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Dokumentenidentifikation DE102006031983B3 30.08.2007
Titel Falztasche, Falzmaschine und Verfahren
Anmelder GUK-Falzmaschinen Griesser & Kunzmann GmbH & Co. KG, 78669 Wellendingen, DE
Erfinder Kunzmann, Bernd, 78669 Wellendingen, DE
Vertreter Kohler Schmid Möbus, 72764 Reutlingen
DE-Anmeldedatum 11.07.2006
DE-Aktenzeichen 102006031983
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 30.08.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 30.08.2007
IPC-Hauptklasse B65H 45/16(2006.01)A, F, I, 20060711, B, H, DE
Zusammenfassung Eine Falztasche für eine Falzmaschine, insbesondere zur Herstellung eines Wickelfalzes, mit einer an der offenen Seite (10.1) der Tasche (10) angeordneten, auswärts gebogenen Taschenlippe (12) und einem im Inneren der Tasche (10) angeordneten, verstellbaren Anschlag (11) für das einlaufende Falzprodukt, wobei die Taschenlippe (12) beim Einlaufen des Falzprodukts in die Tasche (10) nach hinten, weiter ins Innere der Tasche (10) und nach Anliegen des Falzprodukts am Anschlag (11) nach vorne in Richtung Öffnung der Tasche (10) verfahrbar ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Falztasche für Falzmaschinen, insbesondere zur Herstellung eines Wickelfalzes, mit einer an der offenen Seite der Tasche angeordneten, auswärts gebogenen Taschenlippe und einem im Inneren der

Tasche angeordneten, verstellbaren Anschlag für das einlaufende Falzprodukt, eine Falzmaschine mit einer Falztasche, sowie ein Verfahren zum Falten eines Falzprodukts mit Hilfe mindestens einer Falztasche, wobei die Falztasche zwischen einem zuführenden und einem übernehmenden Falzwalzenpaar angeordnet ist.

Bei Taschenfalzwerken von Falzmaschinen sind jeweils Falztaschen nach einem Falzwalzenpaar angeordnet, um den vorderen Abschnitt des einlaufenden Falzprodukts in der Richtung abzulenken und die Vorderkante des Falzprodukts gegen einen Anschlag im Inneren der Tasche laufen zu lassen, wodurch sich das Falzprodukt außerhalb der Tasche aufwölbt und durch ein weiteres Falzwalzenpaar erfasst und erneut gefaltet werden kann. Zur Erleichterung des Einlaufs des Falzprodukts ist eine auswärts gebogene Taschenlippe an der offenen Seite der Tasche vorgesehen. Der Anschlag im Inneren der Tasche ist entsprechend den Abmessungen des Falzprodukts und der Lage des nächsten anzubringenden Falzes verstellbar.

Soll jedoch ein bereits vorgefaltetes Falzprodukt erneut in der gleichen Richtung wie beim vorhergehenden Falz gefaltet werden, d. h. ein so genannter Wickelfalz hergestellt werden, so gestaltet sich das Einführen eines solchen Falzprodukts in die Tasche sowie das Erfassen des mithilfe der Tasche aufgewölbten Abschnitts des Falzprodukts durch das nächste Falzwalzenpaar oft als schwierig, da das Falzprodukt schon eine gewisse Dicke aufweist und die zuvor eingefalteten Abschnitte die Tendenz zum Wiederauffächern haben.

Aus der DE 101 32 910 A1 ist eine Falzvorrichtung für Bogen aus Papier, Kunststoff und dergleichen bekannt. Die Falzvorrichtung weist eine Falztasche und einen Umleitsteg auf. Die Falztasche und der Umleitsteg sind an einer gemeinsamen Halterung gehalten. Mit Walzen wird der Bogen zur Falztasche gefördert. Der Bogen gelangt in die Falztasche und wird in ihr bis zu einem Anschlag transportiert, an dem der Bogen mit seinem vorderen Rand anschlägt. Die Falztasche weist eine an der offenen Seite der Tasche angeordnete, auswärts gebogene Taschenlippe auf.

Aus der DE 101 58 522 A1 ist eine Taschenfalzmaschine bekannt, die Falztaschen mit einem beweglichen Boden aufweist, die mit jeweiligen, zum Falzen eingerichteten Walzenpaaren zusammenwirken, wobei jede Falztasche mit einem fixierten Maschinengestell abgewinkelt gleitend und mit wenigstens einem Bewegungsantrieb verbunden ist.

Aus der DE 21 10 964 A ist ein Falzwerk für Taschenfalzmaschinen bekannt, bestehend aus drei in einem rechten Winkel zueinander angeordneten Falzwalzen und einer zwischen diese eingreifenden Falztasche mit einem verstellbaren, das Falztaschenoberteil abschließenden Mundstück und einem verstellbaren, das Falztaschenunterteil abschließenden Unterstück.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zu Grunde, eine Falztasche und Falzmaschine zu schaffen, mit denen auch dickere und/oder bereits vorgefaltete Falzprodukte problemlos verarbeitet und insbesondere mit einem Wickelfalz versehen werden können, sowie ein Verfahren zum Falten eines Falzprodukts mit Hilfe einer Falztasche bereitzustellen.

Die Aufgabe wird mit einer Falztasche für eine Falzmaschine, insbesondere zur Herstellung eines Wickelfalzes gem Anspruch 1 gelöst. Durch das Zurückfahren der Taschenlippe wird das Einführen auch eines dicken und insbesondere eines bereits vorgefalteten Falzprodukts in die Tasche erleichtert. Anschließend wird die Taschenlippe wieder vorgefahren, sodass bereits eingefaltete Abschnitte des Falzprodukts am Auffächern gehindert werden und ein problemloses Aufwölben des noch nicht gefalteten Abschnitts außerhalb der Tasche erfolgen kann.

Weitere Vorteile ergeben sich, wenn der Anschlag nach Anliegen des Falzprodukts am Anschlag derart nach vorne verfahrbar ist, dass das Falzprodukt sicher durch das nächste Falzwalzenpaar erfassbar ist. Der Anschlag hilft damit, das Falzprodukt aus der Tasche herauszubefördern. Es muss nicht allein durch das nachfolgende Falzwalzenpaar aus der Tasche herausgezogen werden.

Dabei ist es von Vorteil, wenn die Taschenlippe zeitlich vor dem Anschlag nach vorne verfahrbar ist. Ist die Taschenlippe bereits in ihrer vorderen Stellung, bevor der Anschlag das Herausbefördern des Falzprodukts aus der Tasche unterstützt, so verhindert sie, dass sich ein bereits eingefalteter Abschnitt des Falzprodukts auffächert und das Bilden des nächsten Falzes behindert.

Die Verfahrbarkeit der Taschenlippe und des Anschlags kann auf unterschiedliche Weise erfolgen. Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist die Taschenlippe durch Federkraft nach hinten und mithilfe eines Magneten nach vorne verfahrbar. Die innere, hintere Stellung ist damit die Stellung, die die Taschenlippe selbsttätig einnimmt. Mithilfe des Magneten kann sie aus dieser Stellung nach vorne verfahren werden.

Der Anschlag kann in an sich bekannter Weise mit einer Stellschraube verstellbar an einer Führung angeordnet sein. Dies ermöglicht die Einstellung auf Falzprodukte unterschiedlicher Größe. Die Führung kann mit dem Anschlag nach vorne verfahrbar angeordnet sein, um das oben beschriebene Herausbefördern des Falzprodukts aus der Tasche zu unterstützen.

Zur Steuerung der Bewegungen der Taschenlippe und des Anschlags kann eine Sensoreinrichtung zur Detektion des Einlaufs des Falzprodukts in die Tasche vorgesehen sein. Eine mögliche Realisierung für die Sensoreinrichtung ist beispielsweise ein Reflextaster.

Die erfindungsgemäße Falztasche lässt sich bevorzugt für bereits vorgefaltete Falzprodukte, die einen bei Einlauf in die Tasche gegen die Taschenlippe zeigenden eingefalteten Abschnitt aufweisen, einsetzen. Solche Falzprodukte können bis zu einer Dicke von 5,5 mm mit der erfindungsgemäßen Tasche verarbeitet werden. Mit herkömmlichen Taschen sind Dicken nur bis maximal 4 mm möglich. Die Tasche kann jedoch auch für andere Falzprodukte, die beispielsweise aus einem dicken Papier oder einem Papier mit rauer Oberfläche gefertigt werden, mit Vorteil eingesetzt werden. Ihre Verwendung ist außerdem nicht auf die Herstellung eines Wickelfalzes beschränkt, wenn sie auch bei dieser Verwendung besondere Vorteile aufweist.

Die Erfindung betrifft außerdem eine Falzmaschine mit einer erfindungsgemäßen Falztasche.

Das erfindungsgemäße Verfahren zum Falten eines Falzprodukts mithilfe mindestens einer erfindungsgemäßen Falztasche, wobei die Falztasche zwischen einem zuführenden und einem übernehmenden Falzwalzenpaar angeordnet ist, ist gekennzeichnet durch die Schritte:

  • – Nach-hinten-verfahren der Taschenlippe;
  • – Einführen des Falzprodukts in die Tasche bis zum Anliegen am Anschlag;
  • – Nach-vorne-verfahren der Taschenlippe;
  • – Herausbefördern des Falzprodukts aus der Tasche durch das übernehmende Falzwalzenpaar.

Wie bereits oben beschriebenen, ist es dabei von Vorteil, wenn nach dem Nach-vorne-verfahren der Taschenlippe der Anschlag nach vorne verfahren wird und dadurch das Herausbefördern des Falzprodukts aus der Tasche unterstützt wird.

Wie bei allen klassischen Taschenfalzwerken von Falzmaschinen kann dabei das zuführende und das übernehmende Falzwalzenpaar eine Falzwalze gemeinsam haben.

Nachfolgend wird ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Falztasche und ihr Einsatz anhand der Zeichnung näher beschrieben.

Es zeigen:

1 eine Draufsicht auf eine Falztasche;

2 eine schematische Darstellung des Faltens eines Falzprodukts mit einer erfindungsgemäßen Falztasche.

1 zeigt eine Falztasche 10 mit einem innen liegenden Anschlag 11 und einer an der offenen Seite 10.1 der Tasche 10 angeordneten Taschenlippe 12. Der Anschlag 11 ist an einer Führung 13, die hier als Stab ausgebildet ist, angeordnet. Der Anschlag 11 kann entlang der Führung 13 verschoben und mit einer Stellschraube 14 fixiert werden. Dadurch lässt er sich auf unterschiedliche zu faltende Produkte einstellen. Je weiter der Anschlag 11 von der offenen Seite 10.1 der Tasche 10 entfernt ist, desto weiter wird das Falzprodukt in die Tasche eingeführt.

Der Anschlag 11 ist außerdem gemeinsam mit der Führung 13 in Richtung der offenen Seite 10.1 der Tasche 10, d. h. nach vorne verfahrbar. Dazu sind ein Magnet 15 und eine Stange 16 vorgesehen. Damit kann der Anschlag 11 das Herausbefördern eines Falzprodukts aus der Tasche 10 unterstützen, wie unten mit Bezug auf 2 näher erläutert wird.

Die Taschenlippe 12 ist an zwei Kniehebeln 17, 18 befestigt, die durch Federn 19, 20 beaufschlagt sind. Die Federn 19, 20 zielen die Taschenlippe 12 in eine innere, hintere Position. Aus dieser ist die Taschenlippe 12 mithilfe eines Magneten 21, der auf die beiden Kniehebel 17, 18 einwirkt, in eine vordere Position bewegbar. In der hinteren Position erleichtert die Taschenlippe 12 das Einführen eines Falzprodukts und in der vorderen Position verhindert sie ein Auffächern eines bereits eingefalteten Abschnitts des Falzprodukts beim Herausbefördern desselben aus der Tasche 10.

2 verdeutlicht nun in 5 Schritten die Funktionsweise der Tasche 10. Die Tasche 10 ist nach einem zuführenden Falzwalzenpaar 22, 23 und vor einem übernehmenden Falzwalzenpaar 23, 24 angeordnet. Das Falzwalzenpaar 22, 23 fördert in Schritt 1 ein Falzprodukt 25 in Pfeilrichtung 26 in die Tasche 10. Die Taschenlippe 12 ist in ihrer hinteren Position, ebenso wie der Anschlag 11.

In Schritt 2 ist dargestellt, wie das Falzprodukt 25 am Anschlag 11 anliegt. Die weitere gegenläufige Rotation des Falzwalzenpaars 22, 23 führt nun zu einem Aufwölben des Falzprodukts 25, wie in Schritt 3 gezeigt ist. Der aufgewölbte Abschnitt des Falzprodukts 25 wird vom übernehmenden Falzwalzenpaar 23, 24 erfasst, wie Schritt 4 zeigt. In diesem Verfahrensabschnitt ist die Taschenlippe 12 bereits nach vorne verfahren worden. Sie sorgt in dieser Position dafür, dass der in der Tasche 10 befindliche Abschnitt des Falzprodukts 25 und der weiter durch die zuführenden Falzwalzen 22, 23 heranbeförderte Abschnitt des Falzprodukts 25 nicht aneinander stoßen und damit das Bilden des nächsten Falzes behindern.

Schritt 5 zeigt nun, wie das Falzprodukt 25 unter Bildung eines neuen Falzes vom übernehmenden Falzwalzenpaar 23, 24 erfasst wurde und aus der Tasche 10 herausgezogen wird. Das Herausziehen wird durch den Anschlag 11 unterstützt, der nach vorne gefahren wird.


Anspruch[de]
Falztasche für eine Falzmaschine, insbesondere zur Herstellung eines Wickelfalzes, mit einer an der offenen Seite (10.1) der Tasche (10) angeordneten, auswärts gebogenen Taschenlippe (12) und einem im Inneren der Tasche (10) angeordneten, verstellbaren Anschlag (11) für das einlaufende Falzprodukt (25), dadurch gekennzeichnet, dass die Taschenlippe (12) beim Einlaufen des Falzprodukts (25) in die Tasche (10) nach hinten, weiter ins Innere der Tasche (10) und nach Anliegen des Falzprodukts (25) am Anschlag (11) nach vorne in Richtung Öffnung der Tasche (10) verfahrbar ist. Falztasche nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Anschlag (11) nach Anliegen des Falzprodukts (25) am Anschlag (11) derart nach vorne verfahrbar ist, dass das Falzprodukt (25) sicher durch das nächste Falzwalzenpaar (23, 24) erfassbar ist. Falztasche nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Taschenlippe (12) zeitlich vor dem Anschlag (11) nach vorne verfahrbar ist. Falztasche nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Taschenlippe (12) durch Federkraft nach hinten und mithilfe eines Magneten (21) nach vorne verfahrbar ist. Falztasche nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Anschlag (11) mit einer Stellschraube (14) verstellbar an einer Führung (13) angeordnet ist, wobei die Führung (13) mit dem Anschlag (11) nach vorne verfahrbar angeordnet ist. Falztasche nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass eine Sensoreinrichtung zur Detektion des Einlaufs des Falzprodukts (25) in die Tasche (10) vorgesehen ist. Falztasche nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass sie für bereits vorgefaltete Falzprodukte (25), die einen bei Einlauf in die Tasche (10) gegen die Taschenlippe (12) zeigenden eingefalteten Abschnitt aufweisen, einsetzbar ist. Falzmaschine mit mindestens einer Falztasche (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 7. Verfahren zum Falten eines Falzprodukts mithilfe mindestens einer Falztasche (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei die Falztasche (10) zwischen einem zuführenden und einem übernehmenden Falzwalzenpaar (22, 23; 23, 24) angeordnet ist, gekennzeichnet durch die Schritte:

– Nach-hinten-verfahren der Taschenlippe (12);

– Einführen des Falzprodukts (25) in die Tasche (10) bis zum Anliegen am Anschlag (11);

– Nach-vorne-verfahren der Taschenlippe (12);

– Herausbefördern des Falzprodukts (25) aus der Tasche (10) durch das übernehmende Falzwalzenpaar (23, 24).
Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem Nach-vorne-verfahren der Taschenlippe (12) der Anschlag (11) nach vorne verfahren wird und dadurch das Herausbefördern des Falzprodukts (25) aus der Tasche (10) unterstützt wird. Verfahren nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass das zuführende und das übernehmende Falzwalzenpaar (22, 23; 23, 24) eine Falzwalze (23) gemeinsam haben.






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