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Dokumentenidentifikation DE102006009203A1 30.08.2007
Titel Rotierend antreibbares Schneid- bzw. Fräswerkzeug zum Bearbeiten zäher, elastischer oder platischer Materialien
Anmelder Arntz Beteiligungs GmbH & Co. KG, 37671 Höxter, DE
Erfinder Meier, Frank, 37688 Beverungen, DE;
Ballhausen, Ulrich, Dr., 33014 Bad Driburg, DE
Vertreter Patent- und Rechtsanwaltskanzlei Dipl.-Ing. Peter-C. Sroka, Jan Sroka, 40545 Düsseldorf
DE-Anmeldedatum 24.02.2006
DE-Aktenzeichen 102006009203
Offenlegungstag 30.08.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 30.08.2007
IPC-Hauptklasse B23C 5/18(2006.01)A, F, I, 20060224, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B23C 5/08(2006.01)A, L, I, 20060224, B, H, DE   B26D 1/00(2006.01)A, L, I, 20060224, B, H, DE   B26D 1/36(2006.01)A, L, I, 20060224, B, H, DE   
Zusammenfassung Ein rotierend antreibbares Schneid- oder Fräswerkzeug mit mindestens einem an seinem Umfang angeordneten Schneidzahn (2a; 2b) zum Bearbeiten zäher, elastischer oder plastischer Materialien, dadurch gekennzeichnet, daß es mindestens einen Schneidzahn (4) mit einer Schneidfläche aufweist, die entgegengesetzt zu dem mindestens einen Schneidzahn (2a; 2b) ausgerichtet ist, derart, daß der mindestens eine Schneidzahn (2a; 2b) bei Antrieb des Werkzeugs in der einen Haupt-Drehrichtung und der Schneidzahn (4) bei Antrieb des Werkzeugs in der entgegengesetzten Drehrichtung wirksam sind.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein rotierend antreibbares Schneid- bzw. Fräswerkzeug mit mindestens einem an seinem Umfang angeordneten Schneidzahn. Beim Bearbeiten zäher, elastischer oder plastischer Materialien mit einem derartigen Schneid- bzw. Fräswerkzeug kommt es zur Bildung von Fähnchen oder Läppchen, die in einem anschließenden Arbeitsgang entfernt werden müssen. Dieses Problem tritt insbesondere bei allen Bearbeitungsvorgängen auf, bei denen in der Regel gummi- oder kautschukähnliche Materialien schneidend oder fräsend bearbeitet werden.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Schneid- bzw. Fräswerkzeug der eingangs geschilderten Art bzw. gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 so zu gestalten, daß mit einem geringen Werkzeug- und Bearbeitungsaufwand das Bearbeiten derartiger kritischer Materialien vereinfacht wird.

Zur Lösung dieser Aufgabe wird ein rotierend antreibbares Schneid- bzw. Fräswerkzeug mit den Merkmalen des Anspruchs 1 vorgeschlagen. Mit einem derartigen Werkzeug besteht die Möglichkeit, beim Antrieb in der einen, nämlich der Haupt-Drehrichtung in einem ersten Schritt den eigentlichen Hauptbearbeitungsvorgang durchzuführen und in einem zweiten Schritt in der umgekehrten Drehrichtung des Werkzeugs die beim ersten Arbeitsgang entstandenen Fähnchen oder Läppchen zu entfernen.

Bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen behandelt.

Das erfindungsgemäße Schneid- bzw. Fräswerkzeug eignet sich insbesondere für die Bearbeitung von Antriebs- und/oder Förderriemen, insbesondere Kraftbändern, Keilriemen, Keilrippenriemen, Breitkeilriemen, Zahnriemen oder Flachriemen. Bei der Herstellung bzw. Bearbeitung von derartigen Endlosriemen werden in der Regel eine äußere Riemenrückenschicht aus Kautschuk- oder kautschukähnlichem Material, eine Zugträgerlage und eine Grundkörperschicht aus Kautschuk- oder kautschukähnlichem Material um eine Trommel laminiert, um einen im wesentlichen schlauchförmigen Riemenmantel zu definieren, der dann ausvulkanisiert wird. Der Riemenmantel wird dann auf eine Spanntrommel aufgezogen und dort mit einem gegen die auf der Spanntrommel außenliegende Grundkörperschicht einwirkenden, insbesondere sägezahnförmigen Fräs- oder Schleifwerkzeug bearbeitet, um in den Riemenmantel Rillen einzuschneiden bzw. einzufräsen, deren Konfiguration bei der Herstellung von Keilriemen oder Keilrippenriemen komplementär zu der Konfiguration der einzelnen Rippe ist. Insbesondere beim Schneiden bzw. Fräsen der keilförmigen Rillen bzw. Nuten von flankenoffenen Keilriemen oder Keilrippenriemen kommt es zur Bildung der oben erwähnten Fähnchen oder Läppchen, die mit dem erfindungsgemäßen Schneid- bzw. Fräswerkzeug nun in vereinfachter Weise dadurch entfernt werden können, daß das Schneid- bzw. Fräswerkzeug entgegengesetzt zu der Drehrichtung angetrieben wird, die für das Schneiden bzw. Fräsen der Rillen bzw. Nuten als Hauptdrehrichtung des Werkzeugs bezeichnet werden kann.

Bevorzugte Weiterbildungen sind in Unteransprüchen behandelt.

Die Erfindung wird im folgenden unter Bezugnahme auf die beiliegende Zeichnung näher erläutert.

1 zeigt eine Seitenansicht des als Schneid- bzw. Frässcheibe ausgebildeten erfindungsgemäßen Schneid- bzw. Fräswerkzeugs in Zuordnung zu einem auf eine Spanntrommel aufgewickelten, schlauchförmigen Riemenmantel;

2 zeigt ausschnittsweise im Querschnitt einen Riemenmantel bzw. Riemenwickel;

3 ist eine Schnittansicht gemäß der Linie III-III in 1;

4 ist eine Schnittansicht gemäß der Linie IV-IV in 1;

5 zeigt schematisiert ein Schneidwerkzeug mit mehreren nebeneinander liegenden Einzelwerkzeugen zum gleichzeitigen Schneiden bzw. Fräsen und anschließendem Nacharbeiten von mehreren nebeneinanderliegender Keilrippen.

Die in den 1, 3 und 4 dargestellte Schneid- bzw. Frässcheibe 1 hat mehrere über ihren Umfang verteilte Schneidzähne 2a und 2b mit jeweils schräg stehenden Schneidflächen, wobei hier die Schneidkanten 2'a bzw. 2'b abwechselnd jeweils nur einseitig ausgebildet sind. Diese Schneidzähne 2a und 2b bilden eine erste Gruppe zum Schneiden bzw. Fräsen von Keilnuten bzw. Keilflanken von Keilriemen bzw. Keilrippenriemen. Die Schneid- bzw. Frässcheibe 1 enthält erfindungsgemäß zusätzlich z.B. zwei sich diametral gegenüberliegende Schneidzähne 4 mit achsial ausgerichteten Schneidflächen und an gegenüberliegenden Seiten der Schneid- bzw. Frässcheibe 1 befindlichen Schneidkanten 4'.

Beim Antrieb der Schneid- bzw. Frässcheibe 1 in der Haupt-Drehrichtung, d.h. bezogen auf 1 in Gegenuhrzeigerrichtung, sind die Schneidzähne 2a und 2b zur Ausbildung der Keilflanken wirksam. Bei Antrieb der Scheibe 1 in Uhrzeigerrichtung sind die Schneidzähne 4 zum Entfernen von während des ersten Arbeitsganges entstehenden Fähnchen oder Läppchen wirksam.

5 zeigt einen auf eine Spanntrommel 10 aufgewickelten, teilweise noch unbearbeiteten Riemenmantel 11a und teilweise bereits gefrästen Keilrippenriemen 11, der mit einem Werkzeug 12 bearbeitet worden ist, das mehrere, wie dargestellt z.B. fünf achsial nebeneinander liegende Schneid- bzw. Fräswerkscheiben 1 hat, von denen jedes mit Schneidzähnen entsprechend den Schneidzähnen 2a, 2b und 4 gemäß der in den 1, 3 und 4 dargestellten Schneidscheibe 1 ausgebildet ist. Die Schneid- bzw. Frässcheiben 1 sind auf einer Werkzeugträgerhülse 12.1 aufgespannt.

3 zeigt die erfindungsgemäße Schneid- bzw. Frässcheibe 1 in Zuordnung zu einem auf eine Spanntrommel aufgewickelten Riemenmantel 6. 2 zeigt diesen Riemenmantel 6 einerseits vor und andererseits nach dem Ausbilden einzelner Keilriemen bzw. Keilrippen 7.


Anspruch[de]
Rotierend antreibbares Schneid- oder Fräswerkzeug mit mindestens einem an seinem Umfang angeordneten Schneidzahn (2a; 2b) zum Bearbeiten zäher, elastischer oder plastischer Materialien, dadurch gekennzeichnet, daß es mindestens einen Schneidzahn (4) mit einer Schneidfläche (4') aufweist, die entgegengesetzt zu dem mindestens einen Schneidzahn (2a; 2b) ausgerichtet ist, derart, daß der mindestens eine Schneidzahn (2a; 2b) bei Antrieb des Werkzeugs in der einen Haupt-Drehrichtung und der Schneidzahn (4) bei Antrieb des Werkzeugs in der entgegengesetzten Drehrichtung wirksam sind. Schneid- bzw. Fräswerkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es als Schneid- bzw. Frässcheibe ausgebildet ist. Schneid- bzw. Fräswerkzeug nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Schneidzahn (4) zwei Schneidkanten (4') aufweist, die an den achsial gegenüberliegenden Seiten des als Scheibe (1) ausgebildeten Werkzeugs liegen. Schneid- bzw. Fräswerkzeug nach Anspruch 2 oder 3 gekennzeichnet durch zwei sich diametral gegenüberliegende Schneidzähne (4). Schneid- bzw. Fräswerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Schneidzahn (4) eine achsial ausgerichtete Schneidfläche mit beidseitig wirksamen Schneidkanten (4') aufweist. Schneid- bzw. Fräswerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass es mehrere Schneidzähne (2a; 2b) aufweist, deren Schneidkanten (2'a bzw. 2'b) abwechselnd auf entgegengesetzten Seiten benachbarter Schneidzähne angeordnet sind. Schneid- bzw. Fräswerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 6, gekennzeichnet durch mehrere nebeneinanderliegend angeordnete Schneid- bzw. Frässcheiben. Verwendung eines Werkzeugs nach einem der Ansprüche 1 bis 7 zum Bearbeiten von endlosen Antriebs- oder Förderbändern. Verwendung eines Werkzeugs nach einem der Ansprüche 1 bis 7 zum Fräsen von Kanten und/oder Nuten bei der Herstellung von Antriebs- oder Förderriemen, insbesondere bei der Herstellung von Keilriemen, Rippenbändern, Zahnriemen, Flachriemen und dergleichen.






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