Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Vortrieb von unterirdisch
in nicht oder nur gering standfesten Böden angelegten Stollen.
Soweit beispielsweise Abwasserkanäle in Stollenbauweise auch
in nicht oder nur gering standfesten Böden zu erstellen sind, erfolgt ein Ausbau
solcher Stollen mit einer im Anschluss an eine Vortriebseinheit eingebrachten Spritzbetonauskleidung,
die gegebenenfalls mit einer Bewehrung, wie beispielsweise einem Drahtgeflecht,
einem Fließ oder einer Lage Styropor versehen ist. Zusätzlich kann eine
Verpressung von hinter der eingebrachten Spritzbetonschale verbleibenden Hohlräumen
mittels einer Zementsuspension erfolgen.
Soweit im Rahmen einer derartigen Vortriebsweise mittels eines Pressenantriebs
vorschiebbare Vortriebsschilde eingesetzt werden, wie beispielsweise in der
DE 20 2006 013 839 U1 beschrieben,
besteht das Problem, dass die Spritzbetonauskleidung zunächst einmal ausreichend
aushärten muss, um die beim Vorschub des Vortriebschildes auftretenden von
den Pressenantrieben ausgeübten Stützkräfte aufnehmen zu können.
Dies bedingt entsprechende Wartezeiten, die die Stollenvortriebsarbeit hemmen.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine in nicht oder
nur gering standfesten Böden einsetzbare Stollenvortriebsvorrichtung so auszugestalten,
dass ein fortwährender Vortrieb ohne Rücksicht auf den Zustand der eingebrachten
Spritzbetonauskleidung gegeben ist.
Die Lösung dieser Aufgabe ergibt sich einschließlich vorteilhafter
Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung aus dem Inhalt der Schutzansprüche,
welche dieser Beschreibung nachgestellt sind.
Die Erfindung sieht in ihrem Grundgedanken eine Stollenvortriebsvorrichtung
mit einem als Ganzes mittels wenigstens eines Pressenantriebes vorschiebbaren Vortriebsschild
vor, wobei in die hinter dem Vortriebsschild eingebrachte Spritzbetonauskleidung
wenigstens ein in der Längsrichtung des Stollens fortlaufend angeordnetes und
Stützkräfte in mindestens einen Bereich mit einer vollständig ausgehärteten
Spritzbetonauskleidung ableitendes Abstützwiderlager eingebracht ist.
Mit der Erfindung ist der Vorteil verbunden, dass über das sogleich
bei der Herstellung der Spritzbetonauskleidung fortlaufend darin eingebrachte Abstützwiderlager
die von dem Pressenantrieb ausgeübten Kräfte als Abstützkräfte
über die Länge des fertig gestellten Stollens in einen hinteren Bereich
übertragen werden können, so dass diejenigen Bereiche der Spritzbetonauskleidung,
die jeweils noch nicht ausreichend ausgehärtet sind, nicht beansprucht werden.
Dabei können die Abstützwiderlager fortlaufend bis in die Startbaugrube
des betreffenden Stollenvortriebs geführt und hier an ein entsprechend festes
Widerlager angeschlossen sein, oder aber es werden in Bereichen, in denen eine ausreichende
Aushärtung der Spritzbetonauskleidung erfolgt ist, entsprechend feste Zwischenwiderlager
für die in der Spritzbetonauskleidung liegenden Abstützwiderlager eingebaut.
Nach einem Ausführungsbeispiel der Erfindung kann vorgesehen
sein, dass über den Umfang des Stollenausbaus verteilt in der Spritzbetonauskleidung
mehrere Abstützwiderlager mit sich daran abstützenden Pressenantrieben
angeordnet sind.
In einer ersten Ausführungsform der Erfindung können die
Abstützwiderlager aus in einer Flucht in die Spritzbetonauskleidung eingebrachten
Stempeln bestehen.
In einer alternativen Ausführungsform der Erfindung können
die Abstützwiderlager aus mit einem Beton, vorzugsweise einem Magerbeton gefüllten
Rohren bestehen, die über zwischengeschaltete Verbindungsmuffen in einer Flucht
gesetzt werden können, oder die an ihren jeweiligen Enden ineinander steckbar
ausgebildet sind, so dass die Montage der als Abstützwiderlager dienenden Rohre
sowie deren Fixierung beim Einbringen der Spritzbetonauskleidung verbessert ist.
Hinsichtlich der Ausbildung des Vortriebschildes ist nach einem Ausführungsbeispiel
der Erfindung vorgesehen, dass der Vortriebsschild als Schneidschuh mit einer umlaufenden
Wandung ausgebildet ist, wobei zusätzlich vorgesehen sein kann, dass der Vortriebsschild
in seinem vorderen, in Vortriebsrichtung weisenden Bereich mit einem vorkragenden
Firstbereich versehen ist.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wiedergegeben,
welches nachstehend beschrieben ist. Es zeigen:
1 eine Stollenvortriebsvorrichtung mit einem Vortriebsschild
und nachgeordneter Spritzbetonauskleidung der Stollenwandung in einer schematischen
Seitenansicht,
2 einen Pressenantrieb für den Vortriebsschild
mit zugeordnetem Abstützwiderlager in einer vergrößerten Ausschnittsdarstellung
gemäß 1.
Wie sich aus 1 ergibt, erfolgt der Vortrieb
des Stollens 10 mittels eines Vortriebsschildes 11, welches
als Schneidschuh mit einer umlaufenden Wandung ausgebildet ist, so dass sich beim
Vorschub des Vortriebsschildes 11 dessen umlaufende Wandung in die nicht
oder nur gering standfesten Böden einschneidet und das im Inneren des Vortriebsschildes
11 anstehende Haufwerk gelöst und abgefördert werden kann. Hierzu
ist der Vortriebsschild 11 mit einem vorkragenden Firstbereich
12 versehen, so dass sich ein selbstständiges Abböschen der Ortsbrust
beim Einschieben des Vortriebsschildes 11 ergibt und so die Hereingewinnung
des Materials an der Ortsbrust unterstützt wird. Wie sich aus 1
ergibt, ist im Firstbereich des Vortriebsschildes 11 an diesem ein Pressenantrieb
13 angeflanscht, der sich mit einem ausfahrbaren Stempel 14 gegen
den dem Vortriebsschild 11 nachfolgenden Ausbau des Stollens in einer noch
zu beschreibenden Weise abstützt. Zur Erleichterung der Einbringung der den
Ausbau des Stollens 10 bildenden Spritzbetonauskleidung 16 weist
der Vortriebsschild 11 ein den Stempel 14 des Pressenantriebes
13 überbrückendes Schwanzblech 15 auf, auf welches beispielsweise
eine äußere Bewehrung in Form eines Drahtgeflechtes, eines Fließes
oder einer dünnen Lage Styropor aufgebracht werden kann. Soweit beim Vorschub
des Schwanzbleches nach Aushärtung der Spritzbetonschale ein Ringspalt entsteht,
kann dieser anschließend mit einer Zementsuspension verpresst werden, wobei
gleichzeitig ausbruch- und vortriebsbedingte Auflockerungszonen durch die eingebrachte
Zementsuspensionsschicht 17 verfestigt werden.
Soweit zum Ausbau der Wandung des Stollens 10 eine Spritzbetonauskleidung
16 eingebracht wird, wird in diese Spritzbetonauskleidung bei ihrer Herstellung
ein jedem Pressenantrieb 13 zugeordnetes Abstützwiderlager
18 eingebracht, welches bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel
aus einzelnen Rohren 19 gebildet ist, die durch Verbindungsmuffen
20 miteinander verbunden sind. Zur Erhöhung der Stabilität können
die Rohre 19 mit einem Beton, vorzugsweise aus Kostengründen einem
Magerbeton verfüllt sein. Soweit die einzelnen Rohre 19 als Abstützwiderlager
18 in einer Flucht in der Spritzbetonauskleidung 16 verlegt sind
und sich der Stempel 14 des zugeordneten Pressantriebes 13 gegen
das aus der Rohrflucht bestehende Abstützwiderlager 18 abstützt,
können die Abstützkräfte über die Flucht von in der Spritzbetonauskleidung
liegenden Rohren 19 nach hinten bis zu einem geeigneten festen Widerlager
übertragen werden, ohne dass die die Rohre 19 aufnehmende Spritzbetonschicht
belastet wird. Damit sind die Vortriebsarbeiten einerseits und die mit der Einbringung
der Spritzbetonschicht verbundenen Ausbauarbeiten andererseits voneinander entkoppelt,
so dass eine bestmögliche Vortriebsgeschwindigkeit erreichbar ist.
Die in der vorstehenden Beschreibung, den Schutzansprüchen und
der Zeichnung offenbarten Merkmale des Gegenstandes dieser Unterlagen können
einzeln als auch in beliebigen Kombinationen untereinander für die Verwirklichung
der Erfindung in ihren verschiedenen Ausführungsformen wesentlich sein.