Die Erfindung betrifft einen Steuerrechner für eine
Walzstraße mit mindestens einem Walzgerüst, das mindestens zwei Arbeitswalzen
zum Walzen eines Metallbandes aufweist und mit mindestens einem Steuerrechner zur
Ermittlung von Sollwerten für Profil- und Planheitsstellglieder des Walzgerüsts
verbunden ist sowie ein rechnergestütztes Ermittlungsverfahren für Sollwerte
für Profil- und Planheitsstellglieder eines Walzgerüsts mit zumindest
Arbeitswalzen zum Walzen von Metallband, das sich in einer Bandbreitenrichtung erstreckt.
Die Erfindung geht dabei von einem Ermittlungsverfahren
für Sollwerte für Profil- und Planheitsstellglieder eines Walzgerüsts
aus wie es in der
DE 102 11 623 A1
beschrieben wird. Gemäß der
DE 102 11 623 A1
werden einem Materialflussmodell Eingangsgrößen zugeführt,
die ein Metallband vor und nach dem Durchlaufen eines Walzgerüstes beschreiben.
Das Materialflussmodell ermittelt online einen Walzkraftverlauf in Bandbreitenrichtung
und führt ihn einem Walzenverformungsmodell zu. Das Walzenverformungsmodell
ermittelt daraus sich ergebende Walzenverformungen und führt sie einem Sollwertermittler
zu, der anhand der ermittelten Walzenverformungen und eines auslaufseitigen Konturverlaufs
die Sollwerte für die Profil- und Planheitsstellglieder ermittelt,
Im Rahmen der vorliegenden Beschreibung werden folgende
Begriffsdefinitionen verwendet: Der "Profilwert" wird als skalares Maß für
die Abweichung der Banddicke an den Bandrändern von der Banddicke in der Bandmitte
verstanden. Unter "Konturverlauf" wird der Banddickenverlauf abzüglich der
Banddicke in der Bandmitte verstanden. Der Begriff "Planheit" umfasst von seinem
Wortsinn her zunächst nur sichtbare Verwerfungen des Metallbandes. Der Begriff
der Planheit wird aber darüber hinaus als Synonym für die im Band herrschenden
inneren Spannungen verwendet, und zwar unabhängig davon, ob diese inneren Spannungen
zu sichtbaren Verwerfungen des Metallbandes führen oder nicht.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, eine
Walzstraße und ein rechnergesteuertes Ermittlungsverfahren für Sollwerte
für Profil- und Planheitsstellglieder bereitzustellen, mittels dessen vorgegebene
Profilwerte, Konturverläufe und/oder Planheitsverläufe des Walzbandes
besser als im Stand der Technik beschrieben erreicht und eingehalten werden können.
Insbesondere soll den äußerst hohen Güteanforderungen hinsichtlich
der Genauigkeit bei der Einhaltung von Profil-, Kontur- und Planheitsanforderungen
an das Walzband beim Auslaufen aus der Walzstraße Rechnung getragen werden.
Die Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren der eingangs
genannten Art, wobei einem Materialflussmodell Eingangsgrößen zugeführt
werden, die das Metallband vor und nach dem Durchlaufen des Walzgerüsts beschreiben,
wobei das Materialflussmodell online zumindest einen Walzkraftverlauf zumindest
in der Bandbreitenrichtung ermittelt und einem Walzenverformungsmodell zuführt,
wobei dem Walzenverformungsmodell ein aktueller Wert der Bandmittenlage zugeführt
wird, wobei das Walzenverformungsmodell unter Heranziehen des Walzkraftverlaufs
sich ergebende Walzenverformungen ermittelt, einem Sollwertermittler zuführt
und wobei der Sollwertermittler anhand der ermittelten Walzenverformungen und eines
auslaufseitigen Soll-Konturverlaufs die Sollwerte für die Profil- und Planheitsstellglieder
ermittelt.
Die Aufgabe wird auch gelöst durch einen Steuerrechner
für eine Walzstraße der eingangs genannten Art, wobei die Walzstraße
mindestens eine Messvorrichtung zur Bestimmung der Bandmittenlage des Metallbandes
aufweist, wobei der Steuerrechner eine Vorrichtung zur Sollwertermittlung und ein
Modul zur Modellierung der Walzenverformung aufweist, wobei das Modul zur Modellierung
der Walzenverformung mindestens ein Modul zur Modellierung der Walzenbiegung und
mindestens ein Modul zur Modellierung der Walzentemperatur und des Walzenverschleißes
aufweist, wobei das Modul zur Modellierung der Walzenverformung mit der Messvorrichtung
und mit der Vorrichtung zur Sollwertermittlung gekoppelt ist.
Wie in der
DE 102 11 623 A1
beschrieben, fußt die vorgeschlagene Berechnung von Sollwerten für
Profil- und Planheitsstellglieder auch insbesondere deshalb auf Modellen, die die
elastische Deformation der Arbeitswalzen sowie die thermischen und Verschleißballigkeiten
beschreiben, weil diese Größen während des Walzbetriebs nicht unter
vertretbarem Aufwand messbar sind. Anders als bei der
DE 102 11 623 A1
wird jedoch nicht davon ausgegangen, dass das Band mittig bezogen auf
die Gerüstmitte läuft. Es wird vielmehr berücksichtigt, dass es insbesondere
beim Walzen von Warmband oft zum so genannten Schwärmen kommt, das heißt
innerhalb eines Gerüsts ändert sich die Bandmittenlage während des
Bandlaufes in erheblichem Ausmaß. Durch die erfindungsgemäße Berücksichtigung
der Bandmittenlage können insbesondere die Verschleißkanten an der Arbeitswalzenoberfläche
deutlich genauer vorhergesagt werden. Es hat sich zudem herausgestellt, dass durch
die Berücksichtigung der Bandlage die errechnete Durchbiegung des Walzensatzes
und die berechneten thermischen und Verschleißballigkeiten der Arbeitswalzen
wesentlich realitätsgetreuer bestimmt werden können.
Die Modellergebnisse werden noch deutlich verbessert, wenn
der Wert der Bandmittenlage zyklisch, vorzugsweise z.B. dem Walzentemperatur- und
-verschleißmodell, zugeführt wird. Dies kann z.B. alle drei Sekunden erfolgen.
Mit Vorteil werden anhand der Verschleißkonturen Grenzen
für die axiale Verschiebbarkeit der Arbeitswalzen, insbesondere CVC-Walzen,
bestimmt.
Mit Vorteil wird für das Walzenbiegemodell ein Schwankungsbereich
für die Bandmittenlage des zu walzenden Bandes ermittelt.
Mit Vorteil wird das Walzenbiegemodell bei jeder Sollwertermittlung
mindestens zwei mal für mindestens zwei verschiedene Werte der Bandmittenlage
aufgerufen. Dabei wird mit Vorteil die fortlaufende Berechnung von Empfindlichkeiten,
die zur Profil- und Planheitsregelung benutzt werden, während des Bandlaufs
entsprechend dem jeweils aktuellen Bandlagenmesswert zwischen den Biegemodellergebnissen
interpoliert. Dabei wird insbesondere der ermittelte Schwankungsbereich abgedeckt.
Weitere Vorteile und Ausgestaltungen der Erfindung sind
der nachfolgenden Beschreibung von erfindungsgemäßen Ausführungsbeispielen
und den zugehörigen Zeichnungen zu entnehmen. Es zeigen:
- Figur 1
- eine Walzstraße,
- Figur 2
- ein Blockschaltbild der Steuereinrichtung samt ihrer Module bzw. Modelle,
- Figur 3
- eine schematische Darstellung der Mittenlage von Walze und Metallband,
- Figur 4
- die Verschleißgrenzen an der Walze,
- Figur 5
- ein Walzentemperatur- und -verschleißmodell und
- Figur 6
- ein Walzenbiegemodell.
Gemäß Figur 1 wird eine Walzstraße zum Walzen
eines Metallbandes 1 von einem Steuerrechner 2 gesteuert. Die in Figur 1 gezeigte
Walzstraße weist mehrere Walzgerüste 3, insbesondere mindestens drei Walzgerüste
3, auf. In Figur 1 sind sieben Walzgerüste 3 dargestellt. Das Metallband 1
wird in der Walzstraße in einer Walzrichtung x gewalzt und durchläuft
die Walzstraße mit der Geschwindigkeit v. Die Betriebsweise des Steuerrechners
2 wird vorzugsweise von einem Computerprogrammprodukt festgelegt, mit dem der Steuerrechner
2 programmiert ist.
Die in Figur 1 gezeigte Walzstraße ist als Fertigstraße
zum Warmwalzen von Stahlband oder Grobblech ausgebildet. Die vorliegende Erfindung
ist aber nicht auf die Anwendung bei einer mehrgerüstigen Fertigstraße
zum Warmwalzen von Stahlband beschränkt. Vielmehr könnte die Walzstraße
auch als Kaltwalzstraße (Tandemstraße) ausgebildet sein und/oder nur ein
Walzgerüst (z.B. ein Reversiergerüst) aufweisen und/oder zum Walzen eines
Nichteisenmetalls (z. B. Aluminium oder Kupfer) ausgebildet sein. Die Walzgerüste
3 weisen zumindest Arbeitswalzen 4 und, wie in Figur 1 für eines der Walzgerüste
3 angedeutet, in der Regel auch Stützwalzen 5 auf. Sie könnten auch noch
mehr Walzen aufweisen, beispielsweise axial verschiebbare Zwischenwalzen. Auch die
Arbeitswalzen können axial verschiebbar sein.
Vom Steuerrechner 2 werden Gerüstreglern 6 Sollwerte
für in der Zeichnung nicht dargestellte Profil- und Planheitsstellglieder vorgegeben.
Die Gerüstregler 6 regeln die Stellglieder dann entsprechend den vorgegebenen
Sollwerten.
Durch die Sollwerte wird pro Walzgerüst 3 ein auslaufseitiger
Walzspaltverlauf beeinflusst, der sich zwischen den Arbeitswalzen 4 einstellt. Der
auslaufseitige Walzspaltverlauf korrespondiert mit einem auslaufseitigen Konturverlauf
ϑ (in der Zeichnung nicht dargestellt) des Metallbandes 1. Die Sollwerte für
die Stellglieder müssen daher derart ermittelt werden, dass sich dieser korrespondierende
Walzspaltverlauf ergibt.
Der Steuerrechner 2 wird mit den Eingangsgrößen
ϑ0, S0, ϑT, ST und weiteren
Eingangsgrößen beaufschlagt, die im folgenden näher erläutert
werden.
Die dem Steuerrechner 2 zugeführten Eingangsgrößen
umfassen beispielsweise Stichplandaten wie eine Eingangsdicke h0 des
Metallbandes 1 sowie für jedes Walzgerüst 3 eine Gesamtwalzkraft FW (Figur
2, nachfolgend kurz Walzkraft genannt) und eine Stichabnahme r. Sie umfassen in
der Regel ferner eine Enddicke hn, einen Sollprofilwert, einen Sollendkonturverlauf
ϑ T und einen gewünschten Planheitsverlauf ST.
Meist soll das gewalzte Metallband 1 so plan wie möglich sein. Der Steuerrechner
2 ermittelt die Sollwerte also aus Eingangsgrößen, die ihm zugeführt
werden und die das Metallband 1 ein- und auslaufseitig beschreiben.
Mit Hilfe mindestens einer Messvorrichtung zur Bestimmung
der Bandmittenlage 125 (Figur 2) wird die Bandmittenlage des Metallbandes 1 ermittelt.
Die Messvorrichtung 125 ist in Figur 1 nicht dargestellt. Eine oder mehrere Messvorrichtungen
zur Bestimmung der Bandmittenlage 125 werden vorzugsweise zwischen den Walzgerüsten
3 angeordnet. Sie übermitteln Messwerte der Bandmittenlage 122 (Figur 3) bzw.
Werte für Abweichungen der Bandmittenlage &Dgr;M(Figur 3) an den Steuerrechner
2.
Gemäß Figur 2 sind im Steuerrechner 2 unter anderem
mehrere Module zur Modellierung der Walzstraße vorgesehen. So weist der Steuerrechner
2 ein Modul zur Modellierung der Arbeitswalzenabplattung 8, ein Modul zur Modellierung
der Walzenbiegung 9 und ein Modul zur Modellierung der Walzentemperatur und des
Walzenverschleißes 10 auf. Die vorgenannten Module 8, 9, 10 bilden gemeinsam,
gegebenenfalls unter Einbeziehung weiterer Module, ein Modul zur Modellierung der
Walzenverformung 7. Im Steuerrechner 2 sind ferner Mittel zur Konturermittlung 12
und ein Modul zur Modellierung der Bandverformung 13 implementiert.
Die ermittelten Soll-Konturverläufe ϑ werden
einem Modul zur Modellierung der Bandverformung 13 zugeführt, um die zugehörigen
Soll-Walzkraftverläufe FR,i in der Bandbreitenrichtung z (vergleiche
Figuren 3 und 4) für die einzelnen Walzgerüste 3 zu ermitteln. Das Bandverformungsmodell
13 ist straßenbezogen und vorzugsweise in Materialflussmodelle unterteilt.
Die Materialflussmodelle dienen dazu, online das physikalische Verhalten des Metallbandes
1 im Walzspalt zu modellieren und werden in der
DE 102 11 623 A1
näher beschrieben.
Da die Abplattung der Arbeitswalzen 4 zum Metallband 1
entscheidend vom Walzkraftverlauf FR(z) in Bandbreitenrichtung z abhängt,
wird der Walzkraftverlauf FR(z) gemäß Figur 2 dem Arbeitswalzenabplattungsmodell
8 zugeführt. Im Arbeitswalzenabplattungsmodell 8 werden ferner Parameter, wie
die Bandbreite, die Bandeinlaufdicke, die Stichabnahme, die Walzkraft FW, der Arbeitswalzenradius
und der Elastizitätsmodul der Oberfläche der Arbeitswalzen 4 zugeführt.
Das Arbeitswalzenabplattungsmodell 8 ermittelt einen Abplattungsverlauf der Arbeitswalzen
4 zum Metallband 1 hin in der Bandbreitenrichtung z und gibt den Abplattungsverlauf
an den Sollwertermittler 11 weiter. Der Walzkraftverlauf FR(z) muß
nicht zwangsweise ausschließlich dem Arbeitswalzenabplattungsmodell 8 zugeführt
werden. Er kann dem Walzenverformungsmodell auch in anderer Weise zugeführt
werden. So kann der Walzkraftverlauf FR(z) alternativ oder zusätzlich
dem Walzenbiegemodell 9 und/oder dem Walzentemperatur- und -verschleißmodell
10 zugeführt werden.
Figur 3 zeigt einen Längsschnitt durch eine Arbeitswalze
4 sowie einen Schnitt durch das Metallband 1, wobei die Zeichenebene senkrecht zur
Walzrichtung x liegt. In der Zeichenebene liegen die Banddickenrichtung y und die
Bandbreitenrichtung z, die parallel zur Walzenachse 120 liegt. Da es insbesondere
beim Walzen von Warmband mittels einer Walzstraße zum so genannten Schwärmen
des Bandes 1 kommt, ändert sich die Lage der Bandmitte 122 innerhalb der Gerüste
3 während des Bandlaufes erheblich. Nur im Ausnahmefall sind also in der Praxis
die Walzenmitte 121, die stets senkrecht zur Walzenachse 120 liegt, und die Bandmittenlage
120 nicht zueinander versetzt. Man kann mit Hilfe von Gebern eine Abweichung &Dgr;M
der Bandmittenlage 122 von der Walzenmitte 121 ermitteln. Die Abweichung &Dgr;M
schwankt während des Walzbetriebs ständig und kann bis zu mehreren Zentimetern
betragen. Dies wirkt sich insbesondere auf die Verschleißgrenzen der Arbeitswalzen
4 aus. So weichen die tatsächlichen Verschleißgrenzen 124 (Figur 4) aufgrund
des Schwärmens des Bandes erheblich von den Verschleißgrenzen 123 (Figur
4) ab, die man bei einem stets mittig laufenden Band erwarten würde.
Statt nun davon auszugehen, dass das Band stets mittig
bezogen auf die Walzenmitte 121 bzw. die Gerüstmitte verläuft, wird die
genaue Bandmittenlage 122, die von einer Messvorrichtung 125 ermittelt wird, an
das Modul zur Modellierung der Walzenverformung 7 weitergegeben (vergleiche auch
Figur 2). So wird für das Walzenbiegemodell 9 zunächst aus dem aktuellen
Bandlagenmesswert 122 und/oder aus Bandlagenmesswerten der Vergangenheit ein Toleranzbereich
für die Bandlage des zu walzenden Bandes bestimmt. Das Walzenbiegemodell 9
wird vorzugsweise mindestens zwei mal für verschiedene Bandlagen aufgerufen.
Vorzugsweise wird für die Berechnung der Profil- und Planheitssollwerte, wie
auch beispielsweise für die fortlaufende Berechnung von Empfindlichkeiten während
des Bandlaufs, entsprechend dem jeweils aktuellen Bandlagenmesswert zwischen den
Biegemodellergebnissen interpoliert.
Dem Walzentemperatur- und -verschleißmodell 10 (Figur
5) wird bei jedem Modellaufruf der aktuelle Bandlagenmesswert zugeführt. Dies
erfolgt vorzugsweise zyklisch. Dabei wird vorzugsweise davon ausgegangen, dass die
Abweichung der Bandmittenlage &Dgr;M sich zwischen zwei Aufrufen des Walzentemperaturund
-verschleißmodells 10 nur relativ geringfügig ändert.
Bei der zyklischen Berechnung von Empfindlichkeiten während
des Bandlaufs ist zu beachten, dass nicht nur Ergebnisse des Walzentemperatur- und
-verschleißmodells 10 sich zeitlich ändern, sondern auch die des Biegemodells
9, wenn sich die Bandmittenlage 122 zeitlich ändert. Ein zyklisches Aufrufen
des Biegemodells muss deshalb jedoch nicht zwangsläufig erfolgen.
Mit Hilfe des Walzentemperatur- und -verschleißmodells
10 werden eine Temperaturkontur und eine Verschleißkontur für alle Walzen
für das jeweilige Walzgerüst 3 ermittelt. Da sich die Temperatur und der
Verschleiß der Walzen 4, 5 im Laufe der Zeit ändern, muss das Walzentemperatur-
und -verschleißmodell 10 immer wieder, insbesondere in regelmäßigen
zeitlichen Abständen aufgerufen werden. Der Abstand zwischen zwei Aufrufen
liegt üblicherweise in der Größenordnung zwischen einer und zehn
Sekunden, zum Beispiel bei drei Sekunden. Dabei wird ein geeignetes Mittelungsverfahren
für die gemessene Bandmittenlage &Dgr;M verwendet. Die vom Walzentemperatur-
und - verschleißmodell 10 ermittelten Temperatur- und Verschleißkonturen
werden gemäß Figur 2 dem Walzenbiegemodell 9 zugeführt.
Die wesentlichen Eingangsparameter für das Walzentemperaturund
-verschleißmodell 10 sind wie auch in Figur 5 dargestellt, Banddaten, Walzendaten,
Kühlungsdaten, die Walzkräfte FW sowie die Bandgeschwindigkeit v. Zudem
geht auch Information über die Abweichung der Bandmittenlage &Dgr;M in das
Walzentemperatur- und -verschleißmodell 10 ein. Mit Hilfe des Walzentemperatur-
und -verschleißmodells 10 wird insbesondere die thermische Balligkeit bzw.
eine Temperaturkontur ermittelt.
Dem Walzenbiegemodell 9 werden neben den vom Walzentemperatur-
und -verschleißmodell ermittelten Temperatur- und Verschleißkorrekturen
auch geometrische Daten der Walzen 4, 5, die Walzkraft FW, eine Rückbiegekraft
sowie gegebenenfalls eine Walzenverschiebung zugeführt (vergleiche Figur 6).
Außerdem gehen erfindungsgemäß auch Informationen über die Abweichung
der Bandmittenlage &Dgr;M in das Walzenbiegemodell 9 ein. Mit Hilfe des Walzenbiegemodells
9 wird eine Walzenverformung ermittelt, insbesondere also die elastische Walzenbiegekontur.
Die vom Walzenbiegemodell 9 und die vom Walzentemperatur-
und - verschleißmodell 10 ermittelten Konturen werden gemäß Figur
2 dem Sollwertermittler 11 zugeführt. Dem Sollwertermittler 11 werden schließlich
noch die Banddickenverläufe ϑ zugeführt. Der Sollwertermittler 11
kann somit für jedes Walzgerüst 3 durch Differenzbildung zwischen dem
auslaufseitigen Konturverlauf ϑ einerseits und dem ermittelten Abplattungen
und Verformungen der Walzen 4, 5 andererseits ermitteln, welche Restwalzenkontur
durch die Profil- und Planheitsstellglieder noch realisiert werden muss.
Die auslaufseitige Walzspaltkontur der Walzgerüste
3 kann von verschiedenen Aktuatoren bzw. Stellgliedern beeinflusst werden. Beispielhaft
seien die Walzenrückbiegung, eine axiale Walzenverschiebung bei CVC-Walzen
und eine Längsverdrehung der Arbeitswalzen 4 genannt ("pair crossing"). Auch
eine nur lokal wirkende Walzenbeheizung oder -kühlung ist denkbar. Der Sollwertermittler
11 kann Sollwerte für alle diese Stellglieder ermitteln.