Die Erfindung betrifft eine Pressbacke für ein Presswerkzeug,
wie es zum Verpressen eines Pressfittings verwendet wird. Ferner betrifft die Erfindung
auch ein Presswerkzeug mit einer Pressbacke. Schließlich betrifft die Erfindung
auch eine Rohrverpressung unter Verwendung einer erfindungsgemäßen Pressbacke.
Bei Pressfittingen wird mit Hilfe eines Presswerkzeuges manuell oder
automatisch eine das anzuschließende Rohr umgebende plastisch verformbare Presshülse
radial verformt, wodurch das anzuschließende Rohrende am Pressfitting gehalten
ist. Die Presshülsen bestehen im Regelfall aus Metall oder einer Metalllegierung,
beispielsweise Edelstahl oder einer Aluminiumlegierung.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Pressbackengeometrie zu schaffen,
die eine zuverlässige Verpressung insbesondere bei vergleichsweise weichen
Presshülsenmaterialien wie z. B. (ungehärteter) Stahl oder einer Stahllegierung,
Aluminium oder einer Aluminiumlegierung schafft.
Zur Lösung dieser Aufgabe wird mit der Erfindung eine Pressbacke
für ein Werkzeug zum Verpressen eines Pressfittings vorgeschlagen, wobei die
Pressbacke versehen ist mit
- – einem bogenförmigen Presselement, das eine beim Verpressen einer
Presshülse des Pressfittings zugewandte Innenfläche aufweist, und
- – mehreren Pressrippen, die sich längs der bogenförmigen Erstreckung
des Presselements auf dessen Innenfläche erstrecken, wobei auf der Innenfläche
des Presselements zwei außenliegende Pressrippen, die den die axiale Erstreckung
des bogenförmigen Presselements definierenden Rändern zugewandt angeordnet
sind, und zwei innenliegende Pressrippen ausgebildet sind, die um im wesentlichen
ihre Breite voneinander beabstandet im mittleren Bereich zwischen den beiden außenliegenden
Pressrippen angeordnet sind.
Nach der Erfindung weist also die Pressbacke ein bogenförmiges
Presselement auf, das beispielsweise als Einsatz für ein Presswerkzeug ausgelegt
sein kann. Das bogenförmige Presselement hat im wesentlichen die Form eines
Teilzylinders. Das Presswerkzeug umfasst mehrere derartige Presselemente, die sich
zusammen im wesentlichen ringförmig um die zu verpressende Presshülse
herum erstrecken. An der Innenfläche des bogenförmigen Presselements sind
erfindungsgemäß mindestens vier Pressrippen ausgebildet, von denen die
beiden außenliegenden Pressrippen nahe der axialen Ränder des bogenförmigen
Presselements angeordnet sind, die die axiale Erstreckung des Presselements definieren.
Sämtliche Pressrippen dienen dem Verpressen eines Rohrendes gegen die Stützhülse
eines Pressfittings, auf die das Rohrende geschoben ist.
Im wesentlichen im mittleren Teil zwischen den beiden außenliegenden
Pressrippen befinden sich erfindungsgemäß zwei dicht nebeneinander angeordnete
innenliegende Pressrippen, die im wesentlichen um die Breite einer Pressrippe voneinander
beabstandet sind.
Durch die Doppelpressrippe im mittleren Teil des bogenförmigen
Presselements der erfindungsgemäßen Pressbacke wird die Breite der Verpressung
an der Presshülse erhöht und damit die Verkrallung des gepressten Rohres
auf der Stützhülse verbessert. Eine direkte Pressung auf eventuell auf
der Stützhülse befindlichem O-Ring wird von der Verzahnung aufgefangen.
Dies gilt um so mehr, wenn das Material der Presshülse vergleichsweise weich
ist, wie es bei Aluminium bzw. einer Aluminiumlegierung der Fall ist. Aber auch
Edelstahl-Presshülsen lassen sich mit der erfindungsgemäßen Pressbacke
problemlos verpressen.
In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass
zumindest die beiden innenliegenden Pressrippen einen im wesentlichen trapezförmigen
Querschnitt mit Anlagepunkten zur Anlage an der Presshülse aufweisen, und einen
Mittenabstand aufweisen, der etwa das Zwei- bis Dreifache der Breite der Pressrippen
an ihren Anlageflächen beträgt.
In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung kann ferner vorgesehen
sein, dass auf der Innenfläche des Presselements mindestens eine weitere Pressrippe
ausgebildet ist, die der Kennzeichnung der Verpressung und der Kodierung des für
die Verpressung verwendeten Presselements dient. Diese Verpresskennzeichnungsrippe
befindet sich vorzugsweise zwischen einer der beiden mittleren Verpressrippen und
einer der beiden außenliegenden Verpressrippen. Zweckmäßig ist es
ferner, wenn die mindestens eine Verpresskennzeichnungsrippe in Umfangsrichtung
der Innenfläche des Presselements mindestens eine Unterbrechung aufweist. Schließlich
kann es auch so sein, dass die Anzahl der Unterbrechungen und ihre relative Anordnung
und/oder die Anzahl und/oder die relative Anordnung der Verpresskennzeichnungsrippen
die Kennzeichnung bilden, mit welchem Presselement die Verpressung vorgenommen worden
ist.
Ferner wird die oben angegebene Aufgabe erfindungsgemäß
auch mit einem Presswerkzeug gelöst, das mit mindestens einer Pressbacke der
vorstehend erläuterten Art versehen ist.
Die Erfindung betrifft schließlich auch die Kombination
eines Pressfittings, der eine Stützhülse und eine Presshülse aufweist,
eines auf die Stützhülse aufgeschobenen Rohrendes, das von der Presshülse
umgeben ist, und eines Presswerkzeuges mit einer Pressbacke, wie sie oben beschrieben
ist.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung näher erläutert.
Im Einzelnen zeigen dabei:
1 einen Schnitt durch eine Pressbacke gemäß
einem Ausführungsbeispiel der Erfindung und
2 einen Halbschnitt durch einen Pressfitting mit an
dessen Presshülse angesetzten Pressbacken.
Die Form der Pressbacke 10 gemäß einem Ausführungsbeispiel
ist in 1 gezeigt. In diesem Ausführungsbeispiel
weist die Pressbacke 10 ein bogenförmiges Element 12 aus
Metall auf, das sich über im wesentlichen 180° erstreckt. Das Presselement
12 weist zwei seine axiale Erstreckung definierende Ränder bzw. Stirnenden
14,16 auf. An seiner Außenseite 18 weist das Presselement
12 eine Kontur auf, die an eine Aufnahme eines (nicht dargestellten) Presswerkzeuges
angepasst ist.
Mit seiner in diesem Ausführungsbeispiel im wesentlichen zylindrischen
Innenseite 20 liegt das Presselement 12 beim Verpressen einer
Presshülse an dieser an bzw. ist dieser zugewandt. Diese Innenseite
20 ist mit zwei außenliegenden Pressrippen 22 sowie zwei
innenliegenden Pressrippen 24 versehen. Die Pressrippen weisen im wesentlichen
die Form eines Trapez auf (im Querschnitt betrachtet). Die beiden innenliegenden
Pressrippen 24 befinden sich in etwa mitten zentriert zu den beiden außenliegenden
Pressrippen 22. Von dieser Lage können die beiden Pressrippen
24 aber auch abweichen. Der Abstand zwischen den beiden innenliegenden
Pressrippen 24 ist wesentlich (etwa Faktor 10 oder mehr) geringer als der
Abstand einer innenliegenden Pressrippe 24 zu einer außenliegenden
Pressrippe 22. Insbesondere dann, wenn der Abstand der beiden innenliegenden
Pressrippen 24 voneinander im wesentlichen gleich der Breite einer Pressrippe
24 bzw. 22 ist, beträgt beispielsweise der Mittenabstand
26 der beiden innenliegenden Pressrippen 24 etwa das Ein- bis
Dreifache der mittleren Breite 28 einer Pressrippe 22,24.
Durch die spezielle Ausgestaltung mit Doppelpressrippe entsteht im
mittleren Abschnitt an der Innenfläche 20 des Presselements
12 eine erhabene im wesentlichen W-förmige Wellenstruktur, die eine
zuverlässige Erfassung einer Presshülse bei deren Verpressung erlaubt
und durch den Freiraum dieser Struktur keine höheren Verpresskräfte erfordert.
Die Situation bei Anlage der Pressbacke 10 an einem zu verpressenden
Fitting ist in 2 gezeigt. In dieser Figur ist im Halbschnitt
ein Pressfitting 30 zu erkennen, der eine Stützhülse
32 und eine Presshülse 34 mit in diesem Ausführungsbeispiel
Anschlagring 36 für die Pressbacke 10 aufweist. Die Presshülse
34 und der Stützkörper 32 bestehen z. B. aus Metall
bzw. weisen Metall oder eine Metalllegierung auf. Die Stützhülse
32 kann, wie in diesem Ausführungsbeispiel, mindestens eine Aufnahmenut
38 für ein Dichtelement 40 aufweisen. Die Presshülse
34 ist mit außenliegenden erhabenen Bereichen 42,44
versehen, die sich in Umfangsrichtung um die Presshülse 34 herum erstrecken.
Zwischen diese beiden erhabenen Bereiche 42,44 tauchen die beiden
innenliegenden Pressrippen 24 ein, wenn die Presshülse 34
verpresst werden soll. Zwischen der Presshülse 34 und der Stützhülse
32 des Pressfittings 30 befindet sich das anzuschließende
Rohrende 46. Innerhalb des Rohrendes 46 wirken sämtliche
Pressrippen 22,24 auf die Presshülse 34 ein, um
diese durch plastische Verformung gegen das Rohrende 46 und damit dieses
gegen die Stützhülse 32 zu pressen.
Wie man anhand der 1 und 2
erkennen kann, weist die Pressbacke 10 an der Innenfläche
20 ihres Presselements 12 mindestens eine weitere Rippe
48 auf, die längs ihrer Erstreckung mindestens eine Unterbrechung
50 aufweisen kann. Diese zusätzliche Rippe 48, die man auch
als Verpresskennzeichnungsrippe bezeichnen kann, drückt sich mehr oder weniger
leicht in die Außenfläche der Presshülse 34 ein und dient
der Erzeugung einer Kennzeichnung auf der Presshülse 34, die angibt,
mit welchem Presswerkzeug bzw. mit welcher Pressbacke 10 die Verpressung
vorgenommen wurde. Alternativ zu einer einzigen Verpresskennzeichnungsrippe
48 mit ein oder mehreren Unterbrechungen 50 können auch mehrere
Verpresskennzeichnungsrippen 48 vorgesehen sein. Dabei ist die relative
Anordnung der Verpresskennzeichnungsrippen 48 (beispielsweise Abstand voneinander
oder dergleichen) zur Kodierung der Pressbacke 10 vorgesehen. Diese Funktion
übernehmen auch die ein oder mehreren Unterbrechungen 50, die auch
dann vorhanden sein können, wenn mehr als eine Verpresskennzeichnungsrippe
48 ausgebildet ist.