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Dokumentenidentifikation DE102006010293A1 06.09.2007
Titel Flurförderzeug mit einer Anzeigeeinheit für die Bedienperson
Anmelder Jungheinrich AG, 22047 Hamburg, DE
Erfinder Baginski, Ralf, Dipl.-Ing., 21398 Neetze, DE;
Mänken, Frank, Dr.-Ing., 24558 Henstedt-Ulzburg, DE;
Werder, Martin von, Dipl.-Ing., 22949 Ammersbek, DE
Vertreter Hauck Patent- und Rechtsanwälte, 20354 Hamburg
DE-Anmeldedatum 03.03.2006
DE-Aktenzeichen 102006010293
Offenlegungstag 06.09.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 06.09.2007
IPC-Hauptklasse B66F 9/075(2006.01)A, F, I, 20060303, B, H, DE
IPC-Nebenklasse G06F 3/00(2006.01)A, L, I, 20060303, B, H, DE   
Zusammenfassung Flurförderzeug mit einer Anzeigeeinheit für eine Bedienperson und mit einer auf den Lastaufnahmebereich ausgerichteten Sende- und Empfangseinheit, die gesendete Daten von Lastgütern und von Lastträgern empfangen kann, und einer Auswerteeinheit, die die empfangenen Daten in der Anzeigeeinheit darstellt.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Flurförderzeug mit einer Einheit für eine Bedienperson.

Bei herkömmlichen Lagerabläufen erhält der Fahrer seinen aktuellen Fahrauftrag über ein sogenanntes Datenterminal, das die aktuellen Aufträge zum Ein- und Auslagern anzeigt. Solche Datenterminals werden zentral von einem System zur Verwaltung und Transportorganisation, beispielsweise über Funk, an das Fahrzeug übersendet. Zur Unterstützung eines solchen Systems ist es ebenfalls bereits bekannt, die Güter mit einem Barcode zu versehen und den Barcode an der Ware auszulesen. Erforderlichenfalls kann in einem solchen System auch vorgesehen sein, nach dem Kommissionieren einer Ware oder beispielsweise einer Umlagerung der Ware die Ware mit einem neuen Barcode zu versehen.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Flurförderzeug bereitzustellen, das mit einfachen Mitteln die Möglichkeit schafft, beim Einsatz von manuell bedienten Flurförderzeugen die Transportprozesse zu vereinfachen.

Die erfindungsgemäße Aufgabe wird durch ein Flurförderzeug mit den Merkmalen aus Anspruch 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen bilden die Gegenstände der Unteransprüche.

Das erfindungsgemäße Flurförderzeug verfügt über eine Anzeigeeinheit für die Bedienperson. Ferner ist das Flurförderzeug mit einer Sende- und Empfangseinheit ausgestattet, die insbesondere auf den Lastaufnahmebereich und darüber hinaus ausgerichtet ist. Die Sende- und Empfangseinheit kann Informationen von Lastgütern und von Lastträgern lesen. Bevorzugt ist die Sende- und Empfangseinheit für Transponder ausgelegt, wobei bevorzugt RFID-Transponder vorgesehen sind. Die Sende- und Empfangseinheit ist mit einer Auswerteeinheit verbunden. Die Auswerteeinheit leitet die gelesenen Daten weiter an die Anzeigeeinheit, wo diese dargestellt werden. Das erfindungsgemäße Flurförderzeug besitzt so eine Sende- und Empfangseinheit, die mit der Anzeigeeinheit im Flurförderzeug verbunden ist. Der Unterschied zu den bereits bekannten Datenterminals liegt darin, daß hier nicht von einer zentralen Instanz im Lager Daten an das Flurförderzeug gesendet werden, sondern daß jedes Flurförderzeug individuell und dezentral Daten von den Transportgütern und den Lastträgern liest. Der dezentrale Ansatz stellt sicher, daß jedes Flurförderzeug seiner Bedienperson aktuell die notwendigen Daten zur Verfügung stellt. Die Sende- und Empfangseinheit ist bevorzugt für RFID-Transponder ausgelegt. Die Transponder sind bevorzugt als UHF-Transponder ausgebildet, deren Signale über die Entfernung von einigen Metern gelesen und empfangen werden können.

Das erfindungsgemäße Flurförderzeug besitzt bevorzugt eine Auswerteeinheit, die von einem Lastgut gelesene Daten auf ein angegebenes Transportziel hin prüft und vorhandene Informationen zu dem Transportziel in der Anzeigeeinheit darstellt. Auf diese Weise teilt das zu transportierende Gut dem Flurförderzeug mit, wohin es zu transportieren ist. Die Bedienperson muß sich also nicht länger zentral ihren Fahrauftrag abholen oder diesen über Datenfunk von einer zentralen Stelle empfangen. Auch können offensichtliche Fehler in den Transportaufträgen schneller aufgrund der unmittelbaren Nähe des Benutzers zu der Ware erkannt werden.

In einer bevorzugten Ausgestaltung werden die von einem Lastgut gelesenen Daten im Hinblick auf Transportbedingungen für die Ware überprüft und die vorhandenen Transportbedingungen auf der Anzeigeeinheit dargestellt.

Bevorzugt können die Transportbedingungen auch Informationen enthalten, die beispielsweise eine zulässige Höchstgeschwindigkeit für den Transport und/oder ein Fahrprogramm betreffen.

Das erfindungsgemäße Flurförderzeug liest bevorzugt auch Daten von den Umschlagstationen, die mit Transpondern ausgestattet sind.

Das erfindungsgemäße Flurförderzeug wird nachfolgend anhand von Zeichnungen näher erläutert.

Es zeigt:

1 eine schematische Ansicht eines Flurförderzeugs mit einer Sende- und Empfangseinheit, einem Lastgut mit einem Transponder und einer Umschlagstation mit Transpondern, und

2 eine schematische Ansicht der Anzeige sowie der Steuereinheit.

1 zeigt ein erfindungsgemäß ausgebildetes Flurförderzeug 10, das in dem dargestellten Beispiel als Gegengewichtsstapler mit einem Fahrersitz 12 und einer Bedienkonsole mit einer Anzeigeeinheit 14 ausgebildet ist. Grundsätzlich kann die Erfindung bei unterschiedlichen Arten von Flurförderzeugen eingesetzt werden. Das Flurförderzeug 10 besitzt Lasttragmittel 16, die eine heb- und eine senkbare Lastgabel 18 besitzen. Das Flurförderzeug ist im Bereich seiner Lasttragmittel 16 mit einer Sende- und Empfangseinheit 20 versehen. Die Sende- und Empfangseinheit 20 ist so an dem Flurförderzeug 10 oder an seinem Lasttragmittel 16 angeordnet, daß der Sende- und Empfangsbereich 22 sowohl die Lasttragmittel 16 als auch den Bereich vor diesem mindestens teilweise überdeckt. Zusätzlich kann die Sende- und Empfangseinheit Daten aus der Umgebung, beispielsweise von Umschlagstationen, anliefernden Lkws und dergleichen aufnehmen. Als Beispiel für eine Umschlagstation ist ein Regal 34 dargestellt, das mit Transpondern 36 ausgestattet ist.

Passend zu dem Flurförderzeug 10 ist das zu transportierende Gut 24 mit einem Ultra-Hochfrequenz RFID-Transponder ausgestattet. Alternativ kann auch die Palette 28 mit einem Transponder ausgestattet sein. In einem Lager können auch Lagerplätze und die Plätze in den Regalen mit Transpondern ausgestattet sein. Im Einsatz des Flurförderzeugs sendet die Sende- und Empfangseinheit 20 ein Signal aus, das auf den Transponder 26 trifft und von diesem über eine Antenne empfangen wird. Die empfangene Strahlung gibt bei einem passiv ausgelegten Transponder diesem ausreichend elektrische Energie, um seine Daten in Form von elektromagnetischen Signalen an die Sende- und Empfangseinheit 20 zu senden. Es können auch aktive Transponder vorgesehen sein.

Besonders vorteilhaft an der Verwendung von RFID-Transpondern ist, daß diese nicht notwendig optisch sichtbar für die Sende- und Empfangseinheit sein müssen. Vielmehr können diese auch auf der Rückseite der Ware sein und trotzdem von der Vorderseite aus problemlos gelesen werden.

Die 2 zeigt den schematischen Datenfluß. Die Sende- und Empfangseinheit 20 sendet elektromagnetische Strahlung im Hochfrequenzbereich an den Transponder 26, der die ausgesendete Strahlung empfängt. Die Energie der empfangenen Strahlung wird in dem Transponder umgesetzt und zur Erzeugung eines entsprechend modulierten Ausgangssignals verwendet. Das Ausgangssignal wird von der Sende- und Empfangseinheit 20 wieder empfangen. Bei dem Ausgangssignal des Transponders handelt es sich bevorzugt um einen Datenstrom, in dem bestimmte Informationen zu dem Transponder enthalten sind. Besonders bevorzugt sind in dem Transponder 26 bereits Daten zu dessen Bestimmungsort enthalten. So kann beispielsweise im Wareneingang des Lagers die Ware mit Transpondern versehen werden, wobei in den Transpondern der Lagerplatz gespeichert ist. Sobald das Flurförderzeug eine solche Ware aufnimmt, erfährt es, wohin die Ware zu transportieren ist. Mithin ist also an jeder Ware und/oder jedem Lastträger bereits der Bestimmungsort gespeichert.

Die empfangenen Daten werden an eine Auswerteeinheit 29 weitergeleitet. Die Auswerteeinheit verarbeitet diese Daten und bringt sie in der Anzeigeeinheit 14 zur Anzeige. In dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist in der Anzeigeeinheit eine Positionsbezeichnung 30 für die Ware angegeben und das Flurförderzeug zeigt den Weg zu dieser Position mit einem Pfeil 32 an. Die Wegangabe kann hierbei über ein an sich bekanntes Navigationssystem erfolgen. Zur Orientierung des Flurförderzeugs ist es möglich, ebenfalls Transponder einzusetzen. So kann beispielsweise zusätzlich auf dem Transponder die aktuelle Ist-Position gespeichert sein. Auch ist es möglich, daß ein Transponder an dem Lagerort bzw. dem anzusprechenden Regalplatz dem Flurförderzeug 10 zeigt, wo es sich gerade befindet. Aus diesen Daten können dann die entsprechenden Informationen zum Weg bestimmt werden.

Zusätzlich ist noch ein Speicher 34 vorgesehen, der der Steuereinheit 29 erlaubt, entsprechende Daten abzulegen und für spätere Operationen wieder auszulesen.

In einer möglichen Ausgestaltung ist es auch möglich, die Zielinformation nicht direkt an der Ware zu speichern, sondern in einer Initialisierungsphase zu jeder Ware vorab in dem Speicher 34 des Flurförderzeugs abzulegen. Beispielsweise können hier für diesen Tag erwartete Lieferungen mit der vorgesehenen Lagerposition abgelegt werden. In diesem Fall ermittelt die Steuereinheit 29 aus den empfangenen Daten lediglich eine Kennung, die die Waren kennzeichnet. Anhand des Speichers 34 wird diese Kennung dann mit einer Position abgeglichen, die von der Steuereinheit 29 dann über die Anzeigeeinheit 14 dargestellt wird.


Anspruch[de]
Flurförderzeug mit einer Anzeigeeinheit (14) für eine Bedienperson und mit einer auf den Lastaufnahmebereich ausgerichteten Sende- und Empfangseinheit, die gesendete Daten von Lastgütern (24) und von Lastträgern (28) empfangen kann, und einer Auswerteeinheit (29), die die empfangenen Daten in der Anzeigeeinheit (14) darstellt. Flurförderzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Sende- und Empfangseinheit für Transponder ausgebildet ist. Flurförderzeug nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Transponder als RFID-Transponder ausgebildet sind. Flurförderzeug nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die RFID-Transponder als UHF-Transponder ausgebildet sind. Flurförderzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Sende- und Empfangseinheit die von einem Lastgut empfangenen Daten auf ein Transportziel hin überprüft und vorhandene Informationen zu dem Transportziel in der Anzeigeeinheit (14) darstellt. Flurförderzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Auswerteeinheit die von einem Lastgut empfangenen Daten im Hinblick auf Transportbedingungen überprüft und vorhandene Transportbedingungen auf der Anzeigeeinheit (14) darstellt. Flurförderzeug nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Auswerteeinheit zur Übertragung von empfangenen Daten mit einer Fahrzeugsteuerung verbunden ist und empfangene Transportbedingungen an die Fahrzeugsteuerung weitergeleitet werden. Flurförderzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Sende- und Empfangseinheit zusätzlich auch Daten von Umschlagstationen liest.






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