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Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zum Steuern der Bewegung eines Bedruckstoffes nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Beim Zuführen zu einer Druckmaschine, beim Fördern durch eine Druckmaschine und beim Fördern von Bogen auf einen Stapel ist es bekannt, entlang einer Förderbahn Detektoren anzuordnen, die auf das Vorhandensein, eine doppelte oder mehrfache Zufuhr, die Dicke und Lage eines Bogens ansprechen. Um eine möglichst breite Palette an Bedruckstoffarten detektieren zu können, kommen Ultraschallsensoren zum Einsatz. Ultraschallsensoren senden einen gerichteten Messstrahl aus. Bei Bedruckstoffen aus Papier oder dünnen Kunststofffolien trifft der Messstrahl senkrecht auf die Oberfläche der Bogen. Beim Fördern dünner metallischer Blechbogen und dickeren Kunststoffbogen wird ein spitzer Einfallswinkel von z. B. 30 Grad gewählt. Um Bogen aus Wellpappe zuverlässig zu detektieren, werden Einfallswinkel zwischen 35 und 55 Grad vorgesehen. Einem Ultraschallsender ist jeweils ein Ultraschallempfänger zugeordnet, dessen Verstärkung auf die Art und Dicke des Bedruckstoffes einstellbar ist.

Bei einer Vorrichtung zum Detektieren von Wellpappen nach der DE 102 040 567 43 A1 wird der Einfallswinkel eines Ultraschallmessstrahles abhängig von der Laufrichtung der Wellen und der Neigung der Wellenflächen eingestellt. Der Einfallswinkel kann weiterhin abhängig von der Betriebsart des Ultraschallsensors in einen Pulsbetrieb oder einen kontinuierlichen Betrieb eingestellt werden. Beim Einsatz von zwei Ultraschallsensoren, deren Einfallswinkel in senkrecht zueinander liegenden Einfallsebenen liegen, kann festgestellt werden, ob die Wellpappe schräg liegt.

Bei einer Vorrichtung zur Bogenkontrolle nach der DE 202005010037 U1 sind mehrere Ultraschallsensoren quer zur Förderrichtung eines Bogens angeordnet. Zur Vermeidung von Interferenzen liegen die Messstrahlen schräg zur Bogenoberfläche. Um Einfach- von Mehrfachbogen zu unterscheiden, wird aus Empfangssignalen von Ultraschallempfängern ein Summensignal generiert, welches mit einem Schwellwert verglichen wird.

In der DE 198 52 719 A1 ist eine Doppelbogenerkennungsvorrichtung beschrieben, bei der mehrere Ultraschallmessstrecken vorgesehen sind, die jeweils zur Vermeidung von Totalreflektion bzw. Mehrfachreflektion eine Bogentransportebene unter einem spitzen Winkel kreuzen.

Wegen der Vielfalt zu detektierender Bedruckstoffe und zu wählender Sensorbetriebsarten und Sensorcharakteristiken besteht bei den Lösungen nach dem Stand der Technik die Gefahr einer Fehleinstellung.

Aufgabe der Erfindung ist es, eine Einrichtung zum Steuern der Bewegung eines Bedruckstoffes zu entwickeln, die eine Verbesserung der Zuverlässigkeit ermöglicht.

Die Aufgabe wird mit einer Einrichtung gelöst, welche die Merkmale nach Anspruch 1 aufweist. Vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.

Gemäß der Erfindung enthält eine Einrichtung zum Steuern der Bewegung eines Bedruckstoffes einen Detektor, dessen gerichteter Messstrahl unter einem vorgegebenen Winkel auf den Bedruckstoff gerichtet ist, wobei eine Anordnung zum Messen der Neigung des Messstrahls zur Oberfläche des Bedruckstoffes vorgesehen ist.

Die Erfindung erlaubt mittels der Neigungsmessanordnung eine Abfrage der Kippstellung des Detektors. Abhängig von der Kippstellung des Detektors kann ein Verstärkungsfaktor und/oder eine Schaltschwelle eingestellt werden.

Beim Einsatz der Einrichtung an einer Bogendruckmaschine können die Neigungsmesssignale in einer Steuereinrichtung verarbeitet werden. Wenn für einen bestimmten Druckauftrag eine feste Kippstellung des Detektors vorgegeben ist, kann einem Benutzer der Bogendruckmaschine ein Fehlersignal ausgegeben werden, wenn die Istkippstellung von der vorgegebenen Kippstellung abweicht. Für die Ausgabe des Fehlersignals können die Detektorsignale herangezogen werden. Für den Fall, dass in einem Druckauftrag Bogen aus Wellpappe gefördert werden, ist es möglich, aus den Signalen des Detektors und des Neigungsgebers die Lage der Wellen der Wellpappe in Bezug auf die Förderrichtung des Bogens abzuleiten. Z. B. kann bestimmt werden, ob die Bogen mit quer zur Förderrichtung liegenden Wellen in die Bogendruckmaschine einlaufen. Abhängig von der Lage der Wellen können mittels der Steuereinrichtung Druckfunktionen gesteuert werden.

Wenn die Kippstellung des Detektors mit einem Aktor einstellbar ist, dann kann die Kippstellung anhand der Neigungssignale selbsttätig eingestellt werden. Hierbei ist es möglich, die Kippstellung durch Auswerten der Detektorsignale zu steuern bzw. zu regeln. Weiterhin ist es möglich, anhand von Daten zum Druckauftrag, insbesondere anhand von Daten einer zu druckenden Materialklasse, eine bevorzugte Kippstellung des Detektors aktorisch einzustellen.

Anhand der Neigungssignale kann weiterhin die Betriebsart des Detektors eingestellt werden, insbesondere kann ein Dauerbetrieb oder ein Pulsbetrieb eingestellt werden. Damit kann z. B. verhindert werden, dass bei senkrechtem Einfall ein Messstrahl im Dauerbetrieb auf den Bedruckstoff fällt. Bei senkrechtem Einfall eines Messstrahls kann der Detektor automatisch auf Pulsbetrieb eingestellt werden, so dass es bei voreingestelltem Dauerbetrieb nicht zu Fehlmessungen kommt.

Die Erfindung soll nachstehend anhand eines Ausführungsbeispieles näher erläutert werden, es zeigt:

1: ein Schema einer Einrichtung mit einem kippbaren Doppelbogendetektor.

1 zeigt einen Doppelbogendetektor 1 im Zuführpfad zu einer Bogendruckmaschine. Der Doppelbogendetektor 1 enthält in einem Gehäuse 2 einen Ultraschallsender 3 und einen Ultraschallempfänger 4. Das Gehäuse 2 ist gabelförmig mit einem Abtastschlitz 5 ausgeführt. In dem Abtastschlitz 5 liegt ein seitlicher Rand eines Bogens 6, der zur Zeichnungsebene gefördert wird. Vom Ultraschallsender 3 geht ein Messstrahl 7 aus, der unter einem Einfallswinkel &agr; den Rand des Bogens 6 durchstrahlt. Der durch den Bogen 6 hindurchstrahlende Messstrahl 7 gelangt auf den Ultraschallempfänger 4. Der Ultraschallempfänger 4 ist mit einer Steuereinrichtung 8 verbunden.

Am Gehäuse 2 ist eine Messfahne 9 befestigt. Auf die Messfahne 9 ist ein ortsfester induktiver Abstandssensor 10 gerichtet, der mit der Steuereinrichtung 8 verbunden ist. Das Gehäuse 2 ist um eine Achse 11 kippbar, die parallel zur Förderrichtung des Bogens 6 liegt. In einer gestrichelt dargestellten Kippstellung durchstrahlt der Messstrahl 7 den Bogen 6 unter einem Einfallswinkel &bgr; < &agr;. Beim Einstellen der Kippstellung ist das Gehäuse 2 mit einem Getriebe 12 gekoppelt, welches mit einem Motor 13 gekoppelt ist. Der Motor 13 steht mit der Steuereinrichtung 8 in Verbindung.

Zur Eingabe von Auftragsdaten, wie Bogendicke und Bogenmaterial, und zur Ausgabe von Informationen für eine Bedienung der Bogendruckmaschine ist die Steuereinheit 8 mit einem Rechner 14 und einem Bildschirm 15 verbunden. Sind die Daten für die Bogendicke und das Bogenmaterial in der Steuereinrichtung 8 eingegeben, dann wird überprüft, ob das Gehäuse 2 die für die Abarbeitung des Druckmaterials korrekte Kippstellung besitzt. Aus den Daten für die Bogendicke und das Bogenmaterial ergeben sich Sollwerte für die Kippstellung und die Verstärkung des Doppelbogendetektors 1. Ein Istwert für die Kippstellung ergibt sich aus dem Signal des Abstandssensors 10, welches proportional zu dem Kippwinkel des Gehäuses 2 ist. Stimmen Soll- und Istwert des Kippwinkels nicht überein, werden Stellsignale für den Motor 13 gesendet. Die Stellsignale veranlassen mittels des Motors 13 und des Getriebes 12 eine Verdrehung des Gehäuses 2 um die Achse 11, bis der Istwert dem Sollwert angeglichen ist. Für den Fall, dass sich Kippwinkel und Verstärkung nicht auf das Material bzw. die Bogendicke einstellen lassen, wird eine Fehlermeldung gesendet und der Bedienperson akustisch oder auf dem Bildschirm 15 ausgegeben.

Die Erfindung ist nicht auf dieses Ausführungsbeispiel begrenzt. Insbesondere können als Anordnung zur Neigungsmessung Hallsensoren oder optoelektrische Drehgeber eingesetzt werden. Als Stellglieder zum Einstellen des Kippwinkels sind insbesondere pneumatische oder elektromechanische Aktoren verwendbar.

1
Doppelbogendetektor
2
Gehäuse
3
Ultraschallsender
4
Ultraschallempfänger
5
Abtastschlitz
6
Bogen
7
Messstrahl
8
Steuereinrichtung
9
Messfahne
10
Abstandssensor
11
Achse
12
Getriebe
13
Motor
14
Rechner
15
Bildschirm


Anspruch[de]
Einrichtung zum Steuern der Bewegung eines Bedruckstoffes,

mit einer Vorrichtung zum Fördern des Bedruckstoffes entlang einer gewünschten Bahn, und

mit einem ortsfesten Detektor, der einen Messstrahl mit einer Richtcharakteristik aufweist und der abhängig von mindestens einer Bedruckstoffeigenschaft unter einem vorgegebenen Winkel auf den Bedruckstoff gerichtet ist,

dadurch gekennzeichnet,

dass eine Anordnung (8, 9, 10) zum Messen der Neigung (&agr;, &bgr;) des Messstrahls (7) zur Oberfläche des Bedruckstoffes (6) vorgesehen ist.
Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Anordnung (8, 9, 10) zum Messen der Neigung (&agr;, &bgr;) einen Sensor (10) enthält, der auf ein Gehäuse (2) des Detektors (1) gerichtet ist. Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass am Gehäuse (1) eine Messfahne (9) ausgebildet und der Sensor (10) auf die Messfahne (9) gerichtet ist. Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor (10) als Induktivsensor ausgebildet ist. Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse (2) mit einem Stellelement (8, 12, 13) zum Einstellen der Neigung (&agr;, &bgr;) des Messstrahls (7) gekoppelt ist.






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