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Dokumentenidentifikation DE202006004276U1 30.08.2007
Titel Feuerwiderstandsfähiges Mattengebilde
Anmelder MTT S.A., Luxemburg/Luxembourg, LU
Vertreter Sparing · Röhl · Henseler, 40237 Düsseldorf
DE-Aktenzeichen 202006004276
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 30.08.2007
Registration date 26.07.2007
Application date from patent application 17.03.2006
IPC-Hauptklasse D06N 7/00(2006.01)A, F, I, 20060317, B, H, DE
IPC-Nebenklasse D03D 27/10(2006.01)A, L, I, 20060317, B, H, DE   B32B 5/26(2006.01)A, L, I, 20060317, B, H, DE   E04B 1/94(2006.01)A, L, I, 20060317, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein feuerwiderstandsfähiges Mattengebilde nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Brandschutzmaterialien müssen während einer bestimmten Zeitspanne den Auswirkungen des Feuers widerstehen. Dies verlangt eine Widerstandsfähigkeit gegenüber Flammen und gegenüber einer Erwärmung von bis zu 1000 Grad Celsius.

Aus FR-A-1595415 ist bekannt, Brandschutzplatten herzustellen, die äußere Metallwände und einen inneren Kern aus isolierendem Material aufweisen. Nachteilig ist die starke Verformung während der Erwärmung und eine starke Wärmeleitfähigkeit.

Aus EP 0 628 670 B1 ist eine Brandschutzplatte mit einem Schichtaufbau bekannt, bei der zwischen zwei nichtbrennbaren äußeren Mineral-Schichten mit Verstärkungsfasern hoher thermischer und mechanischer Widerstandskraft ein mittiger nichtbrennbarer Kern angeordnet ist, der unmittelbar an den äußeren Schichten haftet. Nachteilig sind hierbei die zur Anwendung gelangenden Harze, die Schadstoffe während des Verbrennens ausstoßen können. Ferner ist die Verarbeitbarkeit einer solchen steifen Brandschutzplatte in der Anwendung beschränkt. Berücksichtigt man, daß Holz eines der geeignetsten Materialien ist, ein Feuer unter Kontrolle zu halten, ist ein Zusammenspiel mit den vorbekannten Brandschutzplatten nicht möglich.

Aus US 4,038,447 ist ein feuerwiderstandsfähiges Mattengebilde aus schwer entflammbarem Material zur Abdeckung von Böden bekannt. Diese Abdeckung ist gebildet aus zwei Tüchern von Lagen mit Luftblasen, die bedeckt sind mit einem nicht brennbaren Material, das mittels Verklammerung am Umfang der Abdeckung zusammen gefügt ist und die Anordnung von Nieten auf der verbleibenden Oberfläche. Es verbleibt aber ein Luftdurchgang in der Mitte der Abdeckung, der es nicht erlaubt, eine Gewähr für ausreichende Sicherheit zu erhalten gegenüber Flammen.

Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein feuerwiderstandsfähiges Mattengebilde nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 zu schaffen, das eine hinreichende Feuerwiderstandsdauer besitzt, und dabei einfach verarbeitet werden kann.

Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des kennzeichnenden Teils des Anspruchs 1 gelöst.

Hierdurch wird ein feuerwiderstandsfähiges Mattengebilde geschaffen, das eine hohe Temperaturbeständigkeit besitzt und dabei die Gestaltungs- und Formungsmöglichkeiten eines Textilmaterials hat. Die Doppelpolware mit unaufgeschnittenen Polfäden bildet eine verkettete doppelwandige Haut mit innerer Sicherheitszone in einem dreidimensionalen Textilgebilde. Vorzugsweise ist die Doppelpolware als Gewebe oder Gewirke ausgebildet. Besonders bevorzugt ist die Kettsamttechnik zur Herstellung der Doppelpolware.

Über eine Einstellung der Dichte und/oder der Höhe der Polfäden zwischen der Oberware und der Unterware kann die dort gebildete Sicherheitszone individuell und in Abhängigkeit vom Einsatzzweck gestaltet werden. Auch auf das Gewicht der textilen Doppelpolware kann dadurch Einfluß genommen werden. Für verschiedene Einsatzzwecke wie z.B. Feuerschutzmatten, Isoliermatten, Verkleidungen können deshalb verschiedene anwendungsbezogene Ausführungen der textilen Doppelpolware erfolgen.

Als Garne für die textile Doppelpolware können flammfeste Fasermaterialien wie Nomex, Kevlar, Preox und/oder Polyamid Verwendung finden.

Weitere Ausgestaltungen der Erfindung sind den Unteransprüchen und der nachfolgenden Beschreibung zu entnehmen.

Die Erfindung wird nachstehend anhand der in den beigefügten Abbildungen dargestellten Ausführungsbeispiele näher erläutert.

1 zeigt schematisch einen Querschnitt eines Teilstücks eines ersten Ausführungsbeispiels des feuerwiderstandsfähigen Mattengebildes,

2 zeigt schematisch einen Querschnitt eines Teilstücks eines zweiten Ausführungsbeispiels des feuerwiderstandsfähigen Mattengebildes,

3 zeigt schematisch einen Querschnitt eines Teilstücks eines dritten Ausführungsbeispiels des feuerwiderstandsfähigen Mattengebildes.

Die Erfindung betrifft ein feuerwiderstandsfähiges Mattengebilde mit mindestens zwei miteinander verbundenen Lagen aus einem flammenfesten Material. Die zwei Lagen werden von einer unaufgeschnittenen Doppelpolware 1 mit beabstandeter Oberware 2 und Unterware 3 sowie dazwischen hinundherwechselnden Polfäden 6 unter Ausbildung eines dreidimensionalen Textilgebildes gebildet. Die Doppelpolware 1 besteht aus Garnen mit einer hohen Temperaturbeständigkeit. Die Oberware 2 und Unterware 3 sind in bekannter Weise aus Kettfäden 4 und Schußfäden 5 hergestellt. Die Kettfäden 4 und Schußfäden 5 sind vorzugsweise in Tuchbindung verkreuzt. Durch in Kettrichtung eingewebte Polfäden 6 sind die Oberware 2 und Unterware 3miteinander verbunden, wobei die Länge der Polfäden 6 den Abstand zwischen der Oberware 2 und Unterware 3 bestimmt. Die Art der Einbindung der Polfäden 6 erfolgt über V-Noppen. Die Polfäden 6 stehen dann im wesentlichen senkrecht zwischen der Oberware 2 und der Unterware 3. Die Zahl der Polfäden 6 pro cm2 sowie die Länge der Polfäden 6 können an das zu erzielende Gewicht und/oder die gewünschte Stützwirkung durch die Polfäden 6 angepaßt werden. In Ergänzung zu der in der 1 dargestellten Einbindung der Polfäden 6 können zusätzliche kreuzende Polfäden vorgesehen sein, wodurch eine noch dichtere Anordnung der Polfäden erzielt werden kann. Bei diesem in Kettsamt-Technik gewebten Doppelpolgewebe, das unaufgeschnitten bleibt, können die Polfäden 6 beliebig hinsichtlich ihrer Länge variiert werden. Die Polfäden 6 bilden einen florgefüllten Raum zwischen der Oberware 2 und der Unterware 3. Die Dichte der Füllung des Florraums wird bestimmt durch die Dichte der Polfäden pro cm2.

Die Doppelpolware 1 ist vorzugsweise aus gesponnenen Garnen gewebt oder gewirkt.

Die Länge der Polfäden liegt vorzugsweise zwischen 1 und 30 mm, besonders bevorzugt zwischen 5 und 15 mm. Die Dichte der Polfäden liegt vorzugsweise zwischen 20 und 30 Polfäden/cm2.

Die für die Doppelpolware 1 verwendeten Garne bestehen aus flammenfesten Fasern oder Fasermischungen der Fasermaterialien Nomex, Kevlar, Preox und/oder Polyamid. Besonders bevorzugt bestehen die Garne aus Fasern, deren Temperaturbeständigkeit bis kurzzeitig 900 Grad Celsius reicht.

2 zeigt ein zweites Ausführungsbeispiel eines feuerwiderstandsfähigen Mattengebildes, das gegenüber dem in 1 dargestellten Ausführungsbeispiel eine Doppelpolware 1 mit einer anderen Einbindung der Polfäden 6 in die Oberware 2 und die Unterware 3 besitzt. Als Art der Einbindung der Polfäden 6 ist eine W-Bindung vorgesehen. Neben den beiden in 1 und 2 dargestellten Arten der Einbindung der Polfäden 6 sind auch andere Arten der Einbindung in Kettrichtung möglich.

3 zeigt ein drittes Ausführungsbeispiel eines feuerwiderstandsfähigen Mattengebildes, bei dem, ebenso wie in 1 dargestellt, die Polfäden 6 mit einer V-Bindung eingelegt sind. Die Länge der Polfäden 6 ist jedoch kleiner gewählt, so daß die Oberware 2 und die Unterware 3 mit geringerem Abstand benachbart zueinander angeordnet sind.

Gemäß einem nicht dargestellten Ausführungsbeispiel werden die Ober- und Unterware von maschenförmigen Fadenverschlingungen gebildet unter Ausbildung einer Doppelpolwirkware. Die Doppelpolwirkware besitzt gegenüber der Doppelpolwebware eine größere Dehnbarkeit und Elastizität.

Das feuerwiderstandsfähige Mattengebilde ist in Breite und Länge wählbar. In Bahnen hergestellte Doppelpolware kann wahlweise konfektioniert werden für den jeweiligen Einsatzzweck.


Anspruch[de]
Feuerwiderstandsfähiges Mattengebilde mit mindestens zwei miteinander verbundenen Lagen aus einem flammenfesten Material, dadurch gekennzeichnet, daß die zwei Lagen von einer unaufgeschnittenen Doppelpolware (1) mit beabstandeter Oberware (2) und Unterware (3) sowie dazwischen hinundherwechselnden Polfäden (6) unter Ausbildung eines dreidimensionalen Textilgebildes gebildet werden, und die Doppelpolware (1) aus Garnen mit einer hohen Temperaturbeständigkeit besteht. Feuerwiderstandsfähiges Mattengebilde nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Doppelpolware (1) aus gesponnenen Garnen gewebt oder gewirkt ist. Feuerwiderstandsfähiges Mattengebilde nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Polfäden (6) im wesentlichen senkrecht stehend zwischen Oberware (2) und Unterware (3) in diese eingebunden sind. Feuerwiderstandsfähiges Mattengebilde nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Doppelpolware (1) in Kettsamttechnik hergestellt ist. Feuerwiderstandsfähiges Mattengebilde nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Länge der Polfäden (6) zwischen 1 und 30 mm, vorzugsweise zwischen 5 und 15 mm liegt. Feuerwiderstandsfähiges Mattengebilde nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Dichte der Polfäden (6) zwischen 20 und 30 Polfäden/cm2 liegt. Feuerwiderstandsfähiges Mattengebilde nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Polfäden (6) mit einer V-, W-, Doppel-W oder sonstigen Bindung in Kettrichtung eingelegt sind. Feuerwiderstandsfähiges Mattengebilde nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Garne aus flammenfesten Fasern oder Fasermischungen der Fasermaterialien Nomex, Kevlar, Preox und/oder Polyamid bestehen. Feuerwiderstandsfähiges Mattengebilde nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Garne aus Fasern bestehen, deren Temperaturbeständigkeit bis kurzzeitig 900 Grad Celsius reicht.






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