Technischer Bereich
Die Erfindung betrifft ein Samenband für einen gesteuerten Keimungsprozess,
umfassend aufeinander folgend angeordnete Keimungseinheiten, wobei die Keimungseinheiten,
falls gewünscht, eine nach der anderen abgeschnitten werden können, wobei
das Samenband aus wenigstens zwei Papierschichten gebildet ist und dafür vorgesehen
ist, hochkant angeordnet verwendet zu werden, und wobei jede Keimungseinheit einen
Samen, Zusatzstoffe und einen Träger umfasst.
Hintergrund
Die Bezeichnung „Papierschicht" ist hier nicht nur als eine
Schicht Papier zu verstehen; diese Schicht kann aus einer Vielzahl von Materialien
gefertigt sein.
Die Zusatzstoffe können im Prinzip alle Substanzen umfassen,
welche mit den übrigen gewählten Materialien und Substanzen, die eine
günstige Wirkung auf die Lagerung, Keimung und das Wachstum der Samen und der
daraus hervorgehenden Sprossen haben, kompatibel sind. Die Zusatzstoffe können
beispielsweise umfassen: Pestizide einschließlich Herbizide, Insektizide, insbesondere
systemische Insektizide, Fungizide, Viren, Bakterienkulturen, Pilzkulturen, wie
beispielsweise Trichoderma, Pilzsporen, in Mikrokapseln eingeschlossene Fungizide,
Eier nützlicher Insekten, wie beispielsweise räuberische Nematoden, Dünger,
Hormone, Enzyme, Tierabwehrmittel, Mittel zur pH-Einstellung, Kohle, Tonpartikel,
Spurenelemente, wie beispielsweise Molybdän, Holzfasern oder Holzpulver, Kieselgur,
oberflächenwirksame Mittel, Kieselerde und andere Zusatzstoffe mit positiver
Wirkung auf die Keimung und das Pflanzenwachstum, wobei mehrere Substanzen in Mikrokapseln
eingeschlossen zur Verfügung stehen, mit dem Ergebnis, dass diese gegen biologischen
Abbau geschützt sind und eine gesteuerte Freisetzung erfolgen kann. Die Zusatzstoffe
können ferner Kaliumnitrat und Natriumchlorid umfassen.
Die Bezeichnung „Träger" ist hier als eine oder mehrere
der folgenden Substanzen zu verstehen: Kieselerde, Vermiculit, Perlit, Zeolit, Zellulosematerialien,
wie beispielsweise Holzfasern, Sphagnum, Tonerde, optional gebrannte Tonerde, Mineralfasern
wie beispielsweise Steinwolle oder ähnliche Substanzen, wodurch es möglich
ist, einen gewünschten Grad an Wasserbindevermögen, Wasserfördervermögen,
Ionenaustauscheigenschaften etc. zu erhalten.
Die Samen können vor der Positionierung in einem Samenband vorbereitet
werden.
Es ist ein Samenband bekannt, welches Hüllen umfasst, die in
gleichmäßigen Abständen angeordnet sind und durch zwei gegenüber
liegende, Wand-bildende Papierschichten gebildet sind, wobei eine Papierschicht
auf der Außenseite mit einer Beschichtung versehen ist und wobei die Hüllen
Samen und verschiedene Substanzen umfassen, wie beispielsweise Substanzen, welche
das Wachstum steuern. Jedoch ist dieses Band nicht besonders geeignet für einen
Zwei-Schritt-Keimungsprozess, das heißt anfänglich einen Schritt, welcher
eine Vorbereitung der Samen umfasst, wobei gerade genügend Wasser zugeführt
wird, um den Lebensprozess des Samens zu starten, gefolgt von einer Pause über
einen Zeitraum, und dann einen Schritt, welcher die Keimung umfasst und bei welchem
die Samenblätter und die Wurzeln erscheinen und ein gesteuertes feuchtes Mikroklima
gleichzeitig den Samen umgibt. Letzteres ist nicht vollständig zufriedenstellend.
Kurze Beschreibung der Erfindung
Ziel der Erfindung ist es, ein Samenband des oben genannten Typs vorzusehen,
welches eine besonders einfache Struktur aufweist und folglich einfach herzustellen
ist und welches zum Vorsehen eines gesteuerten feuchten Mikroklimas um den Samen
herum während eines Zwei-Schritt-Keimungsprozesses besonders geeignet ist und
insbesondere zum Vorsehen einer ausreichenden Menge Luft um den Samen herum und
die Entwicklung von Wurzeln während des Prozesses geeignet ist.
Das erfindungsgemäße Samenband ist dadurch gekennzeichnet,
dass jede Keimungseinheit als planares Element ausgebildet ist, dessen Längsachse
sich im Wesentlichen quer zu oder geneigt bezüglich der Längsrichtung
des Samenbands erstreckt, und dadurch dass die Zusatzstoffe und der Träger
in Form eines Granulats vorliegen und an separaten Stellen um den Samen herum angeordnet
sind, wobei sich Luft zwischen dem Samen und den Zusatzstoffen und dem Träger
befindet, und dadurch, dass der Samen, die Zusatzstoffe und der Träger an eine
an sich eher luftdurchlässige Papierschicht mittels einer Schicht eines Haftmittels
an der Innenseite wenigstens einer Papierschicht angehaftet sind, und dadurch, dass
wenigstens ein optional eher breiter Streifen eines wasserabsorbierenden, superabsorbierenden
Polymers (SAP) auf der Haftschicht in jedem planaren Element platziert ist, wobei
sich das Polymer (SAP) über den Samen oder hinter dem Samen in geringer Entfernung
zu diesem derart erstreckt, dass es in einer Richtung orthogonal zu der Längsrichtung
des Samenbands betrachtet wenigstens ein Ende des planaren Elements erreicht. Folglich
werden eine große strukturelle Einfachheit und eine leichte Herstellung des
Samenbands erzielt. Ferner wird sichergestellt, dass es bei der Anordnung der Samen
in dem Band während des ersten Schritts des Keimungsprozesses,
das heißt während der Vorbereitung, möglich ist, ein gesteuertes
feuchtes Klima um die Samen herum vorzusehen, das für den Keimungsprozess mit
einer geeigneten Menge Luft (Sauerstoff) versehen ist, unter anderem weil die Papierschicht
luftdurchlässig ist, und dass es während des zweiten Schrittes des Keimungsprozesses
möglich ist, eine ausreichende Luftmenge in dem Bereich um die sich entwickelnden
Wurzeln herum zu garantieren. Der Samen kann einer wirksamen Vorbereitung im Inneren
des Bands unterworfen werden, indem dem SAP eine erste geringe Wassermenge zugeführt
wird. Während des zweiten Keimungsschrittes, bei welchem dem Samenband zusätzliches
Wasser zugeführt wird, wird ferner sichergestellt, dass die sich entwickelnde
Wurzel der Keimungseinheit korrekt ausgerichtet werden kann, da der Samen in der
Keimungseinheit befestigt ist, und dass der Anwender immer weiß, welche Seite
der Keimungseinheit, das heißt des Samens, nach oben oder unten zeigt. Das
Samenband ist für einen großen Bereich von Gemüse, wie beispielsweise
Kopfsalat, Kohl und Karotten, Spinat und Zwiebeln, sowie industrielle Getreide,
wie beispielsweise Zuckerrüben, Tabak, Tomaten und Mais besonders geeignet.
Wird der Samen im obersten Teil, vorzugsweise im obersten Viertel
der Keimungseinheit platziert, kann dem Streifen aus SAP-Material, vorzugsweise
dem Teil des Streifens, der sich im ausgepflanzten Zustand der Keimungseinheit über
dem Samen befindet, erfindungsgemäß ein hydrophiles Material, wie beispielsweise
Kieselerdepulver, Lehmpartikel, Vermiculit oder Perlit, zugemischt werden, mit dem
Ergebnis, dass ein Kapillareffekt zwischen den SAP-Körnern und dem Samen erreicht
wird und entsprechend ein verbesserter Fluidtransfer von den SAP-Körnern zu
dem Samen erzielt wird. Dies führt zu einer verbesserten Steuerung des Mikroklimas
um den Samen herum und gleichzeitig ist es möglich, eine vorbestimmte Menge
Licht zuzuführen.
Erfindungsgemäß werden die Größe der SAP-Körner
und die SAP-Menge derart gewählt, dass das SAP wenigstens 1/20 der Wassermenge
halten kann, die erforderlich ist, um den vollständigen Keimungsprozess des
Samens zu bewirken. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass wenigstens die Vorbereitung
der Samen ausgeführt werden kann.
Erfindungsgemäß kann die Haftschicht vorteilhafterweise
die gesamte Innenseite wenigstens einer Papierschicht bedecken und die Haftschicht
kann vorzugsweise mittels vieler, im Wesentlichen sehr enger und benachbarter Bahnen
des Haftmittels erzeugt sein, wobei sich diese Bahnen im Wesentlichen parallel zu
der Längsrichtung des Samenbands oder orthogonal dazu oder in beiden Richtungen
erstrecken.
Ferner können die im Wesentlichen parallelen Bahnen des Haftmittels
erfindungsgemäß in der Haftschicht einen Winkel von 45° bis 70°,
vorzugsweise 50° bis 60°, zur Längsrichtung des Samenbands bilden,
wodurch sichergestellt wird, dass die aus dem Samen resultierende Wurzel bis zu
einem vorbestimmten Grad in einer spezifischen Richtung zu Körnern mit Depot-Substanzen,
wie beispielsweise klinische und biologische Pestizide gesteuert werden kann.
Ferner kann die Haftschicht erfindungsgemäß durch viele,
eng nebeneinander angeordnete Haftmitteltropfen gebildet sein. Dies führt dazu,
dass jedes planare Element in dem Samenband eine hohe Formstabilität aufweist.
Ferner kann die Haftfähigkeit des verwendeten Haftmittels erfindungsgemäß
geringfügig schwächer sein als die Expansionskraft, welche durch das Polymermaterial
ausgeübt wird, wenn dieses dazu gebracht wird, Wasser zu absorbieren, wobei
das Haftmittel vorzugsweise eine Haftfähigkeit aufweist, welche mittels der
in der vorliegenden Beschreibung angegebenen Methode gemessen schwächer als
ungefähr 28 g*/cm, vorzugsweise schwächer als 20 g*/cm ist. Auf diese
Weise wird sichergestellt, dass während des Wässerns des Samenbands ausreichend
Raum vorgesehen ist, um zu ermöglichen, dass die aufquellenden Polymerkörner
Teile der Papierschichten leicht voneinander weg drücken, während die
Haftfähigkeit des Haftmittels unterdrückt wird, wodurch die Spannungen
in den Papierschichten nicht zu stark werden.
Ferner kann der untere Teil beider Papierschichten erfindungsgemäß
zu derselben Seite gefaltet sein, wobei dieser untere Teil vorzugsweise eine Breite
von 5% bis 15% der Breite des Samenbands in seinem nicht gefalteten Zustand aufweist.
Dies führt dazu, dass die Samen oder die Granulatteile nicht unbeabsichtigt
aus dem Band verschwinden, auch wenn sie sich von dem Haftmittel auf dem Papier
lösen.
Erfindungsgemäß können die Papierschichten aus Kraftpapier
mit einer hohen Nassfestigkeit oder aus einem Gaze-ähnlichen Material gefertigt
sein, was sich als besonders vorteilhaft erwiesen hat, da das Papier dann eine große
Menge Wasser absorbieren kann ohne in Stücke zu zerfallen.
Ferner können die Papierschichten erfindungsgemäß aus
einem dünnen, nicht gewebten Fasermaterial (Vlies; nicht gewebtes Gewebe) gebildet
sein. Es kann zu einem „Thermo-Keimruhe"-Zustand des Samenbands kommen, wenn
das Samenband unbeabsichtigt bei einer zu hohen Temperatur gelagert wurde, und ein
solcher „Thermo-Keimruhe"-Zustand kann auf relativ einfache Weise beendet
werden, indem Ethylen zu dem Samenband gegeben wird, da das Ethylen
das dünne Fasermaterial relativ leicht durchdringen kann. Dieser „Thermo-Keimruhe"-Zustand
kann beispielsweise bei Kopfsalatsamen auftreten.
Ferner kann das Samenband erfindungsgemäß eine Breite von
10 bis 50 mm aufweisen, und jedes planare Element kann eine Breite von 10 bis 30
mm, vorzugsweise von 15 bis 20 mm aufweisen, was sich bei Gemüsesamen als besonders
vorteilhaft erwiesen hat.
Erfindungsgemäß kann der SAP-Streifen ferner eine Breite
von 3 bis 10 mm, insbesondere 4 bis 6 mm, vorzugsweise 5 mm aufweisen, was sich
bei den meisten Samentypen als vorteilhaft erwiesen hat. Es bleibt viel Platz für
die SAP-Körner, nachdem die SAP-Körner beim abschließenden Wässern
durch Aufquellen ihr Maximalvolumen erreicht haben.
Ferner kann der SAP-Streifen erfindungsgemäß im Wesentlichen
orthogonal zur Längsachse des Samenbands platziert sein. Dies führt dazu,
dass eine einfache Verwendung des Bands bei der Herstellung des Samenbands erreicht
wird.
Erfindungsgemäß ist das SAP-Material vorteilhafterweise
eine aus quervernetzten Polyacrylsäuren, quervernetzten Isobutylen-Maleinsäure-Copolymer-Derivaten,
Salzen quervernetzter Stärke-Polyacrylsäuren, Salzen quervernetzter Polyvinylalkohol-Polyacrylsäuren,
quervernetzten Polyvinylalkohol-Derivaten, quervernetzten Polyethylen-Glykol-Derivaten
und quervernetzten Carboxymethylcellulose-Derivaten gewählte Substanz.
Ferner kann das Haftmittel, welches Teil der Haftschicht ist, erfindungsgemäß
vorteilhafterweise ein Polyvinylacetat, ein Polyvinylalkohol, ein Polyethylenglykol,
ein Polyacrylat oder ein Acrylsäureester-Copolymer sein.
Erfindungsgemäß kann der Samen vorteilhafterweise mehr als
2 mm von der Oberkante des Samenbands entfernt platziert sein.
Ferner kann hydrophobes Pulver, wie beispielsweise hydrophobe Kieselerde,
Calciumstearat, Magnesiumstearat oder Bariumstearat zu dem Streifen aus SAP-Material
und vorzugsweise zu dem Teil des Streifens hinzugefügt werden, welcher in dem
unteren Teil der Keimungseinheit positioniert ist, wenn die Keimungseinheit ausgepflanzt
werden soll. Dies führt dazu, dass die SAP-Körner schneller mit Wasser
gefüllt werden als zuvor, insbesondere während des zweiten Schritts des
Keimungsprozesses, umfassend eine Zufuhr großer Mengen Wassers zu der Keimungseinheit,
um die SAP-Körner vollständig mit Wasser zu füllen. Ferner kann die
Luft, die sich vor dem Wässern optional in den Räumen zwischen den SAP-Körnern
befindet, vollständig oder teilweise in der Keimungseinheit verbleiben.
Erfindungsgemäß können eine oder mehrere der Papierschichten
durch Löcher mit einem Durchmesser von 0,1 mm bis 0,3 mm, vorzugsweise von
0,2 mm perforiert sein und kann die Anzahl der Löcher 7 bis 10 Löcher
pro cm2, vorzugsweise 9 Löcher pro cm2, betragen. Dies
führt dazu, dass sowohl Luft als auch Wasser während der zwei Schritte
des Keimungsprozesses leicht in die Keimungseinheit gelangen können.
Ferner können eine oder beide Papierschichten durch Schnitte
perforiert sein, wobei jeder Schnitt vorzugsweise eine Länge von 1,5 mm bis
3,0 mm aufweist und beispielsweise an einer Kante des Samenbands offen sein, wodurch
eine zusätzliche Möglichkeit der Zufuhr von Luft (Sauerstoff) zum Samen
erreicht wird.
Erfindungsgemäß können die SAP-Körner vorteilhafterweise
kleiner als 600 &mgr;m sein und vorzugsweise eine Größe im Bereich von
200 &mgr;m bis 600 &mgr;m aufweisen.
Ferner kann das SAP-Material, wie beispielsweise die SAP-Körner
und optional auch die Samen, die Zusatzstoffe und der Träger in einem plattenförmigen
Trägermaterial aus beispielsweise geklebter oder gewebter Cellulose, aus Kunststofffasern
oder aus nicht gewebten Fasern erfindungsgemäß eingeschlossen sein, was
dazu führt, dass es während der Herstellung des Samenbands möglich
ist, das SAP-Band und optional auch den Samen, die Zusatzstoffe und den Träger
auf eine der Papierschichten auf besonders genaue Weise aufzubringen.
Erfindungsgemäß können das Haftmittel in der Haftmittelschicht
durch Druck, Ultraschall oder Wärme aktiviert werden, mit dem Effekt, dass
eine sehr einfache Herstellung des Samenbands erzielt wird.
Ferner kann das SAP-Material erfindungsgemäß in Form dünner
Stäbchen, Fäden oder Stapelfasern vorzugsweise mit einer Feinheit von
10 bis 30 Denier vorliegen, wobei die Stapelfasern beispielsweise eine Länge
von 3 bis 4 mm aufweisen. Die resultierende Befestigung des SAP-Materials an den
Papierschichten ist so verbessert. Das SAP-Material in der Nähe der Kanten
des Samenbands kann sich nicht leicht lösen und aus jedem planaren Element
hinausfallen.
Erfindungsgemäß können die Fäden aus SAP-Material
in das Trägermaterial eingewebt sein, was dazu führt,
dass es möglich ist, auf besonders effiziente und einfache Weise eine korrekte
Positionierung des SAP-Materials in jedem planaren Element sicherzustellen.
Die Erfindung betrifft auch eine von dem Samenband erfindungsgemäß
abgeschnittene Keimungseinheit.
Es wird darauf hingewiesen, dass die Erfindung vorzugsweise für
nackte Samen verwendet wird. Der vorangehende Bezug auf je einen Samen pro Keimungseinheit
dient zur besseren Erläuterung. Jede Keimungseinheit kann anstatt nur eines
Samens auch viele Samen umfassen.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
Die Erfindung wird nachfolgend mit Bezug auf die beiliegenden Zeichnungen
detailliert beschrieben, wobei gilt:
1 ist eine Vorderansicht einer hochkant platzierten
erfindungsgemäßen Ausführungsform des Samenbands,
2 zeigt einen horizontalen Abschnitt der Ausführungsform
in 1, wobei die obere Papierschicht der zwei Papierschichten
des Samenbands entfernt worden ist und wobei die Haftschicht ausgenommen ist,
3 zeigt eine zweite Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Samenbands, bei welcher die obere Papierschicht des Bands entfernt worden ist,
4 zeigt eine dritte Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Samenbands, bei welcher ein Ende des planaren Elements des Samenbands gefaltet worden
ist,
5 zeigt eine vierte Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Samenbands, bei welcher die einzelnen planaren Elemente unter anderem in der unteren
Hälfte einige parallele Schlitze aufweisen,
6 zeigt eine fünfte Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Samenbands, bei welcher die im Wesentlichen parallelen Haftstreifen der Haftschicht
einen Winkel von ungefähr 55° zu der Längsrichtung 1 des Samenbands
bilden,
7 zeigt ein Samenband, bei welchem die obere Papierschicht
entfernt worden ist, und zeigt wie ein breiter Streifen SAP-Material platziert werden
kann,
8 zeigt ein Samenband, bei welchem Perforationen in
der Papierwand gebildet sind, und
9 zeigt eine Papierschicht eines Samenbands, wobei
die Haftstreifen der Haftschicht deutlich erscheinen, wobei sich die Streifen parallel
und orthogonal zu der Längsrichtung des Samenbands erstrecken.
Beste Ausführungsart der Erfindung
1 zeigt eine Ausführungsform eines Samenbands
1, das für die Verwendung zusammen mit einem gesteuerten Keimungsprozess
gedacht ist, vorzugsweise einem Zwei-Schritt-Keimungsprozess. Das Band ist aus aufeinander
folgend angeordneten Keimungseinheiten 1a, 1b, 1c,
1d gebildet, wobei jede Keimungseinheit einen Samen 5, Zusatzstoffe
6 in fester Form (Körner) und einen Träger 8 ebenfalls
in fester Form (Körner) umfasst.
Das Band ist aus zwei Papierschichten 1' und 1''
gebildet, wobei wenigstens eine der Papierschichten eher luftdurchlässig ist.
Die Papierschichten sind mittels einer Haftschicht auf wenigstens einer der Papierschichten
zusammen geklebt. Die Haftschicht ist in 9 mit
9 bezeichnet. Die Trennlinien zwischen den einzelnen Keimungseinheiten
sind mit 7 bezeichnet. So ist jede Keimungseinheit als ein längliches
planares Element 1a, 1b, 1c, 1d gebildet. Die
Haftmittelkörner 6 und der Träger sind wie gezeigt an unterschiedlichen
Stellen um den Samen 5 herum angeordnet, wobei Luft zwischen die Körner
und den Samen gelangt. Der Samen 5, die Zusatzstoffe 6 und der
Träger 8 sind an die Innenseite wenigstens einer Papierschicht
1' mittels der oben genannten Haftschicht angehaftet. Wie in
2 gezeigt ist, ist ein eher breiter Streifen aus wasserabsorbierendem
Polymer (SAP) 10 an der Haftschicht an der Innenseite beispielsweise der
Papierschicht 1' angebracht, das heißt in jedem planaren Element
1a, 1b, 1c, 1d. Dieser breite Streifen aus wasserabsorbierendem
Polymer (SAP) 10 erstreckt sich zu beiden Enden des planaren Elements,
das heißt zu beiden Kanten des Samenbands, und gelangt über den Samen
5. Dieser Streifen 10 kann sich optional nur von einem der Enden
des planaren Elements und zu dem Samen 5 erstrecken und nicht weiter, vgl.
7. In ähnlicher Weise kann der SAP-Streifen
10' kurz über den Samen hinausgehen, das heißt über das
rechte Ende in 7.
Wird der Samen 5 in dem oberen Abschnitt, vorzugsweise dem
oberen Viertel der Keimungseinheit platziert, kann hydrophiles Material, wie beispielsweise
Kieselerdepulver, Tonpartikel, Vermiculit oder Perlit insbesondere zu dem Teil
10a des Streifens 10 hinzugefügt werden, vgl. 3,
welcher im ausgebetteten Zustand der Keimungseinheit über dem Samen
5 liegt.
Bei dem oben genannten SAP-Streifen sind Größe und Menge
der SAP-Körner derart gewählt, dass das SAP wenigstens
einen zwanzigsten Teil der Wassermenge halten kann, die notwendig ist, um das Abschließen
des Keimungsprozesses des Samens zu bewirken. Folglich kann der Streifen genau die
Menge Wasser absorbieren, die notwendig ist, um eine Vorbereitung durchzuführen
bevor nach einer Pause von beispielsweise 5 bis 14 Tagen die Keimung des Samens
abgeschlossen ist. Die Samen sind typischerweise Samen von Spinat, Karotten und
Zwiebeln, welche immer vorbereitet werden. Der erste Schritt des Keimungsprozesses,
das heißt die Vorbereitung, ermöglicht nicht nur das Eindringen einer
sehr geringen Menge Wasser zu dem Samen, sondern auch das Eindringen von Luft (Sauerstoff)
durch die luftdurchlässige Papierwand. Das Mikroklima, insbesondere die Feuchtigkeit
um den Samen herum wird auf der Basis des SAP-Streifens gesteuert. Der zweite Schritt
des Keimungsprozesses erlaubt das Eindringen von großen Mengen Wasser und von
Luft (Sauerstoff) zu den Wurzeln. Das erfindungsgemäße Samenband hat sich
für beide Schritte des Keimungsprozesses als geeignet erwiesen.
In 9 ist die Haftschicht aus vielen parallelen
und benachbarten Haftstreifen 9 gebildet, welche entweder zu der Längsrichtung
des Samenbands oder zu der Richtung orthogonal zu der Längsrichtung parallel
sind. Wie in 6 gezeigt ist, ist es möglich, dass
die Haftstreifen 37 der Haftschicht einen Winkel v zu der Längsrichtung
des Samenbands von ungefähr 45 bis 70°, vorzugsweise von 50 bis 60°
bilden. In 6 beträgt v ungefähr 55°.
Wie in 7 gezeigt ist, kann die Haftschicht
9 in Form vieler nebeneinander angeordneter Tropfen gebildet sein.
Was das verwendete Haftmittel 9, 27, 37
angeht, wird darauf hingewiesen, dass dessen Haftfähigkeit geringfügig
schwächer ist als die Expansionskraft, die von dem Polymermaterial ausgeübt
wird, wenn es dazu gebracht wird, Wasser zu absorbieren. Das Haftmittel weist eine
Haftfähigkeit von ungefähr 28 g* pro cm oder weniger auf, vorzugsweise
von weniger als 20 g*/cm. Die Haftfähigkeit ist hier durch die Kraft in g*/cm
gemessen, die notwendig ist, um zwei Papierschichten zu trennen, welche mittels
des fraglichen Haftmittels angehaftet worden sind und eine Breite von 5 cm und eine
Länge von 20 cm aufweisen. An dem 5 cm breiten Streifen wird eine Kraft von
ungefähr 100*g gemessen, was den ungefähr 20 g* pro cm entspricht.
4 zeigt, wie der untere Abschnitt beider Papierschichten
1' und 11'', das heißt der Abschnitt, der später auf
die Erde gelegt wird, zu derselben Seite gefaltet werden kann, wobei der untere
Abschnitt in 4 mit 24 bezeichnet ist und vorzugsweise
eine Breite b1 von 5 bis 15% der Breite b1 + b0
des Bands im nicht gefalteten Zustand aufweist.
5 zeigt, wie die untere Hälfte jedes planaren
Elements 1a, 1b, 1c, 1d eine Vielzahl im Wesentlichen
paralleler Schlitze 21 umfassen kann, welche sich durch eine oder beide
Papierschichten erstrecken und an der benachbarten Kante 30 des Bands
1 offen sind. Die Schnitte können eine Länge von 1,5 bis 3,0
mm aufweisen. Die Papierschichten können aus Kraftpapier mit einer hohen Nassstärke
oder auch aus einem Gaze-ähnlichen Material gebildet sein. Ferner können
die „Papier"schichten aus einem dünnen, nicht gewebten Material (Vlies;
nicht gewebtes Gewebe) gebildet sein. Jedes Samenband weist vorzugsweise eine Breite
b von 10 bis 50 mm auf und jedes planare Element kann eine Breite B von 10 bis 30
mm, vorzugsweise von 15 bis 20 mm aufweisen. Geht es beispielsweise um Kohlsamen,
so kann das Samenband 10 mm breit sein und jedes planare Element 15 mm breit sein.
Geht es beispielsweise um Maissamen, so können die entsprechenden Maße
25 bzw. 20 mm betragen.
Der Streifen 10 aus SAP-Material, siehe 2
und 7, kann eine Breite b1 von 3 bis 10 mm, insbesondere
4 bis 6 mm, vorzugsweise 5 mm aufweisen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen,
dass das SAP-Material in der Regel in Form eines sehr feinen, fast unsichtbaren
Pulvers vorliegt. Das Gewicht des SAP-Materials für ein einzelnes planares
Element liegt typischerweise im Bereich von ungefähr 0,00025 bis 0,0045 g,
was bedeutet, dass die Körner auf jedem Streifen mit bloßem Auge kaum
zu sehen sind. Die Körner, das heißt, das Granulat, kann einen Durchmesser
von weniger als 600 &mgr;m aufweisen.
Der Streifen aus SAP-Material 10 kann im Wesentlichen orthogonal
zu der Achse 1 des Samenbands platziert sein, siehe 2.
In 7 wird deutlich, wie die Streifen 10,
10' auf verschiedene Weise bezüglich des Samens 5 platziert
werden können. Wie oben beschrieben, kann der Streifen 10' bezüglich
des Samens 5 leicht versetzt platziert sein.
Das bei den Streifen 10, 10' verwendete SAP-Material
kann beispielsweise eine aus querverbundenen Polyacrylsäuren, querverbundenen
Isobutylen-Maleinsäure-Copolymer-Derivaten, Salzen querverbundener Stärke-Polyacrylsäuren,
Salzen querverbundener Polyvinylalkohol-Polyacrylsäuren, querverbundenen Polyvinylalkohol-Derivaten,
querverbundenen Polyethylen-Glykol-Derivaten und querverbundenen Carboxymethylcellulose-Derivaten
gewählte Substanz sein.
Das Haftmittel, welches bei der Haftschicht 27,
37 verwendet ist, kann ein Polyvinylacetat, ein Polyvinylalkohol, ein Polyethylenglykol,
ein Polyacrylat oder ein Acrylsäureester-Copolymer sein.
Während sich die vorliegende Beschreibung darauf
bezieht, dass jede Keimungseinheit 1a, 1b, 1c, einen
Samen 5 umfasst, wird darauf hingewiesen, dass die Keimungseinheit, das
heißt das planare Element, in einigen Situationen mehrere Samen umfassen kann,
beispielsweise wenn es um Zwiebel-, Karotten- und Spinatsamen oder um Samen für
verschiedene aromatische Pflanzen geht, welche in Büscheln angebaut werden.
Jeder Samen 5 kann in der Nähe der Samenbandkante
20 oben in der Erde positioniert sein, wenn das Samenband ausgebettet wird.
Die Entfernung a von dem Samen 5 zu der Kante 20, siehe
7, kann in einigen Situationen nur 2 mm betragen und
ist im Allgemeinen nicht kürzer.
Wie in 7 gezeigt ist, kann dem Streifen
10' aus SAP-Material hydrophobes, d.h. wasserabweisendes Pulver, wie beispielsweise
wasserabweisendes Kieselerde, Calciumstearat, Magnesiumstearat oder Bariumstearat
hinzugefügt werden, vorzugsweise zu dem Abschnitt des Streifens, welcher unten
in der Erde platziert ist, sobald das Band ausgebettet worden ist.
Die einzelnen SAP-Körner können kleiner als 60 &mgr;m
sein, weisen aber vorzugsweise eine Größe im Bereich von 200 bis 600 &mgr;m
auf.
8 zeigt, wie eine oder mehrere der Papierschichten
durch kreisförmige Löcher 22 mit einem Durchmesser von 0,1 bis
0,3 mm, vorzugsweise 0,2 mm, perforiert sein kann. Die Löcher und die Lochzwischenräume
sind aus Gründen der Klarheit übertrieben dargestellt. Die Anzahl der
Löcher beträgt 7 bis 10 pro cm2, vorzugsweise 9 Löcher
pro cm2.
Das SAP-Material, wie beispielsweise die SAP-Körner in dem Streifen
10, siehe zum Beispiel 2, und optional auch
der/die Samen, die Zusatzstoffe und der Träger können in einem nicht gezeigten
plattenförmigen Träger beispielsweise in geklebten oder gewebten Zellulose-,
Kunststofffasern oder nicht gewebtem Gewebe eingeschlossen sein, was dazu führt,
dass der Streifen leicht in der korrekten Position angehaftet werden kann.
Erstreckt sich der Streifen 10 aus SAP-Körnern ganz
von der oberen Kante des Samenbands zu der unteren Kante des Bands, so kann jedes
planare Element 1a, 1b, 1c und 1d als eine kleine,
abgeflachte Röhre beschrieben werden.
Das Haftmittel der Haftschicht 27, 37 kann, falls
gewünscht, beispielsweise mittels eines Drucks, Ultraschall oder Wärme
aktivierbar sein, wodurch die resultierende Herstellung des planaren Elements
1a, 1b, 1c und 1d leichter ist.
Anstelle von Körnern kann das SAP-Material in Form von dünnen
Stäbchen, Fäden oder Stapelfasern vorliegen, vorzugsweise mit einer Feinheit
von 10 bis 30 Denier, wodurch die Stapelfasern beispielsweise eine Länge von
3 bis 4 mm aufweisen. Diese Fäden können, falls erwünscht, in das
oben beschriebene plattenförmige Trägermaterial gewebt werden.
Ein Vorteil der Erfindung besteht darin, dass es, falls es notwendig
ist, eine Vorbereitung der Samen durchzuführen, möglich ist, diese Vorbereitung
auf sehr zuverlässige und einfache Weise durchzuführen und es gleichzeitig
möglich ist, eine sehr schnelle, zuverlässige und sehr homogene Vorbereitung
der Samen während des zweiten Keimungsschritts zu erzielen. Falls gewünscht,
ist es möglich, eine Pause von bis zu mehreren Wochen zwischen dem ersten und
dem zweiten Keimungsschritt einzulegen und durch eine Abkühlung auf 2 bis 5°C
ist es möglich, diese Pause weiter zu verlängern. Die Vorbereitung erfolgt
üblicherweise bei 10 bis 35°C, vorzugsweise bei 18 bis 25°C. Bei
Zuckerrüben erfolgt typischerweise eine Pause von ungefähr 14 Tagen zwischen
dem Abschließen der Vorbereitung und dem Initiieren des Abschlusses des Keimungsprozesses.
Letzteres gilt auch für Samen von Spinat, Zwiebeln, Karotten, Kohl und Kopfsalaten.
Die Bezeichnung „planares Element" ist hier als ein relativ
kleiner, im Wesentlichen rechteckiger oder Parallelogramm-förmiger Körper
zu verstehen, welcher auch relativ dünn ist.