Die Erfindung betrifft einen Bewehrungshalter, insbesondere einen
Bewehrungshalter für Bewehrungsmatten zur Auskleidung einer Tunnelwand, der
im Oberbegriff des Patentanspruchs 1 genannten Art.
Solche Bewehrungshalter dienen bekanntlich der Fixierung einer Bewehrung
in einem bestimmten Abstand von einem Untergrund oder einer Schalung eines Bauteils.
Bei ebenen Bauteilen werden üblicherweise Zement-Abstandsklötzchen als
Bewehrungshalter vorgesehen, die mittels Drähten an der Bewehrung festgelegt
werden. Solche Bewehrungshalter können einfach nachträglich an die Bewehrung
angeordnet werden, wenn beispielsweise die Bewehrung nach dem Verlegen bereichsweise
zu nahe an den Untergrund oder Schalung liegt.
Beispielsweise im Tunnelbau werden die Tunnelwände zur Sicherung
vor herabfallendem Gestein mit einer Ortsbeton-Innenschale, beispielsweise aus Spritzbeton,
oder Tübbinge versehen, die mit Bewehrungsmatten bewehrt wird. Um die bestimmte
Distanz zum Untergrund auch bei Überkopf-Anwendungen sicherzustellen, sind
so genannte Schalungsanschläge bekannt, die mit einem Setzgerät vor dem
Verlegen der Bewehrungsmatten an dem Untergrund gesetzt werden und eine Fixierung
der Bewehrungsmatten ermöglichen.
Nachteilig an der bekannten Lösung ist, dass weitere Bewehrungshalter
nach dem Verlegen der Bewehrung nur sehr umständlich gesetzt werden können.
Aus der DE 195 15 376 A1
ist ein Halter bekannt, der einen Befestigungsabschnitt für den Halter zur
Fixierung desselben an einem Untergrund oder an einer Schalung, einen Distanzabschnitt
und einen Halteabschnitt für einen Längsstäbe aufweisenden Filigran-Deckenträger
aufweist. Der Befestigungsabschnitt ist im Wesentlichen senkrecht zum Distanzabschnitt
ausgerichtet und weist eine Durchführöffnung auf, die eine Befestigungsachse
definiert. Die Befestigungsachse ist seitlich zu dem Distanzabschnitt beabstandet.
Der Halteabschnitt ragt von dem Distanzabschnitt ab und weist zumindest eine Aufnahme
für die Bewehrung auf. Der Distanzabschnitt ist mittels zwischen diesem und
dem Befestigungsabschnitt angeordneten Stegen abgestützt.
Nachteilig an der bekannten Lösung ist, dass weitere Bewehrungshalter
nach dem Verlegen der Bewehrung nur sehr umständlich gesetzt werden können
und der Bewehrungshalter massiv ausgestaltet ist.
Aufgabe der Erfindung ist es, einen Bewehrungshalter zu schaffen,
der vor und nach dem Verlegen der Bewehrung einfach setzbar und händelbar ist.
Die Aufgabe ist durch die Merkmale des unabhängigen Anspruchs
gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen sind in den Unteransprüchen dargelegt.
Gemäss der Erfindung ragt der Halteabschnitt rechtwinklig von
dem Distanzabschnitt ab, wobei die Befestigungsachse der Durchführöffnung
auf der von der Öffnung der Aufnahme des Halteabschnitts abgewandten Seite
des Distanzabschnitts angeordnet.
Mit dieser Ausgestaltung des Bewehrungshalters ist dieser kompakt
ausgebildet und die von der Aufnahme im Halteelement geschaffene Führungsachse
für die Bewehrung liegt ausserhalb der von der Durchführöffnung definierten
Befestigungsachse. Zudem lässt sich die Bewehrung durch die Öffnung der
Aufnahme leicht in dieselbe einführen. Dadurch ist die Durchführöffnung
auch bei einer Anordnung des Bewehrungshalters nach dem Verlegen der Bewehrung für
verschiedene Arten von Eintreibgeräten zugänglich. Beispielsweise wird
der Bewehrungshalter mit einem Dübel oder einer Schraube am Untergrund oder
an der Schalung befestigt, wobei ein Schraubgerät oder Bohrhammer als Eintreibgerät
zur Anwendung kommt. Alternativ wird der Bewehrungshalter z. B. mit einem pulvergetrieben
Setzgerät als Eintreibgerät über einen Nagel am Untergrund oder an
der Schalung befestigt. Als Befestigungselemente für den Bewehrungshalter können
handelsübliche Befestigungselemente, wie Dübel, Schrauben, Setznägel
oder dergleichen verwendet werden. Der erfindungsgemässe Bewehrungshalter kann
an unterschiedlichen Untergründen angeordnet werden.
Der erfindungsgemässe Bewehrungshalter kann infolge seiner kompakten
Ausgestaltung in Abhängigkeit der örtlichen Gegebenheiten ausgerichtet
am Untergrund befestigt werden und ist daher flexibel in der Anwendung. Zudem können
nachträglich zusätzliche Bewehrungshalter, die gegenüber den bereits
die Bewehrung, wie beispielsweise eine Bewehrungsmatte, haltenden Bewehrungshalter
um 90° oder 180° verdreht orientiert am Untergrund festgelegt werden,
wodurch die verlegte Bewehrung in ihrer Position arretiert wird.
Mit dem erfindungsgemässen Bewehrungshalter sind auch ebene Bewehrungsmatten
in einem bestimmten Abstand an einem Untergrund einfach und schnell fixierbar. Die
ebenen Bewehrungsmatten sind wesentlich günstiger als speziell ausgebildete
z. B. mit Sicken versehene Bewehrungsmatten, die im verlegten Zustand selbst über
einen Bereich einen bestimmten Abstand zum Untergrund sicherstellen.
Der erfindungsgemässe Bewehrungshalter zeichnet sich insbesondere
durch seine Flexibilität und seiner Einfachheit in der Anwendung aus. Bei einer
Überkopfmontage werden vorteilhaft zuerst einzelne Bewehrungshalter am Untergrund
festgelegt und danach die Bewehrung in die Aufnahmen dieser Bewehrungshalter eingeführt.
Anschliessend werden je nach Bedarf weitere Bewehrungshalter angeordnet, wobei die
bereits verlegte Bewehrung die nachträgliche Anordnung und die Befestigung
der Bewehrungshalter nicht behindern.
Vorzugsweise ist die zumindest eine Aufnahme als einseitig offener
Schlitz ausgebildet, der sich von einem freien Ende des Halteabschnitts in Richtung
des Distanzabschnitts erstreckt, was einerseits ein leichtes Einführen der
Bewehrung in einen bereits am Untergrund festgelegten Bewehrungshalter sowie andererseits
auch ein nachträgliches Einfädeln des Bewehrungshalters an einer bereits
verlegten Bewehrung ermöglicht. Die schlitzförmige Aufnahme weist beispielsweise
parallel zueinander verlaufende Begrenzungswände auf. Alternativ weitet sich
die schlitzförmige Aufnahme in Richtung des freien Endes des Halteabschnitts
auf, um das Einführen der Bewehrung zu erleichtern.
Bevorzugt ist die Aufnahme zu einer von dem Befestigungsabschnitt
aufgespannten Ebene geneigt angeordnet. Mit der geneigten Anordnung kann auf die
in der Aufnahme gehaltene Bewehrung eine Vorspannung aufgebracht werden, die zusätzlich
die Fixierung der gehaltenen Bewehrung in der gewünschten Position gewährleistet.
Vorzugsweise weist die zumindest eine Aufnahme einen Hinterschnitt
auf, wodurch ein nachträgliches Herausrutschen eines in die Aufnahme eingeführten
Bewehrungsstabs erschwert wird. Zudem können höhere Lasten aus der Bewehrung
in den Untergrund eingeleitet werden, da ein solcher Bewehrungshalter grössere
Verformungen übernehmen kann, bevor sich die Aufnahme derart aufweitet, dass
der darin angeordnete Bewehrungsstab aus der Aufnahme herausrutschen kann.
Bevorzugt sind mehrere Aufnahmen an dem Halteabschnitt angeordnet,
um am gleichen Bewehrungshalter beispielsweise im Stoss zueinander verlegte Bewehrungsmatten
zu fixieren. Weiter können bei dieser Ausgestaltung des Bewehrungshalters mehrere
Abstände zum Untergrund und damit mehrere Bauteildicken mit gleicher Bewehrungsüberdeckung
mit einem Typ von Bewehrungshalter abgedeckt werden. Besonders vorteilhaft sind
die mehreren Aufnahmen parallel zueinander angeordnet, was eine einfache Verwendung
und Herstellung des Bewehrungshalters ermöglicht.
Vorzugsweise ist der Halteabschnitt aus zumindest drei Fingerabschnitten
gebildet, die zur Schaffung der Aufnahme für die Bewehrung zueinander versetzt
ausgerichtet sind. Die Fingerabschnitte sind z. B. abwechselnd zueinander versetzt
abgebogen. Bei einer ungraden Anzahl von Fingerabschnitten werden vorteilhaft jeweils
die grössere Zahl der Fingerabschnitte bezüglich einer von dem Befestigungsabschnitt
aufgespannten Ebene nach oben gerichtet und die anderen Fingerabschnitte nach unten
gerichtet, sofern dies zur Schaffung der Aufnahme für die Bewehrung erforderlich
ist.
Bevorzugt weisen die Fingerabschnitte eine im Wesentlichen parallel
zum Distanzabschnitt angeordnete Sicke auf, wodurch die Steifigkeit und Festigkeit
des Bewehrungshalters und der durch diesen geschaffenen Befestigungspunkt erhöht
wird.
Vorzugsweise ist der Bewehrungshalter einteilig ausgebildet und bevorzugt
ein Stanz-/Biegeteil. Der Bewehrungshalter wird vorteilhaft in einem Stanz-Biegeverfahren
aus Blech gefertigt, was eine wirtschaftliche Fertigung des Bewehrungshalters ermöglicht.
Diese einfache Fertigung ist insbesondere bei einem Massenteil, wie es der erfindungsgemässe
Bewehrungshalter darstellt, ein wesentlicher Vorteil.
Die Erfindung wird nachstehend anhand von Ausführungsbeispielen
näher erläutert. Es zeigen:
1 Eine Seitenansicht auf ein erstes Ausführungsbeispiel
des erfindungsgemässen Bewehrungshalters;
2 den Bewehrungshalter gemäss 1
in einem Grundriss von der Linie II-II in 1;
3 eine Ansicht des Bewehrungshalter gemäss
1 von der Linie III-III in 2;
4 eine Seitenansicht auf ein zweites Ausführungsbeispiel
des erfindungsgemässen Bewehrungshalters;
5 eine Seitenansicht auf ein drittes Ausführungsbeispiel
des erfindungsgemässen Bewehrungshalters; und
6 eine Ansicht des Bewehrungshalter gemäss
5 von der Linie VI-VI in 5.
Grundsätzlich sind in den Figuren gleiche Teile mit den gleichen Bezugszeichen
versehen.
Der Bewehrungshalter 11 gemäss den 1
bis 3 weist einen Befestigungsabschnitt 12
für die Befestigung des Bewehrungshalters 11 an einem Untergrund
1, einen Distanzabschnitt 16 und einen Halteabschnitt
21 für eine Bewehrung 2, 3 auf. Der Befestigungsabschnitt
12 ist im Wesentlichen senkrecht zum Distanzabschnitt 16 ausgerichtet
und weist eine Längserstreckung A auf, die etwa der halben
Längserstreckung K des Distanzabschnitts 16 entspricht. Weiter weist
der Befestigungsabschnitt 12 eine Durchführöffnung
13 auf, die eine Befestigungsachse 14 definiert. Die Befestigungsachse
14 der Durchführöffnung 13 ist seitlich beabstandet
zum Distanzabschnitt 16 und auf der von einer Öffnung 24
der Aufnahme 22 des Halteabschnitts 21 abgewandte Seite
17 des Distanzabschnitts 16 angeordnet. Der Bewehrungshalter
11 ist mit einer Schraube 4 am Untergrund 1 befestigt.
Der Halteabschnitt 21 ragt von dem Distanzabschnitt
16 ab und weist zwei Aufnahmen 22 für die Bewehrung
2, 3 auf, wobei die Aufnahmen 22 als einseitig offene
Schlitze ausgebildet sind und sich von einem freien Ende 23 des Halteabschnitts
21 in Richtung des Distanzabschnitts 16 erstrecken. Die Aufnahmen
22 sind parallel zueinander angeordnet.
Der Bewehrungshalter 11 ist einteilig als ein Stanz-/Biegeteil
aus Blech gefertigt. In einem ersten Verfahrensschritt wird der Bewehrungshalter
11 als im Grundriss rechteckiges Element ausgestanzt, wobei im gleichen
Stanzschritt die Durchführöffnung 13 und die Aufnahmen
22 ausgenommen werden können. Anschliessend wird der Befestigungsabschnitt
12 und der Halteabschnitt 21 umgebogen, so dass der Befestigungsabschnitt
12 im Wesentlichen senkrecht von der Seite 17 des Distanzabschnitts
16 und der Halteabschnitt 21 im Wesentlichen senkrecht von der
anderen Seite 18 des Distanzabschnitts 16 abragt. Zuletzt wird
der Halteabschnitt 21 derart verdrillt, dass dieser senkrecht zu einer
von dem Distanzteil 16 aufgespannte Ebene 16 ausgerichtet ist.
Der in der 4 dargestellte Bewehrungshalter
31 unterscheidet sich von dem Bewehrungshalter 11 durch die Ausgestaltung
der Aufnahme 42 im Halteabschnitt 41. Die Aufnahme 42
ist zu einer von dem Befestigungsabschnitt 32 aufgespannten Ebene F geneigt
angeordnet. Zudem erweitert sich die Aufnahme 42 in Richtung des freien
Endes 43 und die Aufnahme 42 weist eine Öffnung
45 und einen Hinterschnitt 44 auf.
In den 5 und 6
ist ein weiteres Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemässen Bewehrungshalter
61 dargestellt, dessen Halteabschnitt 71 aus drei Fingerabschnitten
73, 74 gebildet ist, die zur Schaffung der Aufnahme
72 für die Bewehrung 2 und der Öffnung 78 der
Aufnahme 72 zueinander versetzt ausgerichtet sind. Die Fingerabschnitte
73 weisen eine im Wesentlichen parallel zum Distanzabschnitt
66 angeordnete Sicke 75 und der Fingerabschnitt 74 weist
eine im Wesentlichen parallel zum Distanzabschnitt 66 angeordnete Sicke
76 auf, wodurch ein Hinterschnitt 77 für die Aufnahme
72 geschaffen wird.
Die Fingerabschnitte 73 und 74 sind abwechselnd
zueinander versetzt abgebogen. Die Fingerabschnitte 73 sind bezüglich
einer von dem Befestigungsabschnitt 62 aufgespannten Ebene G nach oben
gerichtet. Der Fingerabschnitt 74 ist bezüglich der von dem Befestigungsabschnitt
62 aufgespannten Ebene G nach unten gerichtet. Der Befestigungsabschnitt
62 ist senkrecht zum Distanzabschnitt 66 ausgerichtet und weist
eine Durchführöffnung 63 auf, die eine Befestigungsachse
64 definiert. Die Befestigungsachse 64 der Durchführöffnung
63 im Befestigungsabschnitt 62 ist seitlich beabstandet zum Distanzabschnitt
66 und auf der von der Aufnahme 72 des Halteabschnitts
71 abgewandte Seite 67 des Distanzabschnitts 66 angeordnet.
Dieser Bewehrungshalter 61 lässt sich wirtschaftlich in einem Stanz-Biegeverfahren
herstellen.