Die Erfindung betrifft ein System mit einer Operationsleuchte, deren
Farbtemperatur mithilfe einer Steuereinrichtung einstellbar ist, und mit einer Kamera
zur Aufzeichnung der Operation. Unter Kameras sind Kameras zur Aufnahme von Bildern
als auch von Videos zu verstehen.
Ein wichtiges Bauelement einer Kamera ist ein lichtempfindlicher Sensor,
auf den mittels einer Optik ein Bild abgebildet wird. Innerhalb des Sensors (heute
CCD oder CMOS) wird das einfallende Licht in eine Ladung umgewandelt, welche in
einer weiteren Stufe in einen Spannungswert umgewandelt wird. Die so entstehende
Spannung ist somit proportional der einfallenden Lichtmenge.
Möchte man nun ein farbiges Bild erfassen und darstellen, muss
eine selektive Erfassung der einzelnen Farben durchgeführt werden. Hierbei
ist zum Einen eine Dreichip-Kamera geeignet (teuer, groß und selten!), bei
der mittels eines Strahlteilerprismas das Licht in die entsprechenden Rot-, Grün-
und Blauanteil aufgetrennt wird. Jeder dieser getrennten Strahlen wird nun auf einen
separaten Sensor geleitet und stellt als separates Spannungssignal nun den roten,
den grünen und den blauen Anteil des einfallenden Lichts dar.
Zum anderen stellt eine Einchipkamera eine weitere Möglichkeit
der Farbbilderfassung dar. Bei dieser Variante wird die farbselektive Erfassung
des einfallenden Lichts durch, auf den Pixeln aufgebrachte Farbfilter erzielt. Auf
den einzelnen Pixeln sind somit unterschiedliche, mikroskopisch kleine Filter aufgebracht,
die dafür sorgen, dass jeder Pixel nur mit einem bestimmten Farbanteil belichtet
wird. Hierbei ist es nun erforderlich, dass benachbarte Pixel mit unterschiedlichen
Farbfiltern versehen sind, um in einer nachgeschalteten Verarbeitung wieder die
tatsächliche Farbe des Bildbereiches regenerieren zu können.
Diese nachgeschaltete Elektronik berechnet aus den Farbanteilen der
unmittelbar benachbarten Pixel einen Farbwert für den jeweiligen Bereich.
Bei Operationsleuchten kann zur besseren Unterscheidbarkeit von verschiedenen
Gewebetypen die Farbtemperatur eingestellt werden. Das weiße Licht besitzt
dann eine Tendenz von einem roten bis zu einem blauen Farbton. Beim Einsatz einer
Videokamera zum Übertragen des Bildes aus dem Operationsbereich würde
dann aber, je nach Einstellung der Operationsleuchte, ein rötliches bis bläuliches
Bild entstehen. Ein automatischer Weißabgleich ist bisher nicht möglich.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen automatischen Weißabgleich
der Kamera durchführen zu können.
Die Aufgabe wird dadurch gelöst, dass Mittel zur Übertragung
der eingestellten Farbtemperatur an die Kamera bei einem System der eingangs genannten
Art vorgesehen sind. Die Information über die gewählte Farbtemperatur
der Operationsleuchte wird an die Kamera übertragen. Die Kamera kann ihre Weißabgleichparameter
entsprechend einstellen.
Bei der Anwendung im Bereich der beispielsweise durch EP
1722157 A1 beschriebenen Leuchtenfamilie wird die Farbtemperatur durch
die unterschiedliche Gewichtung mit verschiedenen Spektren abstrahlenden Lichtquellen
erzeugt. Diese Information ist innerhalb der Prozessorsteuerung, die diese Gewichtung
initiiert, bekannt. Diese Prozessoren steuern somit gezielt eine abzustrahlende
Farbtemperatur.
Die eingestellte Farbtemperatur ist somit bekannt und kann per Schnittstelle/Datenleitung
an die Kameraelektronik übertragen werden. Somit kennt die Kamera die Einstellung
und kann ihre interne Abgleichcharakteristik entsprechend diesen Werten anpassen.
Somit ist hier eine direkte Anpassung der Kamera an die verwendete Farbtemperatur
sichergestellt, eine farbgetreue Wiedergabe des abgebildeten OP-Bereichs ist somit
gewährleistet.
Die Operationsleuchte ist mit verschieden farbigen Leuchtmitteln ausgestattet,
die eine Veränderung der Farbtemperatur in einem Bereich von 3500 K bis 5000
K ermöglicht. Bei einer Veränderung der Farbtemperatur bleiben die Leuchtintensität
der Leuchte und die Farbwiedergabe annähernd konstant. Bei einer Veränderung
der Farbtemperatur bleibt die Leuchtintensität der Leuchte konstant.
Die Leuchtmittel der Operationsleuchte und deren Ansteuereinheiten
sind so kalibriert, dass die Sollvorgaben der Steuerung bezüglich der Farbtemperatur
genau in die Istwerte umgesetzt werden.
Die eingestellte Farbtemperatur wird entweder zyklisch oder nur bei
einer Veränderung über einen RS485-Bus über ein spezielles Protokoll
oder mit Hilfe einer anderen Datenübertragung an die Kamera übermittelt.
Die Kamera ist mit Mitteln ausgestattet, die eine Speicherung von Werten für
die Empfindlichkeit bzw. die Verstärkung der Sensoranteile für die einzelnen
Farben ermöglicht. Mit Hilfe der Information von der OP-Leuchte werden dann
in der Kamera abgespeicherte Werte abgerufen und die Verarbeitung der Sensorsignale
entsprechend angesteuert.
Die eingestellte bzw. abgestrahlte Farbtemperatur kann alternativ
über einen Sensor erfasst und dann an die Kamera übermittelt werden. Der
Sensor kann vorteilhafter Weise in die Kamera integriert sein.
Alternativ kann auch zur besseren Erkennung von verschiedenen Farben
die Empfindlichkeit der Sensoren unterschiedlich eingestellt werden. Hierbei ist
es dann beispielsweise möglich, stärker durchblutetes Gewebe (z.B. Tumorzellen)
von nicht so stark durchblutetem Gewebe zu unterscheiden. Die Einstellung der Empfindlichkeiten
kann entweder in festen Schritten abgespeichert werden, oder stufenlos erfolgen.
Bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung
dargestellt. Es zeigt;
1 ein erstes System aus Operationsleuchte und Kamera;
2 ein zweites System aus Operationsleuchte und Kamera;
3 ein drittes System aus Operationsleuchte und Kamera.
Aus der Ansicht einer Operationsleuchte 1 (1)
ist deren prinzipieller Aufbau ersichtlich. 1 zeigt,
dass als Lichtquelle einzelne Lichtmodule 6a bis 6g zusammengesetzt
werden. Die einzelnen Lichtmodule 6a bis 6g umfassen ein Gehäuse,
welches an seinen Seitenflächen sowohl mechanische als auch elektronische wie
elektrische Verbindungselemente oder Konnektoren aufweist, um Leuchtmittel in den
Lichtmodulen anzusteuern und an eine elektrische Stromversorgung anzuschließen.
Die Ankopplung der Lichtmodule 6a bis 6g ist über jede Seitenfläche
möglich, so dass beliebige Kombinationsmöglichkeiten denkbar sind. Es
kann eine Leuchte erzeugt werden, deren Leuchtfeld auf die durchzuführende
Operation abgestimmt ist. Die 1 zeigt ein Beispiel
für diese Abstimmung der Lichtmodule 6a bis 6g, um durch
die Lichtstrahlen 7 ein Lichtfeld 8a abzustimmen. Je nach Kombination
der Lichtmodule 6a bis 6g wird das Lichtfeld 8a eine
größere Erstreckung in Längsrichtung oder in der Breite aufweisen.
Das Lichtfeld 8a kann auch an seinen Enden oder in seiner Mitte unterschiedlich
gestaltet werden. Dies bedeutet, dass das Lichtfeld 8a die Kontur der Lichtmodulkombination
widerspiegelt. Jedes Lichtmodul 6a kann selbst eine komplette Operationsstelle
ausleuchten. Das Lichtfeld 8a ist die auf dem Operationstisch beleuchtete
Fläche. Die Lichtmodule 6a bis 6g können durch beliebige
Kombination mit weiteren Lichtmodulen zu unterschiedlichsten Gesamtmodulen als Lichtquelle
zusammengesetzt werden. Dies verändert die Lichtfeldgröße, die Beleuchtungsstärke
und die Lichtfeldform des Lichtfeldes 8a.
Die Lichtmodule 6a bis 6g sind nicht starr miteinander
verbunden, sondern sind mithilfe gelenkiger Verbindungen schwenkbar aneinander gekoppelt.
Diese Verbindungen erlauben eine Schwenkbarkeit, dass die Flächen, an denen
das Licht austritt, aufeinander zu geklappt werden können. Neben scharnierartigen
Gelenken an einer jeweiligen Verbindungslinie der Lichtmodule 6a bis
6g sind auch Kugelgelenke in einer oder mehreren der sechs Ecken der Lichtmodule
6a bis 6g möglich. Die Gelenke führen dazu, dass bereits
kombinierte Lichtmodule 6a bis 6g noch in ihrer Positionierung
zueinander verändert werden können. Der Operateur kann die Lichtfelder
zusätzlich variieren.
Unterschiedliche Lichtfeldformen können durch die Aneinanderreihung
von Modulen mit verändertem Anstellwinkel erzeugt werden. Dazu können
auch Zwischenelemente zum Einsatz kommen. In jedem Lichtmodul 6a bis
6g sind mehrere, ca. 30 bis 50 LEDs, gleichmäßig verteilt angeordnet.
Zur Schaffung des flächigen Lichtaustrittes wird der Strahlengang der nahezu
punktförmig strahlenden LEDs durch Linsenelemente bis zur Lichtaustrittsfläche
aufgeweitet und von dort in das Leuchtfeld gelenkt. Dazu ist jeder LED ein optisches
Linsenelement zugeordnet.
Die einzelnen Lichtmodule 6a bis 6g bilden zusammen
eine Lichtquelle mit einer über eine Steuereinrichtung regelbaren Farbtemperatur
von ca. 3.500 K bis 5.000 K sowie eines Farbwiedergabeindexes Ra > 93, um eine
natürliche Farbdarstellung, beispielsweise des zu operierenden Gewebes, zu
erreichen. Deshalb kommen nicht nur LEDs zum Einsatz, welche weißes Licht erzeugen,
sondern weitere LEDs, welche farbiges Licht erzeugen. Durch Zumischung farbiger
Lichtanteile wie Cyan und Blau wird ein Einbruch im Spektrum wie bei ausschließlich
weißen LEDs verhindert. Bei konstanter Helligkeit der weißen LEDs können
durch ausschließlich stufenlose Dimmung der Intensität der farbigen LEDs
die Farbtemperatur und Farbwiedergabe des durch das Gesamtmodul, bestehend aus allen
einzelnen Lichtmodulen 6a bis 6g (Gesamtlichtquelle), erzeugten
Mischlichts variabel eingestellt werden. Die Lichtstromintensität der farbigen
LEDs kann stufenlos verändert werden. Die LEDs sind über Stromleitungen
13 mit der Steuereinrichtung verbunden, welche eine elektrische Dimmung
des Lichtstroms der LEDs ermöglicht. Die elektrische Dimmung der farbigen LEDs
bewirkt eine Änderung der Farbtemperatur und/oder der Farbwiedergabe, was für
die Ausleuchtung der Operationsstelle vorteilhaft ist. Hierbei ist denkbar, dass
der Operateur die Einstellbarkeit derart nutzt, dass er nach seinen Bedürfnissen
farbiges und weißes Licht mischt, um spezielle Gewebearten oder Gewebeveränderungen
lichttechnisch hervorzuheben. Der Operateur kann einzelne Gewebearten oder Gewebeveränderungen
besser erkennen.
Es kann eine Grundeinstellung einer Farbtemperatur von 4.500 K vorgegeben
werden, welche beim Einschalten der Operationsleuchte automatisch
erzeugt wird. Andere je nach Anwendung der Operationsleuchte gewünschte Farbtemperaturen
können mithilfe eines Bedienfeldes oder einer Tastatur einer Steuereinrichtung
2 vom Operateur individuell eingestellt werden. Die notwendigen Einstellparameter
können in einem Speicher der Steuereinrichtung 2 abgelegt werden.
Weiterhin denkbar ist es, dass der Operateur weitere selbst gewählte Einstellungen
zusätzlich abspeichern und diese Einstellungen auch nachträglich verändern
kann.
Es ist ein Kameramodul vorgesehen. Eines der Module, nämlich
das zentrale Modul 6f der Operationsleuchte 1, trägt eine
Videokamera 3 in dem Handgriff 4. Durch das Einstecken des Moduls
werden automatisch die erforderlichen elektrischen und zur Bildverarbeitung geeigneten
Verbindungen hergestellt. Die Kamera 3 ist mit der Steuereinrichtung
2 der Operationsleuchte 1 verbunden. Über eine Datenleitung
5 kann die Einstellung der Farbtemperatur an die Kamera 3 automatisch
übertragen werden. Die Parameter zum Weißabgleich der Kamera
3 können entsprechend eingestellt werden. Auf einem Monitor
8 im Operationssaal oder an beliebigen anderen Orten, wie beispielsweise
im Hörsaal, Konferenzräumen oder Arbeitszimmer zugeschalteter Ärzte,
können weißabgeglichene Bilder gezeigt werden.
Es ist auch denkbar, die Kamera an beliebiger anderer Stelle anzuordnen.
Kamera 3' befindet sich gemäß 2
an einem Tragarm 9 des Operationsleuchtensystems. Kamera 3'' ist
gemäß 3 in das Lichtmodul 6b integriert.