Die Erfindung bezieht sich auf beschichteten bzw. umhüllten Samen,
welcher eine Beschichtung bzw. Umhüllung zur Verbesserung der Wirksamkeit von
Phosphor und gegebenenfalls auch zur Verbesserung der Wirksamkeit von Spurenelementen
in den Pflanzennährstoffen im Frühstadium des Pflanzenwachstum aufweist,
und auf ein Verfahren zur Beschichtung bzw. Umhüllung von Samen und auf ein
Verfahren zur Verbesserung der Wirksamkeit von Phosphor und gegebenenfalls auch
zur Verbesserung der Wirksamkeit von Spurenelementen der Pflanze und zur Förderung
des Pflanzenwachstums im Frühstadium des Pflanzenwachstums.
Die Geschwindigkeit, mit welcher die Wurzeln einer Pflanze das Düngemittel
erreichen, hat große Bedeutung für die Fähigkeit der Pflanze, die
Nährstoffe, die sich im Düngemittel befinden, aufzunehmen, und für
den Erfolg der anfänglichen Entwicklung und des Wachstums der Pflanze in den
ersten drei Wochen.
Die Menge der Hauptnährstoffe (N, K, P, Ca, S, Mg), welche über
die Düngemittel in die Pflanzen gelangen, d.h. die Wirksamkeit der Nährstoffe,
variiert gewöhnlich von einigen Prozent bis zu 70 bis 80 Prozent. Die Wirksamkeit
von Phosphor ist besonders gering, ungefähr 5 bis 20 Prozent. Die Wirksamkeit
von Spurenelementen (B, Co, Cu, Fe, Mn, Mo, Zn, Cl) ist oft noch geringer als diese.
Das Verfahren zum Verteilen eines Düngemittels, d.h. wie weit
entfernt das Düngemittel von dem Samen aufgetragen wird, beeinflusst die Fähigkeit
der Pflanze, die Nährstoffe aufzunehmen. Die Nährstoffe in einem Düngemittel,
welches weit von dem Samen entfernt ist, z. B. in einer Entfernung von sechs Zentimetern,
haben Zeit, mit Bodenmineralien zu reagieren und schlecht lösliche Verbindungen
zu bilden, bevor die Pflanzenwurzeln die Position des Düngemittels erreicht
haben.
Wenn z. B. die Phosphordüngung in der oben beschriebenen Art
durch konventionelle Verteilung des Düngemittels auf der Bodenoberfläche
oder durch Einbringen des Düngemittels in die Oberflächenschicht des Bodens
durchgeführt wird, liegt die Wirksamkeit des Phosphors bei 5 bis 10 %. Wird
das Düngemittel durch eine Furcheneinbringung oder Streifeneinbringung mit
einer bestimmten Entfernung vom Samen verteilt, liegt die Wirksamkeit des Phosphors
bei ungefähr 10 %.
Eine etwas bessere Wirksamkeit des Phosphors wird erreicht, wenn der
Phosphordünger in der unmittelbaren Nähe des Samens eingebracht wird oder
wenn der Samen mit dem Düngemittel beschichtet ist. In diesem Fall liegen die
Wirksamkeiten bei 15 bis 20 %.
Die Beschichtung von Pflanzensamen aus verschiedenen Gründen
ist seit langem eine bekannte Technologie. Es gibt verschiedene Oberflächenbehandlungen,
beginnend mit einfacher und konventioneller Samenkonditionierung mit Bioziden, um
Pflanzenkrankheiten und schädliche Insekten zu bekämpfen. In diesem Fall
werden die Samen als solche mit einem fein gemahlenen Wirkstoff oder einer diesen
Wirkstoff enthaltenden Pulvermischung behandelt, oder der Wirkstoff wird in einem
geeigneten Lösungsmittel, zumeist Wasser oder einem organischen Lösungsmittel,
gelöst oder eingeschlämmt, und die Samen werden dann mit der erhaltenen
Lösung oder Einschlämmung behandelt.
Die Beschichtung von Samen wurde ebenfalls verwendet, um die Keimung
der Samen zu verzögern. Polymere wurden als Fixiermittel auch bei der Beschichtung
von Samen mit Substanzen verwendet, welche andere Auswirkungen haben. Die Beschichtung
kann zum Beispiel die Fähigkeit der Samen verbessern, Trockenheit, Hitze, Bodensalzigkeit
oder anderen externen Stressfaktoren zu widerstehen.
Mit Hilfe einer Beschichtung können zum Beispiel leichte Reissamen
schwerer gemacht werden, wodurch sie nicht so leicht durch Wasser oder Wind davongetragen
werden, siehe zum Beispiel die US-Patentveröffentlichung 4,192,095.
Es ist auch allgemein bekannt, Nährstoffe zu einer Beschichtung
hinzuzugeben, um das Pflanzenwachstum zu fördern.
Grassamen wurden zum Beispiel mit Kalk oder Talk behandelt, um das
Heranwachsen eines Rasens sicherzustellen (Scott 1975). Die Beschichtung von Samen
mit Nährstoffen ist in verschiedenen Studien diskutiert worden (z.B. Heydecker
und Coolbear 1977, Rebafka et al. 1983, Scott et al. 1987). Die größten
Probleme waren ein geringer Keimungsprozentsatz der Samen, insbesondere wenn Öl
als Fixierungsmittel verwendet wurde, und eine geringe Anhaftung der Nährstoffe
an der Samenoberfläche, wenn wässrige Lösungen verwendet
wurden.
Ein großer Forschungsaufwand wurde durchgeführt, um diese
Probleme zu lösen. Verschiedene Fixiermittelzusammensetzungen zum Fixieren
der Nährstoffe oder anderer wachstumsfördernder Substanzen oder Zusammensetzungen
auf den Oberflächen der Pflanzensamen wurden untersucht.
Insbesondere wurde die Verwendbarkeit von verschiedenen Polymeren
untersucht. Zum Beispiel besteht ein bekanntes Verfahren darin, die Samen mit wasserlöslichen
Polymeren, wie Stärke, Methylcellulose und Gummiarabikum, zu beschichteten.
Der größte Nachteil besteht in der mit der Verwendung dieser Polymere
verbundenen Menge an Wasser. Der Umgang mit einer großen Menge an Wasser erfordert
spezielle Vorrichtungen, und das Beschichtungsverfahren ist langsam. Um das Feuchtwerden
der Samen zu vermeiden, müssen die Samen oft bei einer niedrigen Temperatur
getrocknet werden. Die oben erwähnten Polymere bilden oft eine harte, leicht
zerbrechende Beschichtung um die Samen. Die Patentveröffentlichung WO 9325078
beschreibt eine für die Beschichtung von Samen verwendete Zusammensetzung,
wobei die Zusammensetzung ein Polysaccharid-Hydrolysat, zum Beispiel Carboxymethylcellulose
oder Carboxymethylstärke-Hydroxylat, enthält. Die wässrigen Lösungen
dieser Verbindungen können auch in Form relativ konzentrierter wässriger
Lösungen (30%) auf die Samenoberflächen gesprüht werden.
Auf der andern Seite erfordert die Verwendung von wasserunlöslichen
Polymeren gewöhnlich die Verwendung eines organischen Lösungsmittels,
wobei eine große Lösungsmittelmenge die Penetration des Polymers in die
Samen fördert. Es ist auch möglich, wässrige Suspensionen dieser
Polymere zur Behandlung der Samen zu verwenden. Zum Beispiel beschreiben CA PLUS
112: 17756 (PL 146138) und CA PLUS 122: 49097 (PL 159474) eine solche Verwendung.
Die US-Patentveröffentlichung 4,251,952 beschreibt Samen, die
mit einer Mischung aus einem wasserunlöslichen Polymer und Zucker beschichtet
sind. Die verwendeten Polymere sind verschiedene kommerzielle Poly- oder Copolymere.
Zusätzlich zu den oben bereits genannten Nachteilen können
die bekannten Verfahren auch den Nachteil einer Klebrigkeit der beschichteten Samenoberflächen
haben, wodurch die Samen zusammenkleben und die Samen schlechte Fließeigenschaften
haben. Die für das Handling der Samen benötigten Vorrichtungen werden
auch leicht verunreinigt. Eine zu feuchte Beschichtung kann ihrerseits zu einer
vorzeitigen Keimung der Samen führen.
Aus der nicht veröffentlichten Anmeldung PCT/FI00/01143 des Anmelders
ist eine Samenbeschichtung bekannt, welche ein wässriges Fixiermittel, enthaltend
ein flüssiges Nebenprodukt der Landwirtschaft oder Fermentation, insbesondere
Melasse, und gegebenenfalls ein emulgierendes Öl sowie ein Düngemittelpulver,
enthält. Diese Veröffentlichung beschreibt Ergebnisse aus Feldversuchen,
die mit mit Monokaliumphosphat beschichteten Gerstensamen sowie mit mit Monokaliumphosphat
und Harnstoffphosphat beschichteten Tomatensamen erhalten wurden. Bezüglich
dieser Veröffentlichung besteht die Aufgabe der vorliegenden Erfindung darin,
für verschiedene Pflanzenspezies das optimale Düngemittel und eine optimale
Düngemittelmenge herauszufinden, welche in Wechselwirkung mit dem wässrigen
Fixiermittel einen optimalen Synergieeffekt zwischen dem Keimungsprozentsatz und
der Phosphoraufnahme herstellt.
US-A-4,761,423 offenbart einen Samen mit einer Beschichtung, die ein
wässriges Fixiermittel, das ein tierisches oder pflanzliches Öl enthält,
sowie ein Fungizid oder Insektizid enthält.
Gemäß der vorliegenden Erfindung wird ein beschichteter
Samen mit einer Beschichtung zur Verbesserung der Wirksamkeit von Phosphor in Pflanzennährstoffen
im Frühstadium des Pflanzenwachstums bereitgestellt, wobei der Samen ein Gersten-,
Weizen-, Sonnenblumen-, Raps-, Erbsen- oder Tomatensamen ist, wobei die Beschichtung
umfasst:
i) ein wässriges Fixiermittel, das ein flüssiges Nebenprodukt der
Landwirtschaft oder Fermentation enthält, ausgewählt aus Melasse, Vinasse
oder Sirup oder einer Mischung davon, und gegebenenfalls ein emulgierendes Öl,
und
ii) ein Düngemittelpulver, welches Monokaliumphosphat für Gerstensamen,
Monokaliumphosphat oder Monocalciumphosphat für Weizensamen, Monokaliumphosphat
für Sonnenblumensamen, Monocalciumphosphat oder Dicalciumphosphat für
Rapssamen Monocalciumphosphat oder Dicalciumphosphat für Erbsensamen oder Monokaliumphosphat
oder Harnstoffphosphat für Tomatensamen ist.
Gemäß der Erfindung ist es ebenfalls möglich, Mischungen
der oben genannten Düngemittel zu verwenden.
Die Größe der Samen, deren Oberfläche behandelt wird,
und die Art ihrer Oberfläche, welche spezifische Eigenschaften einer Pflanzenspezies
sind, beeinflussen die Menge des Fixiermittels, welches zum Fixieren der gewünschten
Menge des Düngemittelpulvers auf der Samenoberflächen benötigt wird.
Vorzugsweise wird das Fixiermittel in einer Menge von 0,5–5 Gewichtsteilen
(w/w) und das Düngemittel in einer Menge von 1–25 Gewichtsteilen (w/w)
pro 100 Gewichtsteile (w/w) des Samens verwendet. In einer besonders bevorzugten
Ausführungsform werden das Fixiermittel in einer Menge von 1–3 Gewichtsteilen
(w/w) und das Düngemittel in einer Menge von 3–15 Gewichtsteilen (w/w)
pro 100 Gewichtsteile (w/w) des Samens verwendet.
Besonders bevorzugte beschichtete Samen gemäß der Erfindung
schließen ein: beschichteten Gerstensamen, welcher Monocalciumphosphat in einer
Menge von 4–10 Gewichts-% enthält, beschichteten Weizensamen, welcher
Monokaliumphosphat oder Monocalciumphosphat oder eine Mischung davon in einer Menge
von 3–6 Gewichts-% enthält, beschichteten Sonnenblumensamen, welcher
Monokaliumphosphat in einer Menge von 8–14 Gewichts-% enthält, beschichteten
Rapssamen, welcher Monocalciumphosphat oder Dicalciumphosphat oder eine Mischung
davon in einer Menge von 5–20 Gewichts-% enthält, beschichteten Erbsensamen,
welcher Monocalciumphosphat oder Dicalciumphosphat oder eine Mischung davon in einer
Menge von 3–7 Gewichts-% enthält und beschichteten Tomatensamen, welcher
Monokaliumphosphat oder Harnstoffphosphat oder eine Mischung davon in einer Menge
von 5–15 Gewichts-% enthält.
Das Fixiermittel kann ein flüssiges Nebenprodukt der Landwirtschaft
oder Fermentation in einer Menge von 30–100 Gewichts-% (w/w) und Öl
in einer Menge von 0–50 Gewichts-% (w/w), zum Ausgleich bestimmtes Wasser
in beliebiger Menge enthalten. Die Menge des Öls beträgt vorzugsweise
0–30 Gewichts-% (w/w). Vorzugsweise enthält das Fixiermittel ein flüssiges
Nebenprodukt der Landwirtschaft oder Fermentation in einer Menge von 30–70
Gewichts-% (w/w), Öl in einer Menge von 10–30 Gewichts-% (w/w) und Wasser
in einer Menge von 20–60 Gewichts-%.
Die Nebenprodukte enthalten schwankende Mengen an Wasser.
Das Fixiermittel kann auch Polymere enthalten, die herkömmlich
als Fixiermittel bei der Beschichtung von Samen verwendet werden und ebenfalls in
der Beschreibung zum Stand der Technik erwähnt werden.
Zusätzlich zu dem flüssigen Nebenprodukt der Landwirtschaft
oder Fermentation kann das Fixiermittel ein emulgiertes Öl enthalten, das typischerweise
eine Öl-in-Wasser-Emulsion ist. Eine derartige Emulsion wird aus Öl, Wasser
und einem Dispergiermittel hergestellt. Herkömmliche Dispergiermittel, die
für diesen Zweck geeignet sind, können als Dispergiermittel verwendet
werden.
Das Fixiermittel kann auch aus nur einem wässrigen, flüssigen
Nebenprodukt der Landwirtschaft und Fermentation hergestellt werden.
Das Fixiermittel kann auch herkömmliche Konservierungsmittel
und/oder pH-steuernde Agenzien enthalten.
Das Öl ist vorzugsweise ein bioabbaubares oder leicht bioabbaubares
Pflanzen- oder Tieröl oder Mineralöl, wie Weißöl, oder eine
Mischung davon.
Das Düngemittelpulver kann zusätzlich zu den oben genannten
spezifischen Düngemitteln zum Beispiel Mikro-Nährstoffe und/oder Spurenelemente
enthalten. Ein Kilogramm eines Düngemittels kann zum Beispiel 5–200
g Magnesium, 1–50 g Zink, 1–50 g Mangan, 30–200 g Natrium und/oder
1–20 mg Selen enthalten. Das Düngemittelpulver kann auch andere das
Pflanzenwachstum beeinflussende Substanzen, wie ein Pestizid und/oder ein Wachstumssteuerungsmittel
und/oder einen Wachstumsförderer, enthalten.
Die Korngröße des Düngemittelpulvers beträgt typischerweise
1–100 &mgr;m, vorzugsweise 10–50&mgr;m.
Gemäß der Erfindung wird auch ein Verfahren zum Beschichten
von Pflanzensamen bereitgestellt, wobei die Samen Gersten-, Weizen-, Sonnenblumen-,
Raps-, Erbsen- oder Tomatensamen sind, wobei im Verfahren:
a) die zu beschichtenden Samen in eine Vorrichtung eingebracht werden, die zum
Behandeln von Samen geeignet ist,
b) ein flüssiges Fixiermittel zugesetzt wird, welches ein flüssiges
Nebenprodukt der Landwirtschaft oder Fermentation, ausgewählt
aus Melasse, Vinasse oder Sirup oder einer Mischung davon, und gegebenenfalls ein
emulgierendes Öl enthält, so dass eine Fixiermittelschicht auf der Samenoberfläche
gebildet wird,
c) ein Düngemittelpulver zugesetzt wird, welches, wenn der beschichtete
Samen Gerstensamen ist, Monokaliumphosphat ist, wenn der beschichtete Samen Weizensamen
ist, Monokaliumphosphat oder Monocalciumphosphat ist, wenn der beschichtete Samen
Sonnenblumensamen ist, Monokaliumphosphat ist, wenn der beschichtete Samen Rapssamen
ist, Monocalciumphosphat oder Dicalciumphosphat ist, wenn der beschichtete Samen
Erbsensamen ist, Monocalciumphosphat oder Dicalciumphosphat ist, oder, wenn der
beschichtete Samen Tomatensamen ist, Monokaliumphosphat oder Harnstoffphosphat ist.
Das Verfahren erfordert keine spezielle Vorrichtung; die Behandlung
der Samen kann in jeder Vorrichtung, die zur Behandlung von Samen geeignet ist,
auch in einem Betonmischer, durchgeführt werden.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform werden in Schritt
a) 100 Gewichtsteile (w/w) der zu beschichtenden Samen, in Schritt b) 0,5–5
Gewichtsteile (w/w), vorzugsweise 1–3 Gewichtsprozent (w/w) des Fixiermittels,
und in Schritt c) 1–25 Gewichtsteile, vorzugsweise 3–15 Gewichtsprozent
(w/w), des Düngemittels verwendet.
Im Verfahren gemäß der Erfindung werden die Fixiermittel
und Düngemittelpulver und Materialmengen wie oben definiert verwendet. Die
Samen können nach bekannten Verfahren, zum Beispiel mit einem Pestizid, auch
vor der Oberflächenbehandlung gemäß der Erfindung behandelt werden.
Die Zugabe des Pestizids und/oder eines Wachstumsteuerungsmittels und/oder eines
Wachstumsförderers kann auch nach der Fixiermittelbehandlung gemäß
der Erfindung vor der Zugabe des Düngemittelpulvers oder nur nach der Behandlung
mit Düngemittelpulver oder gleichzeitig mit ihr stattfinden.
Gemäß der Erfindung ist es ebenfalls möglich, das oben
genannte Verfahren gemäß der Erfindung zu wiederholen, wobei die Dicke
der Düngemittelschicht um den Samen herum verstärkt werden kann.
Wenn das Pelletieren der Samen gewünscht wird, können Wasser
und ein Tonmineral nach der Behandlung gemäß der Erfindung oder gleichzeitig
mit ihr zugegeben werden.
Gemäß der Erfindung wird auch ein Verfahren zur Verbesserung
der Wirksamkeit von Pflanzenphosphor und zur Förderung des Pflanzenwachstums
während des Frühstadiums der Pflanze bereitgestellt, bei welchem der Pflanzensamen,
der Gersten-, Weizen-, Sonnenblumen-, Raps-, Erbsen- oder Tomatensamen ist, mit
einer Beschichtung beschichtet wird, die enthält:
i) ein wässriges Fixiermittel, das ein flüssiges Nebenprodukt der
Landwirtschaft oder Fermentation, ausgewählt aus Melasse, Vinasse oder Sirup
oder einer Mischung davon, und gegebenenfalls ein emulgierendes Öl enthält,
und
ii) ein Düngemittelpulver, welches Monokaliumphosphat ist, wenn der beschichtete
Samen Gerstensamen ist, Monokaliumphosphat oder Monocalciumphosphat, wenn der beschichtete
Samen Weizensamen ist, Monokaliumphosphat, wenn der beschichtete Samen Sonnenblumensamen
ist, Monocalciumphosphat oder Dicalciumphosphat, wenn der beschichtete Samen Rapssamen
ist, Monocalciumphosphat oder Dicalciumphosphat, wenn der beschichtete Samen Erbsensamen
ist, oder Monokaliumphosphat oder Harnstoffphosphat, wenn der beschichtete Samen
Tomatensamen ist,
wobei die Beschichtung besonders während der frühen Entwicklung der Pflanze
zum Ersatz eines Teils des bei Pflanzen benötigten Phosphor-Düngemittels,
üblicherweise bei der Oberflächen- oder Furchenanwendung gegeben, verwendet
werden kann.
Bei diesem Verfahren gemäß der Erfindung werden die Fixiermittel
und Düngemittelpulver und Materialmengen wie oben definiert eingesetzt.
Besonders bevorzugt beschichtete Samen gemäß der Erfindung
sind die Folgenden (die Prozentsätze sind Gewichts-%, berechnet auf das Samengewicht):
– Gerstensamen, enthaltend 1–3 % des Fixiermittels and 4–10
% des MKP
– Weizensamen, enthaltend 1–3 % des Fixiermittels and 3–6
% des MKP oder MCP
– Sonnenblumensamen, enthaltend 1–3 % des Fixiermittels and 8–14
% des MKP
– Rapssamen, enthaltend 1–3 % des Fixiermittels and 5–20
% des MCP oder DCP
– Erbsensamen, enthaltend 1–3 % des Fixiermittels and 3–7
% des MCP oder DCP
– Tomatensamen, enthaltend 1–3 % des Fixiermittels and 5–15
% des MKP oder Harnstoffphosphat
Die folgenden Beispiele sollen die Erfindung detaillierter beschreiben.
Beispiel 1Wirksamkeit von Melasse, welche zu einer Öl-in-Wasser-Emulsion zugegeben
wurde, auf die Emergenz von Weizensamen
Für die Oberflächenbehandlung von Samen wurde eine Untersuchung
zur Wirksamkeit von Melasse in einer Öl-in-Wasser – Emulsion auf die
Emergenz von Weizensamen mittels Emergenztests auf Feldversuchsböden durchgeführt,
wobei die Samen mit Emulsionen behandelt wurden, welche Melasse, Wasser und Öl
in verschiedenen Verhältnissen enthielten.
Zum Zwecke des Testens wurde eine Reihe von Öl-in-Wasser-Emulsionen
zubereitet, welche verschiedene Mengen an Melasse enthielten. Jede Emulsion enthielt
25 Volumenprozent (v/v) eines bioabbaubaren Öls und zusätzlich so viel
Melasse, dass das Volumenverhältnis von Öl in Wasser zu Melasse in den
vollständigen Emulsionen 4:0; 3:1; 2:2; 1:3 und 0:4 war.
Zum Einwirken der Emulsion auf die Samenoberflächen wurden die
Samen in einem handelsüblichen Test-Samen-Konditionierungsgerät (Hege)
behandelt. Von jedem Oberflächen behandelten Ansatz der Samen wurden 4 ×
100 Samen in einer Tiefe von 4 cm in 1-Liter Plastikkübeln, befüllt mit
Feldversuchsboden, ausgesät. Die Kontrollproben waren 100 unbehandelte, ähnlich
gesäte Samen. Jeder Kübel wurde in festen Intervallen bewässert,
um den Bodenfeuchtigkeitswert aufrecht zu erhalten. Nachdem 11 Tage nach dem Aussäen
vergangen waren, wurde der Emergenzprozentsatz unter Anwendung des Standards 5.4.A.3,
definiert durch ISTA, bestimmt. Die Wirksamkeit der Menge der Melasse in der Öl-in-Wasser-Emulsion,
welche auf die Samenoberfläche aufgegeben wurde, auf die Emergenz von Weizensamen
ist in der Tabelle 1 gezeigt.
Tabelle 1Wirksamkeit des Mischungsverhältnisses von wässrigem Öl
zu Melasse auf die Emergenz von Weizen
Die Ergebnisse zeigen, dass die Zugabe von Melasse zu der Öl-in-Wasser-Emulsion
die Emergenz von Weizen signifikant förderte. Weiterhin wurde die Fixierung
des Düngemittelpulvers an der Samenoberfläche mit den Emulsionen gemäß
dem Beispiel untersucht. Es wurde beobachtet, dass eine Melasse/Öl/Wasser-Emulsion
das Düngemittelpulver gleichmäßig und besser als die Öl-in-Wasser-Emulsion
allein fixiert und die technische Qualität höher war.
Beispiel 2Wirksamkeit der Pflanzenspezies und der Phosphordüngemittelquelle
und -menge auf die Emergenz
Es wurde eine Anzahl von Tests mit dem Zweck durchgeführt, für
verschiedene Pflanzenspezies das optimale Düngemittel und die optimale Düngemittelmenge
im Hinblick auf die Emergenz herauszufinden. In diesen Tests wurden die Samen von
verschiedenen Pflanzenspezies in der Art und Weise, wie in Beispiel 1 beschrieben,
unter Verwendung eines 12,5 Gewichts-% (w/w) Öl, 37,5 Gewichts-% (w/w) Wasser
und 50 Gewichts-% (w/w) Melasse enthaltenden Fixiermittels behandelt. Das Fixiermittel
wurde in einer Menge von 2 Gewichts-%, bezogen auf den Samen, verwendet. Die so
behandelten Samen wurden mit Monokaliumphosphat (MKP), Monocalciumphosphat (MCP),
Dicalciumphosphat (DCP) oder Harnstoffphosphat (UP) beschichtet. Die verwendeten
Düngemittelmengen sind in Prozentsätzen in Klammern in der nachstehenden
Tabelle 2 gezeigt. Diese Prozentsätze beziehen sich auf Gewichts-%, berechnet
auf das Samengewicht.
Die Emergenztests wurden in einem Substrat durchgeführt, welches
eine Basisdüngung ergibt und welches dasselbe sowohl für die Kontrollproben
als auch für die Testmitglieder war. Die Ergebnisse der Emergenztests
sind in Tabelle 2 gezeigt, worin die Zahlenwerte den Emergenzprozentsatz angeben.
Tabelle 2 gibt mit einem Sternchen Spezies- und Düngemittel-spezifisch ebenfalls
die beste Phosphoraufnahme einer Pflanze an.
Tabelle 2Wirksamkeit der Phosphordüngemittelquelle auf die Emergenz von
verschiedenen Pflanzenspezies, wenn die Samen gemäß der Erfindung beschichtet
wurden
Die Ergebnisse zeigen, dass die am besten kombinierte Wirkung im Hinblick
auf die Pflanzenemergenz und die Phosphoraufnahme bei Gerste mit MKP, bei Weizen
mit MKP und MCP, bei Sonnenblumen mit MKP, bei Raps mit MCP und DCP, bei Erbsen
mit MCP und DCP und bei Tomaten mit MKP und Harnstoffphosphat unter Verwendung des
Samenbeschichtungsverfahrens gemäß der Erfindung erzielt wurde.
Literatur
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– survey and attempted prognosis. Seed Sci. and Technol., 5: 353–425.
Rebafka, F.-P., Batino, A. und Marschner, H., 1993, Phosphorus seed coating
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glaucum (L). R. Br.) grown on an acid sandy soil in Niger, West Africa. Fert. Res.,
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of Agricultural Research, 18: 59–67.
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International Seed Testing Association (ISTA), 1996, Seed Sci. & Technol., 24,
Supplement. International Rules for seed testing. Zürich, Schweiz.
Anspruch[de]
Beschichteter Samen mit einer Beschichtung zur Verbesserung der Wirksamkeit
von Phosphor in Pflanzennährstoffen im Frühstadium des Pflanzenwachstums,
wobei der Samen ein Gersten-, Weizen-, Sonnenblumen-, Raps-, Erbsen- oder Tomatensamen
ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung enthält:
iii) ein wässriges Fixiermittel, das ein flüssiges Nebenprodukt der Landwirtschaft
oder Fermentation enthält, ausgewählt aus Melasse, Gärungsschlempe
(Vinasse) oder Sirup oder einer Mischung davon, und gegebenenfalls ein emulgierendes
Öl, und
iv) ein Düngemittelpulver, welches Monokaliumphosphat für Gerstensamen,
Monokaliumphosphat oder Monocalciumphosphat für Weizensamen, Monokaliumphosphat
für Sonnenblumensamen, Monocalciumphosphat oder Dicalciumphosphat für
Rapssamen, Monocalciumphosphat oder Dicalciumphosphat für Erbsensamen oder
Monokaliumphosphat oder Harnstoffphosphat für Tomatensamen ist.Beschichteter Samen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass dieser
100 Gewichtsteile (w/w) des Samens, 0,5–5 Gewichtsteile (w/w) des Fixiermittels
und 1–25 Gewichtsteile (w/w) des Düngemittels enthält.Beschichteter Samen nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
dass der Samen beschichteter Gerstensamen, enthaltend 4–10 Gewichts-% Monokaliumphosphat,
beschichteter Weizensamen, enthaltend 3–6 Gewichts-% Monokaliumphosphat oder
Monocalciumphosphat oder eine Mischung davon, beschichteter Sonnenblumensamen,
enthaltend 8–14 Gewichts-% Monokaliumphosphat, beschichteter Rapssamen, enthaltend
5–20 Gewichts-% Monocalciumphosphat oder Dicalciumphosphat oder eine Mischung
davon, beschichteter Erbsensamen, enthaltend 3–7 Gewichts-% Monocalciumphosphat
oder Dicalciumphosphat oder eine Mischung davon, oder beschichteter Tomatensamen,
enthaltend 5–15 Gewichts-% Monokaliumphosphat oder Harnstoffphosphat oder
eine Mischung davon, ist.Beschichteter Samen nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, dass das Fixiermittel 30–100 Gewichts-% (w/w) flüssiges
Nebenprodukt der Landwirtschaft oder Fermentation und 0–50 Gewichts-% (w/w)
Öl sowie in beliebiger Menge zum Ausgleich bestimmtes Wasser, vorzugsweise
30–70 Gewichts-% (w/w) flüssiges Nebenprodukt der Landwirtschaft oder
Fermentation, 10–30 Gewichts-% (w/w) Öl und 20–60 Gewichts-%
Wasser enthält.Beschichteter Samen nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, dass das Öl ein bioabbaubares oder leicht bioabbaubares Pflanzen-
oder Tieröl oder Mineralöl, wie Weißöl, oder eine Mischung davon
ist.Beschichteter Samen nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, dass die Partikelgröße des Düngemittelpulvers 1–100
&mgr;m, vorzugsweise 10–50 &mgr;m, beträgt.Verfahren zum Beschichten von Pflanzensamen, wobei der Samen ein Gersten-,
Weizen-, Sonnenblumen-, Raps-, Erbsen- oder Tomatensamen ist, dadurch gekennzeichnet,
dass
a) der zu beschichtende Samen in eine Vorrichtung eingebracht wird, die zum Behandeln
von Samen geeignet ist,
b) ein flüssiges Fixiermittel zugesetzt wird, welches ein flüssiges Nebenprodukt
der Landwirtschaft oder Fermentation, ausgewählt aus Melasse, Gärungsschlempe
(Vinasse) oder Sirup oder einer Mischung davon, und gegebenenfalls ein emulgierendes
Öl enthält, so dass eine Fixiermittelschicht auf der Samenoberfläche
gebildet wird,
c) ein Düngemittelpulver zugesetzt wird, welches Monokaliumphosphat ist, wenn
der beschichtete Samen Gerstensamen ist, welches Monokaliumphosphat oder Monocalciumphosphat
ist, wenn der beschichtete Samen Weizensamen ist, welches Monokaliumphosphat ist,
wenn der beschichtete Samen Sonnenblumensamen ist, welches Monocalciumphosphat oder
Dicalciumphosphat ist, wenn der beschichtete Samen Rapssamen ist, welches Monocalciumphosphat
oder Dicalciumphosphat ist, wenn der beschichtete Samen Erbsensamen ist, oder welches
Monokaliumphosphat oder Harnstoffphosphat ist, wenn der beschichtete Samen Tomatensamen
ist, wobei eine Beschichtung gebildet wird.Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass in Schritt a)
100 Gewichtsteile (w/w) des zu beschichtenden Samens; in Schritt b) 0,5–5
Gewichtsteile (w/w) des Fixiermittels und in Schritt c) 1–25 Gewichtsteile
(w/w) des Düngemittels verwendet werden.Verfahren nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Fixiermittel
30–100 Gewichts-% (w/w) flüssiges Nebenprodukt der Landwirtschaft oder
Fermentation und 0–50 Gewichts-% (w/w) Öl sowie in beliebiger Menge
zum Ausgleich bestimmtes Wasser, vorzugsweise 30–70 Gewichts-% (w/w) flüssiges
Nebenprodukt der Landwirtschaft oder Fermentation, 10–30 Gewichts-% (w/w)
Öl und 20–60 Gewichts-% (w/w) Wasser enthält.Verfahren nach einem der Ansprüche 7–9, dadurch gekennzeichnet,
dass das Öl ein bioabbaubares oder leicht bioabbaubares Pflanzen- oder Tieröl
oder Mineralöl, wie Weißöl, oder eine Mischung davon ist.Verfahren nach einem der Ansprüche 7–10, dadurch gekennzeichnet,
dass die Partikelgröße des Düngemittelpulvers 1–100 &mgr;m,
vorzugsweise 10–50 &mgr;m, beträgt.Verfahren zur Verbesserung der Wirksamkeit von Pflanzenphosphor und
zur Förderung des Pflanzenwachstums während des Frühstadiums der
Pflanze, dadurch gekennzeichnet, dass Pflanzensamen, welcher Gersten-, Weizen-,
Sonnenblumen-, Raps-, Erbsen- oder Tomatensamen ist, mit einer Beschichtung beschichtet
wird, enthaltend:
i) ein wässriges Fixiermittel, das ein flüssiges Nebenprodukt der Landwirtschaft
oder Fermentation, ausgewählt aus Melasse, Gärungsschlempe (Vinasse) oder
Sirup oder einer Mischung davon, und gegebenenfalls ein emulgierendes Öl enthält,
und
ii) ein Düngemittelpulver, welches Monokaliumphosphat ist, wenn der beschichtete
Samen Gerstensamen ist, Monokaliumphosphat oder Monocalciumphosphat ist, wenn der
beschichtete Samen Weizensamen ist, Monokaliumphosphat ist, wenn
der beschichtete Samen Sonnenblumensamen ist, Monocalciumphosphat oder Dicalciumphosphat
ist, wenn der beschichtete Samen Rapssamen ist, Monocalciumphosphat oder Dicalciumphosphat
ist, wenn der beschichtete Samen Erbsensamen ist, oder Monokaliumphosphat oder Harnstoffphosphat
ist, wenn der beschichtete Samen Tomatensamen ist,
so dass die Beschichtung zum Ersatz eines Teils des von der Pflanze benötigten
Phosphor-Düngemittels besonders während der frühen Entwicklung der
Pflanze, konventionell in einer Oberflächen- oder Furchenanwendung gegeben,
verwendet werden kann.