine Zugmessvorrichtung 8 zur Messung der Zugkraft FZ
vor dem Walzgerüst 1 vorgesehen. Die Zugmessvorrichtung
8 kann wie in 1 angedeutet, eine Messrolle
zur Zugmessung aufweisen. Diese Messrolle kann vorzugsweise segmentiert ausgebildet
sein. Die Zugmessvorrichtung 8 kann auch als berührungslos arbeitende
Zugmessvorrichtung ausgebildet sein. Eine entsprechende Einrichtung zur berührungslosen
Messung der Zugkraft FZ in einem als Metallband ausgebildeten Walzgut
ist beispielsweise in der DE 198 39 286
B4 beschrieben.
Zur Identifizierung und/oder Unterdrückung von Walzenexzentrizitäten
weist die Regelvorrichtung 18 ein Prozessmodell 27 auf. Das Prozessmodell
27 basiert auf einem Beobachter und modelliert das Verhalten
des Walzspaltes und der Walzen. Das Prozessmodell 27 wird dabei frequenzmäßig
mit Hilfe der Walzgeschwindigkeit, d.h. z.B. mit Hilfe der ermittelten Walzendrehzahlen
no bzw. nu geführt. Der Zeitverlauf der zu modellierenden
Störungen ist zwar periodisch, aber nicht rein sinusförmig. D.h. die zu
modellierende Schwingung setzt sich aus einer Grundschwingung und mehreren Oberschwingungen
zusammen.
Im Prozessmodell 27 werden den Exzentrizitätsfrequenzen
zugeordnete sinusförmige Korrektursollwerte für ein Stellglied des Walzgerüstes
1 mit der passenden Phasenlage und Amplitude für die Position der
Walzspaltregelung berechnet. Wie in 1 gezeigt können
die Korrektursollwerte über eine Steuervorrichtung 19 und gegebenenfalls
über ein Steuerventil 6 an die Anstellvorrichtung 7 bzw.
an ein Anstellsystem gegeben werden. Durch die Verwendung der gemessenen Zugkraft
FZ kann die geforderte Banddicke, d.h. die Auslaufdicke ha
des Walzgutes 10 mit Hilfe der Regelvorrichtung 18 äußerst
gleichmäßig eingestellt werden. Durch die Walzenexzentrizität &Dgr;Ro
bzw. &Dgr;Ru bedingte Dickenabweichungen können derart vermieden
werden.
Alternativ oder zusätzlich ist es möglich, beispielsweise
mittels eines Druckfühlers 15 die Walzkraft FW zu messen
und bei der Identifizierung und Unterdrückung von Walzenexzentrizitäten
zu berücksichtigen.
Mittels eines Dickenmessgerätes 16 kann alternativ oder
zusätzlich die Dicke des Walzgutes 10, beispielsweise die Auslaufdicke
ha, gemessen werden.
2 zeigt schematisch und beispielhaft die zur Identifizierung
von Walzenexzentrizitäten verwendete Struktur gemäß dem Beobachter-Prinzip.
Dabei wird ein Sollwert s* der Anstellposition sowohl einem realen Prozess
29, wie er z.B. in einem von einem Walzgut 10 durchlaufenen Walzgerüst
1 abläuft (siehe 1), als auch einem Beobachtermodul
30 zugeführt. Das Beobachtermodul 30 weist ein Prozessmodell
27 auf, mit Hilfe dessen Walzenexzentrizitäten identifiziert werden
können und mit Hilfe dessen die identifizierten Walzenexzentrizitäten
&Dgr;Ri für Kompensationszwecke bereitgestellt werden können.
Unter zur Hilfenahme des Prozessmodells 27 kann vorzugsweise eine identifizierte
Auslaufdicke hai ermittelt werden, welche zur Ermittlung eines Beobachterfehlers
e mit der gemessenen Zugkraft FZ verknüpft werden kann. Die gemessene
Zugkraft FZ wird dabei zunächst einem Modul 21 im Messkanal
zugeführt, welches das Übertragungsverhalten von der Auslaufdicke bis
zum Bandzug invers berücksichtigt. Mit Hilfe des Moduls 21 wird derart
der Messwert der Zugkraft FZ auf die Auslaufdicke umgerechnet und mit
der, mit Hilfe des Prozessmodells 27 ermittelten, identifizierte Auslaufdicke
hai verglichen. Die aus diesem Vergleich resultierende Differenz bildet
den Beobachterfehler e. Die Zustände des Prozessmodells 27 werden
unter Berücksichtigung des Beobachterfehlers e solange korrigiert, bis Messung
und Modell zumindest weitestgehend übereinstimmen und der Beobachterfehler
e hinreichend gering bzw. null ist. Dann stimmen auch die im Prozessmodell
27 identifizierten Walzenexzentrizitäten &Dgr;Ri mit
den tatsächlich im Walzgerüst 1 (siehe 1)
vorhandenen Walzenexzentrizitäten überein. Die vom Beobachtungsmodul
30 derart ermittelten identifizierten Walzenexzentrizitäten &Dgr;Ri
ermöglichen eine äußerst zuverlässige und genaue Exzentrizitätskompensation.
Wie im in 3 gezeigten Beispiel dargestellt,
kann mittels eines Umschalters 20 eine Auswahl dahingehend erfolgen, ob
das Prozessmodell 27 die Auslaufdicke ha, die Walzkraft FW
oder die Zugkraft FZ bei der Identifizierung von Walzenexzentrizitäten
berücksichtigen soll.
3 zeigt beispielhaft wie das Übertragungsverhalten
von der Anstellposition bis zum Bandzug bei der Verwendung der Zugkraft FZ
zur Identifizierung und Unterdrückung von Walzenexzentrizitäten berücksichtigt
werden kann. So ist im gezeigten Beispiel vorzugsweise im Messkanal ein Modul
21 vorgesehen, welches das Übertragungsverhalten von der Auslaufdicke
bis zum Bandzug invers berücksichtigt. Vorzugsweise werden dabei die Messwerte
der Zugkraft FZ mit der entsprechenden Übertragungsfunktion HZug
verknüpft. Dies kann beispielsweise durch Multiplikation mit einem Faktor erfolgen,
welcher der inversen Übertragungsfunktion HZug entspricht. Zusätzlich
kann eine Adaptionsschaltung vorgesehen sein, die die Abhängigkeit von der
Bandgeschwindigkeit vB berücksichtigt. Vorzugsweise wird der am
Ausgang des Moduls 21 vorliegende Wert, der unter Zuhilfenahme der Zugkraft
FZ ermittelt wurde, dem Prozessmodell 27 zugeführt.
Wie auch dem in 2 dargestellten Beispiel
entnehmbar ist, bildet das Prozessmodell 27 vorzugsweise das Verhalten
des Prozesses 29 von der Anstellposition s bzw. von dem Sollwert s* der
Anstellposition bis zur Auslaufdicke ha nach. Soll alternativ oder zusätzlich
zur Zugkraft FZ die Walzkraft FW im Prozessmodell
27 berücksichtigt werden, so ist es zweckmäßig ein Modul
28 im Messkanal der Walzkraft FW vorzusehen, welches eine geeignete
Übertragungscharakteristik aufweist.
4 zeigt ein Beispiel für die Verwendung einer
Einlaufdickenkompensation in Verbindung mit dem erfindungsgemäßen Verfahren.
Dabei ist ein Dickenmessgeber 17 vor dem Walzgerüst vorgesehen, mit
Hilfe dessen eine gemessene Einlauf dicke hem erfasst wird. Das gezeigte
Einlaufdickenkompensationsmodul 22 weist ein Bandverfolgungsmodul
23
auf. Mit Hilfe des Bandverfolgungsmoduls 23 wird die gemessene
Einlauf dicke hem bis in das Walzgerüst 1 wegverfolgt.
Unter Zuhilfenahme der Einlaufgeschwindigkeit vSE wird eine wegverfolgte
Einlauf dicke hev ermittelt. Das Bandverfolgungsmodul 23 arbeitet
vorzugsweise modellbasiert.
Im gezeigten Beispiel weist das Einlaufdickenkompensationsmodul
22 mindestens ein Kompensationsmodell 24, 25,
26 auf, mit Hilfe dessen in Abhängigkeit von der verwendeten Messgröße
mE bzw. des entsprechenden Messwerts der Einfluss der Einlaufdicke he
auf die Auslaufdicke ha ermittelt wird. Da die Güte der Einlaufdickenkompensation
wesentlich von dem oder den verwendeten Kompensationsmodellen 24,
25, 26 abhängt, sind im gezeigten Beispiel ein Kompensationsmodell
24 für die Verwendung der Auslaufdicke ha als Messgröße
mE, ein Kompensationsmodell 25 für die Verwendung der Walzkraft
FW als Messgröße mE und ein Kompensationsmodell
24 für die Verwendung der Zugkraft FZ als Messgröße
mE vorgesehen. Das vom Einlaufdickenkompensationsmodul 22 gegebene
Kompensationssignal wird mit dem entsprechenden Messwert der Messgröße
mE zur Bildung einer kompensierten Messgröße mK
verknüpft.
Ein wesentlicher der Erfindung zugrunde liegender Gedanke lässt
sich wie folgt zusammenfassen:
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Unterdrückung des Einflusses von Walzenexzentrizitäten
auf die Auslaufdicke ha eines Walzgutes 10, welches ein Walzgerüst
1 durchläuft, wobei Walzenexzentrizitäten unter Verwendung eines
Prozessmodells 27 identifiziert werden und bei der Ermittlung eines Korrektursignals
für mindestens ein Stellglied, vorzugsweise ein Stellglied für die Anstellposition,
des Walzgerüstes 1 berücksichtigt werden, wobei zur Identifizierung
der Walzenexzentrizitäten dem Prozessmodell 27 die gemessene Zugkraft
FZ vor dem Walzgerüst 1 zugeführt wird. Erfindungsgemäß
werden Zugkraftschwankungen zielgerichtet zur Reduktion der Auswirkungen periodischer
Walzenexzentrizitäten auf das Walzgut 10 zurückgeführt,
wohingegen alle anderen Schwankungsquellen ausgeschlossen werden. Das auf dem Beobachter-Prinzip
basierende Prozessmodell 27 des Walzspaltes und der Walzen erzeugt, z.B.
unter Zuhilfenahme der gemessenen Zugkraft FZ, der Walzenanstellung s
und der Walzengeschwindigkeit bzw. der Walzendrehzahl, zuverlässige Daten über
die Walzenexzentrizitäten. Erfindungsgemäß werden vorgegebene Abmessungen
des Walzguts 10 gleichmäßiger als bisher erreicht. Zugmessvorrichtungen
8 arbeiten im Vergleich zu Messvorrichtungen für die Dicke he
bzw. ha des Walzgutes 10 und im Vergleich zu Messvorrichtungen
für die Walzkraft FW sehr genau und dynamisch. Vorzugsweise werden
die in der Zugkraftschwankung enthaltenen und von der Walzenexzentrizität verursachten
periodischen Schwingungsanteile gezielt zur Reduktion der exzentrizitätsbedingten,
ungewünschten Dickenveränderung im Walzgut 10 verwendet. Auf
Schwankungsanteile mit anderen Frequenzen ungleich der Exzentrizitätsfrequenzen
wird nicht reagiert.
Von der Einlauf dicke herrührende periodische Dickenschwankungen
mit Frequenzen, die nahezu gleich den Exzentrizitätsfrequenzen sind, können
die Identifikation der Walzenexzentrizitäten stören. Deshalb kann eine
Einlaufdickenkompensation vorgesehen werden, welche den Einfluss der Einlaufdickenschwankungen
auf die verwendete Messgröße mE ermittelt und kompensiert und
derart diese Art von Störung beseitigt.
Die in bekannten Regelkonzepten einer beispielsweise als Tandemstraße
ausgebildeten Walzstrasse vorhandenen Zugregler können auf Grund ihrer eingeschränkten
Dynamik nur bei geringer Walzgeschwindigkeit und nur an den vorderen Gerüsten
der Tandemstrasse einen Teil der von den Exzentrizitäten verursachten Auswirkungen
auf die Dicke vermeiden. Eine erfindungsgemäß ausgebildete Regelvorrichtung
18 zur Unterdrückung des Einflusses von Walzenexzentrizitäten,
der die am Walzgut 10 gemessene Zugkraft FZ zugeführt wird,
kann an einem Walzgerüst 1 die Kompensation der Exzentrizitätsfrequenzen
übernehmen und somit konventionelle Zugregler komplett entlasten.